Aktueller Stand der Sanierungsmaßnahmen am Oberstufenzentrum (OSZ) Handel 1 in Kreuzberg (10.07.2018) Schriftliche Anfrage Drucksache SA/18/15/419

Fra­ge 1:
Wie vie­le Schü­ler in Ber­lin haben ein Schü­ler­ti­cket (Auf­lis­tung der Schü­le­r­an­zahl gesamt/Anzahl der
Schü­ler­ti­ckets in den letz­ten fünf Jah­ren)?

Fra­ge 2:
Wie vie­le Schü­ler fah­ren in Ber­lin kos­ten­los durch den Anspruch auf das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket
(»ber­lin­pass-BuT«)?

Fra­ge 3:
Wie steht der Senat zu einem kos­ten­frei­en Schü­ler­ti­cket für alle Ber­li­ner Schü­le­rin­nen und Schü­ler?

Fra­ge 4:
Wel­che Kos­ten wür­den jähr­li­ch dem Land Ber­lin ent­ste­hen, wenn das Schü­ler­ti­cket für alle Ber­li­ner Schü­ler
kos­ten­frei wäre?

Fra­ge 5:
Wel­che Bun­des­län­der sind dem Senat bekannt, in denen Schü­ler­ti­ckets kos­ten­frei sind?

Fra­ge 6:
Gibt es Pla­nun­gen, Schü­ler­ti­ckets als Ein­zel­fahr­aus­wei­se anzu­bie­ten, da dies der­zeit nur im
Jah­res­abon­ne­ment oder monat­li­ch mög­li­ch ist?

Fra­ge 7:
Gibt es Bestre­bun­gen, kos­ten­lo­se Schü­ler­ti­ckets den Schü­le­rin­nen und Schü­lern anzu­bie­ten, die
ehren­amt­li­ch tätig sind.

Bis zum 31.7.2018 gab es für Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die Schu­len in Ber­lin besu­chen,
drei ver­schie­de­ne Tarif­an­ge­bo­te (sofern die jewei­li­gen Nach­wei­se zur Berech­ti­gung
vor­la­gen):
 das Schü­ler­ti­cket, das grund­sätz­li­ch alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Anspruch neh­men
kön­nen,
 das Geschwis­ter­ti­cket, das nur Geschwis­tern von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit
Schü­ler­ti­cket offen­stand,
 das ermä­ßig­te Schü­ler­ti­cket, das nur Schü­le­rin­nen und Schü­lern offen­stand, die
Anspruch auf einen ber­lin­pass haben und deren Wohn­ort min­des­tens 1 km bei
Grund­schu­len bzw. 2 km bei Ober­schu­len von der Schu­le ent­fernt ist.

Ant­wort zu 2:
Bis zum 31.07.2018 konn­ten leis­tungs­be­rech­tig­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Rah­men
der Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be bei Vor­lie­gen der gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen
das ermä­ßig­te Schü­ler­ti­cket erwer­ben. Hier­für wur­de ein Eigen­an­teil in Höhe von
12,08 Euro/Monat im Abon­ne­ment oder 15,00 Euro/Monat im Bar­ver­kauf erho­ben. Von
den mit Stand Dezem­ber 2017 136.690 leis­tungs­recht­li­ch berech­tig­ten Kin­dern und
Jugend­li­chen im Alter von 6 bis 18 Jah­ren nutz­ten rund 31 % das ermä­ßig­te Schü­ler­ti­cket.
Seit dem 01.08.2018 kön­nen leis­tungs­be­rech­tig­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler das kos­ten­lo­se
»Schülerinnenticket/Schülerticket« im Rah­men der Leis­tun­gen für Bil­dung und
Teil­ha­be in Anspruch neh­men, sofern die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind.
Auf­grund des Weg­falls des Eigen­an­teils wird von einer deut­li­chen Stei­ge­rung der
Inan­spruch­nah­me bis hin zu 70 % aus­ge­gan­gen. Das ent­sprä­che 95.683 Kin­dern und
Jugend­li­chen. Kon­kre­te Daten über die tat­säch­li­ch erfolg­te Inan­spruch­nah­me sind aktu­ell
noch nicht ermit­tel­bar. Anfang des Jah­res 2019 wer­den vor­aus­sicht­li­ch die ers­ten vali­den
Aus­wer­tun­gen zur Inan­spruch­nah­me vor­lie­gen.

Ant­wort zu 3:
Mit der Absen­kung des Prei­ses für das regu­lä­re Schü­ler­ti­cket AB im Abon­ne­ment und als
Monats­kar­te zum 01.08.2018 hat der Senat einen gro­ßen Schritt zur Ent­las­tung von
Ber­li­ner Fami­li­en gemacht. Gleich­zei­tig ent­fällt für Schul­kin­der aus Fami­li­en, die
anspruchs­be­rech­tigt für den ber­lin­pass sind, die bis­he­ri­ge Eigen­be­tei­li­gung kom­plett und
ermög­licht so auch Kin­dern aus ein­kom­mens­schwa­chen Fami­li­en eine bes­se­re Teil­ha­be
am gesell­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Leben. Dar­über hin­aus gibt es Über­le­gun­gen, die bis­he­ri­ge Abstands­re­ge­lung ent­fal­len zu las­sen.
Bis­lang wer­den in Ber­lin die Kos­ten für die Beför­de­rung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern
mit ber­lin­pass zwi­schen ihrem Zuhau­se und der Schu­le erst über­nom­men, wenn die
Schu­le min­des­tens 1 km bei Grund­schu­len bzw. 2 km bei wei­ter­füh­ren­den Schu­len vom
Wohn­ort ent­fernt ist.
Ein kos­ten­frei­es Schü­ler­ti­cket für alle Ber­li­ner Schü­le­rin­nen und Schü­ler dar­über hin­aus ist
bis­lang nicht geplant.

Ant­wort zu 4:
Nach einer Modell­rech­nung der Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) aus dem Jahr 2017 auf
Basis der Zah­len des Jah­res 2016 wür­den sich durch den Weg­fall aller Ein­nah­men aus
Schü­ler­ti­ckets, Geschwis­ter­kar­ten und ermä­ßig­ter Schü­ler­ti­cket sowie des ermä­ßig­ten
Bar­ta­ri­fes Ein­nah­men­ver­lus­te in Höhe von rund 59 Mio. Euro erge­ben.
Wei­te­re Rech­nun­gen hier­zu lie­gen dem Senat nicht vor.

Ant­wort zu 5:
Dem Senat ist kein Bun­des­land bekannt, in dem ein kos­ten­frei­es Schü­ler­ti­cket für alle
Schü­le­rin­nen und Schü­ler umge­setzt wur­de.

Ant­wort zu 6:
Nein.

Ant­wort zu 7:
Wie schon seit dem Jahr 2010 stell­ten die BVG und die S-Bahn Ber­lin GmbH in Zusam­men­ar­beit
mit der Senats­ver­wal­tung für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les auch im Jahr 2018
17.000 Fahr­schei­ne für Men­schen zur Ver­fü­gung, die sich ehren­amt­li­ch enga­gie­ren.
Dar­über hin­aus gibt es gegen­wär­tig kei­ner Über­le­gun­gen für kos­ten­lo­se Schü­ler­ti­ckets für
Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die ehren­amt­li­ch tätig sind.

1. Wie vie­le Stadt­teil­zen­tren gibt es in den ein­zel­nen Ber­li­ner Bezir­ken?

2. Wel­che davon sind an exter­ne sozia­le Trä­ger über­ge­ben wor­den und wel­che wer­den von den Bezir­ken
selbst betrie­ben?

3. Bit­te eine Auf­lis­tung der ein­zel­nen Stadt­teil­zen­tren nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en:
a. Bezirk
b. Adres­se
c. Betrei­ber
d. Für Außen­ste­hen­de zugäng­li­ch?
e. Grö­ße und Lage der Räum­lich­kei­ten
f. Bedin­gun­gen für eine Nut­zung durch Drit­te
g. Aus­stat­tung

4. Pla­nen das Land oder die Bezir­ke die Errich­tung wei­te­rer Stadt­eil­zen­tren in Ber­lin? Falls ja, wo?

5. Gibt es Rege­lun­gen, die die Ein­rich­tung eines Stadt­teil­zen­trums ab einer bestimm­ten Ein­woh­ner­zahl
vor­schreibt? Falls ja, wo sind die­se nie­der­ge­legt?

6. Wird die Ein­rich­tung von Stadt­teil­zen­tren bei grö­ße­ren Neu­bau­vor­ha­ben vor­ge­schrie­ben oder
zumin­dest ange­regt? Falls nein, plant der Senat eine ent­spre­chen­de Rege­lung?

Zu 1.: Die Bezeich­nung Stadt­teil­zen­tren (Nach­bar­schafts­häu­ser) ist nicht »geschützt«,
d.h. umfasst kei­nen all­ge­mei­nen aner­kann­ten defi­nier­ten Begriff und wird häu­fig
syn­onym ver­wen­det. Hier­bei gibt es enge fach­li­che Bezü­ge bzw. Über­schnei­dun­gen zu
Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­häu­sern, Kiez­treffs, Begeg­nungs­stät­ten etc. Das wich­tigs­te
Unter­schei­dungs­kri­te­ri­um die­ser Ein­rich­tun­gen ist der Wir­kungs­be­reich. Dem­zu­fol­ge
wird in der nach­fol­gen­den Beant­wor­tung zwi­schen gesamt­städ­ti­schen und bezirk­li­chen
Ein­rich­tun­gen unter­schie­den.
In Ber­lin gibt es aktu­ell ins­ge­samt 30 aus dem Infra­struk­tur­för­der­pro­gramm
Stadt­teil­zen­tren geför­der­te Stadt­teil­zen­tren (Nach­bar­schafts­häu­ser). Die
gesamt­städ­ti­schen Stadt­teil­zen­tren kön­nen der Anla­ge 1 ent­nom­men wer­den.
Aus bezirk­li­chen Mit­teln wer­den Stadt­teil­zen­tren (Nach­bar­schafts­häu­ser) geför­dert, die
den grund­le­gen­den Anfor­de­run­gen an ein Stadt­teil­zen­trum ent­spre­chen. Die
För­de­run­gen sind auf das gesamt­städ­ti­sche Infra­struk­tur­för­der­pro­gramm
Stadt­teil­zen­tren abge­stimmt. Dar­über hin­aus gibt es in den Bezir­ken klei­ne
Begeg­nungs­stät­ten, Kiez­clubs, Nach­bar­schafts­treffs etc., die regio­nal begrenzt arbei­ten
und auf­grund der gerin­ge­ren Res­sour­cen­aus­stat­tung hin­sicht­li­ch Ange­bots­viel­falt und Wir­kungs­ra­di­us nicht mit den oben genann­ten Stadt­teil­zen­tren ver­gleich­bar sind. Die
bezirk­li­chen Ein­rich­tun­gen sind in der Anla­ge 2 auf­ge­führt.

Zu 2.: Stadt­teil­zen­tren, Nach­bar­schafts­häu­ser und ver­gleich­ba­re Ein­rich­tun­gen wer­den
in aller Regel in frei­er Trä­ger­schaft betrie­ben. Ledig­li­ch die Bezir­ke Pan­kow und
Trep­tow-Köpe­nick betrei­ben Begeg­nungs­stät­ten bzw. Kiez­clubs in Regie des
Bezirks­am­tes. Die­se klei­ne­ren Treff­punk­te arbei­ten regio­nal begrenzt und sind auf­grund
der gerin­ge­ren Res­sour­cen­aus­stat­tung hin­sicht­li­ch Ange­bots­viel­falt und Wir­kungs­ra­di­us
nicht mit den oben genann­ten Stadt­teil­zen­tren ver­gleich­bar.

Zu 4.: Grund­la­ge für die För­de­rung der gesamt­städ­ti­schen Stadt­teil­zen­tren in der
gegen­wär­ti­gen Form ist der Rah­men­för­der­ver­trag in Ver­bin­dung mit der
Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung zum Infra­struk­tur­för­der­pro­gramm Stadt­teil­zen­tren. Der
Rah­men­för­der­ver­trag umfasst eine Lauf­zeit von 2016 bis 2020. Gegen­wär­tig lässt die
ver­füg­ba­re Ver­trags­sum­me bis zum Ende des Ver­trags­zeit­raums die Ein­rich­tung
wei­te­rer gesamt­städ­ti­scher Stadt­teil­zen­tren nicht zu.
Aus­sa­gen zu den bis­her vor­lie­gen­den bezirk­li­chen Pla­nun­gen kön­nen der Anla­ge 2
ent­nom­men wer­den. Hier fin­det eine fach­li­che Abstim­mung mit dem gesamt­städ­ti­schen
Infra­struk­tur­för­der­pro­gramm Stadt­teil­zen­tren statt.

Zu 5.: Nein, eine ent­spre­chen­de Vor­ga­be ist nicht vor­ge­schrie­ben.

Zu 6.: Nein, eine ent­spre­chen­de Vor­ga­be ist nicht fest­ge­schrie­ben und der­zeit nicht in
Pla­nung.

1. Wel­chen Stan­dards folgt die Außen­be­schil­de­rung von Ber­li­ner Poli­zei­wa­chen und wo sind die­se
gere­gelt?

2. Wie bewer­tet der Senat die Idee, mit mög­lichst gro­ßer Beschil­de­rung auf die Poli­zei­wa­chen zu
ver­wei­sen und damit die Sicht­bar­keit im öffent­li­chen Raum deut­li­ch anzu­he­ben?

3. In wel­cher Anzahl und wel­cher Grö­ße erfolgt die Außen­be­schil­de­rung (Gebäu­de und öffent­li­cher
Raum) von Ber­li­ner Poli­zei­wa­chen und wo ist dies gere­gelt?

4. Wie wird für die ein­zel­nen Poli­zei­wa­chen am Gebäu­de und im öffent­li­chen Raum gewor­ben (mit
der Bit­te um tabel­la­ri­sche Dar­stel­lung pro Wache)?

5. Sofern es Unter­schie­de in der Außen­be­schil­de­rung von ein­zel­nen Ber­li­ner Poli­zei­wa­chen gibt:
wor­in begrün­den sich die­se?

6. Wel­chen Stan­dards folgt das Wege­leit­sys­tem in Bezug auf die jewei­li­ge ört­li­che Lage der Ber­li­ner
Poli­zei­wa­chen und wo sind die­se gere­gelt?

7. In wel­cher Anzahl und wel­cher Grö­ße erfolgt das Leit­sys­tem in Bezug auf die jewei­li­ge Auf­find­bar­keit
der Ber­li­ner Poli­zei­wa­chen?

8. Sofern es Unter­schie­de in Bezug auf das Wege­leit­sys­tem zur ört­li­chen Lage der jewei­li­gen Ber­li­ner
Poli­zei­wa­chen gibt: wor­in begrün­den sich die­se?

9. Inner­halb wel­chen Umkrei­ses wird auf das Vor­han­den­s­ein einer Poli­zei­wa­che hin­ge­wie­sen, auf
wel­cher Grund­la­ge erfolgt dies und erfolgt dies für alle Ber­li­ner Poli­zei­wa­chen glei­cher­ma­ßen?
Wenn nein, war­um nicht?

10. Wonach bestimmt sich die jewei­li­ge ört­li­che Zustän­dig­keit der Poli­zei­wa­chen und wo fin­den sich
ent­spre­chen­de Rege­lun­gen dazu?

11. Wonach bestimmt sich die Erreich­bar­keit einer Poli­zei­wa­che all­ge­mein und wonach bestimmt
sich die Erreich­bar­keit der Poli­zei­wa­che »in unmit­tel­ba­rer Nähe« und wo ist dies gere­gelt?

12. Exis­tie­ren geson­der­te Vor­ga­ben zur Erreich­bar­keit von Poli­zei­wa­chen in Bezug auf
a. die fuß­läu­fi­ge Erreich­bar­keit,
b. die Erreich­bar­keit mit­tels Fahr­rad,
c. die Erreich­bar­keit mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln,
d. die Erreich­bar­keit mit­tels Indi­vi­du­al­ver­kehr,
und wenn ja: wie lau­ten die­se und wo sind sie gere­gelt (erbit­te jeweils geson­der­te Dar­stel­lung)?

13. Wel­chen Stel­len­wert misst der Senat der per­sön­li­chen Erreich­bar­keit von Poli­zei­wa­chen im Ver­gleich
zu der Mög­lich­keit, die Poli­zei­wa­che mit Hil­fe mobi­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel (»Inter­net­wa­che«)
errei­chen zu kön­nen, bei?

14. Wel­chen Stan­dards folgt die Öffent­lich­keits­ar­beit der Ber­li­ner Poli­zei, wie lau­ten die­se und wo
sind die­se gere­gelt?

15. Wel­chen Stan­dards folgt die Durch­füh­rung eines »Tags der offe­nen Tür« durch die Ber­li­ner Poli­zei,
wie lau­ten die­se und wo sind die­se gere­gelt?

16. Erfolgt die Durch­füh­rung des »Tags der offe­nen Tür« durch die ein­zel­nen Abschnit­te, durch die
ein­zel­nen Direk­tio­nen oder durch die Poli­zei ins­ge­samt und wo fin­den sich die ent­spre­chen­den
Rege­lun­gen?

17. Wie vie­le »Tage der offe­nen Tür« haben in den letz­ten zehn Jah­ren pro Wache statt­ge­fun­den
(bit­te um tabel­la­ri­sche Dar­stel­lung unter Berück­sich­ti­gung der Wache, Besu­chern und Kos­ten)?

18. Wel­che Vor­ga­ben exis­tie­ren zu den zeit­li­chen Inter­val­len in Bezug auf die Durch­füh­rung des
»Tags der offe­nen Tür«?

19. Wel­che Vor­ga­ben gel­ten für die Öffent­lich­keits­ar­beit der Ber­li­ner Poli­zei in Bezug auf die Teil­nah­me
an pri­vat orga­ni­sier­ten, öffent­li­ch zugäng­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, ins­be­son­de­re in Bezug
auf die Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on (Bei­spiel: Wer­bung im öffent­li­chen Dienst)?

Zu 1.:
Die Farb- und Schrift­ge­stal­tung von Dienst­stel­len­schil­dern sind in der Geschäfts­an­wei­sung
(GA) der Zen­tra­len Ser­vice­ein­heit (ZSE) IV Nr. 2/2011 über ein ein­heit­li­ches
Erschei­nungs­bild (GA ZSE IV Nr. 2/2011) gere­gelt.

Zu 2.:
Eine deut­li­che Erkenn­bar­keit von Poli­zei­dienst­stel­len im öffent­li­chen Raum, auch
durch die Anbrin­gung ent­spre­chend gro­ßer Dienst­stel­len­schil­der, hält der Senat für
wich­tig, dies liegt auch im Inter­es­se der Poli­zei Ber­lin.

Zu 3.:
Die Anzahl anzu­brin­gen­der Dienst­stel­len­schil­der ist nicht geson­dert gere­gelt, sie
rich­tet sich nach den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten. Grund­sätz­li­ch wird an jedem Dienst­stel­len­ein­gang
ein ent­spre­chen­des Schild in der Grö­ße 80×60 cm (Höhe*Breite) ange­bracht.
Die­se Grö­ße von Amts­schil­dern wur­de in den Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten (AV) zum Gesetz
über die Hoheits­zei­chen des Lan­des Ber­lin (HzG BE) vom 16. Dezem­ber 1986
bestimmt. In den AV zum HzG BE vom 12. Dezem­ber 2007 wur­den die Abmes­sun­gen
für sol­che Schil­der ver­klei­nert (42*29,7 cm). Aus Kos­ten­grün­den und zur kon­ti­nu­ier­li­chen
Gewähr­leis­tung einer deut­li­chen Erkenn­bar­keit von Poli­zei­ab­schnit­ten durch grö­ße­re Schil­der wur­de durch die Poli­zei Ber­lin die ursprüng­li­che Grö­ße der
Dienst­stel­len­schil­der jedoch bei­be­hal­ten.

Zu 4.:
Alle 37 Poli­zei­ab­schnit­te sind durch Dienst­stel­len­schil­der gekenn­zeich­net. Dar­über
hin­aus ver­an­las­sen Dienst­kräf­te der ört­li­chen Poli­zei­dienst­stel­len in eige­ner Zustän­dig­keit
und in Abspra­che mit den bezirk­li­chen Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­den bzw. Trä­gern
des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs die Auf­stel­lung von Weg­wei­sern bei­spiels­wei­se
im Bereich von U-Bahn­hö­fen oder im öffent­li­chen Ver­kehrs­raum. Eine
sta­tis­ti­sche Erfas­sung im Sin­ne der Fra­ge­stel­lung erfolgt durch die Poli­zei Ber­lin jedoch
nicht.

Zu 5.:
Unter­schie­de in der Außen­be­schil­de­rung von Poli­zei­ab­schnit­ten gibt es nicht.

Zu 6. bis 8.:
Farb- und Schrift­ge­stal­tung von Weg­wei­sern rich­ten sich nach den Rege­lun­gen der
GA ZSE IV Nr. 2/2011. Dar­über hin­aus­ge­hen­de Stan­dards oder Rege­lun­gen im Sin­ne
der Fra­ge­stel­lun­gen gibt es bei der Poli­zei Ber­lin nicht.

Zu 9.:
Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Rege­lung im Sin­ne der Fra­ge­stel­lung wäre wegen der unter­schied­li­chen
ört­li­chen Lage der ein­zel­nen Poli­zei­ab­schnit­te im Stadt­ge­biet nicht
zweck­dien­li­ch. Die ört­li­chen Poli­zei­dienst­stel­len ent­schei­den daher unter Berück­sich­ti­gung
orts­spe­zi­fi­scher Beson­der­hei­ten und am jewei­li­gen Bedarf ori­en­tiert indi­vi­du­ell
über die Anbrin­gung von Weg­wei­sern.

Zu 10.:
Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Rege­lung für den räum­li­chen Zuschnitt der Poli­zei­ab­schnit­te
gibt es nicht. Die­se wer­den durch die ört­li­chen Direk­tio­nen in Abspra­che mit der Behör­den­lei­tung
eigen­ver­ant­wort­li­ch fest­ge­legt und ori­en­tie­ren sich an viel­fäl­ti­gen Fak­to­ren wie bei­spiels­wei­se Kiez­struk­tu­ren, kri­mi­nal­geo­gra­fi­schen Räu­men oder Belas­tungs­zah­len
im Funk­wa­gen­ein­satz­dienst.
Der Zuschnitt der sechs ört­li­chen Direk­tio­nen ori­en­tiert sich wei­test­ge­hend an den
Gebiets­struk­tu­ren der Bezir­ke sowie an dem Maß­stab der »Aus­ge­wo­gen­heit und
Ver­gleich­bar­keit« der Direk­tio­nen unter­ein­an­der. Grund­la­ge hier­für ist der Erlass über
die Glie­de­rung der Poli­zei Ber­lin in der aktu­el­len Fas­sung mit den ent­spre­chen­den
Orga­ni­sa­ti­ons­ver­fü­gun­gen.

Zu 11.:
Gemäß der GA PPr (Poli­zei­prä­si­dent) Stab Nr. 1/2016 über den Täg­li­chen Dienst der
Abschnit­te sind die Wachen aller Poli­zei­ab­schnit­te rund um die Uhr besetzt.
Dar­über hin­aus ist es mög­li­ch, sowohl über das Bür­ger­te­le­fon 46 64 – 46 64 als auch
über die auf der Inter­net­sei­te der Poli­zei Ber­lin ein­ge­stell­te Abschnitts­such­funk­ti­on
(https://www.berlin.de/polizei/dienststellen/polizei-in-den-bezirken/) den jeweils für
den Wohn­ort zustän­di­gen Poli­zei­ab­schnitt und des­sen Erreich­bar­kei­ten zu fin­den.
Die räum­li­che Ver­tei­lung der ein­zel­nen Poli­zei­ab­schnit­te ori­en­tiert sich weni­ger an
der Zen­tra­li­tät in dem jewei­li­gen Abschnitts­be­reich als viel­mehr an den der Poli­zei
Ber­lin zur Ver­fü­gung ste­hen­den Immo­bi­li­en, was dazu füh­ren kann, dass der nächst­ge­le­ge­ne
Poli­zei­ab­schnitt nicht auch der ört­li­ch zustän­di­ge ist.
Unab­hän­gig von ört­li­chen Zustän­dig­kei­ten wer­den jedoch die viel­fäl­ti­gen Anlie­gen
der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf jedem Poli­zei­ab­schnitt in Ber­lin ent­ge­gen­ge­nom­men
und bear­bei­tet.

Zu 12.:
Nein.

Zu 13.:
Die per­sön­li­che Erreich­bar­keit der Poli­zei­ab­schnit­te hat einen hohen Stel­len­wert. Sie
wird daher, wie in der Ant­wort zu Fra­ge 11 beschrie­ben, jeder­zeit gewähr­leis­tet.
Die Inter­net­wa­che stellt im Hin­bli­ck auf die zuneh­men­de Nut­zung mobi­ler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel
in der Gesell­schaft ein Zusatz­an­ge­bot für die Erreich­bar­keit der Poli­zei
Ber­lin dar.

Zu 14.:
Das Auf­tre­ten der Poli­zei Ber­lin unter­liegt den Stan­dards der Cor­po­ra­te Desi­gn
Richt­li­ni­en für die Ber­li­ner Ver­wal­tung. Durch ein ein­heit­li­ches Erschei­nungs­bild sol­len
der Wie­der­er­ken­nungs­wert und die Außen­wir­kung gestärkt wer­den.
Die GA ZSE IV Nr. 2/2011 gibt dar­über hin­aus für die Außen­dar­stel­lung der Poli­zei
Ber­lin ver­bind­li­ch die Ver­wen­dung fest­ste­hen­der Gestal­tungs­ele­men­te vor, so zum
Bei­spiel für:
– Publi­ka­tio­nen (Bro­schü­ren, Fly­er, Pla­ka­te, Mit­hil­fe­er­su­chen etc.),
– Prä­sen­ta­ti­ons­vor­la­gen (Mas­ter-Foli­en),
– Mes­se- oder Aus­stel­lungs­sys­te­me,
– Gebäu­de­be­schil­de­run­gen und Weg­wei­ser,
– Streu­ar­ti­kel (Kugel­schrei­ber, Tra­ge­ta­schen etc.).
Die Gestal­tung und Ver­wen­dung von Dienst­kar­ten, dienst­li­chen Visi­ten­kar­ten und
Ser­vice­kar­ten sind in der GA PPr Stab Nr. 8/2011 über die Dienst­kar­te, die dienst­li­che
Visi­ten­kar­te und die Ser­vice­kar­te gere­gelt. Das Tra­gen der Dienst­klei­dung wird
durch die Rege­lun­gen der GA ZSE Nr. 1/2009 sowie die Grund­sät­ze der Poli­zei­dienst­vor­schrift
350 bestimmt.

Zu 15.:
Spe­zi­el­le Rege­lun­gen für die Durch­füh­rung eines Tags der offe­nen Tür (TdoT) gibt
es bei der Poli­zei Ber­lin nicht. Grund­sätz­li­ch rich­tet sich das Auf­tre­ten der Poli­zei
Ber­lin auch hier an den in der Ant­wort zu Fra­ge 14 genann­ten Stan­dards aus.

Zu 16.:
Der TdoT der Poli­zei Ber­lin wird aus­schließ­li­ch gesamt­be­hörd­li­ch ver­an­stal­tet. Dar­über
hin­aus kön­nen jedoch auch durch ein­zel­ne Direk­tio­nen ähn­li­che Ver­an­stal­tun­gen
durch­ge­führt wer­den. Rege­lun­gen im Sin­ne der Fra­ge­stel­lung gibt es bei der
Poli­zei Ber­lin nicht.

Zu 17. und 18.:
Tage der offe­nen Tür der Poli­zei Ber­lin wur­den in den Jah­ren 2008, 2014 und 2016
durch­ge­führt. Zu den bei­den letzt­ge­nann­ten Ver­an­stal­tun­gen kamen jeweils 20.000
bis 25.000 Besu­che­rin­nen und Besu­cher, es ent­stan­den Sach­mit­tel­kos­ten von je ca.
60.000 Euro. Für den in 2008 durch­ge­führ­ten TdoT sind kei­ne ent­spre­chen­den Unter­la­gen
mehr vor­han­den. Vor­ga­ben zu zeit­li­chen Inter­val­len gibt es nicht.
Die Direk­ti­on 6 ver­an­stal­tet jähr­li­ch einen Akti­ons- und Prä­ven­ti­ons­tag. Hin­sicht­li­ch
der Besu­cher­zah­len lie­gen kei­ne sta­tis­ti­schen Erhe­bun­gen vor. Die jeweils ent­stan­de­nen
Sach­mit­tel­kos­ten sind der nach­fol­gen­den Auf­stel­lung zu ent­neh­men:
Jahr Kos­ten
2009 3.650 €
2010 3.500 €
2011 3.300 €
2012 4.800 €
2013 3.900 €
2014 3.950 €
2015 4.750 €
2016 5.250 €
2017 5.300 €
2018 4.650 €

Zu 19.:
Die Teil­nah­me von Dienst­kräf­ten der Poli­zei Ber­lin an der­ar­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen
rich­tet sich ein­heit­li­ch nach den Bestim­mun­gen des § 42 Beam­ten­sta­tus­ge­setz (Ver­bot
der Annah­me von Beloh­nun­gen, Geschen­ken und sons­ti­gen Vor­tei­len) und des
§ 51 Lan­des­be­am­ten­ge­setz (Ver­bot der Annah­me von Beloh­nun­gen und Geschen­ken).
Wei­te­re Rege­lun­gen dazu fin­den sich in den Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten über das
Ver­bot der Annah­me von Beloh­nun­gen, Geschen­ken und sons­ti­gen Vor­tei­len der
Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport, in der GA ZSE I Nr. 2/2013 über Ergän­zun­gen
der Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten über das Ver­bot der Annah­me von Beloh­nun­gen,
Geschen­ken und sons­ti­gen Vor­tei­len für die Poli­zei Ber­lin sowie in der Richt­li­nie zur
Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on in der Poli­zei Ber­lin.

1. In New York wird Tro­cken­eis erfolg­reich in der Rat­ten­be­kämp­fung in Park­an­la­gen ein­ge­setzt: Wie
bewer­tet der Senat den Ein­satz von Tro­cken­eis bei der Rat­ten­be­kämp­fung?

2. Wel­che Vor­tei­le oder Risi­ken sieht der Senat im Ein­satz von Tro­cken­eis?

3. Was unter­nimmt der Senat, um den Ein­satz von Tro­cken­eis in der Schäd­lings­be­kämp­fung auch in
Deutsch­land zuzu­las­sen?

Zu 1.:
Für die Rat­ten­be­kämp­fung im Land Ber­lin ist u.a. die Ver­ord­nung über die Bekämp­fung
von Gesund­heits­schäd­lin­gen (Schäd­lings­be­kämp­fungsV) maß­geb­li­ch. Nach § 4 darf die
Fach­kraft zur Bekämp­fung von Gesund­heits­schäd­lin­gen nur sol­che Mit­tel und Ver­fah­ren
anwen­den, die von der zustän­di­gen Bun­des­ober­be­hör­de im Bun­des­ge­sund­heits­blatt
bekannt gemacht gewor­den sind. Auch § 18 des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes (IfSG) ver­weist
auf die Bekannt­ma­chung der aner­kann­ten Mit­tel und Ver­fah­ren zur
Schäd­lings­be­kämp­fung.
Aktu­ell gibt es kein zuge­las­se­nes Pro­dukt zur Bekämp­fung von Nage­tie­ren mit Tro­cken­eis,
daher ist der Ein­satz von Tro­cken­eis der­zeit auch kein geprüf­tes und aner­kann­tes Mit­tel
und Ver­fah­ren zur Bekämp­fung von Rat­ten.

Zu 2.:
Haupt­ver­ant­wort­li­ch für die Ver­öf­fent­li­chung der Bekannt­ma­chung der gelis­te­ten Mit­tel und
Ver­fah­ren ist seit dem 01.07.2017 das Umwelt­bun­des­amt, Fach­ge­biet IV 1.4
»Gesund­heits­schäd­lin­ge und ihre Bekämp­fung« (zuvor war das Bun­des­amt für
Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit zustän­dig). Im Rah­men die­ses Pro­zes­ses
wer­den auch die Wirk­sam­keit der Mit­tel im Sin­ne einer Til­gung sowie die Aus­wir­kun­gen
auf die Gesund­heit und die Umwelt geprüft.
Der Senat trifft daher kei­ne eige­ne Ein­schät­zung des Risi­kos und des Nut­zens für Umwelt
und Gesund­heit von Tro­cken­eis zur Rat­ten­be­kämp­fung, son­dern hält sich – wie gesetz­li­ch vor­ge­schrie­ben – an die Ein­schät­zung der Exper­ten des Umwelt­bun­des­am­tes, die dann
ggf. in einer Aktua­li­sie­rung der oben genann­ten Bekannt­ma­chung mün­den wer­den.

Zu 3.:
Anträ­ge zur Prü­fung eines Mit­tels und zur Auf­nah­me in die Lis­te wer­den vom
Umwelt­bun­des­amt ent­ge­gen­ge­nom­men.
Die Prüf- bzw. Lis­tungs­an­trä­ge gemäß §18 IfSG wer­den von den Fir­men selbst gestellt. Im
Rah­men der Antrags­stel­lung müs­sen bei­spiels­wei­se auch Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen bei­ge­fügt
wer­den (u.a. Infor­ma­tio­nen zu Wirkstoff/en und Anwendungskonzentration/en,
Sicher­heits­da­ten­blät­ter und die genaue Resep­tur des Mit­tels), über die nur die Her­stel­ler
ver­fü­gen. Aus die­sem Grund kann der Senat kei­nen Antrag auf Lis­tung gemäß § 18 IfSG
für Tro­cken­eis beim UBA stel­len, son­dern muss auf die Initi­ta­ti­ve der ent­spre­chen­den
Fir­men war­ten.

Fra­ge 1:
Wie bewer­tet der Senat den Zustand der Ber­li­ner Stra­ßen­bäu­me auf­grund der lan­gen anhal­ten­den
Tro­cken­heit?

Fra­ge 2:
Wie vie­le Bäu­me wer­den nach Ein­schät­zung der zustän­di­gen Senats­ver­wal­tun­gen den Som­mer 2018 nicht
über­ste­hen?

Fra­ge 3:
Sind bereits Ersatz­pflan­zun­gen für den kom­men­den Herbst geplant?

Fra­ge 4:
Wer­den in Ber­lin bereits Baum­ar­ten erprobt, die ein hei­ße­res und tro­cke­ne­res Kli­ma ver­tra­gen?

Fra­ge 5:
Wenn ja, wel­che Eigen­schaf­ten wer­den – neben Hit­ze-und Tro­cken­be­stän­dig­keit – noch über­prüft, um auch
ande­re Extrem­wet­ter­la­gen wie lan­gen Frost oder viel Regen zu über­ste­hen?

Fra­ge 6:
In ande­ren deut­schen Städ­ten wer­den bereits soge­nann­te Kli­ma­wan­del­bäu­me erprobt: gibt es ein
Erfah­rungs­aus­tau­sch mit den dort zustän­di­gen Insti­tu­tio­nen? Wenn ja, wel­che Erkennt­nis­se lie­gen vor?

Fra­ge 7:
Wel­che Baum­ar­ten haben sich dabei bis­lang als beson­ders robust oder geeig­net erwie­sen?

Fra­ge 8:
Wird bereits geplant, die­se Sor­ten zukünf­tig ver­stärkt in Ber­lin zu pflan­zen?

Fra­ge 9:
Wer­den bereits ande­re tech­ni­sche Maß­nah­men oder Inves­ti­tio­nen geplant, um erfolg­reich zukünf­ti­gen
Extrem­wet­ter­la­gen zu begeg­nen (wie z.B. der Erwerb von Spreng­wa­gen, Bewäs­se­rungs­sys­te­men o.ä.)?

Fra­ge 10:
In wel­chen (geplan­ten) Gre­mi­en oder Arbeits­grup­pen wer­den die Erfah­run­gen des Extrem­som­mers
aus­ge­wer­tet? Wann ist dabei mit Ergeb­nis­sen oder Emp­feh­lun­gen zu rech­nen?

Ant­wort zu 1:
Die Pfle­ge und Unter­hal­tung der Stra­ßen­bäu­me ist Auf­ga­be der 12 Ber­li­ner Bezirks­äm­ter,
die die­se eigen­ver­ant­wort­li­ch wahr­neh­men. Dies schließt auch die Zustands­be­wer­tung der
zu unter­hal­ten­den Bäu­me und die Ablei­tung ent­spre­chen­der Maß­nah­men ein.
Was den der­zei­ti­gen Zustand auf­grund der seit Mit­te April 2018 vor­herr­schen­den
tro­cke­nen, war­men bis hei­ßen und sehr son­ni­gen Wit­te­rung in Ber­lin anbe­langt, kann
fol­gen­de Ein­schät­zung aus Sicht des Senats gege­ben wer­den:
In Fol­ge der o.g. extre­men Wet­ter­la­ge sind die Böden sehr stark aus­ge­trock­net. Die
Vege­ta­ti­on weist Tro­cken­stress­sym­pto­me wie vor­zei­ti­ges Ver­trock­nen der Blät­ter und
vor­zei­ti­gen Blatt­fall auf. Ins­be­son­de­re die flach­wur­zeln­den Gehöl­ze wie auch
Neu­pflan­zun­gen von Bäu­men sind davon betrof­fen. Bei den Bäu­men lei­den beson­ders die
jun­gen Stra­ßen­bäu­me mit einem Alter bis zu 10 Jah­ren unter der anhal­ten­den Tro­cken­heit
und Hit­ze, da die­se mit den Wur­zeln noch nicht in die tie­fe­ren Boden­schich­ten rei­chen um
dort an Was­ser zu gelan­gen. Zudem sind Bäu­me bei extrem tro­cke­nen-war­men
Wit­te­rungs­be­din­gun­gen viel­fach auch anfäl­li­ger gegen­über Schad­or­ga­nis­men.
Vor die­sem Hin­ter­grund hat die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz
den Bezir­ken für die zusätz­li­che Wäs­se­rung von öffent­li­chem Grün zwi­schen­zeit­li­ch
Finanz­mit­tel in Höhe von ins­ge­samt 900.000 Euro aus dem »Ber­li­ner Ener­gie- und
Kli­ma­schutz­pro­gramm (BEK 2030)« zur Ver­fü­gung gestellt.

Ant­wort zu 2:
Wie in der Ant­wort zu 1 dar­ge­stellt, lie­gen die Pfle­ge und Unter­hal­tung der Stra­ßen­bäu­me
in der Zustän­dig­keit der 12 Ber­li­ner Bezirks­äm­ter. Nur von hier aus kann eine kon­kre­te
Ein­schät­zung zu den loka­len Fol­gen der dies­jäh­ri­gen extre­men Wit­te­rung auf den
Vita­li­täts­zu­stand der Bäu­me gege­ben wer­den. Da die dau­er­haf­ten Aus­wir­kun­gen erst im
kom­men­den Jahr abzu­se­hen sein wer­den, wird eine seriö­se Bewer­tung in die­sem Jahr
noch nicht mög­li­ch sein.

Ant­wort zu 3:
Da wie in der Ant­wort zu 2 geschil­dert in die­sem Jahr die loka­len Aus­wir­kun­gen der
extrem tro­cke­nen und war­men Wit­te­rungs­be­din­gun­gen noch nicht abschlie­ßend bewer­tet
wer­den kön­nen, kön­nen auch noch kei­ne ent­spre­chen­den Ersatz­pflan­zun­gen geplant
wer­den. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass die 12 Bezirks­äm­ter im Rah­men ihrer
Zustän­dig­keit für die Pfle­ge und Unter­hal­tung der Stra­ßen­bäu­me zu gege­be­ner Zeit auch
die Fra­ge von Ersatz­pflan­zun­gen auf­grei­fen wer­den.

Ant­wort zu 4:
Es gibt bis­her nur weni­ge Infor­ma­tio­nen im Hin­bli­ck auf stadt­kli­ma­to­le­ran­te Baum­ar­ten.
Des­halb hat das Pflan­zen­schutz­amt Ber­lin über zwei Jah­re (2014÷2015) mehr­fach an
aus­ge­wähl­ten Stand­or­ten an Gink­go bilo­ba, Gle­dit­sia tria­cant­hos, Liqui­dam­bar sty­ra­cif­lua,
Quer­cus cer­ris, Quer­cus palustris, Sopho­ra japo­ni­ca, Ulmus Resis­ta mit der Bestim­mung
phy­to­pha­ger Orga­nis­men und deren Gegen­spie­lern begon­nen.
Über ers­te Erkennt­nis­se aus die­sen Ver­su­chen infor­miert das Pflan­zen­schutz­amt auf
fol­gen­der Inter­net­sei­te:
https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/stadtgruen/de/versuche/klimatolerante_baeu
me.shtml.Darüber hin­aus wur­den im Rah­men des Inno­va­ti­ons­netz­wer­kes Kli­ma­an­pas­sung
Bran­den­burg Ber­lin (INKA BB) von 2010 bis 2014 ver­schie­de­ne Baum­ar­ten und –sor­ten
auf ihre Eig­nung für die Regi­on geprüft. Ein­zel­hei­ten des Ver­suchs kön­nen fol­gen­der
Inter­net­sei­te ent­nom­men wer­den:
https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/stadtgruen/de/versuche/versuchspflanzung_v
on_strassenbaeumen.shtml.

Ant­wort zu 5:
Grund­sätz­li­ch gilt für unse­re Regi­on, dass neben Hit­ze- und Tro­cken­heit­be­stän­dig­keit
auch die Frost­to­le­ranz mit ein­be­zo­gen wird.

Ant­wort zu 6:
Ja, es gibt einen Erfah­rungs­aus­tau­sch mit Insti­tu­tio­nen aus ande­ren Bun­des­län­dern.
Zu nen­nen ist an vor­ders­ter Stel­le der Arbeits­kreis Stadt­bäu­me der Deut­schen
Gar­ten­amts­lei­ter­kon­fe­renz (GALK), der bereits in der ers­ten Hälf­te der 90er Jah­re des
vori­gen Jahr­hun­derts erkannt hat, dass mit dem Kli­ma­wan­del ver­mehr­te Anstren­gun­gen
erfor­der­li­ch wer­den, um die Stand­ort­vor­aus­set­zun­gen für Bäu­me zu ver­bes­sern, die
Arten­viel­falt zu erhö­hen und Bäu­me vor dem Befall mit Krank­hei­ten und Schad­or­ga­nis­men
zu schüt­zen. Um ver­stärkt nach stand­ort­ge­rech­ten Pflan­zen zu suchen, wer­den seit vie­len
Jah­ren Stra­ßen­baum­tests durch­ge­führt, bei denen in den teil­neh­men­den Städ­ten
ver­schie­de­ne Arten und Sor­ten von Ver­suchs­bäu­men gepflanzt und regel­mä­ßig bewer­tet
wer­den. Wesent­li­che Zie­le sind:
 Die Fül­le der Erkennt­nis­se, Erfah­run­gen und wis­sen­schaft­li­chen Daten über
Wachs­tum, Resis­tenz, Grö­ße und Ver­wend­bar­keit von Bäu­men in Stadt- und
Sied­lungs­räu­men, vor­wie­gend in Stra­ßen, in eine über­schau­ba­re Form zu brin­gen,
 die sich ändern­den Rah­men­be­din­gun­gen durch Kli­ma­än­de­run­gen und deren Fol­gen
dabei in not­wen­di­gem Maße zu berück­sich­ti­gen,
 die Bereit­stel­lung von Baum­ar­ten und Baum­sor­ten in aus­rei­chen­der Zahl und Qua­li­tät
durch Baum­schu­len sichern hel­fen, um damit die fach­li­ch rich­ti­ge Ver­wen­dung der
Baum­ar­ten zu för­dern.
Für jede Art und Sor­te wer­den die unter­schied­li­chen Ver­meh­rungs­ar­ten vor­ge­stellt und
deren Eig­nung als zusätz­li­che Ent­schei­dungs­hil­fe für Pla­nung und Beschaf­fung bewer­tet.
Die aktu­el­le GALK-Stra­ßen­baum­lis­te wur­de Ende 2011 mit dem Bund deut­scher
Baum­schu­len (BdB) abge­stimmt und im Febru­ar 2012 in der Fach­pres­se ver­öf­fent­licht. Sie
steht seit­her als Online-Ver­si­on im GALK-Inter­net­por­tal zur Ver­fü­gung und wird dort
regel­mä­ßig fort­ge­schrie­ben:
http://www.galk.de/index.php/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenbaumt
est-2.
Dar­über hin­aus gibt es seit 2010 auch das bun­des­wei­te Koope­ra­ti­ons­netz­werk
»Kli­ma­wan­del und Gehölz­sor­ti­men­te der Zukunft«. In die­sem Netz­werk sind meh­re­re
Gar­ten­bau­li­che Ver­suchs­an­stal­ten der Län­der sowie die Uni­ver­si­tät Hohen­heim und die
Hum­boldt-Uni­ver­si­tät (HU) zu Ber­lin. Hier wird fort­lau­fend an der Eig­nung neu­er Baum­ar­ten, die den aktu­el­len und pro­gnos­ti­zier­ten Kli­ma­ver­än­de­run­gen gewach­sen sind,
geforscht. Aktu­el­le Ergeb­nis­se sind nicht bekannt.

Ant­wort zu 7:
Aus­sa­gen über die Eig­nung ent­spre­chen­der Baum­ar­ten kön­nen nur lang­fris­tig getrof­fen
wer­den. Dies ist frü­hes­tens nach sechs Jah­ren Stand­zeit, eher sogar län­ger, mög­li­ch.
Auf­grund ihrer Stand­ort­an­sprü­che sind die Kon­di­tio­nen im städ­ti­schen Raum für
hei­mi­sche Baum­ar­ten nach Ein­schät­zung des Pflan­zen­schutz­am­tes eher ungüns­tig.

Ant­wort zu 8:
Da noch kei­ne abschlie­ßen­den Ergeb­nis­se zu ent­spre­chend geeig­ne­ten Baum­ar­ten
vor­lie­gen, gibt es auch noch kei­ne Pla­nun­gen zu künf­tig ver­stärk­ten Baum­pflan­zun­gen
bestimm­ter Sor­ten in Ber­lin.

Ant­wort zu 9:
Wie in der Ant­wort zu 1 erwähnt, lie­gen die Pfle­ge und Unter­hal­tung der Stra­ßen­bäu­me in
der Zustän­dig­keit der 12 Ber­li­ner Bezirks­äm­ter. Die­se Auf­ga­be schließt die Bewäs­se­rung
mit ein. Damit auch nach­hal­tig sicher­ge­stellt wer­den kann, dass Stra­ßen­bäu­me und
öffent­li­che Grün­an­la­gen in den kom­men­den Jah­ren aus­rei­chend mit Was­ser ver­sorgt sind,
wird die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz in Abstim­mung mit den
Stra­ßen- und Grün­flä­chen­äm­tern den fach­li­chen Bedarf dafür ermit­teln. Es gilt für die
Zukunft fest­zu­stel­len, wel­che Maß­nah­men ins­be­son­de­re den Erhalt und den Aus­bau des
Stadt­baum­be­stan­des erfor­dern. Dies soll unter Zuhil­fe­nah­me fach­li­cher Exper­ti­se aus dem
Hoch­schul­be­reich erfol­gen, um aktu­el­le Erkennt­nis­se ein­flie­ßen las­sen zu kön­nen. Die
Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz wird sich zudem dafür ein­set­zen,
dass der erfor­der­li­che Finanz­be­darf den Ämtern zur Ver­fü­gung gestellt wird.

Ant­wort zu 10:
Die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz wird gemein­sam mit den 12
Stra­ßen- und Grün­flä­chen­äm­tern die Erfah­run­gen des Extrem­som­mers auf den von den
Bezir­ken zu unter­hal­ten­den Baum­be­stand aus­wer­ten. Dabei wird auch das
Pflan­zen­schutz­amt ein­be­zo­gen sein. Ein bestehen­des Fach­gre­mi­um dafür ist der
Fach­aus­schuss Stadt­bäu­me der Ber­li­ner Gar­ten­amts­lei­ter­kon­fe­renz (GALK), in dem alle
12 Bezir­ke wie auch die für die Stadt­bäu­me zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung und das
Pflan­zen­schutz­amt ver­te­ten sind. Mit Ergeb­nis­sen oder auch Emp­feh­lun­gen wird nicht vor
2019 zu rech­nen sein, sie­he hier­zu auch Ant­wort zu 2.

1. Mit wel­chen kon­kre­ten Fahr­zeu­gen sind die jewei­li­gen Wachen der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren in
Ber­lin jeweils aus­ge­stat­tet (bit­te je Wache geson­dert dar­stel­len)?

2. Wie alt sind die unter Fra­ge 1.) genann­ten Fahr­zeu­ge jeweils und wann wur­den die­se ange­schafft
(bit­te je Wache und Fahr­zeug geson­dert dar­stel­len)?.

3. Wie vie­le Reser­vefahr­zeu­ge wer­den bei Ein­satz­fahr­zeu­gen (bit­te geson­dert nach Art der ein­zel­nen
Fahr­zeu­ge) in den jewei­li­gen Wachen vor­ge­hal­ten (bit­te je Wache geson­dert dar­stel­len)?

4. Wie vie­le der unter Fra­ge 1.) genann­ten Fahr­zeu­ge kön­nen auf­grund tech­ni­scher oder ande­rer
Män­gel tat­säch­li­ch nicht ein­ge­setzt wer­den (bit­te je Wache und Fahr­zeug geson­dert dar­stel­len)?

5. Wirkt sich, und wenn ja: wie, eine etwaig feh­len­de Ein­satz­fä­hig­keit der Fahr­zeu­ge auf die Errei­chung
der Schutz­zie­le aus (bit­te je Wache geson­dert dar­stel­len)?

6. Sind und wenn ja in wel­chem Umfang, für die ein­zel­nen Wachen Neu­an­schaf­fun­gen der
Fahr­zeu­ge geplant (bit­te je Wache, Fahr­zeug und geplan­ter Zeit­punkt geson­dert dar­stel­len)?

7. Trifft es zu, dass ein­zel­ne Wachen in den letz­ten zwei Jah­ren kurz­fris­tig geschlos­sen bzw. aus
dem Dienst genom­men wer­den muss­ten? Wenn ja, was sind die Grün­de dafür und wie wirkt sich
das auf die Errei­chung der Schutz­zie­le aus (bit­te je Wache geson­dert dar­stel­len)?

8. Wonach bemisst sich die Aus­stat­tung der ein­zel­nen Wachen mit Ein­satz­fahr­zeu­gen (bit­te, soweit
vor­han­den, die gesetz­li­che Norm ange­ben)? Womit begrün­den sich etwaig vor­han­de­ne
Unter­schie­de?

9. Sieht der Senat in der jewei­li­gen Aus­stat­tung der Wachen der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren mit
ein­satz­fä­hi­gen Ein­satz­fahr­zeu­gen eine Wert­schät­zung der dort geleis­te­ten Arbeit?

10. Wie und durch wen wer­den die jewei­li­gen Wachen über den Abzug bzw. über die Aus­fall­zei­ten von
Fahr­zeu­gen in Kennt­nis gesetzt und wie wer­den die Kame­ra­den vor Ort für den Aus­fall
ent­schä­digt?

 

Zu 1. und 2.:

Sie­he Doku­ment.

Zu 3.:
Das für jede Direk­ti­on vor­ge­se­he­ne Reser­vefahr­zeug­kon­tin­gent wird zen­tral von dem
Sach­ge­biet »Fahrzeugtechnik/Fahrerpool vor­ge­hal­ten und dort ver­wal­tet

Und sie­he Doku­ment.

Zu 4.:
Bei einem tech­ni­schen Aus­fall eines Fahr­zeu­ges erfolgt die Zuord­nung eines
ent­spre­chen­den Fahr­zeu­ges aus dem Reser­ve­be­stand. Hier­bei wird beach­tet, dass ins­be­son­de­re bei Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren, die über einen eige­nen Aus­rü­cke­be­reich
ver­fü­gen, Ein­satz­fahr­zeu­ge bereit­ge­stellt wer­den. Die­se ermög­li­chen eine
Wahr­neh­mung des Ein­satz­diens­tes.
Zur bes­se­ren Ver­an­schau­li­chung wird auf die Beant­wor­tung der Fra­gen 1 bis 2
ver­wie­sen, Spal­te »Abwe­send«.

Zu 5.:
Die ein­zel­nen Wachen ver­fü­gen nicht voll­stän­dig über die Fahr­zeug-Kom­po­nen­ten,
die zur Errei­chung des Schutz­zie­les not­wen­dig sind. Dadurch wir­ken bei einem Ein­satz
fast immer meh­re­re Wachen bei der Errei­chung des Schutz­zie­les mit.
Alle Wachen erfül­len gemein­sam das Ber­li­ner Schutz­ziel (sie­he Fra­ge 8). Dazu wird
immer das nächst­ge­le­ge­ne, freie Ein­satz­mit­tel alar­miert. Fällt ein Fahr­zeug aus,
muss mit einem län­ge­ren Anfahrts­weg gerech­net wer­den.

Zu 6.:
Für die Ber­li­ner Feu­er­wehr erfolgt eine zen­tra­le Beschaf­fung von Fahr­zeu­gen
ent­spre­chend der im Haus­halts­plan eta­ti­sier­ten Mit­tel. Die Ver­tei­lung der
Neu­fahr­zeu­ge erfolgt bedarfs­ori­en­tiert über die Direk­tio­nen an die Berufs­wa­chen und
Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren.
Zusätz­li­ch zu den Ver­an­schla­gun­gen im Haus­halts­plan zum Dop­pel­haus­halt
2018/2019 (16,4 Mil­lio­nen Euro) hat die Ber­li­ner Feu­er­wehr 10 Mil­lio­nen Euro für die
Beschaf­fung neu­er Fahr­zeu­ge erhal­ten. Die Ver­fah­ren zur Beschaf­fung sind
ein­ge­lei­tet, so dass die ent­spre­chen­den Fahr­zeu­ge je nach Been­di­gung des
Ver­ga­be­ver­fah­rens bis spä­tes­tens 2019 zur Ver­fü­gung ste­hen.

Zu 7.:
Außer­dienst­nah­men von Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren mit eige­nem Aus­rü­cke­be­reich
sind bis­lang nicht erfolgt. In sel­te­nen Fäl­len erfolg­te ein kurz­fris­ti­ger Fahr­zeug­ab­zug.
Hier­bei wird bei Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren mit eige­nem Aus­rü­cke­be­reich auf eine
ver­blei­ben­de Fahr­zeug­aus­stat­tung geach­tet, um so die Sicher­stel­lung der
Dienst­fä­hig­keit zu ermög­li­chen.
In Ein­zel­fäl­len wur­den Fahr­zeu­ge von Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren ohne eige­nen
Aus­rü­cke­be­reich abge­zo­gen. Da es sich hier um Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren auf einer
Berufs­wa­che han­delt, hat­te dies kei­ne Aus­wir­kun­gen auf das Errei­chen der
Schutz­zie­le.

Zu 8.:
Eine gesetz­li­che Vor­ga­be in Ber­lin exis­tiert nicht. Maß­stab ist daher das mit der Ziel­ver­ein­ba­rung
zwi­schen der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport und der Ber­li­ner Feu­er­wehr fest­ge­leg­te Schutz­ziel für die Brand­be­kämp­fung. Das ver­ein­bar­te Schutz­ziel
ori­en­tiert sich an der 2. Stu­fe des Schutz­ziels der Arbeits­ge­mein­schaft der Lei­ter
der Berufs­feu­er­weh­ren in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land (AGBF), das als Stand
der Tech­nik gilt. Es legt fest, dass 14 Ein­satz­kräf­te in 15 Minu­ten vor Ort sein müs­sen.
Als Errei­chungs­grad wur­den 90% ver­ein­bart.
Die Aus­stat­tung der Feu­er­wa­chen mit Lösch­fahr­zeu­gen und Dreh­lei­tern rich­tet sich
zum einen nach der Bedarfs­pla­nung, in der die Fahr­zeu­ge so gut wie mög­li­ch nach
ihren Bedarf im Stadt­ge­biet plat­ziert wer­den. Außer­dem wer­den Stand­or­te zusätz­li­ch
mit einem 2. Lösch­fahr­zeug besetzt, wenn dem Stand­ort Son­der­auf­ga­ben zuge­wie­sen
sind, so z.B. die Höhen­ret­tung in Mar­zahn.

Zu 9.:
Die Ange­hö­ri­gen der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren sind Ange­hö­ri­ge der Ber­li­ner
Feu­er­wehr. Finan­zi­ell wird die Aus­stat­tung der Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren daher über
den Haus­halt der Ber­li­ner Feu­er­wehr abge­bil­det.
Die im Haus­halt abge­bil­de­ten Fahr­zeug­be­schaf­fun­gen kom­men indi­rekt auch der
Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren zu gute.

Zu 10.:
Ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen erfol­gen durch das Sach­ge­biet »Fahrzeugtechnik/
Fah­rer­pool«, die Ein­satz­lei­ter (C-Diens­te) oder Betreu­ungs­wach­lei­ter fern­münd­li­ch
bzw. per E-Mail.

Fra­ge 1:
In wie vie­len Gebäu­de der Gewo­bag wur­de Asbe­st ver­baut, wie vie­le Gebäu­de ste­hen davon noch heu­te
und befin­den sich im Eigen­tum der Gewo­bag? Bit­te nach Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Fra­ge 2:
Wie vie­le Gebäu­de und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten wur­den seit 2015 von Asbe­st befreit? Bit­te nach Bezir­ken
auf­schlüs­seln.

Fra­ge 3:
Wie haben sich die Kos­ten der Asbest­sa­nie­rung seit 2015 ent­wi­ckelt? Ich bit­te um jähr­li­che Anga­be der
Gesamt­kos­ten, der durch­schnitt­li­chen Kos­ten je Gebäu­de und je Wohn­ein­heit sowie um Auf­schlüs­se­lung
nach Bezir­ken.

Fra­ge 4:
Wie vie­le Gebäu­de und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten sol­len jeweils 2018 und 2019 einer Asbest­sa­nie­rung
unter­zo­gen wer­den? Bis wann sol­len sämt­li­che Gebäu­de der Gewo­bag asbest­frei sein? Bit­te nach Bezir­ken
auf­schlüs­seln.

Fra­ge 5:
Wie vie­le Gebäu­de, wie vie­le Gewer­be­ein­hei­ten und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten sind seit 2015 auf­grund von
Asbe­st oder Asbest­sa­nie­rung nicht zu ver­mie­ten? Wie hoch ist der jähr­li­che Miet­aus­fall? Bit­te nach Jah­ren
und Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Ant­wort zu 1:
Im Rah­men des Woh­nungs­wech­sel­pro­zes­ses wer­den die Woh­nun­gen von der Gewo­bag
AG auf Asbest­ver­dacht unter­sucht. Soll­te die Bepro­bung posi­tiv sein, wird ent­spre­chend
der abge­stimm­ten Vor­ge­hens­wei­se mit dem LaGet­Si saniert. Es wird kei­ne Woh­nung
ohne Asbe­st-Bepro­bung und ggf. anschlie­ßend not­wen­di­ger Asbest­sa­nie­rung
wie­der­ver­mie­tet. Es wer­den auch Asbest­sa­nie­run­gen bei Bestands­mie­te­rin­nen und -
mie­tern (bspw. defek­te Boden­be­lä­ge) durch­ge­führt. Nach aktu­el­ler Schät­zung auf­grund
durch­ge­führ­ter Asbest­sa­nie­run­gen in den letz­ten Jah­ren geht die Gewo­bag AG per
31.12.2017 von rd. 17.100 asbest­be­las­te­ten Woh­nun­gen aus. Die­se ver­tei­len sich wie
folgt auf die Bezir­ke:

Sie­he Doku­ment!

Ant­wort zu 2:
Von 2015 bis 2017 wur­den rd. 6.900 Woh­nun­gen asbest­sa­niert. Die Ver­tei­lung der
erfolg­ten Sanie­run­gen auf Bezirks­ebe­ne ist der nach­fol­gen­den Tabel­le zu ent­neh­men.

Sie­he Doku­ment!

Ant­wort zu 3:
Von 2015 bis 2017 inves­tier­te die Gewo­bag ca. 34 Mio. € in die Asbest­sa­nie­rung. Die
Ver­tei­lung der Kos­ten auf Bezirks­ebe­ne abso­lut ist der nach­fol­gen­den Tabel­le zu
ent­neh­men.

Sie­he Doku­ment!

Ant­wort zu 4:
Nach aktu­el­ler Pla­nung der Gewo­bag wer­den in 2018 und 2019 im Rah­men der
Fluk­tua­ti­on und bei Bestands­mie­tern ca. 1.200 Woh­nun­gen jähr­li­ch asbest­sa­niert. Die
aktu­el­le Asbest­pla­nung der Gewo­bag umfasst einen Pla­nungs­zeit­raum bis 2028. Zum
31.12.2028 wer­den noch ca. 6.400 Woh­nun­gen nicht saniert wor­den sein. In den
Fol­ge­jah­ren wer­den die­se Woh­nun­gen im Rah­men der Fluk­tua­ti­on und bei
Bestands­mie­te­rin­nen und –mie­tern wei­ter­hin asbest­sa­niert.

Ant­wort zu 5:
Alle Woh­nun­gen wer­den bei Asbest­be­las­tung saniert und anschlie­ßend schnellst­mög­li­ch
wie­der­ver­mie­tet. Es ste­hen kei­ne Woh­nun­gen seit 2015 wegen Asbe­st dau­er­haft leer.

Fra­ge 1:
Wie vie­le Gebäu­de und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten wur­den seit 2016 durch die Gewo­bag »öko­lo­gi­sch« gebaut,
wie es die Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung aus 2016 vor­sieht? Wie viel CO2 soll jähr­li­ch ein­ge­spart wer­den im
Ver­gleich zu einer kon­ven­tio­nel­len Bau­wei­se? Bit­te nach Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Fra­ge 2
Wie vie­le Bau­vor­ha­ben mit jeweils wie vie­len Wohn­ein­hei­ten nach die­sen öko­lo­gi­schen Grund­sät­zen sind
bei der Gewo­bag momen­tan in Pla­nung? Wie hoch sind jeweils die Inves­ti­ti­ons­kos­ten? Wie viel CO2 soll
jähr­li­ch ein­ge­spart wer­den im Ver­gleich zu einer kon­ven­tio­nel­len Bau­wei­se? Bit­te nach Bezir­ken
auf­schlüs­seln.

Fra­ge 3
Wie vie­le Gebäu­de und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten wur­den seit 2016 öko­lo­gi­sch saniert? Um wel­che Art der
Sanie­rung han­del­te es sich und wie hoch waren die Kos­ten? Wie viel CO2 soll jähr­li­ch ein­ge­spart wer­den?
Bit­te nach Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Fra­ge 4
Wie vie­le Gebäu­de und wie vie­le Wohn­ein­hei­ten sol­len in den Jah­ren 2018 und 2019 öko­lo­gi­sch saniert
wer­den? Um wel­che Art der Sanie­rung han­del­te es sich und wie hoch­wa­ren die Kos­ten? Wie viel CO2 soll
jähr­li­ch ein­ge­spart wer­den? Bit­te nach Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Fra­ge 5
Wie hoch waren die Miet­stei­ge­run­gen auf­grund öko­lo­gi­scher Sanie­rung? In wie vie­len Fäl­len wur­de die
durch­schnitt­li­che Warm­mie­te für die Mie­ter um wie viel erhöht? Bit­te nach Bezir­ken auf­schlüs­seln.

Ant­wort zur Fra­ge 1:
Zur Beant­wor­tung der Fra­ge sind die Rege­lun­gen des Pkt. 5 der
Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung »Leist­ba­re Mie­ten, Woh­nungs­neu­bau und sozia­le
Wohn­raum­ver­sor­gung« zu Grun­de gelegt wor­den.
In der nach­fol­gen­den Tabel­le sind die seit dem 1.1.2016 öko­lo­gi­sch gebau­ten und in der
Pla­nung befind­li­chen Objek­te und Wohn­ein­hei­ten aus­ge­wie­sen.

Ant­wort zur Fra­ge 2:
Der nach­fol­gen­den Tabel­le sind die Inves­ti­ti­ons­kos­ten der nach öko­lo­gi­schen
Grund­sät­zen errich­te­ten Objek­te zu ent­neh­men :
Bezirk Anzahl
Bau­vor­ha­ben
Anzahl
Wohn­ein­hei­ten
Inves­ti­ti­ons­kos­ten
(Anga­ben in €)
Pro­jek­te in Pla­nung
Span­d­au 4 1.662 280.878.000
Mit­te 1 46 7.774.000
Charlottenburg/Wilmersdorf
1 100 16.900.000
Tempelhof/Schöneberg 3 471 79.599.000
Sum­me 9 2.279 385.151.000
Zu den CO2-Ein­spa­run­gen lie­gen dem Senat kei­ne Anga­ben vor.

Ant­wort zu Fra­ge 3 und 5:
Die Anga­ben sind der bei­ge­füg­ten Tabel­le zu ent­neh­men.
Eine Aus­sa­ge zu kon­kre­ten CO2-Ein­spa­run­gen kann nicht vor­ge­nom­men wer­den, da sich
die Wer­te in den alten und neu­en Ener­gie­aus­wei­sen auf­grund der unter­schied­li­chen
Bedin­gun­gen vor und nach Sanie­rung nicht ver­glei­chen las­sen.

1. Ist dem Senat bekannt, dass, im Zusam­men­hang mit der Errich­tung der »Gedenk­stät­te der
Sozia­lis­ten« auf dem Fried­hof Ber­lin-Lich­ten­berg in den Jah­ren 1949 bis 1951, auch das Mau­so­leum
der jüdisch­stäm­mi­gen Ban­kiers­fa­mi­lie von Bleich­rö­der, wel­ches im Hin­ter­grund, die Umfas­sungs–
/Ringmauer über­ra­gend, das Drit­te Reich unbe­scha­det über­stan­den hat­te, abge­bro­chen wur­de?

2. Ist dem Senat bekannt, wo die kul­tur- und kunst­his­to­ri­sch wert­vol­len Sär­ge, der in den Jah­ren 1913
bis 1938 ver­stor­be­nen Mit­glie­der der Fami­lie von Bleich­rö­der, ver­blie­ben sind?

3. Ist dem Senat etwas über den Ver­bleib der Grab­plas­ti­ken, geschaf­fen durch den bekann­ten
Ber­li­ner Bild­hau­er Hans Latt, bekannt?

4. Ist dem Senat der genaue Ter­min des Abris­ses des Mau­so­le­ums bekannt und wer letzt­li­ch die
Ent­schei­dung hier­für getrof­fen hat?

5. Fand eine sys­te­ma­ti­sche Doku­men­ta­ti­on des Mau­so­le­ums vor des­sen Abriss statt?

6. Sind dem Senat noch wei­te­re Grab­ma­le von hohem kul­tur- und kunst­his­to­ri­schen Wert bekannt,
die im Zuge des Baus der Gedenk­stät­te ent­fernt wur­den?

Zu 1., 2. und 4.: Der ehe­ma­li­ge Magis­trat von Ber­lin fass­te am 26.05.1948 den Beschluss
zum Bau einer Erin­ne­rungs­stät­te für die »Gro­ßen Sozia­lis­ten«. Der Beschluss
erfolg­te in Kennt­nis der für die Errich­tung erfor­der­li­chen Umbet­tun­gen und des Ortes,
auf dem sich heu­te die Gedenk­stät­te der Sozia­lis­ten befin­det. Auf Wunsch des dama­li­gen
Prä­si­den­ten der ehe­ma­li­gen DDR Wil­helm Pieck wur­de der Abriss des Mau­so­le­ums
der Fami­lie Bleich­rö­der bei einer Orts­be­ge­hung durch Ober­bür­ger­meis­ter
Fried­rich Ebert jr. und Stadt­rat Arnold Mun­ter am 25.09.1950 ver­fügt. Die ober­ir­di­schen
Tei­le des Mau­so­le­ums wur­den 1950 abge­bro­chen, die Sär­ge in das Unter­ge­schoss
des Mau­so­le­ums ver­bracht und das Gruft­ge­wöl­be im Anschluss ver­füllt. Die
Ört­lich­keit wur­de durch einen Grab­stein gekenn­zeich­net.

Zu 3.: Nein.

Zu 5.:
Aus Unter­la­gen des Lan­des­ar­chivs Ber­lin (Schrift­wech­sel des Amtes für
Grün­pla­nung mit der Deut­schen Inves­ti­ti­ons­bank vom 27.10.1950 über die
Beglei­chung der Rech­nung zur Foto­do­ku­men­ta­ti­on Bleich­rö­der­ka­pel­le, LAB, C Rep.
110 Nr. 180) geht her­vor, dass eine Doku­men­ta­ti­on ange­fer­tigt wur­de. Ihr Ver­bleib
konn­te bis­her nicht ermit­telt wer­den.

Zu 6.: Nein.

1. Ist es zutref­fend, dass die Olym­pia­sta­di­on GmbH die Kün­di­gung und Neu­ver­ga­be ihres WLANHot­spots
ohne Aus­schrei­bung durch­ge­führt hat?

2. Ist die Olym­pia­sta­di­on GmbH an die Ver­ga­be­re­ge­lun­gen des Lan­des Ber­lin gebun­den?

3. War hier eine öffent­li­che Aus­schrei­bung nötig?

4. Ist die Neu­ver­ga­be unter den Wert­gren­zen der Frei­hän­di­gen Ver­ga­be geblie­ben?

5. Für wel­chen Anbie­ter hat man sich ent­schie­den?

Zu 1. und 6.:
Die Olym­pia­sta­di­on Ber­lin GmbH (OSt­aBG) hat den Bestands­ver­trag zum vor­han­de­nen
Wire­less LAN (WLAN) (das nur in den VIP-Berei­chen vor­han­den war)
frist­ge­recht gekün­digt.
Da eine ganz­heit­li­che Lösung für das Olym­pia­sta­di­on Ber­lin (WLAN in allen Berei­chen)
ange­strebt wird, wur­den ver­schie­de Unter­neh­men um die Erstel­lung von
ent­spre­chen­den Kon­zep­ten gebe­ten.
Im Ergeb­nis wur­de ein Gestat­tungs­ver­trag geschlos­sen. Das Invest­ment liegt beim
künf­ti­gen Betrei­ber, der nicht die OSt­aBG ist.

Zu 2.:
Ja.

Zu 3.:
Nein. Der abge­schlos­se­ne Kon­zes­si­ons­ver­trag (Gestat­tungs­ver­trag) konn­te im Wege
einer frei­hän­di­gen Ver­ga­be beauf­tragt wer­den. Der maß­geb­li­che Schwel­len­wert für
die Durch­füh­rung eines EU-wei­ten Ver­ga­be­ver­fah­rens von der­zeit 5,548 Mil­lio­nen
EUR wur­de nicht erreicht. Unter­halb die­ses Schwel­len­werts besteht kei­ne Pflicht zur
öffent­li­chen Aus­schrei­bung von Kon­zes­si­ons­ver­trä­gen.

Zu 4.:
Die Wert­gren­zen der Frei­hän­di­gen Ver­ga­be sind nicht ein­schlä­gig, da es sich vor­lie­gend
um eine Dienst­leis­tungs­kon­zes­si­on han­delt, für die die Wert­gren­zen kei­ne Anwen­dung
fin­den.

Zu 5.:
FREE MEE GmbH & Co.KG.

Zu 7.:
Der Gestat­tungs­ver­trag wur­de bis zum 30.6.2025 abge­schlos­sen.

Fra­ge 1:
Wie vie­le Park and Ride-Anla­gen wur­den in den letz­ten fünf Jah­ren in Ber­lin errich­tet (bit­te auf­ge­schlüs­selt
nach Kalen­der­jah­ren und Bezir­ken)?

Fra­ge 2:
Über wie vie­le Stell­plät­ze ver­fü­gen die jewei­li­gen Park and Ride-Anla­gen (bit­te auf­ge­lis­tet nach Bezir­ken)?

Fra­ge 3:
Wel­che Kri­te­ri­en lie­gen der Ent­schei­dung für einen Stand­ort zur Errich­tung einer Park and Ride-Anla­ge
zugrun­de, wird die­se Ent­schei­dung unter Ein­be­zie­hung der ansäs­si­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger getrof­fen
und wenn ja, in wel­cher Form wer­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mit ein­be­zo­gen?

Fra­ge 4:
Hat der Senat Kennt­nis über die stand­ort­kon­kre­te Aus­las­tung der jewei­li­gen Park and Ride-Anla­gen (bit­te
auf­ge­lis­tet nach Bezir­ken)?

Fra­ge 5:
Durch wel­che Maß­nah­men ist gewähr­leis­tet, dass die vor­han­de­nen Park and Ride-Stell­plät­ze tat­säch­li­ch
den aus dem Ber­li­ner Umland in die Stadt pen­deln­den Berufs­tä­ti­gen zur Ver­fü­gung ste­hen und nicht
zweck­ent­frem­det wer­den?

Fra­ge 6:
Hat der Senat Kennt­nis über die Zahl der Men­schen, die täg­li­ch mit dem Auto aus dem Umland zur Arbeit in
die Stadt pen­deln? Wenn ja, wie hat sich die­se Zahl in den letz­ten fünf Jah­ren ent­wi­ckelt und wel­che
Kon­se­quen­zen wur­den sei­tens des Senats aus die­ser Ent­wick­lung gezo­gen?

Fra­ge 7:
Sind sei­tens des Senats wei­te­re Maß­nah­men geplant, um die Zahl der täg­li­ch mit dem Auto nach Ber­lin
pen­deln­den Berufs­tä­ti­gen zu redu­zie­ren und wenn ja, um wel­che Maß­nah­men han­delt es sich?

Ant­wort zu 1:
In den letz­ten fünf Jah­ren wur­den kei­ne Park- and Ride-Anla­gen in Ber­lin errich­tet.

Ant­wort zu 2:
Ent­fällt.

Ant­wort zu 3:
Ent­fällt.

Ant­wort zu 4:
Die in Ber­lin vor­han­de­nen Park- and Ride-Anla­gen lie­gen in der Zustän­dig­keit der
bezirk­li­chen Stra­ßen- und Grün­flä­chen­äm­ter als Stra­ßen­bau­last­trä­ger. Sie bewirt­schaf­ten
die Anla­gen und sind für die Gewähr­leis­tung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ver­ant­wort­li­ch.
Dem Senat lie­gen kei­ne aktu­el­len Sta­tis­ti­ken und Stand­ort­dif­fe­ren­zie­run­gen zum
gegen­wär­ti­gen Bestand und zur Aus­stat­tung der vor­han­de­nen Park- and Ride-Anla­gen
vor.

Ant­wort zu 5:
Stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­ch gibt es kei­nen Unter­schied zwi­schen Park- and Ride-Anla­gen
und ande­ren Park­plät­zen. In der Fol­ge gibt es kei­ne recht­li­che Hand­ha­be für eine
Dif­fe­ren­zie­rung der Nut­zer­grup­pen bezüg­li­ch der Stell­platz­nut­zung auf Park- and Ride–
Anla­gen.

Ant­wort zu 6:
Der Senat hat ledig­li­ch Kennt­nis zu der Zahl der Ein- und Aus­pend­ler ins­ge­samt auf Basis
der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten, Stand jeweils zum 30.06. eines Jah­res:

Ber­lin Ein­pend­ler Aus­pend­ler Sal­do
30.06.1998 159.179 95.528 63.651
30.06.2003 193.279 110.999 82.280
30.06.2008 232.126 134.361 97.765
30.06.2013 257.894 153.703 104.191
30.06.2014 266.909 157.447 109.462
30.06.2015 277.424 166.350 111.074
30.06.2016 295.355 173.998 121.357
30.06.2017 309.375 179.977 129.398
Quel­le:
https://statistik.arbeitsagentur.de/nn_31966/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Suchergebni
s_Form.html?view=processForm&resourceId=210358&input_=&pageLocale=de&topicId=882788&region=&y
ear_month=201306&year_month.GROUP=1&search=Suchen (2013−2017)

Als Kon­se­quenz aus der Ent­wick­lung wur­de ein regel­mä­ßi­ger Aus­tau­sch zwi­schen den
Län­dern bzw. Minis­te­ri­en eta­bliert und sie neh­men ihre steu­ern­den und struk­tu­rel­len
Auf­ga­ben in dem The­men­feld wahr. So wur­den gemein­sa­me Leit­li­ni­en der
Sied­lungs­ent­wick­lung erstellt, die Pla­nung und Finan­zie­rung des öffent­li­chen Ver­kehrs
inkl. der zuge­hö­ri­gen Abstim­mun­gen zu Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr (SPNV)-Angeboten
abge­stimmt, Leit­li­ni­en und ein För­der­pro­gramm für Park- and Ride-Anla­gen in
Bran­den­burg erar­bei­tet sowie neue Ansät­ze, wie in dem For­schungs­pro­jekt »E-Bike–
Pen­deln«, ver­folgt, die expli­zit auf Arbeits­we­ge und Pend­ler­ver­flech­tun­gen zie­len. Dar­über
hin­aus hat das Land zusam­men mit Bran­den­burg und der Deut­sche Bahn AG über die
Rah­men­ver­ein­ba­rung Infra­struk­tur 2030 (i2030) die Wei­chen­stel­lun­gen für einen Aus­bau
der Schie­nen­in­fra­struk­tur geschaf­fen.

Ant­wort zu 7:
Ber­lin und Bran­den­burg ori­en­tie­ren sich an einem für den Berufs­ver­kehr attrak­ti­ven
Ange­bot, ins­be­son­de­re im Regio­nal- und S-Bahn­ver­kehr. Für bahn­fer­ne Wohn­stand­or­te
emp­fiehlt sich eine Pkw- oder aber auch Fahr­rad­nut­zung als Zugang zur nächst­ge­le­ge­nen
Schie­nen­stre­cke (falls ein Bus als Zubrin­ger nicht vor­han­den ist) und ein mög­lichst
schnel­ler Umstieg auf den öffent­li­chen Ver­kehr, d.h. Schnitt­stel­len zwi­schen Pkw und
Öffent­li­chem Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) soll­ten im Land Bran­den­burg lie­gen, wo in aller
Regel freie Flä­chen eher ver­füg­bar und finan­zier­bar sind.
Im Ber­li­ner Stadt­ge­biet wird vor allem die Kom­bi­na­ti­on von Fahr­rad und ÖPNV im
Rah­men eines Inves­ti­ti­ons­pro­gramms mit den Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­ben und der S-Bahn
geför­dert.

Fra­ge 1:
Für wel­che streng bzw. beson­ders geschütz­ten Arten führt die Senats­ver­wal­tung in Erfül­lung der
Berichts­pflich­ten ent­spre­chend den Vor­ga­ben der FFH- bzw. der Vogel­schutz­richt­li­nie jeweils
Moni­to­ring­pro­gram­me durch?

Fra­ge 2:
Bei wel­chen Amphi­bi­en-, Säu­ge­tier- bzw. Vogel­ar­ten zeigt die­ses Moni­to­ring eine posi­ti­ve und bei wel­chen
Arten eine nega­ti­ve Ent­wick­lung der Vor­kom­men im Stadt­ge­biet auf?

Fra­ge 3:
Für wel­che der gemäß Fra­ge 1 über­wach­ten Arten wird ein Tot­fund­mo­ni­to­ring durch­ge­führt?

Fra­ge 4:
Bei wel­chen der streng bzw. beson­ders geschütz­ten Amphi­bi­en-, Säu­ge­tier- bzw. Vogel­ar­ten ergibt sich aus
dem Tot­fund­mo­ni­to­ring eine erheb­li­che Gefähr­dung der jewei­li­gen Arten durch den Stra­ßen­ver­kehr und
wel­che wei­te­ren Gefähr­dungs­ur­sa­chen wur­den jeweils fest­ge­stellt? Bit­te für die jewei­li­gen Arten die
Tot­fun­de seit 1990 nach den jewei­li­gen Todes­ur­sa­chen für die jewei­li­gen Arten jähr­li­ch auf­schlüs­seln.

Fra­ge 5:
Wel­che Maß­nah­men wur­den bzw. wer­den ergrif­fen, um die erheb­li­chen Gefähr­dun­gen durch den
Stra­ßen­ver­kehr und ggf. ande­re Ursa­chen zu mini­mie­ren? Bit­te jeweils für die ent­spre­chend Fra­ge 3 zu
nen­nen­den Arten dar­le­gen.

Ant­wort zu 1 und 2:
Im Rah­men des Arti­kel 17 der Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Richt­li­nie (FFH-RL) hat das Land
Ber­lin alle sechs Jah­re über den Erhal­tungs­zu­stand bestimm­ter auch in Ber­lin
vor­kom­men­der Arten der Anhän­ge I, II, IV und V der FFH-RL gegen­über der EU zu
berich­ten, im Rah­men des Arti­kels 12 der Vogel­schutz­richt­li­nie alle drei Jah­re über den
Erhal­tungs­zu­stand bestimm­ter auch in Ber­lin vor­kom­men­der Vogel­ar­ten. Zur Erfül­lung
die­ser Berichts­pflich­ten ist die Erhe­bung und Aus­wer­tung bestimm­ter Daten erfor­der­li­ch.
Gesi­cher­te Aus­sa­gen zu Ent­wick­lungs­trends las­sen sich aus die­ser Art von Daten jedoch
nur bei aus­rei­chen­der Unter­su­chungs­dich­te, mehr­fa­chen Kar­tier­durch­gän­gen und
Abklä­rung wei­te­rer Fak­to­ren ablei­ten.
Säu­ge­tie­re
Alle Fle­der­maus­ar­ten fal­len unter den beson­de­ren Schutz der FFH-RL und die
Berichts­pflicht. Daher fin­den seit vie­len Jah­ren jedem Win­ter Erfas­sun­gen in den gro­ßen
Win­ter­quar­tie­ren in Ber­lin statt. Dies sind neben den gemel­de­ten Natu­ra-2000-Gebie­ten
auch wei­te­re Quar­tie­re in ehe­ma­li­gen Bun­kern, Kel­ler­an­la­gen oder sons­ti­gen geeig­ne­ten Ört­lich­kei­ten. Die Über­win­te­rungs­be­stän­de sind über­wie­gend sta­bil bzw. wei­sen zum Teil
sogar eine posi­ti­ve Ent­wick­lung auf.
Rep­ti­li­en, Amphi­bi­en
Die Popu­la­tio­nen der Zaunei­dech­se wer­den bis­her anlass­be­zo­gen, z.B. im Rah­men der
Ein­griffs­re­ge­lung, erfasst. Ein Moni­to­ring erfolgt in Form einer Erfolgs­kon­trol­le nach
Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­men. Zukünf­tig ist ein Moni­to­ring für die Art Zaunei­dech­se im Land
Ber­lin erfor­der­li­ch, auf des­sen Grund­la­ge dann erst eine Gesamt­be­wer­tung mög­li­ch ist.
Zur Erfül­lung der nächs­ten FFH-Berichts­pflicht für 2019 wur­de im Jahr 2016 über die
Stif­tung Natur­schutz, Koor­di­nie­rungs­stel­le Fau­na, ein Pro­gramm zur Grund­er­fas­sung der
Amphi­bi­en­ver­brei­tung auf­ge­legt. Die Ergeb­nis­se waren im Ver­gleich zu bis dahin
bekann­ten Daten alar­mie­rend rück­läu­fig und machen deut­li­ch, dass ein exem­pla­ri­sches
Moni­to­ring aus­ge­wähl­ter Arten an aus­ge­wähl­ten Gewäs­sern erfor­der­li­ch ist.
Fische
Die Fisch­ar­ten Rap­fen, Stein­beis­ser, Bit­ter­ling und Schlamm­peitz­ger wer­den im Rah­men
des Moni­to­rings der Zusam­men­set­zung der Fisch­fau­na zur Umset­zung der
Was­ser­rah­men­richt­li­nie erfasst. Ziel die­ser Unter­su­chung ist jedoch nicht die Ent­wick­lung
der ein­zel­nen Arten, son­dern die Fisch­ar­tenzö­no­se als Indi­ka­tor der Habi­tat­qua­li­tät.
Ergän­zend wird daher an aus­ge­wähl­ten Gewäs­ser­ab­schnit­ten mit spe­zi­el­ler Metho­dik ein
Klein­fischmo­ni­to­ring durch­ge­führt.
Insek­ten
Für die gemäß FFH-RL beson­ders geschütz­ten Holz­kä­fer­ar­ten Ere­mit, Eichen-Held­bock
und Hirsch­kä­fer wur­den Kar­tie­rung und Bewer­tung besie­del­ter Park- und Wald­be­rei­che
vor­ge­nom­men, ein Ent­wick­lungs­trend ist dar­aus bis­her nicht ables­bar. Die Libel­len­ar­ten
Grü­ne Mosa­ik­jung­fer, Öst­li­che Moos­jung­fer und Gro­ße Moos­jung­fer sowie die
Schmet­ter­lings­art Gro­ßer Feu­er­fal­ter wer­den ehren­amt­li­ch bzw. anlass­be­zo­gen erfasst.
Auch aus die­sen Daten lässt sich aus metho­di­schen Grün­den kein Ent­wick­lungs­trend
able­sen.
Weich­tie­re
Für schma­le und bau­chi­ge Win­del­schne­cken lie­gen aus­schließ­li­ch Ers­terfas­sun­gen vor.
Die Wein­berg­schne­cke wur­de im Rah­men eines Pro­jek­tes des »Citi­zen Sci­en­ce« erfasst.
Vögel
In den FFH- und Vogel­schutz­ge­bie­ten fin­den alle sechs Jah­re Erfas­sun­gen der Brut­vö­gel
statt. Aus­sa­gen zu den Ent­wick­lun­gen sind aber auf die­ser Grund­la­ge noch nicht mög­li­ch,
da bis­her pro Gebiet erst ein oder zwei Kon­trol­len vor­lie­gen. Die häu­fi­gen Vogel­ar­ten
wer­den jähr­li­ch bun­des­weit in einem sog. »Moni­to­ring der häu­fi­gen Vogel­ar­ten« erfasst.
Für Ber­lin wer­den hier­für seit drei Jah­ren 30 aus sta­tis­ti­schen Grün­den aus­ge­wähl­te
Pro­be­flä­chen unter­sucht. Aus­sa­gen zu Bestands­ent­wick­lun­gen sind erst nach viel­jäh­ri­ger
Durch­füh­rung belast­bar mög­li­ch.

Ant­wort zu 3:
Ein Tot­fund­mo­ni­to­ring für beson­ders oder streng geschütz­te Tier­ar­ten führt der Senat
nicht durch. Für die Arten Biber und Fisch­ot­ter wer­den alle ver­füg­ba­ren Anga­ben zu den
im Land Ber­lin tot auf­ge­fun­de­nen Tie­ren voll­stän­dig doku­men­tiert. Der Natur­schutz­bund
Ber­lin (NABU Ber­lin) hat eine Doku­men­ta­ti­on der Ver­lus­tur­sa­chen für die Greif­vo­gel­art
Habicht vor­ge­legt (sie­he hier­zu auch die Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge Nr.
18/15567).

Ant­wort zu 4:
Ob durch die fest­ge­stell­ten Mor­ta­li­täts­fak­to­ren eine erheb­li­che Gefähr­dung der Popu­la­ti­on
vor­liegt, kann nicht abge­schätzt wer­den. Zumin­dest Biber und Habicht haben weit­ge­hend
siche­re Bestän­de in Ber­lin. Gleich­wohl soll­ten mensch­li­ch beding­te Mor­ta­li­täts­fak­to­ren
mini­miert wer­den. Für die unter zu 3 genann­ten streng geschütz­ten Arten Fisch­ot­ter, Biber
und Habicht lie­gen fol­gen­de Anga­ben vor:
Fisch­ot­ter:
1990: 1: ertrun­ken in Fisch­reu­se (Nieder­neu­en­dor­fer See)
1996: 1: offen­bar ver­hun­gert (Tegeler Fließ, Eich­wer­der Steg)
2001: 1: Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Anle­ge­stel­le Pfau­en­in­sel)
2004: 1: Ver­kehrs­op­fer (Gos­ener Land­stra­ße)
2015: 1: Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Hob­rechts­fel­de, Teich 13)
2016: 1: Ver­kehrs­op­fer (B109, Auto­bahn­zu­fahrt Pan­kow)
Biber: Ber­lin wur­de erst 1994 von Hen­nigs­dorf aus besie­delt, es lie­gen erst ab 1999
Tot­fun­de vor.
1999: 1: Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße)
2000: 1: Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße)
2001: 4: 2 ertrun­ken in Fisch­reu­se (nördl. Pio­nier­in­sel, südl. Valen­tins­wer­der), 2
Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Eis­wer­der, Klei­ne Eis­wer­der­brü­cke)
2002: 1: Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße)
2003: 2: 1 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße), 1 ertrun­ken in Fisch­reu­se (Schleu­se
Span­d­au)
2004: 3: 3 Ver­kehrs­op­fer (2x Hasel­horster Damm Höhe Lünet­te = Ver­län­ge­rung
Rhena­nia­stra­ße, 1x Span­d­au ohne Anga­be)
2005: 1: Ver­kehrs­op­fer (Saat­wink­ler Damm 93)
2006: 2: 1 natür­li­cher Tod (Tegeler See), 1 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße)
2007: 2: 2 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße, Saat­wink­ler Damm 93)
2008: 1: natür­li­cher Tod (Zita­del­len­gra­ben)
2009: 2: Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Hohen­zol­lern­ka­nal nahe Hal­lig­weg), 1 Ver­kehrs­op­fer
(Saat­wink­ler Damm 93)
2010: 2: 1 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße), 1 Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Span­d­au ohne
genaue Anga­be
2011: 2: 1 Ver­let­zun­gen, Ursa­che unklar (Tier­gar­ten nahe Bel­le­vue­al­lee), 1 ver­mut­li­ch mit
Draht­schlin­ge gefan­gen und erschla­gen (ange­trie­ben Schleu­se Span­d­au)
2012: 3: Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Tegeler See, Ober­ha­vel, Char­lot­ten­bur­ger Brü­cke)
2013: 4: 3 Ver­kehrs­op­fer (Nieder­neu­en­dor­fer Allee, Rhena­nia­stra­ße und Saat­wink­ler
Damm 299), 1 Todes­ur­sa­che unbe­kannt
2014: 2: 1 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße), 1 Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Huber­tus­see
Rahns­dorf)
2015: 7: 2 Ver­kehrs­op­fer (Stra­ße des 17. Juni), 5 Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Gro­ßer
Tier­gar­ten, Stö­ßen­see, Plöt­zen­see, Pichels­dorf, Kuh­la­ke)
2016: 2: 1 Ver­kehrs­op­fer (Wil­helms­ru­her Damm 61), 1 ertrun­ken in Fisch­reu­se (Spree
Höhe Plän­ter­wald)
2017: 4: 1 Ver­kehrs­op­fer (Rhena­nia­stra­ße), 3 Todes­ur­sa­che unbe­kannt (2x
Nieder­neu­en­dor­fer See, 1x Müg­gel­spree Höhe Rial­toring)
2018: 2: 2 Todes­ur­sa­che unbe­kannt (Tegeler Fließ, Trep­tower Park)
Habicht:
Es wur­den 266 doku­men­tier­te Ver­lus­te selb­stän­di­ger Habich­te in den Jah­ren 1996 – 2005
aus­ge­wer­tet. Die wich­tigs­ten Ursa­chen hier­bei waren:
50,4 % Anflug an Hin­der­nis­se (fast aus­schließ­li­ch Glas)
11,7 % Ein­flug in Gebäu­de (meist Gewer­be­hal­len; Vögel konn­ten z.T. geret­tet wer­den)
7,9 % Ver­hun­gern (aus­ge­flo­ge­ne Jung­vö­gel, die das Jagen noch ler­nen müs­sen)
7,1 % Tri­cho­mo­nia­sis (Erkran­kung durch Gei­ßel­tier­chen)
4,1 % sons­ti­ge Erkran­kun­gen
Beim Habicht gibt es eine Dun­kel­zif­fer an ille­gal ver­folg­ten Tie­ren, die erfah­rungs­ge­mäß
nur in weni­gen Fäl­len doku­men­tiert wer­den kön­nen.

Ant­wort zu 5:
Als wesent­li­cher Mor­ta­li­täts­fak­tor für Biber und Fisch­ot­ter in Ber­lin haben sich der
Stra­ßen­ver­kehr (23 Opfer ab 1990) und Fisch­reu­sen (5 Opfer ab 1990) erwie­sen. Hier­bei
ist zu beach­ten, dass Opfer in Fisch­reu­sen nur zufäl­lig bekannt wer­den, es also eine
höhe­re Dun­kel­zif­fer geben kann. Zur Abwen­dung die­ser Ver­lus­tur­sa­che wird der­zeit eine
Ände­rung der Lan­des­fi­sche­rei­ord­nung vor­be­rei­tet, nach der ein Ertrin­ken von Säu­ge­tie­ren
und Vögeln in Fisch­reu­sen ver­hin­dert wer­den soll.
Bei den Ver­kehrs­op­fern sind bis­her fol­gen­de Stra­ßen mit mehr als einem Opfer fest­ge­stellt
wor­den: Rhena­nia­stra­ße (13x, ein­schließ­li­ch Hasel­horster Damm Höhe Lünet­te),
Saat­wink­ler Damm (4x), Stra­ße des 17. Juni (2x). Da drei der vier Biber am Saat­wink­ler
Damm im glei­chen Bereich nörd­li­ch der Schleu­se Plöt­zen­see über­fah­ren wur­den, hat das
Bezirks­amt an der Stel­le einen Schutz­zaun errich­tet, der bis­her offen­bar wei­te­re
Todes­fäl­le ver­hin­dert hat. Wegen der hohen Ver­lus­te im Stra­ßen­zug Rhena­nia­stra­ße–
Hasel­horster Damm wur­de als ers­tes eine Unter­tun­ne­lung geprüft. Auf­grund vie­ler unter
der Stra­ße ver­lau­fen­den Lei­tun­gen und des hohen Grund­was­ser­stan­des ist die Anla­ge einer sol­chen jedoch nicht mög­li­ch. Daher hat sich der Senat dafür ein­ge­setzt, eine
Auf­he­bung der Durch­gangs­funk­ti­on der Stra­ße und zumin­dest eine nächt­li­che
Durch­fahrt­sp­rer­re zu erwir­ken – bei­des hat der Bezirk Span­d­au jedoch aus ver­kehr­li­chen
Grün­den abge­lehnt.
Bei den Amphi­bi­en gehö­ren zusätz­li­ch zu dem Ver­lust an Laich­ge­wäs­sern und
Land­le­bens­räu­men, schlech­ter Was­ser­qua­li­tät in Klein­ge­wäs­sern und redu­zier­tem
Fut­ter­an­ge­bot (Insek­tenster­ben) sowie dem hohen Ver­lust beim Que­ren von Stra­ßen und
Rad­we­gen wäh­rend der Laich­zeit, zu den Ursa­chen des dra­ma­ti­schen Rück­gangs aller in
Ber­lin vor­kom­men­der Arten. Eine sys­te­ma­ti­sche Erfas­sung über­fah­re­ner Amphi­bi­en
erfolgt nicht, jedoch sind eini­ge inso­weit kri­ti­sche Stra­ßen­ab­schnit­te bekannt. An ein­zel­nen
Stra­ßen­ab­schnit­ten wur­den Amphi­bi­en­leit­sys­te­me oder Krö­ten­tun­nel zur Redu­zie­rung der
Ver­lust­quo­te ein­ge­baut. An wei­te­ren Abschnit­ten erfolgt eine sai­so­na­le Abzäu­nung und
Trans­port zu den Laich­ge­wäs­sern durch den Natur­schutz­bund Deutsch­land und ande­re
ehren­amt­li­che Hel­fer. Die­se Maß­nah­men sind aller­dings auf Dau­er nicht aus­rei­chend. Für
eine tat­säch­li­che Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on wären ent­spre­chen­de Maß­nah­men jeweils
beim Aus­bau von Ver­kehrs­we­gen mit ein­zu­pla­nen.
Die beim Habicht fest­ge­stell­te hohe Ver­lus­tra­te an Glas trifft auch auf ande­re Vogel­ar­ten
zu. Nach neue­ren Erkennt­nis­sen ver­un­glü­cken in Deutsch­land ver­mut­li­ch 5 – 10 % aller
vor­kom­men­den Vögel an Glas. Um die­se erheb­li­che Ver­lus­tra­te deut­li­ch zu sen­ken
bemüht sich der Senat sowohl im Ver­fah­ren zu ein­zel­nen Bau­wer­ken im Land Ber­lin als
auch in bun­des­wei­ter Initia­ti­ve um wirk­sa­me Ver­mei­dungs­maß­nah­men.

1. Wie vie­le inner­städ­ti­sche Grün­flä­chen sind im Novem­ber 2016 mit dem Ziel einer Wohn­be­bau­ung
käuf­li­ch erwor­ben wor­den, in wie vie­len Fäl­len wur­de der Kauf ein­ge­lei­tet und wie vie­le Flä­chen wer­den
der­zeit durch Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans für Wohn­be­bau­ung vor­be­rei­tet?

2. Wie vie­le Flä­chen sind zum Zwecke des Erhalts inner­städ­ti­scher Grün­flä­chen seit Novem­ber 2016
gekauft wor­den? In wie vie­len Fäl­len wur­de der Kauf ein­ge­lei­tet und wie vie­le Flä­chen wer­den durch
Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans für den Erhalt vor­be­rei­tet?

3. Wie vie­le Vor­kaufs­rech­te wur­den seit Novem­ber 2016 durch den Senat aus­ge­übt und wie vie­le sind
in Pla­nung (bit­te unter Anga­be des jewei­li­gen Pro­jek­tes, unter Nen­nung des Pro­jekt­ti­tels und Anga­be
der Hekt­ar­zahl)?

4. Wie vie­le Vor­kaufs­rech­te wur­den für die Siche­rung und Aus­wei­tung von Grün­flä­chen aus­ge­übt und
wie vie­le sind in Pla­nung (bit­te unter Anga­be der kon­kre­ten Flä­chen, der Anzahl sowie der Hekt­ar­zahl)?

Zu 1.:
Flä­chen für Woh­nungs­bau wer­den im Land Ber­lin von den lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten
ange­kauft. Ankäu­fe von inner­städ­ti­schen Grün­flä­chen sind nicht
bekannt. Vom 28.05.2018 bis 29.06.2018 fand eine Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung zu 11
Flä­chen­nut­zungs­plan­än­de­run­gen (FNP) statt. Zehn die­ser FNP-Ände­run­gen haben
Wohn­bau­flä­chen als Ziel­set­zung. Bereits gesi­cher­te öffent­li­che Grün­flä­chen sind davon
unbe­rührt.

Zu 2.:
Hin­sicht­li­ch der Ankäu­fe wird auf die unten­ste­hen­de Infor­ma­ti­on zur Grund­stück­ver­kehrs­sta­tis­tik
ver­wie­sen. Durch eine Ände­rung des FNP sol­len Grün­flä­chen am West­kreuz
pla­ne­ri­sch gesi­chert wer­den.

Zu 3. und 4.:
Gegen­über dem Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin, Haupt­aus­schuss – Unter­aus­schuss
Ver­mö­gens­ver­wal­tung – wird jähr­li­ch im Rah­men der Grund­stücks­ver­kehrs­sta­tis­tik
über sämt­li­che Grund­stücks­ge­schäf­te auf lan­des­ei­ge­nen Flä­chen berich­tet. Für die
Beant­wor­tung wer­den die Anga­ben zur Grund­stücks­ver­kehrs­sta­tis­tik 2016 und 2017
her­an­ge­zo­gen. Es wur­den für Grün- und Land­wirt­schaft­li­che Flä­chen in 2016
283.139 m² und in 2017 15.607 m² ange­kauft. Zusätz­li­ch wur­de auf der Grund­la­ge des
Natur­schutz­ge­set­zes für eine 29.647 m² gro­ße Land­wirt­schafts­flä­che im Natur­schutz­ge­biet
das Vor­kaufs­recht aus­ge­übt. Erhe­bun­gen für 2018 lie­gen nicht vor.

Fra­ge 1:
Wie vie­le Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen an Zugangs­stel­len zum Öffent­li­chen Nah­ver­kehr im Sin­ne des »Bike-and–
Ride-Kon­zep­tes« gibt es der­zeit in Ber­lin (bit­te um Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2:
Wie vie­le Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen wur­den in den letz­ten fünf Jah­ren in Ber­lin neu geschaf­fen und wie vie­le
Stell­plät­ze für Fahr­rä­der bie­ten die­se jeweils (bit­te um Auf­lis­tung nach Kalen­der­jah­ren und Bezir­ken)?

Fra­ge 3:
Hat der Senat Kennt­nis über die stand­ort­kon­kre­te Aus­las­tung der geschaf­fe­nen Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen (falls
ja, bit­te unter Anga­be der jewei­li­gen Tages­zeit und auf­ge­lis­tet nach Bezir­ken)?

Fra­ge 4:
Wel­che Kri­te­ri­en lie­gen der Ent­schei­dung für einen Bike-and-Ride-Stand­ort gene­rell zugrun­de, fällt die­se
Ent­schei­dung jeweils unter Ein­be­zie­hung der ansäs­si­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und wenn ja, in wel­cher
Form wer­den die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ein­be­zo­gen?

Fra­ge 5:
Inwie­fern sind die inner­städ­ti­schen Bike-and-Ride-Plät­ze als sol­che gekenn­zeich­net und in wel­cher Form
wird für eine Nut­zung der­sel­ben gewor­ben?

Fra­ge 6:
Plant der Senat die Errich­tung wei­te­rer Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen oder gege­be­nen­falls die Umset­zung ande­rer
Maß­nah­men im Sin­ne des Bike-and-Ride-Kon­zep­tes (bit­te Maß­nah­men kon­kret benen­nen)?

Ant­wort zu 1:
Der Senat för­dert zusam­men mit der S-Bahn Ber­lin GmbH und den Ber­li­ner
Ver­kehrs­be­trie­ben Anstalt öffent­li­chen Rechts (BVG) den Bau von Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen
an Zugangs­stel­len zum Öffent­li­chen Nah­ver­kehr. Seit 1999 wur­de die Anzahl der
Fahr­rad­stell­plät­ze von ca. 10.000 auf ca. 29.500 erhöht.
Auf eine Befra­gung im Mai 2015 teil­ten die Stra­ßen- und Grün­flä­chen­äm­ter der Bezir­ke
Span­d­au bzw. Mar­zahn-Hel­lers­dorf mit, dass ca. 1.180 bzw. 2.830 Fahr­rad­stell­plät­ze an
Zugangs­stel­len zum Öffent­li­chen Nah­ver­kehr vor­han­den sind.
Eine aktu­el­le Auf­lis­tung über die Anzahl der Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen an Zugangs­stel­len
zum Öffent­li­chen Nah­ver­kehr in den jewei­li­gen Bezir­ken ist dem Senat nicht bekannt, so
dass eine Gesamt­zahl für ganz Ber­lin nicht genannt wer­den kann.

Ant­wort zu 2:
Gemäß dem All­ge­mei­nen Zustän­dig­keits­ge­setz sind die Bezir­ke für Maß­nah­men des
ruhen­den Ver­kehrs, zu die­sen zäh­len auch die Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen, zustän­dig. Eine
Zusam­men­stel­lung, wie vie­le Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen in den letz­ten fünf Jah­ren in Ber­lin neu geschaf­fen wur­den und wie vie­le Stell­plät­ze die­se für Fahr­rä­der bie­ten, auf­ge­lis­tet
nach Kalen­der­jahr und Bezirk, liegt dem Senat nicht vor.
Die­se Daten sol­len per­spek­ti­vi­sch durch die GB infra­Ve­lo GmbH, eine
Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft des Lan­des Ber­lin, in enger Zusam­men­ar­beit mit den Bezir­ken
und dem Senat erfasst wer­den.

Ant­wort zu 3:
Dem Senat lie­gen zur stand­ort­kon­kre­ten Aus­las­tung der geschaf­fe­nen Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen
ber­lin­weit kei­ne Daten vor.
Im Rah­men einer Unter­su­chung wur­den im Sep­tem­ber 2015 in einem aus­ge­wähl­ten
Modell­ge­biet je Bezirk die vor­han­de­ne Anzahl der Abstell­plät­ze und die abge­stell­ten
Fahr­rä­der im Tages- und Nacht­zeit­raum ermit­telt. Des Wei­te­ren erfolg­te eine bei­spiel­haf­te
Unter­su­chung an Bahn­hö­fen zu den Fahr­ra­dab­stell­plät­zen.

Ant­wort zu 4:
Wie bereits in der Ant­wort auf die Fra­ge 2 auf­ge­führt, sind die Bezir­ke nach dem
All­ge­mei­nen Zustän­dig­keits­ge­setz für Maß­nah­men des ruhen­den Ver­kehrs zustän­dig. Die
Ent­schei­dung, ob und wenn ja, wie die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Ent­schei­dung für
einen Bike-and-Ride Stand­ort ein­be­zo­gen wer­den, obliegt somit auch den Bezir­ken.
Vor der Ent­schei­dung, ob eine Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­ge an einem Bike-and-Ride Stand­ort
errich­tet wer­den soll, ist der der­zei­ti­ge Bedarf zu prü­fen und die zu erwar­ten­den
zukünf­ti­gen Bedar­fe zu ermit­teln.
Für die Stand­ort­wahl sind unter ande­rem fol­gen­de Kri­te­ri­en von Bedeu­tung:
– Die Abstell­flä­chen für Fahr­rä­der müs­sen aus­rei­chend groß sein.
– Die Fahr­rä­der am Wohn­ort müs­sen leicht zugäng­li­ch sein.
– Die Abstel­l­an­la­gen für Fahr­rä­der am Ziel­ort müs­sen so nah wie mög­li­ch am Ein­gang
ange­legt wer­den.
– Die Abstel­l­an­la­gen für Fahr­rä­der müs­sen leicht zu fin­den sein.
– Fahr­rad­stän­der müs­sen dem Rad einen siche­ren Stand geben.
– Fahr­rä­der müs­sen mit dem Rah­men am Fahr­rad­stän­der sicher ange­schlos­sen wer­den
kön­nen.
– Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen müs­sen mit genü­gend gro­ßen Ver­kehrs­flä­chen kon­zi­piert
wer­den.
– Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen für län­ge­res Par­ken soll­ten wet­ter­ge­schützt und mög­lichst
van­da­lis­mus­si­cher sein.
– Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen soll­ten stadt­ge­stal­te­ri­sch ver­träg­li­ch sein.

Ant­wort zu 5:
Dem Senat ist nicht bekannt, ob und wenn ja in wel­cher Form die inner­städ­ti­schen Bike­and–
Ride-Plät­ze gekenn­zeich­net sind bzw. in wel­cher Form für die­se gewor­ben wird.

Ant­wort zu 6:
Grund­sätz­li­ch hat der Senat das Ziel, an Zugangs­stel­len zum Öffent­li­chen Nah­ver­kehr das
Ange­bot an Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen wei­ter zu ver­bes­sern. Die­ses Ziel fin­det sich auch in
§ 47 des Ber­li­ner Mobi­li­täts­ge­set­zes wie­der.
Damit Maß­nah­men zum Fahr­rad­par­ken schnel­ler umge­setzt wer­den kön­nen, wur­de die
GB infra­Ve­lo GmbH, eine Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft des Lan­des Ber­lin, gegrün­det. Die­se
Gesell­schaft soll – in enger Abspra­che mit dem Senat und den Bezir­ken – Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen
pla­nen und bau­en. Der­zeit führt die GB infra­Ve­lo GmbH eine Stand­ort- und
Poten­ti­al­ana­ly­se zum Fahr­rad­par­ken an elf Bahn­hö­fen im Land Ber­lin durch. Aus­sa­gen zu
Maß­nah­men, die sich aus der Stand­ort- und Poten­ti­al­ana­ly­se ablei­ten las­sen, sind erst
mög­li­ch, wenn die Ana­ly­se abge­schlos­sen ist.

1. Auf wel­che Sum­me beläuft sich nach Kennt­nis des Senats der aktu­el­le Sanie­rungs­be­darf des Ober­stu­fen­zen­trums
(OSZ) Han­del 1 in Kreuz­berg?

2. Ist aus Sicht des Senats im Hin­bli­ck auf den der­zei­ti­gen Sanie­rungs­be­darf des OSZ Han­del 1 die Durch­füh­rung
eines unein­ge­schränk­ten und rei­bungs­lo­sen Schul­be­triebs gewähr­leis­tet?

3. Wel­che kon­kre­ten Sanie­rungs­maß­nah­men wur­den im Kalen­der­jahr 2017 sowie 2018 bereits durch­ge­führt
und wie hoch waren die dafür ein­ge­setz­ten finan­zi­el­len Mit­tel (bit­te auf­ge­schlüs­selt nach Maß­nah­men und
Kos­ten)?

4. Wel­che kon­kre­ten Sanie­rungs­maß­nah­men sind wei­ter­hin geplant, wann wer­den die­se umge­setzt und wie
hoch schätzt der Senat die dafür not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­tel?

5. Wie beur­teilt der Senat den aktu­el­len Zustand des Abwas­ser­sys­tems und der Sani­tä­ren Anla­gen des OSZ
Han­del 1?

6. Inwie­fern fin­det sei­tens des Senats ein regel­mä­ßi­ger Aus­tau­sch mit der Schul­lei­tung des OSZ Han­del 1
statt? Wie oft und auf wel­chen Wegen wird über den jeweils aktu­el­len Stand der Sanie­rung kom­mu­ni­ziert?

7. Wie oft und auf wel­chen Wegen fin­det zwi­schen der Ber­li­ner Immo­bi­li­en Manage­ment GmbH (BIM) und
der Senats­ver­wal­tung ein Aus­tau­sch über den Stand der aktu­el­len Sanie­rungs­maß­nah­men am OSZ Han­del
1 statt und erfolgt die­ser unter Ein­be­zie­hung der Schul­lei­tung des OSZ Han­del 1?

Zu 1.:
Der Sanie­rungs­be­darf gemäß Gebäu­de­scan beträgt aktu­ell für die gesam­te Lie­gen­schaft
15,7 Mio. €. Dies umfasst den Sanie­rungs­be­darf der Prio­ri­täts­stu­fen 1 und 2 (z. B. Rote
Num­mer 0866 A und 0866 A-1) sowie die Prio­ri­täts­stu­fen 3 bis 5.

Zu 2.:
Da zahl­rei­che Bau­maß­nah­men durch­ge­führt wur­den bzw. aktu­ell in Durch­füh­rung sind, ist
kein unein­ge­schränk­ter und rei­bungs­lo­ser Schul­be­trieb mög­li­ch. So kann aktu­ell die
Sport­hal­le 2 nach Flücht­lings­un­ter­brin­gung und Schad­stoff­fun­den nicht genutzt wer­den.
Zudem muss­ten Teil­be­rei­che des Schul­ge­bäu­des auf­grund nicht funk­ti­ons­tüch­ti­ger Lüf­tung
zeit­wei­se geschlos­sen wer­den. Durch orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men in enger Abstim­mung
mit der Schul­lei­tung ist der Schul­be­trieb zu jeder Zeit gewähr­leis­tet.

Zu 3.:
Fol­gen­de Sanie­rungs­maß­nah­men wur­den bzw. wer­den in den Jah­ren 2017 und 2018
durch­ge­führt:
 Erneue­rung der Unter­de­cke der Tief­ga­ra­ge nach Feuch­te­scha­den 850 T€
 Sanie­rung Lüf­tungs- und Abwas­ser­an­la­gen der Raum­luft­tech­nik-Zen­tra­len 1.750 T€
 Her­rich­tung Sport­hal­le 2 nach Flücht­lings­un­ter­brin­gung inklu­si­ve Erneue­rung des
Sport­bo­dens 498 T€

Zu 4.:
Wei­ter­hin geplan­te Sanie­rungs­maß­nah­men sind im Fol­gen­den nach Jah­ren getrennt auf­ge­lis­tet.
Jahr 2019
 Fort­set­zung der Sanie­rung der Lüf­tungs­an­la­gen 1.000 T€
 Sanie­rung des Flach­dachs der Biblio­thek 800 T€
 Erneue­rung der Fens­ter der All­ge­mei­nen Unter­richts­räu­me des Neu­baus 2.595 T€
 Sanie­rung Trink­warm­was­ser­be­rei­tung 350 T€
Jahr 2020
 Fort­set­zung der Sanie­rung der Lüf­tungs­an­la­gen 1.000 T€
 Erneue­rung der Fens­ter der all­ge­mei­nen Berei­che 1.000 T€
Jahr 2022 bis 2024
 Grund­sa­nie­rung Haus 1 gemäß Lang­frist­pla­nung 11.000 T€

Zu 5.:
An den sani­tä­ren Anla­gen sind ins­be­son­de­re im Abwas­ser­be­reich Män­gel und Schä­den
fest­ge­stellt. Seit Über­nah­me des Ober­stu­fen­zen­trums in das Son­der­ver­mö­gen Immo­bi­li­en
des Lan­des Ber­lin (SILB) wur­den bereits fol­gen­de Maß­nah­men an die­sen durch­ge­führt:
 2014 bis 2015 Sanie­rung WC-Berei­che im Haus 3,
 2015 bis 2016 Sanie­rung Duschen und Umklei­de im Haus 3.
Die wei­ter geplan­ten Maß­nah­men sind unter 4. benannt.

Zu 6.:
Mit der Schul­lei­tung wer­den Abstim­mungs­ge­sprä­che zu den Bedar­fen und der orga­ni­sa­to­ri­schen
Umset­zung im Rah­men der Pla­nung von bau­li­chen Unter­hal­tungs­maß­nah­men
durch­ge­führt. In der Pha­se der Bau­um­set­zung nimmt die Schul­lei­tung regel­mä­ßig nach
Bedarf an den Bau­be­spre­chun­gen teil. Zudem wer­den Mie­ter-Ver­mie­ter-Nut­zer­ge­sprä­che
durch­ge­führt, in denen ein gemein­sa­mer Aus­tau­sch erfolgt.

Zu 7.:
Die Schul­lei­tung hat ihren tech­ni­schen Lei­ter als zen­tra­len Ansprech­part­ner benannt, wel­cher
bei Bedarf an den Bau­be­spre­chun­gen teil­nimmt. Die Schu­len kön­nen sich fort­lau­fend
bei einem fes­ten Ansprech­part­ner der BIM GmbH über den aktu­el­len Stand des Bau­fort­schritts
erkun­di­gen. Zudem fin­den Ver­mie­ter-Mie­ter-Nut­zer­ge­sprä­che unter Betei­li­gung
der BIM GmbH, dem Schul­trä­ger und der Schul­lei­tung statt.

Fra­ge 1:
Wie schätzt der Senat die Ent­wick­lung der stei­gen­den Wolfs­po­pu­la­ti­on im Land Bran­den­burg für Ber­lin ein?

Fra­ge 2:
Wie erfolgt die Zusam­men­ar­beit mit dem Land Bran­den­burg im Hin­bli­ck auf die Bran­den­bur­ger
Wolfs­ver­ord­nung?

Fra­ge 3:
Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Bran­den­bur­ger Wolfs­ver­ord­nung auf Ber­lin?

Fra­ge 4:
Wer ist zen­tra­ler Ansprech­part­ner, wenn Wöl­fe in Ber­lin sicht­bar wer­den?

Ant­wort zu 1:
Seit eini­gen Jah­ren befin­den sich Wolfs­ru­del im Ber­li­ner Umland, ohne dass bis­her ein
Nach­weis die­ser Tier­art in Ber­lin gelang. Hier­bei spielt ver­mut­li­ch die hohe Zahl der
Stö­run­gen im Rand­be­reich der Stadt eine Rol­le, die auf die­se Tier­art sicher­li­ch
abschre­ckend wir­ken. Auch der Auto­bahn­ring stellt eine deut­li­che Bar­rie­re dar. Mit der
stei­gen­den Zahl abwan­dern­der vor­jäh­ri­ger Wöl­fe kann aber auch in Ber­lin mit ein­zel­nen
durch­wan­dern­den Tie­ren gerech­net wer­den. Von der Ansied­lung eines Rudels in der Stadt
ist auf­grund des Raum­be­dar­fes und des Ruhe­be­dürf­nis­ses der Tie­re nicht aus­zu­ge­hen.

Ant­wort zu 2:
Das Land Bran­den­burg ver­fügt über eine umfas­sen­de Erfah­rung im Umgang mit Wöl­fen.
Es besteht ein enger Aus­tau­sch auf Arbeits­ebe­ne zwi­schen den jeweils zustän­di­gen
Stel­len in bei­den Län­dern.

Ant­wort zu 3:
Die Bran­den­bur­gi­sche Wolfs­ver­ord­nung umreißt einen aus Sicht des Senats sinn­vol­len
Hand­lungs­rah­men zum Umgang mit bestimm­ten Wöl­fen. Sie bie­tet daher auch für Ber­lin
eine Ori­en­tie­rung. Dar­über hin­aus nimmt der Senat ande­re fach­li­che Emp­feh­lun­gen zur
Kennt­nis, ins­be­son­de­re die von der »Doku­men­ta­ti­ons- und Bera­tungs­stel­le des Bun­des
zum The­ma Wolf« (DBBW) her­aus­ge­ge­be­nen.

Ant­wort zu 4:
Der Wolf unter­liegt dem stren­gen Arten­schutz­recht. Zustän­dig sind daher für vie­le Fra­gen
die Natur­schutz­be­hör­den des Lan­des. Zen­tra­ler Ansprech­part­ner ist die ober­s­te
Natur­schutz­be­hör­de in der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz. Da
Behör­den nicht immer erreich­bar sind, hat die Natur­schutz­be­hör­de eini­ge Per­so­nen als
»ehren­amt­li­che Wolfs­be­auf­trag­te« benannt, die auch im »Manage­ment­plan für den Wolf in
Bran­den­burg 2013 – 2017« auf­ge­führt sind. Die­ser Per­so­nen­kreis, in den auch Mit­ar­bei­ter
der Ber­li­ner Fors­ten und der Natur­schutz­ver­bän­de ein­ge­bun­den sind, tauscht sich über
die Befun­de und Erkennt­nis­se aus. Eine Eva­lu­ie­rung von (ver­meint­li­chen)
Wolfs­be­ob­ach­tun­gen fin­det dar­über hin­aus mit den Wolfs­ex­per­tin­nen und Exper­ten des
Lan­des Bran­den­burg und des Fach­bü­ros »Lupus« statt.

Fra­ge 1. Wie vie­le Gerichts­ver­fah­ren, in denen Ber­li­ner Bezir­ke als Pro­zess­par­tei­en betei­ligt waren, sind in den
ver­gan­ge­nen drei Jah­ren anhän­gig gewe­sen (bit­te um Auf­schlüs­se­lung nach Bezirk und Kalen­der­jahr)?

Fra­ge 2. In wie vie­len die­ser Pro­zes­se konn­te der jewei­li­ge Bezirk sei­ne Posi­ti­on durch­set­zen bzw. in wie vie­len
Pro­zes­sen waren die Bezir­ke unter­le­gen (bit­te um Auf­schlüs­se­lung nach Bezirk und Kalen­der­jahr)?

Fra­ge 3. Wel­che Fach­be­rei­che der Bezir­ke waren jeweils vom Gerichts­pro­zess betrof­fen (bit­te um
Auf­schlüs­se­lung nach Bezirk und Kalen­der­jahr)?

Fra­ge 4. Wel­che Kon­se­quen­zen zieht der Senat aus der Ent­wick­lung der Zahl an Gerichts­ver­fah­ren gegen
Ber­li­ner Bezir­ke?

Fra­ge 5. Trifft der Senat vor­sorg­li­che Maß­nah­men ange­sichts eines zu erwar­ten­den Anstiegs der Fall­zah­len im
Bereich der Stadt­ent­wick­lung auf­grund häu­fi­ger Ableh­nun­gen von Bau­vor­be­schei­den und –anträ­gen und
wenn ja, um wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men han­delt es sich hier­bei?

 

Ant­wort zu 1 bis 3.: Die Betei­li­gung der Ber­li­ner Bezir­ke als Pro­zess­par­tei wird von den Ber­li­ner
Gerich­ten nicht umfas­send sta­tis­ti­sch erfasst, so dass die Fra­gen nicht beant­wor­tet
wer­den kön­nen.

Ant­wort zu 4.: Gerichts­ver­fah­ren wer­den von den Bezir­ken in eige­ner Ver­ant­wort­lich­keit geführt.
Hier­bei zeigt sich ein aus­ge­spro­chen hete­ro­ge­nes Bild. Der Senat ver­mag kei­ne
Ent­wick­lun­gen zu erken­nen, die Hand­lungs­be­darf für den Senat begrün­de­ten.

Ant­wort zu 5.: Da dem Senat kei­ne Infor­ma­tio­nen zu einem von dem Fra­ge­stel­ler erwar­te­ten Anstieg
von ableh­nen­den Beschei­den vor­lie­gen, kön­nen kei­ne Maß­nah­men ergrif­fen wer­den.

Fra­ge 1:
Ist dem Senat das Auf­stel­len von Moos­wän­den an Ver­kehrs­schwer­punk­ten als Maß­nah­me zur Fein­stau­bre­du­zie­rung
und Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät bekannt?

Fra­ge 2:
In wel­chen Ber­li­ner Bezir­ken wer­den bereits Moos­wän­de zur Fein­stau­bre­du­zie­rung ein­ge­setzt (bit­te Bezir­ke
und jewei­li­ges Auf­stel­lungs­da­tum ange­ben)?

Fra­ge 3:
Lie­gen dem Senat Erkennt­nis­se dar­über vor, ob sich die Stickstoffdioxid(NO2)-Werte an den ent­spre­chen­den
Ver­kehrs­punk­ten seit dem Ein­satz von Moos­wän­den ver­än­dert haben (bit­te kon­kre­te Wer­te ange­ben)?

Fra­ge 4:
Gibt es nach Kennt­nis des Senats Stand­or­te in Ber­lin, an denen Moos­wän­de nur vor­über­ge­hend auf­ge­stellt
wur­den und wenn ja, aus wel­chen Grün­den wur­den sie wie­der ent­fernt (bit­te Stand­or­te benen­nen)?

Fra­ge 5:
Was sind aus Sicht des Senats die Vor- und Nach­tei­le eines Ein­sat­zes von Moos­wän­den zur Fein­stau­bre­du­zie­rung?

Fra­ge 6:
Wie hoch sind nach Kennt­nis des Senats die Kos­ten für a) den Erwerb einer Moos­wand und b) deren Pfle­ge
und Instand­hal­tung?

Fra­ge 7:
Plant der Senat, Moos­wän­de an wei­te­ren inner­städ­ti­schen Stand­or­ten auf­zu­stel­len (bit­te begrün­den und ggf.
Stand­or­te benen­nen)?

Ant­wort zu 1:
Ja. Unter ande­rem lief ein Pilot­pro­jekt in Stutt­gart am Neckar­t­or, das mitt­ler­wei­le been­det
wur­de. Eine Eva­lu­ie­rung der Fil­ter­wir­kung wird vor­aus­sicht­li­ch Ende 2018 vor­lie­gen. In
Mün­chen und Lim­burg (Hes­sen) wur­de auf­grund meh­re­rer Anfra­gen und Anträ­ge die Wir­kung
von urba­ner Begrü­nung zur Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät gut­ach­ter­li­ch bewer­tet.
Nach Mei­nung der Gut­ach­ter ist das Auf­stel­len von Moos­wän­den an Ver­kehrs­schwer­punk­ten
kei­ne geeig­ne­te Maß­nah­me zur Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät. Die Anfra­gen und Anträ­ge
wur­den abge­lehnt. Auch in ande­ren Städ­ten lau­fen der­zeit Ver­su­che, so bei­spiels­wei­se
inner­halb Deutsch­lands in Lud­wigs­burg und außer­halb Deutsch­lands in Ita­li­en,
Mexi­co und Chi­na.
Die Ver­wen­dung von Moos­mat­ten ent­lang von Auto­bah­nen, bei­spiels­wei­se an der A 562
bei Bonn auf 150 Meter Län­ge, wird seit eini­gen Jah­ren erprobt. Die Luft­fil­ter­wir­kung wird
dabei jedoch nicht unter­sucht.

Ant­wort zu 2:
Es wur­den in Ber­lin kei­ne Moos­wän­de zur Fein­stau­bre­du­zie­rung im öffent­li­chen Raum
ein­ge­setzt.

Ant­wort zu 3:
Hier­zu lie­gen kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Ant­wort zu 4:
Moos­wän­de wur­den unter ande­rem auf dem Pri­vat­grund­stück des »EUREF-Cam­pus« und
auf dem Vor­platz am Bahn­hof Süd­kreuz auf­ge­stellt. Es lie­gen jedoch kei­ne Infor­ma­tio­nen
zu dem Betrieb vor.

Ant­wort zu 5:
Die Fil­ter­wir­kung von Moos­wän­den beschränkt sich auf den unmit­tel­ba­ren klein­räu­mi­gen
Nah­be­reich. Die Reduk­ti­on von Schad­stof­fen durch die Vege­ta­ti­on in die­sem Nah­be­reich
ist oft klei­ner als 20 %. Eine Fil­ter­wir­kung wird vor allem in Bezug auf Fein­staub erzielt,
eine Min­de­rung der NO2-Kon­zen­tra­tio­nen konn­te noch nicht ein­deu­tig nach­ge­wie­sen wer­den.
Selbst im direk­ten Umfeld der Moos­wän­de fällt die Fil­ter­wir­kung jedoch schnell sehr
stark ab.
Zur Her­stel­lung und Pfle­ge von Moos­wän­den fehlt es bis­lang an Exper­ti­se und Erfah­rung.
In Stutt­gart wur­den die Moos­wän­de beschat­tet und teils mit Was­ser besprüht, den­no­ch
war der Tem­pe­ra­tur­stress im Som­mer 2017 so hoch, dass die Moo­se aus­trock­ne­ten, und
auch groß­flä­chig abfie­len.
Zudem stellt der Platz­be­darf der Moos­wän­de ein Pro­blem dar. An vie­len der stark belas­te­ten
Stra­ßen ist eine Plat­zie­rung von aus­ge­dehn­ten Moos­wän­den aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit
schlicht nicht mög­li­ch.
Nicht jede Grün­struk­tur an belie­bi­ger Stel­le hat zudem einen posi­ti­ven Effekt, da Stau­ef­fek­te
auf die Luft­strö­mung bzw. ungüns­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf das Wind­feld lokal auch
deut­li­ch zu einer Ver­schlech­te­rung der Luft­qua­li­tät bei­tra­gen kön­nen.
Das Auf­stel­len von Moos­wän­den ist daher nicht geeig­net, die Luft­qua­li­tät im Stadt­ge­biet
ins­ge­samt nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Ober­s­te Prio­ri­tät bei der Luft­rein­hal­tung muss die
Redu­zie­rung der Emis­sio­nen an der Quel­le haben, damit die Schad­stof­fe gar nicht erst in
die Atmo­sphä­re gelan­gen.

Ant­wort zu 6:
Eine Moos­wand von ca. 3 Meter Brei­te, 4 Meter Höhe und 2,2 Meter Tie­fe kos­tet nach
Anga­ben eines Her­stel­lers rund 25.000 Euro. Die Kos­ten des Pilot­pro­jekts in Stutt­gart mit
Moos­wän­den lagen bei 560.000 Euro inklu­si­ve wis­sen­schaft­li­cher Beglei­tung für 100 Meter
Län­ge und 3 Meter Höhe. Der­zeit lie­gen kei­ne bzw. eher schlech­te Erfah­run­gen zur
Pfle­ge und Halt­bar­keit der Wän­de vor. Hin­zu­kom­men­de Pfle­ge- und Instand­hal­tungs­kos­ten
kön­nen dem­zu­fol­ge noch nicht benannt wer­den.

Ant­wort zu 7:
Nein. Auf die Ant­wort zu Fra­ge 5 wird ver­wie­sen.

1. Wel­che Per­so­nen­grup­pen sind berech­tigt, den ber­lin­pass zu erhal­ten?

2. Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht der Senat hin­sicht­li­ch einer Aus­wei­tung des Emp­fän­ger­krei­ses?

3. Wie steht der Senat dazu, den ber­lin­pass auch an ehren­amt­li­ch Enga­gier­te aus
zuge­ben?

4. Wie vie­le Per­so­nen sind aktu­ell im Besitz eines Ber­lin­pas­ses und wie haben sich die Besit­zer
quan­ti­ta­tiv in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren ent­wi­ckelt?

5. Wie gen­au gestal­tet sich das Antrags­pro­ce­dere?

6. Wel­che Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten hin­sicht­li­ch der Bean­tra­gung des Ber­lin­pas­ses sieht der Senat?

7. Mit wel­chen Insti­tu­tio­nen ist der Senat der­zeit im Gespräch über wei­te­re Ver­güns­ti­gun­gen zur wei­te­ren
Qua­li­fi­zie­rung des Ber­lin­pas­ses?

 

Ant­wort zu 1.: Berech­tigt zur Inan­spruch­nah­me des ber­lin­pass sind nach­fol­gend auf­ge­führ­te
Per­so­nen­grup­pen:
Per­so­nen, die nach­weis­li­ch fol­gen­de Leis­tun­gen bezie­hen:
 Arbeits­lo­sen­geld II bzw. Sozi­al­geld nach dem Zwei­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch
(SGB II)
 Sozi­al­hil­fe nach dem Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB XII)
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem
Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz (Asyl­bLG)
Des Wei­te­ren sind die Mit­glie­der der Bedarfs­ge­mein­schaft einer
leis­tungs­emp­fan­gen­den Per­son (z.B. Ehegattin/Ehegatte, Lebenspartnerin/Lebenspartner
und min­der­jäh­ri­ge unver­hei­ra­te­te Kin­der) anspruchs­be­rech­tigt.
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Wohn­geld nach dem Wohn­geld­ge­setz
(WoGG)
Des Wei­te­ren sind die Haus­halts­mit­glie­der einer leis­tungs­emp­fan­gen­den Per­son
anspruchs­be­rech­tigt, sofern sie bei der Berech­nung des Anspruchs auf Wohn­geld
berück­sich­tigt wur­den.
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger einer beson­de­ren Zuwen­dung für Haft­op­fer
(Opfer­ren­te) nach § 17a Straf­recht­li­ches Reha­bi­li­tie­rungs­ge­setz (StrRe­haG)
(Anla­ge 5)
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Aus­gleichs­leis­tun­gen nach § 8 Beruf­li­ches
Reha­bi­li­tie­rungs­ge­setz (BerRe­haG) (Anla­ge 6)
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger einer Aus­gleichs­ren­te für Schwer­be­schä­dig­te
oder eines Berufs­scha­dens­aus­gleichs nach § 21 StrRe­haG, § 4
Häft­lings­hil­fe­ge­setz (HHG) und § 3 Ver­wal­tungs­recht­li­ches
Reha­bi­li­tie­rungs­ge­setz (VwRe­haG) in Ver­bin­dung mit § 32 bzw. § 30 des
Bun­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes (BVG) (Anla­ge 7)
 Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger einer Aus­gleichs­ren­te nach § 13 Absatz 1 des
Geset­zes über die Aner­ken­nung und Ver­sor­gung der poli­ti­sch, ras­si­sch oder
reli­giös Ver­folg­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus (PrVG)

Ant­wort zu 2. und 3.: Der Senat plant der­zeit kei­ne Aus­wei­tung des Krei­ses der
Anspruchs­be­rech­tig­ten auf den ber­lin­pass.

Ant­wort zu 4.: Die Anzahl der aus­ge­stell­ten Ber­lin­päs­se sowie die Ent­wick­lung kann der
nach­fol­gen­den Tabel­le ent­nom­men wer­den.
bis
05/2018
2017
2016
2015
2014
2013
Aus­ge­stell­te
Ber­lin­päs­se
207.709
471.558
444.135
462.805
536.549
536.867
In den Anga­ben der Jah­re von 2014 bis 2016 sind die Daten des Lan­des­amts für
Gesund­heit und Sozia­les (LAGe­So) jetzt Lan­des­amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten
(LAF) nicht ent­hal­ten. Eine Regis­trie­rung der aus­ge­stell­ten Ber­lin­päs­se erfolgt dort erst
seit dem 01. Okto­ber 2016. Die von 2013 bis 2016 ste­tig sin­ken­de Anzahl der
aus­ge­stell­ten Ber­lin­päs­se geht im Wesent­li­chen auf die sin­ken­de Anzahl der
Leis­tungs­be­rech­tig­ten in den jewei­li­gen Rechts­krei­sen zurück. Mit der Absen­kung des
Prei­ses für das Ber­lin-Ticket S zum 01. Juli 2017 ist im Jahr 2017 trotz wei­ter sin­ken­den
Emp­fän­ger­zah­len ein Anstieg zu ver­zeich­nen. Mit der Aus­wei­tung der Emp­fän­ger­krei­se
auf den ber­lin­pass zum 01. Febru­ar 2018 rech­net der Senat mit einem wei­te­ren Anstieg
der Anzahl der aus­ge­stell­ten Ber­lin­päs­se im Jahr 2018.

Ant­wort zu 5.: Die zu 1. genann­ten anspruchs­be­rech­tig­ten Per­so­nen wei­sen gegen­über den
Bür­ger­äm­tern den Bezug der Leis­tun­gen durch Vor­la­ge des aktu­ell gül­ti­gen
Bewil­li­gungs­be­schei­des nach. Fer­ner sind ein Pass­fo­to und die ent­spre­chen­den
Aus­weis­pa­pie­re vor­zu­le­gen. Bei einem fest­ge­stell­ten Anspruch auf den ber­lin­pass wird
die­ser direkt vor Ort aus­ge­stellt. Für die Aus­stel­lung des ber­lin­pass ist kein Ter­min beim
Bür­ger­amt erfor­der­li­ch.
Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger einer Aus­gleichs­ren­te nach § 13 Absatz 1 des
Geset­zes über die Aner­ken­nung und Ver­sor­gung der poli­ti­sch, ras­si­sch oder reli­giös
Ver­folg­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus (PrVG) wei­sen Ihren Anspruch auf den ber­lin­pass
gegen­über dem Lan­des­amt für Bür­ger- und Ord­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten nach.

Ant­wort zu 6.: Zusam­men mit den Bezir­ken und den betei­lig­ten Senats­ver­wal­tun­gen wird
geprüft wer­den, ob die Aus­stel­lung des ber­lin­pass von den ori­gi­när zustän­di­gen
Leis­tungs­stel­len (Job­cen­ter, Sozi­al­amt, Wohn­geld­stel­len, LAF, LAGe­So) eine
ent­spre­chen­de Pro­zess­op­ti­mie­rung ins­be­son­de­re für die Anspruchs­be­rech­tig­ten
dar­stellt. Fer­ner wird das Lay­out beim nächs­ten Druck des ber­lin­pass dahin­ge­hend
ver­än­dert, dass neben dem End­da­tum nun­mehr auch das Beginn­da­tum des Anspruchs
ein­ge­tra­gen wird.

Ant­wort zu 7.: Aktu­ell enga­gie­ren sich bereits 371 pri­va­te und staat­li­che Insti­tu­tio­nen beim
ber­lin­pass. Davon bie­ten 113 Insti­tu­tio­nen frei­en Ein­tritt bzw. kos­ten­lo­se
Teil­nah­me­mög­lich­kei­ten und 258 Insti­tu­tio­nen ermä­ßig­ten Ein­tritt bzw. Ver­güns­ti­gun­gen
an. Die wich­tigs­ten pri­va­ten und staat­li­chen Ein­rich­tun­gen im Land Ber­lin sind bereits
Part­ner des ber­lin­pass. Unab­hän­gig davon wer­den kon­ti­nu­ier­li­ch wei­te­re Ange­bo­te
aqui­riert. So wer­den der­zeit zum Bei­spiel Gesprä­che mit dem Indoor-Klet­ter­park, dem
Berg­werk Ber­lin, dem Müg­gel­turm, dem Feu­er­wehr­mu­se­um und der Ree­de­rei Rie­del
geführt.

1. Wel­chen Arten von Strah­lung sind die Men­schen in Ber­lin aus­ge­setzt (bspw. UMTS-Strah­lung,
radio­ak­ti­ve Strah­lung, Rönt­gen­strah­lung, etc. – Bit­te um ent­spre­chen­de Auf­lis­tung)?

2. Wie stark ist die jewei­li­ge Strah­lung in Ber­lin (bit­te Auf­lis­tung seit 2015)?

3. Wer­den dabei gesetz­li­ch vor­ge­schrie­be­ne oder gesund­heit­li­ch bedenk­li­che Grenz­wer­te
über­schrit­ten (bit­te Auf­lis­tung nach der jewei­li­gen Strah­lungs­art seit 2015)?

4. Wel­che Maß­nah­men unter­nimmt der Senat, um zu hohe Strah­lungs­wer­te zu redu­zie­ren?

5. Was sind die jewei­li­gen Grün­de bzw. Quel­len der Strah­lun­gen?

Ant­wort zu 1 und 5:
Unter »Strah­lung« bezie­hungs­wei­se »Strah­len« wer­den gemein­hin alle Phä­no­me­ne
ver­stan­den, die mit dem ent­spre­chen­den mathe­ma­ti­sch-phy­si­ka­li­schen Appa­rat
beschrie­ben wer­den kön­nen, also alle Wech­sel­wir­kun­gen mit beweg­ten Teil­chen
oder Ener­gie­quan­ten. Das sind im Wesent­li­chen fol­gen­de:
a) Strah­lung ohne Mate­rie­trans­port: Elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung
Sie wird unter­teilt in die nicht ioni­sie­ren­de Strah­lung (Strah­lung, die nicht in der Lage
ist, bei der Durch­strah­lung von Luft Ionen her­vor­zu­ru­fen) und die ioni­sie­ren­de
Strah­lung (die das ver­mag). Die wei­te­re Ein­tei­lung erfolgt nach der Fre­quenz oder
nach der Wel­len­län­ge der Trä­ger­wel­le der Strah­lung (die über die
Licht­ge­schwin­dig­keit als Fak­tor fest anein­an­der gebun­den sind).
Nicht ioni­sie­ren­de Strah­lung: (Die ange­ge­be­nen Wel­len­län­gen und Fre­quen­zen sind
unge­fäh­re Wer­te oder Grö­ßen­ord­nun­gen, Hz steht für Hertz, m für Meter.)
b) Strah­lung ohne Mate­rie­trans­port, jedoch nicht elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung
Ein­wir­kung ande­rer Ener­gie­fel­der wird land­läu­fig nicht »Strah­lung« genannt und
daher hier nicht wei­ter aus­ge­führt. In der Phy­sik kön­nen Magnet­feld­wir­kun­gen (das
geo­ma­gne­ti­sche Feld ist stark genug, Magnet­na­deln zu bewe­gen) und
Gra­vi­ta­ti­ons­wir­kun­gen hier­her gerech­net wer­den.
c) Strah­lung mit Mate­rie­trans­port
Der Senat unter­stellt, dass grob­ma­te­ri­el­le Strah­lung (Was­ser­strah­len, Sand­strah­len
usw.) nicht zum Bereich der Fra­ge gehört, eben­so nicht Lärm (Schall­strah­lung) und
Ultra­schall­strah­lung.
Fein­ma­te­ri­el­le Strah­lung, also ein Strom von Teil­chen, die ein­zeln nicht erfasst
wer­den, besteht – nur zum Bei­spiel – aus: (sie­he Datei).

Ant­wort zu 2:
Die Ein­wir­kungs­stär­ke der genann­ten Strah­lun­gen hängt in außer­or­dent­li­ch hohem
Maße von den Lebens­um­stän­den der ein­zel­nen Per­son ab und kann nicht mit einem
ber­lin­weit gül­ti­gen Wert ange­ge­ben wer­den. Die am stärks­ten ein­wir­ken­de der
genann­ten Strah­lun­gen ist die Son­nen­strah­lung (mit im Mit­tel etwa einem Kilo­watt
pro Qua­drat­me­ter). Auch hier hängt die Ein­wirk­stär­ke sehr stark von den kon­kre­ten
Lebens­um­stän­den der ein­zel­nen Per­son ab.

Ant­wort zu 3:
Nur weni­ge der genann­ten Strah­lun­gen unter­lie­gen gesetz­li­chen Rege­lun­gen. Im
Bereich der nich­tio­ni­sie­ren­den elek­tro­ma­gne­ti­schen Strah­lung ist hier die
sechs­und­zwan­zigs­te Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Bun­des–
Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes zu nen­nen. Dem Senat ist kein gesund­heit­li­ch
bedenk­li­cher Grenz­wert bekannt. Die Ver­fol­gung der Über­schrei­tung von
Grenz­wer­ten, zum Bei­spiel im Bereich des Arbeits­schut­zes, obliegt den
ver­schie­de­nen Ord­nungs­be­hör­den und wird nicht nach Strah­lungs­art sys­te­ma­ti­siert
einer Sta­tis­tik unter­wor­fen.

Ant­wort zu 4:
Die Ord­nungs­be­hör­den von Bezirk und Senat sor­gen im Rah­men ihrer Tätig­keit und
Zustän­dig­keit dafür, dass die Ein­hal­tung der in Rechts­ver­ord­nun­gen fest­ge­hal­te­nen
Grenz­wer­te sicher­ge­stellt ist. Bei Strah­lun­gen die natür­li­chen Ursprungs sind, hat der
Senat kei­nen Ein­fluss auf eine etwai­ge Reduk­ti­on der Strah­len­wer­te, wie etwa beim
Son­nen­bad. Zudem haben der Senat und die Bezir­ke kei­nen Ein­fluss auf die
Nut­zung von Anla­gen oder Gerä­ten im Zustän­dig­keits- und Ver­ant­wor­tungs­be­reich
der Bun­des­mi­nis­te­ri­en oder der Bun­des­netz­agen­tur; so z. B. auf Sen­de­an­la­gen der
Behör­den und Orga­ni­sa­tio­nen mit Sicher­heits­auf­ga­ben oder nach dem Gesetz über
die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit von Betriebs­mit­teln (Elek­tro­ma­gne­ti­sche–
Ver­träg­lich­keit-Gesetz, EMVG).

Ant­wort zu 6:
Der For­schungs­re­ak­tor BER II im Helm­holtz-Zen­trum Ber­lin wird unter ande­rem im
Auf­trag der atom­recht­li­chen Auf­sichts­be­hör­de von der Strah­len­mess­stel­le Ber­lin
über­wacht. Der Über­wa­chung wird die Richt­li­nie zur Emis­si­ons- und
Immis­si­ons­über­wa­chung kern­tech­ni­scher Anla­gen (REI) zu Grun­de gelegt.
In der Umge­bung des Reak­tors sind kei­ne künst­li­ch ent­stan­de­nen radio­ak­ti­ven Stof­fe
nach­weis­bar. Die ent­lang der Insti­tuts­gren­ze gemes­se­ne Orts­do­sis­leis­tun

Fra­ge 1:
Wie beur­teilt der Senat die aktu­el­le Belas­tung des Ber­li­ner Trink­was­sers durch Nitra­te, die auf den Ein­satz von Gül­le als Dün­ge­mit­tel zurück­zu­füh­ren sind?

Fra­ge 2:
Wie beur­teilt der Senat die Ent­wick­lung der Qua­li­tät des Ber­li­ner Trink­was­sers unter Berück­sich­ti­gung der Nitrat­be­las­tung?

Fra­ge 3:
Besteht aus Sicht des Senats durch die Auf­nah­me von mit Nitrat belas­te­tem Ber­li­ner Trink­was­ser eine Gefahr schä­di­gen­der bzw. beein­träch­ti­gen­der Effek­te für die Gesund­heit von Kin­dern im Säug­lings­al­ter?

Fra­ge 4:
Besteht nach Kennt­nis des Senats die Gefahr einer Ver­teue­rung des Ber­li­ner Trink­was­sers auf­grund einer erhöh­ten Nitrat­be­las­tung durch die Ver­wen­dung von Gül­le als Dün­ge­mit­tel und die dadurch not­wen­di­ge Auf­be­rei­tung des Trink­was­sers?

Fra­ge 5:
Lie­gen dem Ber­li­ner Senat Erkennt­nis­se über inner­städ­ti­sche Belas­tungs­schwer­punk­te vor, die einen ver­gleichs­wei­se hohen Nitrat-Wert im Grund­was­ser auf­wei­sen, und, im Fal­le einer beja­hen­den Ant­wort, wor­auf sind die­se aus Sicht des Senats zurück­zu­füh­ren?

Fra­ge 6:
Wel­che Posi­tio­nen ver­tritt der Senat hin­sicht­li­ch einer Regu­lie­rung des Ein­sat­zes von Gül­le durch
a. ver­pflich­ten­de Kon­trol­len von mit Gül­le dün­gen­den Land­wir­ten?
b. eine Ein­schrän­kung von Gül­le-Trans­por­ten?
c. eine Redu­zie­rung staat­li­cher Bei­hil­fen für gro­ße mit Gül­le dün­gen­de Agrar­be­trie­be?
d. ein Ver­bot des Ein­sat­zes von Gül­le als Dün­ge­mit­tel in stark belas­te­ten Gebie­ten bzw. eine Aus­wei­tung der Sperr­fris­ten für die Aus­brin­gung von Gül­le?
e. ein gene­rel­les Dün­ge-Ver­bot in stark belas­te­ten Gebie­ten?
f. eine Vor­schrift zur Ver­wen­dung alter­na­ti­ver Dün­ge­mit­tel?

Ant­wort zu 1 und 2:
In Ber­lin führt der Ein­satz von Gül­le als Dün­ge­mit­tel zu kei­ner signi­fi­kan­ten Beein­träch­ti­gung des Ber­li­ner Trink­was­sers, da im Spree-Havel-Ein­zugs­ge­biet nur eine ins­ge­samt mode­ra­te Belas­tungs­si­tua­ti­on aus land­wirt­schaft­li­chen Quel­len vor­liegt.
Das Ber­li­ner Trink­was­ser weist kei­ne Nitrat­be­las­tung auf. Die Nitrat­kon­zen­tra­tio­nen lie­gen bei < 5 mg/l. Der Grenz­wert nach Trink­was­ser­ver­ord­nung beträgt 50 mg/l.

Ant­wort zu 3:
Nein. Das Ber­li­ner Trink­was­ser kann unbe­denk­li­ch für die Ver­wen­dung als Säug­lings­nah­rung ein­ge­setzt wer­den.

Ant­wort zu 4:
Nein. Es ist kei­ne zusätz­li­che Auf­be­rei­tung zur Nitratre­du­zie­rung im Was­ser­werk not­wen­dig.

Ant­wort zu 5:
Nein, es gibt kei­ne Grund­was­ser­mes­stel­len mit signi­fi­kant erhöh­ten Nitrat­wer­ten.

Ant­wort zu 6:
Das Land Ber­lin hat sich in der bun­des­wei­ten Dis­kus­si­on um die Novel­lie­rung des Dün­ge­ge­set­zes und der Dün­ge­ver­ord­nung sowie die Schaf­fung der Stoff­strom­bi­lanz­ver­ord­nung im Jahr 2017 dafür ein­ge­setzt, ein recht­li­ches Instru­men­ta­ri­um zu schaf­fen, wel­ches im Sin­ne des Grund­was­ser­schut­zes zu einer wirk­sa­men Redu­zie­rung der Nitrat­be­las­tung in Deutsch­land bei­trägt. Vor dem Hin­ter­grund des EU-Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens gegen Deutsch­land wegen Nicht­ein­hal­tung der EU-Nitratricht­li­nie war eine Novel­lie­rung des Dün­ge­rech­tes zwin­gend gebo­ten. Das novel­lier­te Dün­ge­recht ent­hält wich­ti­ge Ver­bes­se­run­gen, auch wenn wei­ter­hin Skep­sis besteht, ob die­ses den Anfor­de­run­gen der EU-Nitratricht­li­nie gerecht wird. Nun­mehr muss das novel­lier­te Dün­ge­recht in den Län­dern, so auch in Ber­lin, umge­setzt wer­den. Im Rah­men des Land­wirt­schafts­staats­ver­tra­ges nimmt das Land Bran­den­burg, hier das Lan­des­amt für Länd­li­che Ent­wick­lung, Land­wirt­schaft und Flur­neu­ord­nung, die Über­wa­chung der Ein­hal­tung des Dün­ge­rech­tes wahr.
Im Rah­men der Novel­lie­rung der Dün­ge­ver­ord­nung wur­den u. a. die Rege­lun­gen zur Aus­brin­gung von Wirt­schafts­dün­ger ange­passt, die Rege­lun­gen zur Aus­brin­gung von Dün­ge­mit­teln bei über­schwemm­tem, was­ser­ge­sät­tig­tem, schnee­be­deck­tem und gefro­re­rem Boden, zur Herbst­dün­gung und der Dün­gung aus­gangs des Win­ters zu Vege­ta­ti­ons­be­ginn wur­den ver­schärft. Eben­so wur­de die Vor­ga­be zu den Gewäs­ser­ab­stän­den der Dün­gung neu gere­gelt sowie zur Ein­ar­bei­tungs­zeit und Ein­ar­bei­tungs­tech­nik. Die Sperr­fris­ten wur­den eben­falls ange­passt. Es bleibt abzu­war­ten, ob die­se Rege­lun­gen sich als sach­ge­recht erwei­sen.
Die Rege­lun­gen der Dün­ge­ver­ord­nung und der Ver­ord­nung über Anla­gen zum Umgang mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen sind für das soge­nann­te Cross Com­p­li­an­ce rele­vant. Cross Com­p­li­an­ce ist die Bin­dung von Agrar­zah­lun­gen an Ver­pflich­tun­gen aus den Berei­chen Umwelt­schutz, Gesund­heit von Men­sch, Tier und Pflan­ze sowie Tier­schutz. Mit der Novel­lie­rung des Dün­ge­rech­tes wur­de auch die Effi­zi­enz der dün­ge­recht­li­chen Kon­trol­le ver­bes­sert. Im Rah­men von Fach­rechts- und Cross Com­p­li­an­ce-Kon­trol­len wird die Ein-hal­tung der Dün­ge­vor­schrif­ten inten­siv kon­trol­liert. Ver­stö­ße gegen das Dün­ge­recht kön­nen bereits jetzt im Rah­men von Cross Com­p­li­an­ce dazu füh­ren, dass die EU-Agrar­zah­lun­gen im Rah­men der 1.Säule ent­spre­chend gekürzt wer­den. Der Senat setzt sich dafür ein, dass der Erhalt von EU-Agrar­mit­teln stär­ker an die Erbrin­gung öffent­li­cher Leis­tun­gen gebun­den wird und for­dert daher eine Stär­kung der 2. Säu­le der EU-Agrar­po­li­tik. Er befür­wor­tet Vor­schlä­ge zur Kap­pung und Degres­si­on der Zah­lun­gen in der 1. Säu­le der EU-Agrar­po­li­tik.
§13 der novel­lier­ten Dün­ge­ver­ord­nung regelt zudem die Ver­pflich­tung der Län­der zum Erlass von min­des­tens drei zusätz­li­chen Maß­nah­men im Bereich der soge­nann­ten »Roten Gebie­te«, in denen die Nitrat­be­las­tung beson­ders hoch ist. Im Rah­men der ange­bo­te­nen Maß­nah­men kann es auch zur Ein­füh­rung eines Ver­bots­zeit­raums für die Aus­brin­gung phos­hat­hal­ti­ger Dün­ge­mit­tel vom 15.11. – 31.01. kom­men, zudem bestehen hier Mög­lich­kei­ten, die Sperr­fris­ten zu ver­schär­fen und die Gewäs­ser­min­dest­ab­stän­de zu ver­grö­ßern. Die­se Rege­lun­gen wer­den im Grund­satz begrüßt.
Ein tota­les Ver­bot des Ein­sat­zes von Wirt­schafts­dün­ger wird nicht als ziel­füh­rend ange­se-hen. Es ist jedoch zwin­gend, dass bedarfs­ge­recht gedüngt wird. Der­zeit kommt es in eini­gen Regio­nen zu einer nicht­be­darfs­ge­rech­ten Über­dün­gung mit ent­spre­chen­den Fol­gen für Böden und Was­ser. Die­se gilt es zu redu­zie­ren. Aus­lö­ser ist der hohe Anfall von Wirt­schafts­dün­ger durch die inten­si­ve Tier­pro­duk­ti­on und den mas­si­ven Zuwachs von Bio­gas­an­la­gen. Ber­lin setzt sich für eine flä­chen­ge­bun­de­ne Tier­hal­tung und der damit ein­her­ge­hen­den Nut­zung des Wirt­schafts­dün­gers in räum­li­cher Nähe zur Erzeu­gung ein. Mit Bli­ck auf die der­zei­ti­gen Über­schuss­re­gio­nen und eine häu­fig regio­na­le Tren­nung zwi­schen Zen­tren der Tier­hal­tung und Zen­tren des Acker­baus kön­nen Wirt­schafts­dün­ger­trans­por­te eine Mög­lich­keit sein, eine Über­dün­gung in den Über­schuss­re­gio­nen zu ver­mei­den und in den Bedarfs­re­gio­nen gezielt Mine­ral­dün­ger durch Wirt­schafts­dün­ger zu erset­zen und damit den Mine­ral­dün­ger­ein­satz zu ver­rin­gern. Im Grund­satz aber wer­den die­se kri­ti­sch betrach­tet und stel­len nur eine Maß­nah­me für den Über­gang beim Umbau der Tier­hal­tung hin zu einer flä­chen­ge­bun­de­nen Hal­tung dar.

Fra­ge 1:
Inwie­weit ist dem Senat das inte­grier­te Fried­hofs­ent­wick­lungs­kon­zept Her­mann­stra­ße (IFEK
Her­mann­stra­ße) bekannt, das im Auf­trag des Evan­ge­li­schen Fried­hofs­ver­bands Ber­lin Stadt­mit­te im
Zeit­raum 2014/2015 für die fünf evan­ge­li­schen Fried­hö­fe an der Her­mann­stra­ße erar­bei­tet und mit dem
Bezirks­amt Neu­kölln abge­stimmt wur­de?

Fra­ge 2:
Exis­tie­ren bereits für wei­te­re Fried­hofs­flä­chen in Ber­lin mit dem IFEK Her­mann­stra­ße ver­gleich­ba­re
Nut­zungs­kon­zep­te und im Fal­le einer beja­hen­den Ant­wort, a) für wel­che kon­kre­ten Flä­chen und b) wann ist
eine Umset­zung der Kon­zep­te geplant?

Fra­ge 3:
Inwie­weit sind vom Senat zur Bebau­ung von Fried­hofs­flä­chen oder ehe­ma­li­gen Fried­hofs­flä­chen
Ände­run­gen des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes vor­ge­se­hen, geplant oder beab­sich­tigt?

Fra­ge 4:
Sofern sei­tens des Senats Ände­run­gen des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes zur Bebau­ung von Fried­hofs­flä­chen
oder ehe­ma­li­gen Fried­hofs­flä­chen vor­ge­se­hen, geplant oder beab­sich­tigt sind, um wel­che Flä­chen han­delt
es sich hier­bei kon­kret (bit­te Auf­stel­lung nach Bezirk und Stand­ort)?

Ant­wort zu 1:
Dem Senat ist das Inte­grier­te Fried­hofs­ent­wick­lungs­kon­zept (IFEK) bekannt. Das Kon­zept
wur­de zwi­schen dem Bezirks­amt Neu­kölln und dem Evan­ge­li­schen Fried­hofs­ver­band
Ber­lin Stadt­mit­te als pla­ne­ri­scher Rah­men abge­stimmt und im Jahr 2016 von der
Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Neu­kölln beschlos­sen. Als städ­te­bau­li­ches
Ent­wick­lungs­kon­zept bil­det es die pla­ne­ri­sche Grund­la­ge für die Bau­leit­pla­nung und damit
auch für die im Ver­fah­ren befind­li­che FNP-Ände­rung (03÷16) »Fried­hö­fe bei­der­seits der
Her­mann­stra­ße«. Hier­zu fand im September/Oktober 2016 die früh­zei­ti­ge Betei­li­gung der
Öffent­lich­keit sowie der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge statt. Die Fort­set­zung des Ver­fah­rens
ist der­zeit nicht ter­mi­niert.

Ant­wort zu 2:
Ein wei­te­res ver­gleich­ba­res zwi­schen einem Bezirks­amt und einem Fried­hofs­trä­ger
abge­stimm­tes Nut­zungs­kon­zept, das meh­re­re Fried­hö­fe pla­ne­ri­sch gemein­sam betrach­tet
und eine Grund­la­ge für die Bau­leit­pla­nung bil­det, ist dem Senat nicht bekannt.

Ant­wort zu 3 und zu 4:
Neben den Fried­hofs­flä­chen an der Herr­mann­stra­ße im Bezirk Neu­kölln ist eine wei­te­re
FNP-Ände­rung im Bezirk Tem­pel­hof-Schö­ne­berg für die Flä­che des Drei­fal­tig­keits­fried­hofs
III (an der Eisen­ach­er Straße/ Stein­hel­len­weg) ein­ge­lei­tet wor­den. Grund­la­ge dafür sind
der Fried­hofs­ent­wick­lungs­plan und die Ein­lei­tung eines Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens im
Bezirk. Für die­se FNP-Ände­rung (02÷18) wird vom 28.05. bis 29.06.2018 die früh­zei­ti­ge
Betei­li­gung der Öffent­lich­keit sowie der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge durch­ge­führt wer­den.
Wei­te­re Ände­rungs­ver­fah­ren, die eine Bebau­ung von Fried­hofs­flä­chen zur Fol­ge haben,
sind gegen­wär­tig nicht beab­sich­tigt.

Fra­ge 1:
Ist die Posi­ti­on des Lei­ters des Fische­rei­am­tes zum aktu­el­len Zeit­punkt besetzt?

Fra­ge 2:
Wenn 1. Ja, seit wann und wenn nein, wes­halb erfolg­te bis­her kei­ne Beset­zung?

Fra­ge 3:
Wie lan­ge war bzw. ist die Stel­le unbe­setzt und wel­che Grün­de lie­gen hier­für vor?

Fra­ge 4:
Hält der Senat es für denk­bar, dass die Aner­ken­nung von in ande­ren Bun­des­län­dern erwor­be­nen Fischer­eisch­ei­nen künf­tig nur für Per­so­nen gilt, wel­che nicht ihren stän­di­gen Wohn­sitz in Ber­lin haben?

Fra­ge 5:
Steht der aktu­el­le Senat hin­ter der Aus­sa­ge der Druck­sa­che 17/18137 vom 29.02.2016, dass eine Her­ab­set­zung der Alters­gren­ze von 12 auf 8 Jah­re im § 2 Lan­des­fi­sche­rei­ge­setz Ber­lin sinn­voll wäre?

Fra­ge 6:
Wenn 5. Ja, wel­che Maß­nah­men wur­den getrof­fen um die Her­ab­set­zung der Alters­gren­ze zu ermög­li­chen?

Fra­ge 7:
Wel­che Über­le­gun­gen gibt es sei­tens des Senats, eine Ver­ein­heit­li­chung der gesetz­li­chen Rege­lun­gen in Ber­lin und Bran­den­burg im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit der Ang­ler, zu fokus­sie­ren?

Fra­ge 8:
Gibt es aktu­ell Bestre­bun­gen, das Fische­rei­recht zu novel­lie­ren?

Fra­ge 9:
Wenn 8. Ja, inwie­fern spielt die Ent­fris­tung der Gel­tungs­dau­er von Fischer­eisch­ei­nen in Ber­lin bei der Novel­le eine Rol­le?

Fra­ge 10:
Hält der Senat eine 5-jäh­ri­ge Gül­tig­keit von Fischer­eisch­ei­nen für ange­mes­sen?

Fra­ge 11:
Inwie­fern wirkt sich die Umset­zung der Ber­li­ner E-Govern­ment-Stra­te­gie auf das Fischer­eisch­ein­sys­tem in Ber­lin aus?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Nein, die Lei­tung des Fische­rei­am­tes wird durch den stell­ver­tre­ten­den Amts­lei­ter wahr­ge­nom­men.

Ant­wort zu 2 und 3:
Die Posi­ti­on des Lei­ters des Fische­rei­am­tes ist seit 1. Dezem­ber 2017 unbe­setzt. Bis­her konn­te aus orga­ni­sa­tio­ri­schen Grün­den noch kei­ne Stel­len­aus­schrei­bung erfol­gen.

Ant­wort zu 4:
Die in der Fra­ge ange­deu­te­te Rege­lung gilt für das Land Ber­lin. Gemäß § 4 Abs. 4 des Lan­des­fi­scher­eisch­ein­ge­setz (LFisch­ScheinG) vom 15. Sep­tem­ber 2000 (GVBl. S. 464), zuletzt geän­dert durch Num­mer 79 der Anla­ge vom 4. März 2005 (GVBl. S. 125) gilt fol­gen­des: Fischer­eisch­ei­ne ande­rer Bun­des­län­der, die dem Fischer­eisch­ein A oder dem Jugend­fi­scher­eisch­ein gleich­ste­hen, gel­ten auch im Land Ber­lin, es sei denn, der Inha­ber hat sei­nen stän­di­gen Wohn­sitz im Gel­tungs­be­reich die­ses Geset­zes.

Ant­wort zu 5 und 6:
Ja, eine Her­ab­set­zung der Alters­gren­ze von 12 auf 8 Jah­re durch eine Ände­rung des § 2 Lan­des­fi­scher­eisch­ein­ge­setz wäre sinn­voll. Bis­her wur­den noch kei­ne kon­kre­ten Maß­nah­men getrof­fen, um die Her­ab­set­zung der Alters­gren­ze zu ermög­li­chen.

Ant­wort zu 7:
Über eine Ver­ein­heit­li­chung der fische­rei­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen in Ber­lin und Bran­den­burg wird lau­fend dis­ku­tiert. Es gibt gegen­wär­tig Über­le­gun­gen zur Anpas­sung der Bedin­gun­gen zur Ang­ler­prü­fung, Lauf­zei­ten von Fischer­eisch­ei­nen und dem Zugang zum Angeln für Kin­der und Jugend­li­che. Die struk­tu­rel­len Unter­schie­de der Bun­des­län­der sind bei einer Anpas­sung der fische­rei­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen ent­spre­chend zu berück­sich­ti­gen.

Ant­wort zu 8:
Der Ent­wurf einer Ver­ord­nung zur Ände­rung der Ber­li­ner Lan­des­fi­sche­rei­ord­nung befin­det sich der­zeit im inter­nen Geschäfts­gang der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz. Es ist geplant, im spä­ten Früh­jahr 2018 eine Anhö­rung der betrof­fe­nen Fach­krei­se und Ver­bän­de ein­schließ­li­ch der Fische­rei­ver­bän­de und der aner­kann­ten Natur­schutz­ver­bän­de durch­zu­füh­ren. Mit Erlass der Ver­ord­nung kann nach den der­zei­ti­gen Erkennt­nis­sen im 3. Quar­tal 2018 gerech­net wer­den.

Ant­wort zu 9:
In der aktu­el­len Ände­rung der Ber­li­ner Lan­des­fi­sche­rei­ord­nung kei­ne.

Ant­wort zu 10 und 11:
Im Grund­satz hält der Senat eine 5-jäh­ri­ge Gül­tig­keit von Fischer­eisch­ei­nen für ange­mes­sen, den­no­ch soll die Ange­mes­sen­heit unter Berück­sich­ti­gung der Ber­li­ner EGo­ver­ment-Stra­te­gie geprüft wer­den. Seit 2015 wird dar­an gear­bei­tet, das tech­ni­sch über­hol­te Fach­ver­fah­ren zur Fischer­eisch­ein- und Angel­kar­ten­er­tei­lung durch ein neu­es Fach­ver­fah­ren zu ersetz­ten, um es zukünf­tig E-Govern­ment-gerecht zu erwei­tern. Für das Jahr 2019 wird die Umset­zung der Online-Bean­tra­gung von Fischer­eisch­ei­nen ange­strebt.

Im Namen des Senats von Ber­lin beant­wor­te ich Ihre Schrift­li­che Anfra­ge wie folgt: Die Schrift­li­che Anfra­ge betrifft Sach­ver­hal­te, die der Senat nur teil­wei­se aus eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten kann. Er ist gleich­wohl bemüht, Ihnen eine umfas­sen­de Ant­wort auf Ihre Anfra­ge zukom­men zu las­sen und hat daher zu den Fra­gen 1 bis 5 zusätz­li­ch die Bezirks­äm­ter von Ber­lin um Stel­lung­nah­men gebe­ten, die dort in eige­ner Ver­ant­wor­tung erstellt und dem Senat über­mit­telt wur­den. Sie wer­den nach­fol­gend in ihren wesent­li­chen Tei­len wie­der­ge­ge­ben.

Fra­ge 1:
Nach wel­chen Kri­te­ri­en wird in den Ber­li­ner Bezir­ken die Son­der­nut­zung des öffent­li­chen Stra­ßen­lan­des für Ver­an­stal­tun­gen, wie zum Bei­spiel Sport­events ermög­licht?

Fra­ge 2:
Wie wer­den die­se Kri­te­ri­en gewich­tet und wel­che Rol­le spie­len dabei der Zeit­punkt der Anmel­dung der Ver­an­stal­tung, sowie bei jähr­li­ch statt­fin­den­den Ver­an­stal­tun­gen deren His­to­rie am Ver­an­stal­tungs­ort? Es wird um eine Auf­stel­lung nach Bezir­ken gebe­ten

Fra­ge 3:
Wel­che Anträ­ge zur Durch­füh­rung von Ver­an­stal­tun­gen auf öffent­li­chem Stra­ßen­land wur­den in den ver­gan­gen zwei Jah­ren abge­lehnt und war­um?

Fra­ge 4:
Wo kön­nen sich Ver­ei­ne, Initia­ti­ven etc. über die jeweils gel­ten­den Anmel­de­for­ma­li­tä­ten infor­mie­ren?

Fra­ge 5:
Wel­che Insti­tu­tio­nen sind an den Geneh­mi­gungs­pro­zes­sen betei­ligt?

Fra­ge 6:
Gibt es Über­le­gun­gen sei­tens des Senats, Sport­ver­ei­ne bei der Aus­tra­gung von Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum finan­zi­ell zu unter­stüt­zen?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Die Stra­ßen­bau­be­hör­de des jewei­li­gen Bezirks­amts beur­teilt die Fra­gen der Son­der­nut­zung öffent­li­chen Stra­ßen­lan­des im Rah­men der Anhö­rung gemäß § 13 Ber­li­ner Stra­ßen­ge­setz (Berl­StrG) in jedem Ein­zel­fall unter Berück­sich­ti­gung von Art und Umfang der bean­trag­ten Ver­an­stal­tung, der ört­li­chen Gege­ben­hei­ten und prüft, ob der Son­der­nut­zung über­wie­gen­de öffent­li­che Inter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen. Dar­über hin­aus haben die Bezirks­äm­ter Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf und Mit­te von Ber­lin beson­de­re Kon­zep­te zu ver­bind­li­chen Fest­le­gun­gen (Kri­te­ri­en) für bestimm­te Berei­che des Bezirks, wel­che Son­der­nut­zun­gen zuge­las­sen wer­den kön­nen (gege­be­nen­falls unter Auf­la­gen) und wel­che Son­der­nut­zun­gen gene­rell aus­ge­schlos­sen wer­den, beschlos­sen.

Ant­wort zu 2:
Grund­sätz­li­ch muss in jedem Ein­zel­fall eine sorg­fäl­ti­ge Abwä­gung der Inter­es­sen des Ver­an­stal­ters und der Inter­es­sen der All­ge­mein­heit an der Auf­recht­erhal­tung eines geord­ne­ten Ver­kehrs erfol­gen. Zudem spielt die Sicher­heit, ein­schließ­li­ch der Ver­kehrs­si­cher­heit, bei Ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Stra­ßen­land eine ent­schei­den­de Rol­le. Eine Gewich­tung wird hin­sicht­li­ch der Bedeu­tung der Ver­an­stal­tung für das Land Ber­lin vor­ge­nom­men (inter­na­tio­na­le Sport­events, Leicht­ath­le­tik-Euro­pa­meis­ter­schaf­ten, Ver­an­stal­tun­gen, die die Haupt­stadt­funk­ti­on Ber­lins in beson­de­rer Wei­se reprä­sen­tie­ren). Der Zeit­punkt der Anmel­dung der Ver­an­stal­tung und die His­to­rie spie­len im Erlaub­nis­prüf­ver­fah­ren nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le, zum Bei­spiel in Bezug auf erkenn­bar zeit­glei­che Ver­an­stal­tungs­an­trä­ge oder Kol­li­sio­nen mit Demons­tra­tio­nen / Kund­ge­bun­gen nach dem Ver­samm­lungs­ge­setz, Bau­vor­ha­ben an glei­cher Stel­le oder ande­ren bereits lang­fris­tig vor­ge­plan­ten kon­kur­rie­ren­den Ereig­nis­sen. Stets wich­tig ist auch, ob die vom Ver­an­stal­ter ein­ge­reich­ten Antrags­un­ter­la­gen voll­stän­dig sind, damit die zustän­di­ge Behör­de eine abschlie­ßen­de Prü­fung der Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit vor­neh­men kann. Auf­grund des hohen Ver­wal­tungs­auf­wan­des, der Betei­li­gung ande­rer Behör­den und den not­wen­di­gen Abstim­mun­gen wird – je nach Grö­ße der Ver­an­stal­tung – emp­foh­len, den Antrag in der Regel min­des­tens cir­ca sechs bis acht Wochen vor Ver­an­stal­tungs­be­ginn ein­zu­rei­chen. Eine dif­fe­ren­zier­te Auf­stel­lung nach Bezir­ken ist nicht mög­li­ch. Eine Sta­tis­tik über den Zeit­punkt von Anmel­dun­gen oder der His­to­rie bei jähr­li­ch statt­fin­den­den Ver­an­stal­tun­gen wird nicht geführt.

Ant­wort zu 3:
Eine Sta­tis­tik über abge­lehn­te Anträ­ge wird nicht geführt. Das Bezirks­amt Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf von Ber­lin lehn­te grund­sätz­li­ch Anträ­ge ab, die auf­grund des bestehen­den Son­der­nut­zungs­kon­zepts aus­ge­schlos­sen sind. Im Bezirk Fried­richs­hain-Kreuz­berg wur­den

a) im Jahr 2016 elf Anträ­ge abge­lehnt, davon
– neun wegen nicht geneh­mi­gungs­fä­hi­ger Son­der­nut­zun­gen,
– zwei wegen zu kurz­fris­ti­ger Antrag­stel­lung;

b) im Jahr 2017 wur­den neun­und­drei­ßig Anträ­ge abge­lehnt, davon
– fünf­und­zwan­zig Son­der­nut­zun­gen nicht geneh­mi­gungs­fä­hig,
– sie­ben Anträ­ge zu kurz­fris­tig gestellt,
– zwei Anträ­ge wegen par­al­lel bereits geneh­mig­ter Ver­an­stal­tun­gen,
– zwei wei­te­re wegen andau­ern­der Bau­maß­nah­men,
– ein Antrag wegen denk­mal­schutz­recht­li­cher Belan­ge,
– ein Antrag wegen zeit­gleich ange­mel­de­ter Demons­tra­ti­on und
– ein Antrag wegen man­gel­haf­ter Sicher­heits­maß­nah­men.

Das Bezirks­amt Span­d­au von Ber­lin hat

a) im Jahr 2016 zwei Anträ­ge abge­lehnt, davon
– einen Antrag wegen unge­eig­ne­tem Stand­ort,
– einen Antrag wegen ver­spä­te­ter und unvoll­stän­di­ger Antrag­stel­lung;

b) im Jahr 2017 einen Antrag wegen ver­spä­te­ter und unvoll­stän­di­ger Antrag­stel­lung abge­lehnt.

In ande­ren Bezir­ken wur­den kei­ne Anträ­ge abge­lehnt. Dies wird teil­wei­se auf die Bera­tun­gen bei Antrag­stel­lung, z.B. Ver­le­gung des Ver­an­stal­tungs­zeit­raums oder des Stand­or­tes bei zeit­glei­chen Ver­an­stal­tun­gen, zurück­ge­führt.

Ant­wort zu 4:
Bei der jewei­li­gen bezirk­li­chen Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de, bei der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (bei Ver­an­stal­tun­gen im über­ge­ord­ne­ten Stra­ßen­netz), den zen­tra­len Anlauf­stel­len der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter, beim Stra­ßen­bau­last­trä­ger, Fach­be­reich Tief­bau sowie auf den Inter­net­sei­ten der vor­ge­nann­ten Behör­den. In der Regel ist auch eine Infor­ma­ti­on über das Inter­net­por­tal » www.berlin.de« oder über das »Ser­vice­por­tal Ber­lin« (https://service.berlin.de/, Aus­wahl über »Dienst­leis­tun­gen« und »Ver­an­stal­tung Erlaub­nis«) mög­li­ch. Die PDF-Datei­en ste­hen auch zum Down­load zur Ver­fü­gung.

Ant­wort zu 5:
In der Regel sind im betref­fen­den Bezirk die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de, gege­be­nen­falls die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB), in Ein­zel­fäl­len die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz (Sen­UVK) betei­ligt. Nach­fol­gend wer­den wei­te­re, in unter­schied­li­chen Kon­stel­la­tio­nen betei­lig­te Behör­den und Insti­tu­tio­nen genannt. Die Betei­li­gung ist im Ein­zel­fall abhän­gig von Art und Umfang der bean­trag­ten Ver­an­stal­tung. Das bezirk­li­che Umwelt- und Natur­schutz­amt, das bezirk­li­che Bau­auf­sichts –und Denk­mal­schutz­amt, das Gewer­be­amt (auch Vete­ri­när- und Lebens­mit­tel­auf­sicht) des Ord­nungs­am­tes, die »Deut­sche Bahn AG« (S-Bahn), die Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport, die Lärm­schutz­be­hör­de, die Ber­li­ner Fors­ten, die Poli­zei, die Taxi­in­nung Ber­lin, die Ber­li­ner Feu­er­wehr, die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG), »Deut­sches Rotes Kreuz e.V.« (DRK), die Ver­wal­tung des Deut­schen Bun­des­ta­ges, Bot­schaf­ten. Dane­ben wer­den in Ein­zel­fäl­len auch Anwoh­ner und anlie­gen­de Gewer­be­be­trie­be betei­ligt.

Ant­wort zu 6:
Ber­lin unter­stützt nach den Vor­ga­ben der Richt­li­ni­en für die För­de­rung von natio­na­len und inter­na­tio­na­len Sport­ver­an­stal­tun­gen in Ber­lin (Sport­för­der­richt­li­ni­en Ver­an­stal­tun­gen SFR V) för­de­rungs­wür­di­ge Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen auch finan­zi­ell, wenn deren Ver­an­stal­tun­gen im Sin­ne der Stadt­ren­di­te im beson­de­ren Inter­es­se des Lan­des Ber­lin lie­gen. Dies kann auch Sport­ver­an­stal­tun­gen im öffent­li­chen Raum betref­fen.

1. Ist dem Senat bekannt, dass es bei der Zustel­lung der Ber­li­ner Behör­den­post in den letz­ten Mona­ten regel­mä­ßig zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen kommt?

2. Wel­che kon­kre­ten Schrit­te wird der Senat gegen­über sei­nen Ver­trags­part­nern unter­neh­men, um die­se mas­si­ven Zustel­lungs­ver­zö­ge­run­gen zukünf­tig zu unter­bin­den und statt­des­sen die Zustel­lung der Behör­den­post inner­halb der übli­chen Post­lauf­zei­ten wie­der sicher­zu­stel­len?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1. und 2.:
Sol­che vom Fra­ge­stel­ler genann­ten regel­mä­ßig auf­tre­ten­den erheb­li­chen Ver­zö­ge-run­gen bei der Ber­li­ner Behör­den­post sind dem Senat aktu­ell nicht bekannt. Selbst-ver­ständ­li­ch kann es in Ein­zel­fäl­len immer zu bedau­er­li­chen Ver­zö­ge­run­gen kom-men. Die auch für die Ber­li­ner Behör­den­post anzu­wen­den­de Post-Uni­ver­sal­dienst-leis­tungs­ver­ord­nung (PUDLV) schreibt vor, dass im Jah­res­durch­schnitt 80 Pro­zent aller Sen­dun­gen an dem ers­ten auf den Ein­lie­fe­rungs­tag fol­gen­den Werk­tag und 95 Pro­zent der Sen­dun­gen bis zum zwei­ten auf den Ein­lie­fe­rungs­tag fol­gen­den Werk­tag zuge­stellt wer­den müs­sen. Eine Abwei­chung von die­sen Vor­ga­ben ins­ge­samt ist dem Senat nicht bekannt.

Fra­ge 1:
Betrach­tet der Senat den gewünsch­ten Ver­zicht auf Plas­tik und Kar­ton bei Umver­pa­ckun­gen als kon­kre­tes wün­schens­wer­tes Ziel der Lan­des­re­gie­rung und im beja­hen­den Fal­le, wel­che Maß­nah­men und Zie­le beab­sich­tigt er, umzu­set­zen?

Fra­ge 2:
Gibt es hin­sicht­li­ch der Absicht künf­tig auf Umver­pa­ckungs­ver­mei­dung zu set­zen, Gesprä­che mit ande­ren Bun­des­län­dern, der Bun­des­re­gie­rung, Ver­bän­den oder der Indus­trie?

Fra­ge 3:
Wäre es rat­sam Ber­li­ner Unter­neh­men, die auf Umver­pa­ckun­gen ver­zich­ten wür­den, ein Bonus-Sys­tem­ein­zu­räu­men, bspw. mit einem spe­zi­el­len Ber­li­ner Ver­pa­ckungs-Ver­mei­dungs-Umwelt­sie­gel?

Fra­ge 4:
Wel­che Anlauf­stel­le in der Ber­li­ner Ver­wal­tung kön­nen Unter­neh­men auf­su­chen, wenn sie sich hin­sicht­li­ch der Umver­pa­ckungs­ver­mei­dung bera­ten las­sen wol­len?

Oli­ver Frie­de­ri­ci und Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1, 3 und 4:
Der Senat unter­stützt gene­rell das lang geheg­te Ziel der Ver­mei­dung von Ver­pa­ckungs­ab­fäl­len, das erst­ma­lig im Rah­men der Pro­dukt­ver­ant­wor­tung mit der Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung fest­ge­schrie­ben und künf­tig mit dem Ver­pa­ckungs­ge­setz wei­ter­ver­folgt wird. Dabei geht es nicht nur um Umver­pa­ckun­gen aus Plas­tik und Kar­ton. Das Ver­mei­dungs­ge­bot rich­tet sich an alle Her­stel­ler und Ver­trei­ber sämt­li­cher Ver­pa­ckun­gen; dar­in inbe­grif­fen sind Ver­kaufs-, Um- und Trans­port­ver­pa­ckun­gen aller Mate­ri­al­frak­tio­nen. Die jeweils gül­ti­gen Rechts­grund­la­gen des Bun­des regeln das Markt­ver­hal­ten der ver­pflich­te­ten Her­stel­ler und Ver­trei­ber ent­spre­chend und abschlie­ßend.

Ant­wort zu 2:
Nein, sie­he auch Anwort zu den Fra­gen 1, 3 und 4.

1) Wel­che Medi­en­tech­nik wur­de jeweils 2016 und 2017 für den außer­schu­li­schen Lern­ort Kei­bel­stra­ße ange­schafft? Ich bit­te um eine kon­kre­te Auf­lis­tung und dar­um, nach Jah­ren zu unter­schei­den.
2) Wann wur­de die Medi­en­tech­nik gelie­fert? Falls Auf­bau oder Instal­la­ti­on not­wen­dig waren, wann, wo und durch wen erfolg­te dies?
3) Wel­che Medi­en­tech­nik befin­det sich an wel­chem Ort in Gebrauch? Wel­che nicht und war­um nicht?
4) Wel­che Mit­tel aus wel­chen Titeln wur­de 2016 und 2017 zu wel­chem Zweck für den außer­schu­li­schen Lern­ort Kei­bel­stra­ße auf­ge­wen­det? Ich bit­te, den Ansatz und das Ist dar­zu­stel­len und Abwei­chun­gen zu erläu­tern.
5) Wel­che Mit­tel aus wel­chen Titeln sol­len 2018 und 2019 zu wel­chem Zweck für den außer­schu­li­schen Lern­ort Kei­bel­stra­ße auf­ge­wen­det wer­den?
6)Welchen Inhalt hat der Ver­trag mit der Agen­tur KOCMOC.NET? Ich bit­te dar­um, ins­be­son­de­re, aber nicht nur auf die Medi­en­tech­nik ein­zu­ge­hen.
7) Wel­che wei­te­ren Ver­trä­ge bestehen mit und zwi­schen wem zum außer­schu­li­schen Lern­ort Kei­bel­stra­ße?
8) Wie hoch waren die Aus­ga­ben in den Jah­ren 2016 und 2017 für die in Kapi­tel 1010 Titel 68569 (Sons­ti­ge Zuschüs­se für kon­sum­ti­ve Zwecke im Inland) ver­an­schlag­ten Maß­nah­men im Ein­zel­nen?
9) Wie hoch waren die Kos­ten für die Grun­d­er­tüch­ti­gung des ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­fäng­nis­ses Kei­bel­stra­ße, wel­che Maß­nah­men wur­den dabei durch­ge­führt und wer trug die Kos­ten?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.:
Die Medi­en­tech­nik für den Lern­ort wur­de im Jahr 2016 beschafft. Dabei han­delt es sich um 9 vor­kon­fek­tio­nier­te Medi­en­sta­tio­nen auf einem sepa­ra­ten frei­ste­hen­den Board.

Zu 2.:
Die Medi­en­tech­nik wur­de am 16.12.2016 gelie­fert. Es war kei­ne wei­te­re Instal­la­ti­on not-wen­dig. Nach dem bereits durch­ge­führ­ten Pro­be­be­trieb erfolgt der end­gül­ti­ge Ein­satz nach Über­ga­be des Lern­or­tes an die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie.

Zu 3.:
Die Medi­en­tech­nik wur­de auf Grund von Bau­ver­zö­ge­run­gen bei der Grun­d­er­tüch­ti­gung durch die BIM Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH (BIM) in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie zwi­schen­ge­la­gert.

Zu 4.:

Die über die Ansatz­hö­he hin­aus­ge­hen­den Mit­tel wur­den im Rah­men der Haus­halts­wirt-schaft auf­ge­bracht.

Zu 5.:
Im Jahr 2018 ste­hen bei Kapi­tel 1010, Titel 54010, Teil­an­satz 3 ein­ma­lig 200.000 € für die abschlie­ßen­de Umset­zung des Aus­stel­lungs­kon­zepts mit der Agen­tur KOCMOC.net zur Ver­fü­gung. Für den lau­fen­den Betrieb des Lern­orts sind bei Kapi­tel 1010, Titel 68569, Teil­an­satz 17 für das Jahr 2018 183.390 € und für das Jahr 2019 186.840 € ver­or­tet.

Zu 6.:
Die Ent­schei­dung für das Kon­zept von KOCMOC.net fiel am 24.01.2014 nach einem Teil­nah­me­wett­be­werb. Auf Grund der ver­zö­ger­ten Über­ga­be des Gebäu­des durch die BIM an die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie und der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel wur­de KOCMOC.NET antei­lig beauf­tragt. Das betraf 2016: Ent­wurf und Detail­pla­nung Licht­kon­zept, Detail­pla­nung Architektur/Grafik, in Tei­len Inhalts­ko­or­di­na­ti­on, Dreh­bu­cher­stel­lung, Ent­wurf Work­sho­p­raum, kon­fek­tio­nier­te Medi­en­tech­nik für die 9 Medi­en­sta­tio­nen, Vitri­nen für aus­ge­wähl­te Aus­stel­lungs­ob­jek­te, und 2017 Erwerb von Bild-rech­ten, Ein­rich­tung der Büro- und Semi­nar­räu­me.

Zu 7.:
Es besteht eine Pro­jekt­ver­ein­ba­rung mit der BIM Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH zum Zweck der Grun­d­er­tüch­ti­gung des Gebäu­des.

Zu 8.:
Sie­he Ant­wort zur Fra­ge 4.

Zu 9.:
Bis heu­te wur­den von der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie Kos­ten in Höhe von 306.190,00 € für die nut­zer­spe­zi­fi­sche Grun­d­er­tüch­ti­gung des Lern­orts finan­ziert. Die Maß­nah­men umfass­ten fol­gen­de Inhal­te: Her­rich­tung des Gefäng­nis­trakts mit Haft­haus­hal­le und Haft­zel­len im 1.OG, Her­rich­tung von drei bis­her als Akten­raum, Lager und Büro genutz­ten Räu­men im angren­zen­den Ver­wal­tungs­trakt als zen­tra­len Zugangs­be­reich mit Büro, Emp­fang, Gar­de­r­obe und Semi­n­ar-raum, umfas­sen­des funk­ti­ons­spe­zi­fi­sches Beleuch­tungs­kon­zept, Erneue­rung der Elek­tro-Daten­ver­ka­be­lung und Bestü­ckung unter Maß­ga­be aller funk­ti­ons- und ver­an­stal­tungs-tech­ni­schen Vor­füh­run­gen, Anbin­dung an Haus­alarm und sons­ti­ge sicher­heits­tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen.

Vor­be­mer­kung des Abge­ord­ne­ten:
In Druck­sa­che 18/0699, Ent­wurf des Bebau­ungs­plans XV-55a-1–2 für eine Teil­flä­che des städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lungs­be­reichs »Berlin-Johannisthal/Adlershof« zwi­schen Karl-Zieg­ler-Stra­ße und Her­mann-Dor­ner-Allee und nord­west­li­ch der öffent­li­chen Grün­flä­che »Okto­gon« im Bezirk Trep­tow-Köpe­nick, Orts­teil Adlers­hof, wird die Rodung eines etwa 3.700 m² gro­ßen Wal­des genannt.

Fra­ge 1:
Wie vie­le Bäu­me sind betrof­fen?

Fra­ge 2:
Wie bewer­tet der Senat die Höhe der Wal­der­hal­tungs­ab­ga­be von 48.950 Euro?

Fra­ge 3:
Wie­viel kos­tet der Ersatz eines Bau­mes im Durch­schnitt?

Fra­ge 4:
Wel­che Maß­nah­men zuguns­ten des Wal­des sol­len mit der Wal­der­hal­tungs­ab­ga­be umge­setzt wer­den?

Fra­ge 5:
Erach­tet der Senat die­se Maß­nah­men als aus­rei­chen­de Kom­pen­sa­ti­on für den gero­de­ten Wald?

Fra­ge 6:
Wel­che Alter­na­ti­ven hät­ten es zur Wal­der­hal­tungs­ab­ga­be gege­ben? War­um wur­den die Alter­na­ti­ven ver­wor­fen?

Fra­ge 7:
Was pas­siert mit den gefäll­ten Bäu­men?

Fra­ge 8:
Wie hoch sind die Ein­nah­men aus der Ver­mark­tung der gefäll­ten Bäu­me?

Dan­ny Frey­mark

Vor­be­mer­kung der Senats­ver­wal­tung:
Bei dem Kie­fern­auf­wuchs mit Wald­qua­li­tät han­delt es sich um vor ca. 35 Jah­ren gepflanz­te gemei­ne Kie­fern­rei­ser auf dem Gebiet des Wach­re­gi­men­tes »Feliks Dzier­zyns­ki«. Auf der Flä­che besteht seit 2003 Pla­nungs­recht. Ohne kon­kre­tes Bau­vor­ha­ben dür­fen Bäu­me nicht gefällt wer­den. Im Jahr 2014 im Rah­men der früh­zei­ti­gen Betei­li­gung der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge im Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren XV-55a-1–2 haben die Ber­li­ner Fors­ten für ca. 3700 qm Flä­che des Kie­fern­auf­wuch­ses Wald­qua­li­tät fest­ge­stellt. Bei bestehen­dem Pla­nungs­recht hat der Antrag­stel­ler einen Anspruch auf Wald­um­wand­lung gemäß § 6 LWaldG.

Ant­wort zu 1:
Aus­schlag­ge­bend für eine Bewer­tung ist die Flä­che, nicht die Anzahl der Bäu­me. Die kon­kre­te Anzahl der Bäu­me ist dem Senat nicht bekannt.

Ant­wort zu 2:
Die Höhe wur­de im Rah­men des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens XV-55a-1–2 gut­ach­ter­li­ch ermit­telt und mit den Ber­li­ner Fors­ten abge­stimmt.

Ant­wort zu 3:
Das kann nicht pau­schal bezif­fert wer­den, da eine Qua­li­tät – die des Wal­des – ent­spre­chend des umfas­sen­den Kri­te­ri­en­ka­ta­logs aus dem »Leit­fa­den zur Wald­um­wand­lung und zum Wald­aus­gleich im Land Ber­lin« nach Punk­ten bewer­tet wird.

Ant­wort zu 4:
Die Fest­le­gung und Umset­zung der kon­kre­ten Maß­nah­men wer­den nach Ein­gang der Zah­lung bestimmt.

Ant­wort zu 5:
Ja.

Ant­wort zu 6:
Im Bereich der Ent­wick­lungs­maß­nah­me Berlin-Johannisthal/ Adlers­hof bestehen kei­ne Alter­na­ti­ven zur Wal­der­hal­tungs­ab­ga­be. Für einen Aus­gleich inner­halb der Ent­wick­lungs­maß­nah­me ste­hen kei­ne Flä­chen zur Ver­fü­gung.

Ant­wort zu 7+ 8:
Für die Baum­fäl­lung wer­den durch den treu­hän­de­ri­schen Ent­wick­lungs­trä­ger, die Adlers­hof-Pro­jekt GmbH, vor Bau­an­trag­stel­lung Ange­bo­te ein­ge­holt. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass bei der Ange­bots­ab­ga­be die Ver­wert­bar­keit des Hol­zes eine Rol­le spie­len wird.

  1. Wie lan­ge darf ein Antrags­ver­fah­ren auf Existenzgründung/Einstiegsgeld im Höchst­fall dau­ern?
  2. Bie­tet das Job­cen­ter den Anwär­tern auf Exis­tenz­grün­dung die Hil­fe oder Mög­lich­kei­ten in Vor­ge­sprä­chen an, Businesspläne/Konzepte zu erstel­len, da die­se immer zu Schwie­rig­kei­ten in der Erstel­lung füh­ren und einen erheb­li­chen Kos­ten­punkt auf­wei­sen?
  3. Wer­den Exis­tenz­grün­der im Antrags­ver­fah­ren auf­ge­for­dert, drei nega­ti­ve Kre­dit­aus­künf­te ein­zu­rei­chen, um Anspruch auf Ein­stiegs­geld zu erhal­ten?
    3.1. Wenn ja, auf wel­cher Grund­la­ge basiert die­se Anfra­ge?
    3.2. Ist dem Senat bewusst, dass die­se Nega­tiv-Kre­dit­an­fra­gen in der Schu­fa für min­des­tens 1 Jahr unter dem Score­wert gespei­chert wer­den und dem Exis­tenz­grün­der für sei­ne zukünf­ti­ge Kre­dit­wür­dig­keit und unter­neh­me­ri­sche finan­zi­el­le Fle­xi­bi­li­tät nega­tiv zugu­te­kommt?
  4. Ist es rich­tig, dass grö­ße­re Anschaf­fun­gen der Exis­tenz­grün­der vor­ab, näm­li­ch in der vor­läu­fi­gen Erklä­rung »Ein­kom­men Selb­stän­di­ger«, mit­ge­teilt wer­den müs­sen?
    4.1. Wenn ja, wer­den die­se Leis­tun­gen zur Anschaf­fung erst geneh­migt, wenn die­se im Rah­men der vor­läu­fi­gen Leis­tungs­be­wil­li­gung vom Job­cen­ter nicht bean­stan­det wer­den?
    4.2. Nach wel­cher gesetz­li­chen Grund­la­ge wird der Geneh­mi­gungs­vor­be­halt ent­schie­den?
  5. Wel­che För­der­pro­gram­me vor und wäh­rend der Pha­se der Exis­tenz­grün­dung wer­den vom Job­cen­ter und des­sen Part­nern zur För­de­rung und zum Erhalt einer geziel­ten und erfolg­rei­chen Selb­stän­dig­keit ange­bo­ten?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Der Antrag auf Gewäh­rung eines Ein­stiegs­gel­des bei Exis­tenz­grün­dung nach 16b SGB II wird nach Vor­la­ge der voll­stän­di­gen Unter­la­gen beschie­den. Lie­gen alle indi­vi­du­el­len För­der­vor­aus­set­zun­gen vor, kann der Antrag bewil­ligt wer­den. Eine spe­zi­el­le Höchst­gren­ze für die Dau­er die­ses Antrags­ver­fah­rens ist gesetz­li­ch nicht fest­ge­legt. Über einen Antrag ist nach Vor­lie­gen aller erfor­der­li­chen anspruchs­be­grün­den­den Unter­la­gen zügig zu ent­schei­den.

Zu 2.: Zur Unter­stüt­zung der Grün­dungs­vor­be­rei­tung wer­den die Grün­dungs­wil­li­gen regel­mä­ßig auf bera­ten­de Ange­bo­te bei­spiels­wei­se in loka­len Grün­der­netz­wer­ken (z. B.HWK, IHK), auf das Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot zu Exis­tenz­grün­dun­gen auf der Home­page der BA sowie zu Infor­ma­tio­nen zur Exis­tenz­grün­dung (http://www.foerderdatenbank.de), die vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie bereit­ge­stellt wer­den, hin­ge­wie­sen. Des Wei­te­ren kön­nen zur Vor­be­rei­tung auf eine Selb­stän­dig­keit Maß­nah­men zur Her­an­füh­rung an eine selb­stän­di­ge Tätig­keit gem. § 45 SGB III (Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung »Wege in die Selb­stän­dig­keit« und »Eig­nungs­fest­stel­lung für Exis­tenz­grün­der«) geför­dert wer­den.

Zu 3.: Die Gewäh­rung von Ein­stiegs­geld setzt eine posi­ti­ve Beur­tei­lung der per­sön­li­chen Eig­nung der Gründerin/ des Grün­ders und eine posi­ti­ve Pro­gno­se über die künf­ti­ge Trag­fä­hig­keit der Selb­stän­dig­keit durch die Inte­gra­ti­ons­fach­kraft vor­aus. Hier­zu wird i.d.R. die Stel­lung­nah­me einer fach­kun­di­gen Stel­le (Kam­mern, Fach­ver­bän­de, Kre­dit­in­sti­tu­te) ein­ge­holt. Eine Auf­for­de­rung zur Vor­la­ge von drei nega­ti­ven Kre­dit­aus­künf­ten ist nicht vor­ge­se­hen.

Zu 3.1.: Ent­fällt, da eine Auf­for­de­rung zur Vor­la­ge von nega­ti­ven Kre­dit­aus­künf­ten nicht vor­ge­se­hen ist.

Zu 3.2.: Ent­fällt, da eine Auf­for­de­rung zur Vor­la­ge von nega­ti­ven Kre­dit­aus­künf­ten nicht vor­ge­se­hen ist.

Zu 4.: Bezieht die Exis­tenz­grün­de­rin oder der Exis­tenz­grün­der trotz Selb­stän­dig­keit wei­ter­hin Arbeits­lo­sen­geld II zur Siche­rung des Lebens­un­ter­hal­tes, ist sie/er ver­pflich­tet, sein Ein­kom­men aus der selb­stän­di­gen Tätig­keit offen­zu­le­gen. Grö­ße­re Anschaf­fun­gen kön­nen das Ein­kom­men schmä­lern und die Hil­fe­be­dürf­tig­keit damit ver­län­gern. Die Ver­pflich­tung zur Anga­be sämt­li­cher Betriebs­aus­ga­ben ergibt sich aus den Vor­schrif­ten zur Ein­kom­men­s­an­rech­nung der §§ 9, 11b Abs. 1 Nr. 5 SGB II. Die­se fin­det sich auch in den Hin­wei­sen für Selb­stän­di­ge sowie in den aus­zu­fül­len­den Ein­kom­mens­be­schei­ni­gun­gen für Selb­stän­di­ge (For­mu­lar EKS) wie­der. Wenn die Gründerin/ der Grün­der grö­ße­re Anschaf­fun­gen im Rah­men einer beglei­ten­den Hil­fe gem. § 16c SGB II als Dar­le­hen oder Zuschuss bean­tragt, muss die Inte­gra­ti­ons­fach­kraft über die Not­wen­dig­keit und Ange­mes­sen­heit der Gewäh­rung die­ser beglei­ten­den Hil­fen ent­schei­den. Dazu müs­sen alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen.

Zu 4.1.: Die­se Leis­tun­gen wer­den erst bewil­ligt, wenn die För­der­vor­aus­set­zun­gen (Not­wen­dig­keit und Ange­mes­sen­heit) erfüllt sind. Not­wen­dig sind nur sol­che Sach­gü­ter, die für die Rea­li­sie­rung einer Geschäfts­idee oder für die wirt­schaft­li­che Fort­füh­rung der Selb­stän­dig­keit benö­tigt wer­den (d. h. unver­zicht­bar sind). Zugleich dür­fen die Sach­gü­ter nicht auf ande­re Wei­se beschafft wer­den kön­nen. Inso­fern sind alle zumut­ba­ren Alter­na­ti­ven in Hin­bli­ck auf die Finan­zie­rung der Sach­gü­ter aus­zu­schöp­fen (z. B. spe­zi­el­le Bun­des- und Lan­des­pro­gram­me, loka­le Wirt­schafts­för­de­rung, Mikro­kre­di­te). Wei­ter­hin ist im Rah­men der Ange­mes­sen­heit zu prü­fen, ob es preis­güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ven – die den beab­sich­tig­ten Geschäfts­zweck gleich­falls errei­chen – gibt.

Zu 4.2.: Geset­zes­grund­la­ge ist § 16c SGB II.

Zu 5.: Die Job­cen­ter hal­ten zunächst ein Bera­tungs­an­ge­bot vor. Zur Über­win­dung der Hil­fe­be­dürf­tig­keit kann das Ein­stiegs­geld gem. § 16b SGB II gewährt wer­den. Wei­ter­hin sind die Gewäh­rung von Dar­le­hen oder Zuschüs­sen nach § 16c Abs. 1 SGB II sowie die Bera­tung und Ver­mitt­lung von Kennt­nis­sen und Fer­tig­kei­ten im Hin­bli­ck auf die Erhal­tung oder Neu­aus­rich­tung einer selb­stän­di­gen Tätig­keit gem. § 16c Abs. 2 SGB II mög­li­ch. Zur Vor­be­rei­tung auf eine Selb­stän­dig­keit wer­den regel­mä­ßig Maß­nah­men zur Her­an­füh­rung an eine selb­stän­di­ge Tätig­keit gem. § 45 SGB III (Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung »Wege in die Selb­stän­dig­keit« und »Eig­nungs­fest­stel­lung für Exis­tenz­grün­der«) geför­dert. Dar­über hin­aus bie­ten ver­schie­de­ne Insti­tu­tio­nen finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für Exis­tenz­grün­de­rin­nen und Exis­tenz­grün­der an. Bei­spiels­wei­se ver­gibt die Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) unter­schied­li­che Grün­der­kre­di­te (z. B. KfW-Grün­der­kre­dit – Start­geld oder KfW-Grün­der­kre­dit – Uni­ver­sell). Ver­schie­de­ne För­der­pro­gram­me des Bun­des, der Län­der und der Euro­päi­schen Uni­on sind unter http://www.foerderdatenbank.de auf­ge­lis­tet.

  1. Wie hoch ist der Ein­satz von Leih­ar­beits­kräf­ten (AÜG) in der Pfle­ge in Ber­lin? (Auf­stel­lung der Anzahl von Mit­ar­bei­tern in der Pfle­ge mit Zeit­dau­er der Tätig­keit und Tätig­keits­be­reich)
  2. Wel­che Lohn­kos­ten pro Leih­ar­beits­kraft bestehen und wel­che Aus­wir­kun­gen hin­sicht­li­ch der Per­so­nal­kos­ten auf den jewei­li­gen Arbeit­ge­ber hat dies? (Auf­stel­lung im Ver­gleich mit »Regel­per­so­nal«)
  3. Ist dem Senat bekannt, dass Arbeit­neh­mer in Leih­ar­beits­fir­men mehr ver­die­nen als Arbeit­neh­mer in Fest­an­stel­lung? Wenn ja, bit­te Auf­stel­lung der Daten.
  4. Wel­che Kon­se­quen­zen erge­ben sich aus der Abwan­de­rung der Fach– und Hilfs­kräf­te in Leih­ar­beits­fir­men für den »Pfle­ge­not­stand«?
  5. Wel­che Maß­nah­men mit wel­cher zeit­li­chen Per­spek­ti­ve will der Senat ergrei­fen, um die Abwan­de­rung von Fach­kräf­ten zu Leih­ar­beits­fir­men ein­zu­däm­men?
  6. Wel­che Kon­se­quen­zen hin­sicht­li­ch der Qua­li­tät der erbrach­ten Pfle­ge­leis­tun­gen erge­ben sich aus dem Anstieg der Leih­ar­beits­kräf­te?
  7. Wie wer­den Fort– und Wei­ter­bil­dun­gen der Fach­kräf­te in Leih­ar­beits­fir­men über­prüft?
  8. Trifft es zu, dass Leih­ar­bei­ter das Unter­neh­men, für das sie die Tätig­keit ver­rich­ten, nach 9 Mona­ten ver­las­sen müs­sen?
  9. Wie will der Senat den dar­aus resul­tie­ren­den psy­chi­schen Belas­tun­gen der Arbeit­neh­mer im Unter­neh­men ent­ge­gen­wir­ken?
  10. Trifft es zu, dass Pfle­ge­ein­rich­tun­gen hohe »Ablö­se­sum­men« zah­len, wenn die Leih­ar­bei­ter in ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen wech­seln wol­len? Wenn ja, wel­che Zah­len sind dem Senat hier bekannt?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.:
Dem Senat lie­gen kei­ne eige­nen Erkennt­nis­se dazu vor, wie hoch der Ein­satz von Leih­ar­beits­kräf­ten in der Pfle­ge in Ber­lin ist. Er ver­fügt dem­zu­fol­ge auch nicht über eine Auf­stel­lung der Anzahl von Leih­ar­beits­kräf­ten in der Pfle­ge mit Zeit­dau­er der Tätig­keit und Tätig­keits­be­reich. Nach Anga­ben der BA waren jedoch zum Stich­tag 30.06.2017 in Ber­lin ins­ge­samt 4.520 Per­so­nen in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit Tätig­kei­ten in der Pfle­ge beschäf­tigt. Wei­te­re Daten kön­nen der nach­fol­gen­den Tabel­le ent­nom­men wer­den.

Beschäf­tig­te in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit Tätig­kei­ten in der Pfle­ge1):

1) Aus­ge­hend von der Klas­si­fi­ka­ti­on der Beru­fe 2010 (KldB 2010) umfasst Tätig­keit »Pfle­ge« vor­lie­gend (nach Kun­de­de­fi­ni­ti­on) Fol­gen­des:
81301 Gesund­heits-, Kran­ken­pfle­ge (oS)-Helfer
81302 Gesundheits-,Krankenpflege(oS)-Fachkraft
81313 Fach­kran­ken­pfle­ge – Spe­zia­list
81323 Fach­kin­der­kran­ken­pfle­ge – Spe­zia­list
81382 Gesundheits,Krankenpflege(ssT)-Fachkraft
81383 Gesundheits-,Krankenpfl.(ssT)-Spezialist
81393 Aufsicht-Krankenpfl.,Rettungsd.,Geburtsh.
81394 Führung-Krankenpfl.,Rettungsd.,Geburtsh.
82101 Alten­pfle­ge (o.S.) – Hel­fer
82102 Alten­pfle­ge (o.S.) – Fach­kraft
82103 Alten­pfle­ge (o.S.) – Spe­zia­list
82182 Alten­pfle­ge (s.s.T.) – Fach­kraft
82183 Alten­pfle­ge (s.s.T.) – Spe­zia­list
82194 Füh­rung – Alten­pfle­ge
83111 Kin­der­be­treu­ung, –erzie­hung – Hel­fer
83112 Kin­der­be­treu­ung, –erzie­hung – Fach­kraft
83123 Sozi­al­ar­beit, Sozi­al­päd­ago­gik-Spe­zia­list
83124 Sozi­al­ar­beit, Sozi­al­päd­ago­gik – Exper­te
83131 Heilerzie­hungs­pfle­ge, Son­der­päd. –Hel­fer
83132 Heilerziehungspflege,Sonderpäd.-Fachkraft
83133 Heilerziehungspfl.,Sonderpäd.-Spezialist
83142 Haus- und Fami­li­en­pfle­ge – Fach­kraft
83143 Haus- und Fami­li­en­pfle­ge – Spe­zia­list

Quel­le: Bun­des­agen­tur für Arbeit

Zu 2.a.:
Dem Senat lie­gen kei­ne Erkennt­nis­se dazu vor, wel­che Lohn­kos­ten pro Leih­ar­beits­kraft bestehen und wel­che Aus­wir­kun­gen dies hin­sicht­li­ch der Per­so­nal­kos­ten auf den jewei­li­gen Arbeit­ge­ber hat. Nach Anga­ben der BA kön­nen kei­ne pau­scha­len Aus­sa­gen zu den Lohn­kos­ten pro Arbeit­neh­mer bzw. Arbeit­neh­me­rin getrof­fen wer­den. Aller­dings basiert die Bezah­lung von Beschäf­tig­ten in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung – so die BA – über­wie­gend auf Tarif­ver­trä­gen für die Zeit­ar­beits­bran­che; rund drei Vier­tel aller Beschäf­tig­ten in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung arbei­ten nach einem DGB-Tarif. Seit dem 01.04.2017 gilt zudem der Anspruch auf Equal Pay. Wer­den bei der Arbeit­neh­mer­über­las­sung Zeit­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge ange­wen­det, hat der Beschäf­tig­te nach neun Mona­ten unun­ter­bro­che­ner Über­las­sung an den­sel­ben Kun­den einen gesetz­li­chen Equal Pay-Anspruch.

Zu 2.b.:
Dem Senat lie­gen hier­zu kei­ne Daten vor. Dem Senat ist jedoch bekannt, dass z.T. von einer bes­se­ren Bezah­lung der Arbeit­neh­mer und Arbeit­neh­me­rin­nen in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung berich­tet wird. Nach Anga­ben der BA hängt es vom Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau ab, wie­viel Arbeit­neh­mer und Arbeit­neh­me­rin­nen in Leih­ar­beits­fir­men ver­die­nen. Die Erfah­run­gen hät­ten aller­dings gezeigt, dass sich die Beschäf­ti­gungs­struk­tur in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung all­ge­mein grund­sätz­li­ch stark von der der regu­lär Beschäf­tig­ten unter­schei­det. So wer­den in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung häu­fig Hel­fer­tä­tig­kei­ten aus­ge­übt, die im Ver­gleich zu Tätig­kei­ten auf Fach­kraft­ebe­ne nied­ri­ger ent­lohnt sind. In Ber­lin ist das Ver­hält­nis zwi­schen Beschäf­tig­ten in der Arbeit­neh­mer­über­las­sung in der Pfle­ge auf Fach­kraft- und Hel­fe­r­e­be­ne in etwa gleich.

Zu 3.:
Dem Senat lie­gen hier­zu kei­ne belast­ba­ren Erkennt­nis­se vor. Im Rah­men der Fach­kräf­te­si­che­rung wird der Senat das Feld näher beleuch­ten.

Zu 4.:
Der­zeit wer­den die Rah­men­ver­trä­ge nach Sozi­al­ge­setz­buch (SGB) – Elf­tes Buch (XI) in der voll­sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Pfle­ge im Land Ber­lin zwi­schen den Lan­des­ver­bän­den der Pfle­ge­kas­sen, den Ver­bän­den der Leis­tungs­er­brin­ger und dem Land Ber­lin als Sozi­al­hil­fe­trä­ger ver­han­delt. In die­sem Zusam­men­hang wird unter ande­rem auch die The­ma­tik »Leih­ar­beit« bespro­chen. Poli­ti­sches Ziel ist die Begren­zung der Leih­ar­beit.

Zu 5.a.:
Die Leis­tungs­er­brin­ger haben sicher­zu­stel­len, dass alle zur Leis­tungs­er­brin­gung ein­ge­setz­ten Per­so­nen (Fest­an­ge­stell­te und Leih­ar­beits­kräf­te) die erfor­der­li­che per­sön­li­che und fach­li­che Eig­nung zur Tätig­keits­aus­übung auf­wei­sen. Daher müs­sen Leih­ar­beits­kräf­te grund­sätz­li­ch die glei­chen Anfor­de­run­gen nach dem Wohn­teil­ha­be­ge­setz (WTG) und der Wohn­teil­ha­be-Per­so­nal­ver­ord­nung (WTG-PersV) erfül­len wie fest ange­stell­te Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer. Stellt die Heim­auf­sicht einen Ver­stoß gegen Anfor­de­run­gen nach dem WTG bzw. der WTG-PersV fest, ergreift sie die nach § 20 f. WTG vor­ge­se­he­nen ord­nungs­recht­li­chen Maß­nah­men. Hier­zu gehö­ren ins­be­son­de­re die Bera­tung bei Män­geln (§ 21 WTG), Anord­nun­gen zur Män­gel­be­sei­ti­gung (§ 22 WTG) und das Beschäf­ti­gungs­ver­bot (§ 23 Abs. 1 WTG). Ein zwin­gen­der Zusam­men­hang zwi­schen dem Ein­satz von Leih­ar­beits­kräf­ten und fest­ge­stell­ten Män­geln bei der Qua­li­tät der Leis­tungs­er­brin­gung wur­de bis­lang nicht fest­ge­stellt.

Zu 5.b.:
Nach § 12 Abs. 4 des Rah­men­ver­tra­ges gemäß § 75 Abs. 1 und 2 SGB XI zur voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge im Land Ber­lin sind Koope­ra­tio­nen mit Koope­ra­ti­ons­part­nern mög­li­ch, die im Besitz einer Erlaub­nis zur gewerbs­mä­ßi­gen Arbeit­neh­mer­über­las­sung (AÜG) für den Pfle­ge­be­reich durch die Bun­des­agen­tur für Arbeit sind. Die Koope­ra­tio­nen im Bereich der pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung sind nur zuläs­sig, wenn die fach­li­che Ver­ant­wor­tung für die über­tra­ge­ne Leis­tung beim Trä­ger der Ein­rich­tung bestehen bleibt und die Koope­ra­ti­on den Pfle­ge­kas­sen ange­zeigt und die­sen ange­zeig­ten Koope­ra­tio­nen nach Prü­fung nicht wider­spro­chen wur­de. Ein Koope­ra­ti­ons­ver­trag zur pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung muss min­des­tens

- das Direk­ti­ons­recht sowie die Dienst- und Fach­auf­sicht der Pfle­ge­dienst­lei­tung über die Pfle­ge­kräf­te des Koope­ra­ti­ons­part­ners,
– die Ein­wei­sung der Pfle­ge­kräf­te des Koope­ra­ti­ons­part­ners in die Betriebs­ab­läu­fe der Pfle­ge­ein­rich­tung sowie
– die Qua­li­fi­ka­ti­on und fach­li­che Fort­bil­dung der Pfle­ge­kräf­te des Koope­ra­ti­ons­part­ners ent­spre­chend den für die Pfle­ge­ein­rich­tung gel­ten­den Bestim­mun­gen beinhal­ten.

Die Arbeit­neh­mer­über­las­sung darf dem­entspre­chend nur dann erfol­gen, wenn die Pfle­ge­kräf­te die fach­li­che Fort­bil­dung und die Qua­li­fi­ka­ti­on nach den in der Pfle­ge­ein­rich­tung gel­ten­den Bestim­mun­gen erfül­len. Dass die Pfle­ge­kräf­te die ent­spre­chen erfor­der­li­chen Fort­bil­dun­gen und Qua­li­fi­ka­tio­nen haben, liegt in der Ver­ant­wor­tung der jewei­li­gen Pfle­ge­dienst­lei­tung bei der Einrichtung/beim Leis­tungs­er­brin­ger vor Ort. Für die Durch­füh­rung von ggf. erfor­der­li­chen Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen der (Fach-)Kräfte in Leih­ar­beits­fir­men sind die Leih­ar­beits­fir­men ver­ant­wort­li­ch. Die Leis­tungs­er­brin­ger müs­sen sich daher von der Leih­ar­beits­fir­ma die per­sön­li­che und fach­li­che Eig­nung der ent­sand­ten Leih­ar­beits­kräf­te ein­schließ­li­ch ggf. not­wen­di­ger Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen nach­wei­sen las­sen. Unter­la­gen über die Durch­füh­rung not­wen­di­ger Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen von Leih­ar­beits­kräf­ten befin­den sich im Regel­fall nicht beim Leis­tungs­er­brin­ger, son­dern bei der per­so­nal­ak­ten­füh­ren­den Leih­ar­beits­fir­ma. Bei einer Prü­fung muss die Pfle­ge­dienst­lei­tung der Einrichtung/des Leis­tungs­brin­gers dann jedoch zumin­dest die fach­li­che Eig­nung der Leih­ar­beits­kräf­te durch ent­spre­chen­de Kopi­en nach­wei­sen kön­nen. Sofern im Ein­zel­fall Unklar­hei­ten zu Fort- und Wei­ter­bil­dun­gen von Leih­ar­beits­kräf­ten bestehen soll­ten, ist die Pfle­ge­dienst­lei­tung der Einrichtung/des Leis­tungs­er­brin­gers auf­ge­for­dert, ent­spre­chen­de Nach­wei­se von der Leih­ar­beits­fir­ma abzu­for­dern.

Zu 6.:
Kraft Geset­zes muss kei­ne Leih­ar­beits­kraft das Unter­neh­men, für das sie die Tätig­keit ver­rich­tet, nach neun Mona­ten ver­las­sen. Gemäß § 1 Absatz 1b Satz 1 des Geset­zes zur Rege­lung der Arbeit­neh­mer­über­las­sung (Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz – AÜG) darf die ein­zel­ne Leih­ar­beits­kraft grund­sätz­li­ch maxi­mal 18 Mona­te auf dem­sel­ben Arbeits­platz bei einem Ent­lei­her arbei­ten. Nach den §§ 9 Absatz 1 Num­mer 1b, 10 Absatz 1 Satz 1 AÜG ent­steht bei Über­schrei­ten die­ser Über­las­sungs­höchst­gren­ze von Geset­zes wegen ein Arbeits­ver­hält­nis zwi­schen Ent­lei­her und Leih­ar­beits­kraft. Tarif­ver­trä­ge oder auch Betriebs­ver­ein­ba­run­gen kön­nen gege­be­nen­falls Abwei­chun­gen vor­se­hen, die einen

– gegen­über den 18 Mona­ten – (deut­li­ch) län­ge­ren Ein­satz von Leih­ar­beits­kräf­ten ermög­li­chen. Gemäß § 8 Absatz 4 Satz 1 AÜG endet nach den ers­ten neun Mona­ten einer Über­las­sung an einen Ent­lei­her ledig­li­ch der Regel­zeit­raum, in dem durch einen Tarif­ver­trag vom Equal-Pay-Grund­satz (»glei­cher Lohn für glei­che Arbeit«) abge­wi­chen wer­den kann (unter bestimm­ten tarif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, sog. Bran­chen-Zuschlags­ta­rif­ver­trä­gen, gilt eine Gren­ze von 15 Mona­ten).

Zu 7.:
Gesund­heits­för­der­li­che Arbeits­be­din­gun­gen sind eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung dafür, die Leis­tungs­fä­hig­keit von Arbeit­neh­mern und Arbeit­neh­me­rin­nen in der Pfle­ge zu erhal­ten. Die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Nor­men liegt in der Ver­ant­wor­tung der Arbeit­ge­ber bzw. der Arbeit­ge­be­rin.

Zu 8.:
Dem Senat lie­gen hier­zu kei­ne gesi­cher­ten Erkennt­nis­se vor.

1. Ist dem Senat bekannt, dass zwi­schen dem Ost­ha­fen und der Rum­mels­bur­ger Bucht ein ca. 100 m lan­ges Teil­stück zur Ver­bin­dung der bei­den bestehen­den Ufer­wan­der­we­ge fehlt, wodurch für Orts­un­kun­di­ge auf dem Weg vom Ost­ha­fen in die Rum­mels­bur­ger Bucht und umge­kehrt ein Umweg von ca. 1,2 km not­wen­dig ist?
2. Wann wur­de der Ufer­wan­der­weg bis an die Elsen­brü­cke her­an im Ber­li­ner Ost­ha­fen fer­tig­ge­stellt?
3. Wann wur­de der Ufer­wan­der­weg bis an die Elsen­brü­cke her­an in der Rum­mels­bur­ger Bucht fer­tig gestellt?
4. Aus wel­chen Grün­den ist das feh­len­de Teil­stück zwi­schen den bei­den Wan­der­wer­gen bis­her nicht fer­tig­ge­stellt wor­den?
5. Besteht eine Pla­nung zur Schlie­ßung des feh­len­den Teil­stü­ckes und falls ja, wel­che Behör­den sind bzw. wur­den dar­an betei­ligt?
6. Sofern eine Pla­nung zur Schlie­ßung des feh­len­den Teil­stü­ckes bestehen soll­te (Fra­ge 5), in wel­chem Pla­nungs­stand befin­det sich die­se und wel­che zeit­li­chen Per­spek­ti­ven bestehen hin­sicht­li­ch Bau und Fer­tig­stel­lung?
7. Sofern kei­ne Pla­nun­gen zur Schlie­ßung des feh­len­den Teil­stü­ckes bestehen soll­ten (Fra­ge 5), wel­che Behör­den wären für eine Pla­nung und Aus­füh­rung zustän­dig bzw. feder­füh­rend?
8. Wel­che Kos­ten fal­len für eine Schlie­ßung des feh­len­den Teil­stü­ckes an?
9. Sind dem Senat Initia­ti­ven sei­tens des Bezirks Fried­richs­hain-Kreuz­berg bekannt, die eine Schlie­ßung des feh­len­den Teil­stü­ckes zum Inhalt haben.

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Ja.

Ant­wort zu 2
Im Rah­men der Ent­wick­lungs­maß­nah­men erfolg­te die Fer­tig­stel­lung abschnitt­wei­se von 2007 bis 2008.

Ant­wort zu 3:
Dem Senat ist auch nach Rück­fra­ge mit dem Bezirk das Datum der Fer­tig­stel­lung nicht bekannt.

Ant­wort zu 4, zu 5 und zu 6:
Die Schlie­ßung die­ser Lücke wäre mit einem erheb­li­chen Abstim­mungs- und Geneh­mi­gungs­auf­wand mit dem Was­ser- und Schiff­fahrts­amt des Bun­des (WSA) und der Was­ser­be­hör­de des Lan­des Ber­lins ver­bun­den, da die Spree eine Bun­des­was­ser­stra­ße ist und in dem Bereich der Bahn­que­rung bereits ein­ge­schränkt ist und somit der ver­füg­ba­re Schif­fahr­t­raum erheb­li­ch redu­ziert ist. Eine denk­ba­re Steg­an­la­ge wäre unter Vor­aus­set­zung der Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit durch das WSA, auf Schiffsan­prall zu bemes­sen, was zu erheb­li­chen Kos­ten füh­ren wür­de.

Ant­wort zu 7:
Die Pla­nung und Aus­füh­rung wür­den von der für die Ver­kehrs­pla­nung zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung wahr­ge­nom­men wer­den.

Ant­wort zu 8:
Eine ver­läss­li­che Ermitt­lung der Kos­ten kann erst im Rah­men kon­kre­ter Pla­nun­gen vor­ge­nom­men wer­den.

Ant­wort zu 9:
Nein.

Fra­ge 1:
Wel­che Men­gen unge­klär­ten Abwas­sers wer­den pro Jahr über die Misch- bzw. Trenn­ka­na­li­sa­ti­on in die Rum­mels­bur­ger Bucht ein­ge­lei­tet (bit­te getrennt auf­füh­ren)?

Fra­ge 2:
Wel­che Men­gen Rei­fen­ab­rieb (Gesamt­men­ge / Jahr) wer­den über die Kana­li­sa­ti­on in die Bucht ein­ge­lei­tet?

Fra­ge 3:
Wer­den Schwer­me­tal­le über die Kana­li­sa­ti­on in die Bucht ein­ge­lei­tet und wenn ja, wie und in wel­chen Men­gen lagern sich die Schwer­me­tal­le auf der Gewäs­ser­soh­le der Bucht ab? Wel­che Schä­di­gun­gen der Flo­ra und Fau­na des Sees zie­hen die Abla­ge­run­gen nach sich?

Fra­ge 4:
Wel­che Men­gen Hun­de­kot (Gesamt­men­ge / Jahr) wer­den über die Kana­li­sa­ti­on in die Bucht ein­ge­lei­tet?

Fra­ge 5:
Wann haben die Pla­nun­gen zur Redu­zie­rung der Ein­lei­tungs­men­gen in die Rum­mels­bur­ger Bucht begon­nen?

Fra­ge 6:
Wel­che Maß­nah­men sind bis­her umge­setzt?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Das Ein­zugs­ge­biet des Rum­mels­bur­ger Sees ein­schließ­li­ch des Rusche­gra­bens und des Mar­zahn-Hohen­schön­hau­se­ner-Grenz­gra­bens (MHG) wer­den aus­schließ­li­ch über ein Trenn­sys­tem ent­wäs­sert. Über den Rusche­gra­ben gelangt ein Jah­res­ge­samt­ab­fluss (Sum­me aus Tro­cken­wet­ter- und Regen­wet­ter­ab­fluss) von ca. 1,7 Mio. m³ in den See. Der mitt­le­re Regen­wet­ter­ab­fluss liegt bei ca. 0,9 Mio. m³/a. Der MHG mün­det außer­halb des durch eine Spund­wand abge­trenn­ten See­be­ckens in die Spree. Der Jah­res­ge­samt­ab­fluss liegt bei ca. 3 Mio. m³/a; der mitt­le­re Regen­wet­ter­ab­fluss bei ca. 1,4 Mio. m³/a.

Ant­wort zu 2:
Dazu lie­gen kei­ne dezi­dier­ten Unter­su­chun­gen vor. Die Emis­sio­nen (Brut­to­e­mis­sio­nen) von Rei­fen­ab­rieb (Poly­mer) ein­schließ­li­ch Abrieb von Brems­be­lä­gen könn­ten über die im Ein­zugs­ge­biet gefah­re­nen Jah­res­ki­lo­me­ter aller Fahr­zeu­ge bilan­ziert wer­den. Die exter­nen Belas­tun­gen des Sees wer­den vor­wie­gend über Mess­kam­pa­gnen in den Zuläu­fen ana­ly­siert oder über Ana­lo­gie­schlüs­se zu Mes­sun­gen in ähn­li­chen Ein­zugs­ge­bie­ten bilan­ziert. Somit wer­den auch die Belas­tun­gen aus dem Rei­fen­ab­rieb neben ande­ren Emis­si­ons­quel­len sum­ma­ri­sch über die Para­me­ter abfil­trier­ba­re Stof­fe und Schwer­me­tal­le (v.a. Zink) mit erfasst.

Ant­wort zu 3:
Über den Regen­wet­ter­ab­fluss bei­der Zuflüs­se gelan­gen ca. 400 t/a abfil­trier­ba­re Stof­fe und 390 kg/a Zink in den See bzw. in die Spree. Der Rum­mels­bur­ger See zeigt erheb­li­che Defi­zi­te in der Sedi­ment­be­sied­lung mit Orga­nis­men (wir­bel­lo­se Fau­na). Als poten­zi­el­le Ursa­chen hier­für sind sowohl die che­mi­sche Belas­tung mit schwer abbau­ba­ren Schad­stof­fen als auch die ungüns­ti­gen Sub­strat­ver­hält­nis­se (größ­ten­teils sehr fein­kör­ni­ges, struk­tur- und poren­ar­mes Sedi­ment in sau­er­stoff­ar­mem Milieu) anzu­füh­ren. Ein ein­deu­ti­ger Zusam­men­hang zwi­schen Ursa­che und Wir­kung ist nicht nach­weis­bar. Die ufer­na­hen, eher san­di­gen Berei­che wer­den durch die wir­bel­lo­se Fau­na und die bent­hi­schen Dia­to­meen rela­tiv arten­reich besie­delt. Die Schwer­me­tal­le stel­len dabei nur einen Teil der che­mi­schen Sedi­ment­be­las­tung dar. Unter­su­chun­gen haben gezeigt, dass die Remo­bi­li­sie­rung der Metal­le aus dem Sedi­ment unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen gering ist. Bei Schad­stoff­un­ter­su­chun­gen von Fischen (Aale und Bleie) aus dem Rum­mels­bur­ger See wur­den im Jahr 2016 kei­ne Über­schrei­tun­gen der zuläs­si­gen Höchst­men­gen für Schwer­me­tal­le fest­ge­stellt.

Ant­wort zu 4:
Dazu lie­gen dem Senat kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Ant­wort zu 5:
Eine ers­te Stu­die zu tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten der Redu­zie­rung des Schmutz­fracht­ein­tra­ges in den Rum­mels­bur­ger See wur­de im Jahr 2000 erstellt.

Ant­wort zu 6:
Da ein gro­ßer Anteil der orga­ni­schen Schmutz­fracht und Nähr­stof­fe auch über den Tro­cken­wet­ter­ab­fluss ein­ge­tra­gen wird, wur­de das Ein­zugs­ge­biet des Rusche­gra­bens durch die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be inten­siv auf Fehl­an­schlüs­se von pri­va­ten Schmutz­was­ser­grund­lei­tun­gen an die Regen­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on unter­sucht. Auf­ge­fun­de­ne Fehl­an­schlüs­se wur­den besei­tigt. Auf­grund der Grö­ße des Ein­zugs­ge­bie­tes (ca. 900 ha) ist die Fest­stel­lung und Besei­ti­gung von Fehl­an­schlüs­sen ein auf­wen­di­ger Pro­zess, der durch die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be kon­ti­nu­ier­li­ch im Rah­men betrieb­li­cher Maß­nah­men durch­ge­führt wird.

Fra­ge 1:
In wel­chen Stra­ßen der Orts­tei­le Bies­dorf, Fried­richs­fel­de, Karls­hor­st, Kauls­dorf und Mahls­dorf fan­den zuletzt Ver­kehrs­zäh­lun­gen statt?

Fra­ge 2:
Wer hat wann und in wel­chem Zeit­raum die­se Ver­kehrs­zäh­lun­gen durch­ge­führt (bit­te Tag und Uhr­zei­ten benen­nen)?

Fra­ge 3:
Wel­che Ver­kehrs­be­las­tun­gen (DTV-Wer­te) wur­den in den Stra­ßen ermit­telt?

Fra­ge 4:
Wel­che Ver­kehrs­be­las­tun­gen (DTV-Wer­te) haben dabei fol­gen­de Stra­ßen­zü­ge:

  1. a) Stra­ße »Am Tier­park«
  2. b) Tres­ko­wal­lee (Karls­hor­st)
  3. c) Wal­do­wal­lee (Karls­hor­st)
  4. d) Köpe­ni­cker Stra­ße (Bies­dorf)
  5. e) Chem­nit­zer Stra­ße
  6. f) Hult­schiner Damm
  7. g) Höno­wer Stra­ße? (falls nicht bereits unter 3 auf­ge­führt)

Fra­ge 5:
Sind in die­sem Jahr neue Ver­kehrs­zäh­lun­gen für die unter 1. beant­wor­te­ten Stra­ßen und unter 4. Genann­ten Stra­ßen vor­ge­se­hen und wenn ja, wann wer­den die­se erfol­gen?

Fra­ge 6:
Wie ent­wi­ckel­ten sich die Ver­kehrs­be­las­tun­gen in den unter 1. und unter 4. genann­ten Stra­ßen in den letz­ten 10 Jah­ren?

Fra­ge 7:
Wor­in lie­gen die Haupt­ur­sa­chen für die Ver­än­de­run­gen der Ver­kehrs­be­las­tun­gen?

Fra­ge 8:
Wel­che Ent­wick­lun­gen des Ver­kehrs­auf­kom­mens sind mit der Fer­tig­stel­lung des Flug­ha­fens BER in die­sen Stra­ßen zu erwar­ten (bit­te je Stra­ße auf­füh­ren)?

Fra­ge 9:
Wel­che wesent­li­chen Woh­nungs­bau­vor­ha­ben (ober­halb von 250 WE) sind in den Ein­zugs-gebie­ten die­ser Stra­ßen geplant?

Fra­ge 10:
Wel­che Aus­wir­kun­gen haben die­se Woh­nungs­bau­vor­ha­ben auf die Ent­wick­lung des Ver­kehrs­auf­kom­mens in die­sen Stra­ßen (bit­te je Stra­ße auf­füh­ren)?

Fra­ge 11:
Wel­chen kon­kre­ten Sanie­rungs­be­darf haben die unter 4. genann­ten Stra­ßen bis zum Jah­re 2021 und wann sind wel­che Sanie­rungs­maß­nah­men für die­se Stra­ßen vor­ge­se­hen?

Fra­ge 12:
Wann erfolg­ten ent­lang der unter 1. und 4. genann­ten Stra­ßen Mes­sun­gen, um Über­schrei­tun­gen der zuge­las­se­nen Grenz­wer­te für Fein­staub und für Stick­stoff­di­oxi­de im Tages- und Jah­res­mit­tel zu ermit­teln?

Fra­ge 13:
Wel­che Ergeb­nis­se hat­ten die unter 12. erfrag­ten Mes­sun­gen?

Fra­ge 14:
Sofern kei­ne Mes­sun­gen erfolg­ten: Wel­che Ein­schät­zun­gen hat der Senat zu den Grenz­wert­über­schrei­tun­gen von Stick­stoff­di­oxi­den und Fein­staub in den genann­ten Stra­ßen?

Mario Cza­ja, Chris­ti­an Gräff und Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1 und 2:
Die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB) ist für die Durch­füh­rung und Aus­wer­tung von Ver­kehrs­er­he­bun­gen zustän­dig, die für die Behör­den des Lan­des Ber­lin für die Zwecke der Ver­kehrs­len­kung und –pla­nung sowie Stadt­pla­nung benö­tigt wer­den. Grund­la­ge ist das im Stadt­ent­wick­lungs­plan Ver­kehr defi­nier­te über­ge­ord­ne­te Stra­ßen­netz von Ber­lin. Eine Kar­te der Kfz-und Lkw-Ver­kehrs­stär­ken für einen durch­schnitt­li­chen Werk­tag aus 2014 ist auf den Inter­net­sei­ten der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz ver­öf­fent­licht unter http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/lenkung/vlb/de/erhebungen.shtml. Ergän­zend zur Stra­ßen­ver­kehrs­zäh­lung 2014 sind in der nach­fol­gen­den Tabel­le jene Stra­ßen auf­ge­führt, in denen zwi­schen 2014 und 2017 eine Erhe­bung im Auf­trag der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz statt­fand. Die­ser Tabel­le kön­nen der Zähl­tag der jeweils letz­ten Erhe­bung, die Erhe­bungs­dau­er und der Name des damit beauf­trag­ten Inge­nieur­bü­ros ent­nom­men wer­den.

Ant­wort zu den 3, 4 und 6:
Kar­ten der Kfz-und Lkw-Ver­kehrs­stär­ken für einen durch­schnitt­li­chen Werk­tag aus 2014 und 2009 (sowie 2005) sind auf der Inter­net­sei­te der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz ver­öf­fent­licht unter http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/lenkung/vlb/de/erhebungen.shtml. Für jene Abschnit­te, die 2014 das letz­te Mal erho­ben wur­den, kön­nen die ent­spre­chen­den Daten aus der Stra­ßen­ver­kehrs­zäh­lung 2014 und für die Dar­stel­lung der Ent­wick­lung (falls ver­füg­bar) aus der Zäh­lung 2009 der nach­fol­gen­den Tabel­le ent­nom­men wer­den.

Legen­de
DTV-Wt …durch­schnitt­li­che täg­li­che Ver­kehrs­stär­ke an Werk­ta­gen (Kfz/24 Std.)
Die Zustän­dig­keit des Ref. IV A Sen­UVK bezieht sich auf Werk­ta­ge.

Ant­wort zu 5:
Für das Erhe­bungs­jahr 2018 lie­gen der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB) für die in der Anfra­ge genann­ten Orts­tei­le noch kei­ne kon­kre­ten Anfor­de­run­gen für die Durch­füh­rung von Ver­kehrs­er­he­bun­gen vor. Die­se wer­den gekop­pelt mit den nächs­ten umfang­rei­chen Erhe­bun­gen im über­ge­ord­ne­ten Stra­ßen­netz von Ber­lin durch­ge­führt, um die »Stra­ßen­ver­kehrs­zäh­lung 2019« zu erar­bei­ten.

Ant­wort zu 7:
Ver­än­de­run­gen in den Ver­kehrs­be­las­tungs­wer­ten kön­nen viel­fäl­ti­ge Grün­de haben. Die in den ange­frag­ten Orts­tei­len fest­ge­stell­ten Ver­än­de­run­gen in den Quer­schnitts­be­las­tun­gen wer­den auf Bau­ak­ti­vi­tä­ten sowie auf die städ­te­bau­li­che Nach­ver­dich­tung und die Aus­wir­kun­gen der wach­sen­den Stadt zurück­ge­führt.

Ant­wort zu 8:
Die ver­kehr­li­che Anbin­dung an den Flug­ha­fen erfolgt für den MIV über einen Auto­bahn­an­schluss an die A 113 sowie an die Bun­des­stra­ße B 96a. Bei der Her­kunft der Flug­gäs­te zeigt sich, dass anhand der Pro­gno­sen der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft aus den Bezir­ken Trep­tow-Köpe­nick, Mar­zahn-Hel­lers­dorf sowie Lich­ten­berg vor­aus­sicht­li­ch nur ein gerin­ger Teil der Flug­gäs­te erwar­tet wer­den. Zusam­men stel­len sie weni­ger als 10% des täg­li­chen Auf­kom­mens. Die meis­ten Flug­gäs­te wer­den aus den Bezir­ken Mit­te, Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, Fried­richs­hain-Kreuz­berg, Tem­pel­hof-Schö­ne­berg sowie Pan­kow pro­gnos­ti­ziert. Ana­log gestal­ten sich die Zah­len und die räum­li­che Ver­tei­lung der Beglei­ter (Brin­gen und Abho­len von Flug­gäs­ten). Auch für die Beschäf­tig­ten lässt sich nur eine gerin­ge­re Nach­fra­ge aus den Bezir­ken Mar­zahn-Hel­lers­dorf und Lich­ten­berg ablei­ten, die über die vorhandene/ geplan­te Infra­struk­tur (z.B. Tan­gen­tia­le Ver­bin­dung Ost [TVO]) anrei­sen wer­den. Und die­ses erwar­te­te gerin­ge täg­li­che Auf­kom­men teilt sich auf meh­re­re vor­han­de­ne Stra­ßen im betref­fen­den Stadt­qua­dran­ten auf. Die­se Unter­su­chun­gen sind bis­lang nicht voll­stän­dig aktua­li­siert, so dass kei­ne stre­cken­be­zo­ge­nen Aus­wer­tun­gen mög­li­ch sind.

Ant­wort zu 9:
Für die Stra­ßen Am Tier­park, Chem­nit­zer Stra­ße und Höno­wer Stra­ße sind uns kei­ne geplan­ten Woh­nungs­bau­vor­ha­ben in der abge­frag­ten Grö­ßen­ord­nung bekannt. In Karls­hor­st sind meh­re­re Woh­nungs­vor­ha­ben geplant, die im Ein­zugs­be­reich der Wal­do­wal­lee und in Tei­len der Tres­ko­wal­lee lie­gen:

- B-Plan 11–29, ca. 250–300 WE (zwi­schen Köpe­ni­cker Allee und Wal­do­wal­lee, südl. Rhein­stein­stra­ße)
– B-Plan XVII-50, Gar­ten­stadt Karls­hor­st, ca. 750 WE

Im Ein­zugs­be­reich des Hult­schiner Damms liegt das Woh­nungs­bau­pro­jekt Theo­dor­park mit ca. 250 WE (B-Plä­ne XXIII-9a und XXIII-9b).

Im nörd­li­chen Bereich der Köpe­ni­cker Stra­ße liegt der B-Plan XXI-34a mit ca. 500 WE und der B-Plan XXI-31a mit ca. 250 WE.

Ant­wort zu 10:
Für die Bau­vor­ha­ben wer­den Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren durch­ge­führt. Im Rah­men die­ser Ver­fah­ren wer­den durch den Vor­ha­ben­trä­ger ver­kehr­li­che Unter­su­chun­gen durch­ge­führt. Die­se die­nen dazu, die ver­kehr­li­che Erschlie­ßung und stadt­ver­träg­li­che Bewäl­ti­gung des Bau­vor­ha­bens nach­zu­wei­sen. Hier­bei wer­den grund­sätz­li­ch der Bestand sowie die ver­kehr­li­chen und städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lun­gen im Umfeld des Vor­ha­bens betrach­tet. Zusam­men mit der Ver­kehrs­er­zeu­gung des Vor­ha­bens und der all­ge­mei­nen Ent­wick­lungs­er­war­tun­gen wer­den dann die Leis­tungs­fä­hig­keit der im Umfeld lie­gen­den Kno­ten­punk­te ermit­telt und ggf. Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung vor­ge­schla­gen. Durch die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung bedingt ist auch die Ent­wick­lung der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur für alle Ver­kehrs­trä­ger in der Pla­nung. Ins­be­son­de­re der geplan­te Lücken­schluß der Tan­gen­tia­len Ver­bin­dung Ost (TVO) wird zu einer Kon­zen­tra­ti­on und damit Ent­las­tung heu­ti­ger Stra­ßen bei­tra­gen.

Ant­wort zu 11:
Von den für die Bau­last­trä­ger­schaft der genann­ten Stra­ßen zustän­di­gen Bezirks­äm­tern wur­de vom Bezirks­amt Mar­zahn-Hel­lers­dorf fol­gen­der Sach­stand zuge­ar­bei­tet: »Die unter Fra­ge 4 d) bis g) genann­ten Stra­ßen haben jeweils einen hohen Sanie­rungs­be­darf. Die Asphalt­de­cken sind hoch­gra­dig ver­schlis­sen und wur­den in der Ver­gan­gen­heit nur punk­tu­ell instand­ge­setzt. Die Trag­fä­hig­keit aller die­ser Stra­ßen ent­spricht nicht mehr dem gegen­wär­ti­gen Ver­kehrs­auf­kom­men, was sich in zahl­rei­chen Ver­for­mun­gen und den dar­aus resul­tie­ren­den Geräusch- und Erschüt­te­rungs­emis­sio­nen äußert. Geh­we­ge und Rad­ver­kehrs­an­la­gen sind z.T. nicht durch­gän­gig vor­han­den. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass alle genann­ten Stra­ßen nicht oder nur abschnitts­wei­se über Ent­wäs­se­rungs­an­la­gen ver­fü­gen, so dass im Fal­le einer inves­ti­ven Grund­er­neue­rung ent­spre­chend lan­ge Vor­be­rei­tungs­zei­ten erfor­der­li­ch wären, da erfor­der­li­che Vor­flu­ten zzt. nicht vor­han­den sind. Eine grund­haf­te Erneue­rung der Köpe­ni­cker Stra­ße ist erst nach Inbe­trieb­nah­me der TVO sinn­voll, da dann der Aus­bau­stan­dard dem aktu­el­len Ver­kehrs­auf­kom­men anzu­pas­sen wäre. Das käme in ers­ter Linie dem Bau von Geh­we­gen und Rad­ver­kehrs­an­la­gen zugu­te. Mit der TVO stün­de dann eine geeig­ne­te Umlei­tungs­stre­cke wäh­rend der Bau­zeit zur Ver­fü­gung. Die grund­haf­te Erneue­rung der Chem­nit­zer Stra­ße ist in der Inves­ti­ti­ons­pla­nung ab 2020 vor­ge­se­hen, ist jedoch noch abhän­gig vom Arbeits­stand des B-Plans für den Bereich nörd­li­ch der Mos­ba­cher Stra­ße. Vor­ab wer­den noch abschnitts­wei­se Fahr­bah­nerneue­run­gen erfor­der­li­ch. Eine inves­ti­ve Erneue­rung des Hult­schiner Dam­mes und der Höno­wer Stra­ße ist noch nicht ter­mi­niert. Sie ist abhän­gig von der Ent­schei­dung zur Ver­kehrs­lö­sung Mahls­dorf. Vor­ab wer­den Fahr­bahn­in­stand­set­zun­gen erforderlich.«Vom Bezirks­amt Lich­ten­berg gab es fol­gen­de Stel­lung­nah­me:

»a) Die Stra­ße am Tier­park ist zwi­schen Alt-Fried­richs­fel­de und Sewan­stra­ße 2012 im Zusam­men­hang mit Glei­ser­neue­run­gen der BVG erneu­ert wor­den. Hier sind nur nor­ma­le Unter­hal­tungs­maß­nah­men erfor­der­li­ch. Im Fahr­bahn­ab­schnitt zwi­schen Sewan­stra­ße und Tres­ko­wal­lee sind erheb­li­che Fahr­bahn­ver­drü­ckun­gen vor­han­den. Hier ist drin­gen­der Bedarf an Fahr­bahn­sa­nie­rung gege­ben. Die erfor­der­li­che Sanie­rung ist der­zeit nicht ter­mi­ni­siert.

b) In der Tres­ko­wal­lee von Stra­ße Am Tier­park bis Wal­do­wal­lee ist die Fahr­bahn schad­haft und sanie­rungs­be­dürf­tig. Eine Sanie­rung ist wegen Bau­maß­nah­men in der Tres­ko­wal­lee von Wal­do­wal­lee bis Wand­litz­stra­ße bis 2022 nicht groß­flä­chig mög­li­ch.

c) Die Deck­schicht der Fahr­bahn der Wal­do­wal­lee ist sanie­rungs­be­dürf­tig. Eine Sanie­rung ist bis 2022 nicht mög­li­ch, da die Wal­do­wal­lee als Umfah­rung der Bau­maß­nah­men in der Tres­ko­wal­lee zwi­schen Wal­do­wal­lee und Wand­litz­stra­ße genutzt wird.

g) Eine Sanie­rung der Höno­wer Stra­ße ist wirt­schaf­li­ch unsin­nig. Hier ist ein inves­ti­ver Neu­bau erfor­der­li­ch.«

Ant­wort zu 12:
In den nach­fol­gend ange­ge­be­nen Mess­zeit­räu­men erfolg­ten an fol­gen­den Orten rou­ti­ne­mä­ßig Luft­schad­stoff­mes­sun­gen:

An dem Mess­ort MP514 wird dabei mit einem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren der Jah­res­mit­tel­wert an NO2 und PM10 erfasst.

Ant­wort zu 13:
An der Mess­sta­ti­on MP514 (Alt Fried­richs­fel­de 8a) wird der NO2-Jah­res­grenz­wert von 40 μg/m³ in allen Jah­re über­schrit­ten. In 2016 wur­de ein NO2-Jah­res­mit­tel von 52 μg/m³ gemes­sen, ein abneh­men­der Trend ist nicht erkenn­bar. Der PM10-Jah­res­grenz­wert von 40 μg/m³ wur­de seit 2004 nicht mehr über­schrit­ten. Der letz­te ermit­tel­te Wert im Jahr 2015 ergab eine PM10-Jah­res­be­las­tung von 32 μg/m³. An allen ande­ren Mess­sta­tio­nen wur­de der Grenz­wer­te für NO2 in allen Jah­ren ein­ge­hal­ten.

Ant­wort zu 14:
An Haupt­ver­kehrs­stra­ßen wird die Luft­schad­stoff­be­las­tung durch NO2 und PM10 mit einem Aus­brei­tungs­mo­dell berech­net. Die letz­te Berech­nung erfolg­te für das Refe­renz­jahr 2015 anhand der neu­es­ten Aus­wer­tun­gen der Ver­kehrs­zah­len, mitt­le­ren Stau­an­tei­le und Ber­li­ner Flot­ten­zu­sam­men­set­zung sowie der neu­es­ten Emis­si­ons­fak­to­ren des Umwelt­bun­des­am­tes. Nach­fol­gend wer­den jeweils die höchst­be­las­te­ten Stra­ßen­ab­schnit­te mit den berech­ne­ten NO2- und PM10-Jah­res­mit­tel 2015 ange­ge­ben:

Die höchst­be­las­te­ten Stra­ßen­ab­schnit­te in den genann­ten Orts­tei­len befin­den sich ent­lang der B1 in Fried­richs­fel­de und in Bies­dorf. Eine NO2-Grenz­wert­über­schrei­tung weist nur ein Abschnitt (Alt-Fried­richs­fel­de zwi­schen Rosen­fel­der Stra­ße und Robert-Uhrig-Stra­ße) auf.

Fra­ge 1:
Wur­de das For­ma­li­sier­te Abwä­gungs- und Rang­ord­nungs­ver­fah­ren (FAR), wie u.a. in der Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge 18 / 11 088 ange­ge­ben, zum Ende des Jah­res 2017 abge­schlos­sen?

  1. Wenn ja, mit wel­chem Ergeb­nis wur­de das FAR abge­schlos­sen?
  2. Wenn nein, wel­che Grün­de lie­gen für die wei­te­re Ver­zö­ge­rung vor und wann ist mit dem for­ma­len Abschluss des FAR-Ver­fah­rens zu rech­nen?

Fra­ge 2:
Zu wel­chem Ergeb­nis ist der Senat für den geplan­ten Rad­schnell­weg gekom­men?

Fra­ge 3:
Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die­ser auf die FAR gehabt (zeit­li­ch und inhalt­li­ch)?

Fra­ge 4:
Wie vie­le Fahr­rad­fah­rer fah­ren der­zei­tig auf dem süd­li­chen Teil der TVO (Spind­lers­fel­der Brü­cken etc.)?

Fra­ge 5:
Wel­che Kennt­nis­se hat der Senat über die Stick­stoff­di­oxid- und Fein­staub­be­las­tung für Fahr­rad­fah­rer auf Fahr­rad­we­gen unmit­tel­bar neben sol­chen Schnell­stra­ßen, wie der TVO?

Fra­ge 6:
Wel­che Schluss­fol­ge­run­gen zieht der Senat aus den unter 5. erfrag­ten Kennt­nis­sen?

Fra­ge 7:
Mit wel­chen Schrit­ten wird die Öffent­lich­keit wei­ter über das Ver­fah­ren infor­miert (bit­te Ter­mi­ne und For­mat der Ver­an­stal­tung benen­nen)?

Fra­ge 8:
Wann ist nach der­zei­ti­gem Stand mit einem Bau­be­ginn zu rech­nen?

Fra­ge 9:
Wann ist nach der­zei­ti­gem Stand mit einem Abschluss der Bau­maß­nah­men zu rech­nen?

Mario Cza­ja, Chris­ti­an Gräff und Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Die Beant­wor­tung der o.g. Schrift­li­chen Anfra­ge lau­te­te: »Die gegen­wär­ti­gen Ver­zö­ge­run­gen las­sen den Abschluss des FAR-Ver­fah­rens frü­hes­tens für Ende 2017 erwar­ten. …«. Die Ant­wort impli­zier­te einen Zeit­raum in des­sen Rah­men sich das FAR-Ver­fah­ren gegen­wär­tig bewegt. Der ver­wal­tungs­in­ter­ne Abschluss des FAR-Ver­fah­rens mit einer Fest­le­gung der Vor­zugs­va­ri­an­te wird im ers­ten Quar­tal 2018 erwar­tet.

Ant­wort zu 2 und 3:
Die bis­her ent­lang der TVO vor­ge­se­he­ne Rad- und Fuß­we­ge­pla­nung waren wie folgt anzu­pas­sen:

- Quer­schnitt

  • Min­des­tens 4 m brei­te asphal­tier­te Rad­fahr­bahn (im Zwei­rich­tungs­ver­kehr nutz­bar),
  • Min­des­tens 2 m brei­ter Geh­weg­be­reich
  • Beleuch­tung für Rad­fahr­bahn und Geh­weg

- Lage/Trassierung

  • Die Rad­schnell­ver­bin­dung ent­lang der TVO soll an der bebau­ten Sei­te geführt wer­den
  • Die maxi­ma­le Längs­nei­gung der Rad­schnell­ver­bin­dung soll ent­spre­chend AV Geh-und Rad­we­ge 3 bis 4 % betra­gen
  • Für die Netz­ver­knüp­fung ist höhen­mä­ßig eine gelän­de­na­he Füh­rung anzu­stre­ben.
  • Die Füh­rung der Rad­schnell­ver­bin­dung kann auch unab­hän­gig von der Gra­di­en­te der TVO erfol­gen.

- Anbin­dun­gen

  • Es sol­len mög­lichst alle zufüh­ren­den Wege von der bebau­ten Sei­te für zu Fuß­ge­hen­de und Rad­fah­ren­de ange­bun­den wer­den kön­nen
  • Die erfor­der­li­chen Stra­ßen­an­bin­dun­gen an die TVO sind im Hin­bli­ck auf eine nive­auf­reie Füh­rung der Rad­schnell­ver­bin­dung ein­schließ­li­ch deren Ver­knüp­fung zu unter­su­chen
  • An den Kno­ten­punk­ten mit der B1/B5 und der Str. An der Wuhl­hei­de erfol­gen plan­glei­che Anbin­dun­gen und Ein­bin­dun­gen in das vor­han­de­ne Rad­we­ge­netz.

Die zeit­li­che Aus­wir­kung ist im Gesamt­kon­text der fort­lau­fen­den Pla­nung nicht abschätz­bar.

Ant­wort zu 4:
Zur Beant­wor­tung die­ser Fra­ge wur­den bei­spiel­haft Erhe­bungs­wer­te von drei Kno­ten­punk­ten aus­ge­wer­tet. Das ermit­tel­te Rad­fah­rer­auf­kom­men kann der nach­fol­gen­den tabel­la­ri­schen Zusam­men­stel­lung ent­nom­men wer­den:

Ant­wort zu 5 und 6:
Die Ergeb­nis­se des Luft­schad­stoff­gut­ach­tens zei­gen, dass ent­lang der Stre­cke der Vari­an­ten der zukünf­ti­gen TVO die Grenz­wer­te der beur­tei­lungs­re­le­van­ten Schad­stof­fe nicht erreicht bzw. über­schrit­ten wer­den.

Ant­wort zu 7:
Der Öffent­lich­keit ste­hen durch­ge­hend aktu­el­le Infor­ma­tio­nen auf der Inter­net­sei­te http://www.berlin.de/senuvk/bauen/strassenbau/tvo/ zur Ver­fü­gung. Der Pla­nungs­bei­rat wird wei­ter­hin in die ein­zel­nen Stu­fen des Pla­nungs­pro­zes­ses ein­ge­bun­den. Die Vor­zugs­va­ri­an­te (Ergeb­nis­se des FAR-Ver­fah­rens, Teil II) soll im Rah­men einer Bür­ger­ver­samm­lung nach vor­he­ri­ger Betei­li­gung des Pla­nungs­bei­rats (März 2018) vor­aus­sicht­li­ch im 2. Quar­tal 2018 der Öffent­lich­keit vor- und zur Dis­kus­si­on gestellt wer­den.

Ant­wort zu 8 und 9:
Nach der­zei­ti­gem Stand ist frü­hes­tens in 2021 mit einem Bau­be­ginn- und einer Bau­zeit von 5 Jah­ren zu rech­nen.

  1. Was wur­de durch wen wann unter­nom­men, um die spä­tes­tens nach dem Mord an Susan­ne F. bekannt gewor­de­nen Sicher­heits­pro­ble­me im Tier­gar­ten zu besei­ti­gen (bit­te um detail­lier­te Auf­lis­tung der betrof­fe­nen Behör­den nach Tagen und Wochen u. a. Bezirks­amt Mit­te und Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, den zustän­di­gen Senats­ver­wal­tun­gen und der Poli­zei)?
  2. Wel­che Maß­nah­men sind bis zum Jah­res­en­de geplant und wel­che Maß­nah­men müs­sen noch durch wen, wann und war­um abge­stimmt wer­den?
  3. Wann und durch wen wur­den die Ange­hö­ri­gen der ermor­de­ten Susan­ne F. über den Fund der Lei­che infor­miert?
  4. Wie wur­den die Ange­hö­ri­gen und durch wen seel­sor­ge­ri­sch betreut?
  5. Hat der Senat dafür Sor­ge getra­gen, dass sich ein poli­ti­sch zustän­di­ger Ver­tre­ter der Exe­ku­ti­ven per­sön­li­ch bei der Fami­lie gemel­det hat (wenn ja, wann und durch wen? Wenn nein, war­um nicht)?
  6. War­um konn­te die Lei­che von Susan­ne F. trotz des Ein­sat­zes u. a. von Spür­hun­den nicht gefun­den wer­den? Wie erklä­ren sich die Behör­den, dass die Lei­che erst Tage spä­ter von einem Pas­san­ten gefun­den wer­den konn­te?
  7. Wie erklärt sich der Senat, dass sich die Ange­hö­ri­gen beim Stel­len der Ver­miss­ten­an­zei­ge nicht opti­mal betreut gefühlt haben und wel­che Schlüs­se zieht der Senat dar­aus?
  8. Wie wird der Senat zukünf­tig sicher­stel­len, dass Men­schen, die eine Ver­miss­ten­an­zei­ge bei der Poli­zei stel­len, voll­stän­dig infor­miert und unter­stützt wer­den?
  9. Wel­che Rol­le spielt der Opfer­schutz gene­rell für den Ber­li­ner Senat
  10. War­um hat die Fami­lie nach sie­ben Wochen noch immer kein Ergeb­nis der Obduk­ti­on?
  11. Wann erhält die Fami­lie der ermor­de­ten Susan­ne F. den Obduk­ti­ons­be­richt?
  12. War­um wur­de ihr Täter nicht abge­scho­ben? Wer hät­te wann und wie dafür Sor­ge tra­gen kön­nen, dass die Abschie­bung voll­zo­gen wird?
  13. Wur­de ein Antrag auf Abschie­bungs­haft gestellt und wenn nicht, war­um nicht?
  14. Wie läuft eine Abschie­bung bei straf­fäl­lig gewor­de­nen Aus­rei­se­pflich­ti­gen ab?
  15. Wie vie­le aus­rei­se­pflich­ti­ge ver­ur­teil­te Straf­tä­ter hiel­ten sich per 30.06.2017 in Ber­lin auf, wie vie­le davon wur­den bis­her abge­scho­ben und wie vie­le befin­den sich der­zeit in Abschie­bungs­haft?
  16. Was plant der Senat, um obdach­lo­sen Men­schen eine Alter­na­ti­ve zum Cam­pie­ren in Parks auf­zu­zei­gen?
  17. Was wird der Senat tun, um an das Opfer Susan­ne F. und die­sen sinn­lo­sen Tod zu erin­nern?

Dan­ny Frey­mark und Bur­kard Dreg­ger

Zu 1.:
Der Gro­ße Tier­gar­ten liegt seit Jah­ren im Fokus der Poli­zei Ber­lin sowie des Bezirks­am­tes Mit­te von Ber­lin, die dort im Rah­men ihrer ori­gi­nä­ren Zustän­dig­kei­ten tätig wer­den. Maß­nah­men wer­den dort anlass­be­zo­gen gemäß eige­ner Fest­stel­lun­gen sowie auf­grund von Bür­ger­be­schwer­den und Straf­an­zei­gen getrof­fen. Maß­nah­men der Poli­zei Ber­lin:

  • Strei­fen­tä­tig­kei­ten zu unre­gel­mä­ßi­gen Zei­ten durch uni­for­mier­te Kräf­te sowie durch Beam­tin­nen und Beam­te in bür­ger­li­cher Klei­dung des zustän­di­gen Poli­zei­ab­schnitts 34,
  • Schwer­punkt­ein­sät­ze mit Unter­stüt­zung von ande­ren Dienst­stel­len (zum Bei­spiel Direk­ti­on Ein­satz, Poli­zei­aka­de­mie),
  • offen­si­ve Prä­senz­maß­nah­men zur Stei­ge­rung des Sicher­heits­ge­fühls,
  • Unter­stüt­zung des Ord­nungs­am­tes in Voll­zugs­hil­fe.

Bereits am 4. Sep­tem­ber 2017 trat eine Ein­satz­an­ord­nung des Poli­zei­ab­schnitts 34 zur Bekämp­fung der in einem Teil­be­reich des Gro­ßen Tier­gar­tens fest­ge­stell­ten Zwangs­pro­sti­tu­ti­on von Kin­dern und Jugend­li­chen aus dem ost­eu­ro­päi­schen Aus­land in Kraft. Die­se beinhal­tet u. a. die Inten­si­vie­rung der Strei­fen­tä­tig­keit. Nach der Tat zum Nach­teil von Frau F. wur­de die poli­zei­li­che Ein­satz­an­ord­nung bis auf Wei­te­res ver­län­gert und der Bereich des Schleu­sen­we­ges in die Maß­nah­men ein­be­zo­gen. Der Gro­ße Tier­gar­ten wird seit Inkraft­tre­ten der Ein­satz­an­ord­nung täg­li­ch mehr­fach (bis zu 10 Mal) zu unre­gel­mä­ßi­gen Zei­ten bestreift. Durch das Bezirks­amt Mit­te von Ber­lin wird die Obdach­lo­sen­pro­ble­ma­tik im Gro­ßen Tier­gar­ten seit meh­re­ren Wochen schwer­punkt­mä­ßig behan­delt. Dazu erfol­gen im dor­ti­gen Bereich täg­li­ch Kontroll-/Streifentätigkeiten (Früh- und Spät­dienst) durch Kräf­te des All­ge­mei­nen Ord­nungs­diens­tes des Ord­nungs­am­tes. Im Rah­men der Strei­fen­tä­tig­keit wer­den sämt­li­che in der Zustän­dig­keit des Ord­nungs­am­tes lie­gen­de Ver­stö­ße berück­sich­tigt. Zu den vor Ort getrof­fe­nen Maß­nah­men gehö­ren z. B. das Aus­spre­chen von Platz­ver­wei­sen und münd­li­chen Ver­war­nun­gen, Per­so­na­li­en­fest­stel­lun­gen, die Auf­nah­me von all­ge­mei­nen und stra­ßen­recht­li­chen Ord­nungs­wid­rig­kei­ten sowie die Räu­mung von Obdach­lo­sen­la­gern. Die Maß­nah­men des Ord­nungs­am­tes erfol­gen in enger Abstim­mung mit der Poli­zei und dem Stra­ßen- und Grün­flä­chen­amt des Bezirks­am­tes Mit­te von Ber­lin. Um das ille­ga­le Cam­pie­ren durch Obdach­lo­se im Gro­ßen Tier­gar­ten zu unter­bin­den, wur­den in den ver­gan­ge­nen Wochen meh­re­re Ver­bund­ein­sät­ze durch die Poli­zei Ber­lin und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­am­tes sowie des Stra­ßen- und Grün­flä­chen­am­tes des Bezirks­am­tes Mit­te von Ber­lin durch­ge­führt. Am 18. Sep­tem­ber 2017 erfolg­te eine Räu­mung am Hansa­platz und am 2. sowie 30. Okto­ber 2017 wur­den ille­ga­le Zelt­la­ger am Schleu­sen­weg geräumt. Am 13. Okto­ber 2017 tra­fen sich auf Initia­ti­ve der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport Ver­tre­ter der Senats­ver­wal­tun­gen für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung, für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les, für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung sowie der Poli­zei Ber­lin sowie der Bezirks­äm­ter Mit­te von Ber­lin und Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, um die Obdach­lo­sen­pro­ble­ma­tik in Ber­lin, ins­be­son­de­re im Gro­ßen Tier­gar­ten und die dar­aus resul­tie­ren­den Hand­lungs­er­for­der­nis­se und –optio­nen res­sort­über­grei­fend zu behan­deln (Task Force Tier­gar­ten). Ein Nach­fol­ge­ter­min ist bereits ange­setzt.

Zu 2.:
Die zu 1. auf­ge­führ­ten poli­zei­li­chen und ord­nungs­be­hörd­li­chen Maß­nah­men wer­den lage­an­ge­passt fort­ge­setzt. Um die Fehl­nut­zung des Gro­ßen Tier­gar­tens ein­zu­däm­men, die Ver­wahr­lo­sung der Grün­an­la­ge zu ver­hin­dern und das Sicher­heits­ge­fühl der Bevöl­ke­rung zu stär­ken, wer­den wei­ter­hin kon­se­quent Platz­ver­wei­se gegen­über Obdach­lo­sen, die dort näch­ti­gen oder cam­pie­ren, aus­ge­spro­chen. Zudem wer­den kon­se­quent die Per­so­na­li­en der ange­trof­fe­nen Kam­pie­ren­den fest­ge­stellt. Zur Abstim­mung und Koor­di­nie­rung der Maß­nah­men, ins­be­son­de­re im Hin­bli­ck auf einen kon­sen­tier­ten ganz­heit­li­chen Ansatz, fin­det auch künf­tig ein enger Aus­tau­sch zwi­schen den zustän­di­gen Behör­den statt.

Zu 3.:
Der Ehe­mann des Opfers wur­de am 8. Sep­tem­ber 2017 gegen 15.25 Uhr durch Mit­ar­bei­ter des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA 1) per­sön­li­ch auf­ge­sucht und über den Tod sei­ner Frau in Kennt­nis gesetzt.

Zu 4.:
Dem Senat lie­gen hier­zu kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Zu 5.:
Der Kon­takt zur Fami­lie von Frau F. wur­de nach der Fest­stel­lung ihres Todes durch­ge­hend durch die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der zustän­di­gen Mord­kom­mis­si­on gewähr­leis­tet. Ob sich dar­über hin­aus ande­re Dienst­kräf­te des Lan­des Ber­lin bei der Fami­lie gemel­det haben, ist der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport nicht bekannt. Eine der­ar­ti­ge Kon­takt­auf­nah­me ist nach Tötungs­de­lik­ten grund­sätz­li­ch nicht vor­ge­se­hen.

Zu 6.:
Das für Ver­miss­ten­vor­gän­ge zustän­di­ge Kom­mis­sa­ri­at der Direk­ti­on 2 ent­schloss sich dazu, nach­dem es am 6. Sep­tem­ber 2017 um 13:30 Uhr über den Sach­ver­halt unter­rich­tet wur­de, unter Berück­sich­ti­gung der Gesamt­um­stän­de noch am glei­chen Tag ers­te Maß­nah­men der Öffent­lich­keits­fahn­dung (z. B. Fahn­dungs­auf­ruf in der Ber­li­ner Abend­schau) ein­zu­lei­ten und umfang­reich zu ermit­teln. Da zu die­sem Zeit­punkt kei­ne Anhalts­punk­te für das Able­ben der Ver­miss­ten vor­la­gen, wur­den Per­so­nen­such­hun­de des Deut­schen Roten Kreu­zes und kei­ne Lei­chen­such­hun­de ein­ge­setzt.

Zu 7.:
Die sub­jek­ti­ve Wahr­neh­mung der Ange­hö­ri­gen bei der Erstat­tung der Ver­miss­ten­an­zei­ge auf dem Poli­zei­ab­schnitt 24 am 6. Sep­tem­ber 2017 kann der Senat nicht beur­tei­len. Ab der Über­nah­me des Vor­gangs am 6. Sep­tem­ber 2017 bis zur Abga­be an die zen­tra­le Ver­miss­ten­stel­le beim Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA 124) am 8. Sep­tem­ber 2017 hat das für Ver­miss­ten­vor­gän­ge zustän­di­ge Kom­mis­sa­ri­at der Direk­ti­on 2 durch­ge­hend tele­fo­ni­schen Kon­takt zum Ehe­mann gehal­ten.

Zu 8.:
Nach der Anzei­gen­er­stat­tung auf einem Poli­zei­ab­schnitt erfol­gen die Infor­ma­ti­on des ört­li­ch zustän­di­gen Kri­mi­nal­dau­er­diens­tes für die Durch­füh­rung ers­ter unauf­schieb­ba­rer Maß­nah­men und die Abga­be des Vor­gan­ges an das für Ver­miss­ten­vor­gän­ge zustän­di­ge Kom­mis­sa­ri­at der ört­li­chen Direk­ti­on. Die Bear­bei­tung erfolgt in enger Abspra­che mit der zen­tra­len Ver­miss­ten­stel­le beim Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA 124), wel­che über eine Ruf­be­reit­schaft sicher­stellt, dass eine fach­li­che Bera­tung vom Zeit­punkt der Anzei­gen­auf­nah­me bis hin zur Vor­gangs­füh­rung im LKA gewähr­leis­tet ist. Die Poli­zei Ber­lin ist bei der Bear­bei­tung von Ver­miss­ten­sa­chen auf die Unter­stüt­zung und Mit­ar­beit der Ange­hö­ri­gen zwin­gend ange­wie­sen und kon­tak­tiert die­se in regel­mä­ßi­gen Abstän­den und bei Vor­lie­gen neu­er Erkennt­nis­se. Per­so­nen, die Ver­miss­ten­an­zei­gen erstat­ten, wer­den bereits jetzt im Rah­men des recht­li­ch Zuläs­si­gen und des Gewünsch­ten umfäng­li­ch infor­miert und unter­stützt. Dies geschieht sowohl in den ört­li­chen Ver­miss­ten­stel­len, als auch im LKA 124 durch lang­jäh­rig in der Ver­miss­ten­fahn­dung täti­ge und in beson­de­rem Maße empa­thi­sche Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter. Der Infor­ma­ti­ons­fluss und vor allem die Unter­stüt­zung von Per­so­nen, die Ver­miss­ten­an­zei­gen erstat­ten, endet oft­mals nicht mit der Klä­rung des Ver­miss­ten­fal­les, son­dern dau­ert – je nach Ein­zel­fall – weit dar­über hin­aus an.

Zu 9.:
Der Opfer­schutz ist dem Senat ein wich­ti­ges Anlie­gen. Der Senat setzt sich inten­siv dafür ein, Geschä­dig­te und auch Hin­ter­blie­be­ne zu ver­sor­gen, umfas­send bei kom­ple­xen Pro­blem­la­gen zu unter­stüt­zen und zu infor­mie­ren. Eine Viel­zahl von Pro­jek­ten aus dem Bereich des Opfer­schut­zes und der Opfer­hil­fe wird mit Zuwen­dun­gen geför­dert:

  • die Opfer­hil­fe Ber­lin e.V., die unter ande­rem psy­cho­so­zia­le Bera­tung leis­tet und das Zeu­gen­be­treu­ungs­zim­mer im Kri­mi­nal­ge­richt betreibt (För­der­sum­me: 288.500,00 Euro),
  • die Gewalt­schutz­am­bu­lanz der Cha­rité – Uni­ver­si­täts­me­di­zin Ber­lin (Grün­dung 2014), die einen ste­tig wach­sen­den Zulauf ver­zeich­net (För­der­sum­me: 750.000,00 Euro),
  • der Wild­was­ser e.V. zur Betreu­ung kind­li­cher und jugend­li­cher Opfer von Sexu­al­straf­ta­ten (För­der­sum­me: 5.490,00 Euro),
  • das Pro­jekt »Bera­tung für Män­ner – gegen Gewalt« der Volks­so­li­da­ri­tät Ber­lin (För­der­sum­me: 95.000,00 Euro),
  • das Pro­jekt »Kind im Zen­trum« vom Evan­ge­li­schen Jugend- und Für­sor­ge­werk für Hil­fen von Betrof­fe­nen bei sexu­el­lem Miss­brauch (För­der­sum­me: 41.799,44 Euro),
  • das Pro­jekt »Kind im Bli­ck« des Sozi­al­diens­tes katho­li­scher Frau­en e.V. Ber­lin für Kin­der, die häus­li­che Gewalt in der Fami­lie mit­er­le­ben muss­ten (För­der­sum­me: 36.100,00 Euro) sowie
  • das Pro­jekt »Kein Täter wer­den« (nur im Jahr 2017, För­der­sum­me: 573.537,12 Euro).

Über­dies wur­de schon im Sep­tem­ber 2012 die Stel­le des Opfer­be­auf­trag­ten des Lan­des Ber­lin ein­ge­rich­tet, der ehren­amt­li­ch und unab­hän­gig vom Senat arbei­tet. Eben­falls seit dem Jahr 2012 gibt es bei der Staats­an­walt­schaft Ber­lin eine Ansprech­part­ne­rin für gleich­ge­schlecht­li­che Lebens­wei­sen, nun­mehr »Ansprech­per­son der Staats­an­walt­schaft Ber­lin für LSBTI« genannt. Schließ­li­ch hat der Senat am 7. Novem­ber 2017 die Ein­rich­tung einer zen­tra­len Anlauf­stel­le für Opfer und Betrof­fe­ne von Ter­ror­an­schlä­gen und Groß­scha­dens­er­eig­nis­sen beschlos­sen, die von der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung auf­ge­baut wird. Bei der Poli­zei Ber­lin ist der Opfer­schutz ein wich­ti­ges Auf­ga­ben­ge­biet inner­halb der Gefah­ren­ab­wehr und Straf­ver­fol­gung. Die Betreu­ung und Sta­bi­li­sie­rung von Opfern nach einer Straf­tat oder einem sons­ti­gen Scha­dens­er­eig­nis sowie die Gel­tend­ma­chung ihrer Opfer­rech­te wer­den als zen­tra­le Ziel­rich­tung des Opfer­schut­zes betrach­tet. Um einen pro­fes­sio­nel­len Opfer­schutz zu gewähr­leis­ten, sind in der Poli­zei Ber­lin hier­für fes­te Struk­tu­ren geschaf­fen wor­den. Dazu gehö­ren die Opfer­schutz- und Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­ten in den Poli­zei­di­rek­tio­nen sowie Abtei­lun­gen des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes, durch die ein Netz­werk zu staat­li­chen und nicht­staat­li­chen Opfer­hil­feein­rich­tun­gen auf­ge­baut und in die poli­zei­li­che Arbeit inte­griert wer­den konn­te. Die enge Zusam­men­ar­beit mit die­sen Hil­feein­rich­tun­gen führt dazu, dass Opfer sowie Zeu­gin­nen und Zeu­gen unmit­tel­bar nach Bekannt­wer­den einer Straf­tat Zugang zum Hil­fe­sys­tem und dadurch die not­wen­di­ge Unter­stüt­zung zur Bewäl­ti­gung der Tat­fol­gen erhal­ten. Der Opfer­schutz ist fes­ter Bestand­teil der poli­zei­li­chen Aus- und Fort­bil­dung.

Zu 10.:
Der Ehe­mann der Ver­stor­be­nen wur­de durch die Poli­zei Ber­lin über das Ergeb­nis der Obduk­ti­on in Kennt­nis gesetzt. Der Obduk­ti­ons­be­richt des gerichts­me­di­zi­ni­schen Insti­tu­tes liegt der Staats­an­walt­schaft und Poli­zei der­zeit noch nicht vor. Die­se Bear­bei­tungs­dau­er ent­spricht der übli­chen Pra­xis.

Zu 11.:
Der Obduk­ti­ons­be­richt wird Teil der Ermitt­lungs­ak­te. Über eine Ein­sicht­nah­me ent­schei­det die Staats­an­walt­schaft Ber­lin. Die­se gewährt mit der gebo­te­nen Beschleu­ni­gung Akten­ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­ten sowie den Obduk­ti­ons­be­richt und erteilt Aus­künf­te nach Maß­ga­be der straf­pro­zes­sua­len Vor­schrif­ten.

Zu 12.:
Eine rechts­kräf­ti­ge Fest­stel­lung der Täter­schaft bezüg­li­ch der Tötung von Susan­ne F. liegt der­zeit nicht vor. Die Beant­wor­tung der Fra­ge erfolgt in Bezug auf den aktu­ell in Unter­su­chungs­haft ein­sit­zen­den tat­ver­däch­ti­gen A. Der Tat­ver­däch­ti­ge A. konn­te nach der Ver­bü­ßung einer Jugend­stra­fe im Dezem­ber 2016 zunächst auf­grund sei­ner Min­der­jäh­rig­keit nicht abge­scho­ben wer­den. Nach § 58 Absatz (Abs.) 1 a Auf­ent­halts­ge­setz (Auf­en­thG) hat sich die Aus­län­der­be­hör­de vor der Abschie­bung zu ver­ge­wis­sern, dass der Min­der­jäh­ri­ge im Rück­kehr­staat einem Mit­glied sei­ner Fami­lie, einer zur Per­so­nen­sor­ge berech­tig­ten Per­son oder einer geeig­ne­ten Auf­nah­me­ein­rich­tung über­ge­ben wird. In Beant­wor­tung einer Anfra­ge der Aus­län­der­be­hör­de Ber­lin teil­te die deut­sche Bot­schaft in Mos­kau am 10. Novem­ber 2016 mit, dass eine Inemp­fang­nah­me am Ziel­flug­ha­fen Mos­kau nicht sicher­ge­stellt wer­den kön­ne. Damit war eine Abschie­bung bis zum 10. August 2017 – dem Ein­tritt der Voll­jäh­rig­keit – aus­ge­schlos­sen. Die Anord­nung von Abschie­bungs­haft kam schon auf­grund der Min­der­jäh­rig­keit nicht in Betracht. Nach § 62 Abs. 1 Satz 3 Auf­en­thG dür­fen Min­der­jäh­ri­ge nur in beson­de­ren Aus­nah­me­fäl­len und nur so lan­ge in Abschie­bungs­haft genom­men wer­den, wie es unter Berück­sich­ti­gung des Kin­des­wohls ange­mes­sen ist. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes ist dem Min­der­jäh­ri­gen­schutz auf­grund der Schwe­re des Ein­griffs grund­sätz­li­ch Vor­rang vor der Siche­rung der Abschie­bung durch Haft ein­zu­räu­men. Davon abge­se­hen wäre eine Abschie­bungs­haft für fast acht Mona­te wegen des durch den A. nicht zu ver­tre­ten­den Abschie­bungs­hin­der­nis­ses schon auf­grund ihrer Dau­er mit dem Beschleu­ni­gungs­ge­bot nicht zu ver­ein­ba­ren gewe­sen. Nach § 62 Abs. 1 Satz 2 Auf­en­thG ist die Inhaft­nah­me auf die kür­zest mög­li­che Dau­er zu beschrän­ken. Nach Ein­tritt der Voll­jäh­rig­keit schei­ter­te eine Abschie­bung an dem nicht bekann­ten Auf­ent­halts­ort und der man­geln­den Ter­min­treue des A. Er erschien grund­sätz­li­ch nicht zu den Vor­spra­che­termi­nen bei der Aus­län­der­be­hör­de. Zusätz­li­ch sicher­te er sich gegen­über einer offen­bar befürch­te­ten Direkt­ab­schie­bung im Rah­men einer Vor­spra­che dadurch ab, dass er am 15. August 2017 zunächst sei­nen ehe­ma­li­gen Betreu­er vor­schick­te, der die Aus­län­der­be­hör­de Ber­lin dar­über infor­mier­te, einen Recht­schutz­an­trag beim Ver­wal­tungs­ge­richt gestellt zu haben. Eine Abschie­bung ohne vor­he­ri­ge gericht­li­che Ent­schei­dung war damit aus­ge­schlos­sen. Erst am Nach­mit­tag des 15. August 2017 sprach A. dann per­sön­li­ch vor. Trotz mehr­fa­cher Auf­for­de­rung durch die Aus­län­der­be­hör­de leg­te er erst am 4. Sep­tem­ber 2017, einen Tag vor der Tat zum Nach­teil von Frau F., einen Wohn­hei­maus­weis für eine Flücht­lings­un­ter­kunft vor. Eine mit der Flug­bu­chung und Orga­ni­sa­ti­on der Sicher­heits­be­glei­tung durch die Bun­des­po­li­zei ver­bun­de­ne Direkt­ab­schie­bung und Fest­nah­me im unmit­tel­ba­ren Vor­feld der Maß­nah­me hät­te nur bei Kennt­nis sei­nes Auf­ent­halts­or­tes sinn­voll vor­be­rei­tet wer­den kön­nen. Eine Fest­nah­me im Rah­men einer Vor­spra­che bei der Aus­län­der­be­hör­de war auf­grund der man­geln­den Ter­min­treue des A. nicht plan­bar.

Zu 13.:
Nein. Begrün­dung gem. Ant­wort zu Fra­ge 12.

Zu 14.:
Sofern eine Ent­schei­dung nach § 456 a StGB ergeht, wer­den straf­fäl­lig gewor­de­ne Aus­län­der nach Mög­lich­keit aus der Straf­haft abge­scho­ben. Nach der Haft­ent­las­sung unter­schei­den sich die Abschie­bungs­ver­fah­ren zwi­schen straf­fäl­lig und nicht straf­fäl­lig gewor­de­nen Aus­län­dern in ers­ter Linie dadurch, dass bei ers­te­ren (je nach Schwe­re der Straf­tat) eine Sicher­heits­be­glei­tung durch die Bun­des­po­li­zei erfol­gen muss. In den sons­ti­gen Ver­fah­rens­ab­läu­fen gibt es kei­ne grund­le­gen­den Unter­schie­de. Nach der Fest­nah­me durch die Poli­zei Ber­lin wird der Aus­rei­se­pflich­ti­ge im Wege bloß frei­heits­be­schrän­ken­der Maß­nah­men unmit­tel­bar zum Flug­ha­fen ver­bracht und dort der für die eigent­li­che Flug­rück­füh­rung zustän­di­gen Bun­des­po­li­zei über­ge­ben (Direkt­ab­schie­bung). Sofern der Zweck der Abschie­bungs­haft (Siche­rung der Abschie­bung) nicht durch ein mil­de­res Mit­tel, wie bei­spiels­wei­se die Direkt­ab­schie­bung, erreicht wer­den kann, die Abschie­bung mög­li­ch ist und ein Haft­grund nach § 62 Abs. 3 Auf­en­thG vor­liegt, stellt die Aus­län­der­be­hör­de einen ent­spre­chen­den Haft­an­trag. Wird die­sem durch das zustän­di­ge Amts­ge­richt ent­spro­chen, erfolgt die Abschie­bung aus der Abschie­bungs­haft. Dies geschieht zur Zeit in der Regel im Wege der Amts­hil­fe durch ande­re Bun­des­län­der (Nut­zung der dor­ti­gen Abschie­be­haft­plät­ze). Der Trans­port zum Flug­ha­fen und die Über­ga­be an die Bun­des­po­li­zei erfolgt auch in die­ser Fall­kon­stel­la­ti­on durch die Poli­zei Ber­lin.

Zu 15.:
Aktu­ell befin­det sich kein ver­ur­teil­ter Straf­tä­ter in Abschie­bungs­haft. Die wei­te­ren erfrag­ten Daten wer­den durch die Aus­län­der­be­hör­de Ber­lin nicht sta­tis­ti­sch erfasst.

Zu 16.:
Hin­sicht­li­ch der Leis­tun­gen bei Woh­nungs­lo­sig­keit wird auf die Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge Druck­sa­che 18/12576 vom 25.10.2017 über »Aktu­el­le Situa­ti­on der Obdach­lo­sen­hil­fe in Ber­lin – was tut der rot-rot-grü­ne Senat?« ver­wie­sen. Der Ber­li­ner Senat ist aktiv dar­an betei­ligt, die Ver­sor­gungs­an­ge­bo­te für von Woh­nungs­lo­sig­keit bedroh­ten oder betrof­fe­nen Men­schen sicher­zu­stel­len und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Unter akti­ver Mit­wir­kung der Bezir­ke wird die Wei­ter­ent­wick­lung der Leit­li­ni­en der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe / –poli­tik fort­ge­setzt und eine Stär­kung der nied­rig­schwel­li­gen Hil­fen im Inte­grier­ten Sozi­al­pro­gramm (ISP) ange­strebt. Gemein­sam mit den bezirk­li­ch zustän­di­gen Sozi­al­ver­wal­tun­gen wird zum 1. Dezem­ber 2017 das ambi­tio­nier­te Ziel erreicht, für die Kält­e­hil­fe 1.000 Plät­ze zur Ver­fü­gung stel­len zu kön­nen. Die­ses Ange­bot will der Senat in den kom­men­den Jah­ren ver­ste­ti­gen. Dar­über hin­aus hat er sich zum Ziel gesetzt, die bedarfs­ge­rech­te Unter­brin­gung von Woh­nungs­lo­sen und von Woh­nungs­lo­sig­keit bedroh­ten Men­schen, unab­hän­gig von ihren staats­an­ge­hö­rig­keits- und auf­ent­halts­recht­li­chen Ver­hält­nis­sen, gesamt­städ­ti­sch zu steu­ern. Ein zen­tra­ler Schwer­punkt ist zukünf­tig die Prä­ven­ti­on zur Ver­hin­de­rung von Woh­nungs­ver­lust und die schnellst­mög­li­che Been­di­gung von ein­ge­tre­te­ner Wohn­sitz­lo­sig­keit. Im Rah­men einer durch die Senats­ver­wal­tung für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les initi­ier­ten Stra­te­gie­kon­fe­renz im Janu­ar 2018 wer­den die­se Zie­le mit Senats­ver­wal­tun­gen, Bezir­ken, Trä­gern und Pro­jek­ten erör­tert.

Zu 17.:
Der Senat ver­ur­teilt das an Frau F. began­ge­ne Ver­bre­chen zutief­st und spricht den Hin­ter­blie­be­nen von Frau F. sei­ne tief emp­fun­de­ne Anteil­nah­me aus.

Fra­ge 1:
Inwie­weit führt die Abschal­tung und Nicht­nut­zung des Tief­bau­brun­nens durch Coca Cola in Hohen­schön­hau­sen zum Grund­was­ser­an­stieg bzw. wel­che Kon­se­quen­zen kann es dar­über hin­aus für die Regi­on geben?

Fra­ge 2:
Wel­che öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Beein­träch­ti­gun­gen dro­hen durch die Abschal­tung?

Fra­ge 3:
Gibt es Plä­ne für die wei­te­re Nut­zung des Tief­bau­brun­nens bezie­hungs­wei­se wel­che Nach­nut­zun­gen ste­hen zur Ver­fü­gung?

Fra­ge 4:
Gibt es die Mög­lich­keit, das Was­ser aus der Brun­nen­för­de­rung zum Wäs­sern des Geh­ren­sees zu nut­zen und somit eine wei­te­re Ver­sump­fung zu ver­mei­den?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Bereits zum 01.07.2016 wur­de die Pro­duk­ti­on und auch die För­de­rung von Grund­was­ser aus den drei Tief­brun­nen an dem Stand­ort Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen gemäß Infor­ma­ti­on der Fa. Coca Cola Erfri­schungs­ge­trän­ke GmbH ein­ge­stellt. Das Grund­was­ser wur­de in einer Tie­fe von über 80 m unter Gelän­de­ober­kan­te aus einem sehr tief gele­ge­nen, durch bin­di­ge Deck­schich­ten geschütz­ten Grund­was­ser­lei­ter ent­nom­men. Rele­van­te Aus­wir­kun­gen auf die ober­flä­chen­nah vor­han­de­ne Vege­ta­ti­on oder Bebau­ung sind daher nicht gege­ben.

Ant­wort zu 2:
Durch die Auf­ga­be der Grund­was­ser­för­de­rung an die­sem Stand­ort sind kei­ne öko­lo­gi­schen Beein­träch­ti­gun­gen zu erwar­ten. In öko­no­mi­scher Hin­sicht ergibt sich, dass kein wei­te­res Grund­was­ser­ent­nah­me­ent­gelt vom Land Ber­lin erho­ben wird.

Ant­wort zu 3:
Auf­grund der Mit­tei­lung der Fa. Coca Cola Erfri­schungs­ge­trän­ke GmbH, dass die drei Tief­brun­nen nicht mehr benö­tigt wer­den, wur­de mit Schrei­ben vom 17.07.2017 der Rück­bau die­ser Tief­brun­nen ange­ord­net.

Ant­wort zu 4:
Es gilt eine bestands­kräf­ti­ge Rück­bau­an­ord­nung für die drei Tief­brun­nen, deren­För­de­rung bereits ein­ge­stellt wur­de (s. Ant­wort zu 1 und 3). Inwie­fern die­se ange­frag­te Mög­lich­keit grund­sätz­li­ch umge­setzt wer­den könn­te, müss­te unab­hän­gig von der ver­wal­tungs­recht­li­chen Prü­fung das für den Geh­ren­see zustän­di­ge Bezirks­amt mit dem Bescheid­in­ha­ber der Rück­bau­an­ord­nung klä­ren.

Fra­ge 1:
Wel­che Rol­le spielt der Woh­nungs­tau­sch bei den städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten? Gibt es eine durch den Senat zen­tra­le for­mu­lier­te Anwei­sung bzw. ein Leit­fa­den für das Instru­ment »Woh­nungs­tau­sch«?

Fra­ge 2:
Wie hoch schätzt der Senat das Poten­zi­al für das Instru­ment des Woh­nungs­tauschs ein?

Fra­ge 3:
Wie wur­de die The­ma­tik des Woh­nungs­tau­sches in den letz­ten Jah­ren durch den Senat geför­dert?

Fra­ge 4:
Wie oft wur­de ein Woh­nungs­tau­sch in den städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten durch­ge­führt (bit­te Auf­lis­tung für die letz­ten drei Jah­re nach den ein­zel­nen Gesell­schaf­ten)?

Fra­ge 5:
Wel­che Anrei­ze wur­den für einen Woh­nungs­tau­sch geschaf­fen?

Fra­ge 6:
Wie wur­de das Ange­bot und durch wen bewor­ben?

Fra­ge 7:
Gibt es für den Woh­nungs­tau­sch einen Woh­nungs­pool?

Fra­ge 8:
Mit wel­chem Erfolg wird die­ses Ange­bot bei Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten ange­wandt?

Fra­ge 9:
Wie sieht der Senat ein gesetz­li­ch fest­ge­leg­tes Recht auf Woh­nungs­tau­sch?

Fra­ge 10:
Was könn­ten Mie­ter tun, um bei den Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten einen Woh­nungs­tausch­durch­zu­füh­ren? Wel­che Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te z. B. Umzugs­hil­fe exis­tie­ren dafür?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Durch das »Bünd­nis für sozia­le Woh­nungs­po­li­tik und bezahl­ba­re Mie­ten« (2012 bis 2016) wur­de ver­ab­re­det, dass den Mie­te­rin­nen und Mie­tern der lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten (WBG) ein Woh­nungs­tau­sch ermög­licht wird, wenn ein Mie­ter oder eine Mie­te­rin eine um min­des­tens zehn Pro­zent klei­ne­re Woh­nung sucht. Dabei sicher­ten die WBG zu, dass die neue Brut­to­warm­mie­te – bei ver­gleich­ba­rer Aus­stat­tung, Moder­ni­sie­rungs­zu­stand und Lage – unter der der alten Woh­nung liegt. Bei Vor­lie­gen sozia­ler Kri­te­ri­en konn­ten Haus­hal­te eine Umzugs­prä­mie erhal­ten. Umzugs­be­auf­trag­te hal­fen beim Woh­nungs­tau­sch und bau­ten in den sechs Woh­nungs­un­ter­neh­men ein umfas­sen­des Umzugs­ma­nage­ment auf. Das Umzugs­ma­nage­ment soll­te ins­be­son­de­re Senio­ren die­nen und sie bei allen Fra­ge­stel­lun­gen rund um den Wech­sel in eine klei­ne­re Woh­nung unter­stüt­zen. Die­se Pra­xis wird auch nach dem Aus­lau­fen des Mie­ten­bünd­nis­ses fort­ge­setzt. Mit der Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung »Leist­ba­re Mie­ten, Woh­nungs­neu­bau und sozia­le Wohn­raum­ver­sor­gung« vom März 2017 soll der Woh­nungs­tau­sch noch stär­ker unter­stützt wer­den. Ziel ist es, die für den Woh­nungs­tau­sch inner­halb der und zwi­schen den WBG erfor­der­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen und ins­be­son­de­re für den Umzug klei­ner Haus­hal­te aus gro­ßen Woh­nun­gen Anrei­ze zu schaf­fen.

Ant­wort zu 2:
Vor dem Hin­ter­grund der vor­lie­gen­den Erfah­run­gen wird das Poten­ti­al als nicht sehr hoch betrach­tet, was viel­fäl­ti­ge Ursa­chen hat. Dabei spielt neben der gerin­gen Anzahl an ver­füg­ba­ren Woh­nun­gen auch das Inter­es­se von älte­ren Mie­te­rin­nen und Mie­tern eine Rol­le, ihre Netz­wer­ke und ange­stamm­te Wohn­ge­gend nicht auf­ge­ben zu wol­len. Die­se Hal­tung wird durch die WBG grund­sätz­li­ch respek­tiert.

Ant­wort zu 3 und 5:
Die WBG bemüh­ten sich in unter­schied­li­cher Form für den Woh­nungs­tau­sch zu wer­ben. Mit der Akti­vie­rung der Web­sei­te »Inber­lin­woh­nen« 2016 ist der direk­te Zugriff auf die Woh­nungs­an­ge­bo­te aller 6 städ­ti­schen Woh­nungs­un­ter­neh­men mög­li­ch, so dass für alle Tau­sch­in­ter­es­sier­ten die Woh­nungs­su­che ein­fa­cher wird. In jeder WBG gibt es einen Umzugs­be­auf­trag­ten, der bei der Woh­nungs­su­che hilft und über mög­li­che Hil­fe­an­ge­bo­te bei einem Umzug berät. Bei Vor­lie­gen sozia­ler Kri­te­ri­en konn­ten Mie­te­rin­nen und Mie­ter, die in eine klei­ne­re Woh­nung zie­hen wol­len, eine Umzugs­prä­mie erhal­ten. Ein­per­so­nen­haus­hal­te erhiel­ten ein­ma­lig 1.500 Euro, Zwei­per­so­nen­haus­hal­te 2.000 Euro und Haus­hal­te mit drei und mehr Per­so­nen 2.500 Euro als Umzugs­prä­mie.

Ant­wort zu 4:
Die nach­fol­gen­de Über­sicht stellt die Ent­wick­lung der voll­zo­ge­nen Woh­nungs­tau­sche bei den WBG im Zeit­raum von 2014 bis 1. Halb­jahr 2017 dar.

–Bild–

Ant­wort zu 5:
sie­he Ant­wort zu Fra­ge 3.

Ant­wort zu 6:
Die WBG infor­mier­ten inten­siv über die Mög­lich­keit des Woh­nungs­tau­sches im Rah­men der Öffent­lich­keits­ar­beit des Ber­li­ner Senats zum Mie­ten­bünd­nis. Die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen wur­den über die Kun­den­zen­tren, über die Brief­käs­ten der Mie­te­rin­nen und Mie­ter ver­teilt und konn­te über die Home­page der Gesell­schaf­ten abge­ru­fen wer­den. Über die Mie­ter­bei­rä­te der WBG konn­ten sich die Mie­te­rin­nen und Mie­ter eben­falls über Mög­lich­kei­ten eines Woh­nungs­tau­sches infor­mie­ren. In indi­vi­du­el­len Bera­tungs­ge­sprä­chen wur­de von den Kun­den­be­ra­tern eben­falls auf die Mög­lich­keit eines Woh­nungs­tau­sches ver­wie­sen. Die­se Mög­lich­kei­ten bestehen wei­ter­hin. Gegen­wär­tig ent­wi­ckeln die WBG ein neu­es gemein­sa­mes Ange­bot zum Woh­nungs­tau­sch.

Ant­wort zu 7:
Die WBG haben einen Woh­nungs­pool gebil­det, in dem grund­sätz­li­ch jede der von ihnen am Markt ange­bo­te­nen Woh­nun­gen von umzugs­be­rei­ten Mie­te­rin­nen und Mie­tern nach­ge­fragt wer­den kann. Die Mie­te­rin­nen und Mie­ter wur­den über die­se Mög­lich­kei­ten viel­fäl­tig über Fly­er, Inter­net und Mie­ter­zeit­schrif­ten infor­miert.

Ant­wort zu 8:
Zu den Akti­vi­tä­ten der Genos­sen­schaf­ten bezüg­li­ch des Woh­nungs­tau­sches lie­gen dem Senat kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Ant­wort zu 9:
Der Woh­nungs­tau­sch ist kei­ne Fra­ge, die gesetz­li­ch gere­gelt wer­den kann. Beim Woh­nungs­tau­sch wird jeweils der bestehen­de Miet­ver­trag been­det und jeweils ein neu­er Miet­ver­trag geschlos­sen. Neben Fra­gen zur Miet­hö­he sind im Zusam­men­hang mit einem Woh­nungs­tau­sch vie­le miet­recht­li­che Fra­gen von z.B. Kün­di­gungs­fris­ten, Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren, Ver­trags­part­ner­ge­stal­tun­gen, indi­vi­du­el­le Ver­ein­ba­run­gen etc. zu berück­sich­ti­gen. Ein gesetz­li­cher Rah­men, der die unter­schied­li­chen Fall­kon­struk­tio­nen der Tausch­part­ner berück­sich­tigt, kann in über­schau­ba­rem Maße nicht geschaf­fen wer­den.

Ant­wort zu 10:
Inter­es­sier­te Mie­te­rin­nen und Mie­ter soll­ten immer mit ihren jewei­li­gen Kun­den­be­treu­ern der WBG in Kon­takt tre­ten und ein ver­trau­ens­vol­les Gespräch suchen, um die unter­schied­li­chen Optio­nen für einen Woh­nungs­tau­sch abzu­stim­men. Sie­he Ant­wor­ten zu Fra­gen 3 bzw. 5.

  1. War­um erfolgt in der See­hau­se­ner Stra­ße in Hohen­schön­hau­sen der Bau einer Flücht­lings­un­ter­kunft?
  2. Wel­che Rol­le spiel­te bei der Aus­wahl des Stand­or­tes, dass die Regi­on Nord-Hohen­schön­hau­sen im Sozi­al­struk­tu­rat­las am schlech­tes­ten von den zur Aus­wahl ste­hen­den Ran­kings, bewer­tet ist?
  3. Wel­che Rol­le spiel­te bei der Aus­wahl, dass die Regi­on Hohen­schön­hau­sen über­durch­schnitt­li­ch vie­le Flücht­lin­ge bereits beher­bergt, ohne das die Ange­bo­te zur Inte­gra­ti­on, Beschäf­ti­gung, Unter­brin­gung in Kita und Schu­le und Ärz­te­ver­sor­gung in der Regi­on erheb­li­ch / ange­mes­sen ver­bes­sert wur­den?
  4. Wel­che genau­en Bau­vor­ha­ben sind durch wen und bis wann zu erwar­ten? Wann ist mit Erst­be­zug der Unter­kunft zu rech­nen? Wie vie­le Flücht­lin­ge wer­den für wel­chen Zeit­raum die Unter­kunft bezie­hen?
  5. Auf wel­chem Weg wur­den und wer­den Anwoh­ner über ent­spre­chen­de Bau­plä­ne / Zeit­plä­ne wann infor­miert?
  6. Auf Grund­la­ge wel­cher Kri­te­ri­en wur­de die­ser Stand­ort aus­ge­wählt? Wel­che Senats­ver­wal­tun­gen waren bei der Aus­wahl ein­be­zo­gen? Wel­che Betei­li­gung hat der Bezirk bei der Aus­wahl des Stand­or­tes?
  7. Wie wur­den die Hohen­schön­hau­se­ner Mit­glie­der des Abge­ord­ne­ten­hau­ses von Ber­lin infor­miert bzw. bei der Stand­ort­aus­wahl ein­be­zo­gen?
  8. Inwie­fern wer­den die der­zei­ti­gen und zukünf­ti­gen Anwoh­ner unter­stützt im Hin­bli­ck auf
  • a) Sicher­stel­lung bzw. Schaf­fung aus­rei­chen­der Kita­plät­ze und Schul­plät­ze?
  • b) Auf­recht­erhal­tung der ärzt­li­chen Grund­ver­sor­gung?
  • c) Mög­lich­kei­ten der Frei­zeit­ge­stal­tung durch Ver­eins­an­ge­bo­te, Spiel­plät­ze oder staat­li­che Optio­nen wie z.B. Sprach­kur­se?
  1. War­um setzt man das Wohl­wol­len der Anwoh­ner aufs Spiel, in dem man hier aus­schließ­li­ch Flücht­lin­ge unter­bringt und das Objekt nicht dem gesam­ten Woh­nungs­markt öff­net und dann mit einem der Inte­gra­ti­on ange­mes­se­nen Anteil geflüch­te­ter Men­schen zuweist?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1. bis 7.:
Zur Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen wur­de mit Beschluss des Senats vom 23.02.2016 die Errich­tung von bis zu 60 Flücht­lings­un­ter­künf­ten in Modul­bau­wei­se fest­ge­legt. Im vori­gen Jahr wur­den mit allen Bezir­ken die Poten­ti­al­flä­chen für die Errich­tung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten abge­stimmt und kon­sen­tiert. Der Bezirk Lich­ten­berg hat in den Gesprä­chen am 23.03.2016 und 30.05.2016 einer Bebau­ung mit einer Modu­la­ren­Un­ter­brin­gung für Flücht­lin­ge (MUF) auf der See­hau­se­ner Stra­ße zuge­stimmt. Dabei hat der Bezirk dar­auf geach­tet, dass die inner­be­zirk­li­che Ver­tei­lung annä­hernd aus­ge­wo­gen ist. Auf­grund des übli­chen städ­te­bau­li­chen Wachs­tums von innen nach außen, sind wei­te­re Mög­lich­kei­ten zur Bebau­ung vor allem in den Außen­be­rei­chen Ber­lins gege­ben, so dass sich natür­li­cher­wei­se die bau­li­chen Poten­ti­al­flä­chen dort fin­den. Der Stand­ort in der See­hau­se­ner Stra­ße wur­de am 14.06.2016 dem Senat zur Kennt­nis vor­ge­legt. Das Grund­stück wur­de aus dem Treu­hand­ver­mö­gen her­aus­ge­löst und der Ein­brin­gung des Grund­stücks in die Ber­li­ner Gesell­schaft zur Errich­tung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten (BEFU) als Sach­wert­ein­la­ge durch den Senat zuge­stimmt. Geplant ist die Errich­tung eines 6-geschos­si­gen Gebäu­des zur Unter­brin­gung von bis zu 420 geflüch­te­ten Men­schen. Die Nut­zung soll plan­ge­mäß im Juli 2018 begin­nen. Die Ver­mie­tung des Objek­tes an das Lan­des­amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten (LAF) erfolgt für zunächst drei Jah­re mit zwei­fa­cher Ver­län­ge­rungs­op­ti­on um 3 bzw. 4 Jah­re. Nach Mit­tei­lung der BEFU wur­de die direk­te Nach­bar­schaft mit Schrei­ben vom 15.02.2017 über das geplan­te Bau­vor­ha­ben sowie die Schaf­fung der Bauf­rei­heit in der 8. und 9. Kalen­der­wo­che 2017 infor­miert. Wäh­rend des Kiez­spa­zier­gangs des Bezirks­bür­ger­meis­ters am 01.03.2017 konn­ten Inter­es­sier­te von dem Geschäfts­füh­rer der BEFU Nähe­res zum Bau­vor­ha­ben erfah­ren. Wei­te­re Infor­ma­ti­ons­schrei­ben an die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner hat die BEFU in der 31. und 32. Kalen­der­wo­che zum wei­te­ren Bau­fort­schritt ver­teilt. Per­spek­ti­vi­sch ist beab­sich­tigt, das Gebäu­de für die anschlie­ßen­de Wohn­nut­zung durch die Ber­li­ner Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft HOWOGE umzu­bau­en und dem Ber­li­ner Woh­nungs­markt zur Ver­fü­gung zu stel­len.«

Zu 8.:
Der Senat wirbt dafür, dass mög­lichst alle Ber­li­ner Kin­der eine Kita besu­chen. Der Aus­bau der Ange­bo­te für Kin­der­ta­ges­be­treu­ung ist dabei ein zen­tra­les Anlie­gen des Senats. In 2017 ste­hen für den Aus­bau von Kita-Plät­zen im Lan­des­pro­gramm »Auf die Plät­ze, Kitas, los!« ca. 46,6 Mio. Euro zur Ver­fü­gung. Auch in den Fol­ge­jah­ren wird das Lan­des­pro­gramm fort­ge­führt wer­den. Mit dem Bun­des­pro­gramm zum wei­te­ren quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Aus­bau der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung für die Jah­re 2017 bis 2020 ste­hen 54,9 Mio. € für den wei­te­ren Kita-Aus­bau zur Ver­fü­gung. Mit zusätz­li­chen 75 Mio. Euro aus dem Pro­gramm » Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur wach­sen­de Stadt und Nach­hal­tig­keits­fonds (SIWANA) wur­den neben den lau­fen­den Lan­des- und Bun­des­pro­gram­men wei­te­re Mit­tel zur Schaf­fung von Kita-Plät­zen im Rah­men von Sys­tem­bau­ten bereit­ge­stellt. Vor­aus­set­zung für die För­de­rung zusätz­li­cher Plät­ze aus Lan­des- und Bun­des­pro­gramm ist das Vor­lie­gen ent­spre­chen­der Anträ­ge von Trä­gern der öffent­li­chen oder frei­en Jugend­hil­fe für die Bezirks­re­gi­on Neu-Hohen­schön­hau­sen-Nord. Im Mai 2017 fand das jähr­li­che soge­nann­te »Moni­to­ring-Ver­fah­ren« über die Schul­ent­wick­lungs­pla­nung im Bezirk Lich­ten­berg auf Grund­la­ge der aktu­ells­ten Daten statt. Dabei wird neben der Bestands­be­völ­ke­rung und dem Woh­nungs­bau auch die Nach­fra­ge­ent­wick­lung von Schul­plät­zen aus Unter­künf­ten für Flücht­lin­ge berück­sich­tigt. Die geplan­te Unter­kunft in der See­hau­se­ner Stra­ße ist mit ein­be­zo­gen. Im Ergeb­nis die­ser Abstim­mung wur­de für die betref­fen­de Schul­pla­nungs­re­gi­on Hohen­schön­hau­sen-Nord infol­ge des iden­ti­fi­zier­ten drin­gen­den Bedarfs die Schaf­fung zusätz­li­cher Grund­schul­plät­ze fest­ge­hal­ten. Im Bereich der wei­ter­füh­ren­den Schu­len sind zum Schul­jahr 2020/21 die Reak­ti­vie­rung einer Inte­grier­ten Sekun­dar­schu­le (ISS) sowie der Neu­bau wei­te­rer Inte­grier­ter Sekun­dar­schu­len (ISS) vor­ge­se­hen. Hin­sicht­li­ch der Pla­nung der Beschu­lung von schul­pflich­ti­gen Geflüch­te­ten gibt es ber­lin­weit ein abge­stimm­tes Ver­fah­ren zwi­schen bezirk­li­chen Schul­äm­tern, der regio­na­len Schul­auf­sicht und der Fach­grup­pe »Koor­di­nie­rung der Beschu­lung geflüch­te­ter Kin­der und Jugend­li­cher« der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie. Zum einen wer­den in regel­mä­ßig statt­fin­den­den Pla­nungs­run­den auf Grund­la­ge einer monat­li­ch aktua­li­sier­ten Sta­tis­tik mög­li­che Schul­plät­ze sowohl in Will­kom­mens­klas­sen als auch in Regel­klas­sen erho­ben und ggf. auf­tre­ten­de Pro­blem­la­gen bespro­chen. Zum ande­ren unter­stüt­zen die in jeder Regi­on ein­ge­rich­te­ten Koor­di­nie­rungs­stel­len für Will­kom­mens­klas­sen bei jeder Umzugs­be­we­gung die Siche­rung des wei­te­ren Schul­be­suchs. Grund­sätz­li­ch wird zunächst geprüft, ob – ins­be­son­de­re bei älte­ren Schü­le­rin­nen und Schü­lern – der bis­he­ri­ge Schul­platz bei­be­hal­ten wer­den kann, um jede Bruch­stel­le im Bil­dungs­gang zu ver­mei­den und sozia­le Bin­dun­gen zu erhal­ten. Sofern ein Schul­wech­sel nicht zu ver­mei­den ist, ermit­teln die schul­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Bezir­ke, ob wohn­ort­nah Schul­plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen, sobald sie die kon­kret auf­tre­ten­den Bedar­fe (Anzahl, Alter und bis­her besuch­te Jahr­gangs­stu­fe der betref­fen­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler) mit­ge­teilt bekom­men haben. Die­se Prü­fung wird im Bedarfs­fall auf den gan­zen Bezirk bzw. auch bezirks­über­grei­fend aus­ge­dehnt. Zur Siche­rung des Schul­be­suchs kann auch eine Schü­ler­be­för­de­rung ein­ge­rich­tet wer­den. Mit der Fort­schrei­bung des Let­ter of Intent (LOI) zur ambu­lan­ten Bedarfs­pla­nung und Ver­sor­gungs­steue­rung lie­gen dem Senat Ver­sor­gungs­gra­de für Haus­ärz­tin­nen und Haus­ärz­te und aus­ge­wähl­te Fach­ärz­tin­nen und Fach­ärz­te nach Bezir­ken, mit Stand 01.07.2016, vor. Der gemäß Bedarfs­pla­nungs­richt­li­nie berech­ne­te Ver­sor­gungs­grad mit Haus­ärz­tin­nen und Haus­ärz­ten in Ber­lin liegt bei 110,5 % und somit im Grenz­be­reich der rech­ne­ri­schen Über­ver­sor­gung. Eine Unter­ver­sor­gung ist bei einem Ver­sor­gungs­grad von 75 % ange­setzt. Der für den Bezirk Lich­ten­berg, unter Berück­sich­ti­gung der bezirk­li­chen Sozi­al­struk­tur, berech­ne­te Ver­sor­gungs­grad liegt bei 86,1 %. Im Bereich der Kin­der­ärzt­li­chen Ver­sor­gung liegt Lich­ten­berg mit einem Ver­sor­gungs­grad von 128,3 % ober­halb des Ber­li­ner Durch­schnitts von 126,2 %. Die Fort­schrei­bung der Bedarfs­pla­nung berück­sich­tigt grund­sätz­li­ch die aktu­el­le Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung und somit auch Zuzü­ge. Die Ver­sor­gungs­gra­de wei­te­rer Fach­arzt­grup­pen kön­nen auf der Inter­net­sei­te des Gemein­sa­men Lan­des­gre­mi­ums ein­ge­se­hen wer­den. Etwai­ge Daten zu regio­na­len Unter­schie­den inner­halb der Bezir­ke lie­gen dem Senat nicht vor.

Zu 9.: Per­spek­ti­vi­sch wird ange­strebt, in Abstim­mung mit den Bezir­ken eine gesamt­städ­ti­sche und sozi­al­raum­ori­en­tier­te Steue­rung der Kapa­zi­tä­ten und Bele­gung von Unter­künf­ten für alle woh­nungs­lo­se Men­schen unge­ach­tet ihrer auf­ent­halts­recht­li­chen Ver­hält­nis­se, Staats­an­ge­hö­rig­keit und Her­kunft zu eta­blie­ren. Die Unter­kunft in der See­hau­se­ner Stra­ße wird zunächst für die Unter­brin­gung von geflüch­te­ten Men­schen genutzt und soll in Abhän­gig­keit des Unter­brin­gungs­be­darfs auch dem Ber­li­ner Woh­nungs­markt zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

  1. Wie bewer­tet der Senat die seit Jah­ren geüb­te Pra­xis von Ver­an­stal­tern und Wer­ben­den in Ber­lin, wonach die Wer­be­pla­ka­te und Auf­kle­ber ohne Geneh­mi­gun­gen im Stadt­bild regel­mä­ßig an diver­sen Stel­len (Strom­käs­ten- und Häu­sern, Mas­ten, Post­bo­xen und ande­ren öffent­li­chen Flä­chen) vor­zu­fin­den sind?
  2. Wie schätzt der Senat die öko­lo­gi­schen und öko­no­mi­schen Fol­gen für das Land Ber­lin ein, wenn hun­der­te ille­ga­le Pla­ka­te jeden Tag in Ber­lin ange­bracht und nicht fach­ge­recht ent­sorgt wer­den?
  3. Wel­che Stra­fen dro­hen den Ver­ur­sa­chern von ille­ga­ler Wer­bung bzw. den Auf­trag­ge­bern sowie Ver­an­stal­tern, die ille­ga­le Wer­bung anbrin­gen bzw. anbrin­gen las­sen
  4. Wel­che Maß­nah­men wer­den ergrif­fen, um das Anbrin­gen von ille­ga­ler Wer­bung zu unter­bin­den? Wie vie­le Stra­fen wur­den pro Bezirk ver­hängt, um dies zu unter­bin­den (bit­te um Auf­lis­tung für die Jah­re 2016 und 2017)?
  5. Wie kon­trol­liert und ahn­det das Ord­nungs­amt das Anbrin­gen von ille­ga­ler Wer­bung in den jewei­li­gen Bezir­ken (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)? Was wird unter­nom­men, wenn ille­ga­le Wer­bung fest­ge­stellt wird?
  6. Auf wel­cher Grund­la­ge wur­de der Stadt­ver­trag mit DIE DRAUSSENWERBER geschlos­sen und was beinhal­tet die­ser Ver­trag hin­sicht­li­ch der Nut­zung öffent­li­cher Flä­chen für das Anbrin­gen von Wer­bung?
  7. Wie ist die Zusam­men­ar­beit mit DIE DRAUSSENWERBER, um dem The­ma der ille­ga­len Wer­bung gerecht zu wer­den und dage­gen vor­zu­ge­hen?
  8. Wel­che Ein­nah­me­ver­lus­te ent­ste­hen dem Land Ber­lin durch das Anbrin­gen ille­ga­ler Wer­bung und der dar­aus fol­gen­den Nicht­nut­zung der Wer­be­flä­chen von DIE DRAUSSENWERBER?Danny Frey­mar­k­Ant­wort zu 1:
    In die­sen Fäl­len liegt eine ille­ga­le Son­der­nut­zung vor, die buß­geld­be­wehrt ist. Zudem sind ille­ga­le Wer­be­pla­ka­te dem Stadt­bild unzuträglich.Antwort zu 2:
    Eine sol­che Ein­schät­zung ist nicht seriös zu führen.Antwort zu 3:
    Das Ber­li­ner Stra­ßen­ge­setz (Berl­StrG) sieht bei uner­laub­ten Son­der­nut­zun­gen Geld­bu­ßen bis zu 10.000 EURO vor.Antwort zu 4:
    Die Bezirks­äm­ter von Ber­lin lei­ten Ver­fah­ren wegen uner­laub­ter Son­der­nut­zung sowie Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren ein.Ant­wort zu 5:
    Im Rah­men der regu­lä­ren Strei­fen des Außen­diens­tes der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter kon­trol­liert der All­ge­mei­ne Ord­nungs­dienst (AOD) auch hin­sicht­li­ch uner­laub­ter Pla­ka­tie­rung. Bei Fest­stel­lung ille­ga­ler Wer­bung wer­den – nach Mög­lich­keit – die Ver­ur­sa­cher auf­ge­for­dert, die­se abzu­hän­gen. Wird der Auf­for­de­rung nicht Fol­ge geleis­tet oder kann der Ver­ur­sa­cher nicht ermit­telt wer­den, wird die Wer­bung durch den All­ge­mei­nen Ord­nungs­dienst besei­tigt. Gegen die Ver­ur­sa­cher wer­den grund­sätz­li­ch Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren durch­ge­führt. Wird der Ver­ur­sa­cher fest­ge­stellt, erfolgt im Rah­men des Ermes­sens die Fest­set­zung eines Ver­warn- oder Bußgeldes.Antwort zu 6:
    Die »DIE DRAUSSENWERBER«-GmbH lei­tet ihre Nut­zungs­rech­te an öffent­li­chen Flä­chen für das Anbrin­gen von Wer­bung aus den fol­gen­den Ver­trä­gen ab:- Im »Toi­let­ten­ver­trag« vom 19. Novem­ber 1993 wur­den die Mög­lich­kei­ten der Ver­mark­tung von Wer­bung auf Stadt­in­for­ma­ti­ons­an­la­gen und vor­zugs­wei­se Pla­kat­säu­len im öffent­li­chen Raum gere­gelt. Hier­zu wur­de ein Aus­schließ­lich­keits­recht für Wer­bung im 4/1 For­mat ver­ein­bart.- Im »Stra­ßen­land­ver­trag« vom 12. Dezem­ber 2005 und in der dazu­ge­hö­ri­gen Ver­ein­ba­rung vom 01. August 2014 wur­de ein Aus­schließ­lich­keits­recht für die Ver­mark­tung von Wer­bung im Bereich des öffent­li­chen Stra­ßen­lan­des an Wer­be­säu­len, Wer­be­ta­feln, Werbebanner/ –Flag­gen, Mas­ten­schil­der, Uhren­kan­de­la­ber und War­te­hal­len (nebst Wer­be­vi­tri­nen, soweit vor­han­den), soweit kei­ne ande­re Rege­lung getrof­fen wor­den ist, ver­ein­bart.- Im »War­te­hal­len­ver­trag« vom 12. Dezem­ber 2005 wur­de das aus­schließ­li­che Recht ver­ein­bart in ca. 2.500 War­te­hal­len Wer­bung ver­mark­ten zu kön­nen. Die ver­trag­li­chen Rege­lun­gen ent­bin­den die »DIE DRAUSSENWERBER« GmbH nicht von der Ein­ho­lung einer Son­der­nut­zungs­er­laub­nis bei dem zustän­di­gen Bezirks­amt, soweit erforderlich.Antwort zu 7:
    Es liegt kei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Land Ber­lin und der »Die DRAUSSENWERBER GmbH« hin­sicht­li­ch des Vor­ge­hens gegen das Anbrin­gen von »Wild­wer­bung« im öffent­li­chen Raum vor.Antwort zu 8:
    Es lie­gen kei­ne Daten hier­zu vor.
  1. Wie bewer­tet der Senat die Anbin­dung des Orts­teils Hohen­schön­hau­sens, ins­be­son­de­re Neu-Hohen­schön­hau­sens an das Netz des ÖPNV´s der­zeit?
  2. Wel­che indi­vi­du­el­len Ver­schlech­te­run­gen erge­ben sich für die Nut­zer nach Ansicht des Senats durch die Ver­kür­zung der S-Bahn-Linie S75 bis zum Ost­bahn­hof, wenn die­se in die Innen­stadt mit dem ÖPNV möch­ten?
  3. Wie bewer­tet der Senat die Mög­lich­keit die Ver­kür­zung der Linie S75 zum Ost­bahn­hof dadurch zu ent­schär­fen, dass eine stadt­wei­te Durch­fahrt zumin­dest im 20 Minu­ten Takt durch die Bereit­stel­lung wei­te­rer Züge ermög­licht wird?
  4. War­um bestellt der Senat die vor­be­nann­te Opti­on nicht bei der S-Bahn Ber­lin GmbH?
  5. Wel­che Erspar­nis hat der Senat durch die Ver­kür­zung der Linie bzw. was kos­tet die Bestel­lung eines 10 minü­ti­gen Takts wie­der von War­ten­berg zum West­kreuz?
  6. Wie emp­fin­det der Senat die Kür­zung der S75 vor dem Hin­ter­grund, dass mehr Men­schen damit auf die Nut­zung eines PKW ange­wie­sen sind bzw. aus Nut­zer­be­quem­lich­keit den ÖPNV mei­den?
  7. War­um glaubt der Senat, dass die Linie M4 (BVG) die Nut­zer qua­li­ta­tiv und zeit­li­ch als ver­meint­li­chen Ersatz zur S75 zufrie­den stel­len könn­te? Wor­aus zieht der Senat die­se Wahr­neh­mung?
  8. Wie erklärt der Senat den Nut­zern des ÖPNV die Ver­kür­zung vor dem Hin­ter­grund, dass die Rot-Rot-Grü­ne Koali­ti­on den ÖPNV in Ber­lin stär­ken will? Gehört der Außen­be­zirk Lich­ten­berg mit der Regi­on Hohen­schön­hau­sen nicht dazu?
  9. Wie haben sich die Nut­zer­zah­len der S75 in den letz­ten zwölf Mona­ten ent­wi­ckelt?
  10. Wie bewer­tet der Senat die Kür­zung der S75 vor dem Hin­ter­grund, dass poten­zi­el­le Tou­ris­ten damit nur einen kom­pli­zier­te­ren und/oder zeit­li­ch ver­län­ger­ten Weg nach Hohen­schön­hau­sen in Kauf neh­men müs­sen? Glaubt der Senat, dass dies die Regi­on tou­ris­ti­sch stärkt?
  11. Wie bewer­tet der Senat die Samm­lung von fast 2.000 Unter­schrif­ten gegen die Ver­kür­zung der S-Bahn Linie S75?
  12. War­um behaup­tet der Senat, dass die S-Bahn aus War­ten­berg kom­mend nicht über die Stadt­bahn geführt wer­den kann, obwohl es gegen­tei­li­ge Aus­sa­gen der S-Bahn Ber­lin gibt und es offen­sicht­li­ch mög­li­ch wäre?
  13. Wie bewer­tet der Senat die Mög­lich­keit einer Ver­län­ge­rung der S-Bahn-Linie 75 bis in den Bezirk Pan­kow?
  14. Was hat der Senat bis­her unter­nom­men, um die S75 Ver­kür­zung zurück­zu­neh­men bzw. zukünf­tig die S75 bis in den Bezirk Pan­kow fah­ren zu las­sen?
  15. Was müss­te bis wann gesche­hen, um die S75 wie­der min­des­tens bis West­kreuz fah­ren zu las­sen bzw. die Linie bis nach Pan­kow zu ver­län­gern? Wie hoch sind die geschätz­ten Kos­ten?
  16. Glaubt der Senat, dass es klug und rich­tig ist, das Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin bei der Auf­stel­lung des Nah­ver­kehrs­pla­nes nicht aktiv zu betei­li­gen bzw. dar­über abstim­men zu las­sen?

 

Dan­ny Frey­mark

 

Ant­wort zu 1.:
Der Orts­teil Neu-Hohen­schön­hau­sen wird über Ange­bo­te des S-Bahn- und Regio­nal­ver­kehrs sowie über meh­re­re Metro­stra­ßen­bahn­li­ni­en sowie Bus­li­ni­en ent­spre­chend der Zugangs­stan­dards des Nah­ver­kehrs­pla­nes (NVP) des Lan­des Ber­lin erschlos­sen und ange­bun­den. Die ÖPNV-Anbin­dung wird dem­entspre­chend als gut bewer­tet.

Ant­wort zu 2., 6., 8., 10. und 11.:
Auf­grund des ver­än­der­ten Lauf­wegs der Linie S75 sind die Sta­tio­nen War­ten­berg, Hohen­schön­hau­sen und Geh­ren­see­stra­ße nicht mehr direkt, aber mit ein­ma­li­gem Umstieg an die Stadt­bahn west­li­ch des Ost­bahn­ho­fes ange­bun­den. Es wird hier­bei im Ziel­kon­zept ein bahn­steig- oder kan­ten­glei­chen Umstieg zu den Stadt­bahn­li­ni­en S3, S5, S7 und S9 mög­li­ch sein, sodass die Ein­schrän­kun­gen als akzep­ta­bel beur­teilt wer­den. Zudem steht am S-Bahn­hof Hohen­schön­hau­sen und für die Wohn­ge­bie­te ent­lang der Zings­ter Stra­ße und Fal­ken­ber­ger Chaus­see als ver­kehr­li­che Alter­na­ti­ve auch die Metro­stra­ßen­bahn­li­nie M4 zur Ver­fü­gung, mit der eine umstei­ge­freie Anbin­dung in die Innen­stadt im Bereich Alex­an­der­platz ohne Fahr­zeit­nach­tei­le gegen­über der S-Bahn-Ver­bin­dung gewähr­leis­tet wird. Es ist zudem dar­auf hin­zu­wei­sen, dass auch an zahl­rei­chen ande­ren Stel­len im Stadt­ge­biet Umstei­ge­vor­gän­ge erfor­der­li­ch sind, um per ÖPNV bei­spiels­wei­se zu den Zen­trums­be­rei­chen am Bahn­hof Alex­an­der­platz oder am Bahn­hof Zoo­lo­gi­scher Gar­ten zu gelan­gen. Es ist nicht mög­li­ch aus allen Tei­len der Stadt ÖPNV-Direkt­ver­bin­dun­gen dort­hin anzu­bie­ten, dies ist sys­tem­im­ma­nent. Es erfolgt somit kei­ne Benach­tei­li­gung Hohen­schön­hau­sens gegen­über dem übri­gen Stadt­ge­biet. Die Ver­bin­dungs­stan­dards gemäß NVP wer­den erfüllt. Der Auf­ga­ben­trä­ger hat die Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn vor­ab inten­siv geprüft, da ihm bereits bei der Pla­nung bewusst war, dass die Maß­nah­me für einen Teil der Fahr­gäs­te der Linie S75 zusätz­li­che Umstei­ge­vor­gän­ge bedeu­tet. Nach ein­ge­hen­der Prü­fung und sorg­fäl­ti­ger Abwä­gung mit den Vor­tei­len des Gesamt­kon­zepts hat sich der Auf­ga­ben­trä­ger den­no­ch für die Ände­run­gen ent­schie­den. Denn durch Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn – also der Füh­rung der Lini­en S3 und S9 anstel­le der Linie S75 auf die Stadt­bahn – wer­den in Sum­me mehr Fahr­gäs­te eine umstei­ge­freie Direkt­ver­bin­dung auf die Stadt­bahn erhal­ten, da die Lini­en S3 und S9 merk­bar höhe­re Fahr­gast­zah­len als die Linie S75 auf­wei­sen. Es sind somit mehr Fahr­gäs­te, die von den Anpas­sun­gen pro­fi­tie­ren, als Fahr­gäs­te denen Nach­tei­le ent­ste­hen.

Ant­wort zu 3., 4. und 12.:
Alle für den Lini­en­be­trieb ver­füg­ba­ren Fahr­zeu­ge der S-Bahn wer­den im bestehen­den Ange­bots­kon­zept ein­ge­setzt. Eine zusätz­li­che Durch­bin­dung einer sieb­ten Zug­grup­pe der Linie S75 auf die Stadt­bahn ist im Rah­men der begrenz­ten Fahr­zeug­ver­füg­bar­keit bei der S-Bahn kurz- und mit­tel­fris­tig nur zu Las­ten ande­rer bestehen­der Ver­kehrs­an­ge­bo­te mög­li­ch, was somit an ande­rer Stel­le zu ver­kehr­li­chen bzw. kapa­zi­ta­ti­ven Nach­tei­len füh­ren wür­de und daher nicht vor­ge­se­hen ist.

Ant­wort zu 5.:
Wie bereits in der Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge Nr. 17/18849 erläu­tert, ist die Ver­kür­zung des Lauf­we­ges der Linie S75 ein Bestand­teil der Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn nach Her­stel­lung der infra­struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen im Bereich Ost­kreuz. Mit der nach­fra­ge­sei­tig gerecht­fer­tig­ten Durch­bin­dung der Linie S3 (von/nach Erkner) auf die Stadt­bahn und der Wie­der­her­stel­lung der ursprüng­li­chen Füh­rung – wie vor Beginn der Bau­maß­nah­men am Ost­kreuz – der Linie S9 (von/nach Flug­ha­fen Ber­lin-Schö­ne­feld bzw. BER) auf die Stadt­bahn ab Dezem­ber 2017 ist der ver­kürz­te Lauf­weg der Linie S75 ver­bun­den. Es befin­den sich im Ziel­zu­stand im Tages­ver­kehr wei­ter­hin sechs Zug­grup­pen (ver­keh­ren jeweils im 20-Minu­ten-Takt) auf der Stadt­bahn, das dor­ti­ge Ange­bot wird nicht redu­ziert. Somit resul­tiert kei­ne Erspar­nis aus dem geän­der­ten Lauf­weg der Linie S75. Eine zusätz­li­che Bestel­lung der Linie S75 bis zum West­kreuz im 10-Minu­ten-Takt ist auf­grund der benann­ten fahr­zeug­sei­ti­gen Restrik­tio­nen nicht vor­ge­se­hen.

Ant­wort zu 7.:
Die Linie M4 bie­tet eine umstei­ge­freie Anbin­dung im dich­ten Takt in die Innen­stadt im Bereich Alex­an­der­platz ohne Fahr­zeit­nach­tei­le gegen­über der S-Bahn-Ver­bin­dung und wur­de bereits vor der Ver­kür­zung des Lauf­we­ges der Linie S75 auch aus dem Bereich Neu-Hohen­schön­hau­sen stark nach­ge­fragt.

Ant­wort zu 9.:
Für die­sen Zeit­raum lie­gen dem Senat kei­ne Nach­fra­ge­da­ten vor.

Ant­wort zu 13., 14. und 15.:
Hin­sicht­li­ch der erfolg­ten Ver­än­de­rung des Lauf­wegs der Linie S75 wird auf die oben ste­hen­den Ant­wor­ten ver­wie­sen. Eine Rück­nah­me der Maß­nah­me wird nicht ver­folgt. Hin­sicht­li­ch der in den Fra­gen 13 bis 15 the­ma­ti­sier­ten Wei­ter­ent­wick­lung der Schie­nen­in­fra­struk­tur wird Fol­gen­des mit­ge­teilt: Der der­zeit (noch) aktu­el­le Stadt­ent­wick­lungs­plan Ver­kehr (StEP Ver­kehr) 2025 als ver­kehrs­po­li­ti­sches Kurs­buch für Ber­lin beinhal­tet als eine lang­fris­ti­ge Maß­nah­me die Prü­fung einer SPNV-Nah­ver­kehrstan­gen­te auf dem Ber­li­ner Außen­ring im Zusam­men­hang mit einer S-Bahn­ver­län­ge­rung von War­ten­berg über das Karo­wer Kreuz nach Müh­len­be­ck-Mönch­müh­le. Für die soge­nann­te »Nah­ver­kehrstan­gen­te« ist noch ein Sys­te­ment­scheid für eine S-Bahn oder eine Regio­nal­bahn her­bei­zu­füh­ren, die Takt­fol­ge des Ange­bo­tes fest­zu­le­gen, die kon­kre­ten Kos­ten zu ermit­teln und der volks­wirt­schaft­li­che Nut­zen nach­zu­wei­sen. Auf­grund der Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen im StEP Ver­kehr 2025 sind hier noch kei­ne Bear­bei­tun­gen erfolgt. Der­zeit wird der StEP Ver­kehr vor dem Hin­ter­grund einer Wach­sen­den Stadt Ber­lin und neu­er Rah­men­be­din­gun­gen für die ver­kehr­li­che Ent­wick­lung fort­ge­schrie­ben. Dabei ste­hen vie­le Vor­ha­ben (u.a. auch die lang­fris­ti­gen Maß­nah­men aus dem aktu­el­len StEP Ver­kehr) auf dem Prüf­stand. Die Wei­ter­ent­wick­lung der Schie­nen­in­fra­struk­tur für den Regio­nal­ver­kehr und S-Bahn­ver­kehr spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le. Ein Ent­wurf für einen fort­ge­schrie­be­nen StEP Ver­kehr soll in 2018 vor­lie­gen.

Ant­wort zu 16.:
Der Nah­vers­plan wird vom Senat beschlos­sen und dem Abge­ord­ne­ten­haus zur Kennt­nis gege­ben. Bei der regel­mä­ßi­gen Fort­schrei­bung des Nah­ver­kehrs­pla­nes erfolgt ein umfas­sen­des Betei­li­gungs­ver­fah­ren. Den zen­tra­len Bau­stein der öffent­li­chen Betei­li­gung bil­den die Ver­an­stal­tun­gen der Rei­he »Forum Nah­ver­kehr«. Dazu wer­den unter ande­rem auch die für Ver­kehr zustän­di­gen Ver­tre­te­rIn­nen der Frak­tio­nen im Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin ein­ge­la­den. Durch die­se Betei­li­gung wird ermög­licht, dass die ein­zel­nen Pha­sen der Fort­schrei­bung kri­ti­sch kom­men­tiert bzw. Hin­wei­se sowie neue Ide­en ein­ge­bracht wer­den kön­nen.

  1. Wie sind die Ent­wick­lun­gen von häus­li­cher Gewalt in Ber­lin und in den Bezir­ken in den letz­ten 10 Jah­re (bit­te nach Jah­ren geson­dert und jeweils die Gesamt­zahl sowie die Zah­len in den jewei­li­gen Bezir­ken ange­ben)?
  2. Wie hoch ist die durch den Senat ver­mu­te­te Dun­kel­zif­fer bei häus­li­cher Gewalt in Ber­lin und in den Bezir­ken der letz­ten 10 Jah­re (bit­te nach Jah­ren geson­dert und jeweils die Gesamt­zahl sowie die Zah­len in den jewei­li­gen Bezir­ken ange­ben)?
  3. Wie ist häus­li­che Gewalt defi­niert und wann wer­den sol­che Fäl­le doku­men­tiert?
  4. Wel­che Stra­fen kann es für häus­li­che Gewalt geben?
  5. Gibt es eine sofor­ti­ge Mög­lich­keit des Opfer­schut­zes, z.B. durch kurz­fris­ti­ge Fest­nah­me des Täters bzw. Tren­nung des Opfers und des Täters, um Zeit für die Befra­gung, Betreu­ung und Hil­fe des Opfers zu haben? Wenn ja, in wie vie­len Fäl­len wur­de es in den letz­ten 10 Jah­ren ange­wandt? Wenn nein, war­um nicht?
  6. Wel­che Grund­la­ge bzw. Begrün­dung benö­tigt die Poli­zei für die Ermitt­lun­gen, Anzei­gen bzw. Hil­fe­stel­lung bei häus­li­cher Gewalt?
  7. Wel­che Pro­gram­me gegen häus­li­che Gewalt gibt es und wohin kön­nen sich Betrof­fe­ne wen­den, um Bera­tung bzw. Unter­stüt­zung in Anspruch zu neh­men?
  8. Wel­che Mög­lich­kei­ten bzw. Instru­men­te hat die Ber­li­ner Poli­zei bei bekannt wer­den von häus­li­cher Gewalt gegen­über dem Opfer und Täter (bit­te um Auf­lis­tung der Optio­nen)?
  9. Darf die Ber­li­ner Poli­zei Anzei­ge bei Kennt­nis­nah­me von häus­li­cher Gewalt stel­len, obwohl das Opfer kei­ne Anzei­ge erstat­ten möch­te?
  10. Wie kann einem Opfer gehol­fen wer­den, wenn es offen­sicht­li­ch Angst hat und kei­ne Anzei­ge erstat­ten möch­te?
  11. Wie wer­den Fäl­le doku­men­tiert, bei denen das Opfer von einer Anzei­ge abge­se­hen hat? 12. Was kön­nen Men­schen tun, die Zeu­ge von häus­li­cher Gewalt wer­den und wie wer­den die­se Zeu­gen gege­be­nen­falls geschützt?
  12. Was kön­nen Men­schen tun, die Zeu­ge von häus­li­cher Gewalt wer­den und wie wer­den die­se Zeu­gen gege­be­nen­falls geschützt?
  13. Wie viel Geld steht dem Ber­li­ner Senat für den Opfer- und Zeu­gen­schutz in Ber­lin zur Ver­fü­gung?
  14. Wel­che Maß­nah­men wären für die Zukunft wün­schens­wert, um den Opfer- und Zeu­gen­schutz in Ber­lin zu stär­ken?
  15. Wird bei der Auf­nah­me von Fäl­len von häus­li­cher Gewalt zwi­schen der Her­kunft des Täters unter­schie­den? Wenn ja, bit­te um Auf­lis­tung der letz­ten 10 Jah­re. Wenn nein, war­um nicht?
  16. Gibt es Unter­schie­de in der Häu­fig­keit bzw. Art und Wei­se bei Fäl­len von häus­li­cher Gewalt bei Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund bzw. Flücht­lin­gen und wenn ja, wie bewer­tet der Senat dies?
  17. Was wird unter­nom­men, um Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund bzw. Flücht­lings­sta­tus zum The­ma häus­li­che Gewalt auf­zu­klä­ren bzw. die betrof­fe­nen Opfer zu unter­stüt­zen?

 

Dan­ny Frey­mark

 

 

Zu 1.: In der nach­fol­gen­den Tabel­le wer­den Per­so­nen abge­bil­det, die Opfer einer Straf­tat gegen das Leben, die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung, die per­sön­li­chen Frei­heit oder eines Roh­heits­de­lik­tes wur­den und zum Tat­ver­däch­ti­gen in einem fami­liä­ren bzw. part­ner­schaft­li­chen Ver­hält­nis ste­hen oder stan­den. Die Abbil­dung erfolgt nach dem Tat­ort der zugrun­de­lie­gen­den Straf­tat.



Zu 2.: Eine vom Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend (BMFSFJ) in Auf­trag gege­be­ne und 2004 ver­öf­fent­lich­te Stu­die zur »Lebens­si­tua­ti­on, Sicher­heit und Gesund­heit von Frau­en in Deutsch­land – eine reprä­sen­ta­ti­ve Unter­su­chung zu Gewalt gegen Frau­en« kommt zu dem Ergeb­nis, dass min­des­tens jede vier­te Frau im Alter von 16 bis 85 Jah­ren, die in einer Part­ner­schaft gelebt hat, kör­per­li­che oder – zum Teil zusätz­li­ch – sexu­el­le (7%) Über­grif­fe durch einen Bezie­hungs­part­ner ein­oder mehr­mals erlebt hat.Zu 3.: Die Ber­li­ner Behör­den und das Ber­li­ner Hil­fe­sys­tem haben sich auf fol­gen­de Defi­ni­ti­on zur häus­li­chen Gewalt ver­stän­digt: «Häus­li­che Gewalt” bezeich­net (unab­hän­gig vom Tat­ort /auch ohne gemein­sa­men Wohn­sitz) Gewaltstraf­ta­ten zwi­schen Per­so­nen in einer part­ner­schaft­li­chen Bezie­hung, die der­zeit besteht, die sich in Auf­lö­sung befin­det oder die auf­ge­löst ist, oder Per­so­nen, die in einem Ange­hö­ri­gen­ver­hält­nis zuein­an­der ste­hen, soweit es sich nicht um Straf­ta­ten zum Nach­teil von Kin­dern han­delt.« Die Poli­zei ist gemäß § 163 Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) ver­pflich­tet, sämt­li­che Straf­ta­ten ent­ge­gen­zu­neh­men und zu ver­fol­gen und somit auch Sach­ver­hal­te der häus­li­chen Gewalt. Seit 2006 arbei­tet die Poli­zei Ber­lin zudem mit einem fort­lau­fend aktua­li­sier­ten Qua­li­täts­stan­dard für Fäl­le der häus­li­chen Gewalt, der einen Min­dest­stan­dard dar­stellt und aus dem sich die Ver­pflich­tung zur umfang­rei­chen Doku­men­ta­ti­on der­ar­ti­ger Sach­ver­hal­te ergibt. Hier­in heißt es, dass im Zwei­fels­fall häus­li­che Gewalt anzu­neh­men und ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten ist. Doku­men­ta­tio­nen erfol­gen des Wei­te­ren im Straf­ver­fah­ren und in Ver­fah­ren der Jugend­äm­ter und bei Gerichten.Zu 4.: Einen Straf­tat­be­stand »Häus­li­che Gewalt« gibt es nicht. Es gel­ten die gesetz­li­ch abs­trakt vor­ge­se­he­nen Straf­vor­schrif­ten, z.B. Nöti­gung, Frei­heits­be­rau­bung und Körperverletzung.Zu 5.: Die poli­zei­li­chen Inter­ven­ti­ons­mög­lich­kei­ten rich­ten sich im Gefah­ren­ab­wehr­recht nach den Bestim­mun­gen des All­ge­mei­nes Sicher­heits- und Ord­nungs­ge­set­zes Ber­lin (ASOG) und in der Straf­ver­fol­gung nach der StPO. Dar­über hin­aus gel­ten für die Poli­zei Ber­lin die »Qua­li­täts­stan­dard in Fäl­len häus­li­cher Gewalt« sowie der »Qua­li­täts­stan­dard zur Ver­hin­de­rung von Gewalt­es­ka­la­tio­nen bei nicht her­aus­ra­gen­den Bedro­hungs­la­gen und Nach­stel­lun­gen« mit dem Ziel der qua­li­ta­ti­ven Umset­zung des Opfer­schut­zes. Neben der vor­läu­fi­gen Fest­nah­me einer tat­ver­däch­ti­gen Per­son bzw. der Gewahrs­am­nah­me, kann nach § 29 a ASOG auch eine Weg­wei­sung oder ein Kon­takt- und Betre­tungs­ver­bot für maxi­mal 14 Tage durch die Poli­zei Ber­lin aus­ge­spro­chen wer­den. Die Anzahl der durch die Poli­zei Ber­lin aus­ge­spro­che­nen Weg­wei­sun­gen für den Zeit­raum von 2007 bis 2016 sind der nach­ste­hen­den Tabel­le zu ent­neh­men:


Grund­sätz­li­ch wer­den im Rah­men einer Sach­ver­halts­auf­nah­me Opfer und tat­ver­däch­ti­ge Per­son durch die Poli­zei getrennt zum Gesche­hen befragt. Aus dem »Qua­li­täts­stan­dard in Fäl­len häus­li­cher Gewalt« ergibt sich eben­so die Ver­pflich­tung, Opfer an spe­zia­li­sier­te Bera­tungs­stel­len zu ver­mit­teln. Dies gilt auch für tat­ver­däch­ti­ge Per­so­nen und deren Ver­mitt­lung an Täter­be­ra­tungs­stel­len. Dort sol­len Betrof­fe­ne erler­nen, Gewalt­ver­hal­tens­mus­ter abzu­le­gen, um zukünf­ti­ge Taten zu ver­hin­dern. Erfor­der­li­chen­falls wird die Unter­brin­gung von Opfern häus­li­cher Gewalt in einer geschütz­ten Unter­kunft durch die Poli­zei Ber­lin ver­mit­telt. Inte­gra­ler Bestand­eil der Koope­ra­ti­on von der Ber­li­ner Initia­ti­ve gegen Gewalt an Frau­en (BIG e.V.) und der Poli­zei Ber­lin ist der soge­nann­te pro­ak­ti­ve Ansatz. Hier­nach ver­mit­teln die sach­ver­halts­auf­neh­men­den Poli­zei­dienst­kräf­te Opfer häus­li­cher Gewalt pro­ak­tiv an das Hil­fe­an­ge­bot von BIG e.V. Bei Ein­wil­li­gung des Opfers erfolgt eine Vort-Ort-Bera­tung oder eine Kon­takt­auf­nah­me mit der BIGHotline.Zu 6.: Wie in der Ant­wort zu 3. dar­ge­stellt, gilt für die Poli­zei Ber­lin ein nied­rig­schwel­li­ges Ein­schrei­ten in Fäl­len der häus­li­chen Gewalt. Liegt der Anfangs­ver­dacht einer Straf­tat vor, sind nach der StPO Ermitt­lun­gen auf­zu­neh­men.

Zu 7.: Das The­men­feld Opferschutz/ häus­li­che Gewalt besitzt sowohl für die Poli­zei Ber­lin als auch das gesam­te Ber­li­ner Hil­fe­sys­tem einen hohen Stel­len­wert. Bei der Poli­zei Ber­lin wird es zen­tral durch ein Arbeits­ge­biet der Zen­tral­stel­le für Prä­ven­ti­on beim Lan­des­kri­mi­nal­amt Ber­lin koor­di­niert. Opfer häus­li­cher Gewalt kön­nen sich über­dies durch die Opferschutzbeauftragten/ Koordinatorinnen/ Koor­di­na­to­ren häus­li­che Gewalt/ Stal­king der Poli­zei­di­rek­tio­nen sowie die Mul­ti­pli­ka­to­rin­nen und Multiplikatoren/ The­men­ver­ant­wort­li­chen für häus­li­che Gewalt/ Opfer­schutz auf den Poli­zei­ab­schnit­ten zum Ablauf eines Ermitt­lungs­ver­fah­rens und den Mög­lich­kei­ten des Gewalt- und Opfer­schut­zes bera­ten und an eine spe­zia­li­sier­te Bera­tungs­stel­le ver­mit­teln las­sen. Hier­bei nimmt die Netz­werk­ar­beit der Poli­zei Ber­lin mit den Ein­rich­tun­gen der Opfer­hil­fe einen beson­de­ren Stell­len­wert ein (z.B. Ber­li­ner Kri­sen­dienst, Ber­li­ner Not­dienst Kin­der­schutz, Gewalt­schutz­am­bu­lanz, Trau­maam­bu­lanz, Sozi­al­psych­ia­tri­sche Diens­te, Opfer­be­auf­trag­ter des Ber­li­ner Senats). Regel­mä­ßig wer­den Opfer häus­li­cher Gewalt hier­bei über wei­te­re Mög­lich­kei­ten der Opfer­hil­fe (z.B. Schutz­an­ord­nung nach dem Gewalt­schutz­ge­setz [GewSchG], psy­cho­so­zia­le Pro­zeß­be­glei­tung und rechts­si­che­re Doku­men­ta­ti­on von Ver­let­zun­gen) infor­miert. Besteht eine kon­kre­te Gefahr für das Leben oder die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit poten­ti­el­ler Opfer häus­li­cher Gewalt erfolgt nach durch­ge­führ­ter Gefähr­dungs­ein­schät­zung ggf. eine Betreu­ung durch die Zen­tral­stel­le für Indi­vi­dual­ge­fähr­dung beim Lan­des­kri­mi­nal­amt. Die Poli­zei Ber­lin ver­mit­telt an fol­gen­de Bera­tungs­stel­len, die Betrof­fe­ne häus­li­cher Gewalt unter­stüt­zen:

 

  • Opfer­hil­fe Ber­lin e.V. (für männ­li­che und weib­li­che Opfer)
  • Weis­ser Ring e.V. (für männ­li­che und weib­li­che Opfer)
  • BIG-Hot­line (für weib­li­che Opfer)
  • FRIE­DA-Frau­en­zen­trum e.V. (für weib­li­che Opfer)
  • Ber­li­ner Zen­trum für Gewalt­prä­ven­ti­on e.V. (für Täte­rin­nen und Täter)
  • Bera­tung für Män­ner – gegen Gewalt bei der Ber­li­ner Volks­so­li­da­ri­tät (für Täter)
  • Bun­des­wei­tes Hil­fe­te­le­fon »Gewalt gegen Frau­en« (für weib­li­che Opfer)
  • LARA – Fach­stel­le gegen sexua­li­sier­te Gewalt an Frau­en und Mäd­chen (für weib­li­che Opfer)
  • Stop-Stal­king-Ber­lin KUB e.V. (für männ­li­che und weib­li­che Opfer sowie Täte­rin­nen sowie Täter)

Dar­über hin­aus bie­ten in Ber­lin fünf Fach­be­ra­tungs-und Inter­ven­ti­ons­stel­len, sechs Frau­en­häu­ser mit 326 Plät­zen und 43 Zufluchts­woh­nun­gen mit 119 Plät­zen Unter­stüt­zung, Bera­tung bzw. Unter­brin­gung für Betrof­fe­ne von häus­li­cher Gewalt an. In 25 »Zwei­te-Stu­fe-Woh­nun­gen« wird Frau­en nach einem Frau­en­haus­auf­ent­halt ein betreu­tes Woh­nen ange­bo­ten, wenn es dafür noch Bedarf gibt. Les­ben, Schwu­le, Bise­xu­el­le, trans- und inter­ge­schlecht­li­che Men­schen (LSBTI), die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind, kön­nen sich neben den all­ge­mei­nen Ange­bo­ten in Ber­lin an die von der Lan­des­stel­le für Gleich­be­hand­lung – gegen Dis­kri­mi­nie­rung (LADS) der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung (Sen­Just­VA) zuwen­dungs­ge­för­der­ten Pro­jek­te aus dem Hand­lungs­feld Anti­ge­walt rich­ten. Dies sind die Pro­jek­te Maneo des Trä­gers Mann-O-Meter e.V. für schwu­le und bise­xu­el­le Men­schen sowie Les­Mi­gras der Les­ben­be­ra­tung Ber­lin e.V. für les­bi­sche, bise­xu­el­le, trans- und inter­ge­schlecht­li­che Men­schen. Die Les­ben­be­ra­tung bie­tet über­dies in ihrem Gesund­heits­be­reich ent­spre­chen­de Fach­be­ra­tung an, die je nach Bedarfs­la­ge in Anspruch genom­men wer­den kann.

Zu 8.: Die Poli­zei hat neben den in der Ant­wort zu 5. beschrie­be­nen Maß­nah­men fol­gen­de Mög­lich­kei­ten zum Schutz von Opfern häus­li­cher Gewalt:

  • Beweis­si­che­rung zur Auf­klä­rung der Straf­tat
  • Schutz­ge­sprä­che mit den Opfern und inter­dis­zi­pli­nä­re Fall­be­spre­chun­gen
  • Bera­tung und Auf­klä­rung über Hilfs­an­ge­bo­te
  • Ver­mitt­lung an Bera­tungs­stel­len
  • indi­vi­du­el­le Schutz­maß­nah­men auch tech­ni­scher Art nach erfolg­ter Gefähr­dungs­ein­schät­zung; die­se kön­nen ver­hal­tens- bzw. per­so­nen­ori­en­tiert oder tech­ni­scher Natur sein
  • Gefähr­deran­spra­chen – Festnahme/ Inge­wahrs­am­nah­me
  • Wegweisungen/ Betre­tungs- und Kon­takt­ver­bo­te

Zu 9.: Die Ver­pflich­tung zur Anzei­gen­auf­nah­me (sog. Lega­li­täts­prin­zip) durch die Poli­zei Ber­lin ergibt sich aus der StPO.

Zu 10.: Die Opfer häus­li­cher Gewalt haben die Mög­lich­keit, sich ins­be­son­de­re bei den spe­zia­li­sier­ten Bera­tungs­stel­len (z.B. BIG Hot­line bzw. die fünf Ber­li­ner Fach­be­ra­tungs­stel­len) anonym bera­ten zu las­sen. Sie kön­nen sich dort über den Fort­gang eines Ermitt­lungs­ver­fah­rens, Maß­nah­men des poli­zei­li­chen Gewalt­schut­zes und ande­rer Opfer­schutz­mög­lich­kei­ten vor der Erstat­tung einer Straf­an­zei­ge infor­mie­ren. Frau­en kön­nen sich im aku­ten Bedro­hungs­fall auch direkt an eines der sechs Ber­li­ner Frau­en­häu­ser wen­den. Dar­über hin­aus för­dert die Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung ver­schie­de­ne Pro­jek­te im Bereich des Opfer­schut­zes. Bei dem Ver­ein Opfer­hil­fe Ber­lin e.V. kön­nen sich Opfer von Straf­ta­ten pro­fes­sio­nell bera­ten las­sen. Bei der Gewalt­schutz­am­bu­lanz der Ber­li­ner Cha­rité kön­nen Opfer von Gewalt­de­lik­ten die Tat­spu­ren rechts­me­di­zi­ni­sch begut­ach­ten und doku­men­tie­ren las­sen. Seit Som­mer 2016 kön­nen auch Spu­ren sexua­li­sier­ter Gewalt gesi­chert wer­den. Zudem ist die Siche­rung von DNA-Spu­ren im Wege der ver­trau­li­chen Spu­ren­si­che­rung mög­li­ch. Das Pro­jekt Stop-Stal­king bie­tet Unter­stüt­zung sowohl für Opfer als auch für Täte­rin­nen bzw. Täter von Nach­stel­lun­gen. Das Pro­jekt Wild­was­ser unter­stützt min­der­jäh­ri­ge und jun­ge voll­jäh­ri­ge Zeu­gin­nen und Zeu­gen, die in Straf­ver­fah­ren wegen Sexu­al­straf­ta­ten zu einer zeu­gen­schaft­li­chen Ver­neh­mung gela­den wer­den. Bera­tung für Män­ner – gegen Gewalt bie­tet Gewalt­prä­ven­ti­on und Opfer­schutz bei der Bekämp­fung von häus­li­cher Gewalt durch Män­ner. »Kind im Bli­ck« rich­tet sich an Fami­li­en mit Kin­dern, die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind und den Wunsch zu einem gewalt­frei­en Zusam­men­le­ben bekun­den. Ziel­grup­pe des Pro­jekts Kind im Zen­trum sind Sexu­al­straf­tä­ter und –täte­rin­nen mit gericht­li­chen The­ra­pie­wei­sun­gen. Die Bera­tung im Fall erleb­ter Gewalt für die Quer­schnitts-Bedarfs­grup­pen LSBTI folgt dem res­sour­cen­ori­en­tier­ten Ansatz. Die Opfer­be­ra­tung und –beglei­tung kann unab­hän­gig von einer mög­li­chen Anzei­ge­er­stat­tung erfol­gen und dient z.B. der psy­cho­so­zia­len Sta­bi­li­sie­rung und der Bewäl­ti­gung der Fol­gen von Gewalt­er­fah­run­gen. Die Betrof­fe­nen wer­den grund­sätz­li­ch mit allen not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen aus­ge­stat­tet, um über mög­li­che wei­te­re Schrit­te, wie eine Anzei­ge­er­stat­tung, ent­schei­den zu kön­nen.

Zu 11.: Seit 2014 besteht in der Gewalt­schutz­am­bu­lanz Cha­rité ein Ange­bot für Gewalt­op­fer, um erlit­te­ne Ver­let­zun­gen rechts­me­di­zi­ni­sch unter­su­chen und doku­men­tie­ren zu las­sen – dies ist auch ohne poli­zei­li­che Anzei­ge und kos­ten­frei mög­li­ch.

Zu 12.: Grund­sätz­li­ch rät die Poli­zei Ber­lin Zeu­gen von Straf­ta­ten, den Not­ruf 110 zu wäh­len und Anga­ben zum Gesche­hen zu machen, ohne sich selbst zu gefähr­den. Sind Zeu­gen in einem Ermitt­lungs- und Straf­ver­fah­ren gefähr­det, rich­tet sich deren Schutz nach der StPO und dem Gerichts­ver­fas­sungs­ge­setz (GVG). Die Schutz­maß­nah­men kön­nen von einem ver­hal­tens­sen­si­bi­li­sie­ren­den Gespräch, der Mög­lich­keit der Anga­be einer ande­ren ladungs­fä­hi­gen Anschrift als der Wohn­an­schrift gegen­über dem Gericht, bis hin zu ope­ra­ti­ven Zeu­gen­schutz­maß- nah­men rei­chen.

Zu 13.: Aus dem Ein­zel­plan der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung wer­den die Pro­jek­te Gewalt­schutz­am­bu­lanz, Opfer­hil­fe Ber­lin e.V., Zeu­gen­be­treu­ungs­zim­mer im Kri­mi­nal­ge­richt, Stop-Stal­king, Wild­was­ser, Bera­tung für Män­ner – gegen Gewalt, Kind im Bli­ck und Kind im Zen­trum im lau­fen­den Dop­pel­haus­halt mit ins­ge­samt 1.333.389,44 EURO geför­dert. Wei­ter­hin ste­hen im lau­fen­den Dop­pel­haus­halt für die Bedarfs­grup­pen LSBTI im Hand­lungs­feld Anti­ge­walt den unter 7. genann­ten Trä­gern ins­ge­samt rund 242.000 EURO zur Ver­fü­gung. Dies beinhal­tet auch die Bera­tung und Beglei­tung von LSBTI Geflüch­te­ten, die Opfer von homo- und trans­phob moti­vier­ter Gewalt wur­den. Eine antei­li­ge Sum­me für die Opfer­hil­fe bei dies­be­züg­li­cher häus­li­cher Gewalt kann antei­lig nicht bezif­fert wer­den.

Zu 14.: Der Senat erwägt bei Vor­lie­gen der haus­halts­mä­ßi­gen Vor­aus­set­zun­gen, den Opfer­schutz für Betrof­fe­ne von homo- und trans­phob moti­vier­ter Gewalt bedarfs­ge­recht aus­zu­bau­en. In die­sem Zusam­men­hang kann im Rah­men der fach­li­chen Steue­rung der unter 7. genann­ten Pro­jek­te das The­ma häus­li­che Gewalt ggf. aus­ge­baut wer­den. Die Pro­jek­te kön­nen zudem ange­regt wer­den, bereits bestehen­de Koope­ra­tio­nen mit den all­ge­mei­nen Hilfs­an­ge­bo­ten für Opfer häus­li­cher Gewalt zu inten­si­vie­ren. Aus der Netz­werk- und Koope­ra­ti­ons­ar­beit mit Insti­tu­tio­nen der Opfer­hil­fe ist bekannt, dass Hand­lungs­be­darf hin­sicht­li­ch der ad-hoc-Unter­brin­gung von Opfern häus­li­cher Gewalt in einer geschütz­ten Unter­kunft besteht.

Zu 15.: Wie zu allen Straf­ta­ten wird auch zu den Tat­ver­däch­ti­gen der Fäl­le partnerschaftlicher/ inner­fa­mi­liä­rer Gewalt die Staats­an­ge­hö­rig­keit erfasst; nicht jedoch die Her­kunft. Der nach­ste­hen­den tabel­la­ri­schen Auf­stel­lung sind die Anga­ben zur Gesamt­zahl der Tat­ver­däch­ti­gen zu Fäl­len partnerschaftlicher/innerfamiliärer Gewalt, unter­teilt nach deut­scher bzw. nicht­deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit, zu ent­neh­men. Dar­ge­stellt wer­den die Jah­re 2011 bis 2016, da die Kenn­zeich­nung der ent­spre­chen­den Opfer erst 2011 in der Poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­sta­tis­tik (PKS) ein­ge­führt wur­de und das Berichts­jahr 2017 noch nicht abge­schlos­sen ist. Zum eben­falls dar­ge­stell­ten Anteil nicht­deut­scher Tat­ver­däch­ti­ger an allen Tat­ver­däch­ti­gen ist anzu­mer­ken, dass auf­grund eines tech­ni­schen Feh­lers die Anzahl der nicht­deut­schen Tat­ver­däch­ti­gen bis zum Jahr 2012 über­höht war. Eini­ge an sich deut­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge wur­den bei der Umstel­lung vom alten poli­zei­li­chen Infor­ma­ti­ons­sys­tem ISVB (Infor­ma­ti­ons­sys­tem Ver­bre­chens­be­kämp­fung) auf POLIKS ver­se­hent­li­ch mit der Staats­an­ge­hö­rig­keit »kei­ne Anga­be«, die zu den Nicht­deut­schen zählt, über­nom­men.

Zu 16.:
Anga­ben zur Anzahl der Tat­ver­däch­ti­gen bei Fäl­len Häus­li­cher Gewalt mit nicht­deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit sind der Beant­wor­tung zu Fra­ge 15 zu ent­neh­men. Anga­ben zu deut­schen Tat­ver­däch­ti­gen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund lie­gen zur häus­li­chen Gewalt nicht vor. Geflüch­te­te Per­so­nen wer­den in der PKS als »Zuwan­de­rer« über bestimm­te Aus­prä­gun­gen des Auf­ent­halts­an­las­ses defi­niert. Hier­bei han­delt es sich um eine Pflicht­ein­ga­be zu nicht­deut­schen Tat­ver­däch­ti­gen. Gemäß der PKS Ber­lin für das Jahr 2016 waren 500 der Tat­ver­däch­ti­gen zur häus­li­chen Gewalt »Zuwan­de­rer«. Das ent­spricht einem Anteil von 4,6% aller erfass­ten Tat­ver­däch­ti­gen der häus­li­chen Gewalt. Im Übri­gen ist häus­li­che Gewalt ein glo­ba­les Pro­blem und welt­weit eine der häu­figs­ten Ver­let­zungs­hand­lun­gen. Sie kommt in allen Kul­tu­ren, unab­hän­gig von eth­ni­scher und reli­giö­ser Zuge­hö­rig­keit, in allen sozia­len Schich­ten und in allen Alters­grup­pen vor. Bestimm­te Risi­ko­fak­to­ren wie Arbeits­lo­sig­keit, beeng­te Wohn­ver­hält­nis­se, finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten und sons­ti­ge pro­ble­ma­ti­sche Lebens­ver­hält­nis­se begüns­ti­gen das Ent­ste­hen von häus­li­cher Gewalt. Die bereits in der Ant­wort zu 2. erwähn­te Stu­die des BMFSFJ kommt zu dem Ergeb­nis, dass Migran­tin­nen in höhe­rem Maße von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind als der Durch­schnitt der weib­li­chen Bevöl­ke­rung Deutsch­lands Die Grün­de hier­für sind kom­plex. Eine wich­ti­ge Rol­le spielt die Tat­sa­che, dass Migran­tin­nen häu­fi­ger in einer schwie­ri­gen sozia­len Situa­ti­on leben, die von meh­re­ren der oben dar­ge­stell­ten Risi­ko­fak­to­ren gekenn­zeich­net ist. Der Senat berück­sich­tigt die­se Erkennt­nis­se in der Aus­ge­stal­tung des Hil­fe­sys­tems. Für den Kreis der geflüch­te­ten Frau­en gibt es kei­ne wei­te­ren gesi­cher­ten Erkennt­nis­se. Es kann jedoch davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Gewalt­er­fah­run­gen vor dem Hin­ter­grund der Flucht­ge­schich­te ins­ge­samt noch grö­ßer sind.

Zu 17.:
Im Rah­men der Bun­des­in­itia­ti­ve »Schutz von Frau­en und Kin­dern in Flücht­lings­un­ter­künf­ten« haben das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend (BMFSFJ) und UNICEF in Koope­ra­ti­on mit der Stif­tung Deut­sches Forum für Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on (DFK) und der Poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on der Län­der und des Bun­des sowie wei­te­ren Betei­lig­ten Min­dest­stan­dards zum Schutz von Kin­dern, Jugend­li­chen und Frau­en in Flücht­lings­un­ter­künf­ten ent­wi­ckelt und ver­öf­fent­licht. Der Min­dest­stan­dard 4 beschreibt den Umgang mit Gewalt- und Gefährdungssituationen/ Risi­ko­ma­nage­ment und die stan­dar­di­sier­te Ver­fah­rens­wei­se bei Ver­dacht auf Gewalt. Aus der im Novem­ber 2015 gebil­de­ten Arbeits­grup­pe Flüchtlinge–Prävention bei der Poli­zei Ber­lin ent­stan­den im Febru­ar 2016 die ers­ten behör­den­wei­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen im Kon­text Zuwan­de­rung. Dar­aus resul­tie­rend wur­den fes­te poli­zei­li­che Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner für alle Not- und Gemein­schaft­un­ter­künf­te ein­ge­rich­tet. Die­se suchen anlas­s­un­ab­hän­gig die Unter­künf­te auf, bie­ten poli­zei­li­che Bera­tung an und erken­nen die Not­wen­dig­keit poli­zei­li­cher Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men. In die­sem Kon­text wur­de eine Hand­rei­chung für Mit­ar­bei­ten­de der Unter­künf­te von der Poli­zei Ber­lin auf­ge­legt. Ins­be­son­de­re wird hier zur The­ma­tik der Häus­li­chen Gewalt, Sexu­al­de­lik­ten und Gewalt­de­lik­ten an Schutz­be­foh­le­nen und Kin­dern (Miss­hand­lung) sen­si­bi­li­siert. Dar­über hin­aus arbei­ten die Opfer­schutz­be­auf­trag­ten sowie Koor­di­na­to­rin­nen und Koor­di­na­to­ren für häus­li­che Gewalt/ Stal­king der Poli­zei Ber­lin in ihren jewei­li­gen Poli­zei­di­rek­tio­nen mit den bezirk­li­chen Insti­tu­tio­nen und Ein­rich­tun­gen in frei­er Trä­ger­schaft zur The­ma­tik häus­li­che Gewalt in Flücht­lings­un­ter­künf­ten eng zusam­men. So fin­den bei­spiels­wei­se Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und Sprech­stun­den in den Flücht­lings­un­ter­künf­ten statt, in denen über die poli­zei­li­chen Ein­griffs- und Gewalt­schutz­maß­nah­men sowie Opfer­rech­te infor­miert wird. Die Poli­zei Ber­lin stellt im Rah­men der Anzei­gen­er­stat­tung Opfern von Straf­ta­ten, also auch bei häus­li­cher Gewalt, ein For­mu­lar mit Infor­ma­tio­nen zu Opfer­rech­ten und Hin­wei­sen auf Bera­tungs­stel­len zur Ver­fü­gung. Das soge­nann­te Opfer­schutz­merk­blatt ist der­zeit in 24 Spra­chen ver­füg­bar. Wei­ter­hin bie­tet BIG Fort­bil­dun­gen und Work­shops für Mit­ar­bei­ten­de sowie Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner in Flücht­lings­un­ter­künf­ten seit 2016 an. Das Ber­li­ner Hil­fe­sys­tem bei häus­li­cher Gewalt steht selbst­ver­ständ­li­ch auch Migran­tin­nen offen und wird von die­sen auch genutzt. Frau­en­häu­ser, Fach­be­ra­tungs­stel­len bei häus­li­cher Gewalt und Zufluchts­woh­nun­gen für gewalt­be­trof­fe­ne Frau­en haben die Mög­lich­keit, zusätz­li­che Finanz­mit­tel für Sprach­mitt­lung bei der Bera­tung gewalt­be­trof­fe­ner geflüch­te­ter Frau­en abzu­ru­fen. Die Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten für gewalt­be­trof­fe­ne geflüch­te­te Frau­en wur­den durch die Finan­zie­rung zusätz­li­cher Frau­en­haus­plät­ze und Schaf­fung von betreu­ten Wohn­raum­ka­pa­zi­tä­ten erwei­tert. Um den Zugang gewalt­be­trof­fe­ner geflüch­te­ter Frau­en zum Hil­fe­sys­tem zu erleich­tern, wur­den der Infor­ma­ti­ons­fly­er der BIG-Hot­line sowie die BIG-Bro­schü­re »Ihr Recht bei häus­li­cher Gewalt« in ver­schie­de­nen Spra­chen ver­öf­fent­licht. Außer­dem wer­den den Mit­ar­bei­ten­den in Flücht­lings­un­ter­künf­ten Fort­bil­dun­gen zu häus­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt sowie zu Stal­king ange­bo­ten. Für die Bera­tung geflüch­te­ter Frau­en wur­de die Bera­tungs­in­fra­struk­tur bei häus­li­cher Gewalt gestärkt. Ein prä­ven­ti­ves Ange­bot rich­tet sich dar­über hin­aus an geflüch­te­te Män­ner. Gemein­sam mit der Lan­des­stel­le für Gleich­be­hand­lung – gegen Dis­kri­mi­nie­rung (LADS) hat die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung unter Ein­be­zug ver­schie­de­ner staat­li­cher und nicht­staat­li­cher Akteu­rin­nen und Akteu­re die Hand­rei­chung »Was tun bei Gewalt gegen Frau­en und LSBTI in Unter­künf­ten?« ent­wi­ckelt, die in Kür­ze ver­öf­fent­licht wer­den wird. Es ist vor­ge­se­hen, die Hand­rei­chung, die vom Trä­ger BIG e.V. ange­bo­ten wird, in den Unter­künf­ten im Rah­men von Fort­bil­dun­gen zum The­ma häus­li­che Gewalt vor­zu­stel­len.

  1. Wur­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die fest­ge­stell­ten Ver­käu­fer ein­ge­lei­tet? Wenn ja, wegen wel­cher Delik­te und mit wel­chem Ergebnis/Abschluss (bit­te getrennt nach Bezir­ken dar­stel­len)?
  2. Wie erklärt sich der Senat etwai­ge Abwei­chun­gen der Vor­gangs­zah­len in den ein­zel­nen Bezir­ken?
  3. Gibt es Orte/Bezirke in der Stadt Ber­lin, an denen schein­bar nicht gegen den ille­ga­len Ziga­ret­ten­han­del vor­ge­gan­gen wird und wenn ja, war­um nicht?
  4. Wel­che Maß­nah­men wer­den sei­tens der Poli­zei unter­nom­men, um den ille­ga­len Ziga­ret­ten­han­del zu unter­bin­den?
  5. Wie hoch, berech­net anhand der beschlag­nahm­ten Ziga­ret­ten, war der Steu­er­aus­fall im Jahr 2016 (bit­te nach der Gesamt­zahl für Ber­lin sowie der Ber­li­ner Polizei/GE Zig und dem Haupt­zoll­amt Ber­lin geson­dert dar­stel­len)?
  6. Was wird den Bür­gern Ber­lins emp­foh­len, wenn Sie auf ille­ga­le Ziga­ret­ten­händ­ler tref­fen?
  7. In wie vie­len Fäl­len wur­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die Käu­fer ein­ge­lei­tet und mit wel­chem Ergeb­nis (bit­te geson­dert nach Bezir­ken dar­stel­len)?
  8. Wel­che Stra­fe droht einem Käu­fer von ille­ga­len Ziga­ret­ten?

 

Dan­ny Frey­mark

Vor­be­mer­kung:
Im Zuge der Neu­struk­tur des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes Ber­lin wur­de die Gemein­sa­me Ermitt­lungs­grup­pe Ziga­ret­ten mit dem Zoll von einem Dezer­nat auf ein Kom­mis­sa­ri­at redu­ziert und die stra­te­gi­sche Feder­füh­rung zum Zoll­fahn­dungs­amt Ber­lin ver­la­gert. Damit ein­her­ge­hend wur­de die umfang­rei­che Daten­er­fas­sung und –aus­wer­tung des LKA 43 (alt), auf deren Daten­be­stand die Beant­wor­tung frü­he­rer Schrift­li­cher Anfra­gen beruh­te, ein­ge­stellt. Fer­ner ist dar­auf zu ver­wei­sen, dass in der Ver­ein­ba­rung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und des Lan­des Ber­lin über die Fort­füh­rung der Gemein­sa­men Ermitt­lungs­grup­pe Ziga­ret­ten (GE Zig) fest­ge­legt wur­de, dass die Bear­bei­tung sämt­li­cher exter­ner Anfra­gen zum Phä­no­men­be­reich des ille­ga­len Ziga­ret­ten­han­dels im Raum Ber­lin feder­füh­rend bei den (jeweils) zustän­di­gen Stel­len der dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen nach­ge­ord­ne­ten Zoll­ver­wal­tung liegt.

Zu 1.:
Ent­spre­chen­de Straf­ver­fah­ren wegen Ver­dachts der Steu­er­hin­ter­zie­hung oder Steu­er­heh­le­rei wer­den nach den ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten der Abga­ben­ord­nung (AO) je nach Fall­ge­stal­tung ein­ge­lei­tet, §§ 369 ff AO. Die Ein­lei­tung erfolgt ver­pflich­tend auf­grund des Lega­li­täts­prin­zips. Nach Abschluss der Ermitt­lun­gen ent­schei­det die zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft bzw. je nach Ver­fah­rens­stand das Gericht über das wei­te­re Ver­fah­ren. Bei der GEZig lie­gen belast­ba­re Zah­len zu Ver­fah­ren­s­aus­gän­gen für das Jahr 2016 nicht vor. Teil­wei­se sind die im Jahr 2016 ein­ge­lei­te­ten Struk­tur­ver­fah­ren auch noch nicht abgeschlossen.Eine nach Bezir­ken getrenn­ten sta­tis­ti­schen Erfas­sun­gen der Ver­fah­ren­s­aus­gän­ge erfolgt nicht.

Zu 2.:
Ob sich Abwei­chun­gen erge­ben, kann auf­grund feh­len­der sta­tis­ti­scher Erfas­sun­gen nicht beur­teilt wer­den.

Zu 3.:
Nein.

Zu 4.:
Unab­hän­gig von der bestehen­den Zustän­dig­keit für die Bekämp­fung des Han­dels mit unver­steu­er­ten bzw. unver­zoll­ten Ziga­ret­ten kon­trol­liert die Poli­zei Ber­lin regel­mä­ßig bekann­te Orte des offe­nen Stra­ßen­han­dels und lei­tet bei die­sen Kon­trol­len Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Ver­dachts des Ver­sto­ßes gegen die Abga­ben­ord­nung gegen die fest­ge­stell­ten Händ­ler ein. Dar­über hin­aus bil­det das Lan­des­kri­mi­nal­amt Ber­lin mit dem Zoll­fahn­dungs­amt Ber­lin-Bran­den­burg die GE Zig, um die mitt­le­ren und geho­be­nen (orga­ni­sier­ten) Han­dels­struk­tu­ren zu bekämp­fen. Neben der Straf­ver­fol­gung ist auch die Prä­ven­ti­ons­ar­beit ein wesent­li­cher Bestand­teil der Bekämp­fung des ille­ga­len Ziga­ret­ten­han­dels. Hier­bei wird auf den kri­mi­nel­len Hin­ter­grund und die orga­ni­sier­ten Struk­tu­ren des Han­dels mit unver­zoll­ten und unver­steu­er­ten Ziga­ret­ten hin­ge­wie­sen. Beson­de­res Augen­merk wird dabei auch auf die zusätz­li­che Gesund­heits­schäd­lich­keit der nicht für den EUMarkt her­ge­stell­ten Ziga­ret­ten gelegt, da sie nicht den stren­gen EU-Bestim­mun­gen und staat­li­chen Kon­trol­len hin­sicht­li­ch der Inhalts-/Schadstoffe unter­lie­gen.

Zu 5.:
Grund­sätz­li­ch wird der Tat­um­fang in den beim Zoll­fahn­dungs­dienst geführ­ten Ver­fah­ren mit min­des­tens 15,6 Cent/Zigarette berech­net. Dabei bezieht sich die­se Berech­nung aus­schließ­li­ch auf die Ver­brauch­steu­er (ggf. anfal­len­de Zöl­le und die Ein­fuhr­um­satz­steu­er sind nicht berück­sich­tigt) und dient nur der Ermitt­lung des Tat­um­fangs. Die Steu­er­fest­set­zung erfolgt durch das zustän­di­ge Haupt­zoll­amt. Für die im Jahr 2016 abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren des Zoll­fahn­dungs­am­tes Ber­lin-Bran­den­burg wur­den rund 724 Tau­send Euro fest­ge­setzt.

Zu 6.:
Durch lang­jäh­ri­ge Öffent­lich­keits­ar­beit ist den Ber­li­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­gern das Aus­maß des ille­ga­len Ziga­ret­ten­han­dels bekannt. Zoll und Poli­zei Ber­lin emp­feh­len den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, kei­ne unver­steu­er­ten bzw. unver­zoll­ten Ziga­ret­ten zu kau­fen. Der Kauf unver­steu­er­ter bzw. unver­zoll­ter Ziga­ret­ten stellt ggf. eine Ord­nungs­wid­rig­keit bzw. eine Straf­tat dar und unter­stützt letzt­li­ch die Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät. Die Ber­li­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sol­len bei Zoll oder Poli­zei ent­spre­chen­de Anzei­gen erstat­ten.

Zu 7.:
Das Zoll­fahn­dungs­amt Ber­lin-Bran­den­burg und die dort ansäs­si­ge GEZig füh­ren Struk­tur­ver­fah­ren im Bereich der Ver­brauch­steu­er­kri­mi­na­li­tät, um die Zulie­fe­rung der ille­ga­len Ziga­ret­ten auf den Markt in Ber­lin zu unter­bin­den. Durch ent­spre­chen­de Ermitt­lun­gen ist die Orga­ni­sa­ti­on der Grup­pie­rung zu iden­ti­fi­zie­ren und zu zer­schla­gen. Auf­grund der erfor­der­li­chen Gesamt­be­trach­tung der Struk­tur­ver­fah­ren wer­den kei­ne sta­tis­ti­schen Tren­nun­gen zwi­schen Lie­fe­ran­ten, Händ­lern und Käu­fern und/oder ande­ren Betei­lig­ten – auch nicht nach Bezir­ken – durch­ge­führt.

Zu 8.:
Bis zum Inkraft­tre­ten des neu­en § 32 Zoll­ver­wal­tungs­ge­setz (ZollVG) wur­den Ver­warn­gel­der, Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren sowie ggf. Straf­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Mit Inkraft­tre­ten des neu­en § 32 ZollVG erstellt die Kon­troll­ein­heit bei Auf­griff eine Kon­troll­mit­tei­lung und über­sen­det die­se an das Haupt­zoll­amt, wel­ches den Steu­er­be­scheid erstellt. Die Beschul­dig­ten erhal­ten bin­nen weni­ger Wochen den Steu­er­be­scheid über die hin­ter­zo­ge­ne Tabak­steu­er­schuld sowie die Berech­nung über einen Zuschlag (in Höhe der Tabak­steu­er­schuld). Die­ses Ver­fah­ren wird bis zu einer Men­ge von etwa 1.400 Stück Ziga­ret­ten (Wert­gren­ze von 250 € gemäß § 32 ZollVG) ange­wandt. Ab 1.400 Stück Ziga­ret­ten wird ein Straf­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet.

  1. Wie defi­niert der Senat Zivil­cou­ra­ge?
  2. Sind dem Senat Unter­schie­de zwi­schen der unter Fra­ge 1.) genann­ten Defi­ni­ti­on von Zivil­cou­ra­ge und dem in der All­ge­mein­heit ver­brei­te­ten Ver­ständ­nis davon bekannt und wenn ja,welche?
  3. Wel­che Form der Aner­ken­nung gibt es in Ber­lin für Men­schen mit Zivil­cou­ra­ge?
  4. Was tut der Senat, um Zivil­cou­ra­ge zu för­dern und zu unter­stüt­zen?
  5. Was tut der Senat, wenn die Zivil­cou­ra­ge einen offen­sicht­li­chen Nach­teil für die hel­fen­de Per­son nach sich zieht?
  6. Wel­che Pro­gram­me zum Schutz von Men­schen mit Zivil­cou­ra­ge gibt es in Ber­lin?
  7. Gibt es Mög­lich­kei­ten der Unter­stüt­zung und Bera­tung für Men­schen, die durch ihre Zivil­cou­ra­ge sel­ber Opfer einer Straf­tat wer­den?
  8. Wie wer­den die hel­fen­den Per­so­nen über den wei­te­ren Aus­gang einer Straf­tat, zu deren Auf­klä­rung sie bei­ge­tra­gen haben, infor­miert?
  9. Exis­tiert bei der Ber­li­ner Poli­zei ein spe­zi­el­ler Leit­fa­den, wie mit Men­schen, die offen­sicht­li­ch Zivil­cou­ra­ge gezeigt haben, umzu­ge­hen ist, ins­be­son­de­re wenn die­se Per­son wünscht, nicht in einen Fall »hin­ein­ge­zo­gen« zu wer­den?

 

 

Zu 1.:
Der Senat hat kei­ne Defi­ni­ti­on für Zivil­cou­ra­ge fest­ge­legt.

Zu 2.:
Ent­fällt.

Zu 3.:
Aus­zeich­nun­gen für Zivil­cou­ra­ge wer­den sowohl von der öffent­li­chen Ver­wal­tung als auch von Ver­ei­nen und Orga­ni­sa­tio­nen ver­ge­ben. So loben ein­zel­ne Senats­res­sorts und die ihnen nach­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen als auch ein­zel­ne Ver­wal­tungs­be­zir­ke Aner­ken­nun­gen für beson­ders her­aus­ra­gen­de Einät­ze aus. Die For­men der Aner­ken­nun­gen rei­chen von Urkun­den, über Medail­len bis zu Geld­be­trä­gen.

Zu 4.:
Sie­he hier­zu die Ant­wor­ten zu den Fra­gen 1 und 3 der Schrift­li­chen Anfra­ge 18/11238.

Zu 5.:
Sie­he hier­zu die Ant­wort auf Fra­ge 2 der Schrift­li­chen Anfra­ge 18/12238.

Zu 6.:
Im Rah­men des Lan­des­pro­gramms »Demo­kra­tie. Viel­falt. Respekt. Gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus« wer­den ver­schie­de­ne Maß­nah­men geför­dert, die Zivil­cou­ra­ge in Fäl­len von Grup­pen­be­zo­ge­ner Men­schen­ver­ach­tung the­ma­ti­sie­ren. So wird »Zivil­cou­ra­ge« sowohl in den bil­dungs­be­zo­ge­nen Maß­nah­men, z.B. im Rah­men des Netz­werks »Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge« ange­spro­chen als auch in den Bera­tungs­an­ge­bo­ten des »Ver­eins für demo­kra­ti­sche Kul­tur (VDK) e.V.« und der »Stif­tung SPI«. Die Mobi­le Bera­tung gegen Rechts­ex­tre­mis­mus Ber­lin (MBR) des VDK e.V. hat z.B. in enger Koope­ra­ti­on mit bezirk­li­chen Regis­ter­stel­len den »Taschen­rat­ge­ber – aktiv gegen Rechts­ex­tre­mis­mus« ent­wi­ckelt, der kon­kre­te Hin­wei­se und Emp­feh­lun­gen für zivil­cou­ra­gier­tes Han­deln ver­mit­telt. Die MBR bie­tet außer­dem all­ge­mein Bera­tung zu Mög­lich­kei­ten und Gren­zen der Zivil­cou­ra­ge in Fäl­len von Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus. Per­so­nen, die bei ras­sis­ti­schen, rechts­ex­tre­men und anti­se­mi­ti­schen Vor­fäl­len Zivil­cou­ra­ge gezeigt haben und sel­ber zu Opfern von Gewalt und Bedro­hung wur­den, kön­nen sich an die Opfer­be­ra­tung »ReachOut« des Ver­eins Ari­ba e.V. wen­den. ReachOut bie­tet u.a. Unter­stüt­zung bei der Suche nach Rechts­bei­stand, Beglei­tung zu Poli­zei, Behör­den, Gerichts­ter­mi­nen, Bera­tung über finan­zi­el­le Unter­stüt­zung (Pro­zess­kos­ten­hil­fe, Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen nach dem Opfer­ent­schä­di­gungs­ge­setzt (OEG) etc.), psy­cho­so­zia­le Bera­tung und Ver­mitt­lung von the­ra­peu­ti­schen Ange­bo­ten. Für sei­ne Arbeit erhält »ReachOut« Zuwen­dungs­mit­tel aus dem Lan­des­pro­gramm »Demo­kra­tie.

Viel­falt. Respekt. Gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus« in Höhe von 512.113,42 € (2017). Die Poli­zei Ber­lin bie­tet Ver­an­stal­tun­gen für Erwach­se­ne zum Umgang mit Aggres­si­on und Gewalt im öffent­li­chen Raum an, die auf­zei­gen, wie rich­tig gehol­fen wer­den kann, ohne sich oder ande­re in Gefahr zu brin­gen. Ein Fokus liegt dabei auf dees­ka­lie­ren­dem Ver­hal­ten. Die Ent­wick­lung und das Üben von Hand­lungs­mus­tern zur Ver­mei­dung von Gewalt­es­ka­la­ti­on sowie zum Erler­nen sinn­vol­len Hil­fe­ver­hal­tens in Gewalt­si­tua­tio­nen ist auch Inhalt der Anti-Gewalt-Ver­an­stal­tun­gen an Schu­len, die von der Poli­zei Ber­lin ange­bo­ten wer­den. Über das Medi­en­por­tal http://www.polizei-beratung.de der Poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on der Län­der und des Bun­des (ProPK) wer­den ver­schie­de­ne Ver­hal­ten­s­tipps und Medi­en zum The­ma Zivil­cou­ra­ge bereit­ge­stellt. Über ProPK kön­nen auch Unter­richts­fil­me mit Begleit­heft zur För­de­rung von Zivil­cou­ra­ge bei Schü­le­rin­nen und Schü­lern ab 10 Jah­ren ange­for­dert wer­den. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Poli­zei Ber­lin sind ver­pflich­tet, alle Opfer einer Straf­tat auf ihre spe­zi­el­len Rech­te und die sich hier­aus erge­ben­den recht­li­chen Ansprü­che nach dem Opfer­ent­schä­di­gungs­ge­setz hin­zu­wei­sen. Zu die­sem Zweck wird ein Opfer­schutz­merk­blatt aus­ge­hän­digt und aus­führ­li­ch über Bera­tungs­stel­len zum Opfer­schutz infor­miert. Dar­über hin­aus ver­fügt jede Poli­zei­di­rek­ti­on über spe­zi­ell geschul­te Opfer­schutz­be­auf­trag­te, die zusätz­li­ch umfas­send bera­ten kön­nen und über lang­jäh­ri­ge bestehen­de Kon­tak­te zu den Opfer­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie zur Trau­ma-Ambu­lanz ver­fü­gen.

Zu 7.:
Per­so­nen, die bei Unglücks­fäl­len, gemei­ner Gefahr oder Not Hil­fe leis­ten oder einen ande­ren aus erheb­li­cher Gefahr für sei­ne Gesund­heit ret­ten, sind bei der Unfall­kas­se Ber­lin gesetz­li­ch unfall­ver­si­chert. Das glei­che gilt für Per­so­nen, die sich bei der Ver­fol­gung oder Fest­nah­me einer Per­son, die einer Straf­tat ver­däch­tig ist oder zum Schutz eines wider­recht­li­ch Ange­grif­fe­nen per­sön­li­ch ein­set­zen. Erlei­den die­se Per­so­nen bei ihrer Hilfs­ak­ti­on einen Kör­per­scha­den, hat die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung den gesetz­li­chen Auf­trag, ihre Gesund­heit mit allen geeig­ne­ten Mit­teln wie­der­her­zu­stel­len und die Teil­ha­be am Arbeits­le­ben sowie am Leben in der Gemein­schaft zu sichern bzw. wie­der zu ermög­li­chen. Wenn die Erwerbs­fä­hig­keit durch den Ver­si­che­rungs­fall län­ger als ein hal­bes Jahr um min­des­tens 20 % gemin­dert ist, zahlt die Unfall­kas­se eine Ver­letz­ten­ren­te. Den Not­hil­fe Leis­ten­den und den bei der Ver­fol­gung von Straf­tä­tern Hil­fe Leis­ten­den ersetzt die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung anders als son­st auch Sach­schä­den. Außer­dem erhal­ten die­se Per­so­nen im Ver­si­che­rungs­fall zusätz­li­che finan­zi­el­le Leis­tun­gen (soge­nann­te Mehr­leis­tun­gen), auf die ande­re Ver­si­cher­te der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung kei­nen Anspruch haben. Sub­si­diär bestehen Ansprü­che nach dem Opferentschädigungsgesetz.Die Lan­des­kom­mis­si­on Ber­lin gegen Gewalt beschäf­tigt sich als zen­tra­les Ber­li­ner Prä­ven­ti­ons­gre­mi­um auch mit dem The­men­schwer­punkt Opfer­schutz. Der Opfer­be­auf­trag­te des Lan­des Ber­lin ist zudem stän­di­ges Mit­glied der Lan­des­kom­mis­si­on. Mit sei­ner Unter­stüt­zung und dem WEISSEN RING wur­de der Opfer­schutz im letz­ten Jahr beim Ber­li­ner Prä­ven­ti­ons­tag »Wenn Men­schen Opfer wer­den« the­ma­ti­siert. Hier wur­den Pro­jek­te und ehren­amt­li­che Initia­ti­ven mit dem Ber­li­ner Prä­ven­ti­ons­preis 2017 für ihr Enga­ge­ment in der Prä­ven­ti­ons­ar­beit für Opfer geehrt. Dane­ben gab die Ver­an­stal­tung mit ver­schie­de­nen Vor­trä­gen fach­li­che und wis­sen­schaft­li­che Impul­se zum The­ma Opfer­schutz und dien­te dem Aus­tau­sch zwi­schen Wis­sen­schaft und Pra­xis. Im Übri­gen wird auf die Ant­wort zu Fra­ge 2 der Schrift­li­chen Anfra­ge 18/11238 ver­wie­sen.

Zu 8.:
Ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Infor­ma­tio­nen über ein Straf­ver­fah­ren an eine Per­son über­mit­telt wer­den dür­fen, hängt von der pro­zes­sua­len Stel­lung die­ser Per­son im Ver­fah­ren ab. Rele­vant ist auch, ob die Ertei­lung der Aus­kunft auf Antrag oder von Amts wegen erfol­gen soll. Die ver­letz­te Per­son selbst wird gemäß § 406i der Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) über ihre Rech­te im Straf­ver­fah­ren belehrt und erhält auf ihren Antrag – nicht von Amts wegen – die in § 406d StPO gere­gel­ten Infor­ma­tio­nen. Die hel­fen­de Per­son kann sich indes nur auf § 406d StPO beru­fen, wenn sie im Zuge ihrer Hil­fe selbst Opfer wird. Hat die hel­fen­de Per­son zur Auf­klä­rung der Straf­tat bei­ge­tra­gen, dürf­te es sich bei ihr regel­mä­ßig um eine Zeu­gin und damit eine Ver­fah­rens­be­tei­lig­te han­deln. Die StPO ent­hält kei­ne aus­drück­li­che Rechts­grund­la­ge für die Ertei­lung von Aus­künf­ten an Zeu­gen; der Bun­des­ge­richts­hof (NStZ-RR 2010, 246) wen­det inso­weit die für Nicht­ver­fah­rens­be­tei­lig­te gel­ten­den Vor­schrif­ten an. Nicht­ver­fah­rens­be­tei­lig­te Pri­vat­per­so­nen erhal­ten auf Antrag Aus­kunft, wenn sie ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­le­gen (§ 475 Abs. 1 Satz 1 StPO) und der hier­von Betrof­fe­ne kein schutz­wür­di­ges Inter­es­se an der Ver­sa­gung der Aus­kunft hat (§ 475 Abs. 1 Satz 2 StPO). Wur­de das Ver­fah­ren ein­ge­stellt, die Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens abge­lehnt, der Ange­klag­te frei­ge­spro­chen oder wird die Ver­ur­tei­lung nicht in ein Füh­rungs­zeug­nis auf­ge­nom­men und sind seit der Rechts­kraft der Ent­schei­dung mehr als zwei Jah­re ver­stri­chen, dür­fen Aus­künf­te an nicht­ver­fah­rens­be­tei­lig­te Per­so­nen nur erteilt wer­den, wenn die­se ein recht­li­ches Inter­es­se glaub­haft machen und der frü­he­re Beschul­dig­te kein schutz­wür­di­ges Inter­es­se an der Ver­sa­gung der Aus­kunft hat (§ 477 Abs. 3 StPO). Aus­künf­te an nicht­ver­fah­rens­be­tei­lig­te Per­so­nen sind fer­ner zu ver­sa­gen, wenn der Über­mitt­lung Zwecke des Straf­ver­fah­rens, auch die Gefähr­dung des Unter­su­chungs­zwecks in einem ande­ren Straf­ver­fah­ren, oder beson­de­re bun­des­ge­setz­li­che oder ent­spre­chen­de lan­des­ge­setz­li­che Ver­wen­dungs­re­ge­lun­gen ent­ge­gen­ste­hen (§ 477 Abs. 2 Satz 1 StPO). Bei Aus­kunfts­er­su­chen von Zeu­gen besteht beson­de­rer Grund zur Prü­fung, ob der Ertei­lung der Aus­kunft Zwecke des Ver­fah­rens ent­ge­gen­ste­hen. Um die Neu­tra­li­tät von Zeu­gen zu sichern, sol­len die­se z.B. nach §§ 58 Abs. 1, 243 Abs. 2 Satz 1 StPO nur ein­zeln in Abwe­sen­heit der ande­ren Zeu­gen ver­nom­men wer­den. Infor­ma­tio­nen dürf­ten daher regel­mä­ßig zu ver­sa­gen sein, wenn zu befürch­ten ist, dass sie die Aus­sa­ge beein­flus­sen. Da alle vor­ge­nann­ten Vor­schrif­ten einen Antrag vor­aus­set­zen und Mit­tei­lun­gen von Amts im Übri­gen nach § 12 Abs. 1 Satz 2 Ein­füh­rungs­ge­setz zum Gerichts­ver­fas­sungs­ge­setz (EGGVG) nur an öffent­li­che Stel­len des Bun­des und der Län­der und nicht an Pri­vat­per­so­nen erge­hen dür­fen, wer­den an Pri­vat­per­so­nen grund­sätz­li­ch kei­ne Aus­künf­te von Amts wegen erteilt.

Zu 9.:
Einen der­ar­ti­gen Leit­fa­den oder eine ande­re Form der Vor­schrift gibt es in der Poli­zei Ber­lin nicht. In einem rechts­staat­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren gel­ten für alle Zeu­gen, auch für sol­che, die Zivil­cou­ra­ge gezeigt haben, die glei­chen Regeln und Rech­te. Gemäß § 68 Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) – Ver­neh­mung zur Per­son; Beschrän­kung von Anga­ben, Zeu­gen­schutz – wird der Schutz der Iden­ti­tät unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen gewahrt, sofern ein begrün­de­ter Anlass zu der Besorg­nis besteht, dass durch die Offen­ba­rung der Iden­ti­tät oder des Wohn- oder Auf­ent­halts­or­tes des Zeu­gen Leben, Leib oder Frei­heit des Zeu­gen oder einer ande­ren Per­son gefähr­det wird. In dem Fall kann gestat­tet wer­den, dass Anga­ben zur Per­son nicht gemacht oder zum Bei­spiel eine ande­re ladungs­fä­hi­ge Anschrift ange­ge­ben wird.

  1. Wor­in besteht der Vor­teil einer ent­sie­gel­ten Flä­che gegen­über einer ver­sie­gel­ten Flä­che?
  2. Wie sind die jewei­li­gen Begrif­fe »ver­sie­gelt« und »ent­sie­gelt« aus Sicht des Sena­tes defi­niert?
  3. Wie hoch ist der Anteil der ver­sie­gel­ten Flä­chen im Bezirk Lich­ten­berg?
  4. Wel­chen Anteil an ver­sie­gel­ten Flä­chen ergibt sich für Grund­stü­cke in öffent­li­cher Hand?
  5. Wel­che Maß­nah­men zur Ent­sie­ge­lung von Flä­chen in öffent­li­cher Hand sind in den kom­men­den Jah­ren bis 2020 geplant?
  6. Wie wird die Flä­chen­ent­sie­ge­lung finan­ziert?
  7. Wel­che Rol­le spielt die Flä­chen­ent­sie­ge­lung im Zusam­men­hang mit der Geneh­mi­gung neu­er Bau­an­trä­ge und Plan­ver­fah­ren?
  8. Wel­che Rege­lun­gen die pri­va­ten und öffent­li­chen Bau­her­ren zur Boden­ent­sie­ge­lung ver­pflich­ten zu kön­nen bestehen der­zeit?
  9. Was ist mit dem ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­län­de Mar­ga­re­ten­hö­he geplant und wann wird die­se Flä­che end­li­ch ent­sie­gelt?
  10. War­um dau­ert es so lan­ge, eine Flä­che wie das ehe­ma­li­ge Poli­zei­ge­län­de in Hohen­schön­hau­sen zu ent­sie­geln und damit der All­ge­mein­heit wie­der zur Ver­fü­gung zu stel­len?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Die Ver­sie­ge­lung von natür­li­chen Böden durch Über­bau­ung und Bede­ckung mit undurch­läs­si­gem Mate­ri­al hat eine Viel­zahl von nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Natur­haus­halt, das Mikro­kli­ma in der Stadt und den Lebens­raum des Men­schen. Die Aus­wir­kun­gen der Ver­sie­ge­lung sind vor allem in Groß­städ­ten und Bal­lungs­räu­men wie Ber­lin zu spü­ren, wo ein hoher Anteil der gesam­ten Flä­che ver­sie­gelt ist. Die voll­stän­di­ge Ver­sie­ge­lung von Böden führt zum Ver­lust der natür­li­chen Boden­funk­tio­nen, in die­sem Zusam­men­hang zur Iso­lie­rung der Boden­le­be­we­sen und Abtö­tung der schwer rege­ne­rier­ba­ren Pilz- und Bak­te­ri­en­vor­kom­men und auch zum Ver­lust der Archiv­funk­ti­on. Durch Ver­sie­ge­lung und Ver­dich­tung wird die pflan­zen­ver­füg­ba­re Was­ser­spei­cher­leis­tung des Bodens sowie sei­ne Puf­fer- und Fil­ter­leis­tung stark beein­träch­tigt. Außer­dem gehen mit der Ver­sie­ge­lung des Bodens durch den Ver­lust von Ver­duns­tungs- und Ver­si­cke­rungs­flä­chen für Nie­der­schlä­ge auch Ver­än­de­run­gen im Was­ser­haus­halt und der Was­ser­be­schaf­fen­heit ein­her. Die Fol­ge sind unter ande­rem Beein­träch­ti­gun­gen der Qua­li­tät der Gewäs­ser sowie Pro­ble­me im Zusam­men­hang mit Stark­re­ge­ner­eig­nis­sen. Die voll­stän­di­ge Ver­sie­ge­lung des Bodens bewirkt in der Fol­ge den gänz­li­chen Ver­lust von Flo­ra und Fau­na sowie Ver­än­de­run­gen des Mikro­kli­mas. Unver­sie­gel­te Böden haben dank ihrer Was­ser­spei­cher­fä­hig­keit und als Was­ser­lie­fe­ran­ten für Pflan­zen einen wich­ti­gen Ein­fluss auf das Stadt­kli­ma. Die Ver­duns­tung durch die Pflan­zen und von der unver­sie­gel­ten Boden­ober­flä­che füh­ren zur Abküh­lung der Luft und der Erhö­hung der Luft­feuch­tig­keit. Neben den oben beschrie­be­nen Fol­gen auf den Natur­haus­halt hat der Grad der Ver­sie­ge­lung eines Stadt­ge­bie­tes auch eine unmit­tel­ba­re Aus­wir­kung auf den Lebens­raum des Men­schen. So ist eine hohe Ver­sie­ge­lung meist gepaart mit einem Miss­ver­hält­nis zwi­schen Ein­woh­ner­zahl und Frei­flä­chen­an­ge­bot. Durch die Ent­sie­ge­lung und die Wie­der­her­stel­lung der Boden­funk­tio­nen kön­nen die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Ver­sie­ge­lung zum gro­ßen Teil wie­der rück­gän­gig gemacht wer­den. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass nach einer Ent­sie­ge­lungs­maß­nah­me eine fach­ge­rech­te Wie­der­her­stel­lung der Boden­funk­tio­nen und stand­ort­an­ge­pass­te Rekul­ti­vie­rungs­maß­nah­men durch­ge­führt wer­den. Ver­glei­che Umwelt­at­las Ber­lin, Begleit­text zur Kar­te Ver­sie­ge­lung. Wei­te­res ist dem nach­fol­gen­den Link zu ent­neh­men:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/dd102_01.htm#A1

Ant­wort zu 2:
In der Kar­ten­be­schrei­bung zur Kar­te »Ver­sie­ge­lung« des Umwelt­at­las Ber­lin (Kar­te 01.02) fin­det sich eine Defi­ni­ti­on des Begrif­fes Ver­sie­ge­lung, die in Ber­lin Anwen­dung fin­det. Dana­ch wird unter Ver­sie­ge­lung die Bede­ckung des Bodens mit fes­ten Mate­ria­li­en ver­stan­den. Dabei las­sen sich ver­sie­gel­te Flä­chen in bebaut ver­sie­gel­te Flä­chen, also Gebäu­de aller Art und unbe­baut ver­sie­gel­te Flä­chen, also Fahr­bah­nen, Park­plät­ze, befes­tig­te Wege usw. unter­schei­den. Neben bau­li­chen Anla­gen und mit Asphalt oder Beton voll­stän­dig ver­sie­gel­ten Ober­flä­chen wer­den auch durch­läs­si­ge­re Belä­ge als ver­sie­gelt betrach­tet, obwohl die­se zum Teil sehr unter­schied­li­che öko­lo­gi­sche Eigen­schaf­ten auf­wei­sen. Rasen­git­ter­stei­ne oder breit­fu­gi­ges Pflas­ter z.B. erlau­ben noch ein redu­zier­tes Pflan­zen­wachs­tum, sind teil­wei­se was­ser­durch­läs­sig oder wei­sen ein wesent­li­ch güns­ti­ge­res Mikro­kli­ma auf als voll­stän­dig ver­sie­gel­te Flä­chen. Flä­chen mit sol­chen Ober­flä­chen gel­ten als »ver­sie­gelt«. Als »ent­sie­gelt« gel­ten dem­entspre­chend Flä­chen, die ver­sie­gelt waren, auf denen aber die künst­li­chen Ober­flä­chen wie­der ent­fernt wur­den.

Ant­wort zu 3:
Die ver­sie­gel­ten Flä­chen wer­den für den Umwelt­at­las Ber­lin regel­mä­ßig kar­tiert. Die Kar­ten und Aus­wer­tun­gen aus dem Daten­be­stand wer­den im Umwelt­at­las ver­öf­fent­licht, letzt­ma­lig mit Stand der Daten von 2016, ver­öf­fent­licht 2017 als Kar­te »Ver­sie­ge­lung« (01.02) des Umwelt­at­las
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/id102.htm.
In die­sem Zusam­men­hang wird auf die Ant­wort auf die Klei­ne Anfra­ge 17/11529 vom 06.02.2013 ver­wie­sen. Abb. 7 des Begleit­tex­tes zeigt die bezirks­wei­sen Ver­sie­ge­lungs­gra­de. Dana­ch ist der Bezirk Lich­ten­berg zu 42,8 % ver­sie­gelt. 13,1 % sind durch Gebäu­de ver­sie­gelt und 18,7 % sind unbe­baut ver­sie­gel­te Flä­chen (Park­plät­ze, Wege, Zufahr­ten usw.). 10,9 % der Bezirks­flä­che sind ver­sie­gel­te Stra­ßen (Anga­ben ohne Berück­sich­ti­gung der Gewäs­ser).

Ant­wort zu 4:
Zum Ver­sie­ge­lungs­grad von Grund­stü­cken in öffent­li­cher Hand lie­gen dem Senat kei­ne Anga­ben vor.

Ant­wort zu 5:
Für die Ent­sie­ge­lung von Flä­chen in öffent­li­cher Hand sind in den kom­men­den Jah­ren bis 2020 kei­ne Maß­nah­men geplant. Grund­sätz­li­ch steht mit dem Pro­jekt »Ent­sie­ge­lungs­po­ten­zia­le in Ber­lin« im Umwelt­at­las ein gesamt­städ­ti­sches Katas­ter mit aktu­ell 238 Flä­chen zur Ver­fü­gung, die in abseh­ba­rer Zukunft dau­er­haft ent­sie­gelt wer­den kön­nen. Das Katas­ter wird kon­ti­nu­ier­li­ch gepflegt und wei­ter­ent­wi­ckelt (www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/d116_01.htm).

Ant­wort zu 6:
Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten im Land Ber­lin bestehen im Rah­men der Ein­griffs­re­ge­lung mit­tels des Ver­fah­rens zur Bewer­tung und Bilan­zie­rung von Ein­grif­fen in Natur und Land­schaft und des Ber­li­ner Pro­gramms für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (BENE). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind den nach­fol­gen­den Links zu ent­neh­men:
https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/landschaftsplanung/bbe/index.shtml
https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/landschaftsplanung/bbe/download/bbe_leitfaden.pdf
https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/foerderprogramme/bene/

Ant­wort zu 7:
Nach § 8 Absatz 1 Satz 1 Num­mer 1 Bau­ord­nung für Ber­lin (BauO Bln) müs­sen die nicht mit Gebäu­den oder ver­gleich­ba­ren bau­li­chen Anla­gen über­bau­ten Flä­chen der bebau­ten Grund­stü­cke was­ser­auf­nah­me­fä­hig her­ge­stellt wer­den. Im Bau­ge­neh­mi­gungs­fah­ren durch­ge­setzt wird die­se Pflicht durch Auf­la­gen in der Bau­ge­neh­mi­gung. Vor­aus­set­zung für die­se Auf­la­ge ist aber ein Bau­an­trag des Bau­herrn. Im Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren soll nach § 1a Absatz 2 Bau­ge­setz­buch (Bau­GB) mit Grund und Boden spar­sam und scho­nend umge­gan­gen wer­den. Dabei sind unter ande­rem die Boden­ver­sie­ge­lun­gen auf das not­wen­di­ge Maß zu begren­zen. Die­ser Grund­satz ist in der Abwä­gung nach § 1 Absatz 7 Bau­GB zu berück­sich­ti­gen. Zur Berück­sich­ti­gung die­ses Belangs kön­nen nach § 9 Absatz 1 Num­mer 10 Bau­GB »Flä­chen, die von der Bebau­ung frei­zu­hal­ten sind, und ihre Nut­zung« fest­ge­setzt wer­den. Als fest­zu­set­zen­de Nut­zun­gen kom­men ins­be­son­de­re in Fra­ge: öffent­li­che und pri­va­te Grün­flä­chen, Flä­chen für Wald, Flä­chen oder Maß­nah­men zum Schutz, zur Pfle­ge und zur Ent­wick­lung von Boden, Natur und Land­schaft, Flä­chen zum Anpflan­zen von Bäu­men, Sträu­chern und sons­ti­gen Bepflan­zun­gen sowie Flä­chen oder Maß­nah­men zum Aus­gleich von Ein­grif­fen in Natur und Land­schaft nach § 1a Absatz 3 Bau­GB. Für die­se Nut­zun­gen müs­sen die Flä­chen gege­be­nen­falls ent­sie­gelt wer­den. Für die Fest­set­zung von selb­stän­di­gen Ent­sie­ge­lungs­maß­nah­men fehlt in § 9 Bau­GB eine Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge. Auf gesamt­städ­ti­scher Ebe­ne for­mu­liert das Land­schafts­pro­gramm für Sied­lungs­ge­bie­te und beson­ders für Sied­lungs­ge­bie­te mit dem Schwer­punkt Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del das Ziel u.a. durch Flä­chen­ent­sie­ge­lung die natur­haus­halts­wirk­sa­men Flä­chen zu erhö­hen. Im Rah­men von Bebau­ungs­plä­nen, bei Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren und ander­wei­ti­gen Vor­ha­ben kön­nen Ent­sie­ge­lungs­maß­nah­men als Kom­pen­sa­ti­on für Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft im Sin­ne des Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz fest­ge­legt wer­den.

Ant­wort zu 8:
Pri­va­te oder öffent­li­che Bau­her­ren kön­nen im Rah­men des Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens durch Auf­la­gen zur Boden­ent­sie­ge­lung ver­pflich­tet wer­den. Bei geneh­mi­gungs­frei­en Bau­vor­ha­ben kann die Durch­set­zung der Anfor­de­run­gen des § 8 Absatz 1 BauO Bln auf­grund der all­ge­mei­nen ord­nungs­recht­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge des § 17 Absatz 1 All­ge­mei­nes Sicher­heits- und Ord­nungs­ge­setz (ASOG Bln) in Ver­bin­dung mit § 8 Absatz1 BauO Bln erfol­gen.

Ant­wort zu 9:
Das ehe­ma­li­ge Poli­zei­ge­län­de Mar­ga­re­ten­hö­he ist im Flä­chen­nut­zungs­plan (FNP) als Wohn­bau­flä­che W4 mit land­schaft­li­cher Prä­gung dar­ge­stellt. Auf­grund des drin­gen­den Wohn­raum­be­darfs kann nach Auf­fas­sung des Senats auf die Bau­flä­chen­dar­stel­lung nicht ver­zich­tet wer­den. Eine Ände­rung des FNP käme nur im Zusam­men­hang mit der Ent­wick­lung von Bau­flä­chen an ande­rer Stel­le und den dafür erfor­der­li­chen Aus­gleichs­und Ersatz­flä­chen in Betracht. Gegen­wär­tig zeich­net sich bereits ab, dass es für sol­che A+E-Maßnahmen (Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men) im Zusam­men­hang mit der Ent­wick­lung neu­er Stadt­quar­tie­re wie z.B. Blan­ken­bur­ger Süd­en einen gro­ßen Bedarf geben wird. Erst im Kon­text dazu kann auf Grund­la­ge eines ent­spre­chen­den land­schafts­pla­ne­ri­schen Kon­zep­tes eine Bewer­tung des Flä­chen­po­ten­zi­als an der Mar­ga­re­then­hö­he erfol­gen. Im Fach­be­reich Natur­schutz- und Land­schafts­pla­nung des Bezirks­am­tes Lich­ten­berg lie­gen hin­ge­gen Kon­zep­te zur Ent­sie­ge­lung und Nut­zung des ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­län­des Mar­ga­re­ten­hö­he vor. Eben­so gab es bereits Anfra­gen des Lie­gen­schafts­fonds, dort Aus­gleichs­maß­nah­men durch­zu­füh­ren. Eine Rea­li­sie­rung ist der­zeit jedoch aus den bereits erläu­ter­ten recht­li­chen Grün­den nicht mög­li­ch. Das Bezirks­amt ver­tritt die Auf­fas­sung, dass es vor dem Hin­ter­grund der Alt­las­ten­si­tua­ti­on, der Lärm­be­las­tung, feh­len­der Infra­struk­tur und der dezen­tra­len Lage kei­ne Nach­fra­ge für die Ent­wick­lung als Stand­ort für Ein­fa­mi­li­en­häu­ser gibt bzw. geben wird. Das B-Plan­ver­fah­ren des Bezirks­am­tes wur­de Ende 2012 mit Zustim­mung der zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung und der Gemein­sa­men Lan­des­pla­nung ein­ge­stellt. In dem 2014 fort­ge­schrie­be­nen Land­schafts­rah­men­plan wer­den die Rena­tu­rie­rung der Flä­chen und die Flä­chen­ent­sie­ge­lung mit dem Ziel der Ent­wick­lung von Grün­flä­chen benannt. Von Sei­ten des Bezirks­am­tes Lich­ten­berg wur­de am 28.04.2016 ein ent­spre­chen­der Ände­rungs­an­trag für den FNP an Sen­Stadt­Um gestellt. Die­se ent­ge­gen­ste­hen­den Posi­tio­nen sind bis­her nicht auf­ge­löst.

  1. Ist die Stu­die des Insti­tuts für Gesund­heits- und Sozi­al­for­schung im Auf­trag der Bezirks­äm­ter Lich­ten­berg und Neu­kölln bekannt? Wel­che Fol­gen sind dar­aus für den Senat fest­zu­stel­len?
  2. Wie sieht der Bedarf kon­kret in Nord-Hohen­schön­hau­sen aus? Wel­che Erhebungen/ Kenn­zah­len sind bekannt? (Auf­lis­tung)
  3. Woher rührt die gra­vie­ren­de unglei­che Ver­tei­lung von Haus- sowie Fach­ärz­ten unter den Bezir­ken?
  4. Inwie­weit besteht ein gere­gel­ter Aus­tau­sch zwi­schen der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung und dem Land Ber­lin?
  5. Besteht bei der KV ein Ver­tei­lungs­schlüs­sel bezüg­li­ch der Pra­xis­zu­las­sun­gen, wie ist die­ser aus­ge­stal­tet und wie aus­ge­baut ist die Anwen­dungs­quo­te?
  6. Wie kann der Zugang für Ärz­te zu einer eige­nen Pra­xis erleich­tert wer­den bzw. wel­che Anrei­ze kön­nen für eine Nie­der­las­sung geschaf­fen wer­den?
  7. Wel­che Fol­gen auf Grund der medi­zi­ni­schen Unter­ver­sor­gung sind bekannt bzw. wel­che Fol­gen aus der Über­las­tung von Fach­arzt­pra­xen wie z.B. Fehl­dia­gno­sen oder nicht erkann­ten Krank­heits­zu­stän­den auf Grund von Zeit­man­gel?
  8. Wie ist es zu begrün­den, dass Ärz­te pro Pati­ent teil­wei­se nur fünf Minu­ten Behand­lungs­zeit ein­pla­nen kön­nen?
  9. War­um wird bei Geneh­mi­gun­gen von Kli­nik­bet­ten der Bedarf in den Bezir­ken berück­sich­tigt, nicht aber der von nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten?
  10. Wür­den Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren mit einem umfang­rei­chen Fach­ärz­te Ange­bot ver­se­hen wer­den kön­nen?
  11. Wel­chen zusätz­li­chen finan­zi­el­len Bedarf gäbe es für die MVZ?
  12. Wie kann in den MVZ eine ver­bes­ser­te und schnel­le­re Ver­sor­gung für gesetz­li­ch Ver­si­cher­te garan­tiert wer­den?
  13. Wenn die MVZ den Bezir­ken unter­stellt wären, auf wel­cher Ebe­ne wür­de dann der fach­spe­zi­fi­sche Aus­tau­sch erfol­gen und inwie­fern hät­ten die Ärz­te des MVZ Mit­spra­che bei Bud­get­pla­nung und medi­zi­ni­scher Aus­stat­tung der Pra­xen?
  14. Inwie­fern kann ein MVZ die Not­auf­nah­men der Kli­ni­ken ent­las­ten?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.:
Die Stu­die des Insti­tuts für Gesund­heits- und Sozi­al­for­schung (IGES) liegt dem Senat vor. Die Situa­ti­on einer unglei­chen Ver­tei­lung von Haus- und Fach­ärz­tin­nen und –ärz­ten auf Bezirks­ebe­ne ist dem Senat jedoch schon vor­her bekannt gewe­sen. Die Bedarfs­pla­nung der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung liegt grund­sätz­li­ch in der Ver­ant­wor­tung der Selbst­ver­wal­tung, d. h. den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Ärz­tin­nen und Ärz­te (Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung (KV)) und den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Kas­sen­ver­bän­de der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen auf bun­des­ge­setz­li­cher Grund­la­ge. Der Senat hat in der Ver­gan­gen­heit die ihm gege­be­nen gerin­gen Hand­lungs­spiel­räu­me in die­sem Bereich genutzt, u. a. im Rah­men des Let­ter of Intent (LOI) zur Ver­sor­gungs­steue­rung auf der Ebe­ne der 12 Ber­li­ner Bezir­ke, wel­cher von den Betei­lig­ten des Gemein­sa­men Lan­des­gre­mi­ums nach § 90a SGB V im Jahr 2013 ver­ein­bart wur­de. Hier­an gilt es anzu­knüp­fen und Wei­ter­ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten mit den Betei­lig­ten im Sin­ne der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zu fin­den. Die Stu­die des IGES unter­streicht die Not­wen­dig­keit der, unter Berück­sich­ti­gung der gege­be­nen Rah­men­be­din­gun­gen, bereits zuvor begon­ne­nen Akti­vi­tä­ten und Initia­ti­ven des Senats, sich für eine bedarfs­ge­rech­te ärzt­li­che und psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Ver­sor­gung in allen Bezir­ken ein­zu­set­zen. Die gefor­der­te Betei­li­gung nach einer Ein­be­zie­hung der Bezir­ke in das gemein­sa­me Lan­des­gre­mi­um ist in den Richt­li­ni­en der Regie­rungs­po­li­tik ver­an­kert, eben­so die Prü­fung einer Errich­tung kom­mu­na­ler medi­zi­ni­scher Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZs).

Zu 2.:
Bzgl. vor­han­de­ner Kenn­zah­len zu Bedarf­s­in­di­ka­to­ren wird auf die Tabel­le 30 des IGES­Gut­ach­tens (S. 67) ver­wie­sen (Anla­ge 1). Daten zur (fach)ärztlichen Ver­sor­gungs­la­ge unter­halb der Bezirks­ebe­ne sind nicht ver­füg­bar. Nach Aus­kunft der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Ber­lin erhebt sie Ver­sor­gungs­da­ten unter­halb der Ebe­ne der defi­nier­ten Ver­wal­tungs­be­zir­ke (z. B. auf der LOR1-Ebe­ne) nicht bzw. hält die­se nicht regel­haft vor.

Zu 3.:
Ber­lin ist gemäß der Bedarfs­pla­nungs­richt­li­nie des Gemein­sa­men Bun­desau­schus­ses (GBA) seit 2003 ein Pla­nungs­be­zirk. Daher ist der Bedarfs­plan für die ver­trags­ärzt­li­che Ver­sor­gung von der KV nur auf der Lan­des­ebe­ne auf­zu­stel­len, so dass es von 2003 bis zur Ver­ein­ba­rung des LOI 2013 kei­ne Vor­ga­be bzw. Emp­feh­lung gab, in wel­chem Bezirk die Nie­der­las­sung erfol­gen soll­te. Die Ver­tei­lung folg­te in der Ver­gan­gen­heit daher den indi­vi­du­el­len Prä­fe­ren­zen der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te.

Zu 4.:
Zu dem The­ma der (fach)ärztlichen Ver­sor­gung sind das Land Ber­lin und die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung Ber­lin im Rah­men des gemein­sa­men Lan­des­gre­mi­ums nach § 90a SGB V zusam­men mit den ande­ren Betei­lig­ten im Aus­tau­sch. Zudem fin­den regel­mä­ßi­ge Gesprä­che zwi­schen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung und der Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung statt.

Zu 5.:
Im Pla­nungs­be­zirk Ber­lin wer­den die Pra­xis­zu­las­sun­gen nicht nach einem Schlüs­sel ver­teilt. Es han­delt sich gegen­wär­tig um einen gesperr­ten – zulas­sungs­be­schränk­ten – Pla­nungs­be­reich, d.h. der Erhalt einer Zulas­sung ist nur im Rah­men des sog. Nach­be­set­zungs­ver­fah­rens gemäß § 103 Absatz 3 a SGB V auf Antrag einer Vertragsärztin/- the­ra­peu­tin bzw. eines Vertragsarztes/-therapeuten mög­li­ch. Es muss inso­fern eine ursprüng­li­ch zuge­las­se­ne Vertragsärztin/-therapeutin bzw. ein Vertragsarzt/-therapeut ihre bzw. sei­ne Tätig­keit (respek­ti­ve Zulas­sung) been­den, damit die­se an eine Nach­fol­ge­rin bzw. einen Nach­fol­ger wei­ter­ge­ge­ben wer­den kann. Tat­säch­li­che Neu­zu­las­sun­gen im Sin­ne eines Hin­zu­kom­mens ohne Aus­schei­den einer Vertragsärztin/-therapeutin bzw. eines Vertragsarztes/-therapeuten aus der Ver­sor­gung gesetz­li­ch Ver­si­cher­ter gibt es somit im Pla­nungs­be­zirk Ber­lin nicht.

1 LOR = Lebens­welt­li­ch ori­en­tier­te Räu­me

Zu 6.:
Finan­zi­el­le För­der­maß­nah­men kön­nen zur Sta­bi­li­sie­rung und Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on in Pla­nungs­be­rei­chen ein­ge­setzt wer­den, für die der Lan­des­aus­schuss eine Unter­ver­sor­gung, dro­hen­de Unter­ver­sor­gung oder einen zusätz­li­chen loka­len Ver­sor­gungs­be­darf fest­ge­stellt hat. Für die­se Berei­che muss der Hono­rar­ver­tei­lungs­maß­stab der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung geeig­ne­te Rege­lun­gen vor­se­hen. Hier­zu zäh­len zum Bei­spiel Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schüs­se, Umsatz­ga­ran­ti­en und Sicher­stel­lungs­zu­schlä­ge.

Zu 7.:
Im Pla­nungs­be­reich Ber­lin liegt nach der Bedarfs­pla­nungs­richt­li­nie rein rech­ne­ri­sch kei­ne medi­zi­ni­sche Unter­ver­sor­gung vor. Dem Senat sind kei­ne kon­kre­ten Fol­gen bekannt, die aus einer Über­las­tung von Fach­arzt­pra­xen abzu­lei­ten sind.

Zu 8.:
Wie vie­le Minu­ten Behand­lungs­zeit eine Ärz­tin bzw. ein Arzt pro Pati­ent ein­plant, obliegt ihrer/seiner eigen­ver­ant­wort­li­chen Pra­xis­or­ga­ni­sa­ti­on.

Zu 9.:
Die Geneh­mi­gung der Nie­der­las­sung von an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung teil­neh­men­den Ärz­tin­nen und Ärz­ten ist in der Bedarfs­pla­nungs­richt­li­nie des G-BA gere­gelt, in der Ber­lin ein Pla­nungs­be­zirk ist. Die KV Ber­lin erstellt daher den Bedarfs­plan für Ber­lin gesamt. Mit der Ver­ab­schie­dung des LOI 2013 wur­den jedoch Emp­feh­lun­gen an die betei­lig­ten Orga­ne der Selbst­ver­wal­tung gege­ben, die einen Bei­trag zur Ver­rin­ge­rung der unglei­chen Arzt­ver­tei­lung auf Bezirks­ebe­ne leis­ten. Die­se gilt es wei­ter zu ent­wi­ckeln. Bei der Berech­nung der als Grund­la­ge ver­wen­de­ten bezirk­li­chen Ver­sor­gungs­gra­de wird neben dem Demo­gra­fief­ak­tor als einem Bedarfs­fak­tor, für ein­zel­ne Arzt­grup­pen auch der Sozi­al­struk­tur­index als Bedarfs­fak­tor berück­sich­tigt.

Zu 10.:
Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZ) kön­nen grund­sätz­li­ch mit einem umfang­rei­chen Fach­ärz­te­an­ge­bot ver­se­hen wer­den, soweit der Zulas­sungs­aus­schuss die erfor­der­li­chen Zulas­sun­gen erteilt bzw. die erfor­der­li­chen Anstel­lun­gen von Ärz­tin­nen und Ärz­ten geneh­migt.

Zu 11.:
Der finan­zi­el­le Bedarf für die Grün­dung von MVZ ist von ver­schie­de­nen Fak­to­ren abhän­gig, zum Bei­spiel der Anzahl der Ver­trags­arzt­sit­ze, der Grö­ße, der Aus­stat­tung und der Lage des MVZ. Fol­gen­de Posi­tio­nen sind bei den Grün­dungs­kos­ten unter ande­rem zu berück­sich­ti­gen: Kos­ten für den Auf­kauf von Arzt­sit­zen, Pra­xis­aus­stat­tung und gege­be­nen­falls eine Sicher­heits­leis­tung gemäß § 95 Absatz 2 Satz 6 SGB V. MVZ neh­men an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung teil, so dass die lau­fen­den Kos­ten eines MVZ wie Mie­te und Per­so­nal­kos­ten für nicht­ärzt­li­ches Per­so­nal grund­sätz­li­ch durch die Ein­nah­men aus der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­gü­tung finan­ziert wer­den.

Zu 12.:
Für die Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­ab­läu­fe in MVZ sind die das MVZ lei­ten­den Ärz­tin­nen und Ärz­te bzw. die Geschäfts­füh­ren­den ver­ant­wort­li­ch. MVZ bie­ten gegen­über Gemein­schafts­pra­xen ver­gleich­ba­rer Grö­ße kei­ne Garan­tie für eine ver­bes­ser­te und schnel­le­re Ver­sor­gung von gesetz­li­ch Ver­si­cher­ten, aller­dings durch­aus Chan­cen auf­grund der spe­zi­fi­schen Orga­ni­sa­ti­ons­form.

Zu 13.:
Die tat­säch­li­che Aus­ge­stal­tung eines MVZ ist abhän­gig vom Trä­ger und der jewei­li­gen Orga­ni­sa­ti­ons- und Rechts­form des MVZ nach § 95 SGB V (zum Bei­spiel Per­so­nen­ge­sell­schaft, GmbH oder Eigen­be­trieb) sowie der kon­kre­ten ver­trag­li­chen Gestal­tung. Bei medi­zi­ni­schen Fra­gen ist die ärzt­li­che Lei­te­rin bzw. der ärzt­li­che Lei­ter eines MVZ wei­sungs­frei (§ 95 Absatz 1 Satz 3 SGB V).

Zu 14.:
Vie­le Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bekom­men für ihre aku­ten Beschwer­den kei­nen unmit­tel­ba­ren Ter­min bei einem nie­der­ge­las­se­nen Arzt bzw. einer nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin und suchen daher die Not­auf­nah­men der Kli­ni­ken auf. Dies ergab eine Ber­li­ner Stu­die, in der Pati­en­ten zu den Grün­den der Inan­spruch­nah­me von Not­auf­nah­men befragt wur­den. Nie­der­ge­las­se­ne Ärz­tin­nen und Ärz­te, die Akut­pa­ti­en­tin­nen und –pati­en­ten umge­hend behan­deln und ent­spre­chend lan­ge Sprech­stun­den­zei­ten anbie­ten, könn­ten daher zur Ent­las­tung von Not­auf­nah­men bei­tra­gen. Die Orga­ni­sa­ti­on kann auch in der Form eines MVZ erfol­gen, ins­be­son­de­re wenn dort meh­re­re not­fall­re­le­van­te Fach­dis­zi­pli­nen in räum­li­cher Nähe ange­bo­ten wer­den.

Fra­ge 1:
Wo und wann in Hohen­schön­hau­sen sind Lärm­schutz­maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung der Lärm­be­läs­ti­gung durch Regio­nal- und Güter­zug­ver­kehr geplant?

Fra­ge 2:
Wel­che Maß­nah­men sind dazu kon­kret für Hohen­schön­hau­sen kurz- und mit­tel­fris­tig durch die DB umsetz­bar?

Fra­ge 3:
Wel­che Maß­nah­men zum Lärm­schutz in die­sem dicht besie­del­ten Wohn­ge­biet zwi­schen S-Bahn­hof Hohen­schön­hau­sen und der Geh­ren­see­str. wer­den der­zeit bereits ange­wen­det (tech­ni­sche Maß­nah­men, Pfle­ge des Gleis­betts, Geschwin­dig­keits­re­du­zie­rung etc.)?

Fra­ge 4:
Sind durch exis­tie­ren­de Lärm­schutz­maß­nah­men Ver­rin­ge­run­gen der Lärm­wer­te bekannt? (Anga­be mit Mess­da­ten vor und nach der Umset­zung der Lärm­schutz­maß­nah­men)

Fra­ge 5:
Kann eine Schall­däm­mung des Zug­ver­kehrs in dem Bereich Gehrenseestr./ Geh­ren­see­brü­cke durch eine ent­spre­chend dich­te­re Bepflan­zung vor und unter der Brü­cke durch­ge­führt wer­den? Wenn ja, wann wird die Bepflan­zung durch­ge­führt? Wenn nein, wel­che Grün­de gibt es dage­gen?

Fra­ge 6:
Exis­tie­ren aktu­el­le Lärm­mes­sun­gen aus dem Bereich S-Bhf. Hohenschönhausen/ Pablo-Picasso-Str./Gehrenseestr. (Tages- sowie Nacht­zeit)? Falls nicht, wann sind Mes­sun­gen vor­ge­se­hen? Wo und wann in Hohen­schön­hau­sen sind Lärm­schutz­maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung der Lärm­be­läs­ti­gung durch Regio­nal und Güter­zug­ver­kehr geplant?

Fra­ge 7:
Wann ist der Aus­bau der Lärm­schutz­wän­de zwi­schen den S-Bahn­hö­fen Hohen­schön­hau­sen und Geh­ren­see­stra­ße geplant? Wie lan­ge wird die Umset­zung dau­ern?

Fra­ge 8:
Wie hoch belau­fen sich die Kos­ten für den Auf­bau einer Lärm­schutz­wand?

Fra­ge 9:
Ist eine Neu­auf­la­ge des Lärm­ak­ti­ons­pla­nes des Lan­des Ber­lin vor­ge­se­hen, in den der Bereich Neu-Hohen­schön­hau­sen als dring­li­ch betrof­fe­ner Orts­teil auf­ge­nom­men wer­den könn­te? Falls ja, wie kann die Auf­nah­me erfol­gen?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Durch die DB Netz AG sind in naher Zukunft kei­ne Lärm­schutz­maß­nah­men geplant. Lärm­schutz­maß­nah­men wer­den in zwei Fäl­len umge­setzt. Zum einen aus resul­tie­ren­den Lärm­vor­sor­gean­sprü­chen. Die­se Lärm­vor­sor­gean­sprü­che kön­nen gel­tend gemacht wer­den, wenn sich ein Schie­nen­weg bau­li­ch wesent­li­ch ver­än­dert z.B. Neu­bau eines zusätz­li­chen Glei­ses oder signi­fi­kan­te Ver­än­de­run­gen der Gleis­la­ge etc. Dies ist hier aber nicht der Fall. Die ande­re Mög­lich­keit besteht durch das frei­wil­li­ge Lärm­sa­nie­rungs­pro­gramm des Bun­des (LSP). Der betrach­te­te Bereich befin­det sich im LSP. Die Prio­ri­sie­rung des Berei­ches wird vom BMVI und nicht von der Deut­schen Bahn fest­ge­legt. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum LSP erhal­ten Sie im Inter­net auf der Sei­te des BMVI. Dar­über hin­aus gibt es zur­zeit Vor­un­ter­su­chun­gen im Rah­men des Zukunfts- Inves­ti­ti­ons­pro­gram­mes (ZIP). Dar­aus las­sen sich aktu­ell kei­ne genau­en Anga­ben zu einer mög­li­chen Pla­nung machen.«

Ant­wort zu 2:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Ver­weis auf Fra­ge 1.)«

Ant­wort zu 3:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Der­zeit ist es so, dass im betrof­fe­nen Bereich Inves­ti­ti­ons­maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Stre­cken­be­schaf­fen­heit durch­ge­führt wer­den. So wird in 2019 eine Ober­bau­er­neue­rung der S-Bahn (bei­de Gleise/Richtungen, kom­plet­te Schie­nen- sowie teil­wei­se Glei­ser­neue­rung) zwi­schen Spring­p­fuhl und War­ten­berg statt­fin­den. Wei­ter­hin wer­den die Schie­nen der betrof­fe­nen Stre­cken bei Auf­fäl­lig­kei­ten und je nach Bedarf geschlif­fen, sodass sich die Beschaf­fen­heit der Glei­se dana­ch wie­der ver­bes­sert und das Roll­ge­räu­sch ver­min­dert wird.«

Ant­wort zu 4:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Es exis­tie­ren kei­ne Mess­da­ten. Lärm­im­mis­sio­nen wer­den bei der Deut­schen Bahn für die ent­spre­chen­den Fäl­le berech­net, nicht gemes­sen.«

Ant­wort zu 5:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Nein, dies ist lei­der nicht mög­li­ch, da Bepflan­zun­gen kei­nen bere­chen­ba­ren Effekt auf die Lärm­emis­sio­nen haben.«

Ant­wort zu 6:
Es exis­tie­ren kei­ne aktu­el­len Lärm­mes­sun­gen und es sind auch kei­ne vor­ge­se­hen. Ver­kehrs­lärm wird ent­spre­chend bun­des­weit ver­bind­li­cher Richt­li­ni­en rech­ne­ri­sch ermit­telt, für Schie­nen­ver­kehrs­lärm erfolgt die Berech­nung in Abhän­gig­keit vom Anwen­dungs­zweck gemäß der Anla­ge 2 – Berech­nung des Beur­tei­lungs­pe­gels für Schie­nen­we­ge (Schall 03)- der Sech­zehn­ten Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes (Ver­kehrs­lärm­schutz­ver­ord­nung – 16. BIm­SchV) oder gemäß der Vor­läu­fi­gen Berech­nungs­me­tho­de für den Umge­bungs­lärm an Schie­nen­we­gen. Eine regel­mä­ßi­ge Ermitt­lung der Schien­ver­kehrs­lärm­be­las­tung erfolgt durch das Eisen­bahn­bun­des­amt gemäß § 47c BIm­SchG. Die Ergeb­nis­se sind unter https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Laerm_an_Schienenwegen/Laermkartierung/laermkartierung_node.html ein­seh­bar.

Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Ver­weis auf Fra­ge 4.)«

Ant­wort zu 7:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Ver­weis auf Fra­ge 1.)«

Ant­wort zu 8:
Die DB AG teilt hier­zu fol­gen­des mit: »Ver­weis auf Fra­ge 1.)«

Ant­wort zu 9:
Der Lärm­ak­ti­onplan Ber­lin wird ent­spre­chend § 47d Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­setz im Jahr 2018 aktua­li­siert. Eine Auf­nah­me des Orts­teils Neu-Hohen­schön­hau­sen als dring­li­ch betrof­fe­ner Orts­teil hin­sicht­li­ch Schie­nen­ver­kehrs­lärms ist nicht beab­sich­tigt, da seit 1.1.2015 die Zustän­dig­keit für die Lärm­ak­ti­ons­pla­nung an Haupt­ei­sen­bahn­stre­cken des Bun­des mit Maß­nah­men in Bun­des­ho­heit beim Eisen­bahn­bun­des­amt liegt. Das Eisen­bahn­bun­des­amt erstellt auch einen bun­des­wei­ten Lärm­ak­ti­ons­plan für Haupt­ei­sen­bahn­stre­cken des Bun­des.

  1. Ist dem Senat bekannt, dass sich im Tier­gar­ten unter ande­rem auch Min­der­jäh­ri­ge pro­sti­tu­ie­ren? Wenn ja, um wie vie­le Min­der­jäh­ri­ge han­delt es sich?
  2. Was ist über die Ent­wick­lung von Pro­sti­tu­ti­on Min­der­jäh­ri­ger im Tier­gar­ten bekannt?
  3. Wel­che Grün­de sind für die Pro­sti­tu­ti­on Min­der­jäh­ri­ger bekannt?
  4. Was hat der Senat bis­her unter­nom­men, um die­ser Situa­ti­on ent­ge­gen­zu­wir­ken?
  5. Wel­che Maß­nah­men sind zukünf­tig geplant?
  6. Wel­che Unter­stüt­zung erhal­ten min­der­jäh­ri­ge Pro­sti­tu­ier­te von behörd­li­cher Sei­te?
  7. Wie wer­den Per­so­nen, die sich Geschlechts­ver­kehr mit min­der­jäh­ri­gen Pro­sti­tu­ier­ten erkau­fen, geahn­det?
  8. Kon­trol­liert das Gesund­heits­amt die Ver­wen­dung von Kon­do­men durch Pro­sti­tu­ier­te? Wie kon­trol­liert es das?

 

 

Dan­ny Frey­mark

 

 

Zu 1. bis 3.:

Durch Dienst­kräf­te des für die­sen Bereich zustän­di­gen Poli­zei­ab­schnitts 34 wur­de in der letz­ten Zeit ver­stärkt fest­ge­stellt, dass sich im Gro­ßen Tier­gar­ten männ­li­che Min­der­jäh­ri­ge auf­hal­ten. Sie gehen dort mut­maß­li­ch der Pro­sti­tu­ti­on nach. In den meis­ten Fäl­len strit­ten die Ange­trof­fe­nen jeg­li­chen Bezug zur Pro­sti­tu­ti­on ab. Eine genaue Bezif­fe­rung der dort im Bereich auf­hält­li­chen und mut­maß­li­ch der Pro­sti­tu­ti­on nach­ge­hen­den Min­der­jäh­ri­gen ist nicht mög­li­ch. Es sind der­zeit aktu­ell zwei Fäl­le wegen Ver­dachts der Pro­sti­tu­ti­on von Min­der­jäh­ri­gen im Fach­kom­mis­sa­ri­at des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA 424) in Bear­bei­tung. Da von der Poli­zei erst seit kur­zer Zeit die Prä­senz Min­der­jäh­ri­ger im Bereich Tier­gar­ten wahr­ge­nom­men wird, kann durch die Poli­zei kei­ne detail­lier­te Aus­sa­ge über die sich dort voll­zie­hen­de Ent­wick­lung getrof­fen wer­den. Das im Rah­men der Jugend­hil­fe finan­zier­te Pro­jekt »sub­way« vom Trä­ger »HILFEFÜRJUNGS e.V.« wen­det sich an Jun­gen und jun­ge Män­ner die sich pro­sti­tu­ie­ren. Die­se wer­den im Rah­men von auf­su­chen­der Arbeit ange­spro­chen. Nach Anga­ben des Trä­gers wur­den von den Street­wor­ke­rin­nen und Street­wor­kern des Pro­jek­tes »sub­way« erst­ma­lig im Mai die­sen Jah­res, acht min­der­jäh­ri­ge Jun­gen im Tier­gar­ten ange­spro­chen. Seit­dem wur­den von den Mit­ar­bei­tern von »sub­way« ins­ge­samt 51 mal Kon­takt-, Prä­ven­ti­ons- und Bera­tungs­ge­sprä­che mit Min­der­jäh­ri­gen im Tier­gar­ten geführt. Es han­delt sich nach Aus­kunft von »sub­way« um weni­ge ein­zel­ne Jun­gen, die sich im Tier­gar­ten pro­sti­tu­ie­ren. Sie stam­men bis­her alle aus rumä­ni­schen Fami­li­en. Auf­grund der von

der Poli­zei und dem Pro­jekt »sub­way« gewon­ne­nen Erkennt­nis­se sind mate­ri­el­le Grün­de für die Pro­sti­tu­ti­on maß­ge­bend.

 

Zu 4. bis 6.:

Für den Poli­zei­ab­schnitt 34 wur­de eine Ein­satz­an­ord­nung zur Inten­si­vie­rung von Strei­fen­tä­tig­kei­ten im Bereich Gro­ßer Tier­gar­ten erlas­sen, die im Ergeb­nis eine höhe­re poli­zei­li­che Prä­senz und damit ein­her­ge­hend eine erhöh­te Kon­troll­dich­te bringt. Dies führ­te bis­her zu einem Erkennt­nis­zu­ge­winn bezüg­li­ch dort auf­hält­li­cher Per­so­nen, aber auch zur Ein­lei­tung von Ermitt­lungs­ver­fah­ren und der Fer­ti­gung von Tätig­keits­be­rich­ten, die in den Zustän­dig­keits­be­reich des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA 424 – Men­schen­han­del zum Nach­teil Min­der­jäh­ri­ger) fal­len. Die Ergrei­fung wei­te­rer Maß­nah­men steht in Abhän­gig­keit der Fest­stel­lun­gen der Dienst­kräf­te des Poli­zei­ab­schnitts 34 zur Lage im Gro­ßen Tier­gar­ten und der ent­spre­chen­den

Ermitt­lungs­er­kennt­nis­se aus den beim LKA 424 bear­bei­te­ten Ver­fah­ren. Unab­hän­gig davon wird sei­tens des Fach­kom­mis­sa­ri­ats mit den mit der The­ma­tik »männ­li­che Pro­sti­tu­ti­on befass­ten Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ein Infor­ma­ti­ons­aus­tau­sch gepflegt, um auch auf die­sem Wege Erkennt­nis­se zur Sze­ne und deren Ent­wick­lung zu erhal­ten. Bei min­der­jäh­ri­gen Pro­sti­tu­ier­ten wird – wie bei allen sons­ti­gen Min­der­jäh­ri­gen – ver­sucht, einen Erzie­hungs­be­rech­tig­ten zu ermit­teln und die­sem das Kind oder den Jugend­li­chen zu über­ge­ben. In Fäl­len, in denen das nicht mög­li­ch ist, wird die Per­son dem Jugend­amt bzw.dem Kin­der- oder Jugend­not­dienst über­ge­ben. Dar­über hin­aus wird sei­tens der Fach­dienst­stel­leL­KA 424 ermit­telt, ob über­haupt eine Pro­sti­tu­ti­on erfolg­te und inwie­weit mög­li­cher­wei­se eine straf­ba­re Hand­lung Drit­ter vor­liegt. Den Min­der­jäh­ri­gen sowie allen ande­ren Opfern von sexu­el­lem Missbrauch/Menschenhandel wer­den Ange­bo­te zur psy­cho­so­zia­len Beglei­tung unter­brei­tet und Kon­tak­te zu Fach­be­ra­tungs­stel­len und/oder Hil­feein­rich­tun­gen ver­mit­telt. Die­se sind neben dem genann­ten Pro­jekt »sub­way« wei­te­re spe­zia­li­sier­te Hil­feein­rich­tun­gen wie z.B. das Pro­jekt »Kind im Zen­trum« – Evan­ge­li­sches Jugend- und Für­sor­ge­werk gemein­nüt­zi­ge AG (EJF gAG), die mehr­spra­chi­ge »Hot­line-Kin­der­schutz«, die rund um die Uhr besetzt ist, sowie das Pro­jekt »Kin­der­schutz online – Jugend­not­mail«, ein inter­net­ge­stütz­tes Bera­tungs­an­ge­bot für Kin­der und Jugend­li­che, das noch in die­sem Jahr star­tet.

Die vom Pro­jekt »sub­way« im Tier­gar­ten ange­spro­che­nen Per­so­nen ver­fü­gen kaum über Deutsch­kennt­nis­se, so dass Hil­fen und Bera­tungs­an­ge­bo­te meist nur von rumä­ni­sch spre­chen­den Sozi­al­ar­bei­tern ange­nom­men wer­den. Das Pro­jekt berät und klärt über mut­ter­sprach­li­che Sozi­al­ar­bei­ter die betrof­fe­ne jun­gen Men­schen u.a. zu Schutz­mög­lich­kei­ten von sexua­li­sier­ter Gewalt, HIV (Human Immun­ode­fi­ci­en­cy Virus), sexu­ell über­trag­ba­re Krank­hei­ten (STI) und Hepa­ti­den auf. Die ange­spro­che­nen jun­gen Men­schen wer­den in die Anlauf­stel­le im Bezirk Schö­ne­berg ein­ge­la­den. Die­ses Hil­fe­an­ge­bot wird regel­mä­ßig ange­nom­men.

 

Zu 7.:

Bei der Ahn­dung eines Bei­schlafs mit min­der­jäh­ri­gen Per­so­nen gegen Ent­gelt ohne wei­te­re Zwangs­hand­lun­gen ist alters­mä­ßig zu dif­fe­ren­zie­ren: Ist die min­der­jäh­ri­ge Per­son unter 14 Jah­ren, han­delt es sich um einen schwe­ren sexu­el­len Miss­brauch von Kin­dern nach § 176 a Absatz 2 Nr. 1 Straf­ge­setz­buch (StGB), der mit Frei­heits­stra­fe nicht unter zwei Jah­ren geahn­det wird, in min­der­schwe­ren Fäl­len mit Frei­heits­stra­fe von einem Jahr bis zu zehn Jah­ren (§ 176 Absatz 4 StGB). Ist Opfer der Tat eine min­der­jäh­ri­ge Per­son über 14 Jah­ren, so ist das Ver­hal­ten als sexu­el­ler Miss­brauch von Jugend­li­chen in § 182 Absatz 2 StGB unter Stra­fe gestellt und wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu fünf Jah­ren oder mit Geld­stra­fe geahn­det. Das Gericht kann in Aus­nah­me­fäl­len nach Maß­ga­be des § 182 Absatz 6 StGB von Stra­fe abse­hen, wenn es bei Berück­sich­ti­gung des Ver­hal­tens der min­der­jäh­ri­gen Per­son das Unrecht der Tat als gering ansieht. In bei­den Fäl­len setzt die Straf­bar­keit vor­sätz­li­ches Han­deln vor­aus, das heißt der Täter muss das Alter der min­der­jäh­ri­gen Per­son ken­nen oder zumin­dest bil­li­gend in Kauf neh­men.

 

Zu 8.:

Nein. Die Gesund­heits­äm­ter arbei­ten auf Grund­la­ge des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes. Dem Leit­ge­dan­ken des § 3 »Prä­ven­ti­on durch Auf­klä­rung« fol­gend, sehen die Gesund­heits­äm­ter ihre Auf­ga­be in der Infor­ma­ti­on und Bera­tung zu sexu­ell über­trag­ba­ren Erkran­kun­gen, damit sich mög­lichst vie­le Men­schen im Rah­men ihres indi­vi­du­el­len Han­delns schüt­zen.

  1. Wie lang ist die der­zei­ti­ge War­te­zeit nach Antrag­stel­lung bezüg­li­ch der Gewäh­rung von Eltern­geld?
  2. Wie vie­le Anträ­ge auf Eltern­geld wer­den pro Monat/ Quartal/ Jahr gestellt? (Auf­ge­schlüs­selt nach Bezir­ken)
  3. Wie lan­ge liegt ein ein­ge­gan­ge­ner Antrag auf Eltern­geld im jewei­li­gen Bezirks­amt vor, bis die Bear­bei­tung auf­ge­nom­men wer­den kann?
  4. Wie lan­ge dau­ert die Bear­bei­tung eines Antra­ges bei erhöh­tem Kran­ken­stand? Wie lan­ge dau­ert die Bear­bei­tungs­zeit im Regel­fall?
  5. Wie hoch ist der der­zei­ti­ge Kran­ken­stand in den Eltern­geld­stel­len der ver­schie­de­nen Bezir­ke? Sind die ver­län­ger­ten War­te­zei­ten dar­auf zurück­zu­füh­ren?
  6. Wel­che wei­te­ren Grün­de sind für den Per­so­nal­not­stand bekannt?
  7. Wie vie­le neue Stel­len wur­den in den Jugend­äm­tern für die Eltern­geld­stel­len geschaf­fen? (2015, 2016 u. 2017; auf­ge­schlüs­selt nach Bezir­ken)
  8. Wel­cher Ein­ar­bei­tungs­zeit­raum ist für neue Mit­ar­bei­ter vor­ge­se­hen, bis die­se die Bear­bei­tung auf­neh­men kön­nen?
  9. Wo und wie kön­nen sich Antrags­stel­ler über den Stand der Bear­bei­tung infor­mie­ren?
  10. In wie vie­len Fäl­len wer­den Anträ­ge auf Grund von feh­len­den Unter­la­gen zurück­ge­stellt? Wie lan­ge ver­zö­gert sich dadurch die Geneh­mi­gung von Eltern­geld?
  11. Wie vie­le drin­gen­de Fäl­le sind dem Senat bekannt, in denen Eltern auf die Zah­lun­gen des Eltern­gel­des zur Exis­tenz­si­che­rung ange­wie­sen sind?
  12. Wel­che Maß­nah­men kön­nen (kurz­fris­tig) ergrif­fen wer­den, wenn die aus­ste­hen­den Eltern­geld­zah­lun­gen auf Grund von über­lan­gen Bear­bei­tungs­zei­ten nach­weis­li­ch zur Exis­tenz­ge­fähr­dung bei­tra­gen?
  13. Wo ist das Bera­tungs- sowie Beschwer­de­ma­nage­ment zum The­ma Eltern­geld in den Jugend­äm­tern ange­sie­delt? Wie wer­den die Antrags­stel­ler über die Nut­zung die­ser Stel­le infor­miert?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1., 3. und 4.:

Bei Vor­lie­gen voll­stän­dig ein­ge­reich­ter Unter­la­gen liegt die Bear­bei­tungs­zeit in den Eltern­geld­stel­len der Bezir­ke der­zeit inner­halb eines Zeit­raums von einer Woche bis zu zwei Mona­ten. Soweit Fall­kon­stel­la­tio­nen vor­lie­gen, in denen bei den Job­cen­tern ange­fragt wer­den muss, kann sich die Zeit bis zur Beschei­der­tei­lung ver­län­gern. Ein erhöh­ter Kran­ken­stand hat selbst­ver­ständ­li­ch Ein­fluss auf die Bear­bei­tungs­dau­er, jedoch kön­nen hier­zu auf­grund der Spe­zi­fi­ka des jeweils betrof­fe­nen Ein­zel­falls kei­ne gene­rel­len Aus­sa­gen getrof­fen wer­den.

Zu 2.:
Die nach­fol­gen­de Tabel­le aus dem Fach­ver­fah­ren »Eltern­geld­p­lus« (EGp­lus) ent­hält die Anzahl der bereits erfass­ten Anträ­ge des Jah­res 2017:

Nicht ent­hal­ten in die­ser Tabel­le sind die ein­ge­gan­ge­nen aber noch nicht in das Fach­ver­fah­ren ein­ge­ge­be­nen Anträ­ge.

Zu 5., 6. und 8.:
Soweit es zu ver­län­ger­ten Bear­bei­tungs­zei­ten von voll­stän­di­gen Anträ­gen kommt, füh­ren die Eltern­geld­stel­len dies im Wesent­li­chen auf län­ger andau­ern­den krank­heits­be­ding­ten Abwe­sen­hei­ten von Mit­ar­bei­tern und Mit­ar­bei­te­rin­nen zurück. Die Bezir­ke wei­sen dar­über hin­aus auf per­so­nel­le Eng­päs­se auf­grund von Mut­ter­schutz, Eltern­zeit und eine erhöh­te Fluk­tua­ti­ons­ra­te hin. Für neue Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen muss je nach Vor­kennt­nis­sen mit einer Ein­ar­bei­tungs­zeit von min­des­tens drei Mona­ten gerech­net wer­den.

Zu 7.:
Nach Aus­kunft der Bezir­ke wur­den die Eltern­geld­stel­len – nicht zuletzt durch den Weg­fall des »Betreu­ungs­gel­des« – gemäß nach­fol­gen­der Tabel­le in den Jah­ren 2015 – 2017 durch zusätz­li­ches Per­so­nal ver­stärkt:

Zu 9.:
Die Antrag­stel­ler und Antrag­stel­le­rin­nen kön­nen sich in den Eltern­geld­stel­len zu den Sprech­zei­ten tele­fo­ni­sch, durch per­sön­li­che Vor­spra­che bei den Sach­be­ar­bei­tern und Sach­be­ar­bei­te­rin­nen und per Mail infor­mie­ren. Eini­ge Eltern­geld­stel­len bie­ten den Bear­bei­tungs­stand auch über das Inter­net an. Eine Eltern­geld­stel­le gibt in der Ein­gangs­be­stä­ti­gung die vor­aus­sicht­li­che Bear­bei­tungs­dau­er an.

Zu 10.:
Die Anzahl der Bear­bei­tungs­rück­stel­lung von Anträ­gen auf­grund feh­len­der Unter­la­gen wird nicht erfasst. Nach Ein­schät­zung der Eltern­geld­stel­len bedarf es jedoch in der ganz über­wie­gen­den Anzahl der gestell­ten Anträ­ge wei­te­rer Nach­fra­gen, um eine Bear­bei­tung abschlie­ßen zu kön­nen.

Zu 11. und 12.:
Die Zustän­dig­keit der Bear­bei­tung von Eltern­geld­an­trä­gen liegt in bezirk­li­cher Ver­ant­wor­tung, so dass der Senat davon aus­geht, dass die Bezir­ke in sol­chen Fäl­len ange­mes­se­ne und schnel­le Lösun­gen fin­den (Vor­zie­hen der Bear­bei­tung und ggf. Abschlags­zah­lun­gen).

Zu 13.:
Bera­tun­gen erfol­gen direkt bei den Sach­be­ar­bei­tern und Sach­be­ar­bei­te­rin­nen der Eltern­geld­stel­len. Der Beschwer­de­weg erfolgt über den jewei­li­gen Dienst­vor­ge­setz­ten bis zur Lei­tung des Jugend­am­tes bzw. zustän­di­gen Bezirks­stadt­rats bzw. die Bezirks­stadt­rä­tin. Geson­der­te Anlauf­stel­len sind dem Senat nicht bekannt.

1.Welche Über­flug­hö­hen sind für den Orts­tei­le Mal­chow, War­ten­berg u. Neu-Hohen­schön­hau­sen fest­ge­legt?

2.Wie wird das Ein­hal­ten der Flug­hö­hen bei An- und Abflug auf den Flug­ha­fen Ber­lin-Tegel gewähr­leis­tet?

3.Welche aktu­el­len Lärm­mes­sungs­er­geb­nis­se exis­tie­ren für die Orts­tei­le Mal­chow, War­ten­berg und Neu-Hohen­schön­hau­sen?

4. Wie hoch ist die Lärm­be­las­tung durch star­ten­de und lan­den­de Flug­zeu­ge in Tegel für genann­te Orts­tei­le? Gibt es unter­schied­li­che Aus­wir­kun­gen bei West- und Ost­wind?

5. Wie und über wen kann an die Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg GmbH her­an­ge­tre­ten wer­den, um Lärm­mes­sun­gen mit Hil­fe von mobi­len Mess­sta­tio­nen vor­zu­neh­men?

6. Lie­gen dem Senat Beschwer­den über Flug­lärm aus den Orts­tei­len Mal­chow, War­ten­berg oder Neu- Hohen­schön­hau­sen vor?

7. Wel­che kurz- und mit­tel­fris­ti­gen Lösun­gen bezüg­li­ch der Ein­däm­mung von Flug­lärm gibt es für die Bür­ger der durch die Ein­flug­schnei­se belas­te­ten Bezir­ke?

8. Ab wann wer­den Ver­mie­tern und Eigen­tü­mern Zuschüs­se für Lärm­schutz­maß­nah­men in Häu­sern und Woh­nun­gen gewährt?

9. Auf wel­che Wei­se wird der­zeit die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Bür­gern durch­ge­führt? Wann und wo fin­den Bür­ger­ver­samm­lun­gen bezüg­li­ch des Aus­baus des Lärm­schut­zes statt?

Dan­ny Frey­mark

1.Es gibt kei­ne Fest­le­gung von Über­flug­hö­hen in die­sen Berei­chen. Es gibt eine Min­dest­über­flug­hö­he, die jedoch allein aus Grün­den des aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stands zu Hin­der­nis­sen exis­tiert. Die­se liegt in den genann­ten Berei­chen bei 2.400 Fuß (ca. 700 Metern). Die­se Höhe darf und muss bei Lan­dun­gen auf dem End­an­flug (dies betrifft die erwähn­ten Berei­che) unter­schrit­ten wer­den. Wei­ter­hin gibt es für star­ten­de Flug­zeu­ge Tole­ranz­be­rei­che, in denen sich die Flug­zeu­ge auf­hal­ten müs­sen. Die­se kön­nen jedoch ober­halb einer Frei­ga­be­hö­he von 5.000 Fuß (ca. 1.500 Meter) für Strahl­flug­zeu­ge bzw. 3.000 Fuß (ca. 900 Meter) für Pro­pel­ler­flug­zeu­ge ver­las­sen wer­den. Die­se Flug­hö­hen errei­chen die Flug­zeu­ge nach Ein­schät­zung der FBB bereits vor Mal­chow.

2. Hier­für ist die Deut­sche Flug­si­che­rung zustän­dig.

3. In die­sen Orts­tei­len wur­den bis­her kei­ne kon­kre­ten Flug­lärm­mes­sun­gen durch­ge­führt.

4. Nach theo­re­ti­schen Modell­be­rech­nun­gen im Rah­men der Lärm­ak­ti­ons­pla­nung ent­spricht die Lärm­be­las­tung in die­sen Orts­tei­len einem durch­schnitt­li­chen Tag- Abend-Nacht-Pegel von ca. 55 dB(A) und weni­ger als 50 dB(A) Dau­er­schall­pe­gel in der Nacht. Die Ergeb­nis­se der Lärm­kar­tie­rung kön­nen unter Inter­net­adres­se ein­ge­se­hen wer­den: https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/laerm/tegel/

5. Eine Flug­lärm­mes­sung kann bei der FBB über Herrn Dr. Johann­sen ver­ein­bart wer­den: kai.johannsen@berlin-airport.de, Tel.: 030/609173020.

6. Zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt sind dem Senat kei­ne Beschwer­den bekannt.

7. Die FBB hat im Jahr 2005 vom gemes­se­nen Flug­lärm abhän­gi­ge Ent­gel­tan­tei­le ein­ge­führt. Der Anteil die­ser Ent­gel­te wur­de über die Jah­re immer wei­ter erhöht. Der­zeit arbei­tet die FBB an einer Wei­ter­ent­wick­lung der Lärment­gel­te, um die Len­kungs­wir­kung wei­ter zu erhö­hen.

8. und 9. Für den Flug­ha­fen Ber­lin-Tegel hat der­zeit der Lärm­schutz­be­reich ent­spre­chend der Berech­nung und Fest­le­gung von 1976 Gül­tig­keit. Die Orts­tei­le Mal­chow, War­ten­berg und Neu-Hohen­schön­hau­sen befin­den sich außer­halb der ent­spre­chen­den Schutz­zo­nen. Ansprü­che auf Lärm­schutz­maß­nah­men bestehen daher der­zeit nicht. Nach den Vor­ga­ben des Flug­lärm­ge­set­zes von 2007 muss spä­tes­tens Ende 2019 ein Lärm­schutz­be­reich für den Flug­ha­fen Ber­lin-Tegel fest­ge­legt wer­den. Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer haben dann Anspruch auf Erstat­tung von Schall­schutz­maß­nah­men, sofern ihre Grund­stü­cke inner­halb der Schutz­zo­ne lie­gen.

  1. Exis­tiert eine umfas­sen­de Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie für die Bezirks­äm­ter und wei­te­re Ber­li­ner Behör­den und wel­che Zie­le ver­folgt sie?a. Wenn ja: Auf wel­chem Umset­zungs­stand befin­det sich o.g. Stra­te­gie (im zeit­li­chen Rah­men oder ver­zö­gert)? (auf­ge­schlüs­selt nach Bezirken)b. Wel­che Maß­nah­men wer­den mit­tel- und lang­fris­tig ergrif­fen, um Ber­lin im Bereich E-Govern­ment wett­be­werbs­fä­hi­ger zu machen?
  2. Gibt es bereits Digi­ta­li­sie­rungs­be­auf­trag­te in den Ber­li­ner Behörden?a.Wenn ja, wo, seit wann und wie lan­ge wer­den die­se ein­ge­setzt? (auf­ge­schlüs­selt nach Bezir­ken und Ämtern)b. Wenn nein: Wann ist die Ein­füh­rung vor­ge­se­hen (in Lich­ten­berg)?
  3. Gibt es eine Bestands­auf­nah­me zum aktu­el­len Ein­satz von Digi­ta­li­sie­rungs­me­tho­den in Lich­ten­berg (Nut­zung digi­ta­ler Medi­en, Inter­net­auf­trit­te, Online­ter­min­ver­ga­be, Online-Anträge)?a. Wie wird das Online-Ange­bot bewor­ben und den Bür­gern zugäng­li­ch gemacht?b. Wie häu­fig wird auf das Online-Ange­bot der Ver­wal­tun­gen von Bür­gern zuge­grif­fen? (Nutzungsstatistik)Danny Frey­mark­Zu 1., a und b:Die grund­le­gen­de Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie ist für die gesam­te Ber­li­ner Ver­wal­tung (Haupt­ver­wal­tung, nach­ge­ord­ne­te Ein­rich­tun­gen und Bezirks­ver­wal­tun­gen) ein­heit­li­ch durch das am 10.06.2016 in Kraft getre­te­ne EGovG Bln defi­niert. Dar­aus erge­ben sich fol­gen­de wesent­li­che Kern­zie­le zur Digi­ta­li­sie­rung des Ver­wal­tungs­han­delns der Ber­li­ner Behör­den: die ver­wal­tungs­wei­te Umstel­lung auf elek­tro­ni­schen Akten­füh­rung auf der Basis eines zen­tral bereit­ge­stell­ten und finan­zier­ten IKT-Basis­diens­tes E-Akte bis zum 01.01.2023 ent­spre­chend § 7 EGovG Bln, die Zugangs­er­öff­nung für die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on und zur Abwick­lung von Ver­wal­tungs­ver­fah­ren bzw. –dienst­leis­tun­gen für Bür­ge­rin­nen, Bür­ger und Unter­neh­men ab dem 01.01.2020 ent­spre­chend § 4 EGovG Bln, die Digi­ta­li­sie­rung der Ver­wal­tungs­ab­läu­fe auf Basis opti­mier­ter Geschäfts­pro­zes­se ab dem 01.01.2020 ent­spre­chend § 10 EGovG Bln.Die Umstel­lung auf elek­tro­ni­sche Akten­füh­rung erfolgt in einem von der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport gesteu­er­ten zen­tra­len Pro­jekt. Ziel­stel­lung hier­bei ist es, eine geeig­ne­te E-Akten-Soft­ware aus­zu­schrei­ben, im IT-Dienst­leis­tungs­zen­trum bereit­zu­stel­len und suk­zes­si­ve ent­spre­chend der gesetz­li­chen Vor­ga­be ter­min­ge­recht in den Behör­den der Ber­li­ner Ver­wal­tung aus­zu­rol­len. Für die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­fah­rens­ab­wick­lung ste­hen bereits heu­te rd. 75 Online-Diens­te zur Ver­fü­gung, die über das zen­tra­le Ser­vice-Por­tal unter https://service.berlin.de/onlineverfahren-onlinedienstleistungen/ abruf­bar sind. Die­ses Ange­bot wird kon­ti­nu­ier­li­ch aus­ge­baut und mit dem in der Ein­füh­rung befind­li­chen Ser­vice-Kon­to ver­knüpft, mit wel­chem sich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie Unter­neh­men für die siche­re und authen­ti­fi­zier­te Nut­zung der ange­bo­te­nen von Online-Diens­te regis­trie­ren kön­nen. Grund­la­ge der Digi­ta­li­sie­rung der Ver­wal­tungs­ab­läu­fe auf Basis opti­mier­ter Geschäfts­pro­zes­se ist das vom IKT-Len­kungs­rat beschlos­se­ne »Ein­füh­rungs­kon­zept für ein gesamt­städ­ti­sches Geschäfts­pro­zess­ma­nage­ment«. Nach die­sem Kon­zept wer­den in den Bezir­ken Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten Geschäftsprozessmanagement/Digitalisierung ein­ge­rich­tet, wel­che arbeits­tei­lig und im Sin­ne eines opti­mier­ten Res­sour­cen­ein­sat­zes jeweils ein The­men­feld (Poli­tik­feld) zusam­men mit der jeweils zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung als Part­ne­rin bear­bei­ten. Dabei obliegt der jeweils zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung die Ergeb­nis­ver­ant­wor­tung für die erfolg­rei­che Digi­ta­li­sie­rung der in ihren Zustän­dig­keits­be­reich fal­len­den Pro­zes­se. Mit die­sen dar­ge­stell­ten Maß­nah­men zur lau­fen­den Umset­zung der ambi­tio­nier­ten Zie­le des bun­des­weit als vor­bild­li­ch ein­ge­schätz­ten EGovG Bln ins­ge­samt ist eine signi­fi­kan­te Stei­ge­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit Ber­lins im Bereich E-Govern­ment zu erwarten.Zu 2., a und b:Zur ver­wal­tungs­wei­ten Koor­di­nie­rung und Abstim­mung der Digi­ta­li­sie­rung der Ber­li­ner Ver­wal­tung hat sich ent­spre­chend § 22 EGovG Bln der IKT-Len­kungs­rat kon­sti­tu­iert. Dar­in sind neben der IKT Staats­se­kre­tä­rin, dem CdS und je einer Staats­se­kre­tä­rin bzw. eines Staats­se­kre­tärs aus jeder Senats­ver­wal­tung auch ein Mit­glied des Bezirks­amts eines jeden Bezirks ver­tre­ten. Zur Unter­stüt­zung und Vor­be­rei­tung des IKT-Len­kungs­rats wur­de ein Vor­be­rei­tungs­gre­mi­um zudem eta­bliert, wel­ches sich eben­falls aus Ver­tre­tern aller Senats- und Bezirks­ver­wal­tun­gen aus den Berei­chen IT-Manage­ment bzw. Steue­rungs­dienst zusam­men­setzt. Eine expli­zi­te Rol­le »Digi­ta­li­sie­rungs­be­auf­trag­te®« ist mit­hin nicht vor­ge­se­hen, zumal das zu Fra­ge 1 genann­te »Ein­füh­rungs­kon­zept für ein gesamt­städ­ti­sches Geschäfts­pro­zess­ma­nage­ment« eine Ein­rich­tung ent­spre­chen­der Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten Geschäftsprozessmanagement/Digitalisierung in allen Bezirks­ver­wal­tun­gen vor­sieht. Hier­zu wur­den im Bezirks­pla­fond für den Dop­pel­haus­halt 2018/19 pro Bezirk 2 Stel­len für die per­so­nel­le Aus­stat­tung die­ser Orga­ni­sa­tionein­hei­ten berück­sich­tigt. Die ent­spre­chen­de Beset­zung die­ser Stel­len wur­de im Bezirk Lich­ten­berg und allen ande­ren Bezir­ken eingeleitet.Zu 3., a und b:Eine Bestands­auf­nah­me zum aktu­el­len Ein­satz von Digi­ta­li­sie­rungs­me­tho­den in Lich­ten­berg gibt es der­zeit nicht. Das digi­ta­le Ange­bot des Bezirks ist im Rah­men der Teil­nah­me aller Ver­wal­tun­gen am Ange­bot des Haupt­stadt­por­tals Ber­lin unter https://www.berlin.de/politikverwaltung-buerger/ bzw. unter http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/ zugäng­li­ch. Dar­über hin­aus sind die Dienst­leis­tun­gen, Stand­or­te und Online-Ter­min­ver­ein­ba­rungs­mög­lich­kei­ten sämt­li­cher Bezirks­ver­wal­tun­gen ein­heit­li­ch über das Ser­vice-Por­tal unter https://service.berlin.de/ erreich­bar. Bewor­ben wird das bezirk­li­che Inter­net­an­ge­bot über Pres­se­mit­tei­lun­gen, mit­tels Fly­er, Pla­ka­ten, Bro­schü­ren, über TV Bild­schir­me in den War­te-Berei­chen der Bür­ger­äm­ter sowie über Ver­lin­kun­gen in E-Mails und Pos­tings in den Sozia­len Netz­wer­ken Twit­ter und Face­book. Das Gesamt­an­ge­bot des Haupt­stadt­por­tals Berlin.de ver­zeich­net monat­li­ch durch­schnitt­li­ch rd. 30 Mio. Sei­ten­ab­ru­fe, davon ent­fal­len rd. 30% auf den Ver­wal­tungs­be­reich unter https://www.berlin.de/politik-verwaltung-buerger/. Auf den Auf­tritt des Bezirks Lich­ten­berg unter http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/ ent­fal­len monat­li­ch rd. 230.000 Zugrif­fe. Das Ser­vice-Por­tal unter https://service.berlin.de/ ver­zeich­net durch­schnitt­li­ch monat­li­ch rd. 6 Mio. Zugrif­fe.

1. In der Nacht vom 9. auf den 10. Novem­ber 2018 jährt sich die Reichs­po­grom­nacht zum 80. Mal. Wel­che Schrit­te hat der Senat bis­her unter­nom­men, um ein wür­di­ges Geden­ken zu bege­hen?
2. Wel­che Ver­an­stal­tun­gen sind geplant?
3. In wie weit wur­den bis­her die Jüdi­sche Gemein­de zu Ber­lin und von der Gemein­de unab­hän­gi­ge jüdi­sche Insti­tu­tio­nen in die Pla­nun­gen mit ein­be­zo­gen, bzw. wie sol­len sie ein­be­zo­gen wer­den?
4. In wie weit wur­de das Zen­trum Jüdi­sche Stu­di­en Ber­lin-Bran­den­burg mit ein­be­zo­gen, bzw. wie soll es ein­be­zo­gen wer­den?
5. In wie weit wer­den ande­re Reli­gi­ons­grup­pen (ins­be­son­de­re die Kir­chen und die Isla­mi­schen Gemein­den) in die Pla­nun­gen mit ein­be­zo­gen, bzw. wie sol­len sie ein­be­zo­gen wer­den?
6. Was für ein Pro­gramm ist ins­be­son­de­re für Schu­len geplant, bzw. wird es spe­zi­el­le Hand­rei­chun­gen für den Unter­richt geben?
7. In wie weit wer­den Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten in die Pla­nun­gen mit ein­be­zo­gen, bzw. wie sol­len sie ein­be­zo­gen wer­den?

Tim-Chris­to­pher Zee­len und Dan­ny Frey­mark

Zu 1. bis 5.:
Dem Senat ist die beson­de­re Bedeu­tung des 80. Jah­res­ta­ges der Novem­ber­po­gro­me am 9. Novem­ber 2018 bewusst. Zu kon­kre­ten Pla­nun­gen sind zu die­sem frü­hen Zeit­punkt noch kei­ne Aus­sa­gen mög­li­ch. Zum jet­zi­gen Zeit­punkt sind dem Senat fol­gen­de Ver­an­stal­tun­gen bekannt und wer­den vor­aus­sicht­li­ch mit Betei­li­gung des Senats statt­fin­den:
Die Jüdi­sche Gemein­de zu Ber­lin gedenkt jähr­li­ch am 9. Novem­ber des Jah­res­tags der Novem­ber­po­gro­me 1938. Dazu fin­det eine regel­mä­ßi­ge Gedenk­ver­an­stal­tung in den Räum­lich­kei­ten der Jüdi­schen Gemein­de in der Fasa­nen­stra­ße statt, zu der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch immer der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin mit der Bit­te um ein Gruß­wort ein­ge­la­den wur­de; er oder eine Senats­ver­tre­tung haben regel­mä­ßig an der Gedenk­ver­an­stal­tung teil­ge­nom­men. Im Anschluss an die Gedenk­ver­an­stal­tung fin­det gemein­sam mit vie­len Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus der Poli­tik eine Kranz­nie­der­le­gung am Mahn­mal vor dem Gemein­de­haus statt, bei der auch immer ein Kranz des Lan­des Ber­lin nie­der­ge­legt wird. Die jähr­li­che Gedenk­ver­an­stal­tung ist in das Pro­gramm der Jüdi­schen Kul­tur­ta­ge ein­ge­bet­tet, die vom Land Ber­lin finan­zi­ell geför­dert wer­den.
Die Jüdi­sche Gemein­de zu Ber­lin plant die­se Gedenk­ver­an­stal­tung auch für 2018 – vor­aus­sicht­li­ch in einem etwas grö­ße­ren Rah­men – genaue­re Pla­nun­gen hier­zu gibt es jedoch noch nicht. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass auch wie­der der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin oder eine Stell­ver­tre­tung zu der Gedenk­fei­er ein­ge­la­den wer­den.
Das Erz­bis­tum Ber­lin und die Evan­ge­li­sche Kir­che Ber­lin – Bran­den­burg – schle­si­sche Ober­lau­sitz wer­den sich ange­mes­sen an einem Geden­ken an die Reichs­po­grom­nacht betei­li­gen, ggf. in Abstim­mung mit ande­ren gesell­schaft­li­chen Part­nern. Kon­kre­te Pla­nun­gen gibt es zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht.
Außer­dem pla­nen die Stif­tun­gen Topo­gra­phie des Ter­rors und Denk­mal für die ermor­de­ten Juden Euro­pas gemein­sam eine Aus­stel­lung zum 80. Jah­res­tag der Novem­ber­po­gro­me 1938. Die Aus­stel­lung soll von Novem­ber 2018 bis März 2019 im Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Topo­gra­phie des Ter­rors gezeigt wer­den.
Auch die Stän­di­ge Kon­fe­renz der Lei­ter der NS-Gedenk­or­te im Ber­li­ner Raum plant eine »Roll up / Wan­der­aus­stel­lung über das Jahr 1938« the­ma­ti­sch begin­nend mit dem »Anschluss« Öster­reichs bis zu den Novem­ber­po­gro­men. Zu die­ser Aus­stel­lung wer­den ver­schie­de­ne Insti­tu­tio­nen the­ma­ti­sch zuar­bei­ten. Wei­te­re Details sind nicht bekannt.
Über­dies ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Ber­li­ner Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung sowohl in ihrem Publi­ka­ti­ons­an­ge­bot, als auch in der Ver­an­stal­tungs­pla­nung den 80. Jah­res­tag der Reichs­po­grom­nacht auf­neh­men wird. Aller­dings ist die Pro­gramm­pla­nung für das zwei­te Halb­jahr 2018 noch nicht abge­schlos­sen, sodass kei­ne kon­kre­ten Ver­an­stal­tungs­for­ma­te oder Ter­mi­ne benannt wer­den kön­nen.
Ins­ge­samt ist mit Bli­ck auf den zeit­li­chen Vor­lauf fest­zu­stel­len, dass die Pla­nun­gen sowohl des Senats wie auch der vom Land Ber­lin geför­der­ten Ein­rich­tun­gen noch nicht abge­schlos­sen sind.

Zu 6.:
Zum The­ma Judentum/Nationalsozialismus ste­hen den Ber­li­ner Lehr­kräf­ten gegen­wär­tig zwei Hand­rei­chun­gen zur Ver­fü­gung:
– Jüdi­sches Leben in Ber­lin. Die Lin­den­stra­ße – Ide­en zur his­to­ri­schen Pro­jekt­ar­beit an Schu­len (von Rahel Varn­ha­gen über die Libe­ra­le Syn­ago­ge, die Gleich­schal­tung 1933 im Zei­tungs­vier­tel bis zum Enga­ge­ment des Axel-Sprin­ger-Ver­lag). Die­se Hand­rei­chung ist auch online ver­füg­bar.
– Flit­zen – ver­ste­cken – über­le­ben? Hil­fe für jüdi­sche Ver­folg­te 1941–1945. Geschich­ten, Quel­len, Kon­tro­ver­se.
Dar­über hin­aus ste­hen den Schu­len fol­gen­de Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te für die päd­ago­gi­sche Arbeit zur Ver­fü­gung:
– Mate­ri­al des Visual His­to­ry Archive/FU Ber­lin, wel­ches in Koope­ra­ti­on mit dem LISUM erar­bei­tet wur­de: www.zeugendershoah.de/media/pdf/VHA_didaktische_Arbeit.pdf
Bei­spiel für einen Pro­jekt­tag mit dem Visual His­to­ry Archi­ve für Schul­klas­sen im Semi­nar­raum an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin zum The­ma »Erin­ne­run­gen an die Novem­ber­po­gro­me 1938 in Ber­lin
– Hin­wei­se zur The­ma­ti­sie­rung des Natio­nal­so­zia­lis­mus ein­schließ­li­ch der Reichs­po­grom­nacht auf dem Ber­lin-Bran­den­bur­gi­schen Bil­dungs­ser­ver
Zur­zeit ist das Lan­des­in­sti­tut für Schu­le und Medi­en (LISUM) in der Arbeits­grup­pe der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz dar­an betei­ligt, eine Emp­feh­lungs­lis­te zur The­ma­ti­sie­rung der deut­sch-jüdi­schen Geschich­te im Unter­richt zu erstel­len, die für alle Lehr­kräf­te online ver­öf­fent­licht wird.

Zu 7.:
Ich ver­wei­se hier­zu auf die Ant­wort zu 1. bis 5.

Fra­ge 1:
Ist dem Senat bekannt, dass die Anwär­ter des geho­be­nen Diens­tes der Ber­li­ner Poli­zei imma­tri­ku­lier­te Stu­den­ten einer öffent­li­chen Hoch­schu­le sind?

Fra­ge 2:
Ist dem Senat bekannt, dass die Anwär­ter des geho­be­nen Diens­tes im Fach­be­reich 5 an der HWR Ber­lin kei­nen Anspruch auf ein Semes­ter­ti­cket haben?

Fra­ge 3:
Ist es vom Senat gewollt, dass Anwär­ter des geho­be­nen Diens­tes der Ber­li­ner Poli­zei kein Aus­zu­bil­den­denti­cket erhal­ten?

Fra­ge 4:
Wel­che Senats­ver­wal­tun­gen und Senats­mit­glie­der sind und/oder waren in der Ver­gan­gen­heit am Erlass der VBB Tarif­be­stim­mun­gen betei­ligt?

Fra­ge 5:
Wel­che Per­so­nen und/oder Insti­tu­tio­nen haben die Ent­schei­dungs­be­fug­nis für Ände­run­gen der Tarif­be­stim­mun­gen des VBB?

Fra­ge 6:
Ist die Ver­ord­nung über den Aus­gleich gemein­schaft­li­cher Leis­tun­gen im Stra­ßen­per­so­nen­ver­kehr (PBe­fAus­glV) nach Ansicht des Senats die ver­bind­li­che Grund­la­ge für die VBB Tarif­be­stim­mun­gen?

Fra­ge 7:
Ist dem Ver­kehrs­ver­bund Ber­lin-Bran­den­burg (VBB) bekannt, dass die Anwär­ter des geho­be­nen und mitt­le­ren Diens­tes der Ber­li­ner Poli­zei kei­ne Dienst­klei­dung auf dem Weg zum Dienst tra­gen dür­fen?

Fra­ge 8:
Wel­che jähr­li­chen Kos­ten wür­den durch die Aner­kennt­nis der Anwär­ter des geho­be­nen Diens­tes der Ber­li­ner Poli­zei für die Nut­zung eines Aus­zu­bil­den­denti­ckets ent­ste­hen?

 

Dan­ny Frey­mark

 

Ant­wort zu 1:
Ja.

Ant­wort zu 2:
Dem Senat ist bekannt, dass ent­spre­chend der maß­ge­ben­den bun­des­ge­setz­li­chen Ver­ord­nung Anwär­ter des geho­be­nen Diens­tes kei­nen Anspruch auf ermä­ßig­te Zeit­kar­ten im Aus­bil­dungs­ver­kehr haben. Wer Anspruch auf ein Semes­ter­ti­cket hat, müs­sen die Ver­trags­par­tei­en, die Ver­tre­tung der Stu­die­ren­den und die Ver­kehrs­un­ter­neh­men, in ihrem bila­te­ra­len Ver­trag regeln. Dem Senat sind die Ein­zel­be­stim­mun­gen der abge­schlos­se­nen Ver­trä­ge nicht bekannt.

Ant­wort zu 3, 4 und 5:
Die Aus­ge­stal­tung des Tarifs für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) und damit auch der VBB-Tarif­be­stim­mun­gen liegt im gemein­sa­men Ver­ant­wor­tungs­be­reich von Ver­kehrs­un­ter­neh­men und den Auf­ga­ben­trä­gern des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs in Ber­lin und Bran­den­burg. Die Tari­fe wer­den jeweils inte­griert für das gesam­te Gebiet des Ver­kehrs­ver­bun­des Ber­lin Bran­den­burg (VBB) fest­ge­legt. Dabei muss die Ent­schei­dung sowohl von den Unter­neh­men – wenn sie im Erlös­ri­si­ko ste­hen – als auch von den Auf­ga­ben­trä­gern ver­ant­wor­tet wer­den. In Ber­lin wer­den der­zeit sowohl die Ver­keh­re der BVG als auch die Ver­keh­re der S-Bahn auf Net­to­ver­trags­ba­sis vom Land Ber­lin finan­ziert. Die Ver­kehrs­un­ter­neh­men stel­len für die im VBB abge­stimm­ten Tari­fän­de­run­gen die ent­spre­chen­de Anträ­ge, die bei Ein­hal­tung der bestehen­den bun­des­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen nach for­ma­len Gesichts­punk­ten von den zustän­di­gen Geneh­mi­gungbe­hör­den in Ber­lin und Bran­den­burg geneh­migt wer­den. Im Vor­feld der Abstim­mung von Tarif­an­pas­sun­gen stim­men sich Auftga­ben­trä­ger und Unter­neh­men sowohl im Rah­men der VBB-Gre­mi­en­be­fas­sung ver­bund­weit als auch inner­halb des Lan­des Ber­lin ab. Ziel ist es, den Tarif so wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, dass er sowohl die ver­kehr­li­chen Zie­le der Daseins­vor­sor­ge als auch die Aus­kömm­lich­keit für Unter­neh­men bzw. Auf­ga­ben­trä­ger berück­sich­tigt.

Ant­wort zu 6:
Die o.g. Ver­ord­nung regelt, nach wel­cher Maß­ga­be der Aus­gleich für rabat­tier­te Aus­bil­dungs­ta­ri­fe in Anwen­dung von § 45a Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz berech­net wer­den soll. Die Ver­ord­nung betrifft somit nicht die Aus­ge­stal­tung der jewei­li­gen Tarif­pro­duk­te für Aus­zu­bil­den­de, d.h. die Tarif­be­stim­mun­gen, son­dern das Aus­gleichs­ver­fah­ren zwi­schen Ver­kehrs­un­ter­neh­men und öffent­li­cher Hand, soweit zur Abrech­nung das in § 45a Abs. 2 ff. Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz beschrie­be­ne Ver­fah­ren zur Anwen­dung kommt.

Ant­wort zu 7:
Der Ver­kehrs­ver­bund Ber­lin-Bran­den­burg (VBB) hat über­mit­telt, dass ihm das nicht bekannt sei.

Ant­wort zu 8:
Die Kos­ten könn­ten nur geschätzt wer­den, wenn hier­zu die Anzahl der Betrof­fe­nen genannt wer­den wür­de.

  1. Ist dem Senat bekannt, dass sich die Poli­zei­wa­che in der Pablo-Picas­so-Str. 2 in Neu- Hohen­schön­hau­sen sowohl außen als auch innen in einem sehr stark bau­fäl­li­gen Zustand befin­det und seit Jah­ren bereits Auf­fang­net­ze für her­ab­fal­len­de Fas­sa­den­tei­le zum Schutz der Pas­san­ten ange­bracht sind?
  2. Wel­che Ein­schrän­kun­gen im Arbeits­ab­lauf müs­sen die Poli­zei­be­am­ten bedingt durch den sanie­rungs­be­dürf­ti­gen Gebäu­de­zu­stand der­zeit hin­neh­men? Wel­che kon­kre­ten Ver­schlech­te­run­gen des Arbeits­um­fel­des sind dem Senat bekannt?
  3. War­um wur­den bis­her kei­ne Bau­sa­nie­rungs­maß­nah­men an der Wache in Hohen­schön­hau­sen vor­ge­nom­men?
  4. Wie hoch sind die anbe­raum­ten Instand­set­zungs­kos­ten für eine Gene­ral­sa­nie­rung?
  5. Wann wird mit der Sanie­rung der Poli­zei­wa­che des Abschnitts 61 begon­nen?
    a. Wie lan­ge wer­den die Sanie­rungs­maß­nah­men dau­ern?
    b. Wel­che bau­li­chen Schä­den sol­len sowohl innen als auch außen kon­kret beho­ben wer­den?
  6. Wann und wo wer­den die Aus­schrei­bung sowie die dazu­ge­hö­ri­gen Ver­ga­be­un­ter­la­gen bezüg­li­ch der Instand­set­zung der Poli­zei­wa­che in Neu-Hohen­schön­hau­sen ver­öf­fent­licht?
  7. Wel­che Ein­schrän­kun­gen des gere­gel­ten Betrie­bes müs­sen wäh­rend der Bau­maß­nah­men hin­ge­nom­men wer­den und kann der all­täg­li­che Betrieb der Wache über­haupt auf­recht­erhal­ten werden?Danny Frey­mark­Zu 1.: Dem Senat ist bekannt, dass der Stand­ort einen Sanie­rungs­be­darf auf­weist, über den auch schon aus­führ­li­ch mit den Ant­wor­ten zu den Schrift­li­chen Anfra­gen 18/10 781 und 18/11 127 berich­tet wurde.Zu 2.: Der Poli­zei­ab­schnitt ist trotz des bestehen­den Sanie­rungs­be­dar­fes arbeits­fä­hig. Beson­ders her­vor­zu­he­ben­de Ein­schrän­kun­gen oder Ver­schlech­te­run­gen des Arbeits­um­fel­des, die über das hin­aus­ge­hen, was ange­sichts des bekann­ten Sanie­rungs­be­darfs erwar­tet wer­den kann, sind dem Senat nicht bekannt.Zu 3.: Die dem SILB für das poli­zei­ge­nutz­te Port­fo­lio zur Ver­fü­gung ste­hen­den bau­li­chen Unter­hal­tungs­mit­tel wer­den ins­be­son­de­re unter Berück­sich­ti­gung der Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen des im SILB durch­ge­führ­ten Gebäu­de­scans sowie der gemein­sam mit der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport/ Ber­li­ner Poli­zei erar­bei­te­ten mit­tel- und lang­fris­ti­gen Maß­nah­men­pla­nung ein­ge­setzt. Nach der­zei­ti­gem Stand wird eine Sanie­rung des Hau­ses 1 in der Pablo-Picas­so-Str. 4 mit­tel­fris­tig erfol­gen können.Zu 4.: Der im Rah­men des Gebäu­de­scans ermit­tel­te Sanie­rungs­be­darf beläuft sich auf ins­ge­samt rd. 13 Mio. € (sie­he auch Schrift­li­che Anfra­gen 18/10 871 und 18/11 127).Zu 5., 5. a), 5. b) und 6.: Sanie­rungs­maß­nah­men wer­den nach heu­ti­gem Kennt­nis­stand mit­tel­fris­tig erfol­gen. Inso­fern ist aktu­ell noch kein Pla­nungs­bü­ro gebun­den, so dass belast­ba­re Aus­sa­gen zu zeit­li­chen Abläu­fen der­zeit nicht getrof­fen wer­den kön­nen. Ent­spre­chend der Ergeb­nis­se des durch­ge­führ­ten Gebäu­de­scans wer­den u. a. die Erneue­rung haus­tech­ni­scher Anla­gen (ins­be­son­de­re Hei­zung) sowie Fens­ter und die Sanie­rung von Fas­sa­de und Dach not­wen­dig, eben­so eine Reno­vie­rung von Wän­den, Decken, Fuß­bö­den in den Büro­räu­men und WCs. Grund­sätz­li­ch erfol­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen von Aus­schrei­bun­gen in unmit­tel­bar zeit­li­chem Zusam­men­hang mit der jeweils ange­dach­ten Maß­nah­me dann über die Ver­ga­be­platt­form des Lan­des Berlin.Zu 7.: Ins­be­son­de­re bei rund um die Uhr besetz­ten Stand­or­ten wird grund­sätz­li­ch ver­sucht, umfas­sen­de Sanie­rungs­maß­nah­men nicht im lau­fen­den Betrieb durch­zu­füh­ren. Um bau­be­ding­te zusätz­li­che Belas­tun­gen für die Dienst­kräf­te so gering wie mög­li­ch zu hal­ten, wer­den in der Regel geeig­ne­te Zwi­schen­un­ter­brin­gun­gen vor­ge­se­hen.

Fra­ge 1:
Wie beur­teilt der Senat die Gefah­ren­la­ge für Rad­fah­rer im Bereich um und auf der Geh­ren­see­brü­cke in Hohen­schön­hau­sen?

Fra­ge 2:
Wel­che Mög­lich­kei­ten bestehen aus der Sicht des Sena­tes, um Mög­lich­kei­ten zu schaf­fen, den Fahr­rad­ver­kehr von der Hohen­schön­hau­ser Stra­ße auf sepa­ra­te Fahr­rad­we­ge zu ver­la­gern?

Fra­ge 3:
Inwie­weit bestehen aus der Sicht des Sena­tes Mög­lich­kei­ten, auf der Hohen­schön­hau­ser Stra­ße jeweils im Bereich vor der Geh­ren­see­brü­cke den Geh­weg zu ver­brei­tern und einen Rad­weg anzu­le­gen, oder einen gemein­sa­men Fahr­rad- und Geh­weg ein­zu­rich­ten und falls kei­ne Mög­lich­kei­ten bestehen, wor­in lie­gen die Hin­de­rungs­grün­de?

Fra­ge 4:
Inwie­weit bestehen aus der Sicht des Sena­tes Mög­lich­kei­ten, auf der Geh­ren­see­brü­cke den Geh­weg zu einem gemein­sa­men Fahr­rad- und Geh­weg umzu­ge­stal­ten und falls kei­ne Mög­lich­kei­ten bestehen, wor­in lie­gen die Hin­de­rungs­grün­de?

Fra­ge 5:
Wie beur­teilt der Senat im Sin­ne der Ver­kehrs­si­cher­heit für Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer sowie des all­ge­mei­nen Ver­kehrs­flus­ses auf der Geh­ren­see­brü­cke die Errich­tung einer sepa­ra­ten Brü­cke, die neben der Geh­ren­see­brü­cke errich­tet wer­den wür­de und für die Que­rung durch Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer bestimmt wäre?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1:
Auf­grund der hohen Kfz-Bele­gung ent­lang der Geh­ren­see­stra­ße ent­spricht die gegen­wär­ti­ge Ver­kehrs­füh­rung des Rad­ver­kehrs gemein­sam mit dem Kfz-Ver­kehr nicht dem Stand der Tech­nik und den gel­ten­den Vor­schrif­ten im Land Ber­lin.

Ant­wort zu 2:
Ent­lang der Hohen­schön­hau­ser Stra­ße gibt es im öst­li­chen Sei­ten­be­reich einen neu gebau­ten Rad­weg und Geh­weg, der Rad­weg ist für bei­de Rich­tun­gen ange­legt und wird am Kreu­zungs­punkt mit der Bit­ter­fel­der Straße/Pablo Picasso-Straße/Gehrenseestraße ver­kehrs­si­cher in die bestehen­den Rad­ver­kehrs­füh­run­gen ein­ge­bun­den.

Ant­wort zu 3:
Hier ist sicher­li­ch die Geh­ren­see­stra­ße gemeint. Zwi­schen der Bit­ter­fel­der Stra­ße und der Geh­ren­see­brü­cke könn­ten außer­halb der Ram­pen theo­re­ti­sch für einen kur­zen Abschnitt bau­li­che Rad­we­ge ergänzt wer­den, die Geh­we­ge müss­ten dann in den unbe­fes­tig­ten Strei­fen ver­legt wer­den. Dies setzt jedoch die Grund­stücks­ver­füg­bar­keit vor­aus, um auch mög­lichst regel­kon­for­me Brei­ten zu erzie­len. Im Bereich der Ram­pen und Brü­cke sind wegen feh­len­der Brei­ten und eines feh­len­den Sei­ten­be­rei­ches öst­li­ch kei­ne Rad­ver­kehrs­an­la­gen im Bestand her­stell­bar.

Ant­wort zu 4:
Die für die Ein­rich­tung eines gemein­sa­men Rad- und Geh­we­ges not­wen­di­gen Brei­ten ent­spre­chen nicht den dafür zur Ver­fü­gung ste­hen­den Flä­chen. Wegen der Zugangs­funk­ti­on des öst­li­chen Geh­we­ges, der Leuch­ten­a­n­ord­nung und der Schutz­be­dürf­tig­keit des Fuß­ver­kehrs ist hier kei­ne Aus­nah­me­re­ge­lung mit ver­min­der­ten Brei­ten denk­bar.

Ant­wort zu 5:
Die Geh­ren­see­brü­cke (BW.-Nr. 22018) wur­de in der Zeit von 2001 bis 2003 instand­ge­setzt. Das Bau­werk besteht aus Spann­be­ton­fer­tig­teil­trä­gern mit span­nungs­riss­kor­ro­si­ons­ge­fähr­de­tem Spann­stahl ohne aus­rei­chen­des Ankün­di­gungs­ver­hal­ten. Aus die­sem Grund wird die Brü­cke neben der eigent­li­chen Haupt­prü­fung zusätz­li­ch jähr­li­ch geprüft. Somit schließt sich eine Ver­brei­te­rung des Bestands­bau­wer­kes aus und ein Ersatz­neu­bau der gesam­ten Brü­cke in neu­er Brei­te (mit zusätz­li­chen Rad- und Geh­we­gen) wäre wie auch die Her­stel­lung einer sepa­ra­ten Rad- und Geh­weg­brü­cke eine Opti­on. Inso­fern sind hier Abstim­mun­gen und Unter­su­chun­gen not­wen­dig, um eine wirt­schaft­li­ch und ver­kehrs­pla­ne­ri­sch sinn­vol­le Lösung zu erar­bei­ten und dann zu rea­li­sie­ren.

1. Wel­che Fort­schrit­te konn­ten durch die Fach­kon­troll­stel­le für Schu­les­sen, die seit letz­ten Jah­res ein­ge­rich­tet ist, erzielt wer­den? Wie häu­fig wur­den Män­gel fest­ge­stellt.

1a. Wie vie­le Schu­len wur­den bereits kon­trol­liert? (Auf­ge­schlüs­selt nach Grund- und Ober­schu­len)

2. Wann und wie oft wer­den die Cate­rer durch die Fach­kon­troll­stel­le über­prüft?

2a. Wo fin­den die Kon­trol­len statt? Unter wel­chen Aspek­ten wird kon­trol­liert?

3. Mit wel­chen Kon­se­quen­zen haben die Cate­rer bei Nicht­ein­hal­tung der Stan­dards zu rech­nen?

4. Gab es bereits anlass­be­zo­ge­ne Kon­trol­len auf Grund von Beschwer­den sei­tens der Eltern oder Leh­rer bzw. den sog. Mit­tag­es­sens­aus­schüs­sen?

5. Ist eine gewis­sen­haf­te und regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung des Schu­les­sens für über 700 Schu­len in Ber­lin durch drei Mit­ar­bei­ter, wovon nur zwei Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re sind, in der Fach­kon­troll­stel­le zu gewähr­leis­ten, oder gibt es bereits Bedarf für wei­te­re Stel­len?

5a. War­um wur­den statt der geplan­ten vier Stel­len nur drei besetzt?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1. und 1a.:
Die Kon­trol­le der Qua­li­tät des Mit­tag­es­sens an den Ber­li­ner Schu­len ist nach § 109 Absatz 2 Satz 2 Schul­ge­setz (SchulG) Auf­ga­be der Bezir­ke. Gemäß § 1 Num­mer 9 b) Ver­ord­nung über die Zustän­dig­keit für ein­zel­ne Bezirks­auf­ga­ben ist der Bezirk Pan­kow zustän­di­ger Bezirk zur Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben aller Bezir­ke für die Kon­trol­le der Qua­li­tät des Mit­tag­es­sens an den Ganz­tags­schu­len der Pri­mar­stu­fe nach § 109 Absatz 1 Satz 2 SchulG.

Die Qua­li­täts­kon­troll­stel­le Schu­les­sen (QKS) ist für ca. 400 Grund­schu­len zustän­dig und nimmt erst­ma­lig eine Auf­ga­be wahr, die es zuvor weder im Land Ber­lin noch in ande­ren Län­dern gege­ben hat. Sämt­li­che Prüf­ver­fah­ren und Abläu­fe muss­ten und müs­sen neu kon­zi­piert, erprobt und opti­miert wer­den.

Die QKS hat im Janu­ar 2017 mit den Kon­trol­len begon­nen. Um Fort­schrit­te bestim­men zu kön­nen, muss aber der Aus­gangs­zu­stand der Qua­li­tät der Schul­ver­pfle­gung bekannt sein. Dies ist auf­grund der Kür­ze des Bestehens der QKS noch nicht umfäng­li­ch mög­li­ch. Es wur­den in den bis­he­ri­gen sie­ben Mona­ten ins­ge­samt 146 Audits durch­ge­führt. Dabei han­delt es sich bei 26 der durch­ge­führ­ten Audits um soge­nann­te Nach­kon­trol­len. Die gewünsch­ten Aus­künf­te zu Fort­schrit­ten kön­nen bis­her nur für die­se 26 Fäl­le aus­ge­wer­tet wer­den. Zusam­men­fas­send kann dazu fest­ge­stellt wer­den, dass die Anbie­ter in der Zeit vom 1. Audit bis zur Nach­kon­trol­le (dazwi­schen lie­gen ca. drei bis fünf Mona­te) auf Basis der Audit-Berich­te der QKS bereits zahl­rei­che Män­gel behe­ben konn­ten. Für ein umfas­sen­des Bild müs­sen wei­te­re Kon­trol­len abge­war­tet wer­den.

Zu 2. und 2a.:
Die Qua­li­täts­kon­troll­stel­le Schu­les­sen über­prüft die ver­trags­kon­for­me Umset­zung der Ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen und sen­so­ri­schen Qua­li­tät des Ber­li­ner Schu­les­sens in Form von Audits. Die Audits fin­den sowohl in den Pro­duk­ti­ons­kü­chen der Anbie­ter als auch in den Aus­ga­be­kü­chen der Schu­len statt. Bei der Durch­füh­rung der Audits wer­den bis zu 60 ver­schie­de­ne Kon­troll­kri­te­ri­en erho­ben, die in zwei Kon­troll­be­rei­che ein­ge­teilt wer­den. Im Kon­troll­be­reich 1 sind alle Kri­te­ri­en zusam­men­ge­fasst, die sich mit der Ein­hal­tung der Tem­pe­ra­tu­ren und der Warm­hal­te­zeit befas­sen. Im Kon­troll­be­reich 2 wer­den alle Kri­te­ri­en zusam­men­ge­fasst, die Ein­fluss auf die ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Qua­li­tät (Spei­sen­an­ge­bot, Zube­rei­tung, Por­ti­ons­grö­ße, Sen­so­rik, Nähr­wer­te) haben.

Es wird ange­strebt, pro Ver­trags­jahr die Pro­duk­ti­ons­kü­chen der Anbie­ter zwei­mal zu audi­tie­ren. Dazu pas­send wer­den pro Bezirk min­des­tens zwei Aus­ga­be­kü­chen die­ses Anbie­ters in den Schu­len audi­tiert. Nach jedem Audit wer­den die Ergeb­nis­se in Form von Audit-Berich­ten zusam­men­ge­fasst und über die Schul­äm­ter an die Anbie­ter wei­ter­ge­lei­tet. Der zwei­te Audit in einem Ver­trags­jahr ist als Nach­kon­trol­le zu ver­ste­hen und fin­det ca. drei bis fünf Mona­te nach Erhalt der Audit-Berich­te statt. Pro Ver­trags­jahr fin­den außer­dem 80 Audits für Pro­ben­nah­men zur che­mi­schen Nähr­wert­ana­ly­se sowie varia­ble Zei­ten für anlass­be­zo­ge­ne Audits statt.

Zu 3.:
Als Kon­se­quen­zen von Min­der­leis­tun­gen sind Abmah­nun­gen sowie Ver­trags­stra­fen von bis zu 5 % der Auf­trags­sum­me pro Ver­trags­jahr vor­ge­se­hen. Dar­über hin­aus sind Kün­di­gun­gen mög­li­ch. Die Umset­zung ent­spre­chen­der Maß­nah­men obliegt den bezirk­li­chen Schul­äm­tern.

Zu 4.:
Bis­her wur­den zwei anlass­be­zo­ge­ne Kon­trol­len durch­ge­führt. Beauf­tragt wird die QKS in sol­chen Fäl­len durch die Schul­äm­ter. Eine direk­te Beauf­tra­gung der QKS durch Eltern oder Lehr­kräf­te ist nicht mög­li­ch. Die­se müs­sen sich zunächst an die zustän­di­gen Schul­äm­ter wen­den.

Zu 5. und 5a.:
Die Qua­li­täts­kon­troll­stel­le Schu­les­sen (QKS) ist für ca. 400 Grund­schu­len zustän­dig. Für die Auf­ga­ben der QKS wird grund­sätz­li­ch umfas­sen­des Fach­wis­sen auf dem Gebiet der Ernäh­rungs­phy­sio­lo­gie, Ernäh­rungs­leh­re, Ernäh­rungs­bil­dung, Lebens­mit­tel­che­mie, Koch- und Küchen­tech­nik etc. benö­tigt. Die bei­den Stel­len konn­ten, den fach­li­chen Ansprü­chen der QKS ent­spre­chend, mit einer Oeco­tro­pho­lo­gin und einer Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­le­rin besetzt wer­den. Um die Fra­ge­stel­lung des mög­li­chen wei­te­ren Stel­len­be­darfs qua­li­fi­ziert beant­wor­ten zu kön­nen, soll­te die geplan­te zwei­jäh­ri­ge Eva­lua­ti­ons­pha­se abge­war­tet wer­den.

Fra­ge 1: Ab wann gilt ein Ver­kehrs­stand­ort für die Senats­ver­wal­tung als unfall­träch­tig?

Fra­ge 2: Wie vie­le Unfäl­le mit Pkw sind der Senats­ver­wal­tung an der Stel­le Dönhoffstraße/Treskowallee aus den letz­ten fünf Jah­ren bekannt?

Fra­ge 3: Wie beur­teilt der Senat die ver­kehr­li­che Situa­ti­on im Bereich der Ein­mün­dung der Dön­hoff­stra­ße in die Tres­ko­wal­lee ins­be­son­de­re unter dem Aspekt der Ver­kehrs­si­cher­heit und ist dem Senat bekannt, wie der zustän­di­ge Poli­zei­ab­schnitt 64 die Situa­ti­on beur­teilt (falls bekannt, bit­te Sicht­wei­se der Poli­zei dar­stel­len)?

Fra­ge 4: Wie beur­teilt der Senat im all­ge­mei­nen – aber auch im beson­de­ren bezo­gen auf die Ein­mün­dung Dönhoffstraße/Treskowallee – das Fehl­ver­hal­ten von Fahr­zeug­füh­rern, die sich mit hoher Geschwin­dig­keit einer Ein­mün­dung nähern und dadurch ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer gefähr­den und ist dem Senat bekannt, ob ein sol­ches Fehl­ver­hal­ten im Bereich der frag­li­chen Ein­mün­dung ver­mehrt zu beob­ach­ten ist?

Fra­ge 5: Wur­de im Bereich der Ein­mün­dung Dön­hoff­stra­ße in die Tres­ko­wal­lee bereits eine Ver­kehrs­be­ob­ach­tung durch­ge­führt oder ist eine sol­che für die Zukunft geplant?

Fra­ge 6: Ist beab­sich­tigt, im Bereich der Ein­mün­dung Dönhoffstraße/Treskowallee eine Licht­si­gnal­an­la­ge zu errich­ten und falls ja, wann ist der beab­sich­tig­te Ter­min zur Inbe­trieb­nah­me der Anla­ge?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Die Stra­ßen­ver­kehrs-Unfall­kom­mis­si­on für das Land Ber­lin ori­en­tiert sich hier­bei an dem Merk­blatt zur Ört­li­chen Unfall­un­ter­su­chung in Unfall­kom­mis­sio­nen. Dar­in wird von einer Unfall­häu­fungs­stel­le gespro­chen, wenn sich fünf Ver­kehrs­un­fäl­le mit Per­so­nen­scha­den in drei Jah­ren ereig­net haben, wobei nicht unter­schie­den wird, ob Leicht­ver­letz­te, Schwer­ver­letz­te oder Getö­te­te zu bekla­gen waren. Die Stra­ßen­ver­kehrs-Unfall­kom­mis­si­on behält sich aber vor, in Ber­lin bereits dann Unfall­stel­len genau­er zu betrach­ten, wenn sich dort drei Ver­kehrs­un­fäl­le mit Schwer­ver­letz­ten oder Getö­te­ten in drei Jah­ren ereig­net haben.

Ant­wort zu 2: Im Zeit­raum von 2012 bis ein­schließ­li­ch 2016 wur­den an der genann­ten Ein­mün­dung ins­ge­samt 72 Ver­kehrs­un­fäl­le poli­zei­li­ch regis­triert.

Ant­wort zu 3: Die Ein­mün­dung Treskowallee/Dönhoffstraße ist ver­kehr­li­ch unauf­fäl­lig und stellt aus poli­zei­li­cher Sicht kei­nen Brenn­punkt dar. Trotz einer vor­über­ge­hend ver­än­der­ten Ver­kehrs­füh­rung unter­halb der sich süd­li­ch anschlie­ßen­den Brü­cke im Zuge der Tres­ko­wal­lee am S-Bahn­hof Karls­hor­st hat sich die Gestal­tung an der Ein­mün­dung nicht ver­än­dert. Der Fuß­gän­ger­ver­kehr über die Tres­ko­wal­lee ist signal­tech­ni­sch gere­gelt. Zu Fuß Gehen­de, wel­che im Zuge der Tres­ko­wal­lee die Dön­hoff­stra­ße über­que­ren möch­ten, müs­sen ledig­li­ch den mäßi­gen, sich auf­grund der zu beach­ten­den Vor­fahrt nur lang­sam der Kreu­zung nähern­den Fahr­zeug­ver­kehr beach­ten.

Ant­wort zu 4: Der Senat miss­bil­ligt rück­sichts­lo­ses und ver­kehrs­ge­fähr­den­des Fehl­ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr gene­rell. Der Poli­zei lie­gen der­zeit kei­ne Erkennt­nis­se vor, dass an der Ein­mün­dung Treskowallee/Dönhoffstraße ein Fehl­ver­hal­ten von Fahr­zeug­füh­ren­den in Form von Geschwin­dig­keits­ver­stö­ßen gehäuft auf­tritt.

Ant­wort zu 5: Der Ver­kehrs­ab­lauf an die­ser Ört­lich­keit wur­de durch die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin bereits mehr­fach beob­ach­tet.

Ant­wort zu 6: Mit dem Neu­bau der Bahn­brü­cke am S-Bahn­hof Karls­hor­st wird auch die Tres­ko­wal­lee neu gestal­tet. Mit der Fer­tig­stel­lung sämt­li­cher Bau­maß­nah­men ist die Errich­tung einer dau­er­haf­ten Licht­zei­chen­an­la­ge an der Ein­mün­dung der Dön­hoff­stra­ße vor­ge­se­hen, wel­che die bei­den umlie­gen­den Ein­mün­dun­gen Rhein­stein­stra­ße und Stol­zen­fels­stra­ße mit ein­be­zie­hen wird. Die­se wird dann den Ver­kehr voll­stän­dig und nicht wie heu­te nur den Fuß­gän­ger­ver­kehr über die Tres­ko­wal­lee regeln. Die Bau­maß­nah­men wer­den noch eini­ge Zeit andau­ern.

Fra­ge 1: Wann ist die Ein­füh­rung von DAI­SY-Dis­plays zur Anzei­ge von aktu­el­len Abfahrts­zei­ten ent­lang der Bus­li­nie 256 Sied­lung War­ten­berg – Zen­tral­fried­hof Fried­richs­fel­de vor­ge­se­hen?

Fra­ge 2: Ist die Anbrin­gung der digi­ta­len Anzei­ge­ta­feln an allen Hal­te­stel­len der Linie 256 geplant?

Fra­ge 3: Wie hoch wären die Kos­ten pro Dis­play und für alle Hal­te­stel­len ent­lang der Bus­li­nie 256 und wel­che War­tungs­kos­ten wür­den ent­ste­hen?

Fra­ge 4: War­um wird mit der Instal­la­ti­on der Digi­tal­ta­feln von der Innen- in die Außen­stadt vor­ge­gan­gen, wenn doch gera­de in den Außen­be­zir­ken auf Grund einer zeit­li­ch wei­te­ren Tak­tung erhöh­ter Bedarf an DAI­SY-Dis­plays (län­ge­re War­te­zei­ten bei Ver­spä­tun­gen, sel­ten alter­na­ti­ve ÖPNV-Ange­bo­te) besteht?

Fra­ge 5: Ist dem Senat die­ser Bedarf bekannt und gibt es dahin­ge­hend etwai­ge Ana­ly­sen sei­tens der BVG?

Fra­ge 6: Kön­nen auf den Dis­plays auch die Grün­de der Ver­spä­tun­gen ange­zeigt wer­den (Bau­stel­len, Staus, Unfäl­le etc.)?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Die BVG AöR teilt hier­zu mit: »DAISY ist ein Pro­gramm, das mit GVFG-Mit­teln geför­dert wird. Das Pro­gramm wur­de bis­her in 4 Aus­rüs­tungs­stu­fen umge­setzt. An Hal­te­stel­len der Bus­li­nie 256 wur­den 6 Anzei­ger instal­liert. Mit der 4. Aus­rüs­tungs­stu­fe wird das Pro­gramm vor­er­st been­det.«

Ant­wort zu 2: Die BVG AöR teilt hier­zu mit: »Grund­sätz­li­ch erfolgt die Pla­nung für die Auf­stel­lung von Anzei­gern nicht kom­plett für eine Linie. Es wur­den Prio­ri­tä­ten auf­ge­stellt, die die Anzahl der ein- und umstei­gen­den Fahr­gäs­te an den jewei­li­gen Hal­te­stel­len als Grund­la­ge bil­den. Die Hal­te­stel­len mit dem höchs­ten Fahr­gast­auf­kom­men wur­den bevor­zugt aus­ge­rüs­tet.«

Ant­wort zu 3: Die BVG AöR teilt hier­zu mit: »Pro Hal­te­stel­le fal­len für die auf­zu­stel­len­den Anzei­ger, die Steu­er­tech­nik, Mon­ta­ge sowie Strom- und Daten­ver­sor­gung ca. 30.000 Euro an. Die Betriebs­kos­ten belau­fen sich auf ca. 1.500 Euro pro Anzei­ger pro Jahr. Hoch­ge­rech­net auf die Voll­aus­rüs­tung der Linie 256 wür­den fol­gen­de Kos­ten ent­ste­hen: Inves­ti­ti­on: 1,8 Mio. Euro Betriebskosten/Jahr: 99 Tsd. Euro«

Ant­wort zu 4: Die BVG AöR teilt hier­zu mit: »Sie­he Ant­wort zu Fra­ge 2.«

Ant­wort zu 5: Der Bedarf nach Fahr­gast­in­for­ma­ti­on ins­be­son­de­re im Fall von Ver­spä­tun­gen oder Stö­run­gen ist dem Senat bekannt. Von wei­ter­ge­hen­den Ana­ly­sen dazu sei­tens der BVG hat sie nichts mit­ge­teilt. Da es mitt­ler­wei­le aber wei­te­re Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten z.B. über diver­se Apps oder auch über den an Hal­te­stel­len ange­brach­ten QR-Codes gibt, die im Wesent­li­chen auf den­sel­ben aktu­el­len Betriebs­in­for­ma­tio­nen wie die Dai­sy-Anzei­gen basie­ren, hält der Senat die unter Fra­ge 2 dar­ge­stell­te Prio­ri­tä­ten­set­zung für grund­sätz­li­ch sach­ge­recht.

Ant­wort zu 6: Die BVG AöR teilt hier­zu mit: »Wenn die Grün­de für eine Abwei­chung des Regel­be­triebs bekannt sind, kön­nen die­se auch auf den Anzei­gern ange­zeigt wer­den. Ver­spä­tun­gen kön­nen auto­ma­ti­sch vom Sys­tem erkannt wer­den und es wird ein Text gene­riert. Alle ande­ren Stö­run­gen, wie Sper­run­gen, Unfäl­le, Bau­ar­bei­ten, usw. müs­sen vom Leit­stel­len­mit­ar­bei­ter manu­ell ein­ge­ge­ben wer­den. Dies wird bereits in der Pra­xis umge­setzt.«

Das Doku­ment zum Down­load fin­den Sie hier: S18-11203

1. Wie bewer­tet der Senat die Not­wen­dig­keit, Anwoh­ner über geplan­te Flücht­lings­un­ter­künf­te in der Nach­bar­schaft zu infor­mie­ren?

2. Wie hat der Senat die anlie­gen­den Anwoh­ner über die Errich­tung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten (MUFs bzw. Tempo­ho­mes) in der Nach­bar­schaft bis­her infor­miert (bit­te Auf­lis­tung aller Ein­wurf­sen­dun­gen und Medi­en­ka­nä­le)?

3. Wann gab es wo und mit wel­chen Per­so­nen Ver­an­stal­tun­gen, um die Anwoh­ner über die geplan­ten Flücht­lings­un­ter­künf­te (MUFs bzw. Tempo­ho­mes) zu infor­mie­ren (bit­te Auf­lis­tung nach Tag, Unter­kunft, Teil­neh­mer­an­zahl und Bezirk)?

4. Mit wel­chem zeit­li­chen Vor­lauf und wie gen­au wur­den die anlie­gen­den Anwoh­ner von der Errich­tung der Unter­künf­te infor­miert?

5. Wel­che Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen sind hin-sicht­li­ch der Errich­tung wei­te­rer Unter­künf­te wo, wann und mit wem geplant?

6. Wel­che Mög­lich­kei­ten haben Anwoh­ner, sich mit ihren Fra­gen und Ein­wen­dun­gen zu arti­ku­lie­ren?

7. Wer ist Ansprech­part­ner für Anwoh­ner, wenn die­se sich zu der Schaf­fung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten ein­brin­gen wol­len?

8. War­um hat der Senat es bis­her teil­wei­se in Kauf genom­men, dass Anwoh­ner zu den in der Nach­bar­schaft ent­ste­hen­den Flücht­lings­un­ter­künf­ten kei­ne Infor­ma­tio­nen erhiel­ten?

9. Wie wird sicher­ge­stellt, dass der Senat in einer ange­mes­se­nen Frist die Anwoh­ner über die Ent­ste­hun­gen von Flücht­lings­un­ter­künf­ten infor­mie­ren wird?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1., 2., 8. und 9.: Die umfas­sen­de Infor­ma­ti­on der lokal ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung über die Errich­tung einer neu­en Unter­kunft für Geflüch­te­te ist nach Über­zeu­gung des Senats eine unver­zicht­ba­re Vor­aus­set­zung, um die Akzep­tanz für die Auf­nah­me von Schutz­su­chen­den zu för­dern und ein wich­ti­ger Garant für eine gelin­gen­de sozia­le Inte­gra­ti­on.

Das Lan­des­amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten (LAF) unter­rich­tet grund­sätz­li­ch das ört­li­ch zustän­di­ge Bezirks­amt zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt über die Absicht, eine neue Gemein­schafts- oder Not­un­ter­kunft in Betrieb zu neh­men.
Die Infor­ma­ti­on der ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung gehört nach Auf­fas­sung des Senats zur Anwoh­ner-Betei­li­gung bei bedeut­sa­men Vor­ha­ben, wel­che vor­ran­gig auf Bezirks­ebe­ne wahr­zu­neh­men ist, wie sich im Ein­zel­nen aus den Bestim­mun­gen zur Mit­wir­kung der Ein­woh­ner­schaft nach dem 6. Abschnitt des Bezirks­ver­wal­tungs­ge­set­zes (BezVG) ergibt. Der Senat unter­stützt die Bezir­ke dabei. Die Senats­ver­wal­tung für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les sowie das LAF leis­ten die­se Unter­stüt­zung auf Wunsch des zustän­di­gen Bezirks­amts ins­be­son­de­re durch Teil­nah­me von Füh­rungs­kräf­ten, die über einen rei­chen Erfah­rungs­schatz in Bezug auf den Betrieb von Unter­künf­ten ver­fü­gen und zu jeder der neu eröff­ne­ten Unter­künf­te Sach­in­for­ma­tio­nen ver­mit­teln und Fra­gen beant­wor­ten kön­nen.

Wei­ter­hin sehen die Richt­li­ni­en der Regie­rungs­po­li­tik 2016–2021 in die­sem Zusam­men­hang vor, dass die gesamt­städ­ti­sche und res­sort­über­grei­fen­de Abstim­mung sowie die Steue­rung der Flücht­lings­ver­sor­gung im Inter­es­se aller Betei­lig­ten stär­ker mit den bezirk­li­chen Belan­gen und Struk­tu­ren ver­zahnt wer­den. Die Bezir­ke sol­len per­so­nell in die Lage ver­setzt wer­den, die unmit­tel­ba­re Inte­gra­ti­ons­ar­beit sicher­zu­stel­len und die­se mit bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment zu ver­knüp­fen. Die Rah­men­be­din­gun­gen ehren­amt­li­cher Arbeit wer­den aus­ge­baut und in einer Ber­li­ner Ehren­amts­stra­te­gie fest­ge­schrie­ben.
Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­nern und die Orga­ni­sa­ti­on von Anwoh­ner­ver­an­stal­tun­gen im Vor­feld zur Errich­tung bzw. dem Bezug von fer­tig­ge­stell­ten Flücht­lings­un­ter­künf­ten erfolgt in Abstim­mung zwi­schen dem Lan­des­amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten (LAF) und den Bezir­ken durch den jewei­li­gen Bezirk. Die­se haben die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner in teil­wei­se unter­schied­li­cher Form über die Pla­nung, den Stand der Umset­zung und/oder die geplan­te Fer­tig­stel­lung bzw. den geplan­ten Bezug infor­miert, unter ande­rem durch:

  • Aus­hän­ge
  • Infor­ma­ti­ons­schrei­ben an die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner
  • Fragen-/Antwortenkatalog zur Anwohnerinnen/Anwohner-Information per Post­ein­wurf
  • Ein­la­dung zu Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen per Post­ein­wurf
  • Pres­se­mit­tei­lun­gen
  • Ein­trä­ge auf den Web­sei­ten der Bezir­ke
  • Bür­ger­di­alo­ge
  • Tage der offe­nen Tür
  • Infor­ma­ti­ons­fly­er
  • Netz­wer­ke
  • Fach­aus­tau­sch mit loka­len Mul­ti­pli­ka­to­ren (Kin­der­ta­ges­stät­ten, Schu­len, Jugend­frei­zeit­ein­rich­tun­gen, Stadt­teil­zen­tren, Kir­chen, Sport­ver­ei­ne, Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten etc.)

Zu 3., 4. und 5.: Sie­he Anla­gen 1 und 2. (Im Doku­ment zum Down­load)

Zu 6.: Auf Bezirks­ebe­ne haben die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner fol­gen­de Mög­lich­kei­ten, ihre Fra­gen und Ein­wen­dun­gen zu arti­ku­lie­ren:

  • Bür­ger­an­fra­gen in der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung
  • Sprech­stun­den bei der Bezirks­bür­ger­meis­te­rin /bei dem Bezirks­bür­ger­meis­ter
    und den Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­ten
  • jeder­zeit ansprech­bar: Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­te und Flücht­lings­ko­or­di­na­to­rin­nen
    und Flücht­lings­ko­or­di­na­to­ren ggf. (sofern vor­han­den) die Koor­di­nie­rungs­stel­len
    für Flücht­lings­fra­gen
  • Bür­ger­brie­fe
  • im Rah­men von Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen oder Tagen der offe­nen Tür­Zu

7.: Sofern Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner sich zu der Schaf­fung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten ein­brin­gen wol­len, kön­nen die­se sich an das zustän­di­ge Lan­des­amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten wen­den (LAF). Die Kon­takt­da­ten kön­nen dem Inter­net­auf­tritt des LAF ent­nom­men wer­den (sie­he http://www.berlin.de/laf/).

Die Senats­ver­wal­tung für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Gibt es einen Lohn­un­ter­schied zwi­schen Sprach­mitt­lern beim LAF und Dol­met­schern beim Lan­des­amt für Bür­ger- und Ord­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten (LABO) oder beim Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF)?

Fra­ge 2: Wie begrün­det der Senat die­sen Lohn­un­ter­schied?

Fra­ge 3: Was unter­nimmt der Senat für eine bes­se­re Plan-bar­keit der Arbeits­zei­ten der Sprach­mitt­ler?

Fra­ge 4: Wie wer­den die Sprach­mitt­ler im Fal­le von Unfäl­len oder Krank­hei­ten finan­zi­ell ver­sorgt?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1. und 2.: Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­ler, die für das Land Ber­lin tätig sind, ste­hen in kei­nem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis zum Land Ber­lin. Dem­entspre­chend erhal­ten sie auch kei­nen »Lohn«, der zu einem »Lohn­un­ter­schied« zwi­schen den in der Fra­ge benann­ten Behör­den füh­ren könn­te.

Grund­la­ge für die Tätig­keit von Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­lern sowie von Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern ist im Land Ber­lin ein Hono­rar­ver­trag, der zwi­schen dem Land Ber­lin und der Hono­rar­kraft abge­schlos­sen wird. Die Grund­sät­ze zum Inhalt von Hono­rar-ver­trä­gen und damit auch der zu ver­ein­ba­ren­de Hono­rar-satz sind lan­des­sei­tig in Hono­rar­ord­nun­gen gere­gelt, wobei sich der Hono­rar­satz nach der Art der Tätig­keit, deren Umfang, Dau­er und Schwie­rig­keits­grad sowie der Qua­li­fi­ka­ti­on der Hono­rar­kraft rich­tet. Da die Hono­rar­ord­nun­gen durch die Senats­ver­wal­tun­gen für ihren jewei­li­gen Geschäfts­be­reich fest­ge­legt wer­den, kann es zu unter­schied­li­chen, an den Bedarf der jewei­li­gen Behör­den ange­pass­ten Rege­lun­gen in den Hono­rar­ord­nun­gen kom­men. Dies gilt auch für die Höhe der Hono­rar­sät­ze. Der Unter­schied in den Hono­rar­sät­zen für Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­ler einer­seits und Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­schern ande­rer­seits folgt aus der unter-schied­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on der Hono­rar­kräf­te. Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher haben in der Regel ein ent­spre­chen­des Stu­di­um an einer Uni­ver­si­tät oder zumin­dest an einer Fach­hoch­schu­le absol­viert und die Tech­ni­ken für die zeit­glei­che bzw. zeit­ver­setz­te Über­tra­gung von Reden, Gesprä­chen und Ver­hand­lun­gen gelernt. Sie beherr­schen zumeist meh­re­re Spra­chen und ken­nen sich in meh­re­ren Fach­ge­bie­ten aus. An Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­ler wer­den der­ar­ti­ge Anfor­de­run­gen nicht gestellt.

Ant­wort zu 3.: Hono­rar­kräf­te haben kei­ne fest­ge­leg­ten Arbeits­zei­ten, da es sich nicht um Beschäf­tig­ten des Lan­des Ber­lin han­delt. Sie sind als beruf­li­ch Selb­stän­di­ge übli­cher­wei­se in der Lage, über die Annah­me oder die Ableh­nung ein­zel­ner Auf­trä­ge und die zeit­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen frei zu ent­schei­den. Der­zeit berei­tet das Lan­des-amt für Flücht­lings­an­ge­le­gen­hei­ten (LAF) eine Opti­mie­rung sei­ner eige­nen Bedarfs­pla­nun­gen für die Tätig­keit von Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­lern vor. Die­se kön­nen hier­zu ihre Wün­sche ange­ben. So ist der Bedarf des LAF an der Erbrin­gung der Hono­rar­leis­tun­gen den Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­lern im Vor­aus bekannt und schafft für die­se zugleich mehr Sicher­heit.

Ant­wort zu 4.: Sprach­mitt­le­rin­nen und Sprach­mitt­ler haben als beruf­li­ch selb­stän­di­ge Hono­rar­kräf­te die Mög­lich­keit sich pri­vat gegen Unfäl­le und Krank­hei­ten finan­zi­ell abzu­si­chern.

Die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che Bezir­ke sind der Vor­schrift zur Ein­rich­tung einer Spiel­platz­kom­mis­si­on bis­her gefolgt und haben die­se ein­be­ru­fen?

Fra­ge 2: Wie beur­teilt der Senat die Umset­zung der gesetz­li­chen Vor­ga­be zur Ein­set­zung einer Spiel­platz­kom­mis­si­on in den Bezir­ken (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 3: Wel­chen Abtei­lun­gen der Bezirks­äm­ter sind die­se Spiel­platz­kom­mis­sio­nen zuge­ord­net (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 4: Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat über die kon­kre­te Orga­ni­sa­ti­on der Spiel­platz­kom­mis­sio­nen der Bezir­ke, ins­be­son­de­re bezüg­li­ch der wei­te­ren Auf­ga­ben­zu­schnit­te, Zahl der Sit­zungs­ter­mi­ne und Ein­bin­dung in Ent­schei­dun­gen der zustän­di­gen Abtei­lun­gen der Bezirks­äm­ter (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu Fra­ge 1 und 3: In wel­chen Bezir­ken Spiel­platz­kom­mis­sio­nen bestehen und wel­cher Abtei­lung die­se jeweils zuge­ord­net sind, ist fol­gen­der Tabel­le zu ent­neh­men: (sie­he Tabel­le im Datei­down­load)

Ant­wort zu Fra­ge 2: Laut § 6 Gesetz über öffent­li­che Kin­der­spiel­plät­ze (Kin­der­spiel­platz­ge­setz) bil­det das Bezirks­amt eine Spiel­platz­kom­mis­si­on und beruft Eltern, Leh­rer sowie ande­re Sach­ver­stän­di­ge als Mit­glie­der. Die Bil­dung der Spiel­platz­kom­mis­si­on liegt dabei in der eige­nen Zustän­dig­keit der Bezirks­äm­ter. Wie der Beant­wor­tung zu Fra­ge 1 und 3 zu ent­neh­men ist, sind in jedem Bezirk ent­spre­chen­de Kom­mis­sio­nen ein­ge­rich­tet wor­den bzw. wer­den in nächs­ter Zeit ein­ge­rich­tet sein. Die­ses wird sei­tens des Senats posi­tiv bewer­tet.

Ant­wort zu Fra­ge 4: Auf Nach­fra­ge wur­den von den Bezirks­äm­tern fol­gen­de nähe­re Anga­ben zu den Spiel­platz­kom­mis­sio­nen gemacht: (Sie­he Tabel­le im Datei­down­load)

Die Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Ener­gie und Betrie­be wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che durch­schnitt­li­che Daten­über­tra­gungs­ra­te wird in Lich­ten­ber­ger Pri­vat­haus­hal­ten für den Zugang zum Inter­net zur Ver­fü­gung gestellt (Bit­te um Ein­gren­zung nach Pla­nungs­räu­men)?

Fra­ge 2: In wel­chen Pla­nungs­räu­men sieht der Senat beson­de­ren Hand­lungs­be­darf bei der Ver­sor­gung pri­va­ter Haus­hal­te mit schnel­lem Inter­net?

Fra­ge 3: Wel­che durch­schnitt­li­che Daten­über­tra­gungs­ra­te wird den Unter­neh­men in den ein­zel­nen Gewer­be­ge­bie­ten des Bezirks Lich­ten­berg zur Ver­fü­gung gestellt?

Fra­ge 4: Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat über den Zusam­men­hang der Inter­net­band­brei­te und der Ansied­lung neu­er Unter­neh­men in den ein­zel­nen Bezir­ken?

Fra­ge 5: Wel­che Mög­lich­keit sieht der Senat die Ent­wick­lung von Breit­band in den Bezir­ken zu begüns­ti­gen?

Fra­ge 6: In wel­chem Umfang wird oder hat das Land vom För­der­be­scheid für Bera­tungs­leis­tun­gen für den Breit­band­bau, über­reicht vom Bun­des­mi­nis­ter für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI), an das Land Ber­lin, ver­tre­ten durch die Senats­ver­wal­tung Wirt­schaft, Ener­gie und Betrie­be, pro­fi­tie­ren?

Fra­ge 7: Plant das Land Ber­lin kon­kre­te Pro­jek­te zum Breit­band­aus­bau beim BMVI ein­zu­rei­chen?

Dan­ny Frey­mark

 

Ant­wort zu 1: Die im Juni 2016 durch den TÜV Rhein­land Con­sult vor­ge­leg­te Detail­ana­ly­se des Breit­band­at­las­ses des BMVI auf Orts­tei­le­be­ne für Ber­lin ergab für die Kate­go­rie »Breit­band­ver­sor­gung alle Tech­no­lo­gi­en« mit dem Daten-/ Infor­ma­ti­ons­stand Ende 2015 für Lich­ten­berg bei

Über­tra­gungs­ra­ten > = 50 Mbit/s im Down­load fol­gen­de Ergeb­nis­se:

Orts­teil Fal­ken­berg: 63 %

Orts­teil Fenn­pfuhl: 62 %

Orts­teil Fried­richs­fel­de: 72 %

Orts­teil Karls­hor­st: 88 %

Orts­teil Lich­ten­berg: 79 %

Orts­teil Mal­chow: 77 %

Orts­teil Neu-Hohen­schön­hau­sen: 95 %

Orts­teil Rum­mels­burg: 79 %

Orts­teil War­ten­berg: 37 %

Für die Kate­go­rie »Breit­band­ver­sor­gung alle Tech­no­lo­gi­en« mit dem Daten-/ Infor­ma­ti­ons­stand Ende 2015 für

Lich­ten­berg bei Über­tra­gungs­ra­ten > = 16 Mbit/s im Down­load erga­ben sich fol­gen­de Ergeb­nis­se:

Orts­teil Fal­ken­berg: 78 %

Orts­teil Fenn­pfuhl: 82 %

Orts­teil Fried­richs­fel­de: 90 %

Orts­teil Karls­hor­st: 97 %

Orts­teil Lich­ten­berg: 96 %

Orts­teil Mal­chow: 95 %

Orts­teil Neu-Hohen­schön­hau­sen: 97 %

Orts­teil Rum­mels­burg: 98 %

Orts­teil War­ten­berg: 74 %

Ant­wort zu 2: Eine sol­che Bewer­tung auf bezirk­li­cher Ebe­ne ist bis­her nicht erfolgt.

Ant­wort zu 3: Hier­zu lie­gen kei­ne Erkennt­nis­se oder Infor­ma­tio­nen vor.

Ant­wort zu 4: Hier­zu lie­gen kei­ne empi­ri­sch fun­dier­ten Erkennt­nis­se oder Infor­ma­tio­nen vor.

Ant­wort zu 5: Für die Bezir­ke bestün­den För­der­mög­lich­kei­ten einer­seits durch die Inan­spruch­nah­me der Gemein­schafts­auf­ga­be »Ver­bes­se­rung der regio­na­len Wirt­schafts­struk­tur« (GRW) und ande­rer­seits in Form des För­der­pro­gramms des BMVI »För­de­rung zur Unter­stüt­zung des Breit­band­aus­baus in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Im Zusam­men­hang mit even­tu­el­len För­der­maß­nah­men sind die ein­schlä­gi­gen EU-Bei­hil­fe­vor­schrif­ten zu beach­ten, die zahl­rei­che kom­ple­xe Arbeits­schrit­te und Hür­den vor­se­hen. Hier­zu zäh­len ins­be­son­de­re die Iden­ti­fi­zie­rung tat­säch­li­ch geeig­ne­ter Standorte/Fördergebiete, Mark­ter­kun­dungs­ver­fah­ren zum Nach­weis der För­der­not­wen­dig­keit, eine vor­her­seh­ba­re Breit­band­ver­sor­gungs­lü­cke von min­des­tens drei Jah­re, Ver­ga­ben in Form öffent­li­cher, trans­pa­ren­ter und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Ver­fah­ren, umfas­sen­de Berichts- und Moni­to­ring­pflich­ten über meh­re­re Jah­re und die Beach­tung tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­re­gu­la­to­ri­scher Vor­ga­ben. Um ins­be­son­de­re die Bezir­ke im Hin­bli­ck auf die Breit­band- The­ma­tik zu ertüch­ti­gen, hat der hat der TÜV Rhein­land Con­sult im Auf­trag der Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Ener­gie und Betrie­be einen Leit­fa­den zur Breit­band­the­ma­tik ver­fasst, der dem­nächst den Bezir­ken und wei­te­ren inter­es­sier­ten Akteu­ren u. a. im Rah­men eines Fach- Work­shops zur Ver­fü­gung gestellt wird.

Ant­wort zu 6: Die benann­te Bera­tungs­för­de­rung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur dien­te aus­schließ­li­ch der Vor­be­rei­tung und Umset­zung des Breit­ban­der­schlie­ßungs­vor­ha­bens für den Clean Tech Busi­ness Park Ber­lin-Mar­zahn als Ein­zel­vor­ha­ben.

Ant­wort zu 7: Aktu­ell sind kei­ne ent­spre­chen­den Pro­jek­te geplant.

Die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit, Pfle­ge und Gleich­stel­lung wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le Kin­der leben der­zeit in Ber­lin (bit­te auf­ge­schlüs­selt nach den Ber­li­ner Bezir­ken und dem jewei­li­gen Alter)?

Fra­ge 2: Wie hat sich die Anzahl der Kin­der in den Jah­ren 2015 bis 2017 ent­wi­ckelt (bit­te auf­ge­schlüs­selt nach Bezir­ken?

Fra­ge 3: Wie wird sich die Anzahl der Kin­der in 2017 in den ein­zel­nen Bezir­ken ent­wi­ckeln?

Fra­ge 4: Wie vie­le Kin­der­ärz­te sind in den Ber­li­ner Bezir­ken aktu­ell tätig?

Fra­ge 5: Wie wird sich die Ver­füg­bar­keit der Kin­der­ärz­te in 2017 in den ein­zel­nen Bezir­ken ent­wi­ckeln?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Am Stich­tag 30.06.2016 waren 569.319 Kin­der (0−17 Jah­re) in Ber­lin mel­de­recht­li­ch regis­triert. Die Per­so­nen­an­zahl pro Bezirk und Alters­jahr setzt sich wie folgt zusam­men: Sie­he Doku­ment.

Ant­wort zu 2: Für das Jahr 2017 lie­gen noch kei­ne Bevöl­ke­rungs­da­ten vor, die aktu­el­len Zah­len stam­men aus dem Ein­woh­ner­mel­de­re­gis­ter mit Stich­tag 30.06.2016. Daher erfolgt an die­ser Stel­le eine Betrach­tung der Ent­wick­lung der Kin­der­an­zahl in den Jah­ren 2014 und 2015 anhand der fort­ge­schrie­be­nen Bevöl­ke­rung (Quel­le: Amt für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg) sowie im Ver­gleich die Daten des Ein­woh­ner­mel­de­re­gis­ters mit Stand 30.06.2016.

Ant­wort zu 3: Auf Grund­la­ge der Bevöl­ke­rungs­pro­gno­se in Ber­lin 2015 – 2030 auf Basis des Ein­woh­ner­re­gis­ters per 31.12.2014 ist hier die mög­li­che Ent­wick­lung der Ber­li­ner Kin­der­an­zahl zum 31.12.2016, 31.12.2017 sowie ver­glei­chend zum 31.12.2020 dar­ge­stellt, die einen fort­lau­fen­den Anstieg der Anzahl der Ber­li­ner Kin­der (0−17 Jah­re) in allen Bezir­ken auf­zeigt. Die Pro­gno­se wur­de auf der Basis von Annah­men gerech­net, die auf wis­sen­schaft­li­chen Ana­ly­sen sowohl der ver­gan­ge­nen Ent­wick­lung bis 2014 beru­hen als auch auf Ein­schät­zun­gen zum künf­ti­gen Trend der einer Ein­woh­ner­ent­wick­lung zugrun­de lie­gen­den Para­me­ter (Geburten/Sterbefälle/Zu- und Abwan­de­rung über die Gren­zen der Stadt). Redak­ti­ons­schluss für die Annah­men­set­zung war April 2015. Es muss beach­tet wer­den, dass daher die wei­te­ren Ent­wick­lun­gen des Jah­res 2015, sowohl die der natür­li­chen Bewe­gung (Gebur­ten und Gestor­be­ne) als auch und beson­ders die Zahl der Flücht­lin­ge, nicht in die Pro­gno­se ein­ge­hen konn­ten (Quel­le: Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung).

Ant­wort zu 4: Die Zah­len hier­zu fin­den sich in der Anla­ge.

Ant­wort zu 5: Ber­lin ist als Pla­nungs­be­reich mit einem Ver­sor­gungs­grad von rund 126% zulas­sungs­be­schränkt, da er gemäß aktu­ell gül­ti­ger Bedarfs­pla­nungs­richt­li­nie des GBA als rech­ne­ri­sch über­ver­sorgt gilt. Die Gesamt­zahl an ver­füg­ba­ren Kin­der­ärz­tin­nen und Kin­der­ärz­ten in Ber­lin scheint für 2017 sta­bil, es ist also aktu­ell nicht mit Neu­zu­las­sun­gen zu rech­nen. Es kann jedoch zu Ver­la­ge­run­gen von Arzt­sit­zen aus bes­ser in weni­ger gut ver­sorg­te Bezir­ke i.S.d. § 103 Abs. 3a SGB V kom­men, wenn es zu Nach­be­set­zungs­ver­fah­ren von bereits bestehen­den Kin­der­arzt­sit­zen in 2017 kommt.

Die Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wer ist in Ber­lin für die Abnah­me von Sicher­heits­kon­zep­ten bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen zustän­dig?

Fra­ge 2: Ab wel­cher Grö­ßen­ord­nung einer Ver­an­stal­tung muss wel­che Behör­de im Land Ber­lin die Geneh­mi­gung ertei­len?

Fra­ge 3: Wie tau­schen sich die unter­schied­li­chen Behör­den im Land Ber­lin zu Sicher­heits­kon­zep­ten aus?

Fra­ge 4: Was pas­siert, wenn bei einer grö­ße­ren Ver­an­stal­tung vom Ver­an­stal­ter kein Sicher­heits­kon­zept mit den Behör­den abge­stimmt wur­de?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Bei der Beur­tei­lung von vom Ver­an­stal­ter erstell­ten Sicher­heits­kon­zep­ten han­delt es sich immer um ein Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Behör­den. Die kon­kre­te

Zustän­dig­keit für die Bewer­tung von Sicher­heits­kon­zep­ten hängt davon ab, wo die öffent­li­che Ver­an­stal­tung statt­fin­det. Hier­bei wird unter­schie­den zwi­schen Ver­an­stal­tun­gen in öffent­li­chen Grün­an­la­gen und Ver­an­stal­tun­gen auf öffent­li­chem Stra­ßen­land des über­ge­ord­ne­ten Stra­ßen­net­zes bzw. des Neben­net­zes. Die Sicher­heits­be­hör­den Feu­er­wehr und Poli­zei gehö­ren regel­mä­ßig zu den betei­lig­ten Behör­den.

Ant­wort zu 2: Auf die Grö­ßen­ord­nung der Ver­an­stal­tung kommt es dabei nicht an, son­dern dar­auf, wo sie statt­fin­det. Auf die Ant­wort zu Fra­ge 1 wird ver­wie­sen.

Ant­wort zu 3: Die betei­lig­ten Behör­den tau­schen sich schrift­li­ch, elek­tro­ni­sch oder fern­münd­li­ch aus. Bei Groß­ver­an­stal­tun­gen fin­den in der Regel gemein­sa­me Bespre­chun­gen (Sicher­heits­kon­fe­ren­zen) statt.

Ant­wort zu 4: Wenn die betei­lig­ten Behör­den ein Sicher­heits­kon­zept des Ver­an­stal­ters als erfor­der­li­ch erach­ten und von die­sem abfor­dern, was bei Groß­ver­an­stal­tun­gen regel­mä­ßig der Fall ist, wird eine Erlaub­nis für die Ver­an­stal­tung nur erteilt, wenn ein sol­ches Kon­zept auch vor­ge­legt und abge­stimmt wur­de.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie ist der aktu­el­le Sach­stand bei der Ent­wick­lung des poten­zi­el­len »außer­schu­li­schen Lern­orts Kei­bel­stra­ße«?

Fra­ge 2: Was ist inhalt­li­ch und kon­zep­tio­nell aktu­ell am Stand­ort geplant?

Fra­ge 3: Wel­che kon­kre­ten Pla­nun­gen sind für die Jah­re 2016 und 2017 am Stand­ort vor­ge­se­hen?

Fra­ge 4: Was ist mit den im Haus­halt 2016/2017 ein­ge­stell­ten Sum­men gen­au geplant?

Fra­ge 5: Wel­che Abstim­mun­gen gibt es zur Ent­wick­lung des Stand­orts bei­spiels­wei­se mit der Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen und dem Initia­tiv­kreis der ehe­ma­li­gen Insas­sen, um die­se in die Pla­nun­gen ein­zu­be­zie­hen?

Fra­ge 6: Wann ist mit der Eröff­nung des »außer­schu­li­schen Lern­orts« zu rech­nen?

Fra­ge 7: Wer soll der Trä­ger des »außer­schu­li­schen Lern­or­tes« sein?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1.: Die Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH (BIM) wur­de beauf­tragt, die Kos­ten zu ermit­teln, die der Umbau für die Rea­li­sie­rung des aus­ge­wähl­ten päd­ago­gi­schen Kon­zepts erfor­dern wür­de. Die offe­nen Fra­gen, die sich für das beauf­trag­te Archi­tek­tur­bü­ro erge­ben haben, wer­den in einer Arbeits­grup­pe erör­tert, damit die Arbeit schnellst­mög­li­ch auf­ge­nom­men wer­den kann.

Ant­wort zu 2: Der Stand­ort ist als »außer­schu­li­scher Lern­ort« für his­to­ri­sch-poli­ti­sche Bil­dung geplant. An die­sem Lern­ort sol­len Lehr­kräf­te mit ihren Schü­ler­grup­pen sys­te­ma­ti­sch an The­men­stel­lun­gen im genann­ten Sinn arbei­ten kön­nen. Die Räum­lich­kei­ten wer­den indi­vi­du­el­les Ler­nen und Ler­nen in der Grup­pe glei­cher­ma­ßen ermög­li­chen. Aus­ge­hend von der Geschich­te der Deut­schen Volks- poli­zei als Ele­ment der Herr­schafts­si­che­rung der DDR wird der Lern­ort so gestal­tet sein, dass Ler­nen­de ein­zeln und in Grup­pen an The­men­stel­lun­gen arbei­ten kön­nen, dass sie sowohl Infor­ma­tio­nen über Ver­gan­ge­nes erwer­ben als auch Anknüp­fungs­punk­te für Gegen­wär­ti­ges fin­den. Über vier ver­schie­de­ne Zugän­ge – Zeit­zeu­gen, geschicht­li­cher Kon­text, kon­kre­ter Ort, Gegen­warts­be­zug – wer­den erwor­be­nes Wis­sen und erziel­te Ein­sich­ten zugleich trans­fer­fä­hig und damit nach­hal­tig gemacht. Das »Poli­zei­ge­fäng­nis Kei­bel­stra­ße« soll als Lern­ort aus­ge- baut wer­den, der das ein­ma­li­ge Poten­ti­al der Schwer­punkt­set­zung auf die Geschich­te der Volks­po­li­zei der DDR in enger Ver­knüp­fung mit der Geschich­te des Hau­ses bzw. des Ost­ber­li­ner Poli­zei­prä­si­di­ums als auch der Opfer auf­greift und Ler­nen am authen­ti­schen Ort ermög­licht. Der Gegen­warts­be­zug wird durch die ver­tie­fen­de Dar­stel­lung des Gegen­sat­zes von Demo­kra­tie und Dik­ta­tur her­ge­stellt. Die am his­to­ri­schen Bei­spiel der Dik­ta­tur erar­bei­te­ten Kennt­nis­se und Ein­sich­ten wer­den dabei in Bezug gesetzt zum Leben in der Demo­kra­tie. Damit wird die Bil­dung und Schär­fung zen­tra­ler poli­ti­scher Kate­go- rien eben­so beför­dert wie auch die (indi­vi­du­el­le) Urteils­bil­dung.

Ant­wort zu 3: Für die Jah­re 2016 und 2017 ist die wei­te­re Arbeit an der Pla­nung und Umset­zung der räum­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Gestal­tung geplant.

Ant­wort zu 4: Die im Haus­halts­plan 2016/2017 bei Kapi­tel 1010, Titel 68569, Teil­an­satz 19 ver­an­schlag­ten Mit­tel sind für die schritt­wei­se Umset­zung des aus­ge­wähl­ten Kon­zep­tes geplant.

Ant­wort zu 5: Zu den Sit­zun­gen der Vor­be­rei­tungs­grup­pe, die sich mit der päd­ago­gi­schen Gestal­tung der Räum­lich­kei­ten beschäf­tigt hat, waren Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen ein­ge­la­den. Auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Initia­tiv­krei­ses der ehe­ma­li­gen Insas­sen wur­den ange­hört.

Ant­wort zu 6: Die Eröff­nung des außer­schu­li­schen Lern­orts ist für 2018 geplant.

Ant­wort zu 7: Es wur­den ers­te Ver­hand­lun­gen mit poten­ti­el­len Trä­gern geführt. Die­se wer­den jedoch erst fort­ge­setzt, wenn der Zeit­plan für die bau­li­che Gestal­tung steht.

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Haben Mit­glie­der des Ber­li­ner Senats (Sena­to­ren und Staats­se­kre­tä­re) in den letz­ten 5 Jah­ren an den von der Agen­tur Net­work Media GmbH (NWMD) orga­ni­sier­ten »Vorwärts«-Gesprächen oder ver­gleich­ba­ren von SPD-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten gegen Spon­so­ring durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tun­gen teil­ge­nom­men?

Fra­ge 2: Wenn ja, wer hat wann an wel­chen Ver­an­stal­tun­gen (The­ma des Gesprächs/Auflistung Teil­neh­mer) teil­ge­nom­men?

Fra­ge 3: Sind von den Teil­neh­mern (Spon­so­ren) finan­zi­el­le Mit­tel für die Teil­nah­me an die­sen Ver­an­stal­tun­gen gezahlt wor­den und wenn ja, in wel­cher Höhe?

Fra­ge 4: Wuss­ten die teil­neh­men­den Senats­mit­glie­der, dass für die Teil­nah­me an die­sen Gesprä­chen Spon­so­ren­gel­der gezahlt wer­den?

Fra­ge 5: Gab es in die­sem Zeit­raum Anfra­gen von der oben genann­ten Agen­tur an Mit­glie­der des Ber­li­ner Senats bezüg­li­ch einer Teil­neh­me an den »Vor­wärts«- Gesprä­chen?

Fra­ge 6: Wel­che Per­so­nen der genann­ten Agen­tur haben die­se Anfra­gen gestellt (mit Datum)?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1.: Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter, Micha­el Mül­ler hat im Juli 2016 an einer von NWMD für den »Vor­wärts« orga­ni­sier­ten Ver­an­stal­tung teil­ge­nom­men. Die Agen­tur hat ver­si­chert, dass kein Teil­neh­mer für die Ver­an­stal­tung bezahlt hat und dass es kei­nen Spon­sor für die Ver­an­stal­tung gege­ben hat. Soweit dem Senat hier­zu Erkennt­nis­se vor­lie­gen, haben ande­re Sena­to­rin­nen und Sena­to­ren sowie Staats­se­kre­tä­rin­nen und Staats­se­kre­tä­re im Rah­men der dienst­li­chen Ver­rich­tung nicht an sol­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­ge­nom­men.

Ant­wort zu 2.: Sie­he Ant­wort zu 1. Das The­ma der Ver­an­stal­tung an der der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter teil­ge­nom­men hat lau­te­te: »Per­spek­ti­ven für den Wirt­schafts­stand­ort Ber­lin nach 2016«. Ein­ge­la­den waren rund 20 Teil­neh­mer aus der Start-up-Bran­che und eta­blier­ter Unter­neh­men. In Bezug auf die Sena­to­rin­nen und Sena­to­ren sowie Staats­se­kre­tä­rin­nen und Staats­se­kre­tä­re gilt Ant­wort 1.

Ant­wort zu 3.: Sie­he Ant­wort zu 1.

Ant­wort zu 5.: Sie­he Ant­wort zu 1.

Ant­wort zu 6.: Sie­he Ant­wort zu 1. Die Anfra­ge wur­de am 21. Juni von einem Mit­ar­bei­ter von NWMD an das Büro des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters über­mit­telt.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Ber­li­ner Senat die zu erwar­ten­de Tat­sa­che, dass durch die Fahr­plan-Umstel­lung ab Herbst 2017 die S-Bahn­li­nie S 75 aus War­ten­berg nur noch bis zum Ost­bahn­hof fah­ren wird und die Men­schen in Hohen­schön­hau­sen dadurch in ihrer Mobi­li­tät ein­ge­schränkt wer­den?

Fra­ge 2: Was hat der Ber­li­ner Senat unter­nom­men, um die Bei­be­hal­tung der S-Bahn­li­nie S 75 bis West­kreuz über das Jahr 2017 hin­aus zu ermög­li­chen?

Fra­ge 3: War­um wur­de ein S-Bahn­li­ni­en-Kon­zept nicht in der Hin­sicht geprüft, dass die S-Bahn­li­ni­en S 7 und S 75 gleich­be­rech­tigt im 20-Minu­ten-Takt über den Ost­bahn­hof Rich­tung Innen­stadt hin­aus­fah­ren?

Fra­ge 4: Gibt es bereits Über­le­gun­gen im Ber­li­ner Senat, die Ver­kür­zung der S-Bahn­li­nie S 75 bis Ost­bahn­hof zurück­zu­neh­men?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1., 2., 3. und 4.: Die Ver­än­de­rung des Lauf­we­ges der Linie S75 nach Ost­bahn­hof ist Teil der Wie­der­her­stel­lung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn nach Schaf­fung der infra­struk­tur­sei­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen im Bereich Ost­kreuz. Die Lini­en­an­pas­sun­gen stel­len kei­ne neue Pla­nung dar, son­dern ent­spre­chen der Ange­bots­kon­zep­ti­on im vom Senat beschlos­se­nen Nah­ver­kehrs­plan Ber­lin für die Jah­re 2014 bis 2018.

Der ursprüng­li­che Lauf­weg der Linie S75 wird mit dem Abschluss der ent­spre­chen­den Arbei­ten im Bereich Ost­kreuz umge­setzt. Mit Her­stel­lung der infra­struk­tur­sei­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen im Bereich Ost­kreuz – vor­aus­sicht­li­ch in der zwei­ten Hälf­te des Jah­res 2017 – wird die Durch­bin­dung der Lini­en S3 (von/nach Erkner) und S9 (von/nach Flug­ha­fen Ber­lin-Schö­ne­feld bzw. BER) auf die Stadt­bahn ermög­licht. Hier­mit ver­bun­den ist eine Ver­än­de­rung bei­der Zug­grup­pen (ver­keh­ren jeweils im 20-Minu­ten-Takt) der Linie S75. Die Linie S75 endet im Ziel­zu­stand am Ost­bahn­hof. Inte­rims­wei­se bis zur Her­stel­lung der Vier­glei­sig­keit zwi­schen Ost­kreuz und Ost- bahn­hof – vor­aus­sicht­li­ch in der zwei­ten Hälf­te des Jah­res 2018 – endet die Linie S75 infra­struk­tur­be­dingt bereits am Ost­kreuz.

Die Füh­rung der Linie S9 auf die Stadt­bahn stellt eine Wie­der­auf­nah­me der ursprüng­li­chen Lini­en­füh­rung vor Beginn der Bau­maß­nah­men am Ost­kreuz dar. Zudem wird eine Zug­grup­pe der Linie S3 anstel­le einer Zug­grup­pe der Linie S75 auf die Stadt­bahn durch­ge­bun­den. Der Lini­en­tau­sch zwi­schen den Lini­en S3 und S75 ist auf-grund der erheb­li­ch grö­ße­ren Nach­fra­ge ent­lang der Stre- cke nach Erkner ver­kehr­li­ch gerecht­fer­tigt, wodurch mehr Fahr­gäs­te eine umstei­ge­freie Direkt­ver­bin­dung erhal­ten. Durch den Lini­en­tau­sch von S3 und S75 erhal­ten die Sta­tio­nen Rum­mels­burg, Betriebs­bahn­hof Rum­mels­burg, Karls­hor­st, Wuhl­hei­de, Köpe­nick, Hirsch­gar­ten, Fried- richs­ha­gen, Rahns­dorf, Wil­helms­ha­gen und Erkner eine direk­te S-Bahn-Anbin­dung an die Stadt­bahn. Auf der Linie S75 ver­lie­ren die Sta­tio­nen War­ten­berg, Hohen- schön­hau­sen und Geh­ren­see­stra­ße die direk­te S-Bahn- Anbin­dung an die Stadt­bahn west­li­ch des Ost­bahn­ho­fes. Die wei­te­ren Sta­tio­nen wer­den par­al­lel von der Linie S7 bedient, die direkt auf die Stadt­bahn ver­kehrt. Die Sta­ti­on Hohen­schön­hau­sen und die Wohn­ge­bie­te ent­lang der Zings­ter Stra­ße und Fal­ken­ber­ger Chaus­see ver­fü­gen zudem als ver­kehr­li­che Alter­na­ti­ve über die Metrostra- ßen­bahn­li­nie M4, mit der eine umstei­ge­freie Anbin­dung in die Innen­stadt im Bereich Alex­an­der­platz ohne Fahr- zeit­nach­tei­le gegen­über der S-Bahn-Ver­bin­dung gewähr- leis­tet wird. Über einen bahn­steig­g­lei­chen Umstieg sind auch für Fahr­gäs­te der Linie S75 mit Start bzw. Ziel im Bereich der Stadt­bahn wei­ter­hin beque­me Ver­bin­dun­gen vor­han­den. Für die ÖPNV-Fahr­gäs­te in Hohen­schön­hau­sen ste­hen somit wei­ter­hin ver­schie­de­ne Mobi­li­täts­op­tio­nen zur Ver­fü­gung. Die Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn wird durch den Senat posi­tiv bewer­tet, da in Sum­me mehr Fahr­gäs­te von den Anpas­sun­gen pro­fi­tie­ren.

Im Ziel­zu­stand nach Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges auf der Stadt­bahn befin­den sich im Tages­ver­kehr wei­ter- hin sechs Zug­grup­pen auf der Stadt­bahn, das dor­ti­ge Ange­bot wird nicht redu­ziert. Eine zusätz­li­che Durch­bin­dung einer sieb­ten Zug­grup­pe der Linie S75 auf die Stadt­bahn ist im Rah­men der begrenz­ten Fahr­zeug­ver­füg­bar­keit bei der S-Bahn kurz- und mit­tel­fris­tig nicht mög­li­ch. Alle für den Lini­en­be­trieb ver­füg­ba­ren Fahr­zeu­ge der S-Bahn wer­den im beschrie­be­nen Ange­bots­kon­zept ein­ge­setzt. Für eine Durch­bin­dung einer sieb­ten Zug­grup­pe auf die Stadt­bahn müss­ten daher ande­re bestehen­de Ver­kehrs­an­ge­bo­te abbe­stellt wer­den, was nicht vor­ge­se­hen ist. Der Mehr­fahr­zeug­be­darf einer zusätz­li­chen Zug- grup­pe auf der Stadt­bahn wird jedoch im Rah­men der Unter­su­chun­gen zum künf­ti­gen S-Bahn-Fahr­zeug­be­darf für Neu­fahr­zeu­gen geprüft. Eine gleich­be­rech­tig­te Füh­rung der Lini­en S7 und S75 jeweils im 20-Minu­ten-Takt über den Ost­bahn­hof hin­aus auf die Stadt­bahn passt nicht zu der nach­fra­ge­sei­tig ge- recht­fer­tig­ten Ver­bin­dung der Linie S7 im 10-Minu­ten- Takt zwi­schen Pots­dam, der Stadt­bahn und Marzahn/Ahrensfelde. Die im Ver­gleich zur Linie S75 merk­bar stär­ker nach­ge­frag­ten Fahr­ten der Linie S7 müss­ten son­st teil­wei­se gebro­chen wer­den, wodurch für vie­le Fahr­gäs­te zusätz­li­che Umstei­ge­vor­gän­ge resul­tie­ren wür­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat den Umstand, dass die Orts­um­fah­rung (OU) Mal­chow als soge­nann­tes »Neu­es Vor­ha­ben – Vor­dring­li­cher Bedarf« im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan auf­ge­nom­men wur­de?

Fra­ge 2: Wel­che Abstim­mun­gen zwi­schen Bezirk, Land und Bund sind jetzt not­wen­dig, damit es zeit­nah zu einer Umset­zung und einem Bau­start kommt?

Fra­ge 3: Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Auf­nah­me der Orts­um­fah­rung Mal­chow im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan für ande­re Bau­ar­bei­ten in dem Orts­teil?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Das Land Ber­lin hat­te die­se Maß­nah­me 2013 für den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan (BVWP) 2030 ange­mel­det, da im Bereich der Orts­durch­fahrt der B 2 in der Orts­la­ge Mal­chow schon ein jah­re­lang unbe­frie­di­gen­der Ver­kehrs­zu­stand herrscht, der durch per­ma­nen­te Stau­er­schei­nun­gen eine gro­ße Belas­tung für die Ver­kehrs­teil­neh­men­den ein­schließ­li­ch der ÖPNV-Nut­zen­den und der Anwoh­nen­den dar­stellt. Des­halb begrüßt der Senat, dass im Ergeb­nis des Bewer­tungs­ver­fah­rens zum BVWP 2030 die­se Stra­ßen­neu­bau­maß­nah­me in den vor­dring­li­chen Bedarf ein­ge­ord­net wur­de.

Ant­wort zu 2: Gegen­wär­tig befin­det sich der BVWP in der Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung. Als Anla­ge zum künf­ti­gen Fern­stra­ßen­aus­bau­ge­setz wird der BVWP 2030 rechts­kräf­tig. Hier­mit wird im Jahr 2017 gerech­net. Nach Schaf­fung der ent­spre­chen­den ver­kehrs­po­li­ti­schen, finan­zi­el­len und per­so­nel­len Vor­aus­set­zun­gen im Land Ber­lin, ist mit den Vor­be­rei­tun­gen für das erfor­der­li­che Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren zu begin­nen. In die Erar­bei­tung des Ver­kehrs­kon­zep­tes für die Erschlie­ßung der neu­en Woh­nungs­bau­stand­or­te (hier Heinersdorf/Blankenburg) wird die­se posi­ti­ve Ent­schei­dung zur west­li­chen OU Mal­chow ein­flie­ßen.

Ant­wort zu 3: Die bis­her vor­ge­se­he­nen Arbei­ten sind unab­hän­gig davon im Rah­men der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht durch­zu­füh­ren.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che Plä­ne gibt es den Schwimm­un­ter­richt in den Schu­len aus­zu­wei­ten?

Fra­ge 2: Inwie­weit sind die Kapa­zi­tä­ten der Schwimm­hal­len aus­rei­chend für eine ver­mehr­te Nut­zung durch Schu­len?

Fra­ge 3: Wie wer­den die zusätz­li­chen Schwimm­stun­den in den Stun­den­plan inte­griert und ist dadurch mit län­ge­ren Schul­ta­gen für die Kin­der zu rech­nen?

Fra­ge 4: Wel­che Grund­schu­len nut­zen die Schwimm­hal­le Zings­ter Stra­ße für ihren Schwimm­un­ter­richt (Auf­lis­tung mit Anzahl der Schü­ler beim Schwimm­un­ter­richt)?

Fra­ge 5: Inwie­weit hat die­se Schwimm­hal­le noch Kapa­zi­tä­ten frei, um mehr Schwimm­un­ter­richt für Schu­len zu ermög­li­chen?

Fra­ge 6: Zu wel­chen Uhr­zei­ten fin­det der Schwimm­un­ter­richt der Schu­len statt und wie viel zusätz­li­cher Schwimm­un­ter­richt kann in die­sen Zeit­räu­men noch ange­bo­ten wer­den?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu Zu 1., 2. und 3.: Der ein­stün­di­ge Schwimm­un­ter­richt an den Grund­schu­len wird in Ber­lin in der Regel für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in der 3. Klas­se durch­ge­führt. Eine Aus­wei­tung des Schwimm­un­ter­richts an den Ber­li­ner Schu­len ist nicht vor­ge­se­hen. Daher erge­ben sich gegen­wär­tig kei­ne Pro­ble­me bezüg­li­ch der Kapa­zi­tä­ten für den Schwimm­un­ter­richt und der Stun­den­pla­nung an den Schu­len.

Ant­wort zu 4: Neun Grund­schu­len des Bezir­kes Lich­ten­berg nut­zen die Schwimm­hal­le Zings­ter Stra­ße für den obli­ga­to­ri­schen Schwimm­un­ter­richt der 3. Klas­sen. Außer­dem wer­den einer Schu­le mit För­der­schwer­punkt »Ler­nen« für den Schwimm­un­ter­richt und drei Schu­len im Ober­schul- bereich für ihre Kurs­an­ge­bo­te in der Sekun­dar­stu­fe II Schwimm­zei­ten zur Ver­fü­gung gestellt. Ins­ge­samt kön­nen damit für 1.062 Schü­le­rin­nen und Schü­ler Schwimm­zei­ten bereit­ge­stellt wer­den. Die Über­sicht zu den Schu­len und den Schü­ler­zah­len kann der Anla­ge ent­nom­men wer­den.

Ant­wort zu 5. und 6.: Der Schwimm­un­ter­richt für Schu­len fin­det an drei Tagen (Diens­tag, Mitt­wo­ch, Don­ners­tag) in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr statt. Mit mehr als 1.000 Schü­le­rin­nen und Schü­lern ist eine hohe Aus­las­tung er- reicht. Freie Kapa­zi­tä­ten an den Tagen Mon­tag und Frei­tag sind nicht vor­han­den, da gemäß Sat­zung über die Nut­zung der Ein­rich­tung der Ber­li­ner Bäder Betrie­be die Grund­ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung im Rah­men der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge gewähr­leis­tet wer­den muss.

In § 2 Absatz 6 der Sat­zung über die Nut­zung der Ein­rich­tun­gen der Ber­li­ner Bäder-Betrie­be wird gere­gelt, dass für den öffent­li­chen (Grund­ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung im Rah­men der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge) und nicht­öf­fent­li­chen Bade­be­trieb (Schu­len, Ver­ei­ne, Kin­der­ta­ges­stät­ten) Was­ser­flä­chen in einem aus­ge­wo­ge­nen Ver­hält­nis zur Ver­fü­gung zu stel­len sind. Bei Hal­len­bä­dern sind wenigs­tens 50 % der gesam­ten Was­ser­ka­pa­zi­tä­ten zur Grund­ver­sor­gung (öffent­li­cher Bade­be­trieb) bereit­zu­stel­len.

Die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit und Sozia­les wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le öffent­li­che Trink­brun­nen gibt es in Ber­lin?

Fra­ge 2: Wie vie­le wur­den in die­sem Jahr auf­ge­stellt?

Fra­ge 3: Wel­che Kos­ten ent­ste­hen für die Auf­stel­lung und Instand­hal­tung die­ser Trink­brun­nen?

Fra­ge 4: Wer über­nimmt die Kos­ten für die bis­her auf­ge­stell­ten Trink­brun­nen?

Fra­ge 5: Inwie­weit gibt es Plä­ne, öffent­li­che Trink­brun­nen ver­mehrt bei der Stadt­pla­nung, z.B. in Parks oder an Stra­ßen zu berück­sich­ti­gen?

Fra­ge 6: Wie vie­le Trink­brun­nen sind geplant?

Fra­ge 7: Wel­che Vor- und Nach­tei­le gilt es dabei zu beach­ten?

Fra­ge 8: Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es, Trink­brun­nen mehr als öko­lo­gi­sche Alter­na­ti­ve zu Mine­ral­was­ser in Fla­schen in das Bewusst­sein der Bevöl­ke­rung zu rücken?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1. und 2.: Die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be betreu­en 28 Trink­brun­nen im Stadt­ge­biet, davon sind zwei als sog. Jog­ger­brun­nen im Gru­ne­wald auf­ge­stellt. Im Jah­re 2015 haben die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be fünf Trink­brun­nen auf­ge­stellt.

Zu 3.: Im Mit­tel ent­ste­hen für die Auf­stel­lung eines Trink­brun­nens ein­ma­lig Kos­ten in Höhe von rd. 4.000 € für den Trink­brun­nen sowie in Höhe von rd. 5.000 € für den Anschluss an das Trink­was­ser- und das Abwas­ser- netz. Für Instand­hal­tung und die monat­li­che Trink­was­ser- bepro­bung ent­ste­hen lau­fen­de Kos­ten in Höhe von rd. 1.200 € pro Jahr.

Zu 4.: Die Kos­ten für die bis­her auf­ge­stell­ten Brun­nen wer­den zum größ­ten Teil von den Ber­li­ner Was­ser­be­trie- ben über­nom­men. Für knapp ein Fünf­tel der Trink­brun- nen wer­den die Instand­hal­tungs- und Labor­kos­ten von Drit­ten (u. a. Pri­vat­fir­men, Ver­ei­nen) getra­gen. Die Trink­brun­nen, die im Rah­men der Lauf­ak­ti­on Brun­nen­run von den Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern »erlau­fen« wor­den sind, wer­den von den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben finan­ziert (sie­he dazu Ant­wort auf die Teil­fra­gen 5. und 6.)

Zu 5. und 6.: Kon­kre­te Plä­ne zur Auf­stel­lung von Trink­brun­nen in bestimm­ten Stadt­ge­bie­ten gibt es der­zeit nicht. Aller­dings kön­nen Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner ihre bei offi­zi­el­len Läu­fen wie z. B. dem Halb­ma­ra­thon, der »City Nacht« oder der »Team­Staf­fel« zurück­ge­leg­ten Kilo­me­ter auf www.bwb.de/brunnenrun spen­den. Pro 10.000 Kilo­me­ter bau­en und betrei­ben die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be einen Brun­nen, maxi­mal fünf pro Jahr sind mög­li­ch. Auf der­sel­ben Web­site und auf Face­book konn­ten die Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner dann unter stadt­wei­ten Alter­na­ti­ven für neue Brun­nen-Stand­or­te abstim­men. Mit die­ser Akti­on betrei­ben die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be akti­ve Gesund- heits­för­de­rung und ver­bin­den dies mit den The­men Was­ser und Was­ser trin­ken. Auf die­se Wei­se konn­ten im Rah­men der Lauf­ak­ti­on »Brun­nen­run« im Jah­re 2015 von den Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern vier neue Trink­brun­nen »erlau­fen« wer­den. Die­se Brun­nen wer­den von den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben finan­ziert.

Zu 7.: Bei der Auf­stel­lung von Trink­brun­nen sind neben tech­ni­schen Beschrän­kun­gen (Lage zur nächs­ten Trink­was­ser­lei­tung und Abwas­ser­ka­nal) auch immer Sicher­heits- und Ver­hal­tens­fak­to­ren, wie z. B. dem Schutz vor Van­da­lis­mus und der Erreich­bar­keit für mög­lichst vie­le Men­schen zu beach­ten.

Zu 8.: Durch die Auf­stel­lung von mehr Trink­brun­nen und lei­tungs­ge­bun­de­nen Was­ser­spen­dern im öffent­li­chen Raum könn­te das Bewusst­sein bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern für Trink­was­ser als ein gesun­des, umwelt­freund- liches und güns­ti­ges Lebens­mit­tel ver­bes­sert wer­den. Der Senat von Ber­lin unter­stützt daher alle Aktio­nen und Hin­wei­se der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be auf die un- schlag­ba­re Öko­bi­lanz von Trink­was­ser. Dabei ist es gleich­ran­gig, ob Trink­was­ser aus Trink­brun­nen, aus lei- tungs­ge­bun­de­nen Was­ser­spen­dern oder pur aus dem Hahn genos­sen wird.

Die Senats­ver­wal­tung für Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Seit wann gilt die dau­er­haf­te Geschwin­dig­keits­be­gren­zung von 60 km/h auf dem Stadt­ring Höhe Kai­ser­damm?

Fra­ge 2: Wie vie­le Fahr­zeu­ge seit Ein­füh­rung die­ser Geschwin­dig­keits­be­gren­zung wur­den in die­sem Bereich geblitzt (bit­te Unter­tei­lung nach Fahrt­rich­tung Nord und Süd)?

Fra­ge 3: Wie hoch waren die durch­schnitt­li­chen Buß­gel­der die dadurch ver­hängt wur­den?

Fra­ge 4: Wie hoch war die Sum­me von Buß­gel­dern aus die­sem Bereich ins­ge­samt?

Fra­ge 5: Wie vie­le Fahr­ver­bo­te wur­den für Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen in die­sem Bereich des Stadt­rings seit der Ein­füh­rung des 60 km/h-Limits ver­hängt?

Fra­ge 6: Wel­che Unter­schie­de las­sen sich bei Anzahl von Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen im Ver­gleich mit ande­ren Berei­chen auf dem Stadt­ring fest­stel­len?

Fra­ge 7: Inwie­weit lässt sich eine erhöh­te Zahl von Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen auf eine schlecht sicht­ba­re Beschil­de­rung zurück­füh­ren?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Am 23. Juli 2015 wur­de die zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit auf der Bun­des­au­to­bahn A 100 Fahrt­rich­tung Nord, zwi­schen dem Auto­bahn­drei­eck Funk­turm und der Anschluss­stel­le Span­dau­er Damm, von 80 km/h auf 60 km/h redu­ziert.

Ant­wort zu 2: Im Zeit­raum vom 23. Juli 2015 bis zum 14. Janu­ar 2016 wur­den durch die Poli­zei Ber­lin im vor­ge­nann­ten Bereich ins­ge­samt 10.238 Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen regis­triert.

Ant­wort zu 3: Die durch­schnitt­li­che Ahn­dungs­hö­he betrug ca. 70 Euro.

Ant­wort zu 4: Die Sum­me der aus ins­ge­samt 9.947 ein­ge­lei­te­ten Ver­kehrs­ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren resul­tie­ren­den For­de­run­gen betrug ins­ge­samt 712.559,39 Euro.

Ant­wort zu 5: In 1.146 Fäl­len lagen die vor­ge­wor­fe­nen Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen im Bereich eines Fahr­ver­bo­tes.

Ant­wort zu 6: Ein Ver­gleich mit ande­ren Ber­li­ner Auto­bahn­stre­cken lässt sich auf­grund der im Rah­men der poli­zei­li­chen Schwer­punkt­set­zung deut­li­ch inten­si­vier­ten Geschwin­dig­keits­über­wa­chung auf die­sem Stre­cken­ab­schnitt sowie den jewei­li­gen indi­vi­du­el­len Ver­kehrs­ver­hält­nis­sen (zum Bei­spiel Ver­kehrs­dich­te, zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit) und bau­li­chen Gege­ben­hei­ten (zum Bei­spiel zwei- bzw. drei­spu­rig) nicht her­stel­len.

Ant­wort zu 7: Bei der Beant­wor­tung der Fra­ge wird davon aus­ge­gan­gen, dass nicht »Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen«, son­dern »Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen« gemeint sind. Ein Zusam­men­hang zwi­schen der Sicht­bar­keit geschwin­dig­keits­re­geln­der Ver­kehrs­zei­chen und der erhöh­ten Zahl von Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen ist nicht ersicht­li­ch, zumal die ange­ord­ne­te zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit von 60 km/h zusätz­li­ch an den Ver­kehrs­be­ein­flus­sungs­an­la­gen mit leuch­ten­den Signa­len deut­li­ch sicht­bar wie­der­holt wird.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Seit wann plant die BVG an der Hal­te­stel­le Neu­bran­den­bur­ger Stra­ße auf jeder Sei­te ein War­te­häus­chen zu instal­lie­ren?

Fra­ge 2: War­um gibt es, trotz diver­ser Nach­fra­gen, bis­her kei­ne Rea­li­sie­rung?

Fra­ge 3: Womit wird die zeit­li­che Ver­zö­ge­rung begrün­det?

Fra­ge 4: Wann dür­fen die Anwoh­ner mit einer Instal­lie­rung der War­te­häus­chen rech­nen?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Hier­zu berich­tet die BVG AöR: »Die Auf­stel­lung von zwei War­te­hal­len an der Hal­te­stel­le »Neu­bran­den­bur­ger Str.« in Lich­ten­berg, Orts­teil Hohen­schön­hau­sen, wur­de im Früh­jahr 2015 geplant und vom zustän­di­gen Bezirks­amt Lich­ten­berg geneh­migt.«

Ant­wort zu 2 und 3: Über den im August ein­ge­reich­ten Antrag der BVG AöR zum Erlass einer stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­che Anord­nung wur­de bei der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin noch nicht ent­schie­den.

Ant­wort zu 4: Hier­zu berich­tet die BVG AöR: »Die BVG kann zum jet­zi­gen Zeit­punkt auf­grund der aus­ste­hen­den Frei­ga­be kei­nen Rea­li­sie­rungs­ter­min nen­nen.«

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Vor dem Hin­ter­grund der ver­än­der­ten Gefähr­dungs­la­ge in Groß­städ­ten wie Ber­lin fra­ge ich den Senat, was er unter­nimmt, um an S- und Regio­nal- Bahn­hö­fen die Video­über­wa­chung aus­zu­bau­en?

Fra­ge 2: Wie vie­le S- und Regio­nal-Bahn­hö­fe im Ber­li­ner Stadt­ge­biet sind bereits mit Video­ka­me­ras aus­ge­stat­tet?

Fra­ge 3: Wel­che Bahn­hö­fe sol­len in wel­chem Zeit- raum mit Video­ka­me­ras aus­ge­stat­tet wer­den (bit­te um Auf­lis­tung)?

Fra­ge 4: Inwie­weit kön­nen die bereits jetzt instal­lier­ten Video­ka­me­ras dazu genutzt wer­den, den gesam­ten Bahn­steig- und Bahn­hof­be­reich zu über­wa­chen?

Fra­ge 5: Wel­che Maß­nah­men wird der Senat ergrei­fen, um gegen­über der Deut­schen Bahn AG dafür zu wer­ben, dass alle Ber­li­ner S-Bahn­hö­fe mit Video­ka­me­ras aus­ge­stat­tet wer­den und wel­chen finan­zi­el­len Bei­trag kann der Senat zur Unter­stüt­zung und Umset­zung die­ser Plä­ne leis­ten?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1 und 5: Die Ver­ant­wor­tung für die Bereit­stel­lung einer ange­mes­se­nen Sicher­heits­in­fra­struk­tur liegt beim Betrei­ber der Bahn­hö­fe, der DB AG und ihren Toch­ter­un­ter­neh­men. Das Land Ber­lin trägt für die Nut­zung der bun­des­ei­ge­nen Infra­struk­tur im Rah­men der bestell­ten S-Bahn- und Regio­nal­ver­keh­re Kos­ten von der­zeit über 300 Mio. Euro pro Jahr. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren sind die Sta­ti­ons­ent­gel­te, die die Län­der für den Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr (SPNV) ent­rich­ten um fast 40% gestie­gen. Aus­bau, Aus­stat­tung und Finan­zie­rung von Maß­nah­men an den S-Bahn-Sta­tio­nen in Ber­lin unter­lie­gen zudem der Ent­schei­dung des Bun­des bzw. des bun­des­ei­ge­nen Infra­struk­tur­un­ter­neh­mens DB Sta­ti­on & Ser­vice AG. Die DB Sta­ti­on & Ser­vice AG erzielt bestän­dig hohe Gewin­ne aus dem Betrieb der bun­des­ei­ge­nen Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen, die sich weit über­wie­gend aus der Kos­ten­tra­gung durch die Län­der spei­sen. Allei­ne im Geschäfts­jahr 2014 wur­de ein Vor­steu­er­ge­winn von 188 Mio. Euro erzielt, was einer Umsatz­ren­di­te von 16,3% ent­spricht. Inso­fern sind hier nicht die jewei­li­gen Bun­des­län­der, wel­che die Nah­ver­kehrs­leis­tun­gen auf dem Netz der DB AG bestel­len, in der Pflicht, ggf. erfor­der­li­che zusätz­li­che Sicher­heits­tech­nik zu finan­zie­ren, son­dern der Betrei­ber der Infra­struk­tur in Abstim­mung mit der Bun­des­po­li­zei.

Ant­wort zu 2: Die DB AG führt hier­zu aus: »Die im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der DB Station&Service AG ste­hen­den sog. »Misch­bahn­hö­fe« Ost­bahn­hof, Alex­an­der­platz, Fried­rich­stra­ße, Haupt­bahn­hof, Zoo­lo­gi­scher Gar­ten, Span­d­au, Gesund­brun­nen, Pots­da­mer Platz und Süd­kreuz sind auf den Bahn­stei­gen und im Gebäu­de mit Über­wa­chungs­ka­me­ras aus­ge­stat­tet. Die Über­wa­chungs­schwer­punk­te wer­den in Abstim­mung mit der Bun­des­po­li­zei an den jewei­li­gen ört­li­chen Gege­ben­hei­ten aus­ge­rich­tet und defi­niert, wobei vor­ran­gig die Zugangs­be­rei­che mit ihren Trep­pen und Auf­zü­gen sowie die Ver­kehrs­be­rei­che mit Tun­neln und Bahn­stei­gen über­wacht wer­den. Die Auf­zeich­nung erfolgt durch die Bun­des­po­li­zei, die ein­zig hier­auf Zugriff hat. Zusätz­li­ch wur­den in 2014 die Sta­tio­nen Hacke­scher Markt und die Hal­le im Ost­kreuz mit Video­tech­nik aus­ge­stat­tet. Die bei­den Sys­te­me befin­den sich momen­tan noch im Pro­be­be­trieb.
Auf wei­te­ren Bahn­hö­fen kom­men Kame­ra­sys­te­me zum Ein­satz, die in ers­ter Linie betrieb­li­che Auf­ga­ben unter­stüt­zen, bspw. die Lage vor oder in Auf­zü­gen auf- zeich­nen etc. Dabei wer­den Video­an­la­gen genutzt, ohne dass es sich dabei um spe­zi­fi­sche Über­wa­chungs­ka­me­ras han­delt. Im glei­chen Sin­ne wur­den durch die S-Bahn Ber­lin Kame­ras für die Durch­füh­rung der Zug­ab­fer­ti­gung auf bis­her 65 Misch- als auch rei­nen S-Bahn­hö­fen instal­liert. Vier Kame­ras je Bahn­steigsei­te erfas­sen vor­der­grün­dig die Zug­flan­ke und den gleis­na­hen Bereich des Bahn­stei­ges, um den Fahr­gast­wech­sel beob­ach­ten und nach Tür­schluss erken­nen zu kön­nen, dass kei­ne Per­so­nen oder Gegen­stän­de in den Türen ein­ge­klemmt sind.«

Ant­wort zu 3: Die DB AG erläu­tert dazu: »Bis Mit­te 2016 ist die Aus­stat­tung von 82 S- Bahn­hö­fen mit Video­an­la­gen für die Zug­ab­fer­ti­gung geplant. Das Sys­tem »ZAT-FM« befin­det sich im Roll- out, rea­li­siert sind bereits 65 Sta­tio­nen. Die Video­ka­me­ras auf den Sta­tio­nen Geh­ren­see­stra­ße, War­schau­er Stra­ße und in Tei­len auch die Bahn­stei­ge in Ost­kreuz wer­den zu einem spä­te­ren Zeit­punkt durch sepa­ra­te Pro­jek­te im Zuge lau­fen­der Bahn­stei­ger­neue­run­gen bzw. –umbau­ten errich­tet. Die Video­an­la­gen sol­len Daten zukünf­tig für 48 Stun­den spei­chern. Durch ein Ringspei­cher­ver­fah­ren wird das Löschen der Daten nach 48 h gesi­chert, um den Anfor­de­run­gen des Lan­des­rechts zum Daten­schutz zu ent­spre­chen. Vor­aus­set­zung für den Beginn der Auf­zeich­nung und damit die Mög­lich­keit der Ein­sicht­nah­me durch die Ermitt­lungs­be­hör­den ist der Abschluss der lau­fen­den daten­schutz­recht­li­chen Prü­fung des Ver­fah­rens. Dar­über hin­aus ist Ber­lin Bestand­teil des Video­pro­gramms der DB AG mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern und der Bun­des­po­li­zei. In die­sem Pro­gramm wird die Tech­nik in den Jah­ren 2014 bis vsl. 2023 moder­ni­siert und ggf. den gemein­sa­men Bedar­fen ange­passt. Grund­la­ge für die Deut­sche Bahn bil­det hier die Sicher­stel­lung der unter­neh­me­ri­schen Sicher­heit für die Kun­den und Nut­zer der Bahn­hö­fe.«

Ant­wort zu 4: Die DB AG teilt mit: »Die für die Zug­ab­fer­ti­gung durch die S-Bahn Ber­lin errich­te­ten Kame­ras erfas­sen in der Regel nur den gleis- nahen Bereich des Bahn­stei­ges mit einer Brei­te von ca. 1,5 m, wel­che ent­spre­chend der Krüm­mung des Bahn­stei­ges vari­iert. Der Ein­satz der Kame­ras in Bahn­hö­fen durch die Deut­schen Bahn AG rich­tet sich nach den gel­ten­den Bestim­mun­gen des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes. Die poli­zei­li­che Nut­zung der Daten liegt in der Ver­ant­wor­tung der Bun­des­po­li­zei.«

Die Senats­ver­wal­tung für für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che Rol­le spielt die Kreu­zung für die Ver­kehrs­füh­rung in Ber­lin?

Fra­ge 2: Wie oft sind die Ampeln an die­ser Kreu­zung im Jahr 2015 aus­ge­fal­len (bit­te eine Auf­stel­lung nach Mona­ten)?

Fra­ge 3: Wie lan­ge dau­er­te ein Ampel­aus­fall im Durch­schnitt?

Fra­ge 4: Wel­che Aus­wir­kun­gen auf den Ver­kehrs­fluss im Umkreis las­sen sich bei die­sen Ampel­aus­fäl­len fest­stel­len?

Fra­ge 5: Wel­che Grün­de gibt es für die ver­mehr­ten Ampel­aus­fäl­le?

Fra­ge 6: Wel­che Maß­nah­men wer­den und wur­den ergrif­fen, um wei­te­re Aus­fäl­le in Zukunft zu ver­hin­dern?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Die Kreu­zung Mollstraße/Otto-BraunStraße hat für das öst­li­che Stadt­zen­trum eine her­aus­ge­ho­be­ne Ver­kehrs­be­deu­tung. An die­ser Kreu­zung tref­fen zwei wich­ti­ge Ver­kehrs­ach­sen auf­ein­an­der – die Otto­Braun-Stra­ße als eine groß­räu­mi­ge Stra­ßen­ver­bin­dung (Stu­fe 1 gemäß Stadt­ent­wick­lungs­plan Ver­kehr [StEP]) in Nord-Süd-Rich­tung und die Moll­stra­ße als eine über­ge­ord­ne­te Ver­bin­dungs­stra­ße (Stu­fe 2 gemäß StEP) in Ost­West-Rich­tung. Die Kreu­zung ist in allen Rich­tun­gen, also auch in den Abbie­ge­be­zie­hun­gen ein hoch­be­las­te­ter Ver­kehrs­kno­ten­punkt. Mit den dort zahl­reich ver­keh­ren­den Tram­li­ni­en in ver­schie­de­nen Rela­tio­nen besteht zudem eine der höchs­ten Belas­tun­gen an ÖPN­V1­Fahr­zeu­gen in Ber­lin, die über die vor­han­de­ne Licht­si­gnal­an­la­ge (LSA) abge­wi­ckelt wer­den müs­sen.

Ant­wort zu 2, 3 und 4: Im Jahr 2015 (01.01. – 30.11.2015) wur­den elf Stö­run­gen ver­merkt, von denen aller­dings nur vier Stö­run­gen zu einem Aus­fall der Anla­ge führ­ten. Alle Aus­fäl­le wur­den inner­halb von zwölf Stun­den beho­ben, drei­mal am glei­chen Tag, ein­mal am nächs­ten Tag, wobei der Aus­fall sich erst nachts ereig­net­hat­te. Bei Aus­fall der Anla­ge über­nimmt tags­über die Poli­zei die Ver­kehrs­re­ge­lung der Kreu­zung zur Siche­rung und zur Auf­recht­erhal­tung eines geord­ne­ten Ver­kehrs. Den­no­ch kommt es bei der Hand­re­ge­lung in der Regel zu Stö­run­gen im Ver­kehrs­fluss und ggf. Stau­er­schei­nun­gen im Umfeld. Zu den genann­ten Aus­fäl­len die­ser Anla­ge lie­gen kei­ne nähe­ren Infor­ma­tio­nen über die kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen vor.

Ant­wort zu 5 und 6: Mit vier Aus­fäl­len im Jahr ist die­se Licht­si­gnal­an­la­ge nicht beson­ders stör­an­fäl­lig. Im Okto­ber und Novem­ber erfolg­ten jedoch an ins­ge­samt fünf ein­zel­nen Tagen regu­lä­re Abschal­tun­gen, um not­wen­di­ge Kabel­ar­bei­ten an der Licht­si­gnal­an­la­ge durch­füh­ren zu kön­nen. Dies hat mög­li­cher­wei­se zu der Annah­me geführt, dass die Anla­ge stör­an­fäl­lig sei.

Die Senats­ver­wal­tung für für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Inwie­weit wur­de Vor­sor­ge getrof­fen, dass im Fal­le von plötz­li­ch auf­tre­ten­der star­ker Schnee- und Glät­te­bil­dung im bevor­ste­hen­den Win­ter die Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­be über genü­gend Kapa­zi­tä­ten von tech­ni­schem Mate­ri­al, Streu­gut, Auf­tau­mit­tel und Per­so­nal ver­fü­gen, um schnellst­mög­li­ch die Ver­kehrs­si­cher­heit auf Ber­lins Stra­ßen und Geh­we­gen sicher­zu­stel­len?

Fra­ge 2: Wie ent­wi­ckel­te sich die durch­schnitt­li­ch ein­ge­setz­te Men­ge von sog. Auf­tau­mit­teln durch die BSR in den letz­ten 5 Jah­ren und inwie­weit wird der Senat über den Ein­satz sol­cher Mit­tel in Kennt­nis gesetzt?

Fra­ge 3: Lie­gen dem Senat Erkennt­nis­se dar­über vor, in wel­chen Men­gen Auf­tau­mit­tel auch von pri­va­ten Eigen­tü­mern auf öffent­li­chen und Pri­vat­flä­chen auf­ge­bracht wur­den bzw. wie vie­le Ord­nungs­wid­rig­kei­ten in die­sem Zusam­men­hang in den letz­ten 5 Jah­ren ange­zeigt wur­den?

Fra­ge 4: Was unter­nimmt der Senat, um pri­va­te Eigentümer/Verbraucher dar­über auf­zu­klä­ren, dass der Ein­satz von frei­ver­käuf­li­chen Auf­tau­mit­teln trotz­dem ver­bo­ten ist?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Auf Basis des Ber­li­ner Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­set­zes, des Stra­ßen­net­zes sowie des von der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt geneh­mig­ten Streu­pla­nes unter Berück­sich­ti­gung tech­ni­scher und tech­no­lo­gi­scher Para­me­ter wird von den Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­ben jähr­li­ch eine Tou­ren­pla­nung zur Ermitt­lung der not­wen­di­gen Kapa­zi­tä­ten erho­ben. Sämt­li­che dafür not­wen­di­gen Fahr­zeu­ge und Zusatz­ge­rä­te sind ein­satz­be­reit. Alle Streu­gut­la­ger inklu­si­ve Auf­tau­mit­tel sind gefüllt. Das benö­tig­te Per­so­nal ist ent­spre­chend ein­ge­wie­sen und ein­satz­be­reit. Für die win­ter­li­che Bear­bei­tung von Geh­we­gen in Ber­lin sind grund­sätz­li­ch die Anlie­ge­rin­nen und Anlie­ger zustän­dig.

Ant­wort zu 2: Der Senat wird von den BSR im Rah­men der Stadt­ab­rech­nung und seit dem Win­ter 2011/2012 ent­spre­chend der Win­ter­dienst­ver­ein­ba­rung mit der Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und For­schung nach der Win­ter­sai­son per Daten­ab­rech­nung über die Streu­mit­tel­ver­bräu­che in Kennt­nis gesetzt. Außer­dem erfolgt jähr­li­ch eine Feucht­salz-Ver­brauchs­mel­dung an das Pflan­zen­schutz­amt Ber­lin.

Aus­ge­brach­te Feucht­salz­men­gen in den letz­ten fünf Jah­ren:

2010/11:28261 t 2011/12: 6656 t 2012/13:38198 t 2013/14:10254 t 2014/15:10173 t.

In den Ver­brauchs­zah­len sind auch die aus­ge­brach­ten Men­gen auf den Bun­des­au­to­bah­nen im Bereich des Lan­des Ber­lin ent­hal­ten.

Ant­wort zu 3: Es lie­gen dem Senat kei­ne Erkennt­nis­se vor, in wel­chen Men­gen wider­recht­li­ch Auf­tau­mit­tel auf Geh­we­gen und Pri­vat­flä­chen auf­ge­bracht wur­den.

Durch die bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter wer­den Ver­stö­ße gegen das Ver­bot der Ver­wen­dung von Auf­tau­mit­teln auf öffent­li­ch gewid­me­tem Stra­ßen­land sowie auf Pri­vat­stra­ßen des öffent­li­chen Ver­kehrs nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. § 3 Abs.8 Ber­li­ner Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­setz (Str­ReinG) fest­ge­stellt und gege­be­nen­falls geahn­det. Obwohl es in den zurück­lie­gen­den Jah­ren ver­ein­zel­te Hin­wei­se von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern – meist Hun­de­hal­te­rin­nen und –hal­tern, deren Tie­re durch die basi­sche Salz­lau­ge Ver­let­zun­gen an den Pfo­ten erlit­ten hat­ten – über eine ver­mu­te­te wider­recht­li­che Ver­wen­dung von Auf­tau­mit­teln auf öffent­li­ch gewid­me­tem Stra­ßen­land sowie auf Pri­vat­stra­ßen des öffent­li­chen Ver­kehrs gab, lie­ßen sich in der Mehr­zahl der Fäl­le kei­ne gerichts­fes­ten Tat­vor­wür­fe her­lei­ten.

Die bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter füh­ren über die im Zusam­men­hang mit der wider­recht­li­chen Ver­wen­dung von Auf­tau­mit­teln ange­zeig­ten Ord­nungs­wid­rig­kei­ten kei­ne Sta­tis­ti­ken.

Ant­wort zu 4: Jedes Jahr vor Beginn der Win­ter­sai­son wird durch das Bezirks­amt Lich­ten­berg, Amt für regio­na­li­sier­te Ord­nungs­auf­ga­ben, eine Bekannt­ma­chung zum Win­ter­dienst im Amts­blatt für Ber­lin ver­öf­fent­licht. Aus die­ser Bekannt­ma­chung ist ersicht­li­ch, wie der Win­ter­dienst von den Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin­nen und Grund­stück­ei­gen­tü­mern durch­zu­füh­ren ist. Außer­dem wird die­se Bekannt­ma­chung auch dem Grund­ei­gen­tü­mer­Ver­lag für eine Ver­öf­fent­li­chung in sei­ner Fach­zeit­schrift zur Ver­fü­gung gestellt.

Die bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter haben aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen über die Durch­füh­rung des Win­ter­diens­tes auf den jewei­li­gen Inter­net­sei­ten ein­ge­stellt, durch die Haus­ei­gen­tü­me­rin­nen und Haus­ei­gen­tü­mer über ihre Win­ter­dienst­pflich­ten infor­miert wer­den.

Auch auf den Inter­net­sei­ten der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt sind umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zur Durch­füh­rung des Win­ter­diens­tes auf Geh­we­gen vor­han­den.

Die Senats­ver­wal­tung für für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat die Ver­kehrs­si­che­rung in der Geh­ren­see­stra­ße in Hohen­schön­hau­sen?

Fra­ge 2: Seit wann ist dem Senat bekannt, dass Anwoh­ner und die bezirk­li­che Poli­tik für die Instal­lie­rung einer wei­te­ren Ampel oder Fuß­gän­ger­über­weg wer­ben?

Fra­ge 3: War­um wur­de bis­her nichts unter­nom­men, um die Ver­kehrs­si­che­rung zu stär­ken und eine wei­te­re Ampel oder einen Fuß­gän­ger­über­weg zu instal­lie­ren?

Fra­ge 4: Wann wird die vor­han­de­ne Ampel in der Geh­ren­see­stra­ße / Edgar­stra­ße behin­der­ten­ge­recht?

Fra­ge 5: War­um ist es der Ver­kehrs­len­kung nicht mög­li­ch, inner­halb einer ange­mes­sen Frist, auf Anfra­gen von Abge­ord­ne­ten zu ant­wor­ten?

Fra­ge 6: War­um müs­sen Anfra­gen von Abge­ord­ne­ten – trotz Vor­lie­gens des Sach­ver­halts – durch vor­her­ge­hen­de Schrift­ver­keh­re noch­mals nun­mehr über den Staats­se­kre­tär Gaeb­ler an die Ver­kehrs­len­kung adres­siert wer­den?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Der Senat bewer­tet die Ver­kehrs­si­che­rung in der Geh­ren­see­stra­ße als gut. Der Stra­ßen­ver­lauf ist gerad­li­nig und gut ein­seh­bar. Halt­ver­bo­te ver­bie­ten das Par­ken auf der Fahr­bahn. Den Fuß­gän­ge­rin­nen und Fuß­gän­gern ste­hen zum siche­ren Que­ren der Fahr­bahn jeweils am Beginn der Geh­ren­see­stra­ße Höhe War­ten­ber­ger Stra­ße und Pablo-Picas­so-Stra­ße sowie Höhe der Edgar­stra­ße ins­ge­samt drei Licht­zei­chen­an­la­gen und im Bereich der Wol­len­ber­ger Stra­ße zwei Mit­tel­in­seln zur Ver­fü­gung. Eine wei­te­re Que­rungs­hil­fe ist im Zusam­men­hang mit der in der Umset­zung befind­li­chen neu­en Wohn­be­bau­ung im Bereich der Anna-Eber­mann-Stra­ße geplant.

Ant­wort zu 2: Im Zusam­men­hang mit der Auf­stel­lung und Umset­zung des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens zur neu­en Wohn­be­bau­ung auf der Nord­sei­te der Geh­ren­see­stra­ße sind Anre­gun­gen und Wün­sche zur Schaf­fung wei­te­rer Que­rungs­hil­fen bekannt gewor­den.

Ant­wort zu 3: Eine Not­wen­dig­keit zur mög­lichst raschen Rea­li­sie­rung einer wei­te­ren Que­rungs­hil­fe, wel­che als Teil­maß­nah­me zur neu­en Wohn­be­bau­ung gehört, war in der Ver­gan­gen­heit nicht fest­zu­stel­len. Wegen des zuneh­men­den Bedarfs – auch unter Berück­sich­ti­gung des Bau­fort­schritts und bereits bestehen­der Wege­be­zie­hun­gen – wird der Vor­gang nun­mehr mit hoher Prio­ri­tät vor­an­ge­trie­ben, um den Bau die­ser Que­rungs­hil­fe in Form einer Mit­tel­in­sel schnellst­mög­li­ch zu rea­li­sie­ren.

Ant­wort zu 4: Die Licht­zei­chen­an­la­ge Geh­ren­see­stra­ße (Edgar­stra­ße – Nor­bert­stra­ße) ver­fügt bereits über eine behin­der­ten­ge­rech­te Aus­stat­tung für Blin­de und Seh­be­hin­der­te.

Ant­wort zu 5: Grund­sätz­li­ch beant­wor­tet die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin die Anfra­gen von Abge­ord­ne­ten in ange­mes­se­ner Frist. Der Prüf- und Beant­wor­tungs­auf­wand fällt jedoch je nach Anfra­ge unter­schied­li­ch aus, so dass die Ant­wort­zei­ten vari­ie­ren.

Ant­wort zu 6: Dem ist nicht so. Sofern dies in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit bei einer Anfra­ge an die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin der Fall gewe­sen sein soll­te, ist das ver­se­hent­li­ch pas­siert. Zur Sicher­stel­lung einer zügi­gen Bear­bei­tung und Nach­ver­fol­gung von Anfra­gen von Abge­ord­ne­ten durch die ent­spre­chend zustän­di­ge Fach­ebe­ne bei der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird aller­dings die direk­te Adres­sie­rung an die Haus­lei­tung emp­foh­len.

Die Senats­ver­wal­tung für für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat die Mög­lich­keit, für Hun­de in Ber­li­ner Seen baden zu kön­nen?

Fra­ge 2: Wie vie­le Seen gibt es in Ber­lin, in denen ein dau­er­haf­tes Bade­ver­bot für Hun­de gilt?

Fra­ge 3: Nach wel­chen Kri­te­ri­en wird ent­schie­den, ob für einen See ein dau­er­haf­tes Bade­ver­bot für Hun­de gilt und in wel­chen zeit­li­chen Abstän­den wer­den die Seen in Ber­lin dana­ch ein­ge­stuft?

Fra­ge 4: In wel­chen Seen besteht auf Grund ihrer Lage in Trink­was­ser­schutz­ge­bie­ten Bade­ver­bot für Hun­de (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 5: In wel­chen Seen besteht auf Grund ihrer be-denk­li­chen Was­ser­qua­li­tät dau­er­haf­tes Bade­ver­bot für Hun­de (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 6: Wie vie­le Hun­de­ba­de­stel­len gibt es in Ber­lin und an wel­chen Seen lie­gen sie (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 7: Inwie­fern gibt es Seen in Ber­lin, in denen ein dau­er­haf­tes Bade­ver­bot für Per­so­nen gilt, es statt­des­sen aber Hun­de­ba­de­stel­len gibt?

Fra­ge 8: In wel­chem Umkreis um Hun­de­ba­de­stel­len konn­ten Aus­wir­kun­gen auf die Gewäs­ser­qua­li­tät oder die Ufer­struk­tur durch Hun­de fest­ge­stellt wer­den und wor­um han­del­te es sich dabei?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Der Senat steht grund­sätz­li­ch für ein ver­träg­li­ches Mit­ein­an­der aller Erho­lungs­su­chen­den, ob per Fahr­rad, zu Fuß, mit Kin­der­wa­gen, mit und ohne Hund, auch an den Ber­li­ner Seen. Dies erfor­dert ein hohes Maß an gegen­sei­ti­ger Rück­sicht­nah­me. Der wert­vol­le Erho­lungs- und Lebens­raum in der Stadt mit ihren zahl-rei­chen Seen bleibt erhal­ten, wenn alle scho­nend mit ihm umge­hen und die Inter­es­sen ande­rer Besu­che­rin­nen und Besu­cher respek­tie­ren. Aller­dings dür­fen ande­re Erho-lungs­su­chen­de durch Hun­de nicht beläs­tigt oder gefähr­det wer­den, denn die Erho­lung von Men­schen hat grund­sätz-lich Vor­rang. Dar­aus erge­ben sich auch erfor­der­li­che Ein­schrän­kun­gen, die durch die ein­schlä­gi­gen Geset­ze und Ver­ord­nun­gen näher gere­gelt sind.

Ant­wort zu 2, 3, 4, 5 und 7: Fast alle ste­hen­den Ge-wäs­ser, die als Seen zu bezeich­nen sind, befin­den sich in geschütz­ten Grün­an­la­gen, Wald­ge­bie­ten oder in Natur- und Land­schafts­schutz­ge­bie­ten. Hier ist das Baden von Hun­den durch das Grün­an­la­gen­ge­setz, das Lan­des­wald-gesetz oder durch ent­spre­chen­de natur­schutz­fach­li­che Ver­ord­nun­gen ver­bo­ten. Dar­über hin­aus sind die meis­ten Ufer­be­rei­che mit Röh­richt bestan­den und unter­lie­gen daher nach dem Ber­li­ner Natur­schutz­ge­setz als geschütz-ter Bio­top beson­de­rem Schutz. Fer­ner regelt das Ber­li­ner Hun­de­ge­setz u.a. auch die Mit­nah­me von Hun­den an Bade­stel­len. Auch was­ser­recht­li­ch ist das Baden von Hun­den im Sin­ne eines frei im Gewäs­ser Her­um­lau­fens grund­sätz­li­ch nicht gestat­tet, son­dern allen­falls ein akti­ves Rei­ni­gen von (Nutz-)Tieren im Rah­men des »Schwem-mens« nach dem Ber­li­ner Was­ser­ge­setz. Das Gesetz ge-stat­tet aber aus­drück­li­ch Ein­schrän­kun­gen die­ser erlaub-nis­frei­en Nut­zung. Ein spe­zi­el­les Bade­ver­bot für Hun­de auf­grund der Lage in einem Trink­was­ser­schutz­ge­biet besteht nicht, da die Ver­bo­te bereits eine ander­wei­ti­ge Rechts­grund­la­ge haben. Es gibt daher an jedem Gewäs-ser in der Regel spe­zi­el­le gesetz­li­che Begrün­dun­gen, war­um Hun­de nicht baden kön­nen.

Ant­wort zu 6 und 8: Die ein­zi­ge exis­ten­te lega­le Hun-deba­de­stel­le in Ber­lin ist der Gru­ne­wald­see in Char­lot-ten­burg-Wil­mers­dorf. Für den Gru­ne­wald­see exis­tiert aus den zwan­zi­ger Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts eine pri-vat­recht­li­che Erlaub­nis für eine Hun­de­ba­de­stel­le, die vom Grund­stücks­ei­gen­tü­mer erteilt wor­den ist. Dane­ben gibt es eini­ge infor­mel­le Bade­stel­len für Hun­de, wie z.B. am Oran­ke­see und Mal­chow­er See in Lich­ten­berg, am Flug-hafen­see in Rei­ni­cken­dorf, am Wei­ßen See und am Arken­ber­ger See in Pan­kow sowie an den Kauls­dor­fer Tei­chen in Mar­zahn-Hel­lers­dorf.
Im Gru­ne­wald­see lagen bei den regel­mä­ßi­gen Bade-gewäs­ser­un­ter­su­chun­gen immer wie­der Über­schrei­tun­gen der bak­te­rio­lo­gi­schen Wer­te vor, deren Ursa­che im Fäka-lien­ein­trag durch Hun­de gese­hen wur­de. Auf­grund der bak­te­rio­lo­gi­schen Belas­tung wur­de 2003 ein Bade­ver­bot für Men­schen aus­ge­spro­chen. Wei­te­re Beein­träch­ti­gun-gen durch Hun­de sind vor allem zu ver­zeich­nen durch erheb­li­che Schä­den durch das Gra­ben im Ufer­be­reich, ins­be­son­de­re in stei­le­ren Ufer­be­rei­chen. Hin­zu kommt der Ein­trag von Hun­de­kot an den Gewäs­ser­rän­dern, das Auf­schre­cken von Vögeln und ande­ren Gewäs­ser­be­woh-nern, die Stö­rung des Brut­ge­sche­hens in Schilf­be­rei­chen, das Jagen von Klein­tie­ren und von Reh­wild.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Wer­tig­keit haben die Gar­ten­ar­beits­schu­len aus Sicht des Senats für den Kli­ma- und Natur­schutz sowie die Umwelt­bil­dung in Ber­lin?

2. Wor­in besteht der Unter­schied zwi­schen den Gar­ten­ar­beits­schu­len und den seit Jah­ren betrie­be­nen Schul­gär­ten?

3. Wie vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler nut­zen die Gar­ten­ar­beits­schu­len (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

4. Wie vie­le Abord­nun­gen von Leh­rern bestehen (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken und Stun­den)?

5. Auf wel­che Wei­se unter­stützt der Senat die Arbeit der Gar­ten­ar­beits­schu­len in den Bezir­ken bis­her?

6. Wür­de der Senat die all­ge­mei­ne Zustän­dig­keit für die­ses Pro­jekt an sich zie­hen, um einen ver­läss­li­chen, von den finan­zi­el­len Nöten der Bezir­ke, unab­hän­gi­gen, dau­er­haf­ten Erhalt und Wei­ter­aus­bau zu ermög­li­chen; wenn ja, ab wann und wenn nein, war­um nicht?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Für den Senat sind Gar­ten­ar­beits­schu­len wich­ti­ge außer­schu­li­sche Lern­or­te für die Umwelt­bil­dung. Mit ihren Ange­bo­ten rich­ten sie sich sowohl an alle Schu­len als auch an alle Kitas. Hier kön­nen Schü­ler und Schü­le­rin­nen eige­ne Erfah­run­gen in der Natur mit Pflan­zen und Tie­ren machen. Die­se Erfah­run­gen sind vor allem für Kin­der aus inner­städ­ti­schen Bal­lungs­räu­men von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung. Sie ermög­li­chen auch den Erwerb von Kom­pe­ten­zen der Kin­der und Jugend­li­chen im Hin­bli­ck auf eine gesell­schaft­li­che Teil­ha­be an der Lösung von Umwelt­pro­ble­men heu­ti­ger und zukünf­ti­ger Gene­ra­tio­nen.

Zu 2.: Gar­ten­ar­beits­schu­len sind außer­schu­li­sche Lern­or­te mit eige­nen Immo­bi­li­en, Schul­gär­ten sind Tei­le der Schul­grund­stü­cke, die in Eigen­ver­ant­wor­tung der jewei­li­gen Schu­len betrie­ben wer­den.

Zu 3.: Die Gar­ten­ar­beits­schu­len sind nicht ver­pflich­tet, Sta­tis­ti­ken über die Zahl und Art der Nut­zer zu füh­ren und die­se an die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft zu mel­den. Eine Umfra­ge bei den päd­ago­gi­schen Lei­tern und Lei­te­rin­nen der Gar­ten­ar­beits­schu­len hat erge­ben, dass die Besuchs­zah­len, je nach Ange­bot und per­so­nel­len Mög­lich­kei­ten der ver­schie­de­nen Gar­ten­ar­beits­schu­len, in einer Span­ne zwi­schen ca. 3.000 und 38.000 Besu­chen durch Schü­le­rin­nen und Schü­ler inklu­si­ve der Besu­che durch Kin­der aus der Ele­men­tar­pha­se je Gar­ten­ar­beits­schu­le lie­gen. Die Besuchs­zah­len sind in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­li­ch ange­stie­gen.

Zu 4.: Jedem Bezirk wer­den in der Ver­wal­tungs­vor­schrift für die Zumes­sung von Lehr­kräf­ten an den öffent­li­chen Ber­li­ner Schu­len 15 Unter­richts­stun­den für die päd­ago­gi­sche Lei­tung der Gar­ten­ar­beits­schu­len durch die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft zur Ver­fü­gung gestellt.

Zu 5.: Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft unter­stützt durch die Ver­öf­fent­li­chung von Fach­brie­fen zu beson­de­ren Ange­bo­ten der Gar­ten­ar­beits­schu­len die Ver­net­zung zur unter­richt­li­chen Arbeit in den Schu­len.

Zu 6.: Gar­ten­ar­beits­schu­len sind kei­ne Pro­jek­te, son­dern dau­er­haf­te Ein­rich­tun­gen in der Trä­ger­schaft der Bezir­ke. Der Senat hat nicht die Absicht, die Gar­ten­ar­beits­schu­len in sei­ne zen­tra­le Trä­ger­schaft zu über­füh­ren, son­dern sie in der bestehen­den Trä­ger­schaft zu stär­ken.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen muss eine Schu­le erfül­len, um als »Ber­li­ner Kli­ma Schu­le« aus­ge­zeich­net zu wer­den und für wel­chen Zeit­raum gilt die­ses Sie­gel?

2. Wie bewer­tet der Senat die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung die­ses Pro­jekts?

3. Wie vie­le Schu­len haben sich seit Ein­füh­rung die­ses Senats­pro­gramms am Wett­be­werb betei­ligt?

4. Wer wur­de im Jahr 2015 aus­ge­zeich­net und wel­ches Preis­geld wur­de pro Aus­ge­zeich­ne­ten aus­ge­lobt?

5. Wie darf das Preis­geld an der Schu­le ver­wen­det wer­den?

6. Darf das Geld auch für die päd­ago­gi­sche Arbeit in den Schu­len ver­wen­det wer­den?

7. War­um erhal­ten Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft kein Preis­geld?

8. Wie vie­le Schu­len waren in den letz­ten Jah­ren davon betrof­fen?

9. Was wur­de den Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft statt­des­sen als Aner­ken­nung über­reicht?

10. Wie ist geplant, die für alle Betei­lig­ten ungüns­ti­ge Situa­ti­on zu ändern und in Zukunft auch Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft mit dem Preis­geld aus­zeich­nen zu kön­nen?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Das Güte­sie­gel »Ber­li­ner Kli­ma­schu­le« wird an Schu­len ver­ge­ben, die sich beson­ders enga­giert um das The­ma Kli­ma­schutz küm­mern und einen ent­spre­chen­den Kli­ma­schutz­plan erstel­len. Es gilt für das lau­fen­de und das auf die Aus­zeich­nung fol­gen­de Kalen­der­jahr.

Zu 2.: Im Jahr 2015 wur­den 27 Schu­len aus­ge­zeich­net, die den Kli­ma­schutz im All­ge­mei­nen in ihre Schul­pro­gram­me bzw. Schul­pro­fi­le auf­ge­nom­men haben und kon­ti­nu­ier­li­ch im Kli­ma­schutz aktiv sind. Die Unter­stüt­zung der aus­ge­zeich­ne­ten Schu­len erfolgt in den Bezir­ken unter­schied­li­ch, die päd­ago­gi­sche Beglei­tung ist durch die Bera­tungs­tä­tig­keit von Experten/innen abge­si­chert.

Zu 3.: An die­sem Wett­be­werb haben sich seit 2009 etwa 300 Schu­len aller Schul­ar­ten und rund 14.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler betei­ligt.

Zu 4.: Ers­ter Preis, 5.000 Euro: Bril­lat-Sava­rin- Schu­le, Pro­jekt »Gast­freund­schaft mit Köpf­chen – Aus­zu­bil­den­de auf dem Weg zum nach­hal­ti­gen Wirt­schaf­ten im Gast­ge­wer­be, zwei­ter Preis, 3.000 Euro: Rhein­gau-Gym­na­si­um, Pro­jekt »Kli­ma­kil­ler und Kli­ma­schutz im All­tags­han­deln«,
zwei drit­te Prei­se, je 2000 Euro: Gus­tav-Fal­ke-Grund­schu­le, Pro­jekt »Kann ein Auto über­haupt umwelt­freund­li­ch sein?« und Robert-Have­mann-Schu­le, Pro­jekt
»Elek­tro­mo­bi­li­tät zum Anfas­sen«, sechs vier­te Prei­se, je 500 Euro: Carl-von-Ossietz­ky-Gym­na­si­um, »Pro­jekt­tag in der Men­del­schu­le und Kli­ma­kon­fe­renz«, Hum­boldt- Gym­na­si­um, Pro­jekt »Ist abfall­frei­es Cate­ring in der
Groß­stadt mög­li­ch?«, John-Len­non-Gym­na­si­um, Pro­jekt »Jon­ny by Bike«, Lise-Meit­ner-Schu­le, Pro­jekt »EE-Ern­te online«, Ober­stu­fen­zen­trum (OSZ) TIEM, Pro­jekt »Ener­gie­pfad am OSZ TIEM«, Peter-Peter­sen-Schu­le, Pro­jekt
»Kli­ma­wan­del und All­tag: Ein Tag in der Woche ohne Flei­sch«.
Bei der Online-Abstim­mung über die bes­te Pro­jekt­idee war das Pro­jekt »Das Schick­sal der Welt liegt auch in unse­rer Hand« des Wil­helm­stadt Gym­na­si­ums (Schu­le in frei­er Trä­ger­schaft) erfolg­reich.

Zu 5.: Die Preis­gel­der des Wett­be­werbs sol­len für
schul­in­ter­ne Aus­ga­ben zum The­ma Kli­ma­schutz in Eigen­ver­ant­wor­tung
ver­wen­det wer­den.

Zu 6.: Die Preis­gel­der sol­len vor allem für die päd­ago­gi­sche
Arbeit in den Schu­len ver­wen­det wer­den. Es kön­nen dabei auch außer­schu­li­sche Part­ner ein­ge­bun­den wer­den, die das The­ma Kli­ma­schutz einer brei­ten Schu­löf­fent­lich­keit zugäng­li­ch machen und mög­lichst vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler errei­chen.

Zu 7. – 10. Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft kön­nen sich
gleich­be­rech­tigt am Wett­be­werb betei­li­gen. Im Schul­jahr 2014/ 15 haben fol­gen­de Schu­len in frei­er Trä­ger­schaft teil­ge­nom­men: Klax-Grund­schu­le Pan­kow, Schu­le Eins, Beweg­te Schu­le Köpe­nick, Krea­ti­vi­täts­grund­schu­le
Hel­lers­dorf und das Wil­helm­stadt Gym­na­si­ums (Preis­trä­ger der Online-Abstim­mung).

Die Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und For­schung wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wie vie­le Stel­len hat das Refe­rat IV D der Senats-ver­wal­tung für Wirt­schaft der­zeit und wel­che Stel­len sind der­zeit besetzt (bit­te Stel­len­ent­wick­lung und deren Beset­zun­gen seit 2013 dar­stel­len)?

2. Wie ent­wi­ckeln sich die Personalsituation/Stellen?

3. Wie ist die Pro­gno­se (aus­schei­den­de Mit­ar­bei­ter und vor­aus­sicht­li­cher Zeit­punkt der neu­en Stel­len­be­set­zung) für die kom­men­den 2 Jah­re?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Im Jahr 2013 waren ins­ge­samt 27 Arbeits­ge­bie­te unter­schied­li­cher Wer­tig­kei­ten im Refe­rat IV D –Regio­na­le Struk­tur­po­li­tik, Wirt­schafts­för­de­rung vor­han­den, davon zwei vakan­te Auf­ga­ben­ge­bie­te. Auf Grund ver­schie­de­ner Arbeits­zeit­mo­del­le stan­den ins­ge­samt 23,5 Voll­zei­t­äqui­va­len­te (VZÄ) zur Ver­fü-gung. 2014 waren ins­ge­samt 26 Arbeits­ge­bie­te unter­schied-licher Wer­tig­kei­ten im Refe­rat IV D vor­han­den. Im Unter­schied zu 2013 ist in 2014 ein Auf­ga­ben­ge-biet (mit 0,5 VZÄ) wegen der haus­in­ter­nen Umset­zung einer Dienst­kraft ersatz­los weg­ge­fal­len; die in 2013 vakan­ten Arbeits­ge­bie­te wur­den in 2014 besetzt. Auf Grund ver­schie­de­ner Arbeits­zeit­mo­del­le stan­den ins­ge­samt 25,0 VZÄ zur Ver­fü­gung. Im Jahr 2015 waren ins­ge­samt 30 Arbeits­ge­bie­te un-ter­schied­li­cher Wer­tig­kei­ten im Refe­rat IV D vor­han­den. Der Auf­wuchs im Ver­gleich zu 2014 ist begrün­det durch haus­in­ter­ne Umset­zun­gen von ins­ge­samt vier Dienst­kräf­ten. Auf Grund ver­schie­de­ner Arbeits­zeit­mo­del­le ste­hen aktu­ell ins­ge­samt 28,45 VZÄ zur Ver­fü­gung.

Zu 2. und 3.: Nach der­zei­ti­gem Stand sind für die Jah­re 2016/17 ins­ge­samt 30 Arbeits­ge­bie­te für das Refe­rat IV D vor­ge­se­hen. Im genann­ten Zeit­raum wird eine Dienst­kraft regu­lär zum 30.06.2016 aus­schei­den. Das Auf­ga­ben­ge­biet soll aus­ge­schrie­ben wer­den; mit der Nach­be­set­zung ist vor­aus­sicht­li­ch ab Som­mer 2016 zu rech­nen. Auf Grund ver­schie­de­ner Arbeits­zeit­mo­del­le ste­hen vor­aus­sicht­li­ch 27,7 VZÄ zur Ver­fü­gung.

Die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wie hoch sind die bis­he­ri­gen Ein­nah­men aus der »City-Tax« in Ber­lin? (Bit­te nach Jah­ren auf­schlüs­seln)

2. Wofür wur­den bis­lang die Ein­nah­men aus der »City-Tax« ver­wen­det?

3. Wofür sol­len zukünf­tig die Ein­nah­men der »City-Tax« ver­wen­det wer­den?

4. Ist es mög­li­ch, die­se durch den Tou­ris­mus ent­ste-hen­den Ein­nah­men auch für Aus­ga­ben zur Besei­ti­gung von Ver­mül­lun­gen zu ver­wen­den, die durch den Tou­ris­mus in bestimm­ten Berei­chen ent­ste­hen?

5. Ist es mög­li­ch, auf die­se Wei­se bei­spiels­wei­se

- das Umfeld des Wit­ten­berg­plat­zes (Nürn­ber­ger Straße/ Bay­reu­ther Stra­ße)

- den Zugang zum Niko­lai­vier­tel (Rathausstraße/ Rat­haus­brü­cke)

- das Umfeld des Box­ha­ge­ner Plat­zes (Gabri­el-Max-Stra­ße, Kros­se­ner Straße/ Grün­berg­stra­ße) und

- den Lau­sit­zer Platz durch die Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gung (BSR) bedarfs­ge­recht rei­ni­gen zu las­sen?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Bei der Über­nach­tungs­teu­er wur­den im Jahr 2014 rd. 29,2 Mio. € und in den ers­ten drei Quar­ta­len des Jah­res 2015 rd. 30,8 Mio. € ver­ein­nahmt. Der Haus­halts­an­satz 2015 (Nach­trag) beträgt 35 Mio. €.

Zu 2. und 3.: Hier­zu wird auf die Vor­la­ge der Senats-ver­wal­tung für Finan­zen vom 14.09.2015 (RN 1808K) ver­wie­sen, in der bereits zur Ver­wen­dung der Mit­tel, auch an die Bezir­ke, Stel­lung genom­men wur­de.

Zu 4.: Ein unmit­tel­ba­rer Zusam­men­hang zwi­schen den Ein­nah­men aus der »City-Tax« und der Rei­ni­gung von tou­ris­ti­schen Schwer­punk­ten im Stadt­ge­biet besteht nicht. Die Stra­ßen­rei­ni­gungs­pflicht ergibt sich aus dem Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­setz, wobei die ord­nungs­mä­ßi­ge Rei­ni­gung weit über­wie­gend dem Land Ber­lin als öffent­li­che Auf­ga­be für die Anlie­ger und Hin­ter­lie­ger obliegt. Die Auf­ga­ben des Lan­des Ber­lin wer­den von den Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­ben (BSR) hoheit­li­ch durch­ge­führt. Die den BSR ent­ste­hen­den Kos­ten wer­den zu 75 % durch die Anlie­ge­rin­nen und Anlie­ger über Ent­gel­te gedeckt; die übri­gen 25 % trägt das Land Ber­lin im Rah­men der soge­nann­ten Stadt­ab­rech­nung.

Zu 5.: Gemäß Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­setz sind die Stra-ßen unter Berück­sich­ti­gung des Aus­ma­ßes der Ver-schmut­zung, der Ver­kehrs­la­ge sowie der Bedeu­tung der Stra­ßen in Rei­ni­gungs­klas­sen ein­zu­tei­len, nach denen sich die durch­schnitt­li­che Zahl der Rei­ni­gun­gen in einem bestimm­ten Zeit­ab­schnitt (Rei­ni­gungs­tur­nus) rich­tet. Die Ein­tei­lung erfolgt regel­mä­ßig durch eine Rechts­ver­ord­nung. Im Ergeb­nis wer­den die tou­ris­ti­schen Schwer­punk­te auf­grund ihrer Ein­grup­pie­rung ent­spre­chend häu­fig gerei­nigt. Um eine bedarfs­ge­rech­te Rei­ni­gung zu ermög­li­chen, sind bspw. Alex­an­der­platz, Leip­zi­ger Platz, Hacke­scher Markt, Pots­da­mer Platz, Schloß­platz, Unter den Lin­den, Breit­scheid­platz, Tau­ent­zi­en­stra­ße und Kur­fürs­ten­damm durch die 19. Ver­ord­nung zur Ände­rung der Ver­ord­nung über die Stra­ßen­rei­ni­gungs­ver­zeich­nis­se und die Ein­tei-lung in Rei­ni­gungs­klas­sen der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt seit dem 1. Janu­ar 2014 der neu­en Rei­ni­gungs­klas­se 1a zuge­ord­net. Hier erfolgt eine Rei­ni­gung zehn­mal wöchent­li­ch, im Bedarfs­fall bis 22 Uhr.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Fei­er­lich­kei­ten hat das Land Ber­lin für den 3. Okto­ber 2015 sowie den 9. Novem­ber 2015 in Ber­lin geplant?

2. Gibt es eine Zusam­men­ar­beit mit dem Bund bzw. mit pri­va­ten Ver­an­stal­tern; wenn ja, wel­che und wenn nein, war­um nicht?

3. Inwie­weit sind Insti­tu­tio­nen zur Auf­ar­bei­tung der kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft bei den Fei­er­lich­kei­ten ein­ge­bun­den wor­den?

4. Wel­che Öffent­lich­keits­ar­beit gibt es im Zusam­men­hang mit den Fei­er­lich­kei­ten?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Nach­dem das Land Ber­lin die Fei­er­lich­kei­ten für den 25. Jah­res­tag des Mau­er­falls am 9. Novem­ber 2014 orga­ni­siert hat, hat das Land Ber­lin für den 3. Okto­ber 2015 kei­ne Fei­er­lich­kei­ten in Ber­lin geplant, da an die­sem Tag anläss­li­ch des Tages der Deut­schen Ein­heit die zen­tra­len Fei­er­lich­kei­ten unter ande­rem mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Bun­des und der Län­der in Frank­furt am Main statt­fan­den. Aus­rich­ter die­ser Fei­er­lich­kei­ten ist stets das Land des amtie­ren­den Bun­des­rats­prä­si­den­ten. Das Land Ber­lin war dort durch Bür­ger­meis­ter Hen­kel ver­tre­ten. Am 3. Okto­ber um 19.00 Uhr lud Bun­des­tags­prä­si­dent Prof. Dr. Nor­bert Lam­mert Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Bun­des und der Län­der zu einer Fest­ver­an­stal­tung aus Anlass des Tages der Deut­schen Ein­heit auf den Platz der Repu­blik in Ber­lin ein. Hier war das Land Ber­lin durch den Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter ver­tre­ten. Das Land Ber­lin gedach­te der Ein­heit Ber­lins mit einer Ver­an­stal­tung am 6. Okto­ber um 18.30 Uhr im Ber­li­ner Rat­haus. Unter dem Titel »25 Jah­re Ein­heit, 4 Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter, 1 Stadt« dis­ku­tier­ten Micha­el Mül­ler, Eber­hard Diep­gen, Wal­ter Mom­per und Klaus Wower­eit. Die Inten­dan­tin des rbb, Dag­mar Reim, mode­rier­te die Ver­an­stal­tung. Aus Anlass des Deut­schen Natio­nal­fei­er­ta­ges, dem 25. Jubi­lä­um der Deut­schen Ein­heit, und des Jubi­lä­ums der 20-jäh­ri­gen Städ­te­part­ner­schaft Ber­lin Prag eröff­ne­te der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler gemein­sam mit dem deut­schen Bot­schaf­ter, Dr. Arndt Frei­herr Frey­tag von Loring­ho­ven, am Don­ners­tag, 1. Okto­ber 2015, den Fest­akt in der Deut­schen Bot­schaft Prag, Palais Lob­ko­witz. Damit wur­de auch der Ereig­nis­se vor 26 Jah­ren in der Deut­schen Bot­schaft gedacht. Gruß­wor­te spra­chen der tsche­chi­sche Minis­ter­prä­si­dent Bohus­lav Sobot­ka und die Primá­to­rin von Prag, Adri­a­na Krná­co­vá. Am Vor­mit­tag des 9. Novem­ber 2015 gedenkt das Land Ber­lin an der Gedenk­stät­te Ber­li­ner Mau­er des Mau­er­falls vor 26 Jah­ren.

Zu 2.: Zum 3.10.: Es gab in die­sem Jahr kei­ne Zusam­men­ar­beit mit dem Bund. Die­ser koope­riert immer mit dem Bun­des­land, das die zen­tra­len Fei­er­lich­kei­ten zum Tag der Deut­schen Ein­heit aus­rich­tet. Zum 9.11.: Die Gedenk­fei­ern zum Mau­er­fall an der Gedenk­stät­te Ber­li­ner Mau­er fin­den regel­mä­ßig in Zusam­men­ar­beit mit dem Bund statt. Sie wer­den koor­di­niert von der Stif­tung Ber­li­ner Mau­er.

Zu 3.: Zum 9.11.: Insti­tu­tio­nen zur Auf­ar­bei­tung der kom­mu­nis­ti­schen Gewalt­herr­schaft wer­den regel­mä­ßig in die Fei­er­lich­kei­ten ein­ge­bun­den. Es han­delt sich dabei u.a. um die Uni­on der Opfer­ver­bän­de kom­mu­nis­ti­scher Gewalt­herr­schaft (UOKG), das Bür­ger­bü­ro und die Ver­ei­ni­gung der Opfer des Sta­li­nis­mus (VOS).

Zu 4.: Die Öffent­lich­keits­ar­beit obliegt den jewei­li­gen Ver­an­stal­tern. Für den Tag der Deut­schen Ein­heit am 3. Okto­ber sind dies das Land Hes­sen, die Bun­des­re­gie­rung und der Deut­sche Bun­des­tag. Für die Gedenk­ver­an­stal­tun­gen am 1. Okto­ber, 6. Okto­ber und am 9. Novem­ber sind dies der Senat von Ber­lin (1.10., 6.10. und 9.11.), die Bun­des­re­gie­rung (9.11.) sowie die Stif­tung Ber­li­ner Mau­er (9.11.). Zu den Ver­an­stal­tun­gen gibt es ggfs. abge­stimm­te Pres­se­ver­öf­fent­li­chun­gen, mit deren Hil­fe sich die Bevöl­ke­rung über die Mög­lich­kei­ten zur Teil­nah­me infor­mie­ren kann.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le Woh­nun­gen besit­zen Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten und wie vie­le besit­zen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten (bit­te eine Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2: Wie haben sich die­se Zah­len in den letz­ten 10 Jah­ren ver­än­dert (bit­te eine Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 3: Wie hoch ist die durch­schnitt­li­che Mie­te bei Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten und Woh­nungs­bau­ge­sell-schaf­ten (bit­te Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 4: Wie vie­le Grund­stü­cke wur­den in den letz­ten 5 Jah­ren an Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten und Woh-nungs­bau­ge­sell­schaf­ten ver­ge­ben (bit­te nach Jahr und Ver­ga­be­art auf­ge­lis­tet)?

Fra­ge 5: Wel­chen Stel­len­wert misst der Senat den Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten bei der Bereit­stel­lung von güns­ti­gem Wohn­raum bei?

Fra­ge 6: Aus wel­chen Grün­den wer­den Grund­stü­cke an Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten nicht zu den glei­chen Bedin­gun­gen ver­ge­ben wie an Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten?

Fra­ge 7: Wel­che Pla­nun­gen gibt es zukünf­tig bei der Ver­ga­be von Grund­stü­cken Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten genauso wie Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten zu behan­deln?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1 und 2: Die Ent­wick­lung der Woh­nungs­be­stän­de der lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten und der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten im Zeit­raum 2004 bis 2014 sind in der nach­fol­gen­den Tabel­le dar­ge­stellt: (Tabel­le sie­he anhän­gen­des Doku­ment)

Ant­wort zu 3: Miet­an­ga­ben der städ­ti­schen Woh-nungs­bau­ge­sell­schaf­ten lie­gen nur nach Unter­neh­men, nicht jedoch nach Bezir­ken vor. Bei den städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten wur­de für 2014 eine durch­schnitt­li­che Net­to­kalt­mie­te von 5,32 €/m² monat­li­ch er-mit­telt. Die Durch­schnitts­mie­ten der ein­zel­nen Gesell­schaf­ten lau­ten:

dege­wo
5,42 €/m²
GESOBAU
5,10 €/m²
Gewo­bag
5,27 €/m²
HOWOGE
5,44 €/m²
Stadt und Land
5,18 €/m²
WBM
5,53 €/m²

Ant­wort zu 4: Grund­stücks­ver­ga­ben aus dem Lie­gen-schafts­fonds des Lan­des Ber­lin an lan­des­ei­ge­ne Woh-nungs­bau­ge­sell­schaf­ten 2011 bis 2015 nach Jahr und Ver­ga­be­art (Anga­ben Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH BIM): (Tabel­le sie­he anhän­gen­des Doku­ment)

Ant­wort zu 5: Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten sind beson­de­re Akteu­re auf dem Woh­nungs­markt, da sie mit lang­fris­ti­ger Per­spek­ti­ve als demo­kra­ti­sch orga­ni­sier­te Unter­neh­mens­form im Inter­es­se ihrer gleich­be­rech­tig­ten Mit­glie­der han­deln. Sie bewirt­schaf­ten ihre Woh­nungs­be­stän­de nach­hal­tig und stel­len meist für Haus­hal­te mitt­le­ren und gerin­gen Ein­kom­mens leist­ba­re Woh­nun­gen zur Ver­fü­gung. An Stand­or­ten, an denen sie grö­ße­re Bestän­de besit­zen, set­zen sie sich über Akti­vi­tä­ten für ihre Mit­glie­der hin­aus zumeist auch aktiv für die Quar­tier­s­ent­wick­lung ein und bil­den somit Anker­punk­te sozia­ler Sta­bi­li­tät und guter Nach­bar­schaft in sozi­al gemisch­ten Wohn­quar­tie­ren. Bereits durch ihren wesent­li­chen Anteil am Ber­li­ner Woh­nungs­be­stand sind Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten ein wich­ti­ger Fak­tor für die Woh­nungs­po­li­tik und Auf­ga­ben der Stadt­ent­wick­lung.

Ant­wort zu 6 und 7: Die lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs-bau­ge­sell­schaf­ten spie­len eine zen­tra­le Rol­le in der Woh­nungs­po­li­tik sowie in der Daseins­vor­sor­ge Ber­lins. Ihr Bestand stellt eine Ein­griffs­re­ser­ve für ein direk­tes Han­deln des Lan­des auf dem Woh­nungs­markt dar und dient der Ver­sor­gung brei­ter Bevöl­ke­rungs­schich­ten mit Wohn­raum. Wei­ter­hin spie­len sie eine wich­ti­ge Rol­le als Mitt­ler zwi­schen Woh­nen und sozia­lem Umfeld. In dem im Sep­tem­ber 2012 durch den Senat beschlos­se­nen »Bünd­nis für sozia­le Woh­nungs­po­li­tik und bezahl­ba­re Mie­ten« sowie im Kon­zept zur Trans­pa­ren­ten Lie­gen­schafts­po­li­tik wur­de die Absicht for­mu­liert, für den Neu­bau preis­wer­ter Woh­nun­gen Grund­stü­cke aus dem Treu­hand­ver­mö­gen des Lie­gen­schafts­fonds bereit­zu­stel­len. Vor dem Hin­ter­grund des anhal­tend star­ken Bevöl­ke-rungs­zu­wach­ses ist es wei­ter­hin erfor­der­li­ch, die lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten im Wege der Sach­wert­ein­la­ge mit zusätz­li­chen Bau­land­re­ser­ven zu ver­sor­gen, um die Errich­tung von preis­wer­tem Wohn­raum zu ermög­li­chen. Alle hier­für in Fra­ge kom­men­den Grund­stü­cke in Lan­des­be­sitz wer­den zunächst auf die Dar­stell­bar­keit von Geschoss­woh­nungs­bau durch die lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­un­ter­neh­men geprüft und geeig­ne­te Grund­stü­cke als Sach­wert­ein­la­ge in eine der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten ein­ge­bracht.

Für die ein­zel­nen Grund­stü­cke wird jeweils eine mie­ten­po­li­ti­sche Ver­ein­ba­rung (Pro­jekt­ver­trag) mit Ber­lin abge­schlos­sen, in deren Rah­men ein Anteil miet­preis- und bele­gungs­ge­bun­de­ner Woh­nun­gen (25-jäh­ri­ge Bin­dung, Anfangs­mie­te 6,50 €/m² Wfl.1 monat-lich net­to­kalt) zu errich­ten ist. Die Ein­brin­gung der Grund­stü­cke als Sach­wert­ein­la­ge dient zusätz­li­ch der Deckung des durch den umfang­rei­chen Neu­bau ent­ste-hen­den erhöh­ten Eigen­ka­pi­tal­be­darfs der Gesell­schaf­ten. Sofern die Bebau­ung eines Grund­stü­ckes durch eine lan­des­ei­ge­ne Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft nicht dar­stell­bar oder nicht sinn­voll ist, kommt die Ver­ga­be an eine Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft in Betracht. Ber­lin unter­liegt bei der Ver­ga­be von Grund­stü­cken haus­halts-, ver­ga­be- und bei­hil­fe­recht­li­chen Ein­schrän­kun­gen. Die direk­te Ver­ga­be zum Ver­kehrs­wert ist in fach­po­li­ti­sch begrün­de­ten Ein­zel­fäl­len mög­li­ch und kann inso­fern an Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten erfol­gen. Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten kön­nen sich zudem an soge­nann­ten »Kon­zept­ver­fah­ren« betei­li­gen, die für Grund­stü­cke, bei denen das Land kei­ne Not­wen­dig­keit einer Eigen­tü­mer-Stel­lung sieht, jedoch ein öffent­li­ches Inter­es­se an der Art der künf­ti­gen Nut-zung und Bebau­ung besteht, durch­ge­führt wer­den sol­len.

Zur Unter­stüt­zung und Wür­di­gung des Bei­trags der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten in Ber­lin wur­de in den Jah­ren 2012 und 2014 jeweils ein genos­sen­schaft­li­cher Neu­bau­wett­be­werb durch­ge­führt. Der­zeit ste­hen wei­te­re Ver­fah­ren für eine Direkt­ver­ga­be von Grund­stü­cken zum Ver­kehrs­wert an Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten vor der Umset­zung. Vor dem Hin­ter­grund der Zie­le zur Erwei­te­rung des lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­be­stands, der Schaf­fung stu­den-tischen Wohn­raums, der begrenz­ten Anzahl von für den Geschoss­woh­nungs­bau geeig­ne­ten Grund­stü­cken in Lan-des­be­sitz sowie der zusätz­li­ch für die kurz­fris­ti­ge Unter-brin­gung geflüch­te­ter Men­schen benö­tig­ten Res­sour­cen, sind die Mög­lich­kei­ten, Grund­stü­cke für den genos­sen-schaft­li­chen Neu­bau bereit­zu­stel­len, der­zeit ein­ge­schränkt.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Ab wann und in wel­chen Berei­chen sieht die Pla­nung frei­es WLAN in Ber­lin vor (Bit­te eine Auf­lis­tung der vor­ge­se­hen Stand­or­te)?

2. Inwie­weit wird bei der Wahl der Stand­or­te berück­sich­tigt, ob ande­re Berei­che mit frei­em WLAN, bspw. Shop­ping­cen­ter, in der Nähe sind?

3. Ab wann wird mit der Instal­la­ti­on der Hot­spots begon­nen?

4. Mit wel­chen Schwie­rig­kei­ten ist bei der Umset­zung zu rech­nen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die Senats­kanz­lei befin­det sich aktu­ell noch in den Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit der aus­ge­wähl­ten Fir­ma abl soci­al fede­ra­ti­on GmbH. Inner­halb der nächs­ten Wochen wird mit der Ver­trags­un­ter­zeich­nung gerech­net. Unmit­tel­bar dana­ch soll mit der Umset­zung des Pro­jekts begon­nen wer­den. Ein Groß­teil der WLAN-Hot­spots soll bereits im Früh­jahr 2016 instal­liert sein. Auf­grund der noch andau­ern­den Ver­trags­ver­hand­lun­gen kann eine Stand­ort­lis­te nicht zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Das Ange­bot der abl soci­al fede­ra­ti­on GmbH umfasst die Anbrin­gung von 650 WLAN-Hot­spots (teils Out­door, teils Indoor) im gesam­ten Stadt­ge­biet – ver­teilt auf alle inter­es­sier­ten Bezir­ke. Der Inter­net­zu­gang wird kos­ten­frei sein – ohne zeit­li­che Limi­tie­rung und ohne Volu­men­be­schrän­kung. Die Refi­nan­zie­rung erfolgt über Wer­be­ein­blen­dun­gen.

Zu 2.: Die Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH (BIM) sowie die ein­zel­nen Bezir­ke haben für die Umset­zung des Pro­jekts Stand­ort­lis­ten ein­ge­reicht. Die­se ent­hal­ten öffent­li­che Gebäu­de im Bezirks- oder Lan­des­ei­gen­tum, an denen die Anbrin­gung der WLAN-Hot­spots (ent­we­der Out­door oder Indoor) als geeig­net und als Mehr­wert für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie für Tou­ris­tin­nen und Tou­ris­ten erach­tet wird. Im Unter­schied zum Pro­jekt der Senats­kanz­lei ist nach aktu­el­lem Stand regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die Nut­zung ande­rer frei­er WLAN-Net­ze bestimm­ten Bedin­gun­gen unter­liegt (z.B. Beschrän­kung auf 30 min kos­ten-freie Nutzung/Tag).

Zu 3.: S. Ant­wort zu Fra­ge 1.

Zu 4.: Die Her­aus­for­de­run­gen der tech­ni­schen Umset­zung sind zu bewäl­ti­gen. Bezüg­li­ch der Nut­zung der Gebäu­de als Hot­spot-Stand­or­te müs­sen zudem geson­der­te Ver­trä­ge mit der BIM bzw. mit den Bezir­ken geschlos­sen wer­den. Wei­ter­hin ist bei eini­gen Stand­or­ten der Denk­mal­schutz zu betei­li­gen.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Aus wie vie­len Weg­wei­sern besteht zur Zeit das tou­ris­ti­sche Wege­leit­sys­tem in Ber­lin (Bit­te eine Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2: Inwie­weit gibt es Pla­nun­gen das Wege­leit­sys­tem wei­ter aus­zu­bau­en?

Fra­ge 3: Wie hoch sind die Kos­ten pro Jahr, um das tou­ris­ti­sche Wege­leit­sys­tem zu erhal­ten und aus­zu­bau­en?

Fra­ge 4: Wel­che Erkennt­nis­se gibt es zur Ver­än­de­rung der Besu­cher­zah­len, sobald eine Ein­rich­tung in das tou­ris­ti­sche Wege­leit­sys­tem auf­ge­nom­men wird?

Fra­ge 5: Meist weist das Wege­leit­sys­tem auf Sehens­wür­dig­kei­ten in der Umge­bung hin, inwie­weit wird auch auf the­ma­ti­sch ver­wand­te Ein­rich­tun­gen in ande­ren Bezir­ken, z.B. auch in den Außen­be­zir­ken hin­ge­wie­sen oder ist so etwas geplant?

Fra­ge 6: Wie hoch schätzt der Senat den Nut­zen von einem Wege­leit­sys­tem ein, dass von zen­tra­len Punk­ten in der Stadt­mit­te zu Ein­rich­tun­gen in den Außen­be­zir­ken ver­weist?

Fra­ge 7: Wie hoch wären die Kos­ten, um so ein Sys­tem ein­zu­rich­ten?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Das tou­ris­ti­sche Wege­leit­sys­tem in Ber­lin besteht der­zeit aus rd. 1.500 Weg­wei­sern an 740 Stand­or­ten. In die­sem Zusam­men­hang wird auf fol­gen­den Inter­net­auf­tritt ver­wie­sen: touris.gruen-berlin.de/aktuell. Eine Auf­lis­tung nach Bezir­ken liegt nicht vor.

Ant­wort zu 2: Das tou­ris­ti­sche Wege­leit­sys­tem, der­zeit bestehend aus der Pfeil­weg­wei­sung, soll um die Info­s­te­len ergänzt wer­den. Die Infor­ma­ti­ons­s­te­len sol­len die übli­chen ana­lo­gen Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten (Stadt­plä­ne, Anga­ben zu den Sehens­wür­dig­kei­ten) und eine erkenn­ba­re opti­sche Ver­bin­dung zur Pfeil­weg­wei­sung auf­wei­sen.

Ant­wort zu 3: Die Kos­ten für die Aktua­li­sie­rung und Unter­hal­tung der Pfeil­weg­wei­sung belau­fen sich auf ins­ge­samt 50.000 € pro Jahr. Ab dem Haus­halts­jahr 2017 sind dar­über hin­aus für die Unter­hal­tung der Info­s­te­len 23.000 € vor­ge­se­hen. Eine Finan­zie­rung der geplan­ten Erwei­te­rung des tou­ris­ti­schen Wege­leit­sys­tems um die Info­s­te­len (Ent­wick­lung und Neu­bau) aus GRW-Mit­teln wird ange­strebt. Die Gesamt­kos­ten wer­den auf 730.000 € geschätzt, der Lan­des­an­teil beträgt 73.000 €.
In die­sem Zusam­men­hang wur­den im Haus­halts­plan 2016/2017 Mit­tel wie folgt ange­mel­det:

2016: 11.000 €

2017: 37.000 €

Rest­kos­ten ab 2018: 25.000 €.

Ant­wort zu 4: Zur Ver­än­de­rung der Besu­cher­zah­len lie­gen kei­ne Anga­ben vor. Nach Abschluss des 1. Bau­ab­schnit­tes im Jahr 2004, der den Zen­tra­len Bereich im Bezirk Mit­te (Sie­ges­säu­le bis zum Alex­an­der­platz) umfasst, wur­de eine Akzep­tanz­un­ter­su­chung durch­ge­führt. Im Ergeb­nis die­ser Unter­su­chung wur­de fest­ge­stellt, dass es dop­pelt so vie­le Posi­tiv- als Nega­tiv-Nen­nun­gen gab, was sich in der abschlie­ßen­den Beno­tung wider­spie­gel­te, die ent­spre­chend dem Schul­no­ten­sys­tem (1 bis 6) vor­ge­nom­men wur­de und bei einem Durch­schnitt von 1,99 lag.

Ant­wort zu 5: Die Pfeil­weg­wei­sung ist expli­zit für Fuß­gän­ge­rin­nen und Fuß­gän­ger als eine zusätz­li­che Ori­en­tie­rungs­hil­fe zur Benut­zung von Plä­nen (Stadt­plan, Rei­se­füh­rer, Tafeln) kon­zi­piert wor­den. Sie soll auf kur­zen Wegen (Leit­pfa­de) den Gast vor­ran­gig von ver­kehr­li­chen (nächst­ge­le­ge­nen) Quell­stand­or­ten wie S- oder/und U- Bahn­sta­ti­on sowie Bus­hal­te­stel­le abho­len und zum Ziel­punkt füh­ren. Das Wege­leit­sys­tem beschränkt sich aus­schließ­li­ch auf Sehens­wür­dig­kei­ten in Ber­lin. Im Rah­men der Ent­wick­lung der Info­s­te­len soll geprüft wer­den, inwie­fern auch auf the­ma­ti­sch ver­wand­te Ein­rich­tun­gen in ande­ren Bezir­ken hin­ge­wie­sen wer­den kann.

Ant­wort zu 6: Der Nut­zen von einem Wege­leit­sys­tem, das von zen­tra­len Punk­ten in der Stadt­mit­te zu Ein­rich­tun­gen in den Außen­be­zir­ken ver­weist, kann nicht ein­ge­schätzt wer­den.

Ant­wort zu 7: Für die Ein­rich­tung eines sol­chen Sys­tems kön­nen kei­ne Anga­ben zu den Kos­ten gemacht wer­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Was ver­steht der Senat unter dem Begriff »Mobi­li­täts­sta­ti­on«?

Fra­ge 2: Wel­che Auf­ga­ben hat eine Mobi­li­täts­ta­ti­on?

Fra­ge 3: Inwie­weit ist der Senat an der Ent­wick­lung der intel­li­gen­ten Mobi­li­täts­sta­ti­on Bahn­hof Süd­kreuz betei­ligt?

Fra­ge 4: Wel­ches Poten­zi­al gibt es, meh­re­re sol­cher Sta­tio­nen über die Stadt ver­teilt auf­zu­bau­en?

Fra­ge 5: Inwie­weit besteht die Mög­lich­keit Mobi­li­täts­sta­tio­nen durch eine Ver­net­zung mit Fahr­rad­sta­tio­nen anzu­bie­ten?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1: Eine fest­ste­hen­de Defi­ni­ti­on für »Mobi­li­täts­sta­ti­on« gibt es der­zeit nicht. All­ge­mein wird unter Mobi­li­täts­sta­ti­on ein Ort ver­stan­den, an dem ver­schie­de­ne Ver­kehrs­mit­tel oder –ange­bo­te mit­ein­an­der ver­netzt sind. Dabei geht es meist um ent­spre­chen­de Ergän­zungs­an­ge­bo­te zum klas­si­schen ÖPNV (bspw. Leih­fahr­rad­sta­tio­nen und/oder Car­sha­ring-Sta­tio­nen, an bestehen­den Hal­te­stel­len des ÖPNV oder auch an ande­ren Orten, mit oder ohne Elek­tro­mo­bi­li­täts­schwer­punkt, mit oder ohne Buchungs­ter­mi­nal, mit oder ohne Lad­ein­fra­struk­tur, mit oder ohne wei­te­re Ange­bo­te für Radab­stel­l­an­la­gen, Repa­ra­turer­ser­vice, Fahr­rad­pum­pen o.ä.). Die »Sta­tio­nen« kön­nen ent­we­der im öffent­li­chen Raum oder als Bestand­teil eines Bahn­hofs bzw. auf Bahn­hofs­flä­chen ein­ge­rich­tet wer­den.

Ant­wort zu 2: An einer Mobi­li­täts­sta­ti­on wer­den – je nach Aus­ge­stal­tung einer sol­chen Sta­ti­on – unter­schied­li­che Mobi­li­täts­dienst­leis­tun­gen ange­bo­ten. Im ein­fa­chen Fall wer­den räum­li­ch kon­zen­triert an einer Hal­te­stel­le öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel mit min­des­tens einem öffent­li­chen Lei­h­an­ge­bot (Leih­fahr­rad oder Car­sha­ring-Fahr­zeu­ge) ver­netzt. In kom­ple­xe­ren Ansät­zen wer­den an der­ar­ti­gen Sta­tio­nen auch Fra­gen der Ener­gie­ver­sor­gung für die Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te (Wind­rä­der, Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, Lad­ein­fra­struk­tur o.ä.) ergän­zend gere­gelt.

Ant­wort zu 3: Die »Intel­li­gen­te Mobi­li­täts­sta­ti­on Süd­kreuz« ist im Rah­men des »Schau­fens­ters Ber­lin-Bran­den­burg«, einem För­der­pro­gramm des Bun­des für die Elek­tro­mo­bi­li­tät, ent­wi­ckelt wor­den und wird vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur geför­dert. Der Ber­li­ner Senat betei­ligt sich mit der »Ber­li­ner Agen­tur für Elek­tro­mo­bi­li­tät eMO«, die die zen­tra­le Anlauf­stel­le für Elek­tro­mo­bi­li­tät in der deut­schen Haupt­stadt­re­gi­on dar­stellt und die ein­zel­nen Vor­ha­ben im »Schau­fens­ter Elek­tro­mo­bi­li­tät« in der Haupt­stadt­re­gi­on koor­di­niert, durch die Ver­net­zung mit ande­ren Akteu­ren und deren Koor­di­na­ti­on an der »Intel­li­gen­ten Mobi­li­täts­sta­ti­on Süd­kreuz«. Dar­über hin­aus haben sich die DB AG und die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt mehr­fach in Gesprä­chen über die Aus­ge­stal­tung des Fern-, Regio­nal- und S-Bahn­hofs Ber­lin Süd­kreuz als Zukunfts­bahn­hof fach­li­ch aus­ge­tauscht.

Ant­wort zu 4: Die »ein­fa­che Vari­an­te« ver­netz­ter Mobi­li­täts­an­ge­bo­te gibt es mit dem Leih­fahr­rad­sys­tem bereits und wird es auch nach dem lau­fen­den Ver­ga­be­ver­fah­ren wei­ter­hin geben. Bei Ent­wick­lungs­vor­ha­ben kön­nen und wer­den der­ar­ti­ge Ansät­ze bereits mit­ge­dacht, so wur­de das The­ma in Zusam­men­hang mit der Nach­nut­zung Tegel sehr umfang­reich behan­delt (Stich­wort dort »Mobi­li­ty Hubs«).

Ant­wort zu 5: Leih­fahr­rad-Fahr­rad­sta­tio­nen im direk­ten Umfeld von Hal­te­stel­len sind die »ein­fachs­te« Form einer Mobi­li­täts­sta­ti­on. Inwie­fern im öffent­li­chen Raum Mög­lich­kei­ten wei­ter­ge­hen­der Ange­bo­te bestehen, wäre fall­wei­se zu prü­fen und bspw. hin­sicht­li­ch der Son­der­nut­zung zu regeln. Inwie­fern Bahn­hö­fe suk­zes­si­ve zu Mobi­li­täts­sta­tio­nen umge­rüs­tet wer­den kön­nen, hängt eben­falls von Flä­chen, aber auch von den Betrei­ber­kon­zep­ten ab.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Mög­lich­kei­ten der Ener­gie­be­ra­tung gibt es für Haus­hal­te in Ber­lin?
2. Was umfasst eine Ener­gie­be­ra­tung aus Sicht des Senats?
3. Wel­che Wer­tig­keit haben Ener­gie­be­ra­tun­gen von Haus­hal­ten für das Land Ber­lin?
4. Inwie­weit gibt es Bemü­hun­gen, Haus­hal­te auf Ener­gie­be­ra­tun­gen von bei­spiel­wei­se der Cari­tas auf­merk­sam zu machen?
5. In wel­cher Wei­se plant der Senat das Enga­ge­ment im Bereich der Ener­gie­be­ra­tung zu unter­stüt­zen bzw. wei­ter aus­zu­bau­en?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Ener­gie­be­ra­tun­gen per Tele­fon, Online und durch sta­tio­nä­re Bera­tung bie­tet die Ver­brau­cher­zen­tra­le Ber­lin – geför­dert durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie und das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Außen­kon­trol­le – für Mie­te­rin­nen und Mie­ter (Basis-Check) und für Eigentümerinnen/Eigentümer von Gebäu­den (Gebäu­de-Check) für 10 bzw. 20 € an. Für sozia­le Här­te­fäl­le sind Kos­ten­be­frei­un­gen mög­li­ch. Der Cari­tas­ver­band und der Bun­des­ver­band der Ener­gie- und Kli­ma­schutz­agen­tu­ren bie­ten in einer Gemein­schafts­ak­ti­on – geför­dert durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit – Strom­spar-Checks an. Das Bera­tungs­an­ge­bot der Gemein­schafts­ak­ti­on ist mit dem der Ver­brau­cher­zen­tra­le ver­netzt. Die Bera­tungs­an­ge­bo­te wer­den nach Kennt­nis des Senats gut ange­nom­men.
Zu 2.: Eine Ener­gie­be­ra­tung soll­te indi­vi­du­ell auf die Fra­gen und Bedürf­nis­se der nach­fra­gen­den Verbraucherin/des nach­fra­gen­den Ver­brau­chers zuge­schnit­ten sein. Der Umfang einer Ener­gie­be­ra­tung ist u. a. vom jewei­li­gen Sta­tus der/des zu Bera­ten­den und ihren/seinen Wohn­um­stän­den abhän­gig – z. B. ist sie Mieterin/er Mie­ter oder pri­va­te Hauseigentümerin/privater Haus­ei­gen­tü­mer? -. Eine Ener­gie­be­ra­tung wird bei Mie­te­rin­nen und Mie­tern häu­fig den Strom- und Wär­me­ver­brauch, die Elek­tro­ge­rä­teaus­stat­tung, poten­zi­el­le Kos­ten­ein­spa­run­gen durch Erwerb ener­gie­ef­fi­zi­en­te­rer Gerä­te, Ener­gie­an­bie­ter­wech­sel und das Nut­zer­ver­hal­ten zum Gegen­stand haben. Pri­va­te Hauseigentümerinnen/Hauseigentümer, Bau­her­ren und Wohneigentümerinnen/Wohneigentümer inter­es­sie­ren sich dar­über hin­aus zusätz­li­ch häu­fig für bau­li­chen Wär­me­schutz (Dächer, Außen­wän­de, Kel­ler) und wol­len zum Ein­satz von Haus­tech­nik (Hei­zung, Warm­was­ser­be­rei­tung, Rege­lung, Lüf­tung) bera­ten wer­den. Von gro­ßem Inter­es­se sind auch Fra­gen zu För­der­pro­gram­men mit denen Ener­gie­sa­nie­run­gen gege­be­nen­falls teil­fi­nan­ziert wer­den kön­nen.

Zu 3.: Ener­gie­be­ra­tun­gen von Haus­hal­ten genie­ßen einen hohen Stel­len­wert für das Land Ber­lin. Pri­va­te Haus­hal­te benö­ti­gen ca. 30% der in Deutsch­land ins­ge­samt ver­brauch­ten Ener­gie. Die nach­hal­ti­ge Sen­kung des Ener­gie­ver­brauchs auch in Ber­lin trägt zur Errei­chung der kli­ma­po­li­ti­schen Zie­le sowie zur finan­zi­el­len Ent­las­tung der Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher bei. Die­se Ent­las­tung ist vor allem für Fami­li­en mit gerin­gem Ein­kom­men bedeut­sam.

Zu 4.: Die Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz betreibt ein Ver­brau­cher­por­tal, das mit der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ber­lin ver­netzt ist. Im Übri­gen sei auf die Ant­wort zu Fra­ge 1 ver­wie­sen.

Zu 5.: Der Senat wird sich dafür ein­set­zen, dass das mit Hil­fe öffent­li­cher Mit­tel geför­der­te Ange­bot an Ener­gie­be­ra­tun­gen auf­recht­erhal­ten bleibt. Grund­sätz­li­ch wird eine wesent­li­che Aus­wei­tung der durch öffent­li­che Mit­tel geför­der­ten Ener­gie­be­ra­tung der­zeit nicht ins Auge gefasst. Punk­tu­ell wer­den Ange­bots­aus­wei­tun­gen aber vor­ge­nom­men: Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Ber­lin bie­tet seit rund einem Monat zusätz­li­ch zu dem bis­he­ri­gen Ange­bot Ener­gie­spar­be­ra­tun­gen in der Kli­ma­werk­statt Span­d­au an.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Bei wel­chen Insti­tu­tio­nen haben das Land Ber­lin und die Bezir­ke ihre jewei­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten (Bit­te um Auf­lis­tung)?

2. Wel­che Kre­dit­for­men und Schul­den­ar­ten nutzt das Land Ber­lin für die Ergän­zung der öffent­li­chen Haus­hal­te?

3. Wie ver­tei­len sich die Kre­di­te, Schul­den­ar­ten und Schuld­ner?

4. Wie hoch sind die Kre­dit­zin­sen zum der­zei­ti­gen Stand (Bit­te um Höchst- und Tiefst­wert im Fal­le unter­schied­li­cher Anla­ge­for­men)?

5. Über wel­chen Zeit­raum bin­det sich das Land Ber­lin an die zu die­sem Zeit­punkt bestehen­den Kre­di­te und wel­che Umschich­tungs­in­ter­val­le wer­den genutzt?

6. Wel­chen Stand haben die pri­va­ten Schul­den im Land Ber­lin ins­ge­samt?

7. In wel­chem Ver­hält­nis ste­hen die pri­va­ten Schul­den zu den öffent­li­chen Schul­den im Land Ber­lin und sei­nen zwölf Bezir­ken ins­ge­samt?

Dan­ny Frey­mark

Zu 1.: Die Auf­nah­me oder Über­nah­me von Dar­le­hen, sowie die Ver­wal­tung der Schul­den sind Vor­be­halts­auf­ga­be des Senats. Eine unter­schei­den­de Betrach­tung zwi­schen Land und Bezir­ken stellt sich daher nicht. Im Fol­gen­den wird von den Ver­bind­lich­kei­ten des Lan­des Ber­lin berich­tet. Das Land Ber­lin deckt sei­nen Kre­dit­be­darf am Kapi­tal­markt bei einer Viel­zahl von unter­schied­li­chen Insti­tu­ten, vor­nehm­li­ch Ban­ken- und Ver­si­che­rungs­in­sti­tu­ten. Da fast zwei Drit­tel der Schul­den Ber­lins in Form von Wert­pa­pie­ren an den Kre­dit­markt aus­ge­ge­ben sind und an der Bör­se gehan­delt wer­den, könn­te eine Auf­stel­lung nur für die in Schuld­schein- und Ver­trags­dar­le­hen ein­ge­tra­ge­nen Gläu­bi­ger erfol­gen. Aus Ver­trau­lich­keits­grün­den wird jedoch nur eine Auf­stel­lung nach Gläu­bi­ger­grup­pen aus­ge­ge­ben, die Sie bit­te der Ant­wort zu 3. ent­neh­men.

Zu 2.: Das Land Ber­lin nutzt Tages- und Ter­min­gel­der für Kas­sen­kre­di­te und für die lang­fris­ti­ge Haus­halts­fi­nan­zie­rung Wert­pa­pie­re, Schuld­schein­dar­le­hen und Ver­trags­dar­le­hen. Die für die Haus­halts­kre­dit­auf­nah­me ein­ge­setz­ten Instru­men­te sind jeweils von der Markt­la­ge und der Mark­ter­gie­big­keit abhän­gig. Im Jahr 2014 wur­den rd. 97% als Wert­pa­pie­re und rd. 3% als Schuld­schein­dar­le­hen abge­schlos­sen. Die Haus­halts­kre­dit­auf­nah­me im ers­ten Halb­jahr 2015 erfolg­te zu rd. 91% über die Emis­si­on von Wert­pa­pie­ren, zu rd. 2% über Schuld­schein­dar­le­hen und zu rd. 7% über Ver­trags­dar­le­hen.

Zu 3.: Zum 31.12.2014 ver­teil­ten sich die Haus­halts­schul­den am Kre­dit­markt auf fol­gen­de Gläu­bi­ger­grup­pen. (Sie­he ange­häng­tes Doku­ment)

Zu 4.: Die Höhe der Kre­dit­zin­sen hängt von der Lauf­zeit der Kre­di­te ab. Eine Unter­schei­dung der Kre­dit­zin­sen hin­sicht­li­ch der Anla­ge­form gibt es nicht. Zum 21.09.2015 lagen die Zins­sät­ze am Kre­dit­markt für aus­ge­wähl­te Lauf­zei­ten bei nach­fol­gen­den Wer­ten: 12-Monats-Euri­bor: 0,152% 5 Jah­re: 0,290% 10 Jah­re: 0,960% 15 Jah­re: 1,370% 20 Jah­re: 1,530%

Zu 5.: Per 30.06.2015 betrug die durch­schnitt­li­che Rest­lauf­zeit der Kre­di­te im Schul­den­port­fo­lio 6,68 Jah­re. Die Til­gun­gen wer­den im jewei­li­gen Haus­halts­jahr regel­mä­ßig in vol­ler Höhe abzüg­li­ch der im Haus­halts­ge­setz ver­an­schlag­ten Til­gun­gen refi­nan­ziert.

Zu 6. und 7.: Anga­ben zu Schul­den pri­va­ter Haus­hal­te wer­den von der amt­li­chen Sta­tis­tik in der Ein­kom­mens- und Ver­brauchs­stich­pro­be (EVS) sowie mit der Über­schul­dungs­sta­tis­tik erho­ben. Die EVS wird alle 5 Jah­re durch­ge­führt. Der­zeit lie­gen Zah­len mit dem Stand vom 01.01.2013 vor, die erhe­bungs­me­tho­di­sch auf Hoch­rech­nun­gen von Stich­pro­ben basie­ren. Unter dem nach­fol­gen­den Inter­net-Link ist ein aus­führ­li­cher sta­tis­ti­scher Bericht (Haus- und Grund­be­sitz, Geld­ver­mö­gen und Schul­den pri­va­ter Haus­hal­te im Land Ber­lin 2013) ein­seh­bar: www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/stat_berichte/2014/SB_O02-02-00_2013j05_BE.pdf Die Über­schul­dungs­sta­tis­tik – aktu­ell von 2014 – wird vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt in Koope­ra­ti­on ver­schie­de­ner Ver­wal­tun­gen durch­ge­führt (in Ber­lin ist dies feder­füh­rend die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit und Sozia­les). Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt erstellt dar­auf­hin ent­spre­chen­de Län­de­r­er­geb­nis­se. Bei die­ser frei­wil­li­gen Per­so­nen­sta­tis­tik haben sich in Ber­lin alle Bera­tungs­stel­len betei­ligt, indem sie die ver­schul­de­ten Per­so­nen um Ein­wil­li­gung für die Wei­ter­ga­be ihrer Daten gebe­ten haben. Da die pri­va­ten Schul­den unter den vor­an­ge­stell­ten Grund­la­gen weder aktu­ell erho­ben noch kon­kret zu bezif­fern sind, ist eine Rela­ti­on zu den kon­kret bezif­fer­ba­ren öffent­li­chen Schul­den nicht aus­sa­ge­kräf­tig her­zu­stel­len.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Inwie­fern gibt es einen Zusam­men­hang zwi­schen dem Stark­re­gen vom Sams­tag, den 13. Juni und der gro­ßen Anzahl toter Fische, von denen in den Medi­en berich­tet wird?

Fra­ge 2: Wie hoch war die Zahl der toten Fische?

Fra­ge 3: Wel­che wei­te­ren Schä­den an den Öko­sys­te­men der Ber­li­ner Flüs­se sind durch die­sen Stark­re­gen fest­zu­stel­len?

Fra­ge 4: Wie lan­ge wird die Zeit ein­ge­schätzt, die die Fluss­öko­sys­te­me benö­ti­gen, um die­ses eine Rege­ner­eig­nis zu kom­pen­sie­ren?

Fra­ge 5: Inwie­fern kann eine Ent­wick­lung der Zahl der toten Fische im Ver­gleich zu sol­chen Rege­ner­eig­nis­sen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren fest­ge­stellt wer­den?

Fra­ge 6: Durch wel­che Maß­nah­men kann die­ses Fisch­ster­ben ver­rin­gert wer­den, wel­che davon sind bereits umge­setzt oder geplant?

Fra­ge 7: Lässt sich ein Unter­schied fest­stel­len zwi­schen der Anzahl der toten Fische in Gewäs­sern, in deren Umge­bung Misch­ka­na­li­sa­ti­on ver­baut ist, im Ver­gleich zu Gewäs­sern, die von Trenn­ka­na­li­sa­ti­on umge­ben sind?

Fra­ge 8: Wel­che Ver­bes­se­rung könn­te durch einen Aus­bau der Regen­was­ser­rei­ni­gung im Bereich der Trenn­ka­na­li­sa­ti­on erreicht wer­den?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu Fra­ge 1: Durch die Stark­re­ge­ner­eig­nis­se kam es in eini­gen inner­städ­ti­schen Berei­chen zum Über­lauf der Misch­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on. Der damit ver­bun­de­ne Ein­trag von orga­ni­schem Mate­ri­al in die Gewäs­ser führ­te zu mikro­bi­el­len Abbau­pro­zes­sen unter star­kem Sau­er­stoff­ver­brauch. Als Fol­ge kam es zu Fisch­ster­ben.

Ant­wort zu Fra­ge 2: Eine Zäh­lung der toten Fische erfolgt nicht. Es wur­den rd. 8 Ton­nen orga­ni­sche und anor­ga­ni­sche Abfäl­le aus den betrof­fe­nen Gewäs­sern abge­sam­melt und fach­ge­recht ent­sorgt.

Ant­wort zu Fra­ge 3: Es wur­den kei­ne wei­te­ren aku­ten Schä­den erfasst. Es ist aber nicht aus­zu­schlie­ßen, dass neben den Fischen auch noch ande­re Orga­nis­men geschä­digt wur­den.

Ant­wort zu Fra­ge 4: Die Rege­ne­ra­ti­on hin­sicht­li­ch der che­mi­schen-phy­si­ka­li­schen Bedin­gun­gen ent­wi­ckelt sich in Abhän­gig­keit der wei­te­ren Wet­ter­si­tua­ti­on und den vor­lie­gen­den gewäs­ser­spe­zi­fi­schen Bedin­gun­gen wie Abfluss, Quer­schnitt und der vor­han­de­nen Grund­be­las­tung. Eine pau­scha­le Anga­be ist nicht mög­li­ch. Die ursprüng­li­chen Fisch­be­stän­de stel­len sich bis zum Spät­herbst wie­der ein.

Ant­wort zu Fra­ge 5: Es wur­de im Ver­gleich zu Ereig­nis­sen der ver­gan­ge­nen Jah­re kei­ne signi­fi­kan­ten Zu- oder Abnah­me der auf­grund von Ein­lei­tun­gen im Zuge von Stark­re­ge­ner­eig­nis­sen ver­en­de­ten Fisch­men­gen fest­ge­stellt.

Ant­wort zu Fra­ge 6: Über­läu­fe bei Stark­re­gen sind nicht gänz­li­ch zu ver­hin­dern. Durch das lau­fen­de Bau­pro­gramm des Lan­des Ber­lin und der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (BWB) zur Schaf­fung von stadt­weit ins­ge­samt 300.000 m³ Stau­raum für die Misch­was­ser­spei­che­rung bis 2020 wird die Häu­fig­keit der Über­lau­fer­eig­nis­se ver­rin­gert. Im Jahr 2014 wur­de ein Umset­zungstand von 230.000 m³ erreicht. Es ist geplant, für öko­lo­gi­sche Schwer­punkt­ge­bie­te ein ergän­zen­des Sanie­rungs­pro­gramm zum lau­fen­den Pro­gramm ab 2016/2017 pla­ne­ri­sch zu ent­wi­ckeln.
Dar­über hin­aus wird geprüft, ob durch eine ver­än­der­te Steue­rung der Zuflüs­se in den Land­wehr­ka­nal aus der Spree die Fol­gen von Misch­was­ser­über­läu­fen abge­min­dert wer­den kön­nen.

Ant­wort zu Fra­ge 7: Im Zusam­men­hang mit dem der­zei­ti­gen Fisch­ster­bens­er­eig­nis lässt sich fest­stel­len, dass in der Umge­bung der Misch­ka­na­li­sa­ti­on im Ver­gleich zur Trenn­ka­na­li­sa­ti­on grö­ße­re Men­gen ver­en­de­ter Fische vor­ge­fun­den wur­den. In der Ver­gan­gen­heit gab es aber auch grö­ße­re Fisch­ster­bens­er­eig­nis­se in der Umge­bung von Trenn­ka­na­li­sa­ti­on, ins­be­son­de­re in klei­ne­ren Land­se­en.

Ant­wort zu Fra­ge 8: Maß­nah­men zur Regen­was­ser­be­wirt­schaf­tung (dar­un­ter auch Maß­nah­men zur Regen­was­ser­rei­ni­gung) stel­len sowohl im Misch- als auch im Trenn­sys­tem einen wich­ti­gen Bei­trag zur Redu­zie­rung der stoff­li­chen und hydrau­li­schen Belas­tun­gen der Ober­flä­chen­ge­wäs­ser in Ber­lin dar. Es steht eine Viel­zahl an Maß­nah­men­op­tio­nen der dezen­tra­len, semi­zen­tra­len und zen­tra­len Regen­was­ser­be­wirt­schaf­tung zur Ver­fü­gung, die je nach ört­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen und spe­zi­fi­scher Aus­rich­tung ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Die Effek­te sind je nach Art der Maß­nah­me und den loka­len Gege­ben­hei­ten unter­schied­li­ch.
In Ber­lin wird das stra­te­gi­sche Ziel ver­folgt, durch eine kon­se­quen­te Umset­zung von dezen­tra­len, semi­zen­tra­len und zen­tra­len Maß­nah­men der stoff­li­chen Regen­was­ser­be­hand­lung die Emis­sio­nen mit­tel- bis lang­fris­tig um 50% (AFS, Schwer­me­tal­le, PAK, TP) zu redu­zie­ren.

Die Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wo plant der Senat den Neu­bau von Feu­er­wehr­sta­tio­nen in Ber­lin (Bit­te um Auf­lis­tung der Stand­or­te)?

2. Bis wann sol­len die benann­ten Sta­tio­nen jeweils fer­tig gestellt wer­den und in Betrieb gehen?

3. Wel­che Kapa­zi­tä­ten wer­den an den neu­en Stand­or­ten jeweils geschaf­fen?

4. Wel­che Kos­ten wer­den für den Neu­bau die­ser Sta­tio­nen auf­ge­wen­det?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1. bis 4.: Nach dem aktu­el­len Stand des Auf­stel­lungs­ver­fah­rens für den Dop­pel­haus­halt 2016/2017 und die Finanz­pla­nung 2015 bis 2019 sind fol­gen­de Neu­bau­maß­nah­men – Feu­er­wa­chen, Wehr­ge­bäu­de für Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren (FF) und Ret­tungs­wa­chen – für die Ber­li­ner Feu­er­wehr geplant und ange­mel­det wor­den:

Standort/Maßnahme

Finan­ziert ab

geplan­te Fer­tig­stel­lung

geplan­te Kapa­zi­tät

Mit­tel­be­darf (in Euro)

Neu­bau einer Fahr­zeug­hal­le auf dem Gelän­de der FF Staa­ken

2015

2017

3 zusätz­li­che Fahr­zeug-stän­de für vor­han­de­ne Fahr­zeu­ge

1.400.000

Neu­bau Ret­tungs­wa­che und FF Alt­glie­ni­cke

2018

2020/2021

Ins­ge­samt 6 Fahr­zeug­stän­de

Ret­tungs­wa­che:

2 für Ret­tungs­wa­gen (RTW)

FF:

2 für Lösch­hil­fe­leis­tungs­fahr­zeu­ge (LHF),

1 für Lösch­fahr­zeug Kata­stro­phen­schutz,

1 für Tank­lösch­fahr­zeug (TLF)

5.850.000

Neu­bau Ret­tungs­wa­che Pan­kow

2018

2019

1 RTW

1.250.000

Neu­bau Berufs­feu­er­wa­che Hohen­schön­hau­sen

2019

2021/2022

9 Fahr­zeug­stän­de,

davon

5 für RTW,

3 für LHF,

1 für Dreh­lei­ter (DL)

12.000.000

Aus Mit­teln des Son­der­ver­mö­gens Infra­struk­tur der Wach­sen­den Stadt (SIWA) wer­den im Rah­men des Son­der­sa­nie­rungs­pro­gramms Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren fol­gen­de Ersatz­bau­ten errich­tet:

(Tabel­le sie­he Anhang)

Mit­tel­fris­ti­ge wei­te­re Pla­nun­gen (ab 2020) für Neu­bau­ten:

(Tabel­le sie­he Anhang)

Dar­über hin­aus sieht die Feu­er­wehr per­spek­ti­vi­sch die ein­satz­tak­ti­sche Not­wen­dig­keit, fol­gen­de wei­te­re Ret­tungs­wa­chen zu errich­ten:

a) Ret­tungs­wa­che Plän­ter­wald

b) Ret­tungs­wa­che Lank­witz

c) Ret­tungs­wa­che Alt-Fried­richs­fel­de

d) Ret­tungs­wa­che Schmöck­witz

(mög­li­cher­wei­se in Kom­bi­na­ti­on mit einer Gene­ral­sa­nie­rung oder einem Ersatz­bau für die FF Schmöck­witz)

Über die künf­ti­ge Kapa­zi­tät an die­sen Stand­or­ten kann zur­zeit kei­ne Aus­sa­ge getrof­fen wer­den, weil der Bedarf in Abhän­gig­keit von der wei­te­ren Ein­satz­ent­wick­lung im Not­fall­ret­tungs­dienst und dem Bevöl­ke­rungs­wachs­tum noch zu kon­kre­ti­sie­ren und abzu­stim­men ist. Daher kön­nen auch die Fra­gen zu Bau­be­ginn, Bau­zeit und geplan­ter Fer­tig­stel­lung sowie zum vor­aus­sicht­li­chen Mit­tel­be­darf aktu­ell nicht beant­wor­tet wer­den. Es wird zur­zeit davon aus­ge­gan­gen, dass eine Anmel­dung der jewei­li­gen Maß­nah­men frü­hes­tens mit der Finanz- und Inves­ti­ti­ons­pla­nung 2016 bis 2020 erfol­gen wird. Aus­nah­me ist die Maß­nah­me für die FF Schmöck­witz, die Bestand­teil des Son­der­sa­nie­rungs­pro­gramms Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren ist und in Abhän­gig­keit von den dafür bereit­ste­hen­den Mit­teln auch frü­her umge­setzt wer­den könn­te.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che aktu­el­len Pla­nun­gen zum Bau der Orts­um­fah­rung Ahrens­fel­de (B 158) gibt es und in wel­cher Pro­jekt­pha­se befin­det sich der Bau?

Fra­ge 2: Wel­che Anschluss­mög­lich­kei­ten der Orts­um­fah­rung Ahrens­fel­de (B 158) an den Bezirk Lich­ten­berg sind vor­ge­se­hen und wel­che Vari­an­te wird dabei vom Senat favo­ri­siert?

Fra­ge 3: Wel­che zusätz­li­chen Ver­kehrs­be­las­tun­gen erwar­tet der Senat durch Fer­tig­stel­lung der Orts­um­fah­rung Ahrens­fel­de (B 158) im Bezirk Lich­ten­berg direkt oder indi­rekt?

Fra­ge 4: Wel­che alter­na­ti­ven Pla­nun­gen und Maß­nah­men zur Ver­mei­dung der ver­kehr­li­chen Mehr­be­las­tung der Anwoh­ner im Bezirk Lich­ten­berg sieht der Senat vor?

Fra­ge 5: Wel­che Maß­nah­men zur Anwoh­ner­be­tei­li­gung der betrof­fe­nen Lich­ten­ber­ger sieht der Senat im Rah­men der Umset­zung des Baus?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wir fol­gend:

Ant­wort zu 1: Im Sep­tem­ber 2011 wur­de für den Bau der Orts­um­fah­rung der Antrag auf Plan­fest­stel­lung ein­ge­reicht. Die Stel­lung­nah­men der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge und der sons­ti­gen Betrof­fe­nen wur­den zwi­schen­zeit­li­ch aus­ge­wer­tet.

Der Bun­des­rech­nungs­hof hat die feder­füh­rend vom Land Bran­den­burg auf Grund­la­ge einer Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung erstell­ten Pla­nun­gen bemän­gelt. Nach­dem der Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss des Bun­des­ta­ges den Auf­fas­sun­gen des Rech­nungs­ho­fes gefolgt ist, sind neue Abstim­mun­gen zwi­schen den Län­dern Ber­lin, Bran­den­burg und dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur erfor­der­li­ch, so dass gegen­wär­tig eine Aus­sa­ge über den Fort­gang des Pla­nungs bzw. Geneh­mi­gungs­pro­zes­ses nicht mög­li­ch ist.

Ant­wort zu 2: Die Anbin­dung der B 158 n soll über das bestehen­de Stra­ßen­netz erfol­gen.

Ant­wort zu 3 und 4: Mit Fer­tig­stel­lung der Orts­um­fah­rung Ahrens­fel­de wür­den nur gerin­ge zusätz­li­che Ver­kehrs­be­le­gun­gen im Bezirk Lich­ten­berg durch das Vor­ha­ben erwar­tet. Dies gilt auch für die Ahrens­fel­der Chaus­see und die Hohen­schön­hau­ser Stra­ße, wel­che im Bezirk Lich­ten­berg am dich­tes­ten zum Vor­ha­ben lie­gen. Die Betrach­tun­gen schlie­ßen die städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lun­gen wie neue Wohn- und Gewer­be­ge­bie­te ein. Eine Dif­fe­ren­zie­rung der zusätz­li­chen Ver­kehrs­men­gen nach städ­te­bau­li­cher und infra­struk­tu­rel­ler Ent­wick­lung liegt nicht vor.

Ant­wort zu 5: Das unter Punkt 1 benann­te Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren bie­tet den Rah­men für die Betei­li­gung der auf Lich­ten­ber­ger Gebiet betrof­fe­nen Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le öffent­li­che Toi­let­ten gibt es in Ber­lin (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2: Wie hat sich die Anzahl der öffent­li­chen Toi­let­ten in den letz­ten fünf Jah­ren ent­wi­ckelt?

Fra­ge 3: Wel­che Kos­ten ent­ste­hen bei der Auf­stel­lung und dem Betrieb sol­cher Toi­let­ten und wer trägt die­se?

Fra­ge 4: An wel­chen Bahn­hö­fen der U-Bah­nen, S-Bah­nen und des Regio­nal­ver­kehrs gibt es öffent­li­che Toi­let­ten?

Fra­ge 5: Besteht zu allen die­sen Toi­let­ten ein bar­rie­re­frei­er Zugang und wenn ja, wel­che Anfor­de­run­gen müs­sen dafür erfüllt wer­den?

Fra­ge 6: Inwie­fern exis­tiert eine Pla­nung in jedem Bahn­hof eine öffent­li­che Toi­let­te bereit­zu­stel­len bzw. in wel­chem Maß ist ein Aus­bau der öffent­li­chen Toi­let­ten geplant?

Fra­ge 7: Wie defi­niert sich die Zusam­men­ar­beit mit der Wall AG bezüg­li­ch der Bereit­stel­lung, War­tung, Rei­ni­gung und Ver­trags­lauf­zei­ten von öffent­li­chen Toi­let­ten?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Die genaue Gesamt­zahl aller öffent­li­chen Toi­let­ten in Ber­lin ist dem Senat auf­grund unter-schied­li­cher Ver­ant­wort­lich­kei­ten für die Viel­zahl der bestehen­den Ange­bo­te ins­be­son­de­re im öffent­li­chen Stra­ßen­land sowie in Grün­an­la­gen, Fried­hö­fen, öffent­li­chen Parks, Ein­kaufs­zen­tren, Bahn­hö­fen oder sons­ti­gen öffent­li­ch zugäng­li­chen Gebäu­den nicht bekannt und mit ange­mes­se­nem Auf­wand nicht zu ermit­teln.

In Grün­an­la­gen und im öffent­li­chen Stra­ßen­land Ber­lins gibt es ca. 258 öffent­li­che Toi­let­ten. Hier­bei han­delt es sich um City-Toi­let­ten (Modul­toi­let­ten), Toi­let­ten­häus­chen (gemau­er­te oder unter­ir­di­sche Toi­let­ten­an­la­gen), Café Acht­ecks (über­wie­gend nur für Män­ner), City Pis­soirs (nur für Män­ner) und Sani­tär­con­tai­ner.

Die vor­ge­nann­ten Toi­let­ten­an­la­gen ver­tei­len sich wie folgt auf die Bezir­ke:

Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf: 44

Fried­richs­hain-Kreuz­berg: 21

Lich­ten­berg: 9

Mar­zahn-Hel­lers­dorf: 12

Mit­te: 38

Neu­kölln: 20

Pan­kow: 22

Rei­ni­cken­dorf: 18

Span­d­au: 17

Ste­glitz-Zehlen­dorf: 19

Tem­pel­hof-Schö­ne­berg: 22

Trep­tow-Köpe­nick: 15

Ant­wort zu 2: Die Anzahl der öffent­li­chen Toi­let­ten im öffent­li­chen Stra­ßen­land ist in den letz­ten fünf Jah­ren weit­ge­hend gleich geblie­ben, nur ver­ein­zelt wur­den Toi­let­ten­stand­or­te auf­ge­ge­ben, ver­legt oder neu erschlos­sen.

Ant­wort zu 3: Ver­läss­li­che Aus­sa­gen über die Kos­ten für das Auf­stel­len und den Betrieb der unter­schied­li­chen Toi­let­ten­an­la­gen im öffent­li­chen Stra­ßen­land und in Grün­an­la­gen kön­nen nicht getrof­fen wer­den, soweit die­se Kos­ten Gegen­stand der inter­nen betrieb­li­chen Kal­ku­la­ti­on des jewei­li­gen Unter­neh­mens sind, das die öffent­li­che Toi­let­te betreibt. In den ent­spre­chen­den Ver­trä­gen mit dem Land Ber­lin sind die Kos­ten nicht im Ein­zel­nen auf­ge­schlüs­selt. Die Kos­ten der im Rah­men der bezirk­li­chen Res­sour­cen­ver­ant­wor­tung ange­bo­te­nen Toi­let­ten lie­gen dem Senat nicht vor und las­sen sich mit ange­mes­se­nem Auf­wand nicht ent­spre­chend auf­ge­schlüs­selt ermit­teln.

Die Grün Ber­lin GmbH hat für die Toi­let­ten in den von ihr bewirt­schaf­te­ten Park­an­la­gen ange­ge­ben, dass die Beschaf­fungs­kos­ten ohne Infra­struk­tur­kos­ten für die Toi­let­ten­an­la­gen (Lebens­er­war­tung: ca. 5 Jah­re) etwa 20.000 Euro pro Anla­ge bzw. für eine Toi­let­ten­an­la­ge, die in ein Kioskge­bäu­de inte­griert ist, ca. 50.000 Euro und die Bewirt­schaf­tungs­kos­ten der Toi­let­ten­an­la­ge ca. 5.000 Euro pro Anla­ge und Jahr betru­gen.

Ant­wort zu 4: Die Fra­ge nach den Toi­let­ten in den Bahn­hö­fen kann der Senat nicht aus eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten und hat daher die BVG1 AöR, die S-Bahn Ber­lin GmbH und die Deut­sche Bahn AG um eine Stel­lung­nah­me gebe­ten, die von dort in eige­ner Ver­ant­wor­tung erstellt und dem Senat über­mit­telt wur­de.

Die Deut­sche Bahn AG teilt fol­gen­des mit:

»Grund­sätz­li­ch stat­tet die DB Station&Service AG laut Aus­stat­tungs­ka­ta­log stan­dard­mä­ßig Bahn­hö­fe der Kate­go­rie 1 und Kate­go­rie 2 mit einer öffent­li­chen WC-Anla­ge aus. Zusätz­li­ch prü­fen wir die Poten­tia­le und Bedar­fe bei wei­te­ren Sta­tio­nen, dabei grei­fen wir selbst­ver­ständ­li­ch die gesetz­ten Impul­se unse­rer Kun­den und Part­ner auf.

Fol­gen­de Sta­tio­nen sind mit öffent­li­chen WC-Anla­gen im Raum Ber­lin aus­ge­stat­tet:

Ber­lin Haupt­bahn­hof, Ber­lin Ost­bahn­hof, Ber­lin Süd­kreuz, Ber­lin Gesund­brun­nen, Ber­lin Fried­rich­stra­ße, Ber­lin-Lich­ten­berg, Ber­lin Zoo­lo­gi­scher Gar­ten, Ber­lin-Span­d­au, Ber­lin Wann­see, Ber­lin Alex­an­der­platz, Ber­lin-Schö­ne­wei­de Per­so­nen­bahn­hof, Ber­lin Ost­kreuz, Ber­lin-Pan­kow, Eich­wal­de.

Die WC-Anla­ge für den Bahn­hof Ber­lin Ost­kreuz wur­de in die Bau­pla­nung mit auf­ge­nom­men und soll in dem Jahr 2019 rea­li­siert wer­den.«

Die BVG teilt fol­gen­des mit:

»Im gesam­ten U-Bahn­be­reich sind kei­ne öffent­li­chen Toi­let­ten vor­han­den«.

Ant­wort zu 5: Alle City-Toi­let­ten im öffent­li­chen Stra­ßen­land sind bar­rie­re­frei und ent­spre­chen der DIN 18024–2:1996–11. Die Café Acht­ecks, City Pis­soirs und Sani­tär­con­tai­ner sind nicht bar­rie­re­frei. Die Toi­let­ten­häus­chen sind mit ein­zel­nen Aus­nah­men (z. B. unter­ir­di­sche Toi­let­ten am Breit­scheid­platz) bar­rie­re­frei. Die Toi­let­ten­an­la­gen der Grün Ber­lin GmbH haben bar­rie­re­freie Abtei­le.

Die Deut­sche Bahn teilt zu Ihren Toi­let­ten fol­gen­des mit:

»Alle … Toi­let­ten sind bar­rie­re­frei erreich­bar, mit Aus­nah­me von Wann­see.

Zu den Rege­lun­gen und Vor­aus­set­zun­gen:

Grund­sätz­li­ch gilt die TSI PRM, in der jedoch ledig­li­ch fest­ge­legt ist, dass natio­na­le Rege­lun­gen gel­ten. Toi­let­ten sind bei uns in der Richt­li­nie 813.02.04 gere­gelt mit dem Hin­weis auf die Umset­zung der DIN 18040–1 (vor­her 18024–2): nullbarriere.de/din-18040–1-sanitaerraeume.htm. Die Anwen­dung erfolgt aber nur für Neu­bau­ten. Für Bestands­bau­ten gel­ten die im jewei­li­gen Her­stel­lungs­zeit­raum gül­ti­gen Geset­ze und Richt­li­ni­en und sons­ti­gen Vor­ga­ben.«

Ant­wort zu 6: Die kon­kre­te räum­li­che Pla­nung von Toi­let­ten­an­la­gen an Bahn­hö­fen und Hal­te­stel­len des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs liegt in der Ver­ant­wor­tung der Ver­kehrs­un­ter­neh­men bzw. der Betrei­ber der Bahn­hof­s­in­fra­struk­tur. Im Ber­li­ner Nah­ver­kehrs­plan sind für die Jah­re 2014 bis 2018 Toi­let­ten­an­la­gen als grund­sätz­li­cher Stan­dard für Regio­nal- und S-Bahn­hö­fe mit hoher ver­kehr­li­cher Bedeu­tung vor­ge­se­hen. Bei den übri­gen Regio­nal- und S-Bahn­hö­fen sowie bei Bahn­hö­fen und Hal­te­stel­len von U-Bahn, Stra­ßen­bahn und Bus mit hoher ver­kehr­li­cher Bedeu­tung ist gemäß der Vor­ga­ben in Kapi­tel II.3.3.1 des Nah­ver­kehrs­plan durch die Unter­neh­men die Ein­rich­tung bzw. Vor­hal­tung von Toi­let­ten im Ein­zel­fall zu prü­fen.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt plant, den Bedarf in Bezug auf Toi­let­ten­stand­or­te unter ande­rem auch anhand der Nut­zer­zah­len zu prü­fen und erfor­der­li­chen­falls ent­spre­chen­de Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men.

Ant­wort zu 7: Das Land Ber­lin hat 1993 mit der Wall AG einen Ver­trag abge­schlos­sen, des­sen Ziel in der Prä­am­bel dahin­ge­hend beschrie­ben ist, dass die vor­han­de­nen Bedürf­nis­an­stal­ten des Lan­des (ursprüng­li­ch durch die Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gung [BSR] betrie­ben) durch voll­au­to­ma­ti­sche Toi­let­ten ersetzt wer­den sol­len, um damit eine bes­se­re Hygie­ne und eine höhe­re Qua­li­tät der Ent­sor­gung bei gleich­zei­ti­ger Kos­ten­mi­ni­mie­rung zu errei­chen. Abriss, Neu­bau und lau­fen­de Unter­hal­tung ein­schließ­li­ch Bereit­stel­lung der ent­spre­chen­den Bedarfs­ar­ti­kel und die Berech­ti­gung ein Ent­gelt von den Benut­ze­rin­nen und Benut­zern zu ver­ein­nah­men sind in dem Ver­trag gere­gelt. Zugleich hat die Wall AG als Kom­pen­sa­ti­on für das Errich­ten und Bewirt­schaf­ten der Toi­let­ten Wer­be­rech­te zur Ver­mark­tung erhal­ten. Der Ver­trag hat eine Lauf­zeit bis zum 20.12.2018.

In einem wei­te­ren Ver­trag aus dem Jahr 1999 wur­de die Über­nah­me und Bewirt­schaf­tung von 33 Sani­tär­con­tai­nern durch die Wall AG ver­ein­bart, eben­falls mit Wer­be­rech­ten zur Ver­mark­tung als Kom­pen­sa­ti­on. Die­ser Ver­trag hat eine Lauf­zeit bis zum 19.05.2024.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le Woh­nun­gen der öffent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten sind ent­spre­chend der Bedürf­nis­se älte­rer oder bewe­gungs­be­ein­träch­tig­ter Men­schen umge­baut (bit­te Auf­lis­tung nach Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft und Bezirk)?

Fra­ge 2: Wel­che Umbau­ten wer­den dafür in der Regel vor­ge­nom­men und wie hoch sind die durch­schnitt­li­chen Kos­ten pro Woh­nung?

Fra­ge 3: Wonach wird ent­schie­den, ob und wie vie­le Woh­nun­gen ent­spre­chend umge­baut wer­den?

Fra­ge 4: Gibt es einen Ziel­wert für den Anteil an alters­ge­rech­ten Woh­nun­gen oder wird nach Bedarf ent­schie­den?

Fra­ge 5: Wenn für einen Mie­ter der Bedarf nach einer ent­spre­chend umge­bau­ten Woh­nung besteht, ist die­ser Umbau mit einer Miet­erhö­hung ver­bun­den und wenn ja, um wie viel Pro­zent wird die Mie­te dann durch­schnitt­li­ch erhöht?

Fra­ge 6: Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen erfüllt sein, um eine bewohn­te Woh­nung ent­spre­chend umbau­en zu las­sen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Die Schrift­li­che Anfra­ge betrifft Sach­ver­hal­te, die der Senat nicht aus eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten kann. Er ist gleich­wohl bemüht, Ihnen eine Ant­wort auf ihre Anfra­ge zukom­men zu las­sen und hat die städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten (WBG) um Stel­lung­nah­me gebe­ten, die von dort in eige­ner Ver­ant­wor­tung erstellt und dem Senat über­mit­telt wur­de. Die nach­fol­gen­den Aus­sa­gen beru­hen auf die­sen Stel­lungs­nah­men der städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten.

Ant­wort zu 1: (Tabel­le sie­he anhän­gen­des Doku­ment)

Ant­wort zu 2: Der Umbau für alters­ge­rech­tes Woh­nen betrifft ins­be­son­de­re die Schaf­fung bar­rie­re­frei­er Zugän­ge, Tür­ver­brei­te­run­gen, eben­er­di­ge Duschen, Schwel­len und Absät­ze in der Woh­nung, Hal­te­grif­fe im Bad und Umbau von Bal­kon­tür­schwel­len oder Klin­gel­ton­ver­stär­kung u.ä.

Die Kos­ten­span­ne reicht von gerin­gen Beträ­gen von 100 € bis zu 21.000 €.

Ant­wort zu 3: Für den Umbau von Bestands­woh­nun­gen in alters­ge­rech­te und behin­der­ten­ge­rech­te Woh­nun­gen wer­den Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en zugrun­de gelegt. Die­se Kri­te­ri­en sind u.a.:

- Her­stell­bar­keit der Bar­rie­re­frei­heit,

- aus­rei­chen­de Woh­nungs­grö­ße und Lage,

- ange­mes­se­ner Auf­wand,

- Ver­miet­bar­keit nach Umbau,

- Nach­hal­tig­keit nach Umbau,

- tech­ni­sche Gege­ben­hei­ten wie Lage im Objekt (Auf­zug), Leer­stand, tech­ni­sche Mach­bar­keit der Maß­nah­me, u.a. bei Ein­griff in die Sta­tik etc.,

- wirt­schaft­li­che Umsetz­bar­keit,

- Bedar­fe und Wün­sche der Mie­te­rin oder des Mie­ters,

- bar­rie­re­ar­mer Zugang im Haus (max. 3 Stu­fen)

Ant­wort zu 4: Ein Ziel­wert wird von der Gesobau und der Gewo­bag ange­ge­ben. Die Gesobau strebt an, im Rah­men der Kom­plett­mo­der­ni­sie­rung im Mär­ki­schen Vier­tel rd. 1.000 Woh­nun­gen ent­spre­chend der Nach­fra­ge und dem Bedarf umzu­bau­en. Die Gewo­bag will bis 2030 10.000 Woh­nun­gen bar­rie­re­frei in ihren Bestand her­rich­ten. Die ande­ren Unter­neh­men ermit­teln die Bedar­fe im Zusam­men­hang mit Ver­mie­tungs­an­fra­gen und der Ent­wick­lung der Alters­struk­tur an den jewei­li­gen Stand­or­ten.

Ant­wort zu 5: Der Umbau erfolgt in der Bestands­mie­ter­schaft häu­fig im Rah­men der Moder­ni­sie­rung. Die Miet­erhö­hung ori­en­tiert sich am Mie­ten­bünd­nis. Für ein­zel­ne Umbau­maß­nah­men kann die Mie­te­rin oder der Mie­ter bei den Kos­ten auch betei­ligt wer­den. Es erfolgt ggf. auch eine Prü­fung der Kos­ten­be­tei­li­gung über die Kran­ken­kas­se.

Ant­wort zu 6: Die Vor­aus­set­zun­gen für einen Umbau sind an die Beson­der­hei­ten des jewei­li­gen Miet­ob­jek­tes gebun­den. So muss beim Ein­bau einer boden­glei­che Dusche die dar­un­ter­lie­gen­de Woh­nung leer sein. Die Abstands­flä­chen zwi­schen den Sani­tär­ob­jek­ten müs­sen eine grö­ße­re Bewe­gungs­flä­che zulas­sen. Es soll­te ein Auf­zug vor­han­den und der Haus­ein­gangs­be­reich bar­rie­re­arm sein. Auch ein bar­rie­re­ar­mer Zugang vom Haus­ein­gang zur Woh­nung (max. 3 Stu­fen) und das Vor­han­den­s­ein von Ram­pen stel­len eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung dar. Sei­tens der Mie­ter­schaft müs­sen Vor­aus­set­zun­gen wie Pfleg­stu­fe oder Schwer­be­schä­di­gung vor­lie­gen.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wann wird die Instal­la­ti­on der Licht­si­gnal­an­la­ge (LSA) auf der S-Bahn-Brü­cke in Hohen­schön­hau­sen fer­tig­ge­stellt?

Fra­ge 2: Wann soll­te das Bau­vor­ha­ben ursprüng­li­ch abge­schlos­sen sein?

Fra­ge 3: Wel­che Grün­de füh­ren zu der der­zei­ti­gen, wei­te­ren Ver­zö­ge­rung der Fer­tig­stel­lung?

Fra­ge 4: Wel­che Kon­se­quen­zen wer­den aus der Ver­zö­ge­rung für kom­men­de Pro­jek­te gezo­gen?

Fra­ge 5: Wel­che Kon­se­quen­zen wer­den für das lau­fen­de Ver­fah­ren der Fer­tig­stel­lung gezo­gen?

Fra­ge 6: In wel­cher Höhe sind durch die erheb­li­che, bau­li­che Ver­zö­ge­rung dem Land Ber­lin bzw. der BVG Mehr­kos­ten ent­stan­den?

Fra­ge 7: Was hat die BVG bis­her unter­nom­men, um die LSA mit einer erhöh­ten Prio­ri­tät in Betrieb zu neh­men?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu Fra­ge 1: Die Licht­si­gnal­an­la­ge (LSA) besteht aus drei Teil­kno­ten, von denen die Teil­kno­ten I und II seit Ende 2013 in Betrieb sind. Die bau­li­che Fer­tig­stel­lung und Inbe­trieb­nah­me des III. Teil­kno­tens ist für August 2015 geplant. Im Anschluss dar­an wird der Ablauf der Signa­li­sie­rung über einen län­ge­ren Zeit­raum beob­ach­tet und bei Bedarf ange­passt.

Ant­wort zu Fra­ge 2: Die Umbau­maß­nah­men sowie die Gleis­bau­maß­nah­men der Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) waren für das 3. Quar­tal 2012 geplant. Der Teil­kno­ten III soll­te ursprüng­li­ch mit den Teil­kno­ten I und II in Betrieb gehen.

Ant­wort zu Fra­ge 3: Die spä­te­re Inbe­trieb­nah­me des Teil­kno­tens III ist haupt­säch­li­ch bedingt durch die feh­len­de Ver­ka­be­lung eines Mas­tes. Die Rohr­ver­bin­dung für das Kabel im Brü­cken­be­reich war defekt und mus­s­te auf­wän­dig erneu­ert wer­den, was zu erheb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen führ­te.

Ant­wort zu den Fra­gen 4 und 5: Die Nutz­bar­keit vor­han­de­ner Rohr­tras­sen kann erst beim eigent­li­chen Kabel­be­zug zwei­fels­frei geklärt wer­den. Sol­che Ein­zel­fäl­le las­sen sich nicht grund­sätz­li­ch ver­hin­dern.

Ant­wort zu den Fra­gen 6 und 7: Der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin und der BVG sind dadurch kei­ne zusätz­li­chen Kos­ten ent­stan­den. Die BVG nimmt kei­ne LSA in Betrieb. Die Ein­schal­tung einer LSA obliegt der Hoheit der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB). Die­se ent­schei­det auch, ob die LSA mit einer Fest­zeit­steue­rung oder V/A Steue­rung (Ver­kehrs­ab­hän­gi­ge Steue­rung) in Betrieb genom­men wird.

Ant­wort zu Fra­ge 8: Über die ggf. in den Medi­en erfolg­te Infor­ma­ti­on plant der Senat kei­ne wei­te­ren Infor­ma­tio­nen, da davon aus­ge­gan­gen wird, dass die Bevöl­ke­rung vor allem an einer Inbe­trieb­nah­me der LSA inter­es­siert ist, die nun­mehr erfolgt.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat die Rück­kehr des Wol­fes ins Land Bran­den­burg und damit in unmit­tel­ba­rer Nähe zu Ber­lin?

Fra­ge 2: Sieht der Senat die Mög­lich­keit, dass der Wolf auch in Ber­li­ner Wäl­dern ansäs­sig wer­den könn­te?

Fra­ge 3: Gab es bereits Abstim­mun­gen mit dem Land Bran­den­burg für eine mög­li­che Betei­li­gung an deren Wolfs­ma­nage­ment­plan und wenn ja, was wur­de ver­ein­bart; wenn nein, war­um nicht?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Wie schon in der Klei­nen Anfra­ge Nr 17/12933 vom 06.12.2013 dar­ge­legt, nimmt der Senat die natür­li­che Wie­der­aus­brei­tung des Wol­fes auf­merk­sam zur Kennt­nis.

Ant­wort zu 2: Wöl­fe sie­deln sich in Deutsch­land bis­her in groß­räu­mig unge­stör­ten Gebie­ten an. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind in den Ber­li­ner Wäl­dern eher nicht gege­ben.

Ant­wort zu 3: Es wird auf die Beant­wor­tung zu Fra­ge 3 der Klei­nen Anfra­ge Nr. 17/12933 vom 06.12.2013 ver­wie­sen, die hier wie­der­ge­ge­ben wird:

»Der Senat berei­tet kei­nen eige­nen Wolfs­ma­nage­ment­plan vor. Viel­mehr arbei­tet er mit den Bran­den­bur­ger Behör­den zusam­men, die im Umgang mit dem Wolf über viel Erfah­rung ver­fü­gen. Um im Land Ber­lin ggf. auf­tre­ten­den Pro­ble­men begeg­nen zu kön­nen, hat der Senat eini­ge Säu­ge­tier­ex­per­tin­nen und Säu­ge­tier­ex­per­ten als Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner aus­ge­wählt, die ana­log den im Land Bran­den­burg benann­ten »Ehren­amt­li­chen Wolfs­be­auf­trag­ten« die künf­ti­ge Ent­wick­lung betreu­en und sowohl ver­meint­li­che Wolfs­nach­wei­se veri­fi­zie­ren als auch mög­li­chen Wolfs­schä­den nach­ge­hen sol­len. Die­se Exper­tin­nen und Exper­ten sind im Wolfs-manage­ment­plan des Lan­des Bran­den­burg als Ansprech­part­ne­rin und Ansprech­part­ner benannt:

www.lugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/wmp_2013_2017.pdf

Dar­über hin­aus wird sich der Senat bemü­hen, den Manage­ment­plan inhalt­li­ch auch im Land Ber­lin umzu­set­zen.«

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat den Ein­satz von Video­tech­nik bei den öffent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten?

Fra­ge 2: Inwie­weit nut­zen die unter­schied­li­chen öffent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten das Instru­ment der Video­tech­nik (bit­te Auf­lis­tung nach Gesell­schaft und Grad der Nut­zung)?

Fra­ge 3: Inwie­fern ist ein Aus­bau der Video­über­wa­chung bei den öffent­li­chen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten in den nächs­ten Jah­ren geplant?

Fra­ge 4: Inwie­fern hat ein ver­mehr­ter Ein­satz von Video­tech­nik zu einer Ver­rin­ge­rung von Van­da­lis­mus geführt bzw. wel­che ande­ren Vor­tei­le wer­den dar­in gese­hen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Die Schrift­li­che Anfra­ge betrifft Sach­ver­hal­te, die der Senat nicht aus eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten kann. Er ist gleich­wohl bemüht, Ihnen eine Ant­wort auf ihre Anfra­ge zukom­men zu las­sen und hat die städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten (WBG) um Stel­lung­nah­me gebe­ten, die von dort in eige­ner Ver­ant­wor­tung erstellt und dem Senat über­mit­telt wur­de. Die nach­fol­gen­den Aus­sa­gen beru­hen auf die­sen Stel­lung­nah­men der städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten.

Ant­wort zu 1: Sofern bei den städ­ti­schen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten Video­tech­nik zum Ein­satz gebracht wird, erfolgt dies ver­ant­wor­tungs­voll, spar­sam und ziel­ge­nau. Dabei wer­den von den WBG gene­rell die Grund­sät­ze und Auf­la­gen des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes (BDSG), regel­mä­ßig auch in Abstim­mung mit dem Daten­schutz­be­auf­trag­ten, ein­ge­hal­ten. Die posi­ti­ven Erfah­run­gen zei­gen, dass da, wo die Video­tech­nik ein­ge­setzt wird, die Mie­te­rin­nen und Mie­ter sich in ihrem Wohn­um­feld siche­rer füh­len und Van­da­lis­mus­schä­den zurück­ge­hen. Die über­wach­ten Haus­ein­gän­ge und Außen­an­la­gen blei­ben gepflegt. Es gibt weni­ger Sach­be­schä­di­gun­gen, Sperr­müll­ab­la­ge­run­gen, Graf­fi­ti­be­ma­lun­gen und Ruhe­stö­run­gen. Die ein­ge­setz­te Video­tech­nik erweist sich für das Sicher­heits­emp­fin­den der Mie­te­rin­nen und Mie­ter, für die Redu­zie­rung der Kos­ten der Scha­dens­be­he­bung sowie für die Ermitt­lung bei Van­da­lis­mus­straf­ta­ten hilf­reich.

Ant­wort zu 2: Video­tech­nik wird von den Gesell­schaf­ten nur in sehr gerin­gem Umfang und ver­ein­zelt ein­ge­setzt. Der Nut­zungs­grad ist vor die­sem Hin­ter­grund als sehr gering ein­zu­schät­zen. Dabei unter­schei­den sich die Gesell­schaf­ten im jewei­li­gen Anwen­dungs­be­reich. Die Dege­wo setzt vor­ran­gig in Haus­ein­gangs­be­rei­chen von Wohn­häu­sern Video­tech­nik ein. Die Gesobau nutzt sie par­ti­ell inner­halb von aus­ge­wähl­ten Wohn­ge­bäu­den, dane­ben noch in Müll­ab­la­ge­räu­men und in Auf­zü­gen von Groß­wohn­sied­lun­gen. Bei der Gewo­bag kom­men Sicher­heits­ka­me­ras an Büro­ge­bäu­den zur Zutritts­kon­trol­le und zur Über­wa­chung der Durch­fahr­ten sowie an Auf­zü­gen in Ein­gangs­be­rei­chen und Feu­er­wehr­zu­fahr­ten in Wohn­ge­bäu­den zum Ein­satz. Bei der Howo­ge kommt Video­tech­nik in Ein­gän­gen, Foy­er und Auf­zü­gen zum Ein­satz und bei der Stadt und Land in Innen­hof­be­rei­chen, Haus­ein­gän­gen, einem Kel­ler­be­reich, in Trep­pen­häu­sern sowie bei Auf­zü­gen. Bei der WBM gibt es eine Vide­o­nut­zung ledig­li­ch im Zusam­men­hang mit einer Con­cier­ge-Lösung.

Ant­wort zu 3: Gene­rell sind bis auf spo­ra­di­sche Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen in Hoch­häu­sern sowie Erneue­run­gen bei Über­al­te­rung von Tech­nik­an­la­gen kei­ne wei­te­ren Pla­nun­gen für den Aus­bau von Video­tech­nik vor­ge­se­hen.

Ant­wort zu 4: In der Regel wird der Ein­satz von Video­tech­nik auf Initia­ti­ve und Bit­te von Mie­ter­bei­rä­ten vor­ge­nom­men. Video­tech­nik wird über­wie­gend zur Prä­ven­ti­on von Straf­ta­ten und der Schaf­fung von Sicher­heit für die Mie­te­rin­nen und Mie­ter und deren Besu­che­rin­nen und Besu­cher erfolg­reich genutzt. Die Video­über­wa­chung und die Kenn­zeich­nung der über­wach­ten Berei­che führ­ten zu einem star­ken Rück­gang von Van­da­lis­mus­schä­den jeg­li­cher Art. Das Sicher­heits­ge­fühl wur­de aus Sicht von Mie­te­rin­nen und Mie­tern nach­hal­tig ver­bes­sert. Die Auf­klä­rungs­quo­te bei Straf­ta­ten wur­de erhöht und es konn­ten Scha­den­er­satz­for­de­run­gen gel­tend gemacht wer­den. Die Kos­ten für die Besei­ti­gung von Schä­den konn­te im hohen finan­zi­el­len Umfang redu­ziert wer­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Durch wel­che Merk­ma­le wird ein modu­la­rer Ergän­zungs­bau als sol­cher gekenn­zeich­net?

2. Wel­che Vor­tei­le bringt er im Ver­gleich zur Errich­tung eines gewöhn­li­chen zusätz­li­chen Schul­ge­bäu­des?

3. Inwie­weit wird durch die Ver­wen­dung von ver­schie­den gro­ßen Modu­len auf das unter­schied­li­che Platz­an­ge­bot der jewei­li­gen Schu­len ein­ge­gan­gen?

4. Wel­che Grö­ßen von MEB wer­den zur­zeit ver­wen­det und wel­che Aus­stat­tung beinhal­ten die­se?

5. Ist geplant modu­la­re Ergän­zungs­bau­ten in unter­schied­li­chen Grö­ßen zukünf­tig anzu­bie­ten?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1. und 2.: In Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge 17/15 602 wur­de mit­ge­teilt, dass sie sich nicht qua­li­ta­tiv, son­dern nur im Hin­bli­ck auf die Dau­er der Bau­zeit sowie der stan­dar­di­sier­ten Pla­nungs- und Fer­ti­gungs­pha­se von kon­ven­tio­nell errich­te­ten Schul­ge­bäu­den unter­schei­den. Der Vor­teil liegt dar­in, dass die Gebäu­de schnel­ler und preis­güns­ti­ger zur Ver­fü­gung ste­hen. Im Hin­bli­ck auf Gewähr­leis­tung, Instand­hal­tungs­kos­ten, Bar­rie­re­frei­heit, Ener­gie­stan­dard, Arbeits­stät­ten­richt­li­nie etc. gel­ten die glei­chen Stan­dards.

In ihrer Vor­la­ge an den Haupt­aus­schuss vom 29.08.2014 (Rote Nr. 1603) hat die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt detail­liert über Vor­tei­le und Nach­tei­le von Bau­ten in Modul­bau­wei­se berich­tet.

Zu 3.: Wel­cher modu­la­rer Ergän­zungs­bau (MEB) jeweils errich­tet wird, ist von meh­re­ren Fak­to­ren abhän­gig (Bedarf, Bestand, Grund­stücks­grö­ße und sons­ti­ge stand­ort­ge­bun­de­ne Gege­ben­hei­ten etc.).

Unab­ding­bar ist, an den Stand­or­ten, die kurz­fris­tig durch einen Ergän­zungs­bau erwei­tert wer­den müs­sen, die päd­ago­gi­sche Kon­zep­ti­on, die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur und die vor­han­de­nen archi­tek­to­ni­schen Gestal­tungs­ele­men­te im Bestands­ge­bäu­de mit dem Ergän­zungs­ge­bäu­de in Ein­klang zu brin­gen. Daher ist es erklär­tes Ziel der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft, nicht nur zeit­nah die drin­gend benö­tig­ten Schul­raum­ka­pa­zi­tä­ten zu erhö­hen, son­dern dar­über hin­aus die Stand­or­te in ihrer Gesamt­heit zu qua­li­fi­zie­ren.

Die jewei­li­gen Schul­trä­ger wur­den daher auf­ge­for­dert, die Stand­or­te zu ana­ly­sie­ren und sodann gemein­sam mit der Schu­le ein Funk­ti­ons­pro­gramm sowie eine Ein­pas­sungs­pla­nung zu erar­bei­ten. Glei­ches gilt für die Pla­nung der Außen­an­la­gen im Rah­men eines Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­jekts unter Betei­li­gung von »Grün macht Schu­le«.

Es obliegt den zustän­di­gen Bezir­ken, im Anschluss dar­an die erfor­der­li­chen Maß­nah­men zur Gesamt­qua­li­fi­zie­rung des Stand­orts in die Wege zu lei­ten.

Zu 4. und 5.: In Beant­wor­tung der Schrift­li­chen Anfra­ge Nr. 17/16 099 vom 06.05.2015 wur­de mit­ge­teilt, dass in den Jah­ren 2014 und 2015 modu­la­re Bau­ten in 2 Vari­an­ten errich­tet wur­den. Vari­an­te I: 12 Klas­sen- und 6 Teilungs-/Gruppenräume. Vari­an­te II a: 24 Klas­sen- und 12 Teilungs-/Gruppenräume bzw. Vari­an­te II b: statt 24 nur 21 Klas­sen- und 10 Teilungs-/Gruppenräume sowie 1 bzw. 2 »gro­ße« Mehrzweck-/Fachräume.

Die Aus­stat­tung ent­spricht den Stan­dards, die allen neu zu errich­ten­den Schul­ge­bäu­den zugrun­de gelegt wer­den (z.B. Mobi­li­ar, Inter­ac­tive Whi­te­boards).

In Anbe­tracht des drin­gen­den Bedarfs und um den Schü­le­rin­nen und Schü­lern und den Lehr­kräf­ten und sons­ti­gen in den Schu­len Täti­gen akzep­ta­ble äuße­re Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen, wird es auch in den Jah­ren 2016 und 2017 erfor­der­li­ch sein, zusätz­li­ch zu den Schul­bau­maß­nah­men, die aus den Mit­teln der Inves­ti­ti­ons­pla­nung finan­ziert wer­den, modu­la­re Ergän­zungs­bau­ten zu errich­ten.

Ob über die bis­he­ri­gen Grö­ßen-Vari­an­ten wei­te­re erfor­der­li­ch sind, ist noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le Kin­der und Jugend­li­che bis zum 18. Lebens­jahr haben in Ber­lin grund­sätz­li­ch Anspruch auf Kos­ten­über­nah­me bzw. Kos­ten­zu­schuss durch das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket des Bun­des in Höhe von monat­li­ch 10 Euro für die Wahr­neh­mung von Ange­bo­ten in einem Sport­ver­ein, in einer Musik­schu­le oder ähn­li­chen Frei­zeit­ein­rich­tun­gen (bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2: Wie vie­le Kin­der und Jugend­li­chen bis zum 18. Lebens­jahr bezie­hen in Ber­lin tat­säch­li­ch die Leis­tung für die Kos­ten­über­nah­me bzw. Kos­ten­zu­schuss für die Wahr­neh­mung von Ange­bo­ten in einem Sport­ver­ein, in einer Musik­schu­le oder ähn­li­chen Frei­zeit­ein­rich­tun­gen durch das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket des Bun­des (bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 3: Wel­che wei­te­ren staat­li­chen oder pri­va­ten Insti­tu­tio­nen bzw. Gesell­schaf­ten gibt es zur finan­zi­el­len För­de­rung von ein­kom­mens­schwa­chen Kin­dern und Jugend­li­chen in Ber­lin, damit die­se Bil­dungs- und Frei­zeit­an­ge­bo­te wahr­neh­men kön­nen?

Fra­ge 4: Wel­che wei­te­ren staat­li­chen oder pri­va­ten Insti­tu­tio­nen bzw. Gesell­schaf­ten gibt es zur finan­zi­el­len För­de­rung oder Kos­ten­über­nah­me expli­zit von Ver­eins­mit­glied­schaf­ten im Brei­ten- und Frei­zeit­sport für ein­kom­mens­schwa­che Kin­der und Jugend­li­che in Ber­lin?

Fra­ge 5: Sind dem Senat aktu­el­le Part­ner­schaf­ten zur finan­zi­el­len För­de­rung oder Beglei­tung von Ver­eins­mit­glied­schaf­ten im Brei­ten- und Frei­zeit­sport in Ber­lin bekannt, wenn ja, wel­che?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu Fra­ge 1: Mit Stand 31. Dezem­ber 2014 hat­ten in Ber­lin durch­schnitt­li­ch 200.377 Kin­der und Jugend­li­che im Alter von 0 bis 18 Jah­ren einen Anspruch auf Leis­tun­gen der sozia­len und kul­tu­rel­len Teil­ha­be nach dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket.

Ant­wort zu Fra­ge 2: Mit Stand 31. Dezem­ber 2014 haben in Ber­lin durch­schnitt­li­ch 40.304 Kin­der und Jugend­li­che die Leis­tun­gen der sozia­len und kul­tu­rel­len Teil­ha­be nach dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket in Anspruch genom­men.

Ant­wort zu Fra­ge 3: Ein­rich­tun­gen, Diens­te der Jugend­ar­beit, u. a. Kin­der- und Jugend­frei­zeit­ein­rich­tun­gen sowie Jugend­ver­bän­de rich­ten sich an alle Kin­der und Jugend­li­che im Alter von 6 – 27 Jah­ren. An den Ange­bo­ten neh­men jun­ge Men­schen aus unter­schied­li­chen Lebens­la­gen und Lebens­wel­ten teil, so dass Jugend­ar­beit als Teil der sozia­len Infra­struk­tur einen wich­ti­gen Bei­trag zum gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt leis­tet. Die Nut­zung der Ange­bo­te ist in der Regel kos­ten­los, für ein­zel­ne Ver­an­stal­tun­gen wer­den gerin­ge Kos­ten­bei­trä­ge erho­ben. Die Ange­bo­te der Jugend­ar­beit leis­ten so einen wich­ti­gen Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be von Kin­dern und Jugend­li­chen in Armuts­la­gen.
Die Sport­ju­gend Ber­lin will allen Kin­dern und Jugend­li­chen die Teil­ha­be am Sport ermög­li­chen. Mit Hil­fe der Sky Stif­tung und der Deut­schen Kre­dit­bank rich­tet die Sport­ju­gend einen Kin­der­hilfs­fonds ein. Ver­ei­ne, die sozi­al benach­tei­lig­te Kin­der und Jugend­li­che zu ihren Mit­glie­dern zäh­len und die­se im Rah­men ihres Übungs- und Trai­nings­be­trie­bes regel­mä­ßig betreu­en, kön­nen ab sofort eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Anschaf­fung von Sport­ma­te­ria­li­en etc. bean­tra­gen. Sport­ver­ei­ne bie­ten Kin­dern und Jugend­li­chen viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten des sozia­len Ler­nens. Sie tra­gen zur Ent­wick­lung eines posi­ti­ven Sozi­al­ver­hal­tens und akti­ven gesun­den Lebens­stils bei. Durch den Sport wer­den Kin­dern und Jugend­li­chen Wer­te und Nor­men einer moder­nen Leis­tungs- und Wett­be­werbs­ge­sell­schaft ver­mit­telt, die auch posi­ti­ve Effek­te für die all­ge­mei­ne und beruf­li­che Bil­dung haben.

Ant­wort zu Fra­ge 4 und 5: Als staat­li­che finan­zi­el­le För­de­rung von Ver­eins­mit­glieds­bei­trä­gen ist die Bezu­schus­sung aus dem Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket für leis­tungs­be­rech­tig­te Kin­der und Jugend­li­che bekannt.
Der Lan­des­sport­bund Ber­lin e. V. setzt sich für ver­träg­li­che Mit­glieds­bei­trä­ge für ein­kom­mens­schwa­che und sozi­al benach­tei­lig­te Kin­der und Jugend­li­che ein. Eine Viel­zahl Ber­li­ner Sport­ver­ei­ne hat in ihren Bei­trags­ord­nun­gen gestaf­fel­te Mit­glieds­bei­trä­ge, Son­der­re­ge­lun­gen oder Rabat­te für Kin­der und Jugend­li­che.
Die Sport­ju­gend im Lan­des­sport­bund Ber­lin e. V. ermög­licht kos­ten­frei die Teil­ha­be am Sport durch die För­der­pro­gram­me Koope­ra­ti­on Schu­le / Ver­ein und »Klei­ne Kom­men ganz groß raus.« Das Koope­ra­ti­ons­pro­gramm Schu­le / Ver­ein wird durch Mit­tel der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft finan­ziert. Ziel ist, Bewe­gungs­an­ge­bo­te im Rah­men der Ganz­tags­be­treu­ung an Ber­li­ner Sekun­dar­schu­len anzu­bie­ten.
»Klei­ne kom­men ganz groß raus – Bewe­gungs- und Gesund­heits­för­de­rung für Kin­der« fin­det in Koope­ra­ti­on mit der AOK Nord­ost statt. Mit dem Koope­ra­ti­ons­pro­gramm wer­den gezielt spie­le­ri­sche Bewe­gungs­an­ge­bo­te für Kin­der in Ber­li­ner Sport­ver­ei­nen bzw. Kin­der­ta­ges­stät­ten unter­stützt. Der Ver­ein Ber­li­ner Kauf­leu­te und Indus­tri­el­ler (VBKI) bie­tet bei ber­lin­wei­ten Akti­ons­ta­gen an Ber­li­ner Schu­len, bei denen unter­schied­li­che Sport­ar­ten und Bewe­gungs­an­ge­bo­te prä­sen­tiert wer­den, pro Akti­ons­tag zehn ein­jäh­ri­ge Ver­eins­mit­glied­schaf­ten an. Die­se Akti­ons­ta­ge wer­den in Koope­ra­ti­on mit dem Lan­des­sport­bund / Sport­ju­gend Ber­lin e. V. und der GSJ, Gesell­schaft für Sport und Jugend­so­zi­al­ar­beit gGmbH, durch­ge­führt.
Im Rah­men des Pro­jek­tes »Ber­lin hat Talent« kön­nen Kin­der, die den Deut­schen Moto­rik Test (DMT) in der drit­ten Schul­klas­se absol­viert haben, eine kos­ten­freie För­de­rung in Bewe­gungs­för­der­grup­pen erhal­ten. Das Pro­jekt wird von der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport geför­dert und von Lan­des­sport­bund / Sport­ju­gend Ber­lin e. V. umge­setzt. Die Maß­nah­me – För­de­rung in Bewe­gungs­för­der­grup­pen – wird durch die AOK Nord­ost finan­ziert.
Ber­li­ner Sport­ver­ei­ne bie­ten kos­ten­freie Schnup­per­pha­sen vor Beginn der Ver­eins­mit­glied­schaft an.
Im Ber­li­ner Sport wer­den Paten­schaf­ten von Ver­ei­nen mit Flücht­lings­hei­men ange­strebt. Es sind vor­läu­fi­ge Ver­eins­bei­trags­über­nah­men für geflüch­te­te Kin­der und Jugend­li­che durch die Ver­eins­ge­mein­schaft bekannt.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Was gehört zur Grund­aus­stat­tung von Ord­nungs­amt-Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, um die Sicher­heit im Dienst zu gewähr­leis­ten (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Fra­ge 2: Wel­che Sicher­heits­maß­nah­men tref­fen die Ber­li­ner Bezir­ke all­ge­mein, um ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter vor Über­grif­fen zu schüt­zen?

Fra­ge 3: Wie vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Ord­nungs­äm­ter wur­den im Jahr 2014 in Aus­übung ihres Diens­tes ver­letzt (Auf­lis­tung nach Bezir­ken) und wel­che Kos­ten ent­stan­den dadurch den jewei­li­gen Dienst­un­fall­für­sor­ge­stel­len bzw. der Unfall­kas­se im Jahr 2014?

Fra­ge 4: In wel­chem Umfang wur­den die Kos­ten von einem der ver­ur­sa­chen­den Drit­ten ersetzt?

Fra­ge 5: Wie hoch ist das Bud­get, wel­ches den Ord­nungs-ämtern in Ber­lin für Sicher­heits­maß­nah­men und Sicher-heits­aus­stat­tung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter zur Ver­fü­gung steht (Auf­lis­tung nach Bezir­ken)?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu Fra­ge 1: In den von der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport erlas­se­nen Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten über die Dienst­klei­dung und die Aus­stat­tung der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter ist fest­ge­legt, dass alle Dienst­kräf­te des All­ge­mei­nen Ord­nungs­diens­tes (AOD) als Aus­stat­tungs­ge­gen­stän­de

- ein Han­dy bzw. ein Mobi­les Daten­er­fas­sungs­ge­rät mit Tele­fo­nie­funk­ti­on zum Abset­zen etwai­ger Not-rufe,
– einen Schlag­sto­ck und ein Reiz­stoffsprüh­ge­rät mit Pfef­fer­spray zur Eigen­si­che­rung sowie
– eine Taschen­lam­pe
und dass die in der Park­raum­über­wa­chung ein­ge­setz-ten Dienst­kräf­te (PRK) als Aus­stat­tungs­ge­gen­stän­de
– ein Han­dy bzw. ein Mobi­les Daten­er­fas­sungs­ge­rät mit Tele­fo­nie­funk­ti­on sowie
– eine Taschen­lam­pe erhal­ten.

Zur Grund­aus­stat­tung der Dienst­klei­dung gehö­ren bei den Dienst­kräf­ten des All­ge­mei­nen Ord­nungs­diens­tes (AOD) stich- und schnit­t­hem­men­de Hand­schu­he und reflek­tie­ren­de Warn­wes­ten und bei den in der Park­raum-über­wa­chung ein­ge­setz­ten Dienst­kräf­ten (PRK) nur die reflek­tie­ren­den Warn­wes­ten. Bei den Schu­hen sind die Vor­schrif­ten für Arbeits­schu­he zu beach­ten.
Bei der zen­tra­len Aus­schrei­bung und Ver­ga­be­ent­schei­dung der Dienst­klei­dung der Außen­dienst­kräf­te der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter waren Anfor­de­run­gen an die Sicher­heit ein wesent­li­cher Ent­schei­dungs­fak­tor. So gehö­ren retro­re­flek­tie­ren­de Strei­fen und Näh­te an den Dienst-klei­dungs­stü­cken eben­so zu den gefor­der­ten Sicher­heits­stan­dards wie die retro­re­flek­tie­ren­den Schrift­zü­ge »ORDNUNGSAMT« und bei den PRK-Dienst­kräf­ten der ergän­zen­de Schrift­zug »Park­raum­über­wa­chung«.

Ant­wort zu Fra­ge 2: Die Dienst­kräf­te des All­ge­mei­nen Ord­nungs­diens­tes (AOD) wer­den im Außen­dienst grund­sätz­li­ch nur als Dop­pel­strei­fen ein­ge­setzt, um sich gegen­sei­tig zu sichern und ggf. in strit­ti­gen Fäl­len den Sach­ver­halt bezeu­gen zu kön­nen. Die in der Park­raum­über­wa­chung ein­ge­setz­ten Dienst­kräf­te (PRK) neh­men ins­be­son­de­re in den Abend­stun­den ihren Kon­troll­dienst so war, dass sie sich mit jeweils einem ande­ren Beschäf­tig­ten in Ruf- und Sicht­wei­te befin­den, um in kri­ti­schen Situa­tio­nen sich gegen­sei­tig unter­stüt­zen und sichern zu kön­nen.
Bereits wäh­rend der Grund­qua­li­fi­zie­rung an der Ver­wal­tungs­aka­de­mie Ber­lin (VAk), vor Auf­nah­me des Außen­diens­tes wer­den den Dienst­kräf­ten Stra­te­gi­en zur Dees­ka­la­ti­on ver­mit­telt und sie erhal­ten ein Eigen­si­che­rungs­trai­ning. Im Rah­men der jähr­li­chen 5-tägi­gen Ergän­zungs­fort­bil­dung, die jede Außen­dienst­kraft an der Ver­wal­tungs­aka­de­mie Ber­lin (VAk) absol­vie­ren kann, besteht das Kurs­an­ge­bot zur Teil­nah­me an ent­spre­chen-den Auf­fri­schungs­kur­sen, Fort­bil­dun­gen zu Dees­ka­la­ti­ons­stra­te­gi­en und Kon­flikt­ge­sprä­chen sowie wei­te­ren Sicher­heits­maß­nah­men.
Die bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter legen nach Ana­ly­se der bezirks­spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen an die Auf­ga­ben-wahr­neh­mung in ihrem jewei­li­gen Bezirk die Sicher-heits­maß­nah­men fest, mit denen ihre Beschäf­tig­ten am wir­kungs­volls­ten vor Über­grif­fen geschützt wer­den kön­nen.
In ein­zel­nen Bezir­ken gibt es über die­se all­ge­mei­nen Sicher­heits­maß­nah­men, die in allen Bezir­ken Stan­dard sind, hin­aus noch wei­te­re zusätz­li­che Sicher­heits­maß­nah­men.

Ant­wort zu Fra­ge 3 und 4: Im Jahr 2014 gab es ins­ge­samt 100 Angrif­fe auf die Außen­dienst­kräf­te der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter, wobei ins­ge­samt 80 Beschäf­tig­te ver­letzt wur­den.

Ant­wort zu Fra­ge 5: Die Schu­lun­gen der Dienst­kräf­te der bezirk­li­chen Ord­nungs­äm­ter an der Ver­wal­tungs­aka­de­mie Ber­lin wer­den aus dem Haus­halts­plan der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport finan­ziert.
Die dar­über hin­aus von den Bezir­ken ange­bo­te­nen ergän­zen­den Sicher­heits­maß­nah­men wer­den aus dem Bud­get der jewei­li­gen Bezir­ke finan­ziert.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie vie­le ambu­lan­te Alten- und Kran­ken­pfle­ge­diens­te gibt es in Ber­lin?

Fra­ge 2: Inwie­weit wird den Fahr­zeu­gen die­ser ambuan­ten Pfle­ge­diens­te das Par­ken im ein­ge­schränk­ten Hal­te­ver­bot, auf Bewoh­ner­park­plät­zen, an Park­uh­ren und Park­schein­au­to­ma­ten gemäß § 46 Abs. 1 Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung (StVO) erleich­tert?

Fra­ge 3: War­um gibt es für die Fahr­zeu­ge der ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­te in Ber­lin kei­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung für das Par­ken in Anleh­nung an den »Hand­wer­ker­park­aus­weis«?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Es gibt 593 ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te, die bis zum April 2015 zuge­las­sen wur­den.

Ant­wort zu 2: Die Rechts­grund­la­gen für Frei­stel­lun­gen von der Park­ge­büh­ren­pflicht erge­ben sich aus der bun­des­recht­li­chen Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung (StVO). Dana­ch sind sol­che nur zu ertei­len, wenn ein drin­gen­des Erfor­der­nis vor­liegt. Zwar wird in Ber­lin das dahin­ge­hen­de Ermes­sen groß­zü­gi­ger gehand­habt, gleich­wohl kann auf eine Prü­fung nicht ver­zich­tet wer­den, weil sicher­ge­stellt wer­den muss, dass Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen den Pfle­ge­diens­ten nur im tat­säch­li­ch benö­tig­ten Umfang zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Ein­rich­tun­gen zur häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge kön­nen für sämt­li­che in der Kran­ken­pfle­ge ein­ge­setz­ten Fahr­zeu­ge Frei­stel­lun­gen von der Park­ge­büh­ren­pflicht erhal­ten. Die zur Kran­ken­pfle­ge ein­ge­setz­ten Fahr­zeu­ge müs­sen dem typi­scher­wei­se ver­wand­ten Fahr­zeug­mo­del­len (Klein­wa­gen) ent­spre­chen.

Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen sind nur für das jeweils nach­ge­wie­se­ne Ein­satz­ge­biet mög­li­ch. Dabei gilt das Grund­prin­zip, dass alle Zonen eines Bezirks geneh­migt wer­den, wenn sich das Ein­satz­ge­biet min­des­tens auf eine Zone des Bezirks erstreckt.

Von ein­ge­schränk­ten Hal­te­ver­bo­ten nach Zei­chen 286 wer­den weder für Pfle­ge­diens­te noch für Hand­werks­be­trie­be Frei­stel­lun­gen oder Aus­nah­men erteilt. Die Ver­bo­te haben einen sach­li­chen Grund, der nicht durch die Eigen-schaft als Pfle­ge­dienst oder Hand­wer­ker ent­fällt.

Ant­wort zu 3: Die Rege­lun­gen unter­schei­den sich, weil die Sach­ver­hal­te nicht ver­gleich­bar sind:

Zur Aus­übung der gewerb­li­chen Tätig­kei­ten sind Hand­werks­be­trie­be auf Fahr­zeu­ge vor Ort ange­wie­sen, die zum Trans­port schwe­rer bzw. sper­ri­ger Mate­ria­li­en oder Gerä­te geeig­net sind; der Nach­weis zur Eig­nung des Fahr­zeugs ist zu füh­ren. Die Ein­sät­ze der Hand­werks­be­trie­be dau­ern in der Regel län­ger als die von Pfle­ge­diens­ten und sind im Vor­feld häu­fig zeit­li­ch nicht exakt kal­ku­lier­bar. Es fin­det fort­lau­fend ein nicht plan­ba­rer Wech­sel von Ein­satz­or­ten und Bau­stel­len statt. Zudem sind Hand­werks­be­trie­be über­wie­gend bezirks­über­grei­fend, also ber­lin­weit tätig.

Zur Aus­übung der gewerb­li­chen Tätig­keit im Alten- und Pfle­ge­dienst sind die Pfle­ge­kräf­te hin­ge­gen nicht auf den Trans­port von gro­ßen Mate­ria­li­en bzw. Gerä­ten an-gewie­sen. Pfle­ge­diens­te betreu­en zudem fes­te Kun­den­krei­se (täg­li­cher Besu­ch, fes­te plan­ba­re Tou­ren, die sich ein­zeln betrach­tet aus öko­no­mi­schen Grün­den regel­mä­ßig nicht über alle Bezir­ke hin­weg erstre­cken).

Die Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie wer­den die ehren­amt­li­chen Rich­ter in Ber­lin auf ihre Tätig­keit am Gericht vor­be­rei­tet?

2. Gibt es ein Hand­buch oder einen Leit­fa­den für die Schöf­fen durch die Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz oder von ande­rer Stel­le?

3. An wel­chen Gerichts­bar­kei­ten wer­den die Schöf­fen ein­ge­setzt?

4. Wer ist wäh­rend der Amts­zeit der direk­te Ansprech­part­ner für die Schöf­fen und unter­stützt die­se in ihrem Amt?

5. Gibt es gene­rell und ins­be­son­de­re zu Beginn der Amts­zeit regel­mä­ßi­ge Tref­fen der Ber­li­ner Schöf­fen sowie regel­mä­ßi­ge Rück­mel­dun­gen der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die Vor­be­rei­tung der ehren­amt­li­chen Rich­te-rin­nen und Rich­ter ist nach den Anfor­de­run­gen der jewei-ligen Ein­satz­ge­bie­te unter­schied­li­ch aus­ge­stal­tet. Alle Schöf­fin­nen und Schöf­fen (ins­ge­samt mehr als 5600) erhal­ten mit der Benach­rich­ti­gung über ihre Wahl zunächst ein aus­führ­li­ches Merk­blatt über ihre Rech­te und Pflich­ten und die Abstim­mung über Schuld- und Straf­fra­gen bei der Urteils­fin­dung. Die wei­te­re Ein­wei­sung fin­det durch die jewei­li­gen Vor­sit­zen­den der Spruch­kör­per indi­vi­du­ell statt. All­ge­mei­ne Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen erschei­nen dar­über hin­aus nur begrenzt sinn­voll, da der Ein­satz­be­reich, die Ein­satz­häu­fig­keit und die Vor­kennt­nis­se der Schöf­fin­nen und Schöf­fen sehr unter­schied­li­ch sind. Dabei ist auch zu beach­ten, dass die gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung für den Ein­satz von Schöf­fin­nen und Schöf­fen gera­de dar­auf abzielt, Per­so­nen ohne ver­tief­te Kennt­nis­se des Straf- und des Straf­pro­zess­rechts am Straf­ver­fah­ren und an den zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen teil­ha­ben zu las­sen. Dar­über hin­aus bie­ten pri­va­te Ein­rich­tun­gen wie der Bun­des­ver­band Ehren­amt­li­cher Rich­te­rin­nen und Rich­ter e.V., Lan­des­ver­band Bran­den­burg und Ber­lin regel­mä­ßig Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen an, die in den Ber­li­ner Straf­ge­rich­ten bekannt gemacht wer­den.

Ehren­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter bei dem Sozi­al­ge­richt Ber­lin gehö­ren je nach dem Sach­ge­biet, in dem sie ein­ge­setzt wer­den, bestimm­ten Per­so­nen­grup­pen an; unter ande­rem wer­den sie aus dem Kreis der Ver­si­cher­ten, der Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber so-wie dem Kreis der mit der Teil­ha­be behin­der­ter Men­schen ver­trau­ten Per­so­nen bestimmt. Des­halb brin­gen die bei dem Sozi­al­ge­richt Ber­lin ein­ge­setz­ten ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter bereits eini­ge Vor­kennt­nis­se mit. Fer­ner wer­den regel­mä­ßig Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für die ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter ange­bo­ten, ins­be­son­de­re für die neu beru­fe­nen ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter. Dort wird u. a. in die Rech­te und Pflich­ten, den Ablauf des Ver­fah­rens und die Rege­lun­gen für die Zutei­lun­gen auf die ein­zel­nen Fach­kam­mern ein­ge­führt. Die Ein­wei­sung in die Tätig­keit in der Fach­kam­mer über­neh­men die Kam­mer­vor­sit­zen­den im Zusam­men­hang mit der Ver­ei­di­gung in eige­ner Zustän­dig­keit.

In arbeits­ge­richt­li­chen Kam­mer­ver­hand­lun­gen neh­men als ehren­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter jeweils eine Ver­tre­te­rin der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeitgeberinnen/ein Ver­tre­ter der Arbeit­neh­mer und der Arbeit­ge­ber teil. Die­se sind auf­grund ihrer beruf­li­chen Erfah­run­gen bereits mit vie­len Fra­ge­stel­lun­gen ver­traut. Die Arbeits­ge­richts­bar­keit bie­tet dar­über hin­aus jähr­li­ch Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für ehren­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter an.

Die in den Kam­mern für Han­dels­sa­chen und die in berufs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren nach dem Steu­er­be­ra­tungs­ge­setz sowie der Bun­des­no­tar­ord­nung ein­ge­setz­ten ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter sind schon durch ihre beruf­li­chen Vor­kennt­nis­se auf ihre Tätig­keit gut vor­be­rei­tet.

Für die ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter der Finanz­ge­richts­bar­keit wird am Beginn ihrer Amts­pe­ri­ode eine Ein­füh­rungs­ver­an­stal­tung durch­ge­führt.

Schließ­li­ch erhal­ten die ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter in der Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit eben­so wie die Schöf­fin­nen und Schöf­fen ein aus­führ­li­ches Merk­blatt zu ihren Auf­ga­ben, Rech­ten und Pflich­ten, in dem auch Funk­ti­on und Auf­bau der Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit sowie der Gang der münd­li­chen Ver­hand­lung erläu­tert wer­den. Zu Beginn der Amts­pe­ri­ode der neu gewähl­ten ehren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter fin­det im Rah­men der nach § 63 des Ber­li­ner Rich­ter­ge­set­zes abzu­hal­ten­den Ver­samm­lung zur Wahl einer Ver­tre­tung auch eine kur­ze Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung statt. Wei­ter­hin soll eine Ein­füh­rung durch die Vor­sit­zen­den der Kam­mern erfol­gen.

Zu 2.: Außer dem bereits zu 1. genann­ten Merk­blatt wird ein Hand­buch oder ein Leit­fa­den für das Schöf­fen­amt durch die Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz nicht zu Ver­fü­gung gestellt. Der Bund Ehren­amt­li­cher Rich­te­rin­nen und Rich­ter, Lan­des­ver­band Bran­den­burg und Ber­lin e.V. bie­tet käuf­li­ch eine zwei­bän­di­ge Ori­en­tie­rungs­hil­fe für Schöf­fin­nen und Schöf­fen an.

Zu 3.: Schöf­fin­nen und Schöf­fen kom­men nur in Straf­ver­fah­ren zum Ein­satz. Bei den Amts­ge­rich­ten sind jeweils zwei Schöffinnen/Schöffen pro Spruch­kör­per in den (Jugend-) Schöf­fen­ge­rich­ten (§§ 29 Abs. 1 Gerichts­ver­fas­sungs­ge­setz (GVG), 33a Abs. 1 Jugend­ge­richts­ge­setz (JGG)) ein­ge­setzt. Die klei­nen und gro­ßen Jugend­straf­kam­mern des Land­ge­rich­tes sind eben­falls mit zwei Schöffinnen/Schöffen besetzt (§§ 76 Abs. 1 GVG, 33b Abs. 1 JGG).

Zu 4.: Im Land­ge­richt Ber­lin und im Amts­ge­richt Tier­gar­ten ste­hen die Mit­ar­bei­ten­den der Schöf­fen­ge­schäfts­stel­le als Ansprech­part­ner und zur Unter­stüt­zung der Schöf­fin­nen und Schöf­fen zur Ver­fü­gung. Fer­ner haben die Schöf­fin­nen und Schöf­fen des Land­ge­richts Ber­lin und des Amts­ge­richts Tier­gar­ten erst­mals im Janu­ar 2014 von der in § 63 des Ber­li­ner Rich­ter­ge­set­zes vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit Gebrauch gemacht, für ihren Bereich eine Inter­es­sen­ver­tre­tung zu wäh­len. Die­se besteht jeweils aus drei Mit­glie­dern und ist der ers­te und direk­te Ansprech­part­ner.

Zu 5.: Dem Prä­si­den­ten des Land­ge­richts Ber­lin und dem Prä­si­den­ten des Amts­ge­richts Tier­gar­ten obliegt gemäß § 63 des Ber­li­ner Rich­ter­ge­set­zes die Ver­pflich­tung, bin­nen vier Wochen nach Beginn der Amts­zeit der neu gewähl­ten Schöf­fin­nen und Schöf­fen eine Ver­samm­lung aller für ihre Gerich­te gewähl­ten Schöf­fin­nen und Schöf­fen ein­zu­be­ru­fen, die dar­über zu ent­schei­den hat, ob sie sich eine Inter­es­sen­ver­tre­tung geben will. Zwi­schen den gewähl­ten Schöf­fen­ver­tre­tun­gen und dem Prä­si­den­ten des Land­ge­richts Ber­lin und dem Prä­si­den­ten des Amts­ge­richts Tier­gar­ten fin­det ein regel­mä­ßi­ger Aus­tau­sch statt. Dar­über hin­aus­ge­hen­de Tref­fen mit allen oder Tei­len der zu den jewei­li­gen Gerich­ten gehö­ren­den Schöf­fin-nen und Schöf­fen wer­den schon wegen des poten­ti­ell gro­ßen Teil­neh­mer­krei­ses in dem Geschäfts­be­reich der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz nicht orga­ni­siert. Auch eine wei­te­re Rück­mel­dung erfolgt nicht.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie ent­wi­ckel­te sich die Anzahl der von

• pri­vat genutz­ten PKW,

• gewerb­li­ch genutz­ten Nutz­fahr­zeu­gen und

• genutz­ten moto­ri­sier­ten Zwei­rä­dern in Ber­lin seit 2010?

Fra­ge 2: Wie ent­wi­ckel­te sich die Anzahl der PKW- Park­stän­de in Ber­lin seit 2010 (Anga­ben bit­te, soweit mög­li­ch, nach Bezir­ken dif­fe­ren­ziert)?

Fra­ge 3: Wie vie­le Fahr­rad­nut­zer sind durch­schnitt­li­ch täg­li­ch im Ber­li­ner Stra­ßen­netz unter­wegs?

Fra­ge 4: Wie vie­le offi­zi­el­le Fahr­ra­dab­stell­plät­ze ste­hen ber­lin­weit zur Ver­fü­gung (Anga­ben bit­te, soweit vor­han­den, nach Bezir­ken dif­fe­ren­ziert)?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfv­ra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Die Anzahl der in Ber­lin genutz­ten Fahr­zeu­ge und die Fra­ge der Nut­zungs­art von zuge­las­se­nen Fahr­zeu­gen sind dem Senat nicht bekannt. Die amt­li­chen Sta­tis­ti­ken erfas­sen die Fahr­zeu­ge nach Zulas­sungs­art (gewerb­li­ch oder pri­vat) und nach Zulas­sungs­ort. Die Kfz-Zulas­sungs­zah­len wer­den durch das Kraft­fahrt­bun­des­amt (KBA) regel­mä­ßig ver­öf­fent­licht, dies umfasst u.a. Anga­ben in der Unter­schei­dung zwi­schen

- pri­vat zuge­las­se­nen und gewerb­li­ch zuge­las­se­nen Pkw

- Kraft­rä­der, Pkw, Kraftom­ni­bus­se, Lkw, Zug­ma-schi­nen, sons­ti­ge.

Nach­ste­hend sind die Anga­ben für Ber­lin gemäß der amt­li­chen Sta­tis­ti­ken (Tabel­le 1 Fahr­zeug­ent­wick­lung nach Fahr­zeug­klas­sen, Tabel­le 2 Ent­wick­lung Pkw nach Hal­te­rin­nen und Hal­ter) zusam­men­ge­fasst.

sie­he: Tabel­le 1: Bestand an Kraft­fahr­zeu­gen und Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern in Ber­lin am 1. Janu­ar 2011 und am 1. Janu­ar 2015 nach Fahr­zeug­klas­sen abso­lut in anhän­gen­dem Doku­ment

sie­he: Tabel­le 2: Bestand an Per­so­nen­kraft­wa­gen in Ber­lin jeweils am 1. Janu­ar eines Jah­res nach pri­va­ten und gewerb­li­chen Hal­tern in anhän­gen­dem Doku­ment

Wei­te­re Aus­wer­tun­gen kön­nen beim KBA kos­ten-pflich­tig abge­fragt wer­den.

Der­ar­ti­ge Daten sind frei zugäng­li­ch und kön­nen auch unter dem Por­tal der Sta­tis­ti­käm­ter des Bun­des und der Län­der unter https://www.regionalstatistik.de abge­ru­fen wer­den.

Ant­wort zu 2: Dem Senat lie­gen kei­ne Anga­ben zu Park­stän­den im öffent­li­chen Raum und auf pri­va­tem Grund und deren Ent­wick­lung vor.

Ant­wort zu 3: Über die Zahl der täg­li­chen Fahr­rad­nut­ze­rin­nen und Fahr­rad­nut­zer lie­gen dem Senat – eben­so wenig wie über die Zahl der täg­li­chen Auto­fah­rer innen und Auto­fah­rer – kei­ne Anga­ben vor.

Ant­wort zu 4: Für Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen in öffent­li­chen Berei­chen sind die jewei­li­gen Bezirks­äm­ter zustän­dig. Hier­zu gibt es kei­ne offi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken. Dif­fe­ren­zier­te Anga­ben zu vor­han­de­nen Fahr­ra­dab­stell­plät­zen sind daher nicht mög­li­ch.

Dar­über hin­aus gibt es För­der­pro­gram­me für die Schaf­fung von Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen im Sin­ne einer B&R-Nutzung an Bahn­hö­fen und Hal­te­stel­len des öffent­li­chen Ver­kehrs. Hier­für lie­gen dem Senat ent­spre­chen­de Erkennt­nis­se vor. Durch die För­de­rung des Lan­des Ber­lin sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zahl­rei­che Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen im Sin­ne einer Bike&Ride-Nutzung geför­dert wor­den. Ins­ge­samt dürf­te die Anzahl der B&R-Stellplätze bei 28.000 lie­gen.

An Bahn­hö­fen und Hal­te­stel­len des öffent­li­chen Ver­kehrs sind im Rah­men von Bau­pro­gram­men der S-Bahn Ber­lin GmbH und der Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zahl­rei­che Fahr­ra­dab­stel­lan-lagen im Sin­ne einer Bike &-Ride-Nut­zung (B+R-Nutzung) durch das Land Ber­lin geför­dert wor­den. Die Pla­nung, der Bau und die Unter­hal­tung der Abstel­l­an­la­gen erfolg­te durch die Ver­kehrs­un­ter­neh­men. Mit die­sen För­der­pro­gram­men wur­den in den Jah­ren 1999 – 2014 ca. 9.000 Stell­plät­ze an Ber­li­ner S-Bahn­hö­fen und in den Jah­ren 2006 – 2014 ca. 4.000 Stell­plät­ze an den Anla­gen der BVG zusätz­li­ch geschaf­fen.

Ins­ge­samt dürf­te die Anzahl der B+R-Stellplätze bei ca. 28.000 lie­gen.

Die Durch­füh­rung einer Bestands­ana­ly­se zum vor­han­de­nen Fahr­ra­dab­stel­l­an­ge­bot wird ein wich­ti­ger Auf­ga­ben­schwer­punkt der beauf­trag­ten Erar­bei­tung einer neu­en Stra­te­gie zum Fahr­rad­par­ken für Ber­lin sein. Dabei sol­len Bestands­da­ten zum Fahr­rad­par­ken hin­sicht­li­ch der Anzahl, der räum­li­chen Ver­tei­lung und der Qua­li­tät der Anla­gen sys­te­ma­ti­sch erfasst wer­den. Ver­wert­ba­re Ergeb­nis­se wer­den nicht vor Herbst die­ses Jah­res vor­lie­gen kön­nen.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wie ent­wi­ckelt sich der Kita­aus­bau in Ber­lin ins­ge­samt und wie sind die regio­na­len Unter­schie­de von Bezirk zu Bezirk?

2. Wie ist die der­zei­ti­ge Aus­las­tung der Kin­der­ta­ges­stät­ten in den ein­zel­nen Bezir­ken?

3. Aus dem Lich­ten­ber­ger Kin­der­ta­ges­stät­ten­ent­wick­lungs­plan 2013 haben sich für die Stadt­tei­le Alt-Hohen­schön­hau­sen Süd, Alt-Lich­ten­berg, Karls­hor­st und Neu-Lich­ten­berg umfäng­li­che not­wen­di­ge Kapa­zi­täts­er­wei­te­run­gen erge­ben, wie ist hier­zu der aktu­el­le Ent­wick­lungs­stand?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1. und 2.: Zum 31.12.2013 wur­den 144.169 Betreu­ungs­platz­an­ge­bo­te in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen regis­triert. Im Jahr 2014 wur­de das Betreu­ungs­an­ge­bot deut­li­ch erwei­tert (Kita­aus­bau). So ist die Zahl der Plät­ze in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen im Jahr 2014 noch­mals um wei­te­re ca. 4.500 Plät­ze gestie­gen, sodass zum 31.12.2014 rund 148.680 Plät­ze ange­bo­ten wur­den. Zum 30.04.2015 stan­den laut Inte­grier­ter Soft­ware Ber­li­ner Jugend­hil­fe (ISBJ) 151.252 Plät­ze zur Bele­gung zur Ver­fü­gung.

Die gesamt­städ­ti­sche Aus­las­tungs­quo­te in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen (o. Kin­der­ta­ges­pfle­ge) lag zum Ende 2014 bei 95,6 Pro­zent. Inner­halb der Bezir­ke vari­ier­te die Aus­las­tung aller Ange­bo­te zum 31.12.2014, bezo­gen auf das Ein­rich­tungs­prin­zip (d. h. Zahl der betreu­ten Kin­der in einem Bezirk unab­hän­gig vom Wohn­ort) zwi­schen 94,0 und 97,6 Pro­zent.

Zu 3.: In den Jah­ren 2013 und 2014 konn­te die Schaf­fung neu­er Plät­ze in den genann­ten Regio­nen mit Hil­fe des Lan­des­pro­gramms »Auf die Plät­ze, Kitas, los!« und des U3-Bun­des­pro­gramms 2013–2014 antei­lig geför­dert wer­den. In die­sen zwei Jah­ren waren dies in Alt-Hohen­schön­hau­sen Süd 268, in Alt-Lich­ten­berg 330, in Karls­hor­st 131 und in Neu-Lich­ten­berg 128 neue Plät­ze.

Laut aktu­el­lem Bedarfs­at­las, der mit den bezirk­li­chen Jugend­äm­tern abge­stimmt ist und der die Grund­la­ge für För­de­r­ent­schei­dun­gen in den Bun­des- und Lan­des­pro­gram­men dar­stellt, besteht in den genann­ten Regio­nen wei­ter­hin ein Aus­bau­be­darf. Es lie­gen für das För­der­jahr 2015 Pro­jek­tan­trä­ge vor, die der­zeit för­der­recht­li­ch geprüft wer­den.

Fra­ge 1: Wie hoch war das Haus­müll­auf­kom­men in Ber­lin im Jahr 2014 (gesamt und pro Kopf Anga­be)?

Fra­ge 2: Wie hoch war die Men­ge der getrennt gesam­mel­ten Stof­fe (Pappe/Papier, Bio-Ton­ne, Wert­stoff­ton­ne, Alt­glas) im Jahr 2014?

Fra­ge 3: Wie groß ist der Anteil der Fehl­wür­fe in den ein­zel­nen Samm­lun­gen gewe­sen (bit­te nach Stoff­grup­pe der Fehl­wür­fe auf­schlüs­seln)?

Fra­ge 4: Wie hat sich die Abfall­bi­lanz der betrof­fe­nen Gebie­te nach der Umstel­lung der Glas­samm­lung im Be-reich BE104 ver­än­dert (Zu- und Abnah­men bei Glas-, Papier-, Wert­stoff-, Bio- und Rest­müll­ton­nen)?

Fra­ge 5: Inwie­fern unter­schei­det sich die­se Ent­wick­lung von den ande­ren Bezir­ken?

Fra­ge 6: Lässt sich ein Unter­schied im Abfall­trenn­ver­hal­ten zwi­schen den ein­zel­nen Bezir­ken fest­stel­len bzw. wodurch lässt sich unter­schied­li­ches Trenn­ver­hal­ten erklä­ren?

Fra­ge 7: Wie hoch ist der Anteil von Fehl­wür­fen in den jewei­li­gen Abfall­samm­lun­gen?

Fra­ge 8: Wel­che Stra­te­gi­en wer­den ver­folgt, um die Fehl­wur­fra­te zu ver­rin­gern?

Fra­ge 9: Inwie­fern lässt sich die Quo­te von mög­lichst hoch­wer­ti­ger Abfall­ver­wer­tung stei­gern?

Fra­ge 10: Inwie­fern wer­den Stof­fe, die höher­wer­tig ver­wer­tet wer­den kön­nen, vor der ther­mi­schen Ver­wer­tung des Rest­mülls abge­trennt?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Das Haus­müll­auf­kom­men betrug im Jahr 2014 815.659 t. Dies ent­spricht einer Men­ge von 237 kg pro Einwohnerin/ Ein­woh­ner.

Ant­wort zu 2: Die getrennt erfass­ten Stof­fe belie­fen sich im Jahr 2014 auf fol­gen­de Men­gen:

Papier/Pappe/Karton (PPK): 174.368 t

Bio-Ton­ne: 66.901 t

Wert­stoff­ton­ne: 85.398 t

Alt­glas: 63.634 t

Ant­wort zu 3 und 7: Über den Anteil der Fehl­wür­fe in den ein­zel­nen Samm­lun­gen lie­gen dem Senat kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Ant­wort zu 4 und 5: Aus den Men­gen­strom­nach­wei­sen der Sys­tem­be­trei­ber für die Jah­re 2013 und 2014 erge­ben sich für Glas und Leicht­stoff­ver­pa­ckun­gen inkl. stoff­glei­cher Nicht­ver­pa­ckun­gen (ein­heit­li­che Wert­stoff­ton­ne) fol­gen­de Erfas­sungs­men­gen für die vier Ver­trags­ge­bie­te: Tabel­le sie­he anhän­gen­des Doku­ment

Ant­wort zu 6: Über unter­schied­li­ches Trenn­ver­hal­ten zwi­schen den ein­zel­nen Bezir­ken lie­gen dem Senat kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Ant­wort zu 8: Im Rah­men der Abfall­be­ra­tung wir­ken die Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­be (BSR) regel­mä­ßig dar­auf hin, dass recy­cling­fä­hi­ge Abfäl­le in die dafür auf­ge­stell­ten Behäl­ter und nicht in die Rest­müll­ton­nen gewor­fen wer­den. Hin­zu­wei­sen ist bei­spiel­haft auf die Initia­ti­ve Trennt­stadt Ber­lin, mit der das The­ma Abfall­ver­mei­dung und Abfall­re­cy­cling über Pla­ka­te, Kino­spots und ande­re öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aktio­nen kon­ti­nu­ier­li­ch vor­an­ge­bracht wird.

Zur Ver­bes­se­rung der Akzep­tanz der getrenn­ten Bio­ab­fall­samm­lung bie­ten die BSR ein umfas­sen­des Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­pa­ket für alle Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner sowie kon­kre­te Ange­bo­te zur Erleich­te­rung der getrenn­ten Bio­ab­fall­samm­lung im Haus­halt wie z.B. einen opti­mier­ten Vor­sor­tier­be­häl­ter inkl. ent­spre-chen­der bio­lo­gi­sch abbau­ba­rer Tüten an. Mit Ein­füh­rung der ab 2015 gel­ten­den Gebüh­ren­struk­tur der BSR wur­de u. a. der Tarif für die Bio­ton­ne noch­mals um rd. 20 % gesenkt, um den Anreiz zur Nut­zung zu erhö­hen.

Um die Fehl­wur­fra­te bei der Alt­gla­ser­fas­sung zu ver­rin­gern, sind die Glas­con­tai­ner mit den Far­ben Weiß, Grün, Braun bzw. bei anders­lau­ten­der Sys­tem­be­schrei­bung mit einem Hin­weis auf den Ein­wurf von Misch- bzw. Bunt­glas zu kenn­zeich­nen. Auf den Glas­con­tai­nern sind Infor­ma­tio­nen anzu­brin­gen, wel­che Mate­ria­li­en in die Glas­con­tai­ner gehö­ren. Zur Kenn­zeich­nung, wel­che Mate­ria­li­en nicht ein­ge­wor­fen wer­den dür­fen, ist auf jedem Behäl­ter (in unmit­tel­ba­rer Nähe des Ein­wurfs) ein ent­spre­chen­der Auf­kle­ber anzu­brin­gen.

In der Alt­glas­samm­lung sind fehl­be­füll­te Behäl­ter im Hol­sys­tem noch­mals mit Auf­kle­bern zu ver­se­hen, wel­che auf den rich­ti­gen Gebrauch des Sys­tems hin­wei­sen. Erheb­li­ch fehl­be­füll­te Behäl­ter sind als Abfall zur Besei­ti­gung durch den Abfall­er­zeu­ger zu ent­sor­gen. Behäl­ter an Anfall­stel­len, die mehr­fach und erheb­li­ch fehl­be­füllt sind, sind ersatz­los abzu­zie­hen. Die Wie­der­auf­stel­lung der Behäl­ter ist im Ein­zel­fall zu prü­fen.

Ant­wort zu 9: Nach Ein­schät­zung des Senats kann durch Sepa­rie­ren von sor­ten­rei­nen Abfäl­len bereits bei der Erfas­sung sowie durch Sor­tier- und Auf­be­rei­tungs­ver­fah­ren die Quo­te hoch­wer­ti­ger Ver­wer­tung wei­ter gestei­gert wer­den.

Ant­wort zu 10: Eine Sepa­rie­rung von Stof­fen, die dem Haus­müll zuge­fügt wer­den, fin­det nicht statt. Die Recy­cling­fä­hig­keit die­ser Mate­ria­li­en ist durch ent­spre­chen­de Ver­schmut­zung erheb­li­ch redu­ziert. Eine nach­träg­li­che Abtren­nung ist daher weder öko­lo­gi­sch noch öko­no­mi­sch sinn­voll. Ledig­li­ch magne­ti­sche Metal­le wer­den im Nach­gang des Ver­bren­nungs­pro­zes­ses erfasst und ver­wer­tet.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: In wel­cher Höhe sind finan­zi­el­le Mit­tel aus der sog. Aus­gleichs-und Ersatz­maß­nah­me gemäß den Reg­lun­gen des Natur­schutz­rechts in den Jah­ren 2010 bis 2014 in Ber­lin ein­ge­nom­men wor­den?

Fra­ge 2: Wel­che Maß­nah­men wur­den dar­aus finan­ziert und end­gül­tig umge­setzt (Anga­ben bit­te Pro­jekt­be­zo­gen und nach Bezir­ken auf­schlüs­seln)?

Fra­ge 3: Sieht der Senat die Mög­lich­keit, die finan­zi­el­len Mit­tel aus die­ser genann­ten Abga­be auch für Maß­nah­men wie z. B. der Sau­ber­hal­tung der Spree sowie ande­rer Gewäs­ser im Stadt­ge­biet zu ver­wen­den und wenn nein, war­um nicht?

Fra­ge 4: Auf wel­che Wei­se erfolgt ein Con­trol­ling über die Umset­zung der jewei­li­gen Maß­nah­men?

Fra­ge 5: Ist sicher­ge­stellt, dass die umge­setz­ten Maß­nah­men die­ses Pro­gramms auch im Hin­bli­ck auf ihre nach­hal­ti­ge Wir­kung und den mög­lichst dau­er­haf­ten Bestand regel­mä­ßig eva­lu­iert wer­den und wenn nein war­um nicht?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Die natur­schutz­recht­li­che Ein­griffs­re­ge­lung beruht auf einem Bestands­schutz- und einem Kom­pen­sa­ti­ons­prin­zip, das durch § 13 Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz (BNatSchG) bestimmt ist: Erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen in Natur und Land­schaft sind vom Ver­ur­sa­cher vor­ran­gig zu ver­mei­den. Nicht ver­meid­ba­re Beein­träch­ti­gun­gen sind von Sei­ten des Vor­ha­ben­trä­gers durch Aus­gleichs- oder Ersatz­maß­nah­men oder, soweit dies nicht mög­li­ch ist, durch einen Ersatz­zah­lung zu kom­pen­sie­ren. Die Zah­lung von Ersatz­geld ist zweck­ge­bun­den für Maß­nah­men des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge, wobei die kon­kre­ten Maß­nah­men der Ersatz­geld­zah­lung vor­ge­hen.

Umfang und Kos­ten­hö­he der im Zeit­raum 2010 bis 2014 in Ber­lin nach dem Natur­schutz­recht fest­ge­leg­ten und rea­li­sier­ten Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men wer­den nicht erho­ben. Für die Ein­griffs­re­ge­lung sind, mit Aus­nah­me der Gebie­te von beson­de­rer stadt­po­li­ti­scher Bedeu­tung bzw. Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren, die unte­ren Natur­schutz­be­hör­den der Bezir­ke ver­ant­wort­li­ch. Eine gesetz­li­che Ver­pflich­tung zur Doku­men­ta­ti­on von Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men durch die Bezir­ke besteht nicht.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt führt gemäß § 19 Abs. 4 Ber­li­ner Natur­schutz­ge­setz (NatSch­GBln) ein öffent­li­ch zugäng­li­ches Kom­pen­sa­ti­ons­flä­chen­ka­tas­ter über bezirks­über­grei­fen­de Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men und Maß­nah­men von gesamt­städ­ti­scher oder beson­de­rer öko­lo­gi­scher Bedeu­tung. Hier wer­den aus­schließ­li­ch die Pro­jek­te, die den Ein­griff aus­lö­sen, die Aus­gleichs­flä­chen und die zuge­hö­ri­gen Aus­gleichs­maß­nah­men doku­men­tiert (www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/fisbroker/ ).

Für fest­ge­setz­te, gesamt­städ­ti­sche Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­men exis­tiert im Fall einer Ersatz­geld­zah­lung bei der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt – zweck­ge­bun­den- der Titel 11193 im Land Ber­lin (Aus­gleichs­ab­ga­be nach dem Natur­schutz­ge­setz). Hier­über wird dem Haupt­aus­schuss regel­mä­ßig berich­tet. Letzt­ma-lig wur­de im Jahr 2013 dem Haupt­aus­schuss fol­gen­de Über­sicht über alle grö­ße­ren lau­fen­den Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren über­mit­telt, die mit der Fest­set­zung von flä­chen­haft aus­ge­präg­ten Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men ver­bun­den sind:

Tabel­le in anhän­gen­dem Doku­ment

Eine grund­sätz­li­che Infor­ma­ti­on zur Sys­te­ma­tik der Ein­griffs­re­ge­lung sowie Ver­fah­rens- und Ent­schei­dungs­ab­läu­fen bei der Erhe­bung der Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men erfolg­te gegen­über dem Haupt­aus­schuss in der 59. Sit­zung am 9.4.2014.

Ant­wort zu 2: Eine, über die unter Fra­ge 1 wie­der­ge­ge­be­ne Tabel­le hin­aus, voll­stän­di­ge pro­jekt- und maß­nah­me­be­zo­ge­ne Über­sicht über alle durch­ge­führ­ten Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men im Land Ber­lin besteht nicht. Eine Auf­schlüs­se­lung ist daher nicht mög­li­ch.

Ant­wort zu 3: Aus­gleichs- oder Ersatz­maß­nah­men gehen einer mone­tä­ren Kom­pen­sa­ti­on vor. Grund­sätz­li­ch gilt das Ver­ur­sa­cher­prin­zip, d.h. der Vor­ha­ben­trä­ger ist ver­pflich­tet, die erfor­der­li­chen Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men umzu­set­zen. Es ist zu erwäh­nen, dass es dem Vor­ha­ben­trä­ger obliegt, Flä­chen (ggf. auch eige­ne) als Kom­pen­sa­ti­ons­flä­chen vor­zu­schla­gen, die, wenn sie geeig­net sind, her­an­zu­zie­hen sind.

Die Art und Wei­se von Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men ergibt sich aus dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz. Grund­sätz­li­ch kom­men nur sol­che Flä­chen und Maß­nah­men natur­schutz­recht­li­ch und –fach­li­ch für Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­men in Betracht, die auf­wer­tungs­fä­hig und –bedürf­tig sind. Die Gewäs­ser­un­ter­hal­tung ist kei­ne Maß­nah­me des Natur­schut­zes und der Land­schafts­pfle­ge nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz; gleich­wohl kön­nen Maß­nah­men des Natur­schut­zes, wie die Rena­tu­rie­rung ein­schließ­li­ch Ufer­be­grü­nun­gen / Röh­richt­pflan­zun­gen auch der Gewäs­ser­rein­hal­tung die­nen.

Ant­wort zu 4: Ein Con­trol­ling der umge­setz­ten Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men ergibt sich dezen­tral und im Rah­men der ver­füg­ba­ren Res­sour­cen aus dem jewei­li­gen Pro­jekt­zu­sam­men­hang und den gel­ten­den Zustän­dig­kei­ten der Unte­ren bzw. der Obers­ten Natur­schutz­be­hör-de.

Ant­wort zu 5: Aus­gleichs- und Ersatz­maß­nah­men sind auf­grund der recht­li­chen Vor­ga­ben der­art zu bestim­men, dass die­se dau­er­haft wir­ken kön­nen; sie bedür­fen daher einer fach­li­ch fun­dier­ten Her­lei­tung. Sofern fach­li­ch gebo­ten, kann pro­jekt­be­zo­gen ein Moni­to­ring ver­ein­bart wer­den, um die Wirk­sam­keit von Maß­nah­men zu bele­gen bzw. Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men.

Die Senats­ver­wal­tung für Arbeit, Inte­gra­ti­on und Frau­en wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie vie­le Unfäl­le im Tier­park und im Zoo Ber­lin sind dem Lan­des­amt für Arbeits­schutz, Gesund­heits­schutz und tech­ni­sche Sicher­heit ins­ge­samt bekannt?

2. Gab es in der Ver­gan­gen­heit Über­grif­fe von Besu­chern, durch die Tie­re zu Scha­den gekom­men sind und wenn ja, wie vie­le?

3. Wur­den in der Ver­gan­gen­heit Tie­re aus dem Tier­park und dem Zoo Ber­lin gestoh­len und wenn ja, wie vie­le?

4. Wie lau­ten die Sicher­heits­stan­dards in Deutsch­land, nach denen sich der Tier­park und der Zoo Ber­lin rich­ten müs­sen?

5. Wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men wer­den prin­zi­pi­ell ange­wen­det, um Men­schen und Tie­re glei­cher­ma­ßen inner­halb der Ein­rich­tun­gen zu schüt­zen?

6. Wie wird ins­be­son­de­re die Sicher­heit der Besu­cher gewähr­leis­tet, damit die­se nicht zu nah an gefähr­li­che Tie­re her­an­kom­men kön­nen?

7. Wie läuft die Alar­mie­rungs­ket­te, wenn es in Tier­park und Zoo zu Gefah­ren­si­tua­tio­nen mit oder für Tie­re durch Besu­cher kommt?

8. In wel­chen Abstän­den ist eine Über­prü­fung der Sicher­heits­stan­dards an den Stand­or­ten vor­ge­schrie­ben?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Die Fra­gen betref­fen Sach­ver­hal­te, die der Senat nicht aus eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten kann. Daher hat der Senat die Tier­park Ber­lin-Fried­richs­fel­de GmbH und die Zoo­lo­gi­scher Gar­ten Ber­lin AG zusätz­li­ch um Aus­kunft gebe­ten.

Zu 1.: Dem Lan­des­amt für Arbeits­schutz, Gesund­heits­schutz und tech­ni­sche Sicher­heit (LAGet­Si) wer­den zustän­dig­keits­hal­ber ledig­li­ch Infor­ma­tio­nen zu schwe­ren und töd­li­chen Arbeits­un­fäl­len über­mit­telt. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren sind dem LAGet­Si kei­ne schwe­ren und töd­li­chen Arbeits­un­fäl­le im Tier­park und im Zoo Ber­lin bekannt gewor­den.

Zu 2.: Nach Aus­kunft der Tier­park Ber­lin-Fried­richs­fel­de GmbH und der Zoo­lo­gi­scher Gar­ten Ber­lin AG hat es nach­weis­bar kei­ne Über­grif­fe gege­ben.

Zu 3.: Nach Aus­kunft der Tier­park Ber­lin-Fried­richs­fel­de GmbH und der Zoo­lo­gi­scher Gar­ten Ber­lin AG war dies nicht der Fall.

Zu 4.: Der Senat ver­weist auf die Klei­ne Anfra­ge 17/12396, ins­be­son­de­re auf die Ant­wort zu Fra­ge 1 zu der Geneh­mi­gungs­pflicht von Zoos nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz. Zum Schutz der Beschäf­tig­ten in Zoos sind das Arbeits­schutz­ge­setz und die auf sei­ner Grund­la­ge erlas­se­nen Arbeits­schutz­ver­ord­nun­gen anzu­wen­den. Die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) hat eine Regel (DGUV Regel 114–001 – Hal­tung von Wild­tie­ren) ver­öf­fent­licht, die Maß­nah­men zur Ver­hü­tung von Gefah­ren für Leben und Gesund­heit bei der Arbeit ent­hält.

Zu 5.: Hier­zu wird auf die Ant­wort zu Fra­ge 4 ver­wie­sen.

Zu 6. und 7.: Hier­zu haben die Tier­park Ber­lin-Fried­richs­fel­de GmbH und die Zoo­lo­gi­scher Gar­ten Ber­lin AG dem Senat auf sei­ne Bit­te um Aus­kunft kei­ne Anga­ben gemacht.

Zu 8.: Hier­zu wird auf die Ant­wort zu Fra­ge 4 ver­wie­sen. Die Über­prü­fung der Ein­hal­tung der Arbeits­schutz­vor­schrif­ten erfolgt anlass­be­zo­gen durch das LAGet­Si.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Seit wann gibt es den Vat­ten­fall Cross-Lauf in Ber­lin und wel­che Alters­grup­pen neh­men dar­an teil?

2. Wer trägt die orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung für die Durch­füh­rung des Cross-Lau­fes?

3. Sind der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft Unfäl­le mit Ver­letz­ten, ins­be­son­de­re bei den Mas­sen­starts der jün­ge­ren Alters­grup­pen des Cross-Lau­fes bekannt?

4. Seit wie vie­len Jah­ren kommt es bei den Mas­sen­starts der jün­ge­ren Schü­ler­jahr­gän­ge zu Mas­sen­stür­zen?

5. Wel­che Auf­la­gen haben die Orga­ni­sa­to­ren des Cross-Lau­fes ein­zu­hal­ten, um Stür­ze im Start­be­reich bei den Mas­sen­starts zu ver­hin­dern?

6. Wel­che Start­brei­te ist vom Deut­schen Leicht­ath­le­tik-Ver­band (DLV) für Cross-Läu­fe vor­ge­schrie­ben?

7. Wel­che Start­brei­te besteht beim Vat­ten­fall Cross-Lauf in Ber­lin?

8. Kön­nen sol­che Art von Unfäl­len bei einem sol­chen Event gänz­li­ch aus­ge­schlos­sen wer­den?

9. Was wird durch die Orga­ni­sa­to­ren unter­nom­men, um die Anzahl der Unfäl­le zu mini­mie­ren?

10. Wie bewer­ten Sie den Vat­ten­fall Cross-Lauf ins­ge­samt als Sport­ver­an­stal­tung für Schü­le­rin­nen und Schü­ler?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Der Wald- bzw. Cross­lauf der Ber­li­ner Schu­len wird seit dem Herbst 2005 als »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« durch­ge­führt. Nament­li­cher Vor­gän­ger war der BEWAG Cross­lauf. Cross- und Wald­läu­fe für Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben in Ber­lin eine lan­ge Tra­di­ti­on. Bereits in den 1960i­ger Jah­ren gab es sowohl im ehe­ma­li­gen »West­ber­lin« (Wald­läu­fe der Ber­li­ner Schu­len) als auch in »Ost­ber­lin« (Cross der Jugend) Wald- und Cross­läu­fe für Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ber­li­ner Schu­len.

Start­be­rech­tigt beim »Vat­ten­fall Cross-Lauf« sind Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ber­li­ner Schu­len im Alter von 10 bis 19 Jah­ren. In ein­zel­nen Bezir­ken sind an den bezirk­li­chen Vor­aus­schei­dun­gen auf Wunsch der Schu­len auch bereits neun­jäh­ri­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler teil­nah­me­be­rech­tigt.

Zu 2.: Ver­an­stal­ter ist der Bereich Schul­sport und Bewe­gungs­er­zie­hung in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft. Die ört­li­che Aus­rich­tung erfolgt durch die Schul­sport­be­ra­te­rin­nen und Schul­sport­be­ra­ter der Ber­li­ner Bezir­ke, die orga­ni­sa­to­ri­sch von »Schul­sport­hel­fer­teams« in den Bezir­ken unter­stützt wer-den. In die­sen Teams arbei­ten auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Ber­li­ner Leicht­ath­le­tik­ver­ei­nen oder des Ber­li­ner Leicht­ath­le­tik Ver­ban­des (BLV) mit.

Zu 3.: Bei allen Schul­sport­ver­an­stal­tun­gen kann es zu Ver­let­zun­gen und Sport­un­fäl­len kom­men. Beim Cross­lauf kön­nen sie am Start, auf der Stre­cke und im Ziel­be­reich auf­tre­ten. Es ist der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft nicht bekannt, dass es bei Mas­sen­starts häu­fi­ger Sport­ver­let­zun­gen und Unfäl­le gibt, die zur Auf­ga­be des Wett­kamp­fes füh­ren als bei den ande­ren Abschnit­ten eines Cross­lau­fes.

Zu 4.: Aus­ge­hend von der begriff­li­chen Fest­le­gung, dass Mas­sen­stür­ze »Stür­ze (sind), in den meh­re­re am Wett­kampf Teil­neh­men­de ver­wi­ckelt wer­den« (Duden), kann es im Start­be­reich von Lauf­ver­an­stal­tun­gen, nicht nur im schu­li­schen Bereich, in allen Alters­be­rei­chen zu Stür­zen von Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern kom­men. Die­se Stür­ze bil­den die Aus­nah­me und wer­den sta­tis­ti­sch nicht erfasst, weil die Läu­fe­rin­nen oder Läu­fer in der Regel ohne Ver­let­zung den Lauf fort­set­zen kön­nen.

Zu 5.: Weder für Cross­läu­fe noch ande­re Lauf­wett­be­wer­be im schu­li­schen, außer­un­ter­richt­li­chen oder außer­schu­li­schen Bereich gibt es Auf­la­gen oder Vor­ga­ben zur Gestal­tung von Start­be­rei­chen.

Zu 6.: In den Inter­na­tio­na­len Wett­kampf­re­geln (IWR) des DLV sind kei­ne Start­brei­ten fest­ge­legt.

Zu 7.: Der Start­bo­gen, der beim »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« ein­ge­setzt wird, hat eine Brei­te von acht Metern. Wenn so vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler am Start sind, dass der Auf­stel­lungs­raum inner­halb der Star­bo­gens für die Schü­ler­zahl nicht aus­reicht, wird in der Regel, wie beim Cross­lauf in Pan­kow am 25.03.2015, vor dem Start-bogen Auf­stel­lung genom­men. Damit ver­brei­tert sich der Auf­stell­be­reich der Star­ten­den deut­li­ch. Die inter­na­tio­na­len Wett­kampf­re­geln wer­den dabei außer Acht gelas­sen.

Zu 8.: Nein, Stür­ze von meh­re­ren am Wett­kampf teil­neh­men­den Läu­fe­rin­nen und Läu­fern kön­nen lei­der nicht gänz­li­ch aus­ge­schlos­sen wer­den. Es sei denn, man ver­zich­tet auf die Durch­füh­rung von Mas­sen­starts bei Lauf­ver­an­stal­tun­gen und lässt die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ein­zeln star­ten.

Zu 9.: In den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen wer­den Hin­wei­se gege­ben, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu einem fai­ren und sport­li­chen Ver­hal­ten anzu­lei­ten sind und sich ent­spre­chend ver­hal­ten sol­len. Die Ver­ant­wort­li­chen für den Start­be­reich wir­ken bei allen Starts dar­auf hin, dass das Start­pro­ze­dere allen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern bekannt gemacht wird. Hier­zu wer­den je nach der Grö­ße des Star­ter­fel­des die per­sön­li­che Anspra­che oder auch eine Laut­spre­cher­durch­sa­ge genutzt.

In der Fra­ge­stel­lung wird sug­ge­riert, dass bei den Cross­läu­fen eine Viel­zahl von Unfäl­len mit Ver­let­zungs­fol­gen, ins­be­son­de­re im Start­be­reich auf­tre­ten.

Im Schul­jahr 2014/15 haben an den 12 bezirk­li­chen Ver­an­stal­tun­gen im »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf bis­her 16.676 Schü­le­rin­nen und Schü­ler teil­ge­nom­men bzw. das Ziel erreicht. Mit der Final­ver­an­stal­tung am 18.04.2015 wer­den es über 18.000 Teil­neh­men­de sein.

Der Ein­satz des bei jeder der 13 Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Sani­täts­per­so­nals zur Behand­lung von Ver­let­zun­gen liegt bezo­gen auf die Gesamt­teil­neh­mer­zahl im 1-Pro­zent-Bereich. Wie bereits in der Beant­wor­tung der Fra­ge 3 fest­ge­stellt, gibt es kei­ne Anzei­chen dafür, dass die­se Ver­let­zun­gen ver­mehrt im Start­be­reich auf­tre­ten.

Zu 10.: Der »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« ist ein wesent­li­cher Bestand­teil des Ber­li­ner Schul­sport-Wett­kampf­pro­gramms und bie­tet jähr­li­ch fast 20.000 Schü­le­rin­nen und Schü­lern bei einer brei­ten­sport­li­chen Ver­an­stal­tung die Mög­lich­keit, ihre Aus­dau­er­leis­tung zu tes­ten und zu über­prü­fen. Bei den Vor­be­rei­tung auf die­se Läu­fe sol­len die Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Sport­un­ter­richt und im außer­un­ter­richt­li­chen Bereich für eine regel­mä­ßi­ge sport­li­che Betä­ti­gung moti­viert und mit der Bedeu­tung der Aus­dau­er­leis­tungs­fä­hig­keit für die eige­ne Gesund­heit ver­traut gemacht wer­den. Sie sol­len durch die­ses Ver­an­stal­tungs­for­mat Spaß und Freu­de an der indi­vi­du­el­len Leis­tungs­ver­bes­se­rung und Moti­va­ti­on für ihre sport­li­che Betä­ti­gung erfah­ren. In der Leis­tungs­ori­en­tie­rung besteht die Mög­lich­keit, sich für eine ber­lin­wei­te Final­ver­an­stal­tung zu qua­li­fi­zie­ren und sich mit den fünf­zehn Bes­ten in den ein­zel­nen Wett­kampf­klas­sen aus allen zwölf Bezir­ken zu mes­sen. In der brei­ten­sport­li­chen Ori­en­tie­rung sol­len Kin­der und Jugend­li­che an den Lauf- und Aus­dau­er­sport her­an­zu­führt wer­den. In die­ser dop­pel­ten Ori­en­tie­rung misst der Senat die­ser tra­di­tio­nel­len Schul­sport­ver­an­stal­tung in der Sport­me­tro­po­le Ber­lin eine gro­ße Bedeu­tung bei.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che Reso­nanz erfährt das der­zeit lau­fen­de Dia­log­ver­fah­ren des Senats zum The­ma »Kli­ma­schutz« bzw. »Kli­ma­neu­tra­les Ber­lin?

Fra­ge 2: Wie ist Eva­lu­ie­rung die­ses Pro­zes­ses orga­ni­siert, wel­che Per­so­nen bzw. Gre­mi­en ent­schei­den über die ein­ge­brach­ten Vor­schlä­ge?

Fra­ge 3: Ist es vor­ge­se­hen, auch bereits erfolg­rei­che Pro­jek­te an der Schnitt­stel­le von Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Nut­zer­ein­bin­dung und Bil­dung wie das Pan­kower »Köpf­chen statt Kohle«-Programm unab­hän­gig von dem lau­fen­den Dia­log­ver­fah­ren, in eine ber­lin­wei­te Kli­ma­stra­te­gie zu über­neh­men, wenn nein war­um nicht?

Fra­ge 4: Inwie­weit wer­den Pro­jek­te unter­stützt, die mit der För­de­rung durch die Natio­na­le Kli­ma­schutz­richt­li­nie eine Bezu­schus­sung durch den Bund erhal­ten bzw. um wel­che Pro­jek­te han­delt es sich im Ein­zel­nen (bit­te um Auf­lis­tung)?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1 und 2: Das lau­fen­de Dia­log­ver­fah­ren ist im Zusam­men­hang mit den ande­ren Pro­jek­ten der Ber­li­ner Ener­gie- und Kli­ma­schutz­po­li­tik zu sehen. An deren Neu­aus­rich­tung wird der­zeit gear­bei­tet, um das in den Richt­li­ni­en der Regie­rungs­po­li­tik beschlos­se­ne Ziel, Ber­lin bis zum Jahr 2050 kli­ma­neu­tral zu machen, mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu errei­chen. Dafür wur­de eine Mach­bar­keits­stu­die in Auf­trag gege­ben, die Anfang 2014 vor­lag und die auf­zeigt, dass und wie Kli­ma­neu­tra­li­tät zu errei­chen ist und wel­che Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen wer­den müs­sen. Auf Grund­la­ge der Mach­bar­keits­stu-die wird der­zeit das Ber­li­ner Ener­gie- und Kli­ma­schutz­pro­gramm (BEK) erar­bei­tet, das ehr­gei­zigs­te Pro­jekt, wel­ches den »Fahr­plan« zur Kli­ma­neu­tra­li­tät dar­stel­len soll. Im Ergeb­nis einer euro­pa­wei­ten Aus­schrei­bung ist ein Kon­sor­ti­um renom­mier­ter For­schungs­in­sti­tu­te unter Leis­tung des Insti­tuts für öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­for-schung Ber­lin (IÖW) GmbH mit der Ent­wick­lung des BEK beauf­tragt wor­den. Im Zeit­raum August 2014 bis Ende 2015 wer­den auf der Grund­la­ge der aktu­el­len recht-lichen Rah­men­be­din­gun­gen sowie des neu­es­ten Stan­des wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se und tech­ni­scher Mög­lich­kei­ten für die ener­gie- und kli­ma­po­li­ti­sch rele­van­ten Hand­lungs­fel­der Ener­gie­ver­sor­gung, Gebäu­de und Stadt­ent­wick­lung, Wirt­schaft, pri­va­te Haus­hal­te und Kon­sum sowie Ver­kehr kon­kre­te Teil­zie­le sowie die für deren Errei­chung erfor­der­li­chen Maß­nah­men, Ver­ant­wort­lich­kei­ten und Fris­ten detail­liert beschrie­ben und fest­ge­legt.

Für die Ent­wick­lung des BEK wird eine brei­te Betei­li­gung der Stadt­ge­sell­schaft ange­strebt. Mit der Durch­füh­rung des Betei­li­gungs­pro­zes­ses ist die IFOK GmbH beauf­tragt. Den Auf­takt hier­für berei­te­te ein Stadt­fo­rum am 3. Novem­ber 2014 im Audi­to­ri­um Fried­rich­stra­ße. Dar­an anschlie­ßend fand im Dezem­ber 2014 eine ers­te Work­shop-Rei­he mit Fach­ex­per­tin­nen und Fach­ex­per­ten zu den fünf Hand­lungs­fel­dern Ener­gie­ver­sor­gung, Gebäu­de und Stadt­ent­wick­lung, Wirt­schaft, pri­va­te Haus­hal­te und Kon­sum sowie Ver­kehr statt. Dort wur­den die Maß­nah­men­vor­schlä­ge aus der Mach­bar­keits­stu­die dis­ku­tiert und bewer­tet. Am 26. Febru­ar 2015 folg­te ein Stadt­dia­log Ener­gie und Kli­ma­schutz für die erwei­ter­te Fach­öf­fent­lich­keit. Gleich­zei­tig gab Sena­tor Andre­as Gei­sel den Start­schuss für den Online-Betei­li­gungs­pro­zess, in dem über einen Zeit­raum von sie­ben Wochen alle Ber­li­ne­rin-nen und Ber­li­ner auf­ge­ru­fen sind, Maß­nah­men­vor­schlä­ge ein­zu­brin­gen und zu kom­men­tie­ren. Im Spät­som­mer 2015 soll eine letz­te Work­shop-Rei­he statt­fin­den.

Ins­ge­samt ist die Reso­nanz, die sich durch die Teil­nah­me an den Ver­an­stal­tun­gen sowie durch die Online-Betei­li­gung zeigt, erfreu­li­ch. Bis zum 11. März 2015 haben sich 171 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger online betei­ligt, sie­ben Bewer­tun­gen und 12 Kom­men­ta­re abge­ge­ben. Dies ist nach den Erfah­run­gen des für die Betei­li­gung ver­ant­wort­li­chen Insti­tuts, wel­ches sol­che Pro­zes­se auch schon in ande­ren Bun­des­län­dern beglei­tet hat, ein sehr guter Stand. Erwar­tungs­ge­mäß ist mit einer noch­mals erhöh­ten Betei­li­gung kurz vor Ende der Online-Betei­li­gung am 16. April 2015 zu rech­nen.

Am Ende des Pro­zes­ses soll ein Pro­gramm ste­hen, das von der Stadt­ge­sell­schaft wei­test­ge­hend getra­gen wird und Ende 2015 vom Senat beschlos­sen wer­den kann. Das Zustim­mungs­er­for­der­nis des Senats wird sich aus dem Ber­li­ner Ener­gie­wen­de­ge­setz erge­ben, wel­ches sich der­zeit im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren befin­det. Mit die­sem Gesetz sol­len die Ber­li­ner Kli­ma­schutz­zie­le sowie die Instru­men­te zu ihrer Errei­chung recht­li­ch ver­an­kert wer­den.

Ant­wort zu 3: Das Pro­jekt »Köpf­chen statt Koh­le« ist ein Leucht­turm­pro­jekt, wel­ches 2013 den Kli­ma­Schutz-Part­ner-Preis (Son­der­preis) gewann. Bil­dungs­pro­jek­te wie die­se sind beson­ders hono­rie­rungs­wür­dig, da sie die gro­ße Ziel­grup­pe der Kita- und Schul­kin­der direkt erreicht, wel­che die Zukunft eines kli­ma­neu­tra­len Ber­lins gestal­ten und erle­ben wer­den. Erfreu­li­cher­wei­se gibt es in der Ber­li­ner Bil­dungs­land­schaft bereits eine gro­ße Anzahl ähn­li­cher Pro­jek­te, die wei­ter gestärkt wer­den sol­len. Das sich noch im ver­wal­tungs­in­ter­nen Abstim­mungs­ver­fah­ren befin­den­de Ber­li­ner Ener­gie­wen­de­ge­setz sieht vor, dass die The­men Kli­ma­schutz und Anpas­sung stär­ker in der (vor-)schulischen Bil­dung ver­an­kert wer­den. Im der­zei­ti­gen Ent­wurf des BEK ist vor­ge­se­hen, die bestehen­den Pro­jek­te bes­ser zu koor­di­nie­ren und zu ver­net­zen sowie die Ent­ste­hung neu­er Pro­jek­te zu för­dern, bei­spiels­wei­se durch die Ein­rich­tung einer ver­wal­tungs­in­ter­nen Koor­di­nie­rungs­stel­le. An den Ein­zel­hei­ten wird der­zeit noch gear­bei­tet (BEK – Hand­lungs­feld Pri­va­te Haus­hal­te und Kon­sum).

Ant­wort zu 4: In Ber­lin wer­den eine gro­ße Anzahl von Pro­jek­ten durch Bun­des­mit­tel aus der Kom­mu­nal­richt­li­nie finan­ziert, dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se die För­de­rung der Erstel­lung von kom­mu­na­len Kli­ma­schutz­kon­zep­te wie in den Bezir­ken Lich­ten­berg oder Mar­zahn-Hel­lers­dorf. Auch für die Pro­jek­te der Haupt­ver­wal­tung sind die För­der­pro­gram­me der Natio­na­len Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve inter­es­sant. Das Land ermu­tigt die (poten­zi­el­len) Antrag­stel­ler, die För­der­mit­tel zu nut­zen, hält Kon­takt mit der mit­tel­ver­wal­ten­den Stel­le und enga­giert sich auf Bun­des­ebe­ne zu Fra­gen der Wei­ter­ent­wick­lung der Natio­na­len Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve ein­schließ­li­ch der Kom­mu­nal­richt­li­nie. Dar­über hin­aus ist eine Unter­stüt­zung der Antrag­stel­ler durch das Land Ber­lin nicht erfor­der­li­ch. Eine Auf­lis­tung der vom Bund in Ber­lin geför­der­ten Pro­jek­te liegt uns nicht vor.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Seit wann gibt es den Vat­ten­fall Cross-Lauf in Ber­lin und wel­che Alters­grup­pen neh­men dar­an teil?

2. Wer trägt die orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung für die Durch­füh­rung des Cross-Lau­fes?

3. Sind der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft Unfäl­le mit Ver­letz­ten, ins­be­son­de­re bei den Mas­sen­starts der jün­ge­ren Alters­grup­pen des Cross-Lau­fes bekannt?

4. Seit wie vie­len Jah­ren kommt es bei den Mas­sen­starts der jün­ge­ren Schü­ler­jahr­gän­ge zu Mas­sen­stür­zen?

5. Wel­che Auf­la­gen haben die Orga­ni­sa­to­ren des Cross-Lau­fes ein­zu­hal­ten, um Stür­ze im Start­be­reich bei den Mas­sen­starts zu ver­hin­dern?

6. Wel­che Start­brei­te ist vom Deut­schen Leicht­ath­le­tik-Ver­band (DLV) für Cross-Läu­fe vor­ge­schrie­ben?

7. Wel­che Start­brei­te besteht beim Vat­ten­fall Cross-Lauf in Ber­lin?

8. Kön­nen sol­che Art von Unfäl­len bei einem sol­chen Event gänz­li­ch aus­ge­schlos­sen wer­den?

9. Was wird durch die Orga­ni­sa­to­ren unter­nom­men, um die Anzahl der Unfäl­le zu mini­mie­ren?

10. Wie bewer­ten Sie den Vat­ten­fall Cross-Lauf ins­ge­samt als Sport­ver­an­stal­tung für Schü­le­rin­nen und Schü­ler?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Der Wald- bzw. Cross­lauf der Ber­li­ner Schu­len wird seit dem Herbst 2005 als »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« durch­ge­führt. Nament­li­cher Vor­gän­ger war der BEWAG Cross­lauf. Cross- und Wald­läu­fe für Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben in Ber­lin eine lan­ge Tra­di­ti­on. Bereits in den 1960i­ger Jah­ren gab es sowohl im ehe­ma­li­gen »West­ber­lin« (Wald­läu­fe der Ber­li­ner Schu­len) als auch in »Ost­ber­lin« (Cross der Jugend) Wald- und Cross­läu­fe für Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ber­li­ner Schu­len.

Start­be­rech­tigt beim »Vat­ten­fall Cross-Lauf« sind Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ber­li­ner Schu­len im Alter von 10 bis 19 Jah­ren. In ein­zel­nen Bezir­ken sind an den bezirk­li­chen Vor­aus­schei­dun­gen auf Wunsch der Schu­len auch bereits neun­jäh­ri­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler teil­nah­me­be­rech­tigt.

Zu 2.: Ver­an­stal­ter ist der Bereich Schul­sport und Bewe­gungs­er­zie­hung in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft. Die ört­li­che Aus­rich­tung erfolgt durch die Schul­sport­be­ra­te­rin­nen und Schul­sport­be­ra­ter der Ber­li­ner Bezir­ke, die orga­ni­sa­to­ri­sch von »Schul­sport­hel­fer­teams« in den Bezir­ken unter­stützt wer-den. In die­sen Teams arbei­ten auch Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Ber­li­ner Leicht­ath­le­tik­ver­ei­nen oder des Ber­li­ner Leicht­ath­le­tik Ver­ban­des (BLV) mit.

Zu 3.: Bei allen Schul­sport­ver­an­stal­tun­gen kann es zu Ver­let­zun­gen und Sport­un­fäl­len kom­men. Beim Cross­lauf kön­nen sie am Start, auf der Stre­cke und im Ziel­be­reich auf­tre­ten. Es ist der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft nicht bekannt, dass es bei Mas­sen­starts häu­fi­ger Sport­ver­let­zun­gen und Unfäl­le gibt, die zur Auf­ga­be des Wett­kamp­fes füh­ren als bei den ande­ren Abschnit­ten eines Cross­lau­fes.

Zu 4.: Aus­ge­hend von der begriff­li­chen Fest­le­gung, dass Mas­sen­stür­ze »Stür­ze (sind), in den meh­re­re am Wett­kampf Teil­neh­men­de ver­wi­ckelt wer­den« (Duden), kann es im Start­be­reich von Lauf­ver­an­stal­tun­gen, nicht nur im schu­li­schen Bereich, in allen Alters­be­rei­chen zu Stür­zen von Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern kom­men. Die­se Stür­ze bil­den die Aus­nah­me und wer­den sta­tis­ti­sch nicht erfasst, weil die Läu­fe­rin­nen oder Läu­fer in der Regel ohne Ver­let­zung den Lauf fort­set­zen kön­nen.

Zu 5.: Weder für Cross­läu­fe noch ande­re Lauf­wett­be­wer­be im schu­li­schen, außer­un­ter­richt­li­chen oder außer­schu­li­schen Bereich gibt es Auf­la­gen oder Vor­ga­ben zur Gestal­tung von Start­be­rei­chen.

Zu 6.: In den Inter­na­tio­na­len Wett­kampf­re­geln (IWR) des DLV sind kei­ne Start­brei­ten fest­ge­legt.

Zu 7.: Der Start­bo­gen, der beim »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« ein­ge­setzt wird, hat eine Brei­te von acht Metern. Wenn so vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler am Start sind, dass der Auf­stel­lungs­raum inner­halb der Star­bo­gens für die Schü­ler­zahl nicht aus­reicht, wird in der Regel, wie beim Cross­lauf in Pan­kow am 25.03.2015, vor dem Start-bogen Auf­stel­lung genom­men. Damit ver­brei­tert sich der Auf­stell­be­reich der Star­ten­den deut­li­ch. Die inter­na­tio­na­len Wett­kampf­re­geln wer­den dabei außer Acht gelas­sen.

Zu 8.: Nein, Stür­ze von meh­re­ren am Wett­kampf teil­neh­men­den Läu­fe­rin­nen und Läu­fern kön­nen lei­der nicht gänz­li­ch aus­ge­schlos­sen wer­den. Es sei denn, man ver­zich­tet auf die Durch­füh­rung von Mas­sen­starts bei Lauf­ver­an­stal­tun­gen und lässt die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ein­zeln star­ten.

Zu 9.: In den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen wer­den Hin­wei­se gege­ben, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu einem fai­ren und sport­li­chen Ver­hal­ten anzu­lei­ten sind und sich ent­spre­chend ver­hal­ten sol­len. Die Ver­ant­wort­li­chen für den Start­be­reich wir­ken bei allen Starts dar­auf hin, dass das Start­pro­ze­dere allen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern bekannt gemacht wird. Hier­zu wer­den je nach der Grö­ße des Star­ter­fel­des die per­sön­li­che Anspra­che oder auch eine Laut­spre­cher­durch­sa­ge genutzt.

In der Fra­ge­stel­lung wird sug­ge­riert, dass bei den Cross­läu­fen eine Viel­zahl von Unfäl­len mit Ver­let­zungs­fol­gen, ins­be­son­de­re im Start­be­reich auf­tre­ten.

Im Schul­jahr 2014/15 haben an den 12 bezirk­li­chen Ver­an­stal­tun­gen im »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf bis­her 16.676 Schü­le­rin­nen und Schü­ler teil­ge­nom­men bzw. das Ziel erreicht. Mit der Final­ver­an­stal­tung am 18.04.2015 wer­den es über 18.000 Teil­neh­men­de sein.

Der Ein­satz des bei jeder der 13 Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Sani­täts­per­so­nals zur Behand­lung von Ver­let­zun­gen liegt bezo­gen auf die Gesamt­teil­neh­mer­zahl im 1-Pro­zent-Bereich. Wie bereits in der Beant­wor­tung der Fra­ge 3 fest­ge­stellt, gibt es kei­ne Anzei­chen dafür, dass die­se Ver­let­zun­gen ver­mehrt im Start­be­reich auf­tre­ten.

Zu 10.: Der »Vat­ten­fall Schul-Cup Cross-Lauf« ist ein wesent­li­cher Bestand­teil des Ber­li­ner Schul­sport-Wett­kampf­pro­gramms und bie­tet jähr­li­ch fast 20.000 Schü­le­rin­nen und Schü­lern bei einer brei­ten­sport­li­chen Ver­an­stal­tung die Mög­lich­keit, ihre Aus­dau­er­leis­tung zu tes­ten und zu über­prü­fen. Bei den Vor­be­rei­tung auf die­se Läu­fe sol­len die Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Sport­un­ter­richt und im außer­un­ter­richt­li­chen Bereich für eine regel­mä­ßi­ge sport­li­che Betä­ti­gung moti­viert und mit der Bedeu­tung der Aus­dau­er­leis­tungs­fä­hig­keit für die eige­ne Gesund­heit ver­traut gemacht wer­den. Sie sol­len durch die­ses Ver­an­stal­tungs­for­mat Spaß und Freu­de an der indi­vi­du­el­len Leis­tungs­ver­bes­se­rung und Moti­va­ti­on für ihre sport­li­che Betä­ti­gung erfah­ren. In der Leis­tungs­ori­en­tie­rung besteht die Mög­lich­keit, sich für eine ber­lin­wei­te Final­ver­an­stal­tung zu qua­li­fi­zie­ren und sich mit den fünf­zehn Bes­ten in den ein­zel­nen Wett­kampf­klas­sen aus allen zwölf Bezir­ken zu mes­sen. In der brei­ten­sport­li­chen Ori­en­tie­rung sol­len Kin­der und Jugend­li­che an den Lauf- und Aus­dau­er­sport her­an­zu­führt wer­den. In die­ser dop­pel­ten Ori­en­tie­rung misst der Senat die­ser tra­di­tio­nel­len Schul­sport­ver­an­stal­tung in der Sport­me­tro­po­le Ber­lin eine gro­ße Bedeu­tung bei.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie hat sich die Anzahl der Stadt­bäu­me in Ber­lin im letz­ten Jahr ent­wi­ckelt (bit­te um Auf­lis­tung nach Bezirk bezügl. Fäl­lun­gen und Neu­pflan­zun­gen)?

Fra­ge 2: Wie vie­le die­ser Neu­pflan­zun­gen las­sen sich auf die Stadt­baum-Kam­pa­gne zurück­füh­ren?

Fra­ge 3: Wie ist die Ent­wick­lung der Stadt­baum­kam­pa­gne bezüg­li­ch der Spen­den­auf­kom­men ein­zu­schät­zen?

Fra­ge 4: Inwie­weit gibt es Pla­nun­gen auch an zen­tra­len Stel­len z.B. in der Innen­stadt wie dem Pots­da­mer Platz oder dem Gelän­de um den Haupt­bahn­hof ver­mehrt Stadt­bäu­me zu pflan­zen?

Fra­ge 5: Nach wel­chen Kri­te­ri­en wird ent­schie­den, an wel­chen Stand­or­ten neue Bäu­me gepflanzt wer­den?

Fra­ge 6: Inwie­weit sieht der Senat einen Zusam­men­hang zwi­schen dem Stand­ort eines Stadt­baums und dem Alter, das die­se Bäu­me errei­chen kön­nen?

Fra­ge 7: Wel­che Fak­to­ren haben nach die­ser Ein­schät­zung inzwi­schen den größ­ten Ein­fluss auf die Lebens­er­war­tung von Stadt­bäu­men?

Fra­ge 8: Wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men wer­den ergrif­fen bzw. sind geplant, um die Lebens­be­din­gun­gen der Stadt­bäu­me zu ver­bes­sern und so die Lebens­er­war­tun­gen der Stadt­bäu­me zu erhö­hen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1 und 2: Die Anga­ben zu den Neu­pflan­zun­gen und Fäl­lun­gen von Stra­ßen­bäu­men mit Stand 31.12.2014, auf­ge­lis­tet nach den Bezir­ken, sind der unten ste­hen­den Tabel­le zu ent­neh­men. Die Anga­ben ent­stam­men der Sta­tis­tik der Bezirks­äm­ter. Dies­be­züg­li­ch ist anzu­mer­ken, dass sich die Anzahl der Pflan­zun­gen aus den regu­lä­ren Pflan­zun­gen, die von den Bezir­ken in eige­ner Zustän­dig­keit durch­ge­führt wer­den, ergibt. Die Pflan­zun­gen, die im Rah­men der Stadt­baum­kam­pa­gne in 2014 erfolgt sind, wur­den dem­ge­gen­über noch nicht voll­stän­dig in die Sta­tis­tik über­nom­men. Dies liegt dar­an, dass die Bezir­ke viel­fach die Neu­pflan­zun­gen erst mit Über­nah­me der Pfle­ge, d.h. nach Abschluss der Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge, in ihre Sta­tis­tik auf­neh­men.

Fol­gen­de Neu­pflan­zun­gen sind auf die Stadt­baum­kam­pa­gne zurück­füh­ren: Im Früh­jahr 2014 wur­de in den Bezir­ken Lich­ten­berg, Trep­tow-Köpe­nick, Pan­kow und Rei­ni­cken­dorf gepflanzt. Im Herbst des Jah­res erfolg­ten Pflan­zun­gen in Mit­te, Neu­kölln, Fried­richs­hain-Kreuz­berg und Tem­pel­hof-Schö­ne­berg. Dabei erhielt jeder Bezirk rd. 150 zusätz­li­che Stra­ßen­bäu­me. Ins­ge­samt erge­ben sich dar­aus rd. 1.200 (150 x 8) Baum­pflan­zun­gen im Rah­men der Stadt­baum­kam­pa­gne für das Jahr 2014.

Die soge­nann­te Bestands­kor­rek­tur beinhal­tet die Zu- und Abgän­ge bei der Anzahl von Stra­ßen­bäu­men auf Grund von Wid­mun­gen und Ent­wid­mun­gen von öffent­li­chem Stra­ßen­land sowie von Ände­run­gen nach Bestands­prü­fun­gen. Die Wer­te der Bestands­kor­rek­tur sind für 2014 beson­ders hoch, da durch die Umstel­lung auf ein ein­heit­li­ches, ber­lin­wei­tes Baum­ka­tas­ter und die Ein­füh­rung einer neu­en Fach­soft­ware im Ber­li­ner Grün­flä­chen­in­for­ma­ti­ons­sys­tems (GRIS) nun­mehr eine höhe­re Daten­ge­nau­ig­keit erzielt wird. Mit der neu­en Fach­an­wen­dung kön­nen Daten­feh­ler bes­ser erkannt und beho­ben wer­den. Es ist zu ver­mu­ten, dass damit auch in nächs­ter Zeit noch wei­te­re Feh­ler­quel­len beho­ben wer­den. (Tabel­le in anhän­gen­der Datei)

Ant­wort zu 3: Die Spen­den­ein­nah­men zuguns­ten der Stadt­baum­kam­pa­gne unter­lie­gen gewis­sen Schwan­kun­gen. Nach einer hohen Spen­den­be­reit­schaft im Jahr 2013 flau­te die Höhe der Spen­den in 2014 ab, wäh­rend für die Mona­te Janu­ar und Febru­ar 2015 wie­der ein hoher Anstieg zu ver­zeich­nen ist. Die Spen­den­ein­nah­men pro Jahr sind fol­gen­der Tabel­le zu ent­neh­men: (Tabel­le in anhän­gen­der Datei)

Ant­wort zu 4 und 5: Die Aus­wahl der Stand­or­te, die im Rah­men der Stadt­baum­kam­pa­gne bepflanzt wer­den, obliegt den Bezirks­äm­tern, die ihre Aus­wahl an die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt mel­den. Die Bezir­ke wäh­len die Stand­or­te nach eige­ner Prio­ri­tä­ten­set­zung aus. In den Fäl­len, wenn Spen­de­rin­nen oder Spen­der eine Pflan­zung an einem bestimm­ten Stand­ort wün­schen, der vom Bezirk nicht gemel­det wur­de, setzt sich die Senats­ver­wal­tung mit dem jewei­li­gen Bezirks­amt in Ver­bin­dung, um zu klä­ren, ob die Bepflan­zung des betref­fen­den Stand­or­tes ermög­licht wer­den kann.

Davon unbe­rührt blei­ben die regu­lä­ren Pflan­zun­gen der Bezirks­äm­ter, die in Eigen­re­gie erfol­gen.

Ant­wort zu 6 und 7: Der jewei­li­ge Stand­ort eines Bau­mes hat gro­ßen Ein­fluss auf sein Lebens­al­ter. Ins­be­son­de­re inner­städ­ti­sche Stra­ßen­bäu­me sind viel­fäl­ti­gen Ein­wir­kun­gen aus­ge­setzt, die sich nach­tei­lig auf die Vita­li­tät und die Gesund­heit der Bäu­me aus­wir­ken.

Den Bäu­men, ins­be­son­de­re Stra­ßen­bäu­men, steht im inner­städ­ti­schen Bereich in der Regel nur ein ein­ge­schränk­ter Lebens­raum zur Ver­fü­gung, wodurch ihre Ent­wick­lung oft­mals gehemmt wird. Fer­ner wir­ken sich die Ver­sie­ge­lung und die Ver­dich­tung im Wur­zel­be­reich nach­hal­tig nega­tiv auf die Bäu­me aus. In vie­len Fäl­len kom­men dann auch noch mecha­ni­sche Ver­let­zun­gen – ver­ur­sacht durch Unfäl­le oder Bau­ar­bei­ten – hin­zu, die den Ein­tritt für Holz zer­stö­ren­de Pil­ze begüns­ti­gen. Dies-bezüg­li­ch bil­den vor allen die Bau­maß­nah­men in unmit­tel­ba­rer Nähe der Bäu­me eine gro­ße Gefahr. Schä­den an Bäu­men wer­den aber auch bei­spiels­wei­se durch Streu­salz und Hun­deu­rin ver­ur­sacht. Geschwäch­te und bereits geschä­dig­te Bäu­me sind dann beson­ders anfäl­lig für Krank­hei­ten und Schäd­lin­ge. Ins­be­son­de­re in den letz­ten Jah­ren wan­der­te eine Viel­zahl an »neu­en« Scha­der­re­gern ein, wie bei­spiels­wei­se die Kas­ta­ni­en­mi­nier­mot­te oder der Mas­sa­ria Pilz. Nicht zuletzt bil­det der inner­städ­ti­sche Stand­ort auf Grund von erhöh­ter Tro­cken­heit und Tem­pe­ra­tur an sich schon ein Pro­blem, das durch den Kli­ma­wan­del noch ver­stärkt wird.

Wel­cher Fak­tor aber am stärks­ten schä­digt und damit die Lebens­er­war­tung beson­ders stark redu­ziert, ist abhän­gig von der jewei­li­gen Baum­art, von dem Stand­ort sowie von dem Zusam­men­spiel sämt­li­cher Ein­fluss­fak­to­ren.

Ant­wort zu 8: Eini­ge der in Ant­wort zu 7 genann­ten schä­di­gen­den Ein­fluss­fak­to­ren sind Begleit­erschei­nun­gen der Groß­stadt­si­tua­ti­on und kön­nen nicht zeit­nah besei­tigt wer­den. So füh­ren bei­spiels­wei­se die per­ma­nen­ten Erschüt­te­run­gen durch den Auto­ver­kehr an stark befah­re­nen Stra­ßen zu Ver­dich­tun­gen des Boden­be­rei­ches und damit zu einer Ver­rin­ge­rung der Sau­er­stoff-, Nähr­stoff- und Was­ser­ver­sor­gung der Stra­ßen­bäu­me.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt ist bemüht, auf die Lebens­be­din­gun­gen von Stra­ßen-bäu­men soweit wie mög­li­ch posi­tiv Ein­fluss zu neh­men. Zu dem The­ma Bau­ar­bei­ten und Baum­schutz gibt es bei­spiels­wei­se einem Aus­tau­sch mit den Bezirks­äm­tern, Lei­tungs­ver­wal­tun­gen und Tief­bau­fir­men. Ziel ist es, den Baum­schutz im Fal­le von Bau­maß­nah­men zu stär­ken.

Mit den »Ber­li­ner Stan­dards für die Pflan­zung und die anschlie­ßen­de Pfle­ge von Stra­ßen­bäu­men« der Ber­li­ner Gar­ten­amts­lei­ter­kon­fe­renz (GALK Ber­lin) vom 27. Janu­ar 2011 lie­gen Emp­feh­lun­gen für fach­li­ch fun­dier­te Pflan­zun­gen vor, die dar­auf abzie­len, den Bäu­men von Anfang an mög­lichst gute Vor­aus­set­zun­gen am Stand­ort zu schaf­fen.

Die­se Stan­dards wer­den selbst­ver­ständ­li­ch auch bei den Pflan­zun­gen im Rah­men der Stadt­baum­kam­pa­gne berück­sich­tigt. Dar­über hin­aus wur­de die Dau­er der Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge auf ins­ge­samt 5 Jah­re ver­län­gert, um im Rah­men der Kam­pa­gne den Bäu­men einen beson­ders guten Start zu ver­schaf­fen. Die ers­ten Jah­re am Stand­ort sind näm­li­ch für einen Stra­ßen­baum aus­schlag­ge­bend für sein spä­te­res Gedei­hen. Die Bäu­me selbst wer­den nach hohen Qua­li­täts­an­sprü­chen von einem Gut­ach­ter geson­dert aus­ge­wählt. Die Koor­di­na­ti­on der Pflan­zun­gen und der anschlie­ßen­den Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge erfolgt durch geson­dert beauf­trag­te Land­schafts­ar­chi­tek­ten. In Bezug auf die zu ver­wen­den­den Sub­stra­te wird der Ein­satz von auf­be­rei­te­tem Zie­gel­splitt im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit getes­tet.

Im Hin­bli­ck auf die zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels nimmt Ber­lin im Rah­men der Stadt­baum­kam­pa­gne dem­nächst an dem Stra­ßen­baum­test der Deut­schen Gar­ten­amts­lei­ter­kon­fe­renz (GALK) teil. Dabei wer­den neue Baum­ar­ten gepflanzt und deren Eig­nung für den Stra­ßen­stand­ort regel­mä­ßig boni­tiert.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Ber­li­ner Senat den Ein­satz von Video­auf­zeich­nun­gen an S-Bahn­hö­fen?

Fra­ge 2: Wel­che Anstren­gun­gen hat der Ber­li­ner Senat unter­nom­men, um den Ein­satz der Video­auf­zeich­nun­gen an S-Bahn­hö­fen zu för­dern?

Fra­ge 3: Wel­che Kri­te­ri­en gel­ten für die Pla­nung und Instal­lie­rung von Video­auf­zeich­nungs­tech­nik an S-Bahn­hö­fen?

Fra­ge 4: An wel­chen S-Bahn­hö­fen im Bezirk Lich­ten­berg wird bis wann Video­auf­zeich­nungs­tech­nik instal­liert sein (bit­te auf­lis­ten)?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1und 2: Nach Ein­schät­zung des Senats ist der Ein­satz von Video­auf­zeich­nun­gen an S-Bahn­hö­fen ein sinn­vol­ler Bestand­teil eines Sicher­heits­kon­zep­tes von S-Bahn Ber­lin GmbH, den zustän­di­gen DB-Infra­struk­tur­un­ter­neh­men und der Bun­des­po­li­zei. Der Tech­nik­ein­satz unter­stützt die von den Unter­neh­men ein­ge­setz­ten Sicher­heits- und Ser­vice­per­so­na­le und dient sowohl der Abschre­ckung von Täte­rin­nen und Tätern, als auch der Unter­stüt­zung der Ermitt­lungs­be­hör­den bei der Straf­ver­fol­gung. Die ange­mes­se­ne Aus­stat­tung mit Video­tech­nik obliegt der DB Station&Service AG. Sie ist Ver­trags­part­ne­rin des von der S-Bahn Ber­lin GmbH abge­schlos­se­nen Sta­ti­ons­nut­zungs­ver­tra­ges. Die vom Land Ber­lin gemäß Ver­kehrs­ver­trag an die S-Bahn Ber­lin GmbH zu ent­rich­ten­den finan­zi­el­len Bei­trä­ge umfas­sen auch die von der S-Bahn Ber­lin GmbH an die DB Station&Service AG zu ent­rich­ten­den Sta­ti­ons­nut­zungs­ent­gel­te. Inso­fern ver­fügt DB Station&Service AG bereits über eine lau­fen­de Finan­zie­rungs­quel­le – auch für die erfor­der­li­che Sicher­heits­in­fra­struk­tur.

Ant­wort zu 3 und 4: Zu die­sen Fra­gen liegt kei­ne Ant­wort der DB AG vor.

Die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit und Sozia­les wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie vie­le Lie­gen­schaf­ten wer­den in Ber­lin für die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen genutzt und wie hoch ist der Anteil an lan­des­ei­ge­nen Lie­gen­schaf­ten?

2. Wer­den auch im Eigen­tum des Lan­des Ber­lin befind­li­che Lie­gen­schaf­ten außer­halb der Stadt­gren­zen für die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen genutzt; wenn ja, wel­che und wenn nein, war­um nicht?

3. Wie vie­le Sport­hal­len wur­den für die Unter­brin­gung bis­her in Anspruch genom­men und wie lan­ge wer­den die­se als Not­un­ter­künf­te benö­tigt?

4. Wie wur­de mit den Sport­ver­ei­nen kom­mu­ni­ziert, die kurz­fris­tig Sport­hal­len für die Ein­rich­tung von Not­un­ter­künf­ten ver­las­sen muss­ten?

5. Haben alle betrof­fe­nen Sport­ver­ei­ne alter­na­ti­ve Hal­len­zei­ten an ande­ren Stand­or­ten erhal­ten?

6. Kön­nen betrof­fe­ne Ver­ei­ne Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen durch das LaGe­So bean­tra­gen und wenn ja, in wel­chen Fäl­len kann eine Hil­fe gewährt wer­den?

7. Wur­den ggf. bereits finan­zi­el­le Ent­schä­di­gun­gen für betrof­fe­ne Ver­ei­ne gewährt?

8. Plant der Senat wei­te­re Sport­hal­len für die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen in Anspruch zu neh­men und wenn ja, in wel­chem Umfang und an wel­chen Stand­or­ten?

9. Gibt es eine zen­tra­le Tele­fon-Hot­line für Bür­ger, die Fra­gen im Zusam­men­hang mit Ein­rich­tun­gen für Flücht­lin­ge haben und ggf. ihre Unter­stüt­zung anbie­ten möch­ten und wenn nein, ist Ent­spre­chen­des vor­ge­se­hen?

10. Wie wer­den Bür­ger über Flücht­lings­un­ter­künf­te in ihrer unmit­tel­ba­ren Wohn­ort­nä­he infor­miert?

11. Wie vie­le Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen für Bür­ger unter Betei­li­gung des LaGe­So wur­den im Jahr 2014 sowie im Jahr 2015 durch­ge­führt, um die Bevöl­ke­rung über die teil­wei­se kurz­fris­ti­ge Eröff­nung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten zu infor­mie­ren?

12. Auf wel­che Wei­se wer­den die jewei­li­gen Bezir­ke durch den Senat bei der Bewäl­ti­gung der Her­aus­for­de­run­gen durch die Ent­ste­hung wei­te­rer Flücht­lings­un­ter­künf­te unter­stützt?

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Mit Stand 10.02.2015 wer­den in Ber­lin 60 Ein­rich­tun­gen betrie­ben, die der Unter­brin­gung von Asyl­be­geh­ren­den und Flücht­lin­gen die­nen. Hier­zu gehö­ren sechs Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen nach § 44 Asyl­ver­fah­rens­ge­setz (AsylVfG), 53 sons­ti­ge ver­trags­ge­bun­de­ne Gemein­schafts­un­ter­künf­te sowie eine ver­trags­freie Ein­rich­tung. Hin­zu kommt die Erst­auf­nah­me- und Clea­ring­stel­le für unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge.

Auf lan­des­ei­ge­nen Lie­gen­schaf­ten befin­den sich 22 Ein­rich­tun­gen (zzgl. zwei Ein­rich­tun­gen der Vivan­tes-Netz­werk für Gesund­heit GmbH und eine Ein­rich­tung der Ber­li­no­vo Immo­bi­li­en Gesell­schaft mbH).

Zu 2.: Nein. Für Asyl­be­geh­ren­de und ande­re Per­so­nen­krei­se, die Sozi­al­leis­tun­gen emp­fan­gen, gilt gene­rell eine Wohn­sitz­auf­la­ge, so dass eine Unter­brin­gung von nach Ber­lin ver­teil­ten Per­so­nen auf dem Ter­ri­to­ri­um ande­rer Bun­des­län­der der­zeit recht­li­ch nicht mög­li­ch ist. Die Wohn­sitz­auf­la­ge ergibt sich aus § 56 AsylVfG bzw. § 12 Auf­ent­halts­ge­setz (Auf­en­thG).

Zu 3. und 8.: Seit Dezem­ber 2014 wer­den sie­ben Sport­hal­len auf der Grund­la­ge von § 17 des All­ge­mei­nen Geset­zes zum Schutz der öffent­li­chen Sicher­heit und Ord­nung in Ber­lin (All­ge­mei­nes Sicher­heits- und Ord­nungs­ge­setz – ASOG Bln) als Unter­künf­te für die Not­be­le­gung mit Asyl­be­geh­ren­den und Flücht­lin­ge genutzt. Die­se befin­den sich in den Bezir­ken Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, Rei­ni­cken­dorf, Ste­glitz-Zehlen­dorf, Lich­ten­berg und Fried­richs­hain-Kreuz­berg.

Die Sport­hal­len sol­len zum frü­hest­mög­li­chen Zeit-punkt wie­der auf­ge­ge­ben wer­den. Nach Maß­ga­be ver­füg-barer Kapa­zi­tä­ten sind für die in den Sport­hal­len unter­ge­brach­ten Per­so­nen Ver­le­gun­gen in Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen nach § 44 AsylVfG vor­ge­se­hen.

Es hängt jedoch von den Zugangs­zah­len ab, ob wei­te­re der­ar­ti­ge Unter­künf­te mit Not­be­le­gung ein­ge­rich­tet wer­den müs­sen. Ob dar­un­ter wei­te­re Sport­hal­len sind, kann zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht kate­go­ri­sch aus­ge­schlos­sen wer­den. Das Lan­des­amt für Gesund­heit und Sozia­les (LAGe­So) ist hier­zu mit den Bezir­ken, den Hoch­schu­len und der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft im Gespräch. Ange­strebt wer­den vor­ran­gig alter­na­ti­ve Lösun­gen.

Zu 4. und 5.: Für alle betrie­be­nen und geplan­ten Not­un­ter­künf­te wur­den und wer­den nach Prü­fung die wich­tigs­ten Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner vom LAGe­So infor­miert.

Die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer der in Anspruch genom­me­nen Sport­hal­len wur­den durch die (Hoch-) Schul­ver­wal­tun­gen bzw. die Sport­äm­ter über die bevor­ste­hen­de Errich­tung von Not­un­ter­künf­ten infor­miert. Die Infor­ma­tio­nen erfolg­ten durch die zustän­di­gen Stel­len unver­züg­li­ch spä­tes­tens am Tag der Errich­tung. Mit Aus­nah­me der Hoch-schu­len konn­ten in allen Fäl­len der Inan­spruch­nah­me von Sport­hal­len zur Not­un­ter­brin­gung den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern durch die ört­li­ch zustän­di­gen Ver­wal­tun­gen ande­re Hal­len­zei­ten an ande­ren Stand­or­ten zuge­wie­sen wer­den.

Die Unter­rich­tung der betrof­fe­nen Sport­ver­ei­ne obliegt grund­sätz­li­ch der für Sport zustän­di­gen Abtei­lung des jewei­li­gen Bezirks­am­tes von Ber­lin. Dies gilt eben­so für die Unter­stüt­zung der betrof­fe­nen Ver­ei­ne bei der Suche geeig­ne­ter Aus­weich­stand­or­te.

Zu 6. und 7.: Die betrof­fe­nen Sport­ver­ei­ne haben die Mög­lich­keit, auf der Grund­la­ge des All­ge­mei­nen Sicher­heits- und Ord­nungs­ge­set­zes (ASOG) den Aus­gleich eines ein­tre­ten­den finan­zi­el­len Scha­dens dem LAGe­So gegen­über gel­tend zu machen. Bis­her lie­gen kei­ne Anträ­ge von Sport­ver­ei­nen auf Scha­dens­aus­gleich vor.

Zu 9.: Das LAGe­So hat hier­für eine zen­tra­le Kon­takt- und Aus­kunfts­stel­le ein­ge­rich­tet. Nähe­re Infor­ma­tio­nen sind auf der Online-Platt­form des LAGe­So unter der inter­net-Adres­se

www.berlin.de/lageso/soziales/

abruf­bar.

Zu 10. und 12.: Das LAGe­So strebt grund­sätz­li­ch eine frü­hest­mög­li­che Infor­ma­ti­on des zustän­di­gen Bezirksam-tes von Ber­lin an, sobald kon­kre­te Aus­sa­gen zu der beab-sich­tig­ten Inbe­trieb­nah­me einer neu­en Gemein­schafts­un­ter­kunft für Flücht­lin­ge getrof­fen wer­den kön­nen (wie ins­be­son­de­re Stand­ort, Bele­gungs­be­ginn, Kapa­zi­tät usw.).

Die Gewähr­leis­tung einer ange­mes­se­nen Anwoh­ner-Betei­li­gung im Zusam­men­hang mit der Eröff­nung neu­er Flücht­lings­un­ter­künf­te obliegt nach dem 6. Abschnitt des Bezirks­ver­wal­tungs­ge­set­zes (BezVG) feder­füh­rend den Bezir­ken. Das LAGe­So unter­stützt die Bezir­ke dabei, etwa durch Betei­li­gung an Anwoh­ner-Ver­samm­lun­gen.

In den Orts­tei­len, in denen die neu­en Unter­künf­te mit mobi­len Wohn­ein­hei­ten errich­tet wur­den oder noch wer­den, wird die Arbeit der Stadt­teil­zen­tren zusätz­li­ch mit einem Betrag in Höhe von 30.000 Euro pro Quar­tal (5.000 Euro je Stadt­teil­zen­trum) finan­zi­ell geför­dert. Dafür wer­den bis Ende 2015 ins­ge­samt rund 150.000 Euro aus dem Lan­des­haus­halt zur Ver­fü­gung gestellt.

Bestehen­der Auf­klä­rungs­be­darf der Nach­bar­schaft soll damit abge­deckt wer­den, eben­so wie die Koor­di­nie­rung ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments zur Unter­stüt­zung der Flücht­lin­ge.

So kön­nen die Stadt­teil­zen­tren z. B. das Ankom­men der Flücht­lin­ge mit einem Will­kom­mens­fest in dem jewei­li­gen »Kiez« beglei­ten. Die neu ankom­men­den Men­schen und die Nach­bar­schaft haben so die Mög­lich­keit zur Begeg­nung. Die Zen­tren sol­len auch Infor­ma­tio­nen für die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner bereit­stel­len, denn die mobi­len Wohn­ein­hei­ten stel­len eine in Ber­lin neu­ar­ti­ge Aus­ge­stal­tung der Flücht­lings­un­ter­brin­gung dar.

Fer­ner sol­len die Stadt­teil­zen­tren mit die­ser För­de­rung bei der Auf­ga­be beglei­tet wer­den, den Kon­takt zu ehren-amt­li­chen Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern zu ver­mit­teln und zu pfle­gen.

Dar­über hin­aus hat die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen den Bezirks­äm­tern von Ber­lin mit Schrei­ben vom 16.01.2015 mit­ge­teilt, dass außer­halb der ver­ein­bar­ten Per­so­nal­ziel­zahl pro Bezirk zwei zusätz­li­che Beschäf­ti­gungs­po­si­tio­nen befris­tet bis zum 31.12.2016 für die zusätz­li­che Arbeit im Zusam­men­hang mit der stark ange­stie­ge­nen Zahl von Flücht­lin­gen und Asyl­su­chen­den bewil­ligt wer­den.

Zu 11.: In der Regel fin­det zu jeder neu zu eröff­nen­den Ein­rich­tung eine oder meh­re­re Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unter Betei­li­gung des LAGe­So statt. Eine geson­der­te sta­tis­ti­sche Erfas­sung der­ar­ti­ger Ver­an­stal­tun­gen erfolgt aber nicht.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie ent­wi­ckel­te sich die gewerb­li­cher Wert­stoff­samm­lung in Ber­lin seit dem Inkraft­tre­ten der Rege­lun­gen des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes, vom 01. Juni 2012, ins­be­son­de­re im Hin­bli­ck auf die Anzei­ge­pflicht (Bit­te um jähr­li­che Dar­stel­lung dif­fe­ren­ziert nach Stoff­strö­men wie Alt­me­tall, Alt­tex­til, Sperr­müll u. ä. sowie der Nen­nung der jewei­li­gen Unter­neh­men – Auf­lis­tung bit­te nach Bezir­ken dar­stel­len)?

Fra­ge 2: Inwie­weit ist gegen­wär­tig die gewerb­li­che Ent­sor­gung von Bio­ge­nen Stof­fen davon betrof­fen,

Fra­ge 3: Sind seit dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes vom 01. Juni 2012 gewerb­li­che Samm­lun­gen unter­sagt wor­den, wenn ja, in wie vie­len Fäl­len und aus wel­chen Grün­den (Dar­stel­lung bit­te nach Bezir­ken)?

Fra­ge 4: Wie beur­teilt der Senat aus umwelt­po­li­ti­scher Sicht, die gewerb­li­che Samm­lung von Wert­stof­fen vor dem Hin­ter­grund der gewünsch­ten qua­li­fi­zier­ten Wie­der­ver­wer­tung bzw. lie­gen dem Senat Erkennt­nis­se über die ange­wen­de­ten Ver­fah­ren und Stan­dards der gewerb­li­chen Samm­ler vor?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1:Seit Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur För­de­rung der Kreis­lauf­wirt­schaft und Siche­rung der umwelt­ver­träg­li­chen Bewirt­schaf­tung von Abfäl­len (Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­setz – KrWG) zeig­ten 212 gemein­nüt­zi­ge und gewerb­li­che Unter­neh­men die Samm­lung von Abfäl­len aus Pri­vat­haus­hal­ten bei der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt an. Da es sich bei den Sam­meln­den in der Mehr­zahl um Ein­zel­un­ter­neh­men han­delt, erfol­gen aus daten­schutz­recht­li­chen Erwä­gun­gen die nach­fol­gen­den Auf­stel­lun­gen ohne Nen­nung der jewei­li­gen Unter­neh­men.

Es gin­gen

- 168 Anzei­gen im Jahr 2012 ,

- 23 Anzei­gen im Jahr 2013,

- 20 Anzei­gen im Jahr 2014 und

- 1 Anzei­ge im Jahr 2015 ein.

Die meis­ten Unter­neh­men sind auf die Erfas­sung einer Abfall­art spe­zia­li­siert. Eini­ge Fir­men sam­meln meh­re­re Wert­stof­fe.

Die Samm­lung fol­gen­der Abfall­frak­tio­nen wur­de ange­zeigt:

Abfall­art

Anzahl

Tex­ti­li­en

82

Metal­le

104

Papier

48

Elek­tro­nik­schrott

4

Kunst­stof­fe

22

Sperr­müll

21

Bau­misch­ab­fäl­le

11

Gartenabfälle/Grünschnitt

12

Alt­rei­fen

2

Die Mehr­zahl der Unter­neh­men ist unab­hän­gig von ihrem Fir­men­sitz über­be­zirk­li­ch tätig. Eine Auf­lis­tung nach ein­zel­nen Bezir­ken liegt dem Senat nicht vor. Die­se ist zudem nach Auf­fas­sung des Senats auch ent­behr­li­ch, weil es für die Beur­tei­lung der Zuläs­sig­keit einer ange­zeig­ten Samm­lung uner­heb­li­ch ist, in wel­chem Bezirk die Samm­lung durch­ge­führt wer­den soll.

Ant­wort zu 2: Die ange­zeig­ten gewerb­li­chen Samm­lun­gen von Gar­ten­ab­fäl­len und Grün­schnitt kön­nen durch­ge­führt wer­den.

Ant­wort zu 3: Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt hat bis­lang 4 gewerb­li­che Samm­lun­gen von Sperr­müll unter­sagt, in 3 wei­te­ren Fäl­len wer­den der­zeit Unter­sa­gungs­be­schei­de vor­be­rei­tet. Den betrof­fe­nen gewerb­li­chen Samm­lun­gen ste­hen über­wie­gen­de öffent­li­che Inter­es­sen im Sin­ne des § 17 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 KrWG ent­ge­gen. Gegen die Unter­sa­gungs­be­schei­de sind Kla­ge­ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin anhän­gig.

Ant­wort zu 4: Bei den ein­ge­sam­mel­ten Abfäl­len han­delt es sich um ver­markt­ba­re Wert­stof­fe, die ent­we­der einer Wie­der­ver­wen­dung (Alt­tex­ti­li­en) zuge­führt oder in vor­wie­gend regio­na­len Abfall­be­hand­lungs­an­la­gen stoff­li­ch oder ener­ge­ti­sch ver­wer­tet wer­den. Im Rah­men des Anzei­ge­ver­fah­rens sind gewerb­li­che Sam­meln­de ver-pflich­tet, anhand der Ver­wer­tungs­we­ge dar­zu­le­gen, wie die ord­nungs­ge­mä­ße und schad­lo­se Ver­wer­tung der gesam­mel­ten Abfäl­le erfolgt. Der Groß­teil der Sam­meln­den arbei­tet nach­weis­li­ch mit Ent­sor­gungs­fach­be­trie­ben zusam­men.

In der Stoff­strom-, Kli­ma- und Umwelt­bi­lanz 2012 der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wer­den auch die­se Stoff­strö­me mit­be­wer­tet.

Die Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und For­schung wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Nach wel­chen Kri­te­ri­en und zu wel­chem Zeit­punkt wen­den die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) neue Tech­no­lo­gi­en an bzw. setzt sie neue Tech­no­lo­gi­en ein?

2. Wel­che Rol­le spielt dabei die Fra­ge der Res­sour­cen­scho­nung und der Nach­hal­tig­keit?

3. Wie wer­den neue Tech­no­lo­gi­en auf­ge­spürt?

4. Sind die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) in Netz­wer­ken oder Orga­ni­sa­tio­nen mit dem Ziel aktiv, ins­be­son­de­re in Ber­lin ent­wi­ckel­te Lösun­gen auf­zu­spü­ren und anzu­wen­den?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die BVG setzt sich kon­ti­nu­ier­li­ch mit neu­en Tech­no­lo­gi­en aus­ein­an­der. Der Fokus liegt auf den im Ver­kehrs­sek­tor anwend­ba­ren Tech­no­lo­gi­en.

Die BVG setzt neue Tech­no­lo­gi­en zum einen in Pilot­vor­ha­ben zur Erpro­bung der tech­ni­schen Anwend­bar­keit und zur Beur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit einer Tech­no­lo­gie ein. Zum ande­ren wer­den neue Tech­no­lo­gi­en dann ange­setzt, wenn die BVG davon über­zeugt ist, dass damit Effi­zi­enz­ge­win­ne und/oder Fahr­gas­t­ef­fek­te erzielt wer­den kön­nen.

Zu 2.: Für die BVG ist der Anspruch zur nach­hal­ti­gen Unter­neh­mens­füh­rung Bestand­teil der stra­te­gi­schen Unter­neh­mens­zie­le. Dabei wer­den im Unter­neh­men glei­cher­ma­ßen Akti­vi­tä­ten aus wirt­schaft­li­cher, sozia­ler wie auch öko­lo­gi­scher Ver­ant­wor­tung defi­niert und umge­setzt. Ins­be­son­de­re in Fra­gen des Umwelt-/ Kli­ma­schut­zes ist die­ses Vor­ge­hen häu­fig mit tech­ni­schen Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen ver­bun­den. Das reicht bei­spiels­wei­se vom erfolg­rei­chen BVG-Pra­xis­test der Was­ser­stoff­nut­zung im Omni­bus­be­trieb über die Tun­nel­ab­wär­me-Nut­zung im UBahn­be­reich bis zur umwelt­freund­li­chen Ablö­sung beson­ders kli­ma­schäd­li­cher Kühl­mit­tel in den Kli­ma­an­la­gen der BVG. Aktu­ell ste­hen auch Akti­vi­tä­ten zur Stär­kung der Elek­tro­mo­bi­li­tät im Omni­bus­be­reich im Inno­va­ti­ons­fo­kus.

Zu 3.: Die BVG beob­ach­tet aktiv den Markt. Sie ist in den inter­na­tio­na­len Netz­wer­ken Com­mu­ni­ty of Metros (CoMET), Inter­na­tio­na­ler Ver­band für öffent­li­ches Ver­kehrs­we­sen (UITP) und im Ver­band Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men (VDV) tätig, wo sie sich über Inter­net Platt­for­men und Arbeits­grup­pen mit natio­na­len und inter­na­tio­na­len Inno­va­tio­nen und Lösun­gen aus­ein­an­der­setzt. Unter­stützt wer­den die­se Akti­vi­tä­ten durch geziel­te Indus­trie­dia­lo­ge, bei denen die Her­stel­ler auf ihre Leis­tungs­fä­hig­keit hin unter­sucht wer­den.

Die BVG enga­giert sich in offe­nen Inno­va­ti­ons­an­sät­zen wie z. B. der Platt­form Moving Ide­as, in der Her­stel­ler und Betrei­ber inno­va­ti­ve Lösun­gen im Bereich des Schie­nen­ver­kehrs auf einer gemein­sa­men Platt­form ent­wi­ckeln. Mit dem Open Inno­va­ti­on Slam des euro­päi­schen Netz­werks Cli­ma­te-Know­led­ge and Inno­va­ti­on Com­mu­nities (Cli­ma­te-KIC) hat die BVG dazu auf­ge­ru­fen, nach tech­ni­schen Lösun­gen beim The­ma ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Ver­kehr zu suchen. Dadurch wer­den auch tech­no­lo­gi­sche Trends früh­zei­tig erkannt. Die BVG betei­ligt sich im Rah­men zukunfts­ori­en­tier­ten und der Mobi­li­tät för­der­li­chen Pro­jek­ten wie z. B. E-Bus und m4gui­de.

Inner­be­trieb­li­ch iden­ti­fi­ziert die BVG im Rah­men des kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rungs­we­sens ein­ge­brach­te Ide­en auf Inno­va­ti­ons­po­ten­zia­le und führt die­se ggf. in Pro­jek­ten zur Umset­zung.

Zu 4.: Die BVG steht im inten­si­ven Kon­takt mit den Ber­li­ner Hoch­schu­len. Sie ist Part­ner im Ber­li­ner Zen­trum des Cli­ma­te-KIC. Hier steht sie im regel­mä­ßi­gen Aus­tau­sch mit Ber­li­ner start-up Unter­neh­men. Die BVG pflegt inten­si­ve Koope­ra­tio­nen mit einer Rei­he von Ber­li­ner Unter­neh­men, Netz­wer­ken und ande­ren Insti­tu­tio­nen, z.B.:

- Arbeits­kreis Fuhr­park­ma­nage­ment mit Ber­li­ner Poli­zei, Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­be (BSR) und Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (BWB)

- Ber­li­ner Netz­wer­kE (Ber­li­ner Ener­gie­agen­tur, Vat­ten­fall, Ber­li­ner Gas­wer­ke AG (GASAG), Ber­li­ner Bäder­be­trie­be, BWB, BSR etc.)

- Metro­po­li­tan Uti­li­ties Dia­lo­gue mit BSR, BWB, Vat­ten­fall, GASAG – Mehr­wer­t­in­itia­ti­ve.

Die Senats­ver­wal­tung für Wirt­schaft, Tech­no­lo­gie und For­schung wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Nach wel­chen Kri­te­ri­en und zu wel­chem Zeit­punkt wen­den die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be (BWB) neue Tech­no­lo­gi­en an bzw. setzt sie neue Tech­no­lo­gi­en ein?

2. Wel­che Rol­le spielt dabei die Fra­ge der Res­sour­cen­scho­nung und der Nach­hal­tig­keit?

3. Wie wer­den neue Tech­no­lo­gi­en auf­ge­spürt?

4. Sind die BWB in Netz­wer­ken oder Orga­ni­sa­tio­nen mit dem Ziel aktiv, ins­be­son­de­re in Ber­lin ent­wi­ckel­te Lösun­gen auf­zu­spü­ren und anzu­wen­den?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Die Schrift­li­che Anfra­ge betrifft Sach­ver­hal­te, die der Senat nur zum Teil in eige­ner Zustän­dig­keit und Kennt­nis beant­wor­ten kann. Er ist gleich­wohl bemüht, Ihnen eine Ant­wort auf Ihre Anfra­ge zukom­men zu las­sen und hat daher die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be – Anstalt öffent­li­chen Rechts – (BWB) um eine Stel­lung­nah­me gebe­ten, die von dort in eige­ner Ver­ant­wor­tung erstellt und dem Senat über­mit­telt wur­de. Sie wur­de der Beant­wor­tung zugrun­de gelegt.

Zu 1.: Obers­tes Kri­te­ri­um für den Ein­satz neu­er Tech­no­lo­gi­en ist die nach­hal­ti­ge Sicher­stel­lung der Trink­was­ser­res­sour­ce – qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv. In Ber­lin ist das eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung, da die Stadt nur leis­tungs­schwa­che Flüs­se hat, sich aber nahe­zu kom­plett mit Trink­was­ser aus dem Stadt­ge­biet ver­sorgt und die­ses natur­nah auf­be­rei­tet. Dies ist ein­zig­ar­tig in Euro­pa. Gesell­schaft­li­che und kli­ma­ti­sche Ver­än­de­run­gen erfor­dern aus die­sem Grund eine recht­zei­ti­ge Reak­ti­on.

Zur Erfül­lung der Ver- und Ent­sor­gungs­auf­ga­ben bei opti­ma­lem Res­sour­cen­ein­satz und sich ändern­den Rah­men­be­din­gun­gen spielt das Fin­den inno­va­ti­ver Ver­fah­ren und Lösun­gen für heu­ti­ge und künf­ti­ge Pro­ble­me eine ent­schei­den­de Rol­le. Die BWB haben als ein­zi­ges Unter­neh­men der Bran­che eine inter­ne zer­ti­fi­zier­te For­schungs­ab­tei­lung mit direk­tem Bericht an den Vor­stand.

Eine FE-Stra­te­gie (FE=Forschung und Ent­wick­lung) stellt sicher, dass Pro­jek­te anwen­dungs- und bedarfs­ori­en­tiert sind. Das zen­tra­le FE-Manage­ment dient als Schnitt-stel­le in allen for­schungs­re­le­van­ten Fra­gen, ist nach innen und außen ver­netzt und sichert stra­te­gi­sche Part­ner­schaf­ten mit allen rele­van­ten wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen in Berlin/Brandenburg. Das FE-Netz­werk mit inter­nen Fach­leu­ten erkennt früh­zei­tig Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten und spürt inno­va­ti­ve Ide­en der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter abtei­lungs­über­grei­fend auf.

Ent­lang des Was­ser­kreis­laufs erge­ben sich The­men-gebie­te von der Gewäs­ser­be­wirt­schaf­tung bis hin zur Klär­schlamm­be­hand­lung. Aktu­el­le Schwer­punk­te sind die wei­ter­ge­hen­de Abwas­ser­rei­ni­gung, die ener­ge­ti­sche Opti­mie­rung, der Umgang mit den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels und die Opti­mie­rung der natur­na­hen Was­ser­auf­be­rei­tung.

Zu 2.: Res­sour­cen­scho­nung und Nach­hal­tig­keit spie­len beim Ein­satz neu­er Tech­no­lo­gi­en die Haupt­rol­le. Die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be sind seit vie­len Jah­ren gemäß DIN EN ISO 9001 (Anfor­de­run­gen an ein Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem) zer­ti­fi­ziert und haben den Umwelt­schutz in ihrem Leit­bild ver­an­kert. Die­ses Leit­bild spie­gelt die Unter­neh­mens­stra­te­gie sowie –zie­le wider und legt Kenn­wer­te sowie dar­aus abge­lei­te­te Maß­nah­men fest. Das Ergeb­nis wird an den Vor­stand berich­tet. Seit 2012 erscheint regel­mä­ßig der Nach­hal­tig­keits­be­richt der BWB.

Die Inves­ti­ti­on in For­schung und Ent­wick­lung sichert den natur­na­hen Was­ser­kreis­lauf und gewähr­leis­tet die Ver­sor­gung der Stadt aus der eige­nen Res­sour­ce. Damit wird das Image der BWB und Ber­lins inter­na­tio­nal als nach­hal­tig gestärkt. Im Rah­men der euro­päi­schen For­schung haben sich die BWB mit ande­ren Unter­neh­men auf zukünf­ti­ge Kli­ma­ver­än­de­run­gen vor­be­rei­tet, z.B. EU-Pro­jekt »BE PREPARED«. Mit dem Pro­jekt CARISMO »Klär­werk zum Kraft­werk« wur­den die BWB gemein­sam mit dem Kom­pe­tenz­Zen­trum Was­ser Ber­lin beim Deut­schen Nach­hal­tig­keits­preis 2014 nomi­niert.

Mit der Phos­phor­rück­ge­win­nung aus Abwas­ser haben es die BWB unter die TOP 10 in der Kate­go­rie Recy­cling & Res­sour­cen der Green­Tec Awards 2015 geschafft, Euro­pas größ­tem Umwelt- und Wirt­schafts­preis. Die­ses paten­tier­te Ver­fah­ren lös­te nicht nur ein Betriebs­pro­blem und senk­te Kos­ten, son­dern erzeugt dar­über hin­aus den hoch­wer­ti­gen mine­ra­li­schen Lang­zeit­dün­ger »Ber­li­ner Pflan­ze«. Als nach­hal­ti­ger Ersatz mit posi­ti­ver Öko­bi­lanz schont es die end­li­chen Phos­phor­res­sour­cen.

Zu 3.: Die BWB nut­zen drei Säu­len, um neue Tech­no­lo­gi­en auf­zu­spü­ren: im Betrieb durch regel­mä­ßi­ge Inno­va­ti­ons­work­shops, über das Vor­schlags­we­sen mit Prä­mi­en sowie in For­schungs­ver­bün­den.

Die BWB bie­ten Fir­men mit Inno­va­tio­nen die Mög­lich­keit, Pro­to­ty­pen im Unter­neh­men auf Pra­xis­taug­lich­keit zu tes­ten, bei­spiels­wei­se Mikro­gas­tur­bi­nen, Gas­auf­be­rei­tungs­an­la­gen und Tuch­fil­ter.

Über­ge­ord­ne­te The­men wer­den gemein­sam mit dem Kom­pe­tenz­Zen­trum Was­ser Ber­lin und Hoch­schu­len erforscht. Dabei wird die Mög­lich­keit der pra­xis­na­hen wis­sen­schaft­li­chen Aus­bil­dung bis hin zur Pro­mo­ti­on ange­bo­ten.

Es wer­den jedoch nur hoch­prio­ri­sier­te For­schungs­be­dar­fe, die sys­te­ma­ti­sch aus dem The­men­spei­cher der BWB erar­bei­tet wur­den, bear­bei­tet.

Zu 4.: Das FE-Manage­ment der BWB steht in engem Kon­takt mit Hoch­schu­len, Insti­tu­ten und Fir­men in Ber­lin und dar­über hin­aus. Für jedes For­schungs­vor­ha­ben wer-den geeig­ne­te Koope­ra­ti­ons­part­ner, die das Know­how der BWB sinn­voll ergän­zen, iden­ti­fi­ziert. Die­se Zusam­men­ar­beit schafft eine Brü­cke zwi­schen anwen­dungs­ori­en­tier­ter For­schung und theo­re­ti­scher Grund­la­gen­for­schung.

Damit wird neben der Qua­li­tät der Ergeb­nis­se auch die Chan­ce auf För­der­mit­tel erhöht. Seit 2007 konn­ten die BWB mit einem eige­nen Mit­tel­ein­satz von rund fünf Mil­lio­nen Euro Pro­jek­te im Gesamt­vo­lu­men von ca. 65 Mil­lio­nen Euro ver­wirk­li­chen. Durch die Umset­zung der For­schungs­er­geb­nis­se kommt es bei den BWB selbst zu Ein­spa­run­gen. Bei­spiels­wei­se kön­nen durch ein von den BWB mit­ent­wi­ckel­tes Ver­fah­ren zur weit­ge­hen­den Ver­rin­ge­rung der Phos­phor­kon­zen­tra­ti­on allein beim Aus­bau des Klär­werks Waß­manns­dorf die Inves­ti­ti­ons­kos­ten vor­aus­sicht­li­ch um ca. 15 Mil­lio­nen Euro gesenkt wer­den.

Die BWB pfle­gen inten­si­ve Koope­ra­tio­nen mit einer Rei­he von Ber­li­ner Unter­neh­men, Netz­wer­ken und ande­ren Insti­tu­tio­nen, z.B.:

• Arbeits­kreis Fuhr­park­ma­nage­ment mit den Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­ben (BVG) und der Ber­li­ner Poli­zei

• Ber­li­ner Netz­wer­kE (Ber­li­ner Ener­gie­agen­tur, Vat­ten­fall, Ber­li­ner Gas­wer­ke AG (GASAG), Ber­li­ner Bäder­be­trie­be, Ber­li­ner Stadt­rei­ni­gungs­be­trie­be (BSR) , BVG etc.)

• Metro­po­li­tan Uti­li­ties Dia­lo­gue mit BVG, BSR, Vat­ten­fall, GASAG

• Zusam­men­ar­beit mit Uni­ver­si­tä­ten, Vor­le­sun­gen • Füh­run­gen mit den Wis­sen­schaft­lern

• Cli­ma­te KIC (cli­ma­te know­led­ge & inno­va­ti­on com­mu­ni­ty) am EUREF-Cam­pus • Fraun­ho­fer-Insti­tut für Pro­duk­ti­ons­an­la­gen und Kon­struk­ti­ons­tech­nik sowie Fraun­ho­fer Fokus

• Initia­ti­ve Mehr­wert • Ber­li­ner Was­ser­ple­num

• Stadt­ge­spräch

• »Müg­gel­see-Dia­log«

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft:

1. In wel­chem Umfang ste­hen den Bezir­ken finan­zi­el­le Mit­tel für den Ser­vice der Schul­rei­ni­gung pro Jahr zur Ver­fü­gung und wer­den die­se in den kom­men­den Jah­ren erhöht?

2. Wie defi­niert der Senat Schul­rei­ni­gung, wel­che Leis­tun­gen umfasst die Schul­rei­ni­gung, wel­che Stan­dards hat der Senat mit Bezug auf die Schul­rei­ni­gung fest­ge­legt?

3. Wer­den die vom Senat defi­nier­ten Stan­dards durch die beauf­trag­ten Dienst­leis­ter in den Bezir­ken erfüllt?

4. Wel­che Maß­nah­men sehen die Bezir­ke bei nicht erfüll­ten Dienst­leis­tun­gen vor und wer­den die­se sofort umge­setzt?

5. Wie erfolg­reich wer­den Män­gel­lis­ten, die die Schu­len der Schul­auf­sicht mel­den, bear­bei­tet?

6. Wie unter­stützt der Senat die Bezir­ke bei der Schul­rei­ni­gung und was tut er gegen den wach­sen­den Unmut der Eltern wegen unsau­be­rer Schu­len?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die Rei­ni­gungs­leis­tun­gen an Schu­len wer­den von den Bezir­ken aus der Glo­bal­sum­men­zu­wei­sung in eige­ner Ver­ant­wor­tung und Prio­ri­tä­ten­set­zung finan­ziert. Sie sind Bestand­teil des schü­ler­be­zo­ge­nen Bud­gets (ein­heit­li­cher Zuwei­sungs­preis pro Schülerin/Schüler). Hin­sicht­li­ch des Umfangs der von den Bezir­ken hier­für ein­ge­setz­ten Mit­tel wird auf den Bericht an den Haupt­aus­schuss vom 23.06.2014 über die »Zustän­de der Sani­tär­an­la­gen an Ber­li­ner Schu­len« (rote Nr. 1388 A) ver­wie­sen. Eine Über­sicht zur Ent­wick­lung der Kos­ten­art 40504030 (Rei­ni­gungs­kos­ten) von 2008 – 2013 pro Bezirk ist zudem der Anla­ge 1 zu ent­neh­men.

Zu 2. und 3.: Die Anfor­de­run­gen an die Rei­ni­gung von Schul­ge­bäu­den sind in der bun­des­wei­ten DIN 77400 defi­niert. Die Norm rich­tet sich an alle Ent­schei­dungs­trä­ger und Betei­lig­ten der Gebäu­de­rei­ni­gung in Schul­ge­bäu­den und legt Min­dest­an­for­de­run­gen an die Rei­ni­gung von Gebäu­den all­ge­mein- und berufs­bil­den­der Schu­len und dazu­ge­hö­ren­den Sport­ein­rich­tun­gen fest, unab­hän­gig davon, ob die Rei­ni­gung von eige­nen Beschäf­tig­ten oder Dienst­leis­tern durch­ge­führt wird.

Die DIN 77400 ist Basis für die Aus­schrei­bung von Rei­ni­gungs­dienst­leis­tun­gen gemäß den Vor­ga­ben im Hygie­ne­plan der jewei­li­gen schu­li­schen Ein­rich­tung. Ver­ant­wort­li­ch für die Auf­stel­lung eines Hygie­ne­plans und in der Fol­ge der Kon­trol­le sei­ner Umset­zung sind Schul­lei­tun­gen und Schul­trä­ger. Das Auf­stel­len eines Hygie­ne­plans ist für jede Schu­le ver­bind­li­ch. Als Basis dient ein Mus­ter­hy­gie­ne­plan gem. § 36 Infek­ti­ons­schutz­ge­setz, der von einem Län­der­ar­beits­kreis erar­bei­tet wor­den ist und für Ber­lin 2009 vom Senat ange­passt wor­den ist.

Der vor­lie­gen­de Mus­ter­hy­gie­ne­plan ist nicht ver­bind­li­ch, son­dern stellt eine Arbeits­hil­fe für die Über­wa­chung der Hygie­ne an Schu­len dar. Außer­dem zeigt er auf, wel­che Anfor­de­run­gen im Bereich der Hygie­ne­maß­nah­men die Schu­len erfül­len müs­sen, um bei der Über­prü­fung durch das zustän­di­ge Gesund­heits­amt bestehen zu kön­nen. Da er alle maß­geb­li­chen Rechts­re­ge­lun­gen und fach­li­chen Stan­dards ent­hält, kann er gut als Vor­la­ge zur Ein­ar­bei­tung eines schul­spe­zi­fi­schen Hygie­ne­pla­nes die­nen. In einem sol­chen schul­spe­zi­fi­schen Hygie­ne­plan müs­sen zusätz­li­ch die beson­de­ren loka­len und per­so­nel­len Gege­ben­hei­ten berück­sich­tigt wer­den.

So sind z.B. die im Mus­ter­hy­gie­ne­plan beschrie­be­nen Rei­ni­gungs­fre­quen­zen Vor­schlä­ge, die an die jewei­li­ge Situa­ti­on der Schu­le ange­passt wer­den müs­sen. Letzt­end­li­ch ent­schei­dend ist der hygie­ni­sche Zustand, der dadurch erreicht wird. Soll­te also der Rei­ni­gungs­be­darf höher sein (so dass es trotz der Ein­hal­tung der im Mus­ter­hy­gie­ne­plan beschrie­be­nen Fre­quen­zen zu unge­nü­gen­den hygie­ni­schen Zustän­den bei­spiels­wei­se der Toi­let­ten kommt), muss für die­se Räu­me die Rei­ni­gungs­fre­quenz erhöht und der schul­spe­zi­fi­sche Hygie­ne­plan dem Bedarf ange­passt wer­den.

Zu 4. und 5.: Gemäß der Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten zu § 55 Lan­des­haus­halts­ord­nung (LHO) über­nimmt inner­halb der unmit­tel­ba­ren Lan­des­ver­wal­tung der Beauf­trag­te für den Haus­halt oder der Titel­ver­wal­ter die Ver­ant­wor­tung dafür, dass die Lie­fe­rung und Leis­tung zur Erfül­lung der Auf­ga­ben Ber­lins erfor­der­li­ch ist oder in abseh­ba­rer Zeit erfor­der­li­ch sein wird und nach Art und Umfang den Grund­sät­zen einer wirt­schaft­li­chen und spar­sa­men Ver­wal­tung ent­spricht (§ 34 Abs. 2), bei einem öffent­li­chen Auf­trag alle sons­ti­gen im Zusam­men­hang mit dem Auf­trag ste­hen­den Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten wor­den sind. Hier­zu gehört u.a. auch die Ein­hal­tung der im Ber­li­ner Aus­schrei­bungs- und Ver­ga­be­ge­setz (Ber­lAVG) vor­ge­se­he­nen Auf­la­gen und Pflich­ten der Auf­trag­neh­mer sowie Nach­auf­trag­neh­mer. Somit obliegt es den beauf­tra­gen­den Bezir­ken, auf die Ein­hal­tung der ver­trag­li­ch ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen hin­zu­wir­ken.

Die Ant­wor­ten der Bezir­ke sind der Anla­ge 2 zu ent­neh­men.

Zu 6.: Die Zustän­dig­keit für die Aus­schrei­bung und Kon­trol­le der Rei­ni­gungs­leis­tun­gen in Schu­len obliegt grund­sätz­li­ch den Bezir­ken. Wie im Rah­men der Vor­la­ge an den Haupt­aus­schuss vom 23.06.2014 über »Zustän­de der Sani­tär­an­la­gen an Ber­li­ner Schu­len« aus­ge­führt, wer­den sie dabei – soweit mög­li­ch und erwünscht – unter­stützt.

Nach § 36 Abs. 1 Infek­ti­ons­schutz­ge­setz sind Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen, auch Schu­len, ver­pflich­tet, Hygie­ne­plä­ne auf­zu­stel­len und fort­zu­schrei­ben. Die Schul­lei­tun­gen wur­den daher ent­spre­chend auf­ge­klärt und auf ihre Ver­pflich­tun­gen aus dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz hin­ge­wie­sen und die Dienst­stel­len­lei­ter gebe­ten, den The­men­kom­plex kon­ti­nu­ier­li­ch auf die Tages­ord­nung zu set­zen. Dar­über hin­aus wur­de der Schwer­punkt des Schul­an­la­gen­sa­nie­rungs­pro­gramms (SSP) u.a. auf die Sanie­rung der Sani­tär­an­la­gen in den Schu­len gelegt, da sanier­te Sani­tär­an­la­gen in der Regel leich­ter zu rei­ni­gen sind.

Des Wei­te­ren wur­de den Bezir­ken ange­bo­ten, sie bei der Erar­bei­tung einer Mus­ter­aus­schrei­bung zu unter­stüt­zen; dies wur­de mehr­heit­li­ch abge­lehnt. Eben­so wur­de dem Vor­schlag, dass ein Bezirk die Dienst­leis­tung der Ver­ga­be und Kon­trol­le von Schul­rei­ni­gungs­ver­trä­gen für alle Bezir­ke im Sin­ne einer regio­na­li­sier­ten Auf­ga­be erbringt, nicht gefolgt.

Die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie vie­le öffent­li­che Flä­chen wur­den im Jahr 2013 vom Land Ber­lin ver­kauft an:
a. Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten,
b. Pri­va­te Woh­nungs­bau­in­ves­to­ren ,
c. Städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten
und an wel­che Unter­neh­men und für wel­che Pro­jek­te wur­den die frei­en Flä­chen ver­kauft (Bit­te um tabel­la­ri-sche Auf­lis­tung)?

2. Wie vie­le Wohn­ein­hei­ten wur­den im Jahr 2013 fer-tig­ge­stellt, durch:
a. Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten,
b. Pri­va­te Woh­nungs­bau­in­ves­to­ren,
c. Städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten (Bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung)?

3. Nach wel­chen Kri­te­ri­en wer­den die frei­en Flä­chen an Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men ver­kauft, liegt der Fokus hier­bei auf finan­zi­el­len oder kon­zep­tio­nel­len Aspek­ten?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Im Jahr 2013 wur­den ins­ge­samt 57 lan­des­ei­ge­ne Grund­stü­cke für Woh­nungs­bau­vor­ha­ben ver­kauft bzw. ein­ge­bracht, davon 3 Grund­stü­cke an Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten, 41 an pri­va­te Inves­to­rin­nen und Inves­to­ren und 13 an Städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten. Im Ein­zel­nen han­delt es sich um fol­gen­de Unter­neh­men:

Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten

bbg Ber­li­ner Bau­ge­nos­sen­schaft eG
Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Soli­da­ri­tät e.G.
Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft »WEISSENSEE« e.G.

Pri­va­te Woh­nungs­bau­in­ves­to­ren

ABR Grund­stücks­ge­sell­schaft mbH
Acker 28 Pro­jekt­ge­sell­schaft mbH
Bezirks­ver­band Ber­lin-Süd­en der Klein­gärt­ner e.V.
Boden­kon­tor Lie­gen­schaf­ten GmbH
Dia­mo­na & Har­ni­sch Ber­lin Deve­lop­ment GmbH & Co. Schlach­ten­see KG
FB Bau­pro­jekt­ent­wick­lungs GmbH & Co. KG
Flo­ra­stra­ße Ber­lin-Pan­kow GbR
Freie Evan­ge­li­ums-Chris­ten Gemein­de Ber­lin-Pan­kow e.V.
Gastro Con­sult Betei­li­gungs GmbH
GbR Inte­gra­ti­ves Bau­pro­jekt am ehe­ma­li­gen Blu­men­groß­markt
GbR Inva­li­den­stra­ße 5
GbR Tor­stra­ße
Grund­stücks­ent­wick­lungs GbR Gott­lieb-Dun­kel-Stra­ße
Han­sea­ti­sche Immo­bi­li­en Treu­hand GmbH & Co.
HBB Han­sea­ti­sche Gesell­schaft für Senio­ren­im­mo­bi­li­en mbH & Co. KG
Hil­pert Allee GmbH & Co. KG
i-live Ber­lin GmbH
Indus­trie-Pen­si­ons-Ver­ein e.V.
IWB Haus­bau Pan­kow GmbH
Kom­man­dit­ge­sell­schaft Golf­platz Tegern­see
M.A. Grund­stücks­ver­wal­tungs-GmbH & Co. KG
Metro­po­len­haus am Jüdi­schen Muse­um GmbH & Co. KG
MHMI Immo­bi­len-Ver­wal­tungs GmbH
NCC Deutsch­land GmbH
NOSTRO Grund­stücks GmbH & Co. Von-der-Trenck-Stra­ße KG
Regie Bau­trä­ger­ge­sell­schaft mbH
RENAG Grund­be­sitz GbR
Sand­krug von 1925 e.V.
Sied­ler­ge­mein­schaft Stadt­rand­sied­lung Ber­lin-Blan­ken­fel­de e.V.
Smith Ser­vices Esta­bish­ment
SONUS Cit­ty GmbH & Co. KG
Sozi­al­dia­ko­ni­sche Jugend­ar­beit Lich­ten­berg e.V.
Wals­hei­mer Str. 54 – 74 Ver­wal­tungs UG & Co. KG

Städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten

dege­wo AG
GESOBAU AG
HOWOGE Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft mbH
STADT UND LAND Wohn­bau­ten-Gesell­schaft mbH

Kon­kre­te Anga­ben zu ein­zel­nen Woh­nungs­bau­pro­jek­ten lie­gen dem Senat nicht vor. Dies ist Gegen­stand der dezen­tral in den Bezir­ken durch­zu­füh­ren­den Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren.

Zu 2.: Im Jahr 2013 wur­den in Ber­lin ins­ge­samt 6.641 Woh­nun­gen fer­tig­ge­stellt, dar­un­ter 4.647 im Woh­nungs­neu­bau und 1.994 Woh­nun­gen durch Bau­maß­nah­men an bestehen­den Gebäu­den. Eine Dif­fe­ren­zie­rung nach Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaf­ten, pri­va­te Woh­nungs­bau­in­ves­to­ren und städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten ist anhand der aus der amt­li­chen Sta­tis­tik des Amtes für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg vor­lie­gen­den Anga­ben nicht mög­li­ch.

Zu 3.: In Umset­zung der neu­en trans­pa­ren­ten Lie­gen­schafts­po­li­tik sind für die Ver­ga­be lan­des­ei­ge­ner Flä­chen an Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men in ers­ter Linie kon­zep­tio­nel­le Aspek­te aus­schlag­ge­bend.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie ist der aktu­el­le Stand der Plan­ver­fah­ren zur Neu­ord­nung des Stra­ßen­raums unter der Brü­cke am Bahn­hof Karls­hor­st?

Fra­ge 2: Wann beginnt das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren, wie lan­ge wird das Ver­fah­ren dau­ern und wel­che Ver­fah­rens­schrit­te sind in wel­chem Zeit­raum zu absol­vie­ren?

Fra­ge 3: Seit 2011 for­dert der Bür­ger­ver­ein Karls­hor­st die Eröff­nung des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens. War­um konn­ten die­se For­de­run­gen bis heu­te nicht umge­setzt wer­den, wel­che Hin­de­rungs­grün­de gibt es?

Fra­ge 4: Gibt es eine Mög­lich­keit, die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be zu einem vor­zei­ti­gen Beginn ihrer Pla­nun­gen zu bewe­gen und wenn ja, wel­che?

Fra­ge 5: Wann soll das Bau­vor­ha­ben vor­aus­sicht­li­ch abge­schlos­sen wer­den?

Fra­ge 6: Behin­dert das Sanie­rungs­pro­jekt den Fort­schritt von Bau­vor­ha­ben in der nähe­ren Umge­bung?

Fra­ge 7: Ent­steht durch die Ver­zö­ge­rung des Bau­vor­ha­bens ein wirt­schaft­li­cher Scha­den für die umlie­gen­den Geschäf­te, gibt es dazu Zah­len bzw. Schät­zun­gen?

Fra­ge 8: Wie bewer­tet der Senat die Tat­sa­che, dass ein pro­vi­so­ri­scher Fuß- und Rad­weg unter der Brü­cke für einen län­ge­ren Zeit­raum bestehen muss?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Zur Ver­kehrs­lö­sung Karls­hor­st liegt ei-ne abge­stimm­te Pla­nung vor, auf deren Grund­la­ge der­zeit die Unter­la­gen erstellt wer­den, die zur Ein­lei­tung eines förm­li­chen Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens erfor­der­li­ch sind. Nach Aus­sa­ge der BVG kön­nen die­se Unter­la­gen vor­aus­sicht­li­ch Anfang 2015 der Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de zur Prü­fung vor­ge­legt wer­den.

Ant­wort zu 2: Das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren wird vor­aus­sicht­li­ch im Früh­jahr 2015 ein­ge­lei­tet wer­den. Die Dau­er eines sol­chen Ver­fah­rens ist vor allem abhän­gig von der Anzahl und der Qua­li­tät der im Ver­fah­ren erho­be­nen Ein­wen­dun­gen und fach­li­chen Stel­lung­nah­men der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge, die gege­be­nen­falls zu Ände­run­gen der Plan­un­ter­la­gen füh­ren kön­nen. Eine belast­ba­re Zeit­ein­schät­zung ist daher nicht mög­li­ch. Bei den Ver­fah­rens­schrit­ten ist zwi­schen dem Anhö­rungs­ver­fah­ren mit der öffent­li­chen Bekannt­ma­chung, der öffent­li­chen Aus­le­gung der Plan­un­ter­la­gen und der Erör­te­rungs­ver­an­stal­tung mit den Betei­lig­ten (vgl. § 73 Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz [VwVfG]) sowie der sich anschlie­ßen­den Beschluss­be­ar­bei­tung durch die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de zu unter­schei­den.

Ant­wort zu 3: Die Ein­lei­tung eines Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens setzt das Vor­han­den­s­ein einer in allen Belan­gen abge­stimm­ten und nach­prüf­ba­ren Ver­kehrs­lö­sung vor­aus, wozu auch die Erstel­lung von Fach­gut­ach­ten gehört. Die­se Vor­aus­set­zun­gen für die über­aus kom­ple­xe Ver­kehrs­lö­sung Karls­hor­st zu schaf­fen war ein zeit­auf­wän­di­ger Pro­zess, in dem der Pla­nungs­ge­gen­stand stän­dig opti­miert wor­den ist. Die­se Vor­abei­ten sind erfor­der­li­ch, damit eine Ver­kehrs­lö­sung den hohen Anfor­de­run­gen eines Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens genü­gen kann. Da die­se Pla­nungs­schrit­te auf Fach­ebe­ne ohne Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung ablau­fen, kann bei nicht unmit­tel­bar an der Pla­nung Betei­lig­ten der Ein­druck ent­ste­hen, es gäbe kei­ne Fort­schrit­te in der Sache.

Ant­wort zu 4: Die Was­ser­be­trie­be ver­tre­ten die Auf­fas­sung, dass sie ihre Pla­nungs­tä­tig­keit, die finan­zi­ell zu ihren eige­nen Las­ten geht, nur auf gesi­cher­ter Grund­la­ge vor­neh­men wol­len. Die­se siche­re Grund­la­ge ist erst gege­ben mit Vor­lie­gen des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses, dem Bau­recht für die Ver­kehrs­an­la­ge. Ein vor­he­ri­ger Arbeits­be­ginn ist mit dem Risi­ko behaf­tet, noch ein­mal umpla­nen zu müs­sen. Sind ande­re bereit, den Was­ser­be­trie­ben die Kos­ten einer der­ar­ti­gen – even­tu­el­len – Dop­pel­ar­beit zu erset­zen, sind auch die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be zu einer frü­he­ren Arbeits­auf­nah­me bereit. Daher hat der Senat den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben sei­ne Bereit­schaft erklärt, für die­ses finan­zi­el­le Risi­ko zu bür­gen. Hier­durch eröff­net sich die Mög­lich­keit, den Bau­ab­lauf gegen­über dem Regel­ab­lauf wesent­li­ch straf­fen zu kön­nen.

Ant­wort zu 5: Da eine belast­ba­re Zeit­ein­schät­zung zur Dau­er von Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nicht mög­li­ch ist, ent­beh­ren zum der­zei­ti­gen Zeit­punkt auch ver­läss­li­chen Anga­ben zur Fer­tig­stel­lung des Bau­vor­ha­bens der Grund­la­ge. Aktu­ell wird bei stö­rungs­frei­em Pla­nungs- und Bau­ab­lauf mit einer Fer­tig­stel­lung Mit­te 2018 gerech­net.

Ant­wort zu 6: Ent­spre­chen­de Hin­wei­se oder Beschwer­den sind dem Senat nicht bekannt.

Ant­wort zu 7: Dem Senat ist bekannt, dass aus umlie­gen­den Geschäf­ten die Befürch­tung geäu­ßert wur­de, ihnen kön­ne ein wirt­schaft­li­cher Scha­den ent­ste­hen, wenn das Bau­vor­ha­ben abge­schlos­sen ist, weil dann mög­li­cher­wei­se Lauf­kund­schaft aus dem Krei­se der heu­ti­gen Umstei­ge­rin­nen und Umstei­ger weg­bleibt. Inso­fern ist nicht zu ver­mu­ten, dass den umlie­gen­den Geschäf­ten ein Scha­den ent­steht, solan­ge die Bestands­si­tua­ti­on im Grund­satz auf­recht erhal­ten bleibt.

Ant­wort zu 8: Die Sicher­stel­lung der Belan­ge der von Bau­maß­nah­men Betrof­fe­nen durch Her­stel­lung von Pro­vi­so­ri­en ist eine übli­che Begleit­maß­nah­me im inner­städ­ti­schen Ver­kehrs­we­ge­bau. Die Zeit­dau­er der­ar­ti­ger Pro­vi­so­ri­en wird im Inter­es­se aller Betei­lig­ten stets auf das Min­dest­maß beschränkt. Die­se Min­dest­dau­er kann sich jedoch – in Abhän­gig­keit von Art und Umfang der Bau­maß­nah­me – durch­aus auch über län­ge­re Zeit­räu­me erstre­cken. Vor die­sem Hin­ter­grund sieht der Senat kei­ne Beson­der­heit bei der Bau­maß­nah­me am S-Bahn­hof Karls­hor­st.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­chen Stel­len­wert hat die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den für den Senat?

Fra­ge 2: Wel­che Not­wen­dig­keit sieht der Senat zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung spe­zi­ell für Schu­len?

Fra­ge 3: Wel­che Maß­nah­men unter­nimmt der Senat zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den, ins­be­son­de­re für Schu­len?

Fra­ge 4: In wel­chem Umfang stellt der Senat finan­zi­el­le Mit­tel für Inves­ti­tio­nen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den zur Ver­fü­gung?

Fra­ge 5: Für wel­che Bau­vor­ha­ben wer­den die­se Inves­ti­tio­nen ein­ge­setzt und wie viel wird hier­bei in Schu­len inves­tiert?

Fra­ge 6: Lie­gen dem Senat Erfolgs­mo­del­le zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den vor und wenn ja, gibt es Bei­spie­le?

Fra­ge 7: Wie effek­tiv sind die­se Maß­nah­men zur Ein­spa­rung von Ener­gie, gibt es ein posi­ti­ves Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis?

Fra­ge 8: Wel­che Zie­le setzt sich der Senat bis zum Jahr 2020 für Ein­spa­run­gen durch ener­ge­ti­sche Sanie­rungs­pro­jek­te von öffent­li­chen Gebäu­den?

Fra­ge 9: Wo setzt der Senat Schwer­punk­te?

Fra­ge 10: Wel­che Zie­le setzt sich der Senat, ins­be­son­de­re bei der Sanie­rung von Schul­ge­bäu­den?

Fra­ge 11: Wo und in wel­chem Umfang plant der Senat finan­zi­el­le Mit­tel für Inves­ti­tio­nen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den im Bezirk Lich­ten­berg ein­zu­set­zen?

Dan­ny Frey­mark

Ant­wort zu 1, 8 und 9: Der Senat von Ber­lin hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Stadt bis zum Jahr 2050 kli­ma­neu­tral wer­den soll. Die­ses Ziel ist sehr ambi­tio­niert. Um das Ziel zu errei­chen, muss der Aus­stoß von Koh­len­di­oxid (CO2) mas­siv in allen Sek­to­ren gesenkt wer­den. Neben den Sek­to­ren Wirt­schaft, Indus­trie, Ver­kehr und pri­va­te Haus­hal­te spielt der Gebäu­de-bestand dabei eine ent­schei­den­de Rol­le. Der Ent­wurf des Geset­zes zur Umset­zung der Ener­gie­wen­de und zur För­de­rung des Kli­ma­schut­zes in Ber­lin – kurz Ener­gie­wen­de­ge­setz – beinhal­tet kon­kre­te Kli­ma­schutz­zie­le für Ber­lin: 40 % weni­ger CO2 bis 2020, 60 % bis 2030 und min­des­tens 85 % bis 2050 jeweils bezo­gen auf das Jahr 1990. Wie die Zie­le erreicht wer­den sol­len, wird in dem »Ber­li­ner Ener­gie- und Kli­ma­schutz­pro­gramm« und nicht im Gesetz selbst gere­gelt. Dane­ben ent­hält der Gesetz­ent­wurf eine Rei­he von Vor­bild­ver­pflich­tun­gen für den Senat, wie die Auf­stel­lung eines Sanie­rungs­fahr­plans für öffent­li­che Gebäu­de. Im Rah­men der Erar­bei­tung des Sanie­rungs­fahr­plans ist es vor­ge­se­hen, wei­te­re und kon­kre­te­re Zie­le und Schwer­punk­te in Abstim­mung mit den für die Lie­gen­schafts­ver­wal­tung zustän­di­gen Stel­len der Bezir­ke und der BIM-GmbH zu set­zen sowie Umset­zungs­stra­te­gi­en zu ent­wi­ckeln (sie­he auch www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/klimaschutz/energiewendegesetz).

Ant­wort zu 2.: Der glei­che Stel­len­wert, den der Senat und die Bezir­ke der ener­ge­ti­schen Sanie­rung aller öffent­li­chen Gebäu­den zumes­sen, gilt fol­ge­rich­tig auch für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Schu­len in öffent­li­chen Gebäu­den.

Ant­wort zu 3.: Für alle Neu­bau­ten und umfas­sen­den Sanie­rungs­maß­nah­men im Zustän­dig­keits­be­reich der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt (Kapi­tel 1250) gilt ver­bind­li­ch der Ber­li­ner Ener­gie­stan­dard mit fol­gen­den Pla­nungs­zie­len:

- Gene­rell ist für jede Bau­maß­nah­me der Ein­satz von rege­ne­ra­ti­ven Ener­gi­en mit dem Ziel zu prü­fen, einen mög­lichst hohen Anteil an der Deckung des Strom- und Wär­me­be­darfs aus die­sen zu ermög­li­chen.

- Anfor­de­run­gen an den Pri­mär­ener­gie­be­darf für Neu­bau­ten: Ver­schär­fung der Anfor­de­run­gen um 25% – 30% bezo­gen auf die EnEV 2009,

- Anfor­de­run­gen an den Pri­mär­ener­gie­be­darf für umfas­sen­de Sanie­rungs­maß­nah­men: Ver­schär­fung der Anfor­de­run­gen um bis zu 20% bezo­gen auf die EnEV 2009.

Über den Zustän­dig­keits­be­reich der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt hin­aus gilt der Ber­li­ner Ener­gie­stan­dard als Emp­feh­lung. Die glei­chen Maß­nah­men, die der Senat und die Bezir­ke zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung von öffent­li­chen Gebäu­den unter­neh­men, gel­ten fol­ge­rich­tig auch für die Schu­len als öffent­li­che Gebäu­de.

2 Ant­wort zu 4: Ener­ge­ti­sche Sanie­rungs­maß­nah­men wer­den in der Regel im Zusam­men­hang mit Sanie­rungs- bzw. Umbau­maß­nah­men und unter Beach­tung sicher­heits­re­le­van­ter Aspek­te sowie des Brand­schut­zes und des Denk­mal­schut­zes durch­ge­führt. Eine belast­ba­re Abgren­zung der Kos­ten für ener­ge­ti­sche Maß­nah­men von Kos­ten für ande­re Bau­maß­nah­men ist in den meis­ten Fäl­len nicht mög­li­ch, da die ener­ge­ti­schen Maß­nah­men im Zusam­men­hang mit den ande­ren Maß­nah­men (Brand­schutz, Stand­si­cher­heit) geplant, aus­ge­schrie­ben und ver­ge­ben wer­den.

Ant­wort zu 5.: In wel­chem Umfang die Bezir­ke im Rah­men ihrer Zustän­dig­keit für die all­ge­mein bil­den­den Schu­len oder die BIM als Ver­mie­ter der zen­tral ver­wal­te­ten Schu­len Inves­ti­tio­nen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung ihrer Lie­gen­schaf­ten täti­gen wird nicht erho­ben.

Ant­wort zu 6: Bei­spiel­haft konn­te die BIM Ber­li­ner Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH (BIM GmbH) mit Mit­teln aus dem Kon­junk­tur­pa­ket II im gesam­ten Schul- und auch im Werk­statt­ge­bäu­de des im Son­der­ver­mö­gen Immo­bi­li­en des Lan­des Ber­lin (SILB) befind­li­chen Grund­stücks Haar­le­mer Stra­ße 23–27 (Ober­stu­fen­zen­trum Infor­ma­ti­ons- und Medi­zin­tech­nik) die Fens­ter erneu­ern und somit auch Unter­richts­be­din­gun­gen ent­schei­dend ver­bes­sern. Zudem wur­den die Flach­dä­cher von Schu­le und Werk­stät­ten sowie der Sport­hal­le saniert und mit einer neu­en, ener­ge­ti­sch wir­kungs­vol­len Wär­me­däm­mung aus­ge­stat­tet. Eine Umrüs­tung der Beleuch­tungs­an­la­ge in den hoch fre­quen­tier­ten Berei­chen des Schul­ge­bäu­des führt infol­ge der Redu­zie­rung des Elek­tro­en­er­gie­ver­brauchs zu einer CO2-Ein­spa­rung von ca. 30 t pro Jahr. Die auf dem Dach des Haupt­ge­bäu­des errich­te­te Solar­ther­mie­an­la­ge unter­stützt die Hei­zungs­an­la­ge und sorgt dafür, dass der Wär­me­be­darf für die Warm­was­ser­be­rei­tung, ins­be­son­de­re von Früh­ling bis Herbst, weit­ge­hend durch die Son­ne gedeckt wird. Abge­run­det wur­den die Maß­nah­men, die ins­ge­samt rund 292 t CO2 pro Jahr ein-spa­ren, durch den hydrau­li­schen Abgleich des Hei­zungs­sys­tems und den Aus­tau­sch der Heiz­kes­sel, so dass nun mit neu­es­ter Tech­nik auf die ver­bes­ser­ten wär­me­tech­ni­schen Bedin­gun­gen und den sich erge­ben­den gerin­ge­ren Wär­me­be­darf reagiert wer­den kann. Zehn Gebäu­de und wei­te­re zwei Außen­an­la­gen des SILB erhal­ten ab 2014/2015 neu­es, ener­gie­spa­ren­des Licht. So rüs­tet die BIM GmbH die Innen­be­leuch­tung in zehn von Poli­zei und Feu­er­wehr, Ver­wal­tung und kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen genutz­ten Gebäu­den auf modern­s­te LED-Tech­nik um. Der Strom­ver­brauch wird damit bereits durch den Aus­tau­sch der Leuch­ten erheb­li­ch redu­ziert, wei­te­re Strom­ein­spa­run­gen sind durch den zusätz­li­chen Ein­satz von Rege­lungs­sys­te­men, wie Tages­licht- und Prä­senz­steue­run­gen mög­li­ch. Die Betriebs­kos­ten sin­ken für die betref­fen­den Gebäu­de um jähr­li­ch ins­ge­samt ca. 69.000 €, die CO2-Emis­sio­nen um ca. 202 t pro Jahr. Das Pro­jekt wird mit Mit­teln aus der Natio­na­len Kli­ma­schutz-initia­ti­ve des vor­mals Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt, Natur­schutz und Reak­tor­si­cher­heit (BMU) unter­stützt. Die För­der­quo­te beträgt 40%. Zusätz­li­ch wer­den die Außen­be­leuch­tungs­an­la­gen einer von der Poli­zei genutz­ten Lie­gen­schaft und eines Ober­stu­fen­zen­trums auf LED-Tech­nik umge­rüs­tet. Dies bedeu­tet eine Betriebs­kos­ten­ein­spa­rung von ins­ge­samt ca. 9.000 € pro Jahr. Dar­über hin­aus wird eine Sen­kung der CO2-Emis­si­on von 26 t im Jahr erreicht. Auch die­ses Pro­jekt wird mit Mit­teln aus der Natio­na­len Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve des BMU unter­stützt, die För­der­quo­te beträgt 20%. Bei­de Pro­jek­te wer­den im Jahr 2014 geplant und bis Mai 2015 umge­setzt.

Ant­wort zu 7: Hier­zu kann kurz­fris­tig – auch aus den in der Ant­wort zu 4. auf­ge­führ­ten Grün­den – kei­ne Aus­sa­ge gemacht wer­den.

Ant­wort zu 10: Gemäß § 109 Schul­ge­setz obliegt den Bezir­ken als Trä­ger der öffent­li­chen all­ge­mein bil­den­den Schu­len die Schaf­fung der äuße­ren Vor­aus­set­zun­gen für das Leh­ren und Ler­nen in der Schu­le, ins­be­son­de­re der Bau, die Aus­stat­tung und die Unter­hal­tung der Schul­stand­or­te im Rah­men der Glo­bal­zu­wei­sung. Unter­stützt wer­den sie dabei durch Mit­tel aus Son­der­pro­gram­men, ins­be­son­de­re das Schul­an­la­gen­sa­nie­rungs­pro­gramm.

Ant­wort zu 11: Hier­zu kann kurz­fris­tig – auch aus den in der Ant­wort zu 4. auf­ge­führ­ten Grün­den – kei­ne Aus­sa­ge gemacht wer­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Gesund­heit und Sozia­les wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie beur­teilt der Senat die Ver­füg­bar­keit von Defi­bril­la­to­ren in Ein­kaufs­zen­tren bzw. an Orten mit gro­ßem Men­schen­auf­kom­men?

2. Zählt die Ver­füg­bar­keit von Defi­bril­la­to­ren in Ein­kaufs­zen­tren mitt­ler­wei­le zum Stan­dard der Aus­stat­tung; wenn nein, wie wird das begrün­det und wenn ja, in wel­chen Ein­kaufs­zen­tren ste­hen die Gerä­te bereits zur Ver­fü­gung?

3. Erach­tet der Senat es für wich­tig die Ver­füg­bar­keit von Defi­bril­la­to­ren in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen vor­an­zu­trei­ben?

4. Gibt es Pla­nun­gen sei­tens des Senats für eine zukünf­ti­ge Bereit­stel­lung von Defi­bril­la­to­ren an öffent­li­chen Plät­zen mit hohem Per­so­nen­auf­kom­men und wie hoch schätzt der Senat die Kos­ten für die Bereit­stel­lung die­ser Gerä­te ein?

5. Sind zukünf­ti­ge Koope­ra­tio­nen mit frei­en Trä­gern oder bei­spiels­wei­se Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten für die Bereit­stel­lung von lebens­ret­ten­den Maß­nah­men an öffent­li­chen Plät­zen mit hohem Per­so­nen­auf­kom­men geplant?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1. und 2.: Eine mög­lichst frü­he Defi­bril­la­ti­on von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Herz-Kreis­lauf-Still­stand und Kam­mer­flim­mern kann das Leben ret­ten ver­bes­sern, wenn gleich­zei­tig effek­ti­ve Basis­maß­nah­men zur Wie­der­be­le­bung (basic life sup­port, BLS) durch­ge­führt wer­den. Die Schu­lung von BLS stellt eine wesent­li­che Maß­nah­me für ein ver­bes­ser­tes Über­le­ben nach Herz-Kreis­lauf-Still­stand dar, und ent­spre­chen­de Pro­gram­me z. B. in Schu­len wer­den vom Senat unter­stützt. Die Anwen­dung von auto­ma­ti­schen exter­nen Defi­bril­la­to­ren (AED) durch nicht­ärzt­li­ches Per­so­nal wird emp­foh­len, wenn hier­durch eine deut­li­che Ver­kür­zung der Zei­ten bis zur ers­ten Defi­bril­la­ti­on erreicht wer­den kann. Die­ses Per­so­nal soll­te in der Anwen­dung die­ser Gerä­te geschult und unter­wie­sen sein. Hier­für kom­men ins­be­son­de­re Ein­satz-kräf­te von Feu­er­wehr, Poli­zei und Ret­tungs­diens­ten in Fra­ge, die auch in Anbe­tracht einer Häu­fung von Herz-Kreis­lauf-Still­stän­den zu Hau­se (60 – 80 %) fle­xi­bel ein­ge­setzt wer­den könn­ten.

Für eine Auf­stel­lung von AED in Ein­kaufs­zen­tren oder ande­ren Orten mit gro­ßem Men­schen­auf­kom­men soll­te eine Risi­ko­ab­schät­zung durch­ge­führt wer­den, die u. a. die erwar­te­te Ein­satz­häu­fig­keit und die Erreich­bar­keit durch den Ret­tungs­dienst ein­be­zieht. Die Deut­sche Gesell­schaft für Kar­dio­lo­gie befür­wor­tet in einem Posi­ti­ons­pa­pier den Ein­satz von AED an sol­chen Orten, an denen min­des­tens ein Herz-Kreis­lauf-Still­stand pro Jahr beob­ach­tet wur­de. Dar­über hin­aus muss ent­spre­chend der Stel­lung­nah­me der Bun­des­ärz­te­kam­mer ein Kon­zept vor­lie­gen, in dem der Betrei­ber eines AED die Schu­lung von Erst­hel­fe­rin­nen und Erst­hel­fern und die Über­wa­chung der Ein­sät­ze unter Super­vi­si­on einer ent­spre­chend qua­li­fi­zier­ten Ärz­tin oder eines ent­spre­chend qua­li­fi­zier­ten Arz­tes durch­führt.

Die gene­rel­le Ver­füg­bar­keit von Defi­bril­la­to­ren in Ein­kaufs­zen­tren kann aus oben genann­ten Grün­den der­zeit nicht als medi­zi­ni­scher Stan­dard ange­se­hen wer­den. Die Ver­füg­bar­keit von Defi­bril­la­to­ren in Ein­kaufs­zen­tren bzw. an Orten mit gro­ßem Men­schen­auf­kom­men ist nicht bekannt, ent­spre­chen­de Regis­ter exis­tie­ren nicht.

Zu 3.: Der Senat begrüßt die Auf­stel­lung von AED in öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen unter Berück­sich­ti­gung ent­spre­chen­der Risi­ko­ab­schät­zun­gen. Hier­bei ist eine gleich­zei­ti­ge Schu­lung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in BLS zu gewähr­leis­ten.

Zu 4. und 5.: Die Anwen­dung von AED ist nach der-zei­ti­gem Erkennt­nis­stand vor allem dann effek­tiv, wenn Erst­hel­fe­rin­nen und Erst­hel­fer im Rah­men eines Kon­zep­tes mit AED und BLS geschult sind. Die Ver­füg­bar­keit von ent­spre­chen­den Teams für die Nut­zung von AED an öffent­li­chen Plät­zen ist nur sehr ein­ge­schränkt zu gewähr­leis­ten. Der Senat hat daher der­zeit kei­ne Pla­nun­gen für die Auf­stel­lung von AED an öffent­li­chen Plät­zen.

Die Senats­ver­wal­tung für Finan­zen wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie hoch waren die Aus­ga­ben des Senats für öffent­li­che Auf­trä­ge im Jahr 2013?

2. Wie bewer­tet der Senat die Ein­hal­tung der Fris­ten zur Beglei­chung von Rech­nun­gen für öffent­li­che Auf­trä­ge?
a. Zu wel­chem Anteil wur­den Rech­nun­gen im Jahr 2013 frist­ge­recht bezahlt?
b. Wie groß war der Anteil an Rech­nun­gen im Jahr 2013, die erst nach der ers­ten, zwei­ten bzw. drit­ten Mah­nung bezahlt wur­den?
c. Wie vie­le Rech­nun­gen wur­den im Jahr 2013 erst nach Beginn eines Gerichts­ver­fah­rens bezahlt?
d. Wie vie­le zusätz­li­che Kos­ten sind im Jahr 2013 durch Ver­säum­nis­se ent­stan­den?

3. Wel­che Grün­de lie­gen in der Regel vor, wenn es zu ver­spä­te­ten Zah­lun­gen kommt?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Im Jahr 2013 wur­den in der Haupt­ver­wal­tung und den Bezir­ken für öffent­li­che Auf­trä­ge rund 2.799.423.500 € ver­aus­gabt.

Zu 2. und 3.: Die mit­tel­be­wirt­schaf­ten­den Stel­len der Ber­li­ner Ver­wal­tung unter­lie­gen im ver­trag­li­chen Schuld­recht den glei­chen Bestim­mun­gen des Zivil­rechts, wie jedes ande­re Rechts­sub­jekt. Die Ein­hal­tung von Zah­lungs­zie­len ist Auf­ga­be der dezen­tral ver­ant­wort­li­chen Dienst­kräf­te bei den jewei­li­gen Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten (Beauf­trag­te für den Haus­halt). Es wer­den kei­ne zen­tra­len Über­sich­ten zur Fäl­lig­keit und Ver­zug geführt.

Grund­sätz­li­ch ist es aus Sicht des Senats selbst­ver­ständ­li­ch, dass Zah­lun­gen inner­halb des vor­ge­ge­be­nen Zah­lungs­ziels (Fäl­lig­keit) bezie­hungs­wei­se so recht­zei­tig geleis­tet wer­den, dass mög­li­che Skon­ti genutzt wer­den kön­nen. So sehen es auch die Vor­schrif­ten der Lan­des­haus­halts­ord­nung zum wirt­schaft­li­chen Umgang mit Haus­halts­mit­teln vor.

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Wie bewer­tet der Senat im Grund­satz das Sys­tem der Städ­te­part­ner­schaf­ten?

2. Wel­che Städ­te­part­ner­schaf­ten pflegt Ber­lin (Bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung)?

3. Wel­che Part­ner­städ­te haben die Ber­li­ner Bezir­ke?

4. Wel­che kon­kre­ten Akti­vi­tä­ten haben sich in den letz­ten fünf Jah­ren aus die­sen ein­zel­nen Städ­te­part­ner-schaf­ten erge­ben (Bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung)?

5. Wel­che Kos­ten waren und sind mit den ein­zel­nen Pro­jek­ten der Part­ner­schaf­ten ver­bun­den?

6. Wel­che Pro­jek­te pla­nen Senat und Bezir­ke zukünf­tig?

7. Plant der Senat den bestehen­den Kreis von Städ­te­part­ner­schaf­ten aus­zu­wei­ten und wenn ja, mit wel­chen Städ­ten: wenn nein, war­um nicht?

8. Pla­nen die Bezir­ke auch inner­städ­ti­sche Koope­ra­tio­nen zu for­cie­ren, bzw. Part­ner­schaf­ten mit einem regio­na­len Bezug (z.B. mit umlie­gen­den Gemein­den in Bran­den­burg) und wenn ja, wel­che kon­kre­ten Ide­en gibt es hier­zu; wenn nein, war­um wird die­ser regio­na­le Bezug nicht her­ge­stellt?

Dan­ny Frey­mark

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die sieb­zehn Städ­te­part­ner­schaf­ten des Lan­des Ber­lin sind ein wich­ti­ges Ele­ment der inter­na­tio­na­len Akti­vi­tä­ten Ber­lins. Sie bie­ten auf­grund der For­ma­li­sie­rung der Koope­ra­ti­on und lang­jäh­ri­ger Arbeits­be­zie­hun­gen eine sehr gute Platt­form für die Rea­li­sie­rung von Pro­jek­ten in nahe­zu allen The­men­be­rei­chen.

Zu 2.: Ber­lin unter­hält Städ­te­part­ner­schaf­ten zu Los Ange­les, Paris, Madrid, Istan­bul, Mos­kau, War­schau, Brüs­sel (Regi­on), Buda­pest, Tasch­kent, Mexi­co Stadt, Peking, Jakar­ta, Tokio, Bue­n­os Aires, Prag, Wind­huk und Lon­don. Die­se Auf­zäh­lung der 17 Part­ner­städ­te ist nach den Daten des Abschlus­ses der jewei­li­gen Part­ner­schafts­ver­ein­ba­rung sor­tiert.

Zu 3.: Die Bezir­ke betreu­en ihre Part­ner­schaf­ten mit aus­län­di­schen Kom­mu­n­en eigen­stän­dig. Dem Senat sind die Part­ner­schaf­ten der Bezir­ke zwar bekannt, soweit es Berüh­rungs­punk­te mit den Part­ner­schaf­ten des Lan­des gibt, gibt es auch eine Koope­ra­ti­on mit den Bezir­ken; der Senat führt aber kei­ne ver­bind­li­chen Lis­ten über die Part­ner­schaf­ten der Ber­li­ner Bezir­ke.

Zu 4.: Die Auf­zäh­lung von ein­zel­nen Pro­jek­ten in einem Zeit­raum von fünf Jah­ren wür­de den Rah­men die­ser Beant­wor­tung bei wei­tem spren­gen. Es wird auf die Web­site www.berlin.de/rbmskzl/internationales/rueckblick/ und www.berlin.de/rbmskzl/internationales/aktuelles/ ver­wie­sen.

Zu 5.: Der Senats­kanz­lei ste­hen im Ein­zel­plan 03 Titel 531 18 Mit­tel für Aus­wär­ti­ge Städ­te­ver­bin­dun­gen zur Ver­fü­gung. Im Dop­pel­haus­halt 2014/2015 waren für 2014 178.000 € ver­an­schlagt, für 2015 sind es 78.000 €. Da die­se Mit­tel für die Finan­zie­rung der zahl­rei­chen unter 4. genann­ten Pro­jek­te bei wei­tem nicht aus­rei­chen, ist bei allen Pro­jek­ten grund­sätz­li­ch eine Kom­ple­men­tär­fi­nan­zie­rung durch die Ver­an­stal­ter, durch Bot­schaf­ten oder Kul­tur­in­sti­tu­te, durch Spon­so­ren oder aus ande­ren öffent­li­chen Quel­len, wie bei­spiels­wei­se dem Haupt­stadt­kul­tur­fonds oder der Lot­to­stif­tung erfor­der­li­ch. Eine Ein­zel­auf­lis­tung der Finan­zie­rung aller Pro­jek­te, auf die in der Ant­wort zu Fra­ge 4 ver­wie­sen wur­de, wür­de den Rah­men der Beant­wor­tung die­ser Anfra­ge bei wei­tem spren­gen.

Zu 6.: Die Pla­nun­gen der Ein­zel­pro­jek­te für das Jahr 2015 sind noch nicht abge­schlos­sen. Im Mit­tel­punkt der Akti­vi­tä­ten des Senats wer­den Pro­jek­te im Rah­men des 20-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Städ­te­part­ner­schaft mit Prag ste­hen.
Die künf­ti­gen Vor­ha­ben der Bezir­ke sind dem Senat nicht bekannt.

Zu 7.: Der Senat plant kei­ne Aus­wei­tung des Krei­ses der bestehen­den Städ­te­part­ner­schaf­ten. Mit den vor­han­de­nen Res­sour­cen wäre eine Aus­wei­tung nicht mehr sinn­voll zu betreu­en. Zudem hat sich auch der Cha­rak­ter inter­na­tio­na­ler Koope­ra­ti­on deut­li­ch ver­än­dert. An die Stel­le der umfäng­li­chen, durch ein Part­ner­schafts­ab­kom­men defi­nier­ten Koope­ra­ti­on, tritt oft eine eher punk­tu­el­le, zeit­li­ch begrenz­te Zusam­men­ar­beit von Städ­ten zu der­zeit aktu­el­len Ein­zel­the­men von gegen­sei­ti­gem Inter­es­se. Der Senat ist offen für jede Form der pro­jekt­be­zo­ge­nen Koope­ra­ti­on mit ande­ren Städ­ten und hat die­se in der Ver­gan­gen­heit bereits erfolg­reich rea­li­siert.

Zu 8.: Ber­lin als Land plant kei­ne inner­deut­schen Part­ner­schaf­ten. Der­ar­ti­ge Plä­ne von Bezir­ken sind nicht bekannt. Das Ein­ge­hen von inner­deut­schen Part­ner­schaf­ten, die zu Zei­ten der deut­schen Tei­lung eine gro­ße poli­ti­sche Bedeu­tung hat­ten, hat mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung sei­nen Sinn ver­lo­ren. Das schließt natür­li­ch nicht aus, dass Kom­mu­n­en in der täg­li­chen Ver­wal­tungs­pra­xis koope­rie­ren und inner­halb von Insti­tu­tio­nen wie z.B. dem Deut­schen Städ­te­tag Erfah­run­gen aus­tau­schen.

Die Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Auf wel­che Höhe belau­fen sich die all­ge­mei­nen finan­zi­el­len Mit­tel, die den Direktionen/Direktionsleitern der Ber­li­ner Feu­er­wehr zur Ver­fü­gung ste­hen (Bit­te um tabel­la­ri­sche Auf­lis­tung)?

2. Auf wel­che Höhe belau­fen sich die finan­zi­el­len Mit­tel die der Ber­li­ner Feu­er­wehr für den Kata­stro­phen­schutz zur Ver­fü­gung ste­hen?

3. Für wel­che Auf­ga­ben inner­halb des Kata­stro­phen­schut­zes wer­den finan­zi­el­le Auf­wen­dun­gen erbracht (Bit­te um Dar­stel­lung der jewei­li­gen Kos­ten­stel­len bei­spiels­wei­se Per­so­nal- und/oder Sach­kos­ten)?

4. Inwie­weit ste­hen die­se Mit­tel auch für den Bereich der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr zur Ver­fü­gung?

5. Wel­che tech­ni­sche Aus­stat­tung, ins­be­son­de­re Fahr­zeu­ge, ste­hen für Kata­stro­phen­schutz­auf­ga­ben in Ber­lin ins­ge­samt zur Ver­fü­gung?

6. Wel­ches Durch­schnitts­al­ter haben Lösch­fahr­zeu­ge und Schlauch­wa­gen die für den Kata­stro­phen­schutz und für Aus­nah­me­zu­stän­de in Ber­lin zur Ver­fü­gung ste­hen?

7. Gibt es ein Fahr­zeug­kon­zept zur Erneue­rung des Fahr­zeug­be­stan­des der Kata­stro­phen­schutz-Fahr­zeu­ge?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die Direk­tio­nen ver­fü­gen nur über eine gerin­ge Haus­halts­be­fug­nis. Bei der Ber­li­ner Feu­er­wehr erfol­gen Beschaf­fung und Ver­wal­tung grund­sätz­li­ch zen­tral. Ledig­li­ch der Titel 52602, aus dem die Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen für die Frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren (FF) geleis­tet wer­den, kann im wei­te­ren Sinn dem Kata­stro­phen­schutz (KatS) zuge­ord­net wer­den. Die nach­fol­gen­den Anga­ben wur­den dem aktu­el­len Haus­halts­plan 2014/2015 ent­nom­men.

Direk­ti­on Nord / Kapi­tel 0562

51101

Geschäfts­be­darf

1.500 Euro

51140

Gerä­te, Aus­stat­tungs- und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de

6.800 Euro

51420

Bekös­ti­gung

1.900 Euro

52501

Aus- und Fort­bil­dung

16.200 Euro

52502

Sport

1.000 Euro

52590

Aus- und Fort­bil­dung und Umschu­lung aus Zuwen­dun­gen

1.000 Euro

52602

Sit­zungs­gel­der, Kos­ten­ent­w­schä­di­gung (Auf­wands­ent­schä­di­gung FF)

380.000 Euro

54079

Ver­schie­de­ne Aus­ga­ben

1.000 Euro

54690

Sons­ti­ge sach­li­che Ver­wal­tungs­aus­ga­ben aus zweck­ge­bun­de­nen Ein­nah­men

1.000 Euro

Gesamt:

410.400 Euro

Direk­ti­on Süd / Kapi­tel 0563

51101

Geschäfts­be­darf

1.000 Euro

51140

Gerä­te, Aus­stat­tungs- und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de

3.700 Euro

51420

Bekös­ti­gung

2.700 Euro

52501

Aus- und Fort­bil­dung

10.800 Euro

52502

Sport

1.000 Euro

52590

Aus- und Fort­bil­dung und Umschu­lung aus Zuwen­dun­gen

1.000 Euro

52602

Sit­zungs­gel­der, Kos­ten­ent­w­schä­di­gung (Auf­wands­ent­schä­di­gung FF)

250.000 Euro

54079

Ver­schie­de­ne Aus­ga­ben

1.000 Euro

Gesamt:

271.200 Euro

Direk­ti­on West / Kapi­tel 0564

51101

Geschäfts­be­darf

1.000 Euro

51140

Gerä­te, Aus­stat­tungs- und Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­de

4.200 Euro

51420

Bekös­ti­gung

3.400 Euro

52501

Aus- und Fort­bil­dung

9.000 Euro

52502

Sport

1.000 Euro

52590

Aus- und Fort­bil­dung und Umschu­lung aus Zuwen­dun­gen

1.000 Euro

52602

Sit­zungs­gel­der, Kos­ten­ent­w­schä­di­gung (Auf­wands­ent­schä­di­gung FF)

175.000 Euro

54079

Ver­schie­de­ne Aus­ga­ben

1.900 Euro

Gesamt:

195.500 Euro

Zu 2. und 3.: Grund­sätz­li­ch erfolgt die Bewirt­schaf­tung aus dem Gesamt­haus­halt der Ber­li­ner Feu­er­wehr. Eine detail­lier­te Auf­tei­lung mit Aus­nah­me der nach­fol­gend auf­ge­lis­te­ten Titel, bei denen teil­wei­se ein geson­der­tes Unter­kon­to für den KatS ein­ge­rich­tet wur­de, kann nicht erfol­gen. Zudem kön­nen nur Sach- und Inves­ti­ti­ons­aus­ga­ben dar­ge­stellt wer­den. Per­so­nal­aus­ga­ben kön­nen dem Kata­stro­phen­schutz nicht ein­deu­tig zuge­ord­net wer­den.

Titel

UKto

(Teil-)Ansatz 2014

Sach­mit­tel (kon­sum­tiv)

51408

299

Dienst- und Schutz­be­klei­dung KatS

80.000 Euro

51701

299

Bewirt­schaf­tungs­aus­ga­ben (Gara­gen KatS-Fahr­zeu­ge)

30.000 Euro

51801

299

Mie­ten für Grund­stü­cke, Gebäu­de und Räu­me (Mie­ten für die Unter­brin­gung von Fahr­zeu­gen des KatS)

250.000 Euro

52501

299

Aus- und Fort­bil­dung (Anteil KatS)

46.000 Euro

52602

Sit­zungs­gel­der, Kos­ten­ent­schä­di­gun­gen

5.000 Euro

54085

299

Dienst­leis­tun­gen für die ver­fah­rens­ab­hän­gi­ge IuK-Tech­nik

100.000 Euro

68569

Sons­ti­ge Zuschüs­se für kon­sum­ti­ve Zwecke im Inland

211.200 Euro

Sum­me Sach­mit­tel:

722.200 Euro

Inves­tit­ti­ons­mit­tel

81150

Fahr­zeu­ge des Kata­stro­phen­schut­zes

1.656.000 Euro

81289

Gerä­te, tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen, Aus­stat­tun­gen für die ver­fah­rens­un­ab­hän­gi­ge IuK-Tech­nik, Anteil KatS

50.000 Euro

Sum­me Inves­ti­ti­ons­mit­tel:

1.706.000 Euro

Die Anga­ben in der Tabel­le bezie­hen sich aus­schließ­li­ch auf den Lan­des­haus­halt. Dar­über hin­aus erhält das Land Ber­lin vom Bund auf der Grund­la­ge des Geset­zes über den Zivil­schutz und die Kata­stro­phen­hil­fe des Bun­des (ZSKG) zweck­ge­bun­de­ne Zuschüs­se bzw. Zuwen­dun­gen u. a. für den Unter­halt der bun­des­ei­ge­nen Kata­stro­phen­schutz­fahr­zeu­ge. Die­se Mit­tel ste­hen nicht für den vom Land zu finan­zie­ren­den Kata­stro­phen­schutz zur Ver­fü­gung und sind daher auch nicht geson­dert auf­ge­führt.

Zu 4.: Im Wesent­li­chen wird kei­ne Tren­nung von Berufs­feu­er­wehr und Frei­wil­li­ger Feu­er­wehr vor­ge­nom­men. Alle Mit­tel ste­hen in ihrer Gesamt­heit für die Auf­ga­ben­er­fül­lung der Ber­li­ner Feu­er­wehr zur Ver­fü­gung. Aus­nah­men sind die Titel 0562−0564÷52602 (Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen FF) bei den Direk­tio­nen (sie­he Fra­ge 1).

Zu 5.: Für die Bewäl­ti­gung der Auf­ga­ben im Kata­stro­phen­schutz ste­hen der Ber­li­ner Feu­er­wehr grund­sätz­li­ch alle Ein­satz­mit­tel, bestehend aus Ein­satz­fahr­zeu­gen und feu­er­wehr­tech­ni­scher Bela­dung, zur Ver­fü­gung. Ins­be­son­de­re für die Auf­ga­ben im Kata­stro­phen­schutz ergänzt der Bund die Aus­stat­tung des Lan­des Ber­lin mit den nach­fol­gen­den Bun­des­fahr­zeu­gen:

Ein­satz­fahr­zeug­typ

Soll

Ist

Dekon­ta­mi­na­ti­ons­last­kraft­wa­gen

9

6

ABC-Erkun­dungs­kraft­wa­gen 2

16

15

Mess­leit­fahr­zeug

3

0

Kom­man­do­wa­gen

3

3

Gerä­te­wa­gen Behand­lung

3

0

Gerä­te­wa­gen Sani­tät

22

21

Mann­schafts­trans­port­wa­gen

9

9

LKW Logistik/ Betreu­ung

3

3

Not­fall­kran­ken­wa­gen Typ B

38

38

Ein­satz­leit­wa­gen Ana­ly­ti­sche Task­force

1

1

Gerä­te­wa­gen Ana­ly­ti­sche Task­force

1

1

Lösch­gru­pen­fahr­zeug KatS

46

46

Schlach­wa­gen KatS

12

12

Gerä­te­wa­gen Betreu­ung

19

19

Betreu­ungs-Kom­bi­na­ti­ons­wa­gen

19

19

Bun­des­fahr­zeu­ge

204

193

Zu 6.: Die Bun­des­fahr­zeu­ge als ergän­zen­de Aus­stat­tung im Kata­stro­phen­schutz haben bei den Lösch­fahr­zeu­gen und Schlauch­wa­gen ein hohes Durch­schnitts­al­ter (17 bis 20 Jah­re). Im Aus­nah­me­zu­stand, der den Ein­satz von Lösch- und Hil­fe­leis­tungs­fahr­zeu­ge erfor­dert, wer­den vor­ran­gig Fahr­zeu­ge der Regel­vor­hal­tung benutzt. Das Alter die­ser Fahr­zeu­ge ist breit gestreut (2 bis 15 Jah­re).

Zu 7.: Das Aus­stat­tungs­kon­zept des Bun­des wur­de in enger und kon­struk­ti­ver Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bund und Län­dern abge­stimmt und in der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz am 24. Juli 2007 geneh­migt. Die Bun­des­fahr­zeu­ge für die ergän­zen­de Aus­stat­tung im Kata­stro­phen­schutz wer­den dabei durch den Bund eigen­stän­dig beschafft. Die Ber­li­ner Feu­er­wehr hat auf die Beschaf­fung kei­nen Ein­fluss und kann daher über die Erneue­rung des Fahr­zeug­be­stan­des der Bun­des­fahr­zeu­ge kei­ne Aus­kunft geben.

Um den Ver­sor­gungs­grad für die Ber­li­ner Bevöl­ke­rung im Kata­stro­phen­fall zu erhal­ten, wur­de ein Bedarf von ins­ge­samt 267 Kraft­fahr­zeu­gen (Kfz) für Sani­täts-, Betreu­ungs-, ABC4- und Brand­schutz­diens­te fest­ge­stellt (Anla­ge zur Kata­stro­phen­schutz­dienst­ver­ord­nung vom 7. Novem­ber 2011). Unter Berück­sich­ti­gung der dem Land Ber­lin vom Bund zur Ver­fü­gung gestell­ten Kfz und der Tat­sa­che, dass die in Ber­lin der­zeit ver­füg­ba­ren, im Mai 2010 den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und der Feu­er­wehr über­las­se­nen ehe­ma­li­gen »Bundes«Kfz bedingt durch Nut­zung und Alte­rung aus wirt­schaft­li­chen Grün­den suk­zes­si­ve aus­ge­son­dert wer­den müs­sen, sind ins­ge­samt 73 als Kfz Ersatz zu beschaf­fen.

Die Dring­lich­keit und damit die Rei­hen­fol­ge der not­wen­di­gen Beschaf­fun­gen wer­den der­zeit zwi­schen der Ber­li­ner Feu­er­wehr und den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen abge­stimmt. Bedingt durch gerin­ge­re Haus­halts­an­sät­ze als 2011 geplant, wird das ursprüng­li­che Beschaf­fungs­ziel 2020 nur mit stark erhöh­ten Anstren­gun­gen in den Haus­halts­jah­ren ab 2016 zu errei­chen sein.

Im aktu­el­len Dop­pel­haus­halt 2014/2015 und in der Finanz- und Inves­ti­ti­ons­pla­nung bis 2017 sind bis­her Inves­ti­ti­ons­mit­tel für die Beschaf­fung von Fahr­zeu­gen des Kata­stro­phen­schut­zes in fol­gen­der Höhe vor­ge­se­hen:

Titel 811 50

2014

2015

2016

2017

Ansatz / Pla­nung

1.656.000 Euro

1.006.000 Euro

1.355.000 Euro

1.396.000 Euro

Die Ber­li­ner Feu­er­wehr hat in die Beschaf­fungs­pla­nun­gen bis 2018 die nach­fol­gend auf­ge­lis­te­ten Kata­stro­phen­schutz– Fahr­zeu­ge auf­ge­nom­men:

6 Lösch­fahr­zeu­ge Kata­stro­phen­schutz

10 Kran­ken­trans­port­wa­gen

13 Kom­man­do­wa­gen

1 Feld­koch­herd

4 Gerä­te­wa­gen Sani­tät

Für die Jah­re 2014 und 2015 wur­de die Beschaf­fung von zwei Lösch­fahr­zeu­gen Kata­stro­phen­schutz, drei Kran­ken­trans­port­wa­gen und vier Gerä­te­wa­gen Sani­tät bereits ein­ge­lei­tet.

Die Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Ber­li­ner Senat über anti­se­mi­ti­sche Hass­ver­bre­chen und Pro­pa­gan­da­de­lik­te im Zuge ver­schie­de­ner pro-paläs­ti­nen­si­scher Demons­tra­tio­nen in den ver­gan­ge­nen Wochen?

2. Wie vie­le Ermitt­lungs­ver­fah­ren hat die Poli­zei wegen Volks­ver­het­zung und Belei­di­gun­gen in die­sem Zusam­men­hang ein­ge­lei­tet und wie vie­le Ver­fah­ren sind noch anhän­gig?

3. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Ber­li­ner Senat über ein­ge­lei­te­te Maß­nah­men gegen die Ver­wen­dung der Fah­ne der ver­bo­te­nen Orga­ni­sa­ti­on »Hizb ut-Tahr­ir« am 19.07.2014.?

4. Wel­che Erkennt­nis hat der Ber­li­ner Senat über den Ver­ein »Bil­dung und Sport e.V.«, der als gemein­nüt­zi­ger Ver­ein anti­se­mi­ti­sche bzw. anti-israe­li­sche Pro­pa­gan­da im Rah­men der jüngs­ten Demons­tra­tio­nen ver­trie­ben hat?

5. Wel­che Maß­nah­men plant der Senat, um anti­se­mi­ti­sche Pro­pa­gan­da unter dem Deck­man­tel der Gemein­nüt­zig­keit zu unter­bin­den?

6. Wel­che Schrit­te hat der Ber­li­ner Senat gegen die »Isla­mi­sche Gemein­schaft Ber­lin e.V.« ein­ge­lei­tet, nach­dem in der Ber­li­ner »Al Nur Moschee«im Rah­men einer Frei­tags­pre­digt zur Ver­nich­tung der Juden auf­ge­ru­fen wur­de?

7. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat über die sala­fis­ti­sche Sze­ne in Ber­lin (Struk­tu­ren, Per­so­nen­krei­se, Anhän­ger)?

8. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Ber­li­ner Senat über sala­fis­ti­sche Ein­fluss­ver­su­che in Ber­li­ner Schu­len und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen?

9. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat über Akti­vi­tä­ten des »Isla­mi­schen Staa­tes« in Ber­lin?

10. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat über Akti­vi­tä­ten der »Hamas« sowie der »Mus­lim­brü­der« in Ber­lin?

11. Wel­che Pro­jek­te und Maß­nah­men gibt es in Ber­lin gegen radi­ka­len Isla­mis­mus?

12. Wer­den die­se vom Ber­li­ner Senat unter­stützt?

13. Wel­che zivil­ge­sell­schaft­li­chen Akti­vi­tä­ten sind dem Ber­li­ner Senat im Bereich der Bekämp­fung des radi­ka­len Isla­mis­mus bekannt?

14. Wer­den die­se durch den Ber­li­ner Senat unter­stützt?

15. Wel­che recht­li­chen Schrit­te hält der Ber­li­ner Senat für not­wen­dig, um Sym­bo­le einer ter­ro­ris­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on auf Demons­tra­tio­nen zu unter­sa­gen?

Dan­ny Frey­mark

Vor­be­mer­kung: Die Grund­la­ge für die Beant­wor­tung die­ser Fra­ge bil­det der »Kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Mel­de­dienst in Fäl­len Poli­ti­sch moti­vier­ter Kri­mi­na­li­tät« (KPMD-PMK). Dabei han­delt es sich, anders als bei der »Poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­sta­tis­tik« (PKS), um eine Ein­gangs­sta­tis­tik. Das bedeu­tet, dass die Fall­zäh­lung tat­zeit­be­zo­gen erfolgt, unab­hän­gig davon, wann das Ermitt­lungs­ver­fah­ren an die Staats­an­walt­schaft abge­ge­ben wur­de. Die fol­gen­den sta­tis­ti­schen Anga­ben stel­len kei­ne Ein­zel­straf­ta­ten der Poli­ti­sch moti­vier­ten Kri­mi­na­li­tät (PMK) dar. Bei der Dar­stel­lung han­delt es sich um Fall­zah­len.

Ein Fall bezeich­net jeweils einen Lebens­sach­ver­halt in einem engen räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang mit iden­ti­scher oder ähn­li­cher Motiv­la­ge, unab­hän­gig von der Zahl der Tat­ver­däch­ti­gen, Tat­hand­lun­gen, Anzahl der ver­letz­ten Rechts­nor­men oder der ein­ge­lei­te­ten Ermitt­lungs­ver­fah­ren.

Die Fall­zah­len der PMK unter­lie­gen bis zum Abschluss der Ermitt­lun­gen – ggf. bis zum end­gül­ti­gen Gerichts­ur­teil – einer Bewer­tung gemäß der ange­nom­me­nen Täter­mo­ti­va­ti­on. Dar­über hin­aus kön­nen Fäl­le der PMK erst nach dem Sta­tis­tik­schluss bekannt und ent­spre­chend gezählt wer­den. Des­halb kommt es sowohl unter- als auch über­jäh­rig immer wie­der zu Fall­zah­len­än­de­run­gen.

Um die Fall­zah­len über­sicht­li­ch und in Teil­be­rei­chen ver­gleich­bar dar­zu­stel­len, er-folgt die Unter­tei­lung in die Delikt­s­ar­ten Gewalt­de­lik­te, Pro­pa­gan­da­de­lik­te und sons­ti­ge Delik­te. Gewalt­de­lik­te sind Tötungs­de­lik­te, Kör­per­ver­let­zun­gen, Brand- und Spreng­stoff­de­lik­te, Land­frie­dens­bruch, Gefähr­li­che Ein­grif­fe in den Schiffs-, Luft-, Bahn- und Stra­ßen­ver­kehr, Frei­heits­be­rau­bung, Raub, Erpres­sung, Wider­stands­de­lik­te, Sexu­al­de­lik­te ein­schließ­li­ch Ver­su­che.

Pro­pa­gan­da­de­lik­te sind das Ver­brei­ten von Pro­pa­gan­da­mit­teln und das Ver­wen­den von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen.

Die sons­ti­gen Delik­te beinhal­ten alle wei­te­ren Straf­rechts­nor­men des Straf­ge­setz­bu­ches sowie der Straf­rechts­ne­ben­ge­set­ze.

Um das Motiv eines Fal­les aus­wert­bar dar­zu­stel­len, wer­den die­sem bun­des­ein­heit­li­ch ver­bind­li­che The­men­fel­der bzw. Unter­the­men zuge­ord­net. So ist z. B. »frem­den­feind­li­ch« ein Unter­the­ma des The­men­fel­des »Hass­kri­mi­na­li­tät«.

Um das Motiv detail­liert dar­zu­stel­len, kön­nen einem Fall meh­re­re The­men­fel­der bzw. Unter­the­men zuge­ord­net wer­den. So kann ein Fall bspw. sowohl frem­den­feind­li­ch als auch anti­se­mi­ti­sch sein. Aus die­sem Grund wird ein Fall bei der Aus­wer­tung der The­men­fel­der bzw. Unter­the­men so oft gezählt, wie ihm The­men­fel­der bzw. Unter­the­men zuge­ord­net wur­den. Inso­fern führt die Sum­mie­rung der Fall­zah­len in den ein­zel­nen Unter­the­men grund­sätz­li­ch nicht zum tat­säch­li­chen Fall­zah­len­auf­kom­men.

Zu 1.: Im Zusam­men­hang mit Demons­tra­tio­nen zum Israel-/Palästinenserkonflikt wur­den im Zeit­raum Janu­ar bis Juli 2014 phä­no­men­be­reichs­über­grei­fend sie­ben Fäl­le regis­triert, bei denen eine anti­se­mi­ti­sche Moti­va­ti­on fest-zustel­len war. Die­se Fäl­le ver­tei­len sich auf die ein­zel­nen Delikt­s­ar­ten und Phä­no­men­be­rei­che wie folgt:

(sie­he Anhang)

Es wur­den kei­ne Gewalt­de­lik­te regis­triert. Vali­de Fall­zah­len für August 2014 lie­gen noch nicht vor.

Zu 2.: Im Rah­men des KPMD-PMK wur­den drei Ver­stö­ße wegen Ver­dachts der Belei­di­gung (§ 185 Straf­ge­setz­buch (StGB)) fest­ge­stellt. Davon ein Fall im Phä­no­men­be­reich PMAK, zwei Fäl­le im Bereich Sonstige/Nicht zuzu­ord­nen. Wei­ter wur­de ein Ver­stoß wegen Ver­dachts der Volks­ver­het­zung (§ 130 StGB – Phä­no­men­be­reich PMK – rechts) regis­triert. Die Ver­fah­ren sind aktu­ell noch in Bear­bei­tung.

Zu 3.: Dem Senat lie­gen kei­ne Erkennt­nis­se vor, dass am 19. Juli 2014 die Fah­ne des mit einem Betä­ti­gungs­ver­bot beleg­ten Ver­ei­nes »Hizb ut-Tahr­ir« ver­wen­det wur­de. Soll­te eine der­ar­ti­ge Fah­ne in der Öffent­lich­keit ver­wen­det wer­den, wür­de dies einen Ver­stoß gegen das Ver­eins­ge­setz (Ver­einsG) nach § 20 (1) Nr. 5 Ver­einsG dar­stel­len und ent­spre­chen­de straf­pro­zes­sua­le Ermitt­lun­gen wür­den durch die Poli­zei geführt wer­den.

Zu 4.: Zu dem in der Fra­ge genann­ten Ver­eins­na­men exis­tiert in Ber­lin (Wed­ding) ein Ver­ein mit dem Schwer­punkt Tae­kwon­do und Selbst­ver­tei­di­gung. Die­ser Ver­ein hat im Rah­men der jüngs­ten Demons­tra­tio­nen mit Bezug zum Gaza-Kon­flikt ein »Spon­tan­pro­jekt für Paläs­ti­na« initi­iert. Durch den Ver­kauf von Sti­ckern sol­len die Orga­ni­sa­to­ren der »Free-Paläs­ti­na-Demos« unter­stützt wer­den, um auf die Gescheh­nis­se in Gaza auf­merk­sam zu machen.

Zu 5.: Es sind zur­zeit kei­ne Ver­bots­ver­fah­ren in die­sem Zusam­men­hang in Vor­be­rei­tung. Straf­ta­ten mit anti­se­mi­ti­schem Hin­ter­grund wer­den auch wei­ter­hin mit aller Kon­se­quenz ver­folgt.

u 6.: Gegen den däni­schen Gasti­mam, der die betref­fen­de Pre­digt hielt, wur­de durch die Poli­zei Ber­lin ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des Ver­dachts der Volks­ver­het­zung nach § 130 StGB ein­ge­lei­tet. Im Rah­men der Ermitt­lun­gen wur­de ein Gespräch mit den Ver­ant­wort­li­chen der Isla­mi­schen Gemein­schaft Ber­lin e.V. / Al-Nur-Moschee geführt, die sich vom Inhalt der Pre­digt dis­tan­ziert haben und nach eige­ner Aus­kunft dafür sor­gen wol­len, dass sich ein sol­cher Sach­ver­halt nicht wie­der­holt.

Zu 7.: Das sala­fis­ti­sch aus­ge­rich­te­te Per­so­nen­spek­trum in Ber­lin umfasst nach der­zei­ti­gem Erkennt­nis­stand ca. 550 Per­so­nen bei einer bun­des­wei­ten Grö­ßen­ord­nung von mehr als 6.000 Sala­fis­ten mit stei­gen­der Ten­denz. Von die­sen Per­so­nen aus Ber­lin wer­den ca. 250 Per­so­nen als gewalt­ori­en­tiert ein­ge­schätzt. Über 60 Per­so­nen aus dem sala­fis­ti­schen Spek­trum Ber­lins sind nach der­zei­ti­gem Erkennt­nis­stand mit isla­mis­ti­scher Moti­va­ti­on in Rich­tung Syrien/Irak gereist.

Zu 8.: Ver­su­che sala­fis­ti­scher Ein­fluss­nah­me im Sin­ne eines orga­ni­sier­ten Ein­wir­kens auf das Gesche­hen in Schu­len und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, die von sala­fis­ti­schen Struk­tu­ren in Ber­lin aus­ge­hen, sind dem Senat nicht bekannt.

Zu 9.: Am 29. Juni 2014 hat die ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on »Isla­mi­scher Staat von Irak und Groß-Syri­en« (I-SIG) das »Kali­fat« aus­ge­ru­fen und sich in »Isla­mi­scher Staat« (IS) umbe­nannt. Dem IS ist es gelun­gen, gro­ße Tei­le des Irak und Syri­ens mili­tä­ri­sch zu erobern. Der IS übt dort qua­si-staat­li­che Funk­tio­nen unter rigo­ro­ser Anwen­dung der isla­mi­schen Rechts­ord­nung Scha­ria aus. Der IS hat eine glo­ba­le Agen­da. Die »Befrei­ung« der hei­li­gen Stät­ten in Medi­na und Mek­ka sowie die »Befrei­ung« Jeru­sa­lems sind geplant. Es erfolgt ein gro­ßer Zulauf von Frei­wil­li­gen auch aus Euro­pa in die dor­ti­ge Regi­on zum IS. Für Ber­lin wur­den über 60 Per­so­nen bekannt, die mit isla­mis­ti­scher Moti­va­ti­on in Rich­tung Syrien/Irak gereist sind. Ins­be­son­de­re Denis C. mit Kampf­na­men »ABU TALHA AL ALMANI« ist durch das Inter­net als IS-Ange­hö­ri­ger bekannt gewor­den. Der Akti­ons­raum des IS, ins­be­son­de­re im Inter­net, ist in bzw. mit Bezug auf Deutsch­land / Ber­lin der­zeit als eher gering ein­zu­stu­fen. Die ehe­ma­li­ge Face­book-Grup­pe »Isla­mi­scher Staat Ber­lin« (ISB) hat in kei­nem orga­ni­sa­to­ri­schen Bezug zum IS gestan­den. Es han­del­te sich vor­nehm­li­ch um eine rein vir­tu­el­le Grup­pe mit ca. 500 per »Like« kon­tak­tier­ten Per­so­nen, wel­che aber nicht alle aus Ber­lin stamm­ten. Ver­ein­zel­te Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für den IS durch in Ber­lin gemel­de­te Per­so­nen sind bekannt. Im Rah­men von Straf­ver­fah­ren gegen Syri­en­rück­keh­rer wur­den Beweis­mit­tel sicher­ge­stellt, deren Aus­wer­tung noch andau­ert.

Zu 10.: Die »Bewe­gung des Isla­mi­schen Wider­stands« (Hamas) und die Mus­lim­bru­der­schaft (MB) tre­ten in Deutsch­land nicht offen auf. In Ber­lin exis­tie­ren jedoch Orga­ni­sa­tio­nen, die die­sen bei­den Orga­ni­sa­tio­nen zuzu­rech­nen sind, sowie meh­re­re Mosche­en, die als Treff-punk­te ihrer Anhän­ge­rin­nen und Anhän­ger gel­ten.

Die größ­te Orga­ni­sa­ti­on von Anhän­ge­rin­nen und Anhän­gern der MB in Deutsch­land ist die auch in Ber­lin akti­ve »Isla­mi­sche Gemein­schaft in Deutsch­land e.V.« (IGD). Zu den Ber­li­ner Tref­for­t­en von MB-Anhän­ge­rin­nen und MB-Anhän­gern zählt u. a. das »Inter­kul­tu­rel­les Zen­trum für Dia­log und Bil­dung e.V.« (IZDB). Schwer­punkt der Akti­vi­tä­ten von MB-Anhän­ge­rin­nen und MB-Anhän­gern in Ber­lin sind seit Juli ver­gan­ge­nen Jah­res Pro­tes­te gegen den Mili­tär­putsch in Ägyp­ten, bei dem der dama­li­ge Prä­si­dent Muham­mad Mur­si gestürzt und die MB sowie die ihr zuzu­rech­nen­den Orga­ni­sa­tio­nen ver­bo­ten wur­den und ihr Ver­mö­gen ein­ge­zo­gen wur­de.

Als Orga­ni­sa­tio­nen von Hamas-Anhän­ge­rin­nen und Hamas-Anhän­gern gel­ten die »Paläs­ti­nen­si­sche Gemein­schaft in Deutsch­land e.V.« (PGD) mit Sitz in Ber­lin sowie die ihr nahe­ste­hen­de »Deut­sche Jugend für Paläs­ti­na« (DJP) und der »Paläs­ti­nen­si­sche Frau­en­ver­band e.V.«. Als Treff­punkt von Ber­li­ner Hamas-Anhän­ge­rin­nen und Hamas-Anhän­gern gilt das »Isla­mi­sche Kul­tur- und Erzie­hungs­zen­trum e.V.« (IKEZ). Zu den wich­tigs­ten Akti­vi­tä­ten Ber­li­ner Hamas-Anhän­ge­rin­nen und –Anhän­gern zählt die Orga­ni­sa­ti­on von Kul­tur­aben­den, Gedenk­ver­an­stal­tun­gen, Semi­na­ren und Fei­er­lich­kei­ten zu ver­schie­de­nen Anläs­sen. Hier­zu zählt ins­be­son­de­re der jähr­li­ch statt­fin­den­de Kon­gress des »Palesti­ni­an Return Cen­ter« (PRC), der die­ses Jahr in Paris statt­fand.

Im Juli und August 2014 fan­den in Ber­lin zahl­rei­che Kund­ge­bun­gen und Demons­tra­tio­nen mit inhalt­li­chem Bezug zum Gaza-Krieg statt. Hier­von wur­den meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen im Namen der PGD, der DJP und des »Paläs­ti­nen­si­schen Frau­en­ver­bands« ange­mel­det.

Zu 11.: Pro­jek­te und Maß­nah­men, die der demo­kra­tie­feind­li­chen und anti­se­mi­ti­schen Stoß­rich­tung eines extre­mis­ti­sch ideo­lo­gi­sier­ten Islams ent­ge­gen­wir­ken, set­zen auf den Ebe­nen der pri­mä­ren, sekun­dä­ren und ter­tiä­ren Prä­ven­ti­on an.

Auf der Ebe­ne der Pri­mär­prä­ven­ti­on (gerich­tet an Ziel­grup­pen aus der gesam­ten Gesell­schaft) agie­ren in Ber­lin Pro­jek­te wie »Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge« des Ver­eins »Akti­on Cou­ra­ge e.V.«, und Pro­jek­te der Ver­ei­ne »Miphgasch/Begegnung e.V.«, »Gesicht Zei­gen! Für ein welt­of­fe­nes Deutsch­land e.V.«, das Anne Frank Zen­trum und Wei­te­re.

Auf der Ebe­ne der Sekun­där- und Ter­tiärprä­ven­ti­on (gerich­tet an gefähr­de­te und mani­fest betrof­fe­ne Ziel-grup­pen) set­zen z.B. Pro­jek­te der Ver­ei­ne »Kreuz­ber­ger Initia­ti­ve gegen Anti­se­mi­tis­mus (KIgA) e. V.«, »Vio­len­ce Preven­ti­on Net­work e. V.(VPN)«, »ufuq.de« und der »ZDK – Gesell­schaft Demo­kra­ti­sche Kul­tur« gGmbH an.

Der Senat begrüßt jede Form der Koope­ra­ti­on, die ge-eig­net ist, dem Ent­ste­hen sala­fis­ti­scher und jiha­dis­ti­scher Radi­ka­li­sie­run­gen bereits im Vor­feld zu begeg­nen. So erfor­dert die wach­sen­de Attrak­ti­vi­tät ins­be­son­de­re des Sala­fis­mus par­al­lel zu Repres­si­ons­maß­nah­men auch sol-che der Prä­ven­ti­on und der Dera­di­ka­li­sie­rung. Ent­spre­chen­de Pro­gram­me der Extre­mis­musprä­ven­ti­on wer­den in Deutsch­land und Ber­lin sowohl von zivil­ge­sell­schaft­li­chen als auch von staat­li­chen Trä­gern ange­wandt. Hier­bei gilt die Sen­si­bi­li­sie­rung und Kom­pe­tenz­stär­kung der Öffent­lich­keit gegen­über extre­mis­ti­schen Ten­den­zen als wich­ti­ger Bereich von Prä­ven­ti­ons­ar­beit. Die­se u.a. von der Senats­ver­wal­tung für Inne­res und Sport geleis­te­te Auf­ga­be umfasst die Auf­klä­rung über sämt­li­che For­men des isla­mis­ti­schen Extre­mis­mus (Isla­mis­mus) sowie des­sen Abgren­zung von der Reli­gi­on des Islam. Hier­zu wer-den in Schu­len, Poli­zei­dienst­stel­len, der Jus­tiz, poli­ti­schen Stif­tun­gen, Uni­ver­si­tä­ten, Poli­tik und Wirt­schaft Vor­trä­ge und Fort­bil­dun­gen zum The­men­kom­plex »Isla­mis­mus / Sala­fis­mus«, »Isla­mis­ti­scher Ter­ro­ris­mus« sowie zu hier­von aus­ge­hen­den Radi­ka­li­sie­rungs­ge­fah­ren durch­ge­führt. Sowohl Vor­trä­ge als auch ent­spre­chen­de Sym­po­si­en und Publi­ka­tio­nen sol­len die Rezi­pi­en­ten in die Lage ver­set­zen, extre­mis­ti­sche Phä­no­me­ne und Radi­ka­li­sie­run­gen zu erken­nen und sie von ver­fas­sungs­kon­for­men und durch die Reli­gi­ons­frei­heit gedeck­ten reli­giös-kul­tu­rel­len Prak­ti­ken des Islam zu unter­schei­den.

Als Grund­la­gen­ma­te­ri­al ver­fügt Ber­lin über zwei Auf­klä­rungs­bro­schü­ren:
– 2005a: »Islamismus–Diskussion eines viel­schich­ti­gen Phä­no­mens« (Rei­he Im Fokus) und
– 2005b: »Isla­mis­mus« (Rei­he Info).

Dar­über hin­aus wur­de 2011 die Bro­schü­re zur Dera­di­ka­li­sie­rung »Zerr­bil­der von Islam und Demo­kra­tie – Argu­men­te gegen extre­mis­ti­sche Inter­pre­ta­tio­nen von Islam und Demo­kra­tie« publi­ziert, die vor allem Mul­ti­pli­ka­to­rin­nen und Mul­ti­pli­ka­to­ren in der Aus­ein­an­der­set­zung mit radi­ka­len Ansich­ten unter­stützt. Die drei­spra­chi­ge Bro-schü­re (Deut­sch, Ara­bi­sch, Tür­ki­sch) begeg­net isla­mis­ti­schem bzw. sala­fis­ti­schem Gedan­ken­gut mit einem geis­tig-poli­ti­schen Ansatz. Dies erfolgt durch die Kon­fron­ta­ti­on isla­mis­ti­sch-extre­mis­ti­scher Auf­fas­sun­gen (zu Demo­kra­tie, Rechts­staat, Frau­en, Nicht­mus­li­men und Gewalt) mit den Grund­sät­zen der frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung sowie mit demo­kra­tie­be­ja­hen­den Aus­sa­gen libe­ra­ler Mus­li­min­nen und Mus­li­me.

Die Jugend­straf­an­stalt Ber­lin arbei­tet zur Bekämp­fung ideo­lo­gi­sch –also auch isla­mis­ti­sch- moti­vier­ter Gewalt mit dem VPN zusam­men. VPN hält auf die Teil­neh­me-rin­nen und Teil­neh­mer zuge­schnit­te­ne Dera­di­ka­li­sie­rungs­pro­gram­me vor, die bis­lang zu ver­schie­de­nen Antei­len aus Mit­teln des Euro­päi­schen Sozi­al­fonds, des Bun­des, des Lan­des Ber­lin und der Jugend­straf­an­stalt Ber­lin selbst finan­ziert sind.

Die Poli­zei Ber­lin wid­met sich neben repres­si­ven Maß­nah­men auch ver­schie­de­nen prä­ven­ti­ven Mög­lich­kei­ten. So wer­den bei­spiels­wei­se Gefähr­deran­spra­chen oder Gesprä­che mit Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen poli­zei­li­ch rele­van­ter Per­so­nen durch­ge­führt und inten­si­ve Kon­tak­te zu den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern mus­li­mi­scher Ver­ei­ne, Ver­bän­de und Mosche­en gepflegt.

Zu 12.: Sie­he Ant­wort zu 11. Der Senat unter­stützt im Rah­men sei­nes Lan­des­pro­gramms »Demo­kra­tie. Viel­falt. Respekt. Gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus« u.a. die unter 11. genann­ten Maß­nah­men der Pri­mär­prä­ven­ti­on. Die unter 11. genann­ten Pro­jek­te der Sekun­där- und Ter­tiärprä­ven­ti­on erhal­ten oder erhiel­ten eine Unter­stüt­zung aus För­der­pro­gram­men der Bun­des­re­gie­rung.

Zu 13.: Neben den unter 11. genann­ten und von Ber­li­ner Ver­ei­nen initi­ier­ten Akti­vi­tä­ten ist dem Senat bekannt, dass sich mus­li­mi­sche Ver­ei­ni­gun­gen der Ver­ein­nah­mung des Islam durch extre­mis­ti­sche Ideo­lo­gen ent­ge­gen­stel­len. So wen­de­ten sich mus­li­mi­sche Gemein­den in Ber­lin gemein­sam mit der Evan­ge­li­schen Kir­che Ber­lin-Bran­den­burg-schle­si­sche Ober­lau­sitz, dem Erz­bis­tum Ber­lin und der Jüdi­schen Gemein­de zu Ber­lin z.B. 2010 in einem öffent­li­chen Auf­ruf gegen jed­we­den reli­giös begrün­de­ten Ter­ror. Ver­schie­de­ne isla­mi­sche Ver­ei­ni­gun­gen in Ber­lin betei­lig­ten sich am 19. Sep­tem­ber 2014 an der Akti­on »Mus­li­me ste­hen auf gegen Hass und Unrecht«, mit der ein Zei­chen u.a. für die frei­heit­li­ch-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung und gegen »Extre­mis­mus jeg­li­cher Cou­leur« gesetzt wer­den soll­te.

Der Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schutz unter­hält Kon­tak­te zu meh­re­ren in der Isla­mis­mus- und Sala­fis­musprä­ven­ti­on täti­gen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen. Hier­zu gehö­ren:
– Exit Fami­li­en­hil­fe,
– VPN,
– ufuq.de,
– Eltern- und Betrof­fe­nen Initia­ti­ve (EBI),
– Ost­kreuz e.V.

Dar­über hin­aus wur­de 2012 beim Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) die »Bera­tungs­stel­le Radi­ka­li­sie­rung« ein­ge­rich­tet, die Betrof­fe­ne wie Ange­hö­ri­ge über Hilfs­an­ge­bo­te infor­miert und an zivil­ge­sell­schaft­li­che Bera­tungs­stel­len ver­mit­telt. Dies ist in Ber­lin die »Bera­tungs­stel­le HAYAT«, die vom Ver­ein »Zen­trum Demo­kra­ti­sche Kul­tur« betrie­ben wird. Der Bedarf an Betreu­ung von Ange­hö­ri­gen radi­ka­li­sier­ter Mus­li­min­nen und Mus­li­me hat sich mit 800 regis­trier­ten Anru­fen seit der Ein­rich­tung bis 2013 bestä­tigt, aus denen mehr als 200 Bera­tungs­fäl­le ent­stan­den sind, die an zivil­ge­sell­schaft­li­che Part­ner wei­ter­ge­ge­ben wur­den. Mit dem Anstieg der Bera­tungs­fäl­le ist die »Bera­tungs­stel­le Radi­ka­li­sie­rung« des BAMF zuneh­mend auf die Unter­stüt­zung von Län­der­be­ra­tungs­stel­len ange­wie­sen. Für Ber­lin ist die Ein­rich­tung einer »Lan­des­be­ra­tungs- und Koor­di­nie­rungs­stel­le gegen Radi­ka­li­sie­rung« ange­dacht.

Zu 14.: Der Senat begrüßt die ver­schie­de­nen Akti­vi­tä­ten gegen Extre­mis­mus und Demo­kra­tie­feind­lich­keit der isla­mi­schen Ver­bän­de in Ber­lin und unter­stützt sie in ide­el­ler Form. Sie­he auch Ant­wort zu 11. – 13.

Zu 15.: Das Zei­gen von Kenn­zei­chen, ins­be­son­de­re Fah­nen, von nach dem Ver­eins­ge­setz ver­bo­te­nen Ver­ei­ni­gun­gen auf Ver­samm­lun­gen ist gemäß §§ 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Ver­einsG ver­bo­ten und straf­be­wehrt. Bestehen bei öffent­li­chen Ver­samm­lun­gen unter frei­em Him­mel hin­rei­chen­de Erkennt­nis­se, dass dort Kenn­zei­chen ver­bo­te­ner Ver­ei­ni­gun­gen gezeigt wer­den könn­ten, wird dies durch einen Auf­la­gen­be­scheid nach § 15 Abs. 1 Ver­samm­lungs­ge­setz (VersG) unter­sagt. Zuwi­der­hand­lun­gen wer­den kon­se­quent geahn­det.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che kon­kre­ten Nach­wei­se müs­sen Zuwen­dungs­emp­fän­ger im Rah­men des Pro­gramms »Zukunfts­in­itia­ti­ve Stadt­teil« der Pro­gramm­ser­vice­stel­le (PSS) gegen­über erbrin­gen, damit die ord­nungs­ge­mä­ße Ver­wen­dung der Zuwen­dung geprüft wer­den kann?

Fra­ge 2: Auf wel­chen gesetz­li­chen Grund­la­gen beru­hen die­se Anfor­de­run­gen?

Fra­ge 3: Wie hoch ist der mit der Prü­fung ver­bun­de­ne Auf­wand für die Kon­troll­be­hör­de inklu­si­ve der von ihr beauf­trag­ten Insti­tu­tio­nen einer­seits und für den Zuwen­dungs­emp­fän­ger ande­rer­seits?

Fra­ge 4: In wel­chem Ver­hält­nis ste­hen die Kos­ten der Prü­fung und die Höhe der Zuwen­dung zuein­an­der, ist das wirt­schaft­li­ch?

Fra­ge 5: Wel­che kon­kre­ten Vor­ha­ben denkt die Senats­ver­wal­tung an, um den Büro­kra­tie­auf­wand gering zu hal­ten?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Zuwen­dungs­emp­fan­gen­de wei­sen im För­der­ver­fah­ren der Zukunfts­in­itia­ti­ve Stadt­teil in Zah­lungs­ab­ru­fen, Zwi­schen­nach­wei­sen und dem Ver­wen­dungs­nach­weis über die Pro­jekt­da­ten­bank der Pro­gramm­ser­vice­stel­le (PSS) die pro­jekt­be­zo­ge­nen Aus­ga­ben über Bele­ge und Sach­be­rich­te nach. Die Bele­ge sind im Ori­gi­nal und Kopie der PSS vor­zu­le­gen.

Zu den Bele­gen gehö­ren u.a. Nach­wei­se über den Zah­lungs­fluss, Rech­nun­gen, Ver­ga­be­un­ter­la­gen und Ver­trä­ge.

Ant­wort zu 2: Die Anfor­de­run­gen erge­ben sich aus der Ver­wal­tungs­vor­schrift über die Gewäh­rung von För­der­mit­teln im Rah­men der Zukunfts­in­itia­ti­ve Stadtteil(VV ZIS 2007) VV ZIS, der VO1 (EG) Nr. 1083/2006 des Rates vom 11.07.2006 mit all­ge­mei­nen Bestim­mun­gen über den Euro­päi­schen Fonds für regio­na­le Ent­wick­lung (EFRE), den Euro­päi­schen Sozi­al­fonds und den Kohä­si­ons­fonds, der VO (EG) Nr. 1080/2006 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 5.7.2006 über den Euro­päi­schen Fonds für regio­na­le Ent­wick­lung sowie der Ver-ord­nung Euro­päi­sche Gemein­schaft (VO [EG]) Nr. 1828/2006 vom 08.12.2006 zur Fest­le­gung der Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur VO (EG) Nr. 1083/2006 und der VO (EG) Nr. 1080/2006, sowie der §§ 23, 44 der Lan­des­haus­halts­ord­nung (LHO) und der dazu erlas­se­nen Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten.

Ant­wort zu 3: Der Ver­wal­tungs­auf­wand für die Prü­fung ergibt sich ent­spre­chend den unter 2.) genann­ten gesetz­li­chen Grund­la­gen und in Abhän­gig­keit der nach­zu­wei­sen­den Unter­la­gen. In jedem Fall erfor­dert die Umset­zung der För­de­rung von Zuwen­dungs­emp­fan­gen­den eine ord­nungs­ge­mä­ße Geschäfts­füh­rung und die Fähig­keit, ver­wen­de­te Mit­tel bestim­mungs­ge­mäß nach­zu­wei­sen.

Ant­wort zu 4: Die Leis­tun­gen der von der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt beauf­trag­ten PSS wur­den im Rah­men eines Ver­ga­be­ver­fah­rens ver­ge­ben und bil­den damit die Markt­prei­se für sol­che Prüf­leis­tun­gen ab. Die Kos­ten für die Prü­fung erfol­gen nur antei­lig auf Basis der Höhe der Zuwen­dung und sind daher wirt­schaft­li­ch.

Ant­wort zu 5: Im Rah­men der Fort­set­zung der Zukunfts­in­itia­ti­ve Stadt­teil II (ZIS II) wer­den begin­nend ab dem Pro­gramm­jahr 2014 Ände­run­gen mit dem Ziel der Ver­ein­fa­chung im För­der­ver­fah­ren vor­ge­nom­men. Zukünf­tig erfolgt bei­spiels­wei­se die Beleg­prü­fung durch den beauf­trag­ten Pro­gramm­dienst­leis­ter bei den Zuwen­dungs­emp­fan­gen­den im Rah­men einer Vor-Ort-Prü­fung. Wei­ter­hin wer­den in Pro­jek­ten des Pro­jekt­fonds der Sozia­len Stadt, die kei­ne EU-För­de­rung mehr ent­hal­ten, zukünf­tig bestimm­te Kos­ten über Pau­scha­len nach­ge­wie­sen.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wel­che Schrit­te unter­nimmt der Senat, um Lehr­kräf­te dar­auf vor­zu­be­rei­ten, adäquat auf die durch die jüngs­ten anti­is­rae­li­schen Demons­tra­tio­nen radi­ka­li­sier­ten Jugend­li­chen ein­zu­wir­ken?

2. Wel­che Maß­nah­men unter­nimmt der Senat, um Ber­li­ner Lehr­kräf­te zum Nah­ost-Kon­flikt auf­zu­klä­ren?

3. Wel­chen Stel­len­wert hat der Nah­ost­kon­flikt im Ber­li­ner Schul­un­ter­richt (auf­ge­schlüs­selt nach Schul­for­men)?

4. Wel­chen Stel­len­wert hat die Leh­re über die moder­ne israe­li­sche Gesell­schaft im Ber­li­ner Schul­un­ter­richt?

5. Wel­che Kon­se­quen­zen zieht der Ber­li­ner Senat aus dem Zwi­schen­be­richt der Deut­sch-Israe­li­schen Schul­buch­kom­mis­si­on, der auf einer Kon­fe­renz der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Sport, des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums Bran­den­burgs, des Ame­ri­can Jewish Com­mit­tee und der Israe­li­schen Bot­schaft in Deutsch­land am 22. Okto­ber 2013 vor­ge­stellt wur­de?

6. Wel­che Maß­nah­men plant der Ber­li­ner Senat, um außer­schu­li­sche Bil­dungs­trä­ger, wie zum Bei­spiel die »Kreuz­ber­ger Initia­ti­ve gegen Anti­se­mi­tis­mus« oder das Neu­köll­ner Pro­jekt »Heroes«oder das Bil­dungs­pro­gramm »Aktiv gegen Anti­se­mi­tis­mus« des AJC Ber­lin Ramer Insti­tu­tes stär­ker in die schu­li­sche Fort­bil­dung ein­zu­be­zie­hen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Es gehört zu den selbst­ver­ständ­li­chen Pflich­ten der Ber­li­ner Leh­rer­schaft, anti­se­mi­ti­schen Äuße­run­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten und unter­richt­li­ch prä­ven­tiv tätig zu wer­den, wie es das Ber­li­ner Schul­ge­setz ver­langt. Grund­sätz­li­ch sieht der Senat die bes­te Prä­ven­ti­on gegen extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen, egal ob Anti­se­mi­tis­mus, Rechts­ex­tre­mis­mus, Isla­mis­mus u.a.m. in der För­de­rung gesell­schafts­po­li­ti­scher Bil­dung und Demo­kra­tie­er­zie­hung, in der Ermög­li­chung und För­de­rung von Par­ti­zi­pa­ti­on und einer Aner­ken­nungs­kul­tur im Rah­men einer demo­kra­ti­schen Schul­kul­tur. Dies­be­züg­li­ch kön­nen wir auf Pro­jek­te wie »Aktiv gegen Antisemitismus«oder erfolg­rei­che Fort­bil­dungs­pro­gram­me wie »Hands Across the Cam­pus« oder »Hands for Kids« ver­wei­sen oder auch auf Pro­jek­te wie »Demo­kra­tie ler­nen in der Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft«. In aktu­el­len Fäl­len, wie sie öffent­lich­keits­wirk­sa­me anti­se­mi­ti­schen Demons­tra­tio­nen dar­stel­len oder die Berich­te über den Ter­ror des »Isla­mi­schen Staa­tes«, sind die Ber­li­ner Lehr­kräf­te auf­ge­for­dert, die­se Vor­fäl­le zu the­ma­ti­sie­ren und im Sin­ne des Auf­tra­ges des Schul­ge­set­zes zu agie­ren.

Kon­kre­te Hin­wei­se auf zuneh­men­de schul­be­zo­ge­ne Kon­flik­te im the­ma­ti­schen Kon­text lie­gen dem Senat nicht vor. Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft plant, eine Arbeits­ta­gung mit Schul­lei­te­rin­nen und Schul­lei­tern, Lehr­kräf­ten und exter­nen Exper­tin­nen und Exper­ten durch­zu­füh­ren, um mög­li­che schu­li­sche Erfah­run­gen vor dem Hin­ter­grund der Ereig­nis­se der letz­ten Mona­te bezüg­li­ch des israe­li­sch-paläs­ti­nen­si­schen Kon­flikts oder dem Ter­ror der IS-Mili­zen zu erör­tern und pra­xis­ori­en­tier­te Hand­lungs­stra­te­gi­en für die Schu­len zu dis­ku­tie­ren, die über die Emp­feh­lun­gen der von der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung Jugend und Wis­sen­schaft her­aus­ge­ge­be­nen Hand­rei­chung »Islam und Schu­le« hin­aus­ge­hen.

Zu 2.: Den Lehr­kräf­ten ste­hen viel­fäl­ti­ge Quel­len zur Infor­ma­ti­on über den Nah­ost­kon­flikt zur Ver­fü­gung. Fort­bil­dun­gen zum Nah­ost-Kon­flikt sowie zu Erschei­nun­gen von Extre­mis­mus und zur Extre­mis­mus- Prä­ven­ti­on wer­den sowohl vom Senat wie auch von frei­en Trä­gern regel­mä­ßig ange­bo­ten.

Zu 3.: Die Rah­men­lehr­plä­ne für die Ber­li­ner Schu­len sehen im Rah­men der his­to­ri­sch-poli­ti­schen Bil­dung die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Nah­ost-Kon­flikt vor. Über die Schwer­punkt­set­zun­gen im Rah­men des Unter­richts ent­schei­den die Schu­len eigen­stän­dig.

Zu 4.: Es gibt in der Ber­li­ner Schu­le kei­ne Leh­re über die moder­ne israe­li­sche Gesell­schaft. Jedoch wird im Rah­men der Beschäf­ti­gung mit dem Nah­ost-Kon­flikt in der Regel auch die Ent­ste­hung des Staa­tes Israel und sei­ne Bedeu­tung als demo­kra­ti­scher Staat in der Regi­on the­ma­ti­siert. Zur öffent­li­chen Wahr­neh­mung Isra­els hat die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft gemein­sam mit dem Ame­ri­can Jewish Com­mit­tee, der Bot­schaft des Staa­tes Israel und dem Lan­des­in­sti­tut für Schu­le und Medi­en Ber­lin-Bran­den­burg (LISUM) im Jahr 2012 einen Israel-Tag für Schü­le­rin­nen und Schü­ler ver­an­stal­tet, um Israel jen­seits der aktu­el­len Kon­flikt­la­gen als einen demo­kra­ti­schen und moder­nen Staat ken­nen­zu­ler­nen. Für die zwei­te Hälf­te des Jah­res 2015 ist die Wie­der­ho­lung eines Israel-Tages zwi­schen der Bot­schaft des Staa­tes Israel und der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung Jugend und Wis­sen­schaft bereits ange­spro­chen wor­den.

Zu 5.: Der Senat wird nach Vor­la­ge des End­be­rich­tes der deut­sch-israe­li­schen Schul­buch­kom­mis­si­on eine Emp­feh­lung an die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz rich­ten, die Schul­buch­ver­la­ge auf­zu­for­dern, ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen aus dem End­be­richt hin­sicht­li­ch der Dar­stel­lung Isra­els und des Nah­ost-Kon­flik­tes in den jewei­li­gen Schul­bü­chern zu zie­hen. Eine Geneh­mi­gung von Lehr­bü­chern wird von der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung seit dem Jahr 2006 nicht mehr vor­ge­nom­men. Die Ent­schei­dung über die ver­wen­de­ten Schul­bü­cher liegt bei der jewei­li­gen Schu­le.

Zu 6.: Der Senat ist Part­ner und För­de­rer des Pro­jekts »Aktiv gegen Anti­se­mi­tis­mus« und der Pro­gram­me »Hands Across the Cam­pus« sowie »Hands for Kids«, die er gemein­sam mit dem Ame­ri­can Jewish Com­mit­tee, dem LISUM und der Deut­schen Gesell­schaft für Demo­kra­tie­päd­ago­gik (DGD) ent­wi­ckelt hat und erfolg­reich in Fort­bil­dun­gen anbie­tet und durch­führt. In die­sem Zusam­men­hang bestehen auch Kon­tak­te zum Pro­jekt »Heros« und zum Bil­dungs­trä­ger »Kreuz­ber­ger Initia­ti­ve gegen Anti­se­mi­tis­mus«, die neben vie­len ande­ren Initia­ti­ven und Pro­jek­ten gro­ße Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen an Schu­len erbrin­gen und in der Regel auch über ent­spre­chen­de Lan­des­pro­gram­me finan­zi­el­le Unter­stüt­zung erhal­ten.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

Fra­ge 1: In wel­cher Wei­se wer­den im Zuge der Luft­gü­te­mes­sun­gen in Ber­lin auch die Schad­stoff­be­las­tun­gen die ins­be­son­de­re durch Bin­nen­schiff­fahrt ver­ur­sacht wer­den, erfasst?

Fra­ge 2: Gibt es Mess­stel­len, die beson­ders dar­auf aus­ge­rich­tet sind?

Fra­ge 3: An wel­chen Gewäs­ser­ab­schnit­ten tre­ten die höchs­ten Fein­staub­be­las­tun­gen, die im Wesent­li­chen auf den Betrieb der Bin­nen­schif­fe zurück­zu­füh­ren wäre, auf?

Fra­ge 4: Auf wel­che Schiffs­ty­pen ist die größ­te Fein­staub­be­las­tung im Innen­stadt­be­reich zurück­zu­füh­ren (Fahr­gast- oder Güter­trans­port­schif­fe)?

Fra­ge 5: Was wur­de in den letz­ten Jah­ren unter­nom­men, um die Fein­staub­be­las­tung durch Bin­nen­schif­fe zu sen­ken? Wel­che Ver­bes­se­run­gen konn­ten damit erreicht wer­den?

Fra­ge 6: Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht der Senat im Innen­stadt­be­reich, ähn­li­ch der Umwelt­zo­ne aber mit ange­pass­ten Kri­te­ri­en, einen Bereich mit ver­schärf­ten Emis­si­ons­grenz­wer­ten für Bin­nen­schif­fe zu schaf­fen?

Fra­ge 7: Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht der Senat, eine Nach­rüs­tung der Bin­nen­schif­fe mit Ruß­par­ti­kel­fil­tern schnellst­mög­li­ch umzu­set­zen?

Fra­ge 8: In wel­chem Umfang ste­hen dafür auch in den nächs­ten Jah­ren För­de­run­gen zur Ver­fü­gung?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1, 2 und 3: In der Nähe der Jan­no­witz­brü­cke gibt es eine Luft­gü­te-Mess­sta­ti­on unmit­tel­bar am Spree­ufer, mit der u.a. auch der Ein­fluss der Schiffs­e­mis­sio­nen auf die Luft­be­las­tung in der Ber­li­ner Innen­standt doku­men­tiert wer­den kann. In die­sem Abschnitt ist ins­be­son­de­re das Auf­kom­men an Fahr­gast­schif­fen im Som­mer rela­tiv hoch, so dass der Mess­punkt für die Situa­ti­on auch an ande­ren stark fre­quen­tier­ten Fluss­ab­schnit­ten der Innen­stadt als reprä­sen­ta­tiv ange­se­hen wer­den kann.

Die Mess­wer­te die­ser Sta­ti­on lie­gen im Mit­tel nicht höher als an ande­ren Mess­punk­ten in Wohn­ge­bie­ten abseits von Haupt­ver­kehrs­stra­ßen und damit deut­li­ch unter­halb der ein­schlä­gi­gen Grenz­wer­te.

Anders als der Stra­ßen­ver­kehr, des­sen Emis­sio­nen sich in stark befah­re­nen Stra­ßen­schluch­ten auf­grund der Bar­rie­r­e­wir­kung der umlie­gen­den Gebäu­de nur rela­tiv schlecht aus­brei­ten und des­halb häu­fig zu Grenz­wert­über­schrei­tun­gen füh­ren, wer­den Schiffs­e­mis­sio­nen rela­tiv schnell ver­dünnt, so dass die dadurch erzeug­te Zusatz­be­las­tung in dem für Grenz­wert­über­schrei­tun­gen maß­ge­ben­den Tages- oder Jah­res­mit­tel kaum zu Buche schlägt.

Aller­dings tra­gen die Schiffs­e­mis­sio­nen zur stadt­wei­ten Hin­ter­grund­be­las­tung bei und sie füh­ren in unmit­tel­ba­rer Nähe der Ufer­be­rei­che zu Geruchs­be­läs­ti­gun­gen. Zudem ist bekannt, dass die aus­ge­sto­ße­nen Die­sel­par­ti­kel gesund­heits- und kli­ma­schäd­li­ch sind.

Ant­wort zu 4: Wie bereits in der Ant­wort zu der Schrift­li­chen Anfra­ge Nr. 17/13 840 dar­ge­legt, lie­gen dem Senat dazu kei­ne Daten vor.

Ant­wort zu 5: Wie bereits in der Ant­wort zu den Schrift­li­chen Anfra­gen Nr. 17/12725 und 17/13 840 beschrie­ben, unter­stützt der Senat umwelt­freund­li­che Antrie­be bei Fahr­gast­schif­fen durch Modell­pro­jek­te (3 Schif­fe) und för­dert die Nach­rüs­tung von Par­ti­kel­fil­tern im Rah­men des Umwelt­ent­las­tungs­pro­gramms II (UEP II). Zusätz­li­ch zu den 3 Schif­fen des Modell­pro­jekts wur­de bis­her ein wei­te­res Fahr­gast­schiff eigen­stän­dig nach­ge­rüs­tet.

Bis­her wur­de das För­der­pro­gramm UEP II nicht in Anspruch genom­men. Jedoch hat eine gro­ße Ree­de­rei ange­kün­digt, ein Fahr­gast­schiff ihrer Flot­te im nächs­ten Win­ter nach­zu­rüs­ten. Auch mit der größ­ten Fahr­gast­ree­de­rei führt der Senat wei­te­re Gesprä­che über die Fil­ter­nach­rüs­tung wei­te­rer Schif­fe. Die auf­grund des Modell­pro­jekts gestie­ge­ne Sen­si­bi­li­tät der Öffent­lich­keit für das The­ma Ruße­mis­sio­nen aus Fahr­gast­schif­fen hat immer­hin zu einer wach­sen­den Bereit­schaft zumin­dest bei den grö­ße­ren Fahr­gast­ree­de­rei­en geführt, in die Moder­ni­sie­rung der Moto­ren ihrer Schif­fe zu inves­tie­ren.

Im Rah­men des Nah­ver­kehrs­plans wer­den Umwelt­stan­dards auch für Fäh­ren fest­ge­legt. So wird auf die beson­de­re Eig­nung von Elek­tro­an­trie­ben als schad­stoff­ar­mer Antrieb ver­wie­sen und für Die­sel­mo­to­ren die Aus­rüs­tung mit Par­ti­kel­fil­tern gefor­dert, die die Par­ti­kel­mas­se um min­des­tens 90 % redu­zie­ren. In die­sem Jahr wer­den auf den Fähr­li­ni­en zuneh­mend Solarfäh­ren ein­ge­setzt. Nur die Linie Wann­see-Kla­dow wird mit einem moder­nen Schiff mit Die­sel­an­trieb inklu­si­ve Fil­ter betrie­ben.

Hin­sicht­li­ch der Fracht­schiff­fahrt wird auf die Ant­wort zu den Fra­gen 6 und 7 ver­wie­sen.

Ant­wort zu 6 und 7: Anders als beim Stra­ßen­ver­kehr gibt es für das Land Ber­lin kei­ne recht­li­che Hand­ha­be, die Nach­rüs­tung mit Par­ti­kel­fil­tern bei Fahr­gast- oder Fracht­schif­fen ver­bind­li­ch vor­zu­schrei­ben.

Zunächst ist fest­zu­stel­len, dass Grenz­wert­über­schrei­tun­gen für Fein­staub und Stick­stoff­di­oxid nur an Haupt­ver­kehrs­stra­ßen vor­kom­men. Ent­lang der inner­städ­ti­schen Was­ser­stra­ßen wer­den die Luft­qua­li­täts­grenz­wer­te wegen des ver­gleichs­wei­se gerin­gen Bei­trags der Schiffs­e­mis­sio­nen und der zumeist sehr guten Bedin­gun­gen für die Aus­brei­tung der aus­ge­sto­ße­nen Schad­stof­fe mit Sicher­heit ein­ge­hal­ten. Eine recht­li­che Begrün­dung für Fahr­ver­bo­te für die Schiff­fahrt ana­log zu den Fahr­be­schrän­kun­gen für Kfz in der Umwelt­zo­ne gibt es daher nicht.

Hin­zu kommt, dass die mit Schif­fen befahr­ba­ren Gewäs­ser in Ber­lin ganz über­wie­gend Bun­des­was­ser­stra­ßen sind, zum Teil mit über­ge­ord­ne­ter oder sogar inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung für die Fracht­schiff­fahrt. Damit liegt die Rege­lungs­kom­pe­tenz für die Schiff­fahrt in Ber­lin bei der Bun­des­re­gie­rung, was die Grenz­wer­te für den Schad­stoff­aus­stoß von Schiffs­mo­to­ren angeht sogar beim euro­päi­schen Gesetz­ge­ber. Ber­lin kann also kei­ne Vor­schrif­ten oder Fahr­ver­bo­te für Schif­fe erlas­sen, die beson­ders vie­le Schad­stof­fe emit­tie­ren. Ber­lin setzt sich jedoch im Rah­men sei­ner Mög­lich­kei­ten dafür ein, dass die euro­päi­schen Grenz­wer­te für die Schad­stoff­emis­si­on von Schiffs­mo­to­ren wei­ter ver­schärft und dass Anfor­de­run­gen für die Nach­rüs­tung bestehen­der Schiffs­mo­to­ren mit Ruß­fil­tern fest­ge­legt wer­den.

Ant­wort zu 8: Wie bereits in der Ant­wort zu der Schrift­li­chen Anfra­ge Nr. 17/12725 dar­ge­legt, wur­den für die Nach­rüs­tung von Fahr­gast­schif­fen mit Par­ti­kel­fil­tern 550 T€ Pro­gramm­mit­tel aus dem Euro­päi­schen Fonds für regio­na­le Ent­wick­lung (EFRE) im UEP II reser­viert. Da die Pro­gramm­lauf­zeit des UEP II Ende 2015 endet, ist eine För­de­rung der Nach­rüs­tung wei­te­rer Schif­fe nur noch begrenzt mög­li­ch. Die Maß­nah­men müs­sen spä­tes­tens im Win­ter 2014/ 2015 durch­ge­führt wer­den.

Eine För­de­rung über das Jahr 2015 hin­aus ist der­zeit noch nicht gesi­chert. Der Senat strebt auf­grund der Gesund­heits- und Kli­ma­re­le­vanz von Die­sel­ruß eine Fort­set­zung der För­der­mög­lich­keit für die Fil­ter­nach­rüs­tung auch in der neu­en För­der­pe­ri­ode 2014 – 2020 an, soweit die Geld­er auch nach­ge­fragt wer­den.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­künf­te gebe­ten:

1. Was plant der Senat mit dem ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­fäng­nis an der Kei­bel­stra­ße und gibt es dazu Beschlüs­se des Senats oder des Abge­ord­ne­ten­hau­ses?

2. Wenn das ehe­ma­li­ge Poli­zei­ge­fäng­nis als Erin­ne­rungs­ort genutzt wer­den soll, wer soll die­sen betrei­ben und gibt es dafür ein Betriebs­kon­zept?

3. Wenn es ein Betriebs­kon­zept gibt, wie hoch sind die Inves­ti­ti­ons- und Betriebs­kos­ten und wie sol­len die­se finan­ziert wer­den?

4. Sofern es Pla­nun­gen für die Ein­rich­tung eines Gedenk­or­tes im ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­fäng­nis gibt, wel­che Rol­le hat dabei die Gedenk­stät­te Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen gespielt, die laut § 2 Abs. 1 Stif­tungs­ge­setz »das Land Ber­lin in allen ein­schlä­gi­gen Ange­le­gen­hei­ten bera­ten und unter­stüt­zen soll« und wel­che Rol­le ist ihr im Betrieb des Erin­ne­rungs­or­tes zuge­dacht?

5. Sofern es Pla­nun­gen für die Ein­rich­tung eines Gedenk­or­tes im ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­fäng­nis gibt, wann soll die­ser sei­nen Betrieb auf­neh­men?

6. Sofern es Pla­nun­gen für die Ein­rich­tung eines Gedenk­or­tes im ehe­ma­li­gen Poli­zei­ge­fäng­nis gibt, wie plant der Senat, die Initia­tiv­ge­mein­schaft »ehe­ma­li­ges Poli­zei­ge­fäng­nis Kei­bel­stra­ße« dar­in ein­zu­be­zie­hen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Zu 1.: Die feder­füh­ren­de Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft beab­sich­tigt, das ehe­ma­li­ge Poli­zei­ge­fäng­nis Kei­bel­stra­ße als einen außer­schu­li­schen Lern­ort mit Dau­er­aus­stel­lung für Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu nut­zen. Sie hat dazu 2010/2011 eine Pla­nungs­grup­pe ins Leben geru­fen mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern von:

• Bun­des­be­auf­trag­ter für die Unter­la­gen des Staats­si­cher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen DDR (BStU),

• Lan­des­be­auf­trag­ter für die Unter­la­gen des Staats-sicher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen DDR (LStU),

• Senats­kanz­lei-Kul­tu­rel­le Ange­le­gen­hei­ten (Skzl-Kult),

• Bun­des­stif­tung zur Auf­ar­bei­tung der SED-Dik­ta­tur,

• Robert-Have­mann-Gesell­schaft e.V. (RHG),

• Ber­li­ner-Immo­bi­li­en­ma­nage­ment GmbH (BIM),

• Lan­des­in­sti­tut für Schu­le und Medi­en Ber­lin-Bran­den­burg (LISUM).

Dar­über hin­aus hat sie bereits gemein­sam mit der Bun­des­stif­tung zur Auf­ar­bei­tung der SED-Dik­ta­tur im Rah­men der Haus­halts­wirt­schaft Mit­tel inves­tiert, um zum Ort for­schen zu las­sen (LStU, Dr. Wer­ken­tin) und die RHG mit der Erstel­lung eines ers­ten Kon­zepts (»His­to­ri­scher Lern­ort – Prä­si­di­um der Volks­po­li­zei und Unter­su­chungs­haft­an­stalt II Ber­lin«) beauf­tragt, das seit Ende 2012 vor­liegt.

Die Pla­nun­gen sind inzwi­schen wei­ter kon­kre­ti­siert wor­den. Auf­grund der räum­li­chen Zugangs­si­tua­ti­on (kein öffent­li­cher Zugang vor­han­den) ist ange­dacht, dass der Lern­ort drei moder­ne Arbeits­räu­me für ange­mel­de­te, geschlos­se­ne Grup­pen (Semi­nar­raum, Büro, Empfang/Garderobe) sowie die ers­te Eta­ge des ehe­ma­li­gen Zel­len­trakts mit ca. 18 Zel­len umfasst.

Auf der Grund­la­ge des vor­lie­gen­den Grob­kon­zepts wur­den ent­spre­chen­de Pla­nungs­bü­ros für die Ent­wick­lung von pro­fes­sio­nel­len Aus­stel­lungs­kon­zep­ten ange­fragt. Die not­wen­di­gen Aus­ga­ben wer­den haus­halts­wirt­schaft­li­ch im Rah­men der vor­han­de­nen Haus­halts­mit­tel aus dem Ein­zel­plan 10 geleis­tet. Über mög­li­che Aus­ga­ben ab 2016 wird im Zuge der nächs­ten Haus­halts­plan­auf­stel­lung 2016/2017 zu ent­schei­den sein.

Die Vor­la­ge eines Nut­zungs- und Betriebs­kon­zep­tes durch die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird zzt. vor­be­rei­tet.

Zu 2. und 3.: Es wird geprüft, ob der außer­schu­li­sche Lern­ort durch einen zu grün­den­den Trä­ger­ver­ein betrie­ben wer­den kann. Ein Nut­zungs- und Betriebs­kon­zept soll dem Abge­ord­ne­ten­haus im Herbst des Jah­res unter Ein­schluss der not­wen­di­gen Inves­ti­ti­ons- und Betriebs­kos­ten vor­ge­legt wer­den.

Zu 4.: Die Pla­nun­gen rich­ten sich, auch unter Berück­sich­ti­gung der räum­li­chen Gege­ben­hei­ten, auf die Ein­rich­tung eines außer­schu­li­schen Lern­or­tes für Schü­le­rin-nen und Schü­ler mit Dau­er­aus­stel­lung zur Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te der All­tags­re­pres­si­on in der DDR und nicht auf eine Gedenk­stät­te zum The­ma Staats­si­cher­heit.

In der Kei­bel­stra­ße wird an ein Poli­zei­prä­si­di­um mit Unter­su­chungs­haft­an­stalt erin­nert, nicht wie in Hohen­schön­hau­sen – an ein Gefäng­nis der Staats­si­cher­heit. Auch die Deut­sche Volks­po­li­zei war ein wich­ti­ges Ele­ment der Herr­schafts­si­che­rung der SED, aber mit wesent­li­ch ande­ren Funk­tio­nen als das Minis­te­ri­um für Staats­si­cher­heit. Ent­spre­chend sind auch in der Erin­ne­rungs­ar­beit ande­re Fra­gen zu stel­len. Für die Kei­bel­stra­ße ist etwa die Fra­ge wich­tig, wie sich die Gren­ze zwi­schen not­wen­di­ger poli­zei­li­cher Ver­bre­chens­be­kämp­fung und –prä­ven­ti­on und Unter­drü­ckung zie­hen lässt.

Zudem ver­folgt die Gedenk­stät­te Ber­lin Hohen­schön­hau­sen das Kon­zept einer Umlen­kung über­zäh­li­ger Besu­cher aus Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen in das ehe­ma­li­ge Poli­zei­ge­fäng­nis Kei­bel­stra­ße aus Kapa­zi­täts­grün­den. Dies stimmt nicht mit den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten über­ein. Der dama­li­ge Staats­se­kre­tär für Kul­tu­rel­le Ange­le­gen­hei­ten, André Schmitz, hat den Lei­ter der Gedenk­stät­te Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen, Dr. Huber­tus Kna­be, bereits im Jahr 2011 in einem Schrei­ben dar­über in Kennt­nis gesetzt. Es ist vor­ge­se­hen, die Lei­tung der Gedenk­stät­te Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen zur nächs­ten Sit­zung der Pla­nungs­grup­pe ein­zu­la­den.

Zu 5.: Die Auf­nah­me des Betriebs des geplan­ten außer­schu­li­schen Lern­or­tes für Schü­le­rin­nen und Schü­ler setzt einen Beschluss des Abge­ord­ne­ten­hau­ses von Ber­lin vor­aus. Erst zu die­sem Zeit­punkt ist es mög­li­ch, den Zeit­punkt einer vor­aus­sicht­li­chen Betriebs­auf­nah­me zu nen­nen.

Zu 6.: Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der »Initia­tiv­ge­mein­schaft ehe­ma­li­ges Poli­zei­ge­fäng­nis Kei­bel­stra­ße« sind nach der Bekannt­ga­be ihrer Grün­dung am 22.07.2014 von der Lei­tung der Arbeits­grup­pe zur Ein­rich­tung eines außer­schu­li­schen Lern­or­tes für Schü­le­rin­nen und Schü­ler umge­hend zu einem Gespräch über Mög­lich­kei­ten der Zusam­men­ar­beit ein­ge­la­den wor­den.

Die Senats­kanz­lei wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Wie vie­le Ehren­amts­kar­ten ver­gibt der Ber­li­ner Senat jähr­li­ch an ehren­amt­li­ch täti­ge Bür­ge­rin­nen und Bür­ger (bit­te um tabel­la­ri­sche Abbil­dung seit der Ein­füh­rung 2011)?

2. Auf wel­cher gesetz­li­chen Grund­la­ge wird die Kar­te jähr­li­ch ver­ge­ben?

3. Wel­chen Per­so­nen, aus wel­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­ei­nen kommt die Aner­ken­nung durch die­se Kar­te zuteil?

4. Inwie­weit kön­nen auch Mit­glie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr auch mit die­ser Ehren­amts­kar­te aus­ge­zeich­net wer­den?

5. Nach wel­chen Kri­te­ri­en fin­det die Ver­ga­be der Ehren­amts­kar­te statt?

6. Wer hat die­se Kri­te­ri­en fest­ge­legt und ist eine Ände­rung des Kri­te­ri­en­ka­ta­logs geplant, und wenn ja, war­um?

7. Wel­che posi­ti­ven Effek­te sind mit einer ent­spre­chen­den Kar­te für die aus­ge­zeich­ne­ten Per­so­nen ver­bun­den?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wie folgt:

Jahr

Aus­ge­ge­be­ne Kar­ten

2011

4.500

2012

3.337

2013

2.827

2014 (1. Halb­jahr)

1.245

Zu 2: Grund­la­ge ist der Senats­be­schluss vom 06. Juli 2010 (vgl. auch Mit­tei­lung zur Kennt­nis­nah­me an das Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus, Druck­sa­che 16/ 3378).

Zu 3: Ziel­grup­pe der Ber­li­ner Ehren­amts­kar­te sind alle enga­gier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die über einen län­ge­ren Zeit­raum beson­ders viel Zeit für ihr Enga­ge­ment auf­wen­den.

Auch wenn die Ehren­amts­kar­te sich an Frei­wil­li­ge in allen Alters­klas­sen rich­tet, stellt sie ins­be­son­de­re hin­sicht­li­ch der älte­ren Enga­gier­ten eine sinn­vol­le Erwei­te­rung der Ber­li­ner Aner­ken­nungs­kul­tur dar. Eine Eva­lua­ti­on die­ses Instru­ments durch die Senats­kanz­lei für das Jahr 2011 hat­te das Ergeb­nis, dass ca. die Hälf­te der Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger der Ehren­amts­kar­ten 60 Jah­re oder älter waren.

Die geschlechts­spe­zi­fi­sche Aus­wer­tung zeig­te, dass sich ein­deu­ti­ge Unter­schie­de in der Art der frei­wil­li­gen Tätig­keit fest­stel­len las­sen: Der Anteil der männ­li­chen Emp­fän­ger über­wiegt in den Berei­chen Sport und Tech­nik, wäh­rend sich bei Bil­dung, Kunst, Kul­tur und Pfle­ge­ak­ti­vi­tä­ten eine aus­ge­präg­te Frau­en­quo­te ergibt.

Zu 4: Mit­lie­der der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr kön­nen die Ehren­amts­kar­te ohne Ein­schrän­kun­gen erhal­ten, so-weit sie die Kri­te­ri­en erfül­len.

Zu 5: Erhal­ten kann die Kar­te, wer

–sich in den ver­gan­ge­nen 3 Jah­ren im Umfang von min­des­tens 20 Stun­den im Monat oder 240 Stun­den im Jahr ehren­amt­li­ch enga­giert hat oder
–sich in den ver­gan­ge­nen 5 Jah­ren im Umfang von 10 Stun­den im Monat oder 120 Stun­den im Jahr ehren­amt­li­ch enga­giert hat

und

- sein Ehren­amt in Ber­lin aus­übt,
– die Absicht hat, das Enga­ge­ment fort­zu­set­zen,
– für sein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment kein Ent­gelt und kei­ne Auf­wands­ent­schä­di­gung erhält, die über die Erstat­tung von Aus­la­gen hin­aus­geht (wobei eine gering­fü­gi­ge pau­scha­le Auf­wands­ent­schä­di­gung unschäd­li­ch ist).

Zu 6: Die Kri­te­ri­en wur­den durch den o. a. Senats­be­schluss fest­ge­legt. Eine Ände­rung ist nicht beab­sich­tigt, da sie u. a. den in Bran­den­burg und den übri­gen Bun­des­län­dern gel­ten­den Kri­te­ri­en ent­spre­chen.

Zu 7: Gegen Vor­la­ge der Kar­te im Scheck­kar­ten­for­mat erhal­ten die Enga­gier­ten ver­güns­tig­ten bzw. kos­ten-frei­en Ein­tritt zu Kul­tur- und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen.

Über die­se mate­ri­el­len Vor­tei­le hin­aus ist die Ehren­amts­kar­te ein wich­ti­ges Instru­ment, um Dank und Aner­ken­nung der Gemein­schaft für ihre gesell­schaft­li­ch unver­zicht­ba­ren Leis­tun­gen aus­zu­drü­cken. Die Frei­wil­li­gen wer­den neu moti­viert, ihr Enga­ge­ment fort­zu­set­zen.

Die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

1. Teilt der Senat mei­ne Auf­fas­sung, dass dua­le Aus­bil­dungs­we­ge beson­ders gut geeig­net sind, sich auf die spä­te­re beruf­li­che Pra­xis vor­zu­be­rei­ten?

2. Wie bewer­tet der Senat den pra­xis­na­hen Weg der berufs­be­glei­ten­den Aus­bil­dung zum Erzie­her ins­be­son­de­re für die Bewer­ber, die selbst für ihren Lebens­un­ter­halt sor­gen wol­len (müs­sen)?

3. Wie vie­le Aus­bil­dungs­stel­len wer­den von den Kin­der­ta­ges­stät­ten in Ber­lin für die berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung zum Erzie­her ange­bo­ten?

4. Ist dem Senat bekannt, dass für das kom­men­de Aus­bil­dungs­jahr die Nach­fra­ge nach Kita-Stel­len für die berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung die Ange­bo­te deut­li­ch über­steigt?

5. Auf wel­che Wei­se unter­stützt der Senat den Aus­bau der berufs­be­glei­ten­den Aus­bil­dung zum Erzie­her?

6. Wel­che Erkennt­nis­se hat der Senat hin­sicht­li­ch der Erfül­lung des Bedarfs für Erzie­her in den nächs­ten Jah­ren im Land Ber­lin?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet die Anfra­ge wir fol­gend:

Zu 1.: Ja.

Zu 2.: Der Senat beur­teilt die­sen Ber­li­ner Weg der pra­xis­na­hen, berufs­be­glei­ten­den Aus­bil­dung als sehr gut geeig­ne­tes und erfolg­rei­ches Instru­ment bei der Not­wen­dig­keit der qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­teent­wick­lung. Die Aus­bil­dung ist nach dem Sozi­al­be­ru­fe-Aner­ken­nungs-Gesetz Ber­lin (Soz­BAG) »staat­li­ch aner­kannt«.

Zu 3.: Dem Grun­de nach kön­nen alle Kitas Pra­xis­stel­le im Rah­men der Aus­bil­dung sein und künf­ti­ge Erzie­he-rin­nen und Erzie­her sowohl in voll­schu­li­scher wie in berufs­be­glei­ten­der Form aus­bil­den.

Da die Aus­zu­bil­den­den in berufs­be­glei­ten­der Teil­zeit­form als Quer­ein­stei­ge­rin­nen und Quer­ein­stei­ger aner­kannt wer­den und auf den Fach­kräf­te­schlüs­sel anre­chen­bar sind, gilt eine pro­zen­tua­le Ober­gren­ze von 25 % für den Anteil am Per­so­nal.

Zu 4.: Der Senat ist über die rege Nach­fra­ge nach die­ser Aus­bil­dungs­form erfreut. Die Per­so­nen in der berufs­be­glei­ten­den Aus­bil­dung brin­gen in der Regel Lebens­er­fah­rung, zusätz­li­che Kom­pe­ten­zen und gro­ßes Enga­ge­ment ein. Trä­ger stel­len in dem Maße Arbeits­plät­ze zur berufs­be­glei­ten­den Aus­bil­dung zur Ver­fü­gung, wie sie sie zur Deckung ihres Fach­kräf­te­be­darfs benö­ti­gen.

Zu 5.: Der Senat wird wei­ter­hin ohne Begren­zung Aus­bil­dungs­plät­ze in den Fach­schu­len für Sozi­al­päd­ago­gik zur Ver­fü­gung stel­len. Dar­über hin­aus hat der Senat mit einem Job­cen­ter ein Modell für eine berufs­be­glei­ten­de Erzie­her­aus­bil­dung ent­wi­ckelt, das es ermög­licht, dass auch geeig­ne­te Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber, die im Leis­tungs­be­zug des Sozi­al­ge­setz­buchs (SGB) II sind, die Aus­bil­dung absol­vie­ren kön­nen. Das Job­cen­ter über­nimmt die Finan­zie­rung für die bei­den ers­ten Aus­bil­dungs­jah­re, im drit­ten Aus­bil­dungs­jahr erfolgt die Finan­zie­rung durch die Kita-Trä­ger. Das Modell wird erprobt und kann bei erfolg­rei­chem Ver­lauf aus­ge­wei­tet wer­den.

Der Senat hat vor gut einem Jahr die zuläs­si­ge Quo­te für Quer­ein­stei­ge­rin­nen und Quer­ein­stei­ger ange­ho­ben und so die Mög­lich­keit zur Beschäf­ti­gung eines höhe­ren Anteils von in berufs­be­glei­ten­der Aus­bil­dung befind­li­chen Men­schen geschaf­fen. Ber­lin nimmt als eines von sie­ben Bun­des­län­dern an dem Bun­des­pro­gramm »Lern­ort Pra­xis« teil, mit dem Maß­nah­men zur Unter­stüt­zung der Aus­bil­dungs­an­lei­tung ent­wi­ckelt wer­den.

Zu 6.: Der Senat geht davon aus, dass die Situa­ti­on des Fach­kräf­te­be­darfs in Ber­lin in den nächs­ten Jah­ren ange­spannt blei­ben wird. Die vom Senat ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men zur Deckung grei­fen und leis­ten einen wich-tigen Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der Situa­ti­on.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wel­che ver­ein­fach­ten Rege­lun­gen erge­ben sich aus der Schaf­fung eines Staats­ver­tra­ges für die Abwas­ser­ent­sor­gung zwi­schen dem Land Bran­den­burg und dem Land Ber­lin?

Fra­ge 2: Inwie­weit gibt es bereits Koope­ra­ti­on im Bereich der Abwas­ser­ent­sor­gung zwi­schen dem Land Ber­lin und Bran­den­burg?

Fra­ge 3: Sofern es bereits Koope­ra­tio­nen zwi­schen den Bun­des­län­dern gibt, stellt sich die Fra­ge auf wel­cher Grund­la­ge die­se zustan­de gekom­men ist und wel­chen Umfang die­se Zusam­men­ar­beit hat?

Fra­ge 4: Was muss von wem getan wer­den um einen Staats­ver­trag für die Abwas­ser­ent­sor­gung zwi­schen dem Land Bran­den­burg und dem Land Ber­lin abzu­schlie­ßen?

Fra­ge 5: In wel­chem Zeit­raum wäre die Schaf­fung eines Staats­ver­tra­ges für die Abwas­ser­ent­sor­gung zwi­schen den Bun­des­län­dern mög­li­ch?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung beant­wor­tet dien Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Ein Staats­ver­trag für die Abwas­ser­ent­sor­gung bie­tet kei­ne ver­ein­fach­ten Rege­lun­gen, son­dern ist ledig­li­ch eine wei­te­re Opti­on der Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben und den Auf­ga­ben­trä­gern in Bran­den­burg. Ein Staats­ver­trag ist eine not­wen­di­ge aber kei­nes­falls hin­rei­chen­de Vor­aus­set­zung, um eine hoheit­li­che Zusam­men­ar­beit bzw. inter­kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben und den Auf­ga­ben­trä­gern in Bran­den­burg zu ermög­li­chen. Die Recht­mä­ßig­keit einer sol­chen Zusam­men­ar­beit ergibt sich nicht allein aus dem Staats­ver­trag, son­dern muss im Ein­zel­fall unter Berück­sich­ti­gung des Ver­ga­be­rechts, des Wett­be­werbs­rechts und der Recht­spre­chung geprüft wer­den.

Ant­wort zu 2: Im Bereich der Abwas­ser­ent­sor­gung gibt es ver­schie­de­ne Koope­ra­tio­nen zwi­schen den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben und den Auf­ga­ben­trä­gern in Bran­den­burg. So wird in den Klär­wer­ken der Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be das Abwas­ser von 535.000 Bran­den­bur­ge­rin­nen und Bran­den­bur­gern gerei­nigt. Dar­über hin­aus gibt es Dienst­leis­tungs­ver­trä­ge, z.B. über den Betrieb von abwas­ser­tech­ni­schen Anla­gen zwi­schen Auf­ga­ben­trä­gern in Bran­den­burg und den Ber­li­ner Was­ser­be­trie­ben.

Ant­wort zu 3: Die Zusam­men­ar­beit in den unter 2. genann­ten Koope­ra­tio­nen geschieht auf Grund­la­ge zivil­recht­li­cher Ver­trä­ge unter der Beach­tung der ein­schlä­gi­gen recht­li­chen Bestim­mun­gen.

Ant­wort zu 4 und 5: Der Senat sieht kei­ne Not­wen­dig­keit für den Abschluss eines Staats­ver­tra­ges für die Abwas­ser­ent­sor­gung zwi­schen den Län­dern Bran­den­burg und Ber­lin.

Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wird um fol­gen­de Aus­kunft gebe­ten:

Fra­ge 1: Wie bewer­tet der Senat die stei­gen­de Nut­zung von Fahr­rä­dern in Ber­lin?

Fra­ge 2: Wie wird die stei­gen­de Nach­fra­ge unter­stützt bzw. wel­che Maß­nah­men wer­den unter­nom­men, um den neu­en Erfor­der­nis­sen ent­spre­chen zu kön­nen?

Fra­ge 3: Wie defi­niert der Senat eine moder­ne Fahr­rad­sta­ti­on in Ber­lin?

Fra­ge 4: Wie vie­le Fahr­rad­sta­tio­nen gibt es bereits und wie sieht die Ent­wick­lung in den letz­ten Jah­ren aus?

Fra­ge 5: An wel­chen Stand­or­ten sind Fahr­rad­sta­tio­nen ent­stan­den bzw. wo sind wel­che geplant?

Fra­ge 6: Wel­che Unter­stüt­zung wird Inter­es­sen­ten für die Schaf­fung von pro­fes­sio­nel­len Fahr­rad­sta­tio­nen (Ver­leih, War­tung, Park & Ride) gewährt?

Fra­ge 7: Wel­che Rol­le spielt das The­ma Mobi­li­täts­ma­nage­ment für den Senat und inwie­weit lässt sich die­se The­ma­tik mit der Schaf­fung von Fahr­rad­sta­tio­nen ver­knüp­fen?

Dan­ny Frey­mark

Die Senats­ver­wal­tung bean­to­wr­tet die Anfra­ge wie fol­gend:

Ant­wort zu 1: Die stei­gen­de Nut­zung von Fahr­rä­dern ist auch ein Erfolg der Rad­ver­kehrs­stra­te­gie des Senats, die seit 2004 schritt­wei­se umge­setzt wird. Die kon­ti­nu­ier­li­che För­de­rung der Ver­keh­re des Umwelt­ver­bun­des, ins­be­son­de­re des Rad­ver­kehrs, ist eine prio­ri­tä­re Ziel­stel­lung der Ber­li­ner Ver­kehrs­po­li­tik. Mehr Fahr­rä­der in Ber­lin zeu­gen davon, dass immer mehr Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern bewusst wird, dass Fahr­rad­fah­ren zur Lösung der Umwelt­pro­ble­me in der Stadt bei­trägt, gesund­heits­för­dernd und auch kos­ten­güns­tig ist. Den stei­gen­den Nut­zungs­trend von Rädern bewer­tet der Senat posi­tiv. Nur so ist die Ziel­stel­lung, den täg­li­chen Rad­ver­kehrs­an­teil von 1,5 Mio. Wege mit dem Rad um wei­te­re 0,9 Mio. Wege bis 2025 zu erhö­hen, umsetz­bar.

Ant­wort zu 2: Die Rad­ver­kehrs­stra­te­gie ent­hält Leit­li­ni­en, Maß­nah­men und Modell­pro­jek­te zur För­de­rung des Rad­ver­kehrs.

Auf unter­schied­li­chen Hand­lungs­fel­dern – wie zum Bei­spiel Erwei­te­rung und Sanie­rung des vor­han­den Rad­we­ge­net­zes; Fer­tig­stel­lung eines 350 km lan­gen Rad­rou­ten-Haupt­net­zes bis 2017 und Ergän­zung durch ein bezirk­li­ches Neben­rou­ten­netz; Her­stel­lung fahr­rad­freund­li­cher und –siche­rer Licht­si­gnal­an­la­gen; Schaf­fung aus­rei­chen­der Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen; ver­stärk­te Ver­knüp­fung zwi­schen Öffent­li­chen Ver­kehr (ÖV) und Rad; Inte­gra­ti­on inno­va­ti­ver Model­le wie zum Bei­spiel öffent­li­che Leih­fahr­rä­der, Elek­tro-Bikes, Pedel­ecs – sol­len Ver­bes­se­run­gen erfol­gen und neue Impul­se gesetzt wer­den. Auch Maß­nah­men im Bereich Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ver­kehrs­si­cher­heit sind wich­tig.

Mit der För­de­rung des Rad­ver­kehrs gewinnt das The­ma Fahr­rad­par­ken zuneh­mend an Bedeu­tung. Zur Bewäl­ti­gung der wach­sen­den Nach­fra­ge, Räder sicher und attrak­tiv im öffent­li­chen Raum abstel­len zu kön­nen, plant der Senat die Ent­wick­lung neu­er Stra­te­gi­en zum Fahr­rad-par­ken. In einem Hand­lungs­kon­zept sol­len die Grund­la­gen zum Fahr­rad­par­ken zusam­men gestellt wer­den, Emp­feh­lun­gen für die not­wen­di­ge Ver­grö­ße­rung und Dif­fe­ren­zie­rung des Ange­bots ent­wi­ckelt sowie Finan­zie­rungs­an­sät­ze und Modell­pro­jek­te vor­ge­schla­gen wer­den.

Ant­wort zu 3: Für den Senat müs­sen moder­ne Fahr­rad­sta­tio­nen mög­lichst fol­gen­de Kri­te­ri­en erfül­len, damit eine gute Akzep­tanz gewähr­leis­tet ist:

attrak­ti­ve und opti­ma­le Ver­net­zung mit dem Rad­we­ge­netz
kur­ze über­sicht­li­che Wege (ÖV-Zugang)
ein­fa­che Park- und Abhol­vor­gän­ge sowie unmiss­ver­ständ­li­che Hand­ha­bung
hohe Sicher­heit und Schutz für das Rad
flä­chen­ef­fi­zi­ent und platz­spa­rend
stadt­ver­träg­li­ches bzw. stadt­bild­ge­rech­tes Desi­gn in Form und Far­be
preis­wert
mög­lichst lan­ge Öff­nungs­zei­ten bzw. Park­mög­lich­keit unab­hän­gig von Öff­nungs­zei­ten
war­tungs­arm und van­da­lis­mus­si­cher
Ergän­zung durch Ser­vice­an­ge­bo­te
Fahr­rad­sta­tio­nen unter­lie­gen schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen, deren Trag­fä­hig­keit in Ber­lin zu prü­fen gilt. Vor allem die geeig­ne­te Stand­ort­fin­dung erweist sich in Ber­lin als schwie­rig, ins­be­son­de­re dann, wenn es um Flä­chen der DB AG geht. Die DB AG hat bereits ein ver­stärk­tes Inter­es­se bekun­det, sich künf­tig für die Erhö­hung des Abstel­l­an­ge­bots an ihren Anla­gen zu enga­gie­ren.

Ant­wort zu 4 und 5: Ber­lin besitzt der­zeit kei­ne öffent­li­che »Fahr­rad­sta­ti­on« im Sin­ne der unter Fra­ge 3 genann­ten Eigen­schaf­ten.

Der Senat för­dert jedoch seit Jah­ren Bau­pro­gram­me der S-Bahn Ber­lin GmbH und der BVG zur Errich­tung von Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen an Ber­li­ner S- und U-Bahn­hö­fen sowie an Hal­te­stel­len der Stra­ßen­bahn und Sta­tio­nen des Lini­en­bus­ses im Sin­ne von Bike + Ride.

Ein paar Zah­len zur Schaf­fung neu­er, teil­wei­se über-dach­ter Bike+Ride-Anlagen:

1999 – 2013 ca. 8.200 Stell­plät­ze an Ber­li­ner S-Bahn­hö­fen
2006 – 2013 ca. 3.400 Stell­plät­ze an den An lagen der BVG
Für 2014 sind ca. 1000 neue Anla­gen geplant.
Ins­ge­samt gibt es mitt­ler­wei­le ca. 28.000 Abstell­mög­lich­kei­ten für Fahr­rä­der an Bahn­hö­fen, Sta­tio­nen und Hal­te­stel­len. Außer­dem instal­liert und betreibt die DB AG an ihren Regio­nal- und Fern­bahn­hö­fen in unter­schied­li­chem Umfang Fahr­ra­dab­stel­l­an­la­gen.

Der Senat plant zur Bewäl­ti­gung der Abstell­p