Der Zustand der Kleingewässer im Norden des Bezirks Lichtenberg kann „allgemein als tendenziell negativ eingeschätzt werden“. Zu dieser Einschätzung kommt das Bezirksamt Lichtenberg in seiner Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordnetenhausmitglieder Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold. Beide erkundigten sich beim Senat nach der Anzahl und der Quantität der Gewässer in den Hohenschönhausener Postleitzahlenbereichen 13051 bis 13059. Der Senat bat der Zuständigkeit halber das Lichtenberger Bezirksamt um die entsprechenden Antworten auf die Fragen der beiden Abgeordneten.
Der Grund für den „tendenziell negativen“ Zustand der Gewässer seien die zunehmend ausbleiben Niederschläge in den zurückliegenden Jahren, heißt es aus dem Bezirksamt. Dieses Manko führe zu weiter sinkenden Wasserständen. Das wiederum habe Auswirkungen auf die Wasserqualität.
In den nördlichen Ortsteilen des Bezirks Lichtenberg gibt es rund 100 Seen, Pfuhle, Teiche, Biotope, Feuchtgebiete, Gräben, Rückhaltebecken und ähnliche Gewässer, die beim Bezirksamt aufgelistet sind. Deren Zustand werde in unterschiedlichen Abständen hinsichtlich ihrer Qualität untersucht, so das Bezirksamt. Unter anderem werden Paramater wie Färbung, Trübung, Geruch, Bodensatz, Sichttiefe, ph-Wert und weitere biochemische Werte erfasst.
„Von den Gewässern im angefragten Bereich werden in jedem Jahr rund 20 Gewässer beprobt“, informiert das Bezirkssamt. „Die Auswahl der Gewässer variiert, so dass im Laufe der Jahre alle als relevant eingestuften Gewässer einmal beprobt werden.“ Im Rahmen der Gewässerschau und von Gewässerkontrollen werden außerdem der Wasserstand, die Vegetation, sonstige Veränderungen und Müllablagerungen im oder am Gewässer sowie Amphibienvorkommen anhand von Zufallsfunden von zirka 40 bis 60 Gewässern im Jahr erhoben.
Wenn der Zustand vieler Gewässer als mittelmäßig oder gar schlecht einzuschätzen ist: Welche Maßnahmen sind zur Verbesserung des Zustandes beziehungsweise zur Pflege der Kleingewässer geplant, möchten die beiden Abgeordneten wissen. Darauf antwortet das Bezirksamt: „Im Rahmen des Kleingewässerprogramms der Senatsverwaltung wurde im letzten Jahr ein Teilbereich des Obersees entschlammt.“ Des Weiteren laufen aktuell Planungen zur Wiederherstellung des Hohenschönhauser Sees innerhalb einer naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahme für Bauvorhaben der Senatsverwaltungen.
Außerdem sind für folgende Gewässer Planungsleistungen in Arbeit beziehungsweise werden sie vorbereitet, um deren Zustand zu verbessern: Den Berl, den Gutsteich Falkenberg und den Barther Pfuhl. „Weiterhin befindet sich derzeit der Pflege- und Entwicklungsplan für das Landschaftsschutzgebiet Wartenberger und Falkenberger Feldflur in Bearbeitung“, so das Bezirksamt.
Fotoinformation:
Teilbereiche des Obersees sind im vergangenen Jahr entschlammt worden.

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